iüros. Aber
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
rung der Verhältnisse und der Gier nach Verdienst. Das liegt nicht nur daran, daß in Algier ein großer Stamm seßhafter Existenzen von zum Teil uralter Kultur neben der Kultur des Islam mit dem Lande
t, was wir bereits Erwartungen über- daß der deutsche Glanzleistung vollbracht ' te der festen Derteidi-
Zwischen Bunkern und Orahivechauen
Eine Fahrt zum Westwall. - Festungen unter der Erde.
Don unserem D. S.'Sonderberichterstatter.
Als Ludi durch den Laden und weiter hinauf in ein Stübchen stürmte, da war der alte Dudenkopp o verblüfft, daß ihm die Handkäse, die er gerade einpacken wollte, auf den Boden rollten. Und Emilie, die Mutter, bekam diesmal Schrei- und Wem- krampfe. , . , , v . .
Der Bäckermeister Waffelsack aber lud seine Getreuen am gleichen Abend zu einem saftigen Zwiebelkuchen und guten Kümmelschnaps ein, und das Späßchen wurde noch viel belacht.
„Ei ja no", erklärte Waffelsack, „solch einem Windbeutel gehören ab und zu die Flügel gestutzt, sonst ist ja vor ihm kein Schürzenzipfel mehr sicher.
gehalten wurde.
Und nun kommt noch ein ganz wichtiger Tatbe. stand hinzu: Der Bauer lebt sehr viel einfacher als der Städter. Bis zu einem gewissen Grad ist der starke Verbrauch von Brot und Kartoffeln auch durchaus verständlich und erträglich, weil die rege Arbeit in frischer Luft die Verdauung ganz anders fördert als die Stubenhockerei in den Büros. Aber selbstverständlich ißt der Bauer auch ganz gern em ordentliches Stück Schweinebraten statt Kartossein mit weißem Käse und Buttermilch. Was soll man
kaufte, da machte der Ludi begehrliche Augen und wollte es in die festen, roten Backen kneifen.
Nee nee", sagte Gretel, denn sie hatte ihren Schatz in Birkenhain. Der hieß Konrad und konnte so schöne Gedichte in die Briefe schreiben, daß ste manchmal meinen mußte. Und ,^Pnrflb ein guter Kerl, und einen anderen Schatz wollte ste ni^ber der Ludi ließ nicht locker. Auf allen Wegen strich er dem Mädchen nach und flötete ihm hundert Schmeicheleien ins Ohr, fo daß es in feiner Be- drängnis zum Bäckermeister Waffelsack lief und ihm seine Not klagte.
Der Bäckermeister war em Schalk.
Als Ludi wieder einmal fragte: „Gehen wir bald einmal miteinander fort?" da flüsterte sie: „Am Mittwochnachmittag bin ich allem zu Haus .
„O du, da werde ich kommen", schmachtete der Derber
„Ja, ' um vier durchs Hintertürchen", bat das Mädchen und huschte zum Laden hinaus.
Am heihersehnten Mittwoch gegen vier schlüpfte Ludi in sein Staatsgewand, kämmte sich sorgsam den Schopf und schwänzelte dann eilig .zu seiner Hintertür hinaus und zu jener des Bäckermeisters Waffelsack wieder hinein.
Hei wie das klappte! Im Hauseingang stand auch schon Gretel im blauen Kleid und hatte rote Backen.
Es führte den Liebhaber ins Stübchen
„Da steht ein Stuhl", sagte Gretel, lief geschäftig hin und her, ordnete ihre Kleider, die auf der Truhe lagen und machte begehrliche Augen.
Da klopfte es mit harten, knochigen Fingern an die Tür. Das traf den Verliebten wie em Keulen-
Oer Zauber im Kleiderschrank.
Von Ernst Eimer.
Friedrich Dudenkopp hatte einen gut gehenden Krämerladen im Städtchen Pappelberg. Er verkaufte Nudeln und Schuhwichse, Kaffee, Mehl und Heringe, Rosinen und Handkäse und andere Herrlichkeiten mehr. _ .
„Emilie", sagte Dudenkopp zu seiner Frau, „unser Geschäft gefällt mir ganz gut, es geht wie am Schnürchen, aber unser Ludi gefällt mir nicht. Der Schlappch verschläft das halbe Leben. Er ist im Laden keinen Schuß Pulver wert und steigt im Städtchen allen Mädchen nach."
