Ausgabe 
8.7.1939
 
Einzelbild herunterladen

8./Y.ZU1NYZY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Nr. 157 Dritter Blatt

I Schule über den Arbeitsdienst, den Wehrdienst, das I Studium, den Einsatz für die Partei und ihre Glie-

Empfang durch den Studentenführer

WSW

mag.

*

der also

zu Alfredo, das?

Du kennst bedeutet...

derungen bis zum Abschluß der Studentenzeit. Da­bei hörte man u. a." daß viele Studenten wöchentlich 40 bis 50 Arbeitsstunden allein für ihre Ausbildung zu bewältigen haben, ganz abgesehen von dem Dienst für bie Partei und ihre Gliederungen sowie für den übrigen Einsatz im Dienste der Volks- gemeinfchaft, wie jetzt wieder bei der Erntehilfe. Dennoch aber, so betonte der Studentenführer, sind die Studenten willens und bereit, ihr Bestes her­zugeben, um an den großen Aufgaben des Führers

mitzuarbeiten.

Hochschulringführer Prof. Dr. ORidjm

hob die erfreuliche Tatsache hervor, daß die Gieße­ner Akademikerschaft jetzt geschlossen in dem NS.° Altherrenbund aufgegangen ist und in enger Kame­radschaft mit dem NSDStB. arbeitet. Den Alten Herren dankte der Hochschulringführer für diese Bereitschaft zur Mitarbeit. Nachdem nunmehr der

schätzung der eigenen Wichtigkeit auf Reisen gehen, empfehlen. Alfredo zu besuchen. Sie mögen sich dann fragen, ob sie in ihrem Fach ebenso aufgehen wie dieser einfache Mann, der geradezu ein Sinn­bild dafür ist, daß jede, aber auch die einfachste Arbeit eine ernste und heilige Aufgabe ist, deren Erfüllung zu wahrem Herzensglück führt.

Der größte bekannte Stern.

Zu den interessantesten Erscheinungen am Ster­nenhimmel gehört der Stern Epsilon im Bilde des Fuhrmanns, dessen veränderliche Helligkeit be­reits 1821 erkannt, aber erst durch den Potsdamer Astronomen Ludendorff 1903 genauer festgestellt wurde. Es handelt sich um einen Stern, bei dem der Lichtwechsel durch den Vorübergang eines dunklen Begleiters hervorgerufen wird, lieber die neueren Untersuchungen dieses Sterns und ihre Ergebnisse berichtet Dr. Boda in der Frankfurter Wochen­schriftDie Umschau". Die Veränderungen der Be­deckung haben sonst bei Sternen nur kurze, nach Tagen zu zählende Perioden; bei Epsilon dauert diese jedoch 27,1 Jahre. Auch die Dauer der Ver­dunkelung ist sehr groß über 800 Tage; ein halbes Jahr dauert die Lichtabnahme bis auf die Hälfte der ursprünglichen Helligkeit, in der der Stern dann gleichmäßig etwa ein Jahr verbleibt, um in einem weiteren halben Jahre wieder zur ursprünglichen Helligkeit anzusteigen, die nun fast 25 Jahre bei­behalten wird. Daraus folgt, daß zwei Sterne von gewaltigen Dimensionen im Zeitraum von 27 Jah­ren umeinander kreisen. Die Dichte des größeren kann kaum den hundertmillionsten Teil von der des Wassers betragen, und er stellt wahrscheinlich nichts anderes dar als eine Anhäufung kosmischen Staubes. Die neueren Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, daß der helle Stern, dessen Tem­peratur etwas höher ist, als die der Sonne, einen 160 mal so großen Durchmesser wie diese besitzt und eine 32mal so große Masse. Der Durchmesser des dunklen Begleiters ist 2800mal so groß wie der der Sonne; er würde den Raum zwischen der Sonne und der Bahn des Neptuns nahezu ausfüllen. Seine Masse beträgtnur" 23 Sonnenmassen. Die Dichte dürfte nicht viel mehr als ein Millionstel von der unserer Luft betragen. Man hat eine Temperatur pon 1000 Grad Celsius für ihn errechnet. Wenn er vor dem hellen Stern vorbeigeht, wird dieser zwar verdeckt, leuchtet aber durch den dunklen noch hin­durch. Nach einer neueren Untersuchung des Bres­lauer Astronomen Schönberg ist anzunehmen, daß in den dünnen atmosphärischen Hüllen des dunk­leren Sterns auch feste oder flüssige Partikel ein- t gebettet sind. Auch der helle Hauptstern, dessen Tom- , peratur und Leuchtkraft noch die unserer Sonne übertrifft, ist ein gewaltiger Riese, dessen Durch- ! Messer dem Abstande des Mars von der Sonne ent- 1 spricht..

sagte mein Vetter.

