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an

ihrer Völker Rechnung gefragt durch ihre Gesandten wissen lass.

Fr. W. L.

setzen.

icn und in London [en, daß sie in einem

Be- 1250 För-

nisse der holländischen Landwirtschaft durch Deutsch­land ist die Vermehrung der industriell len Bezüge Hollands Deutschland steht auch heute nach wie vor a n d e r S P i tz e der Han­delspartner Hollands. Daß man sich in Holland über diese Zusammenhänge heut vollauf klar ist, zeigt die Tatsache, daß die niederländische Handels­kammer für Deutschland eine Sonderaktion zur He­bung der niederländischen Ausfuhr ins Reich plant, die unter dem Motto stehen soll:Kauft deutsche

satz. Auch die mehr als 4500 neu geschaffenen triebssp/ortgemeinschaften und neue Betriebssport Plätze dienen der

Den Haag, 7.Juli. (DNB.) Am letzten Tag seines Holland-Besuches erklärte Reichswirtschafts­minister und Reichsbankpräsident F u n k der Presse, daß man in Deutschland im Gegensatz zu manchen Berichten gewisser Auslandszeitungen keineswegs m einer unruhigen Krisenstimmung lebe, sondern dl e Lage ruhig beurteile und fest entschlossen sei die friedlichen Wirtschaftsbeziehungen zum Aus­lande in einer Atmosphäre gegenseiti­gen Vertrauens weiter auszubauen. Es sei möglich gewesen, die Verbindungen, die beim Besuche des niederländischen Wirtschaftsministers Dr Steenberghe in Berlin angeknüpft wor­den seien, zum Nutzen der Wirtschaften beider Lan­der noch enger zu gestalten. Beide Länder seien ' - ' '' besten Kunden. Auf

Eine Gozialbilanz des Leistungskampses der Betriebe

Waren, dann fördert ihr Hollands Lieferungen Deutschland!"

Deutsch-schweizerisches

Verrechnungsabkommen.

Im Rahmen des zweiten Leistungskampfes der Betriebe, an dem sich 164 000 Betriebe beteiligten, hat das Arbeitswissenschaftliche Institut der Deut- chen Arbeitsfront bei etwa 50 000 Leistungskampf, betrieben eine Erhebung durchgeführt, deren Er­gebnisse als Anregung und Beispiel für alle deut- chen Betriebsgemeinschaften wirken sollen. Dabei hat sich u. a. ergeben, daß von den Leistungskampf­betrieben 4850 Lehrwerstätten und Lehr- e den sowie 1181 Werk schulen errichtet wor­den sind. In über 3800 Betrieben werden fleißige und talentierte Lehrlinge durch Verkürzung der Lehrzeit begünstigt. In 14000 Betrieben wurden 70 000 Begabte und Berufswettkampfsieger besonders gefördert.

Im Leiftungskampf wurden 2500 Betriebs- ärzte neu bestellt, die laufend den Gesundheits­zustand der Gefolgschaften beobachten. In 4752 Be­trieben sind 600 000 Schaffende von Reihen­untersuchungen erfaßt worden. Die Statistik meldet weiter 3390 neue Sanitätsräume in den Betrieben, und fast 26 000 neue Betriebssani­täter und Schwestern als Helfer der Betriebsärzte. 33 600 Betriebe führten Aktionen für Ord­nung und Sauberkeit und zur Verhü­tung von Unfällen und Erkrankungen durch. 4186 Gesundheitstrupps kamen im letzten Jahre im Rahmen der Werkscharen neu zum Ein­

englisch-französisch-sowjetrussischen Garantiepakt nicht Genannt zu werden wünschten. Ader ob ihnen dieser ärmliche Protest etwas nützen wird, i|t immerhin-

Reichsminister Funks Besuch im Haag

Erweiterung der Handelsbeziehungen zu Holland.

Ganz Polen hamstert Stlbergeld

Drastische Folgen der Kriegspsychose.

Warschau, 7. Juli. (DNB.) In Polen macht sich seit einigen Tagen ein empfindlicher Klein­geldmangel insbesondere von Silbermünzen bemerkbar. In Warschau spielen sich in den Stra­ßenbahnen, in Gaststätten und Geschäften drama­tische Szenen auf der Jagd nach Silbergeld ab. Amtlich wird diese Erscheinung damit begründet, daß die Bank von Polen am 1. Juli die Einwechs­lung einer seit drei Jahren aus dem Verkehr ge­zogenen Emission von 20-Zloty-Noten eingestellt hat. Das hat, wie die polnische Presse zugeben nluß, bei der in Polen herrschenden Kriegs­psychose zu der Auffassung geführt, daß Papier­geld in Zukunft möglicherweise keinen Wert mehr besitzen könnte. Die Folge davon ist ein allgemeines Hamstern von Silbergeld, dessen Knappheit int öffentlichen Leben die Bank von Polen durch dis Ausgabe ihrer Reserven abzustellen bemüht ift Weiterhin herrscht auf den polnischen Lebens, Mittelmärkten eine zunehmende Verknap­pung lebenswichtiger Nahrungsmittel; die Preise für Gemüse, Wurstwaren steigen unaufhaltsam.