„Ach Gott", verteidigte Emilie, „ßiibi ist lebenslustig, und Jugend will zu Jugend!"
„Ei ja, freilich", rief Dudenkopp, „aber der Sausebeutel sollte mit seinen zweiundzwanzig Jahren wissen, was er tut!"
Darüber was er tat und was er nicht tat machte sich der junge Dudenkopp wenig Sorgen. Er steckte seinem Alten die Füße unter den Tisch, bettelte der Mutter das Geld aus der Ladenkasse, verkaufte auch ab und zu Rosinen und Heringe und richtete im weiteren fein Leben nach feinem Wohlgefallen.
wohl abgewogene Fruchtfolge, auch ein Zukauf von Handelsdünger zur ständigen Wiedererneuerung der Bodenkraft. Der deutsche Dauer kann unmöglich so billig produzieren wie der Ackerbauer, der mit dem Hakenpflug eine Furche ritzt, dann die Saat m den Boden bringt und im übrigen den lieben Gott mal« ^Die^Stadtmenschen wissen, daß ihnen heute manchmal eine gewisse Entsagung zur Pflicht gemacht wird und daß zeitweise Einschränkungen unumgänglich sind. Aber was sie vielleicht nicht wissen, ist die doch immerhin erhebliche Tatsache, daß die Erfassung der landwirtschaftlichen Produktion zu,..ihren Gunsten so weit durchgebildet ist, daß die ländliche Bevölkerung selbst keinen Uebersluß an Nahrungsmitteln hat. Mancher Städter mag während seines Urlaubs mit einer gewissen Verblüffung feststellen, daß m einem Dorswirtshaus Milch durchaus nicht nach Belieben verfügbar ist; ja, es wird oft genug vorkommen, daß überhaupt keine Milch abgegeben werden kann, weil schon in aller Herrgottsfrühe Die ganze Milch zur Molkerei gebracht wurde. Der Landwirt ist im Winter und im Vorfrühling mit Gemüse und Obst oft schlechter daran als der Städter, wenn die eigenen Vorräte entweder von vornherein beschrankt waren oder wenn mit ihnen nicht sorgfältig haus
^st^^ie Mauer auch aus Beton und Stahl, so besteht sie doch gleichzeittg auch aus einsatzbereiten, geschulten und erprobten Kriegern. Denn in der Abwehr wird stets die deutsche Angrisfsleidsnschaft ihren Ausdruck finden. Man wird also niemals nur in den Bunkern bleiben, sondern den Kampf aus den Befestigungen heraus durch den Gegenangriff in offener Feldschlacht unterstützen. So erhalten die Westbefestigungen einen doppelten Wert. In dieser Wertsteigerung liegt aber auch die Überlegenheit über das französische Be- festigungssystem, das nur darauf abgestellt 'st, den Waffenträger an sich zu fesseln und ihm sowohl die Lust, im Freien zu kämpfen, zu nehmen wie überhaupt seine persönliche Einsatzbereitzchaft auf ein Minimum zu drücken. Letzten Endes ist es immer der Daterlandsoerteidiger, der |eber Ver- teidigungsstellung ihren Wert gibt. Heute stehen längs der Grenze die Formationen, Die sowohl in den Befestigungen als auch vor ihnen zu kämp. fen wissen. s
Nicht vergessen werden darf aber jene Armee der Spaten- und Spitzhackenträger, der Ingenieure, Baumeister und Bauarbeiter, die seit dem Sommer des vorigen Jahves in ununterbrochener Arbeit die Befestigungen aufführten. Sie standen hier im Angesicht eines Gegners, der Finsteres brütete, aber bereits im September 1938 mit seinen Planen an der Entschlossenheit der Arbeitsmänner aus allen deutschen Gauen scheiterte. Diese Männer eben Alters und jeden Berufes, einig aber am Westwall und ausgerichtet auf ein gemeinsames Ziel, haben Großes geleistet. Sie haben auf Befehl des Führer- der deutschen Nation ein Bollwerk errichtet, wie es die Geschichte noch niemals kennen gelernt hat.