Alfredo? wunderte ich mich. Wer ist Die beiden lachten mich vergnügt an.

Um 21 Uhr bog der Fahrer nach einer hals­brecherischen Fahrt durch winkelige, alte Gassen auf einen winzigen dreieckigen Platz ein und hielt vor einem nicht gerade übermäßig neuen und rein­lichen Haus. Aber ein Wagentüraufmacher mit hohler Hand war da, riß zuerst den Wagenschlag auf, meiner Base den Mantel von den schultern und dann sie selbst aus dem Wagen heraus, wir­belte unverständliche Sätze und öffnete großartig die Tür einer Trattoria, aus der uns Musik entgegen- klang.

Ein kleiner Mann kam uns entgegengestürzt Er hob die Hand zum Faschistengruß und empfing meine Verwandten, als habe ihm der Duce persön­lich die Ehre gegeben. Sein ehrUches Feldwebel-

Glücklicher Alfredo.

Von Erich August Mayer.

Vollkommen glücklich kann zweifellos nur fein, der feinen Beruf einwandfrei beherrscht.

gesicht mit dem kriegerisch aufgezwirbelten schwarzen Schnurrbart strahlte vor Glück. Auch ich mußte ihm die Hand geben. Ich hatte das bestimmte Gefühl, schon gestern bei ihm gewesen zu sein. Wir mußten unbedingt alte Bekannte fein.

Ich kann etwas Italienisch. Aber ich verstehe nur solche italienisch sprechende Leute, die nicht in Ita­lien geboren sind.. Ich gab es also auf, den schwie­rigen^ diplomatischen Verhandlungen zu folgen, die Alfredo, denn er war es, mit meinen Verwandten führte, und faßte mich in Geduld. Ich erkannte nur, daß es eine Angelegenheit von allergrößter Wichtig­keit war, was sie besprachen. Denn Alfreda zog die Stirne kraus, schüttelte bedenklich den Kopf, rollte die Augen, hob die Schwurfinger zum Himmel, sah meine Base starren Blickes an ... ich fürchtete den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Aber da sagte meine Base ein Zauberwort, ich habe es vergessen wie es lautete das geht ja bekannt­lich schon dem Prinzen in den Märchen so und Alfredos Miene entspannte sich. Er nickte, schrieb einen Zettel voll und schwang sich davon, indem er beim Gehen seine fast waagrecht vor den Körper gehaltenen Arme wie Flügel auf und nieder schwang. , , , . f.

Meine beiden Verwandten saßen und lächelten

Ich muß sagen: es stand dafür. Denn plötzlich setzte die Musik mit einem donnernden Tusch ein, der Gastraum wurde plötzlich finster. Durch diese Finsternis aber kam, indem er sich wie ein ver­zückter Negertänzer um seine Achse drehte, Alfreda dahergestürmt, über feinem Haupt in hoch aus­flackernden Flammen die Omelette schwingend. Sein Gesicht, so gut man es bei diesem Wirbel sah, war selig verzückt. Es war kein Spaß für ihn, es war ür" ihn eine heilige Berufshandlung. Dann wurde es licht, und er legte uns mit todernstem Gesicht

Als er sich entfernt hatte, sprachen wir über ihn Siehst du", sagte mein Vetter zu mir,das ist ein wahrhaft glücklicher Mensch. Amerikanische Hotels haben ihm ein Vermögen angeboten, wenn er feine Tätigkeit nach Amerika verlegen wollte. Aber er sagt nein und bleibt hier. Er konnte viel­leicht Millionär werden. Aber er bleibt lieber tn feiner Heimat, wo er sein treffliches Auskommen hat und zufrieden ist."