Finnland nach der Wahl.

Keine wesentliche,Verschiebung des Kräfteverhältnisses.

Helsinki, 7. Juli. (Europapreß.) Wie ooraus- zusehen war, brachte die Wahl des neuen finnischen Reichstages keine stärkere Verschiebung des Kräfte­verhältnisses der Parteien mit sich. Bon den 200 Mandaten des Reichstages konnten die Regierungs­parteien 149 Mandate erringen. Die Wahlbeteili­gung war schlecht und überschritt in kaum einem Wahlkreis 60 v. H. Don den Regierungsparteien haben Sozialdemokraten und Agrarpartei ihre Posi­tionen verstärkt. Die Sozialdemokraten haben gegenüber 83 Mandaten bei der letzten Wahl 85 Mandate erhalten, die Agrarpartei ist von 53 auf 57 Mandate aufgerückt. Die Fortschritts­partei konnte ihre sieben Mandate behaupten. Bei der Opposition hat neben der Vaterländi­schen Partei (JKL.), die die Hälfte ihrer Stimmen verloren hat und von 14 Mandaten auf 7 herabrückte, auch die schwedische Reichs- tagsgruppe drei Plätze verloren und fiel von 21 auf 18 Sitze zurück. Durch eine Wahlverbin­dung der beiden schwedischen Gruppen hätte dieser Verlust vermieden werden können. So ist ein Teil der Stimmen der schwedischen Linken den Sozialdemokraten zugefallen. Das Hauptgewicht der Opposition liegt nun in erster Linie auf der Sammlungspartei, die verhältnismäßig am besten abgeschnitten hat und mit ihren 23 Mandaten zur drittgrößten Partei aufgerückt ist. Sie hat dabei nicht nur die von der Vaterländischen Partei ab­gesprungenen Wähler ausgenommen, sondern dar­über hinaus einen großen Zustrom neuer Stimmen erhalten.

Dem Besuch des Reichswirtschaftsministers in Hol­land wird nicht zuletzt in holländischen Kreisen des­wegen Beachtung geschenkt, weil man sich von seinen Besprechungen eine Belebung des gelegentlich ins Stocken geratenen deutsch-holländischen Warenaus­tausches verspricht. Das reiche Holland mit seiner wertvollen, intensiv betriebenen Landwirt­schaft , in der etwa ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt ist, hat seit jeher größtes Gewicht darauf gelegt, ein gut Teil seines agra­rischen Überschusses nach Deutschland zu lie- fern. In den letzten Jahren ist nun aber der Bezug an landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus Holland in Deutschland nicht unerheblich zurückgegan- g e n. Während nämlich 1938 Deutschlands Gesamt­ausfuhr wertmäßig 56 v. H. und seine Gesamtein­fuhr 48 v. H. niedriger war als 1930, hat im glei­chen Zeitraum die Ausführ nach Holland um 63 v. H. und die Einfuhr aus Holland sogar um 65 v. H. ab, genommen. Die schwerste Einbuße in der hollän­dischen Ausfuhr nach Deutschland erlitt die Land­wirtschaft, da nämlich von den 362 Millionen RM^ die das Reich 1938 weniger aus Holland bezog als 1930, volle 300 Millionen RM. allein auf landwirt­schaftliche Erzeugnisse entfielen. Dieser Rückgang hängt zum großen Teil damit zusammen, daß Hol­land zur Zeit n i cht h i n r e i ch e n d Industrie- waren aus Deutschland b e z i e h t und vor allem damit, daß die Abdeckung der zugunsten Hol- lands bestehenden Clearing-Spitze gewisse Schwierigkeiten bereitet. Das sicherste Mittel für