wirklich verwurzelt ist, wahrend Tunis in höherem Maße das Völker- und Rasfengemifch durchziehender Scharen erlitt und auch das Zivtlisations-Proleta- riat viel verbreiteter ist. Sondern unzweifelhaft hat auch die Erziehung zu europäischer Gesittung durch die französische Herrschaft daran Anteil. Die Kenntnis der französischen Sprache ist dort in Algier weit verbreiteter; die junge Generation lernt sie jetzt in der Schule. Anstand, Beherrschung und sonstige Gesittung sind in Algier viel mehr zu finden als in dem sich selbst überlassenen Lande des Beis von Tunis, wo nicht so nachhaltig eingegrifsen werden konnte. Denn der erzogene Eingeborene — meist handelt es sich dabei um eine an sich nicht ungünstige arabischcherberische Mischung — ist auch für die Anforderungen modernen Lebens sehr wohl zu brauchen. Intelligent und strebsam ergreift er in seinen besten Elementen die Bildungs- und wirt- schaftlichen Förderungsmittel, falls sie ihm borge» boten werden. Man konnte viel Gewissenhaftigkeit und sachliche Tüchtigkeit in Algier unter den beamteten Eingeborenen beobachten, auch auf Gebieten, die diesen ursprünglich ferner liegen wie etwa die Technik. So ist bei den erzieherischen Bemühungen der Franzosen und ihrer auch das Wirtschaftlich- Technische fördernden kolonisatorischen Tätigkeit dieses schöne und reiche Land Algerien in der Tat als ein „Zukun ftsland" Frankreichs zu betrachten.
kostbaren Inhalt verstaut, dann schoben die Männer ihr Frachtgut dem Marktplatz zu.
Der aus allen Himmeln gefallene Ludi hatte sich in sein Schicksal ergeben und war mäuschenstill in seinem Häuschen. Die großen Spalten sorgten für frische Luftzufuhr, und so hatte der Gefangene auch noch keinen Grund, in seinem Kerker laut zu werden. .
Waffelsack hatte die inhaltrelche Fuhre auf Den Marktplatz bringen lassen, weil dort gerade eine große Nachlaßoersteigerung von allerlei Haus- und Küchengeräten und aus diesem Grunde em Men- schengewoge war wie auf dem Jahrmarkt.
„Waffelsack", rief der Büttel mit schallender Stimme, „soll dein Schrank auch auf die Ver- ,te,',3aUunb nein", schrie der kleine choppelsritz der auf allen Jahrmärkten, bei allen Hochzeiten, Kmd- taufen und Versteigerungen zu finden war Der Kauz hatte die lustigsten Einfalle, hexte den Leuten die Warzen aus dem Gesicht und genoß den Ruhm, in allen geheimnisvollen Dingen Bescheid zu wi |en.
Hoppelfritz kroch flink auf den Wagen und stellte sich neben dem Kleiderschrank aus. Er setzte seine große Hornbrille auf die Nase, wand sich em rotes Tischtuch um die Schultern und klopfte Mit einem dicken Kartoffelstößer den Kasten ab.
,Dölkerscharen sammelt euch", schrie er in die Menge Aber das hatten die Scharen bereits getan. Dicht gedrängt standen sie Kopf an Kopf um den ^'^Wer^soll"^euch in diesem Kasten erscheinen?"
„Ein Güterzug", rief cs.
Ein Walfisch", tarne von anderer Seite. "$in Mondkalb", verlangte ein dritter.
„Bald haben wir die Spur", meldete der Hoppel- ^ßubi Dudenkopp!!" schrie jetzt eines aus der ^JBHam, Ludam, Morarn", sagte der Zauberer mit Grabesstimme, schloß auf, hielt benÄartofeb stvßer beschwörend über seinen kahlen Schädel, uno aus dem Kasten sprang - Ludi Dudenkopp.
Die Menge gröhlte, raste und lachte und dem Zauderer wurde dröhnender Beifall geschenkt.
„Nee, ach nee", rief die Grete in einem fort; sie mar auch unter den Zuschauern und mußte so lachen, daß sie nicht mehr aus den Augen gucken ^Ludi Dudenkopp hatte 4s gar nicht leicht, sich einen Weg durch die dichte Menge zu bahnen. Ob- L mohl er in Sprüngen seinem Kramladen Aueilte, i gab ihm doch das halbe Marktvolk das Geleite.
Felder weckt.