Es ist merkwürdig. Wenn ich setzt an meinen Aufenthalt in Rom zurückdenke, dann drängt sich mir immer wieder das Antlitz dieses Menschen vor, dessen ganzes Glück sich daraus herleitet, daß er in seinem Fach ein wahrer Meister ist. Ich mochte allen jenen, die voll Bildungsdünkel und lieber-

Im Rahmen des Gießener Studententages 1939 stand der gestrige Freitag für die Studenten unserer Universität im Zeichen des sportlichen Leistungs­kampfes. Auf dem Unioerfitätssportplatz und auf den Schießständen am Schützenhaus herrschte schon vom frühen Morgen an ein lebhafter Betrieb. Wäh­rend die Schützen schon ihre Wettkämpfe in den Vormittagsstunden zu Ende führten, wurden auf der Aschenbahn und auf den Sprung- und Wurf­kampfstätten zunächst die Vorkämpfe für die ver­schiedenen leichtathletischen Disziplinen ausgetragen. Es standen verschiedene Mannschaftskämpfe, aber auch Mehrkämpfe auf dem Programm. Darüber hinaus wurden Einzelwettkämpfe durchgeführt, die sparlnende Begegnungen brachten und die Stu­denten in hartem Ringen um den Sieg sah. Ein besonderes Moment des Anreizes zur Leistungs­steigerung war die Anwesenheit zweier auswärtiger Mannschaften. Die Mannschaft der Universität Frankfurt a. M. war leider ausgeblichen, dafür aber nahmen die Leichtathletik-Mannschaft der Technischen Hochschule Darmstadt und die der Städtischen Ingenieurschule Darmstadt teil, die einige vorzügliche Könner

Ergebnisse:

Mannschafts - Sechskampf: 1. Kame­radschaftUlrich von Hutten" 98,77 P.; 2. Kame­radschaft Kaiser 94,93 P.; 3. Kameradschaft van Geöns 92,44 P. .

Mannschaftskampf im Kleinkaliber­schießen: 1. Kameradschaft Schuster 181 Ringe (nach Stechen entschieden); 2. Kameradschaft Kaiser 181 Ringe; 3. KameradschaftUlrich von Hutten" 173 Ringe. ,

' Sechskampf: 1. Max Jung 90 P.; 2. Karl Schäfer 88% P.; 2. Siegfried Kuwilsky 88% P.; 3. Boni Dchwörer 88% P.

Dreikampf: 1. Helmut Möll 1544 P.; 2. Wil­helm Kohlhaas 1324% P.; 3. Heinrich Ruppert 1303% P.

Klein - Kaliberschießen: 1. Fritz Schmidt 53 Ringe; 2. Josef Kafka 49 Ringe; 3. Jakob Buch­holz 48 Ringe; 3. Fritz Seng 48 Ringe.

1 0 0 - Meter - Lau f: 1. Helmut Moll 11,2 Sek.;

2. Albert Schmidt 12,2 Sek.; 3. Heinrich Ruppert 12,3 Sek.

200-M eter-La u f: 1. Helmut Möll 24,4 Sek.; 2. Heinrich Schmenger 25,2 Sek.; 2. Siegfried Kuwilsky 25,2 Sek.

400 -Meter-Lauf: 1. Heinrich Ruppert 57,4 Sek.; 2. Heinz Walter 57,8 Sek.; 3. Fritz Kröh 60,5 Sekunden.

schen gemacht hat.

Als ich in Rom ankam, empfing mich auf dem Hauptbahnhof mein junger Vetter mit seiner noch jüngeren Frau. Was ich mir während meines nur eintägigen Aufenthaltes anzusehen gedächte?

Natürlich die Sistina, natürlich die freigelegte Zufahrt zur Peterskirche, natürlich den Moses von Michelangelo.

Und dann müssen wir natürlich auch

Im Rahmen des Gießener Studententages 1939 fand am gestrigen Freitagabend im Saale des Studentenhauses ein Empfang der führenden Män­ner der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehr­macht, des Staates, der Stadt, der Universität, der Alt-Herrenschaften usw. durch den Studentenführer tatt. Es war ein großer Kreis von Männern, der der Einladung gefolgt war.

Siudenlenführer ftronf

begrüßte in seiner Ansprache das Führerkorps von Partei, Wehrmacht und Staat mit herzlichen Wor-

Alfredo nicht? Alfredo ist... Alfredo aber nein, er soll selbst sehen" entschied die kleine Frau.Du fährst jetzt in den Gasthof, und bann gehen wir zu Alfredo. Wer nicht bei Alfredo war, der war nicht in Rom."