Schwer genug war die Arbeit. Der Reichsnährstand hat schon im vorigen Jahr die Zahl der seit 1933 vom flachen Lande abgeroanberten Menschen auf mindestens 600 000 geschätzt. Die reine Statistik schließt nicht die ganze Wahrheit ein. Die guten Erträge der Landwirtschaft müssen mit Arbeit, viel Arbeit erkauft werden. Wir erzeugen auf dem Hektar (10 000 Quadratmeter) rund doppelt so viel Weizen und Roggen als Ungarn und rund dreimal so viel als Rumänien. Bei unserem oft bürftiaen Sandboden und mittelmäßigen Klima sind solche Ergebnisse keine reinen Gottesgeschenke; sie müssen mit viel menschlicher Arbeit erreicht werden. Dazu gehört die pfleglichste Behandlung der Felder, eine
^kfierein! Jetzt kommt aber schnell", schrie das Mädchen und öffnete dem Ludi die Tur zum Kleiderschrank. Kaum war er verwahrt und der Schlüssel der Schranktür abgezogen, da polterte auch schon der Bäckermeister Waffelsack mit drei handfesten Leuten in die Stube. Das waren seine zwei Gesellen und ein Pferdeknecht aus der Nach- ^SoX Jungen", sagte Waffelsack zu den „Ein» aewMten" das wäre also der Schrank; er ist wackelig, und es, ist höchste Zeit, daß er zum
krächzte einer, „das Luder hat ja ein Gewicht wie Blei. .
Ei ja no", erklärte Waffelsack „das ist fern Wunder, es ist gutes, kerniges Eichenholz.
mor dem Bäckerhause stand schon ein Karren bereit. Auf diesen wurde der Schrank mit feinem
Oie Narrenkappe.
Seefahrer.
Zwischen Schottland und den Orkney-Inseln führte eine gefahrvolle Schiffahrtsstraße hindurch: der Pentland Firth. Kap Warth, an der westlichen Ein- fahrt des Firth gelegen, wird als der schottische Friedhof der Schiffe bezeichnet — zu viele Klippen sorgen hier für die Strandung der Schoner und Frachter. Eine dänische Bark nahm daher vor der Durchfahrt einen Lotsen an Bord.
„Na, McPershon", begrüßte der dänische Kapitan den Lotsen, „Sie kennen natürlich die Küste hier ganz genau, wie?"
„Well, Sir", antwortete der Lotse, „jebe einzelne ^Im^selben Augenblick stieß bas Schiff auf Grund, so daß ein heftiges Zittern vom Kiel bis zum Topp lief.
McPershon spuckte seinen Priem über Bord und meinte gedankenvoll: „Das war zum Beispiel eine, Sir..."
Schwierige Frage.
Ein witziger Privatdozent stellte einmal mit seinen Studenten vom juristischen Seminar und gleich daraus mit einem Kreis von Laien ein kleines witziges Experiment an. Binnen zehn Minuten mußte die Frage beantwortet werden:
„Kann jemand nach altlübischem Recht die Schwe- fter seiner Witwe heiraten?" .
Erst in der neunten Minute kam em Student nach angestrengtem Grübeln darauf, daß diese Frage zu verneinen sei, da niemand, nach welchem Recht es auch sei überhaupt, dazu im Stande ist. Das gleichgroße Auditorium von Laien, dem dann die gleiche Frage vorgelegt wurde, war schon nach drei Minuten mit der Beantwortung fertig und lachte schallend ob des Unsinns dieser Preisaufgabe.
Kämpfer sicheren Schutz xu gewähren, ihm olles zu bieten, worauf fein Kamerad 1914/18 so oft zum Nachteil feiner Kampfkraft verzichten mußte und gleichzeitig diese Betonblöcke mit einer Feuerkraft ausjurüften, die jeden Angriff zerichellen lassen muß. Man kann beruhigt fein: keine Boden- alte, keine Geländevorteil ist ungenutzt geblieben, aber auch dem etwaigen Gegner keine Möglichkeit gegeben, vielleicht doch noch irgendwo durchbrechen zu können. Heber lange Strecken ging die Presse- ahrt durch diesen Abschnitt der Westbefestigungen: mmer uno überall das gleiche Bild einer unerschütterlichen Wehrhaftigke t und einer Abwehrbereitschaft, wie sie nun einmal nötig ist, um von vornherein den Ein- (reifem klar zu machen, wie hoffnungslos jedes Beginnen ist, vom Westen her in das Reich ein-
©artenbau und Braunkohle.