Ich schwieg. Denn erstens soll man jungen hüb­schen Frauen nicht widersprechen, und zweitens wollte ich mich nicht mit ungeschickten Fragen lächer­lich machen. Weiß Gott, wer dieser Alfredo sein

ein Meister ist.

Das mag wohl auch der Grund dafür fein, daß es wirklich glückliche Menschen in bim einfachen Berufen viel häufiger gibt als in ben schwierigen. Ein Straßenkehrer wirb es , gewiß früher zur Meisterschaft in seinem Beruf bringen ass ein Fein­mechaniker. In ben geistigen Berufen aber, ba ist es ganz schlimm; benn welcher Künstler hat es je­mals zur wahren Vollkommenheit gebracht? Unter den großen Künstlern habe ich noch keinen wahr­haft glücklichen Menschen gefunben. Ein jebec rang mit bem marternben Gefühl, trotz aller Mühe him­melweit von ber Vollkommenheit entfernt zu fein.

Einen Meister habe ich aber kennen gelernt, ber mir ben Einbruck eines wahrhaft glücklichen Men-

SchleüssnerFilm mil Garantieschein gegen Fehlbelichtung

geheimnisvoll. . .

Nach etwa zehn Minuten kam em Kellner, ord­nete bic Teller unb machte eine Ecke bes Tisches frei Dann kam ein zweiter mit einer Schüssel herr­lich gelber Bandnubeln. Hinter ihm schritt wie em römischer Sieger Alfrebo, in ber erhobenen rechten Hanb Löffel unb Gabel, bie er bei jebem Schritt silbern aneinanbertlingen ließ.

Eine Verbeugung. Die Vorstellung begann. Die beiben Kellner traten ehrfurchtsvoll zur eeite, Alfrebo beschrieb mit Löffel unb Gabel zwei welt- umfassenbe Bögen burch die Luft unb tauchte bann bie blitzenben Werkzeuge mit einer unnachahmlich weichen Bewegung in ben zitternben Banbnudel-

fang nehmen konnte.

Zur Freube ber Zuschauer würbe gestern durch zwei Dozentenmannschaften ein neues Rasenspiel I gezeigt, bas mit verkürzten Hockeyschlägern und einem kleinen Ball gespielt wird. Das Spiel for­derte große Geschicklichkeit unb Beweglichkeit heraus unb nahm einen sehr unterhaltsamen unb lebendigen Verlauf. Diebessere Mannschaft" siegte mit 6:1 Toren. Ein Fußballspiel, bas über den Zeitraum . einer Stunde durchgeführt wurde, fah eine kom­binierte Mannschaft ber Kameradschaften Kaiser unb Eisenkramer im Kampf gegen bie Universitäts- mannschaft im Felde. Die Mannschaft ber Univer­sität siegte mit 3:0 Toren. Das Spiel brachte keine außerorbentlichen Leistungen.

Die Siegerehrung nahm Dr. König, ber Leiter des Instituts für Leibesübungen, vor, der in einer kurzen Ansprache erkennen ließ, wie sich durch die Pflege von Wissenschaft, Leibesübung und Kame­radschaft an der Universität die Erziehung än den ganzen Menschen wendet. Den Siegern in den

Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Ich war aufgeregt, ganz gewöhnlich aufgeregt.

Und jetzt hatte Alfredo meinen Teller ergriffen, ein Schwung, der Teller machte einen Purzelbaum in der Luft und fiel mit einem niedlichen Knall auf Alfredos Linke. Ein Schwung ein Berg von Nudeln lag auf meinem Teller. Alfredo richtete sich auf stemmte den Arm in die Hüfte -und sah mich an wie Napoleon nach einer gewonnenen Schlacht.

Nun griffen auch wir zu unseren Werkzeugen und aßen, stumm andachtsvoll, ergriffen. Alfredo stand unfern und beobachtete gespannt unseren Ge- ichtsausdruck. Unter der Einwirkung dieses zwin­genden Blickes lächelte ich und nickte ihm zu. Ich glaube, ich hätte es auch getan, wenn seine Nudeln aus Blech gewesen wären, die Butter Benzm- geschmack gehabt hätte. Ich hätte nicht das Herz gehabt, etwas anderes zu sagen alswunderbar, unübertrefflich". Aber die Nudeln waren auch wunderbar, waren unübertrefflich!