Nanu, was ist denn das? Sollen die Kirschen und die Pflaumen beim Verschwelen der Braunkohle erzeugt werden? Keine Sorge! Hier handelt es sich nur um die kleine Feststellung, daß der Gesamtwert der deutschen gartenbaulichen Erzeugung rund ebenso hoch ist wie der Wert der geforderten Braunkohle. Es ist einmal ganz gut, sich einen solchen Tatbestand recht drastisch vorzustellen und inne zu werden, daß die Summe des Kohlrabis und der Radieschen, der Kirschen und der Pflaumen und was sonst noch zum Gartenbau gehört, mit einer so hoch entwickelten Industrie wie Dem deutschen Braunkohlenbergbau Schritt halten kann. Ebenso ist der Gesamtwert der milchwirtschaftlichen Erzeugung in Deutsch- land so hoch wie der der Eisen - und Stahl- gewinnung.
Für diese Feststellung gibt es keinen geeignete- ren Zeitpunkt als Die letzten W och e n der Ernte. Die Einbringung des Heues ist schon in vollem Gang, und das Korn hat abgeblüht. Die Ernteberichte aus dem ganzen Lande sind wiederum recht günstig. Wir wollen nicht den Tag vor dem Abend und die Ernte vor der Einbringung loben, aber wir hoffen alle, daß ein gnädiges Walten des Allmächtigen die Erwartungen bekräftigen wird, die ein Spaziergang durch die sommerlichen
Negertum gibt im Gesamteindruck dort in Tunis eine viel rohere, ungebildetere und dazu raffgierige Dolksmischung ab, wo bisweilen die fast tierische " " tbar wird, wenn diese Menschen einen Vor- ........ ;_jen oder ein „Geschäft" ver- eitelt glauben. Von den Ureinwohnern am Schatt ei Dscyerid behaupten manche Forscher, daß sie im Typus dem Neandertaler noch am nächsten stehen. Uno in der Tat konnte man Typen sehen, die an
Friedrich und Emilie hatten ja mit ihrem Spröh- ling einmal höhere Pläne gehabt. Der sollte fein Dasein nicht hinter dem Ladentisch verbringen, sondern sollte zur Hochschule. Aber er hatte nur em prahlerisches Maulwerk, eine durstige Kehle und dabei ein leeres Hirn.
So mußte er die Schule verlassen. Aber wenn er hinter dem Ladentisch Pfeffer und Schuhwichse verkaufen sollte, da meldete sich bei ihm die Bummellust Er dachte an die Minna im „Weißen Lämmchen", an die Fanny in der Brunnenstrahe, an die Frieda am Bärenplatz und an manches andere. Da ließ der Leichtfuß Pfeffer und Schuhwichse liegen, nahm sein Stöckchen unter den Arm und strich am Hellen Werktage in den Gassen des Städtchens herum. Er dehnte seine Entdeckungs- und Vergnügungsreisen aus bis in den dunklen Abend, oft bis in die Mitternachtsstunde. 2ttn fol- genben Morgen lag Ludi wie tot in den Federn, und der alte Dudenkopp schickte aus seinem Krämerladen die kräftigsten Spruche und Wünsche hinauf ins Faulenzerstübchen.
Neben Dudenkopps Krämerladen stand Das Haus vom Bäckermeister Waffelsack. Der hatte ein bildhübsches, blondbezopftes Hausmädchen, bte Grete aus Birkenhain, frisch und gesund wie ihre ganze Heimat. Und wenn das Mädel bei Dudenkopps ein-
Die letzten Verteidigungsanlagen längs der beut- fchen Westgrenze nähern sich ihrer Vollendung. Wa- , ren schon im Herbst die wesentlichsten Befestigungen ( fix unt) fertig und vor allem dem menschlichen Blick i entzogen, so sind inzwischen auch die großen und ! größten Werke in die Erde hinein versenkt worden. Es ist dem Gau Koblenz-Trier zu danken, daß dieser Tage Pressevertreter eine Fahrt durch < die Westbefestigungen machen konnten. Diese Fahrt hat nicht nur bestätigt, was wir bereits , mußten, sie hat sogar noch alle Erwartungen über- ‘ men. Es ist tatsächlich so, daß der deutsche
Oberhand über die Rinderkultur. Das Halfagras d r . .. , cflt vier Jahre hindurch Erfahrungen im Steppe, das für Matratzen und ähnliches im Lande M« yar er ^rfen die dem deutschen Volke
geringere Rotte als z. m Tums wo es in neigen Gegner eine Chance zum Eindringen in
^DikkaLlkünd SstLschk Leistung Frank.