Wir sagten es ihm; ba zog sich fein Gesicht m die Breite, unb bie weißen Zähne leuchteten. Er lächelte wie ein Kinb. mit einem seltsam rührenben Ausdruck, der dabei doch einen tiefen inneren Stolz verriet. Als meine Base hinzufügte: Alfrebo ist einzigartig in seinem Beruf, ba machte er eine tiefe, geschmeibige Verbeugung unb sah sie mit einem Blick wahrer Dankbarkeit an.

Wir aßen bann Jnbian, ber uns auf ber Zunge zerfloß, mir bestellten allerhanb anbere Herrlich­keiten. Zum Schluß eineOmelette fiamme",con tutta la ceremonia" fügte meine Base ausbrücklich

in ihren Reihen hatten.

Den Gästen von ber Technischen Hochschule Darmstabt gelang es, ins-befonbere ben Sieg im Hochschulwettkampf an sich zu reißen, wenn auch erst im letztlln Wettbewerb bie Entscheibung zu ihren Gunsten fiel. Nach brei Wettbewerben lagen bie Darmstadter noch mit 4321 Punkten vor ber Uni­versität Gießen mit 4216% Punkten unb ber Stäbti­schen Ingenieurschule Darmstabt. Mit bem Weit­sprung holten bann aber bie Gießener auf unb führ­ten bei ber fünften Hebung mit 5367% Punkten vor beh Darmstädtern mit 5356 Punkten. Der 4 X 100-Meter-Lauf brachte bann bic Entscheibung. Die Darmstäbter führten währenb bes ganzen Ren­nens unb ließen bie Gießener kaum herankommen. Auch der ausgezeichnete Schlußmann ber Univer­sität Gießen konnte ben Vorsprung ber Gäste nicht mehr ausgleichen. Die Zeitbifferenz war so, baß bie Stubenten ber Technischen Hochschule knapp in ber Gesamtwertung bie Oberhand behielten.

In den Einzelwettbewerben gab es verschiedene sehr ansprechende Leistungen. Eine Ueberraschung war das Abschneiden von Helmuth Möll, der sich an sehr vielen Wettbewerben beteiligte und überall ganz hervorragend abschnitt. Neben verschiedenen ersten Siegen konnte er auch mehrere zweite Siege an sich reißen, so daß er bei ber Siegerehrung eine ganze Sammlung von Siegerurkunben in Emp-

1500-Meter-Lauf: 1. Hubert Franz 4:30,7 Min.; 2. Hans Naab 4:57,2 Min.; 3. Berthold Schmidt 5:21,7 Min.

3000 -Meter-Lauf: 1. Rolf Decker 10:04,3 Min.; 2. Ulrich Lehmann 10:04,7 Min.; 3. W. Fi cher-Desoy 11:36,05 Min.

Kugel st oßen: 1. Hans Ringt 10,56 Meter; 2. Heinz Jtzen 9,91 Meter; 3. Gottfried Skriba 9,70 Meter. o

Keulenweitwurf: 1. Karl Schäfer 58,32 Meter; 2. Helmuth Möll 55,98 Meter; 3. Kurt Volk 54,60 Meter. w ,

Weits prung: 1. Helmut Möll 6,31 Meter; 2. Hans Naab 5,87 Meter; 3. Siegfried Kuwilsky 5,82 Meter. ,

Dreisprung 1. Heinz Walter 12,38 Meter. 2. Hans Weber 11,£ Meter; 3. Richard Hötzelt 10,50 Meter.

Hochsprung: 1. Helmut Möll 1,58 Meter; 2. Hans Naab 1,53 Meter; 3. Karl Schäfer 1,46 Meter; 3. Hubert Franz 1,46 Meter.

Speerwerfen: 1. Hubert Franz 41,69 Me­ter; 2. Helmut Möll 41,09 Meter; 3. Boni Schwözer 40,58 Meter.

4X 100-Me ter-Staffel: 1. Kamerad­schaft Kießling 49,4 Sek.; 2. KameradschaftUlrich von Hutten" 49,7 Sek.; 3. Kameradschaft Schuster 49,9 Sek. . f

Hochschulwettkampf (100 Meter, Hoch­sprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, Weitsprung, 4X100-Meter-Staffel): 1. Technische Hochschule Darmstabt 6147,0 P.; 2. Universität Gießen 6090,1 Punkte; 3. Ingenieurschule Darmstabt 5473,8 P.

habe noch in meinem Leben keinen Menschen Löffel unb Gabel fo halten gesehen, wie Alfrebo sie hielt mit gerunbeten Armen, bie Höhlung des Löffels gegen sich gekehrt, in einem ganz bestimmten Winkel zur Waagrechten. Das Wunderbare aber war, daß die Nudeln wie lebendige Schlangen um diese Werkzeuge herumzugleiten schönem Auf dem Teller war ein seltsames Fließen und Winden zu sehen. Keine dieser Nudeln zerriß.Wenn auch nur eine einzige Nudel zerreißt, tragt er das Ge­richt weg und bringt frische Nudeln" flüsterte mir meine Base ins Ohr, während sie mit brennenden Augen zusah, wie er auf dem Teller die Nudel­schlangen tanzen ließ, gleich einem indischen Schlan­genbeschwörer. Nun sprüht er mit dem Löffel Butter über das Schlangenwirrsal. Noch rascher, noch be­hender glitten bie Schlangen. Stumm stauben bie beiben Kellner neben ihm, an ben Tischen ringsum waren bie Gäste aufgestanden und sahen herüber.

äußere Rahmen gegeben sei, habe der NS.-Alt- herrenbund nach der Weisung des Reichsstudenten­führers ben Auftrag zu erfüllen, für ben akade­mischen Nachwuchs zu sorgen. Das sei vor allem eine Aufgabe der örtlichen Gemeinschaft des Alt­herrenbundes, die dafür zu sorgen habe, daß dem NSDStB. immer neues und gutes Blut zugeführt, mit dem NSDStB. aber auch in guter Kamerad­schaft Freud und Leid, Arbeit und Erholung ge­meinsam getragen werde. Am Schlüsse seiner An­sprache brachte der Redner den Studentenkamerab- schaften volle Anerkennung für bie Form unb ben Inhalt biefes Stubententages, ferner für ihre biszi- plinierte unb vorbilbliche Haltung zum Ausbruck.

Kreisleiter Backhaus

rühmte in seiner Ansprache zunächst bie herzliche Kamerabschaft, die sich zwischen ber Stubentenschaft unb ber Hochschule einerseits unb der Partei ander­seits im Laufe der Zeit herausgebildet hat. Darüber empfinde er als Hoheitsträger im Kreise Wet­terau besondere Freude und Genugtuung. Er habe es sich zur Aufgabe gemacht, diese Kameradschaft immer noch enger zu gestalten. Dabei lege er be­sonderen Wert auf ständigen persönlichen Kontakt, wie die Partei überhaupt immer mitten im Volke stehe und wirke. Wenn nun die äußere Organisa-

Tag des Sportes" der Gießener Studenten Hochschulwettkampf Gießen - Darmstadt.

ten, an der Spitze den Hoheitsträger im Kreise Wetteraü, Kreisleiter Backhaus, ferner besonders SA.-Brigadeführer Schwarz. Oberbürgermeister Ritter, Landrat Dr. L o tz, Se. Magnifizenz den Rektor Professor Dr. Seifer, Generalmajor S ü ß m a n n , Jungbannführer T a e s l e r , weiter zum ersten Male in diesem Kreise den neuen Wehr­bezirks-Kommandeur, Oberstleutnant Kühne, und vor allem auch die Vertreter des NS.-Altherren- bundes. Dann sprach er kurz über bie vielseitigen und großen Arbeitsaufgaben des StudLnten von heute, angefangen von der Entlassung aus der

Links: Gießener Studenten marschieren zu den Sportwettkämpfen auf. Rechts: Sieger-Ehrung auf bem Umverfitatssportplatz.

un ö (Ausnahmen s2j: Neuner, Gießener Anzeiger.) ____

Wettkämpfen mürben schöne Ehrenpreise, u. a. mehrere Buchpreise, überreicht, unb ihnen unter Hanbschlag bie Siegerurkunben übermittelt.