reich- tritt noch deutlicher h-rnor. wenn man »u «
Grenze überschreitet, die nack Turn * fuhrt, das Errichtung dieser großartigen Verteidigungs-
LSMSMMW UMM-MWMMW hort wüste zerlumpte, auch rassisch widerwärtige Breite und Tiefe gehende Mnensperre. A? >Ä,»" HfS SÄ sLäÄ'äM viel degeneriertes oder von seinem Boden losgelöstes > ganz modern, vollkommen barau^j^
nen Handwerler allerdings leben gern in der al- heften Stadt, und man kann die Metallschneide« und Vunzarbeiten, die künstlichen Metalleinlegearcheiten, bei denen in die vorgeritzte Zeichnung auf Holz Wut sichtbar wird, wen ickmale Messingbänder mit staunenswerter Geschick- teil sich entgehen fehei schreit zu schönen Mustern eingehämmert werden, eitelt glauben. Don de nur dort noch bewundern, ebenso wie man auch dort die besten Silberschmiedearbeiten nach uralter Tra- vition findet, — Buckelapmbänder, Kinnketten und ------- - - - ,, .
nnr af em die merkwürdigen, altertümlichen huf. die Rekonstruktlonen desselben erinnern — flache elfenartigen RirHfibeln mi? Dorn, meist paarweise Stirn, dicke Augenwülste, platte breite Nase, tierische am Gewände d^iutzt und von großem archäologi- Mundpartie. Auch ist hier von Osten und von der
ftfc, faulld) eljer nod) ein auch das Nomadentum der Südhälfte des
Frankreich, und die Auslagen der^^rtigen &anl)e6 lebt m festen Verbänden).
oards bemühen sich, pasMe'Laden, etwa den ^jer, trotz der großen Armut bestimm-
„Bon Marchä , und pariserische Ware nachz h , L r hegenden, so etwa der einsamen Bergbewohner nur. .etwas grober und greller für Afr iS^ und der Nomadenstämme, im ganzen doch einen §acht. Aber fehr viel deutlicher noch ß> Y . wohlgeordneten und sogar überraschend gesitteten dieser großen buntscheckigen Stadt hat Fra z 6inbru(f macht — auch in der Negerbevölkerung—, Algerien einen ganz neuen, h irflb;non6n so ist in Tunis, von den ansässigen Oasenbewohnern fachgemäßen, aber doch an die Londes f abgesehen, alles wie überschattet von der Verlotte- ÖÄoTÄ rU"S bcr $5er^“nif!e Unb b6? ^r.n°ch ^rhienfL
besonders die sehr rührige »Compägme Trans- atiantique“ unterhält Musterhotels selbst in kleineren Ortschaften des fianoesinnern. Die auch dem Verwöhnten nichts zu wünschen übrig laisen.
Wirtschaftlich hat Algier bereUs dem Mutter ande reiche Frucht getragen. Sem Reichtum beruht aus der Landwirtschaft, sawahl Vichw.rtschaft wie Feld- und Gartenwirtschaft. All-rdma» ist hier alles durch die Gunst der Wiiterung bedingt, und fo albt es oft bö e Mißernten. „Alle sieben Jahre' ekn aukes W, er^en ..die Pessimisten unter den Landwirten. Aber In günstigen Jahren bietet Algiers Feld- und Gartenwirtschaft sogar mit bedeutenden Weinbau im Norden das Bild eines erstaunlichen blühenden Reichtums — im nord- liehen Küstenteil ein grüner ©arten, von Almer bis fast nach Constantine und noch bis nahe an den ftufc des Atlasgebirges heran, wo die reichlichen, wenn auch meist undichten Wälder allerdings noch wenig benutzt werden. Verschiedene Bergwerke mit Phosphat und Eisen, auch Zink und Blei mußten zum Teil wegen Unrentabilität im Atlasgeblrge wieder, einlcklafen: sie gedeihen nur in der Nähe der Küsten- “onerL ftäbfe, schon wegen Der Verkehrsverhältnlsse. In der Festungsbaue^