raglich, denn das berühmte Selbstbestimmungsrecht )er Völker, in dessen Zeichen schon in Versailles die schlimmsten Vergewaltigungen vorgenommen wurden, wenn es in das politische System der großen Demokratien" paßte, ist inzwischen selbst dem Namen nach aus dem Lexikon der demokra­tischen Einkreisungsstrategen verschwunden. In Lon­don kümmert man sich ebensowenig wie in Moskau auch nur im geringsten darum, ob die baltischen Staaten sich durch die beabsichtigte Garantie beengt, ja in ihrer Unabhängigkeit und ihrem mühsam dem russischen Koloß abgetrotzten Eigenleben ihrer klei­nen Völker bedroht fühlen. Die nackte Selbstsucht Englands zahlt jeden Kaufpreis für das Bündnis mit Moskau, besonders wenn er nicht aus der eige­nen Tasche geht. Wer es bisher nicht glauben wollte, welche Rolle England seinenSchützlingen" in der Antiaggressionsfront" in Wahrheit zugedacht hat, ist durch die soeben im britischen Hinterhaus bean­tragten Rüstungskredite für die garantierten Länder eines Besseren belehrt worden. Zur höheren Ehre des Britischen Reiches dürfen die Völker der garan­tierten Staaten in dem von England eifrig vor­bereiteten Einkreisungskrieg das Kanonenfutter stel­len und für die Kosten der ihnen von England auf- gezwungenen Aufrüstung in englische Schuldknecht­schaft wandern, damit das englische Rüstungsgeschäft blühe. Es ist kein Wunder, daß diese Aussicht für Länder, die auf ihre Unabhängigkeit stolz und eifer­süchtig bedacht sind, wie Belgien, Holland und die Schweiz, die nordischen und baltischen Staaten, ein Garantieoersprechen, wie man es in London und Moskau plant, nicht gerade verlockend macht und daß sie sich mit aller Entschiedenheit gegen jede unerbetene Bevormundung und Vergewaltigung ihres klaren Willens zur Unabhängigkeit zur Wehr

gegensei fig ihre besten Kunden. Auf beiden Seiten sei weitgehend der Wunsch vorhan­den, die Handelsbeziehungen auf neuer Basis auf­zubauen. Die Besprechungen ließen die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß bereits im kommenden Jahr ein erweiterter Güteraustausch durchgeführt werden könne. Zuerst (ei hierbei an einen freieren Zahlungsverkehr gedacht, der außerhalb und neben dem Verrechnungsverkehr einen erhöhten Warenaustausch gestatte. Es werde im Auslands vielfach behauptet, Deutschland sei da­bei, sich wirtschaftlich einseitig nach dem Südosten Europas zu orientieren. Der Hol­land-Besuch zeige jedoch, daß dies nicht der Fall fei.

derung der Volksgesundheit.

Zahlreiche Betriebe haben sich um die Abkür­zung der langen An - und Abmarsch- w e g e ihrer Gestügschaften bemüht. 864 Betriebe haben dabei den Weg des Arbeiteraustausches ge­wählt, während sie fast 3000 Sonderzug- und Omni­busfahrten einrichteten oder Radfahrwege schufen. -Die Bedeutung solcher Maßnahmen beleuchtet eine Meldung des Gaues Weser-Ems, wo einige Betriebe dadurch im Arbeitsjahr fast 30 0000 Ärbeits- stunden einfparten.

Die Statistik verzeichnet weiter 2276 neue Werkskantinen, gewaltige Mittel für Schönheit der Arbeit, Bemühungen um die Freizeitgestaltung, über 200000 kulturelle Veranstaltungen, die Förderung von KdF.-Reisen usw. 546 Betriebe schufen eigene Kinder­gärten, in über 15 000 Betrieben werden Lei­stungen bei Geburtenzuwachs und Eheschließung, in mehr als 7600 Beihilfen für Kinder- reiche gewährt. Auch der Wohnungsbau spielt bei den Förderungsmaßnahmen eine bedeu­tende Rolle. Viele tausend Betriebe melden die Schaffung einer zusätzlichen Altersversor­gung.

viele Wochen hinziehenden Verhandlungen mit Moskau stellen die Geduld der britifcben Öffentlichkeit auf eine harte Probe. Immer wieder neue Vorschläge der englischen Unterhändler werden von den Beauftragten Stalins kühl zuruckgewiesen. Der Kreml nützt die schwierige Lage, in die Eng­land durch die Zuspitzung des Konflikts mit Japan geraten ist, weidlich aus, um von dem künftigen Bundesgenossen rücksichtslos immer neue Zugeständ- niffe zu erpressen. Daß es dabei in der Hauptsache , um das Verlangen der Sowjetunion geht, den tuns- tigen Dreierpakt mit England und Frankreich und eine Garantieverpflichtungen auch auf den F tz r - : nen Oft en auszudehnen, wird freilich in London immer noch ängstlich verschwiegen, um die soeben 1 mühsam eingefädelten Verhandlungen mit Japan nicht von vornherein illusorisch zu machen. Aber so viel ist immerhin erfreulicherweise durchgestckert, daß Moskau die Garantie der baltischen Staaten fordert, wogegen England den Wunsch geäußert hat, die Sowjetunion möge dann als Aequivalent ihrerseits eine Garantie für die Un­abhängigkeit Belgiens, Hollands und der Schweiz übernehmen. Für die Beurteilung der britischen Einkreisungspolitik überhaupt ist über­aus bezeichnend das Echo, das schon die bloßen Ge­rüchte von diesen Garantieplänen in all den Staaten gefunden haben, die von England, Frankreich und der Sowjetunion mit einem Garantieversprechen beglückt werden sollen.

In B e l g i en ist die Debatte um die strikte Un- abhängigksilspolitik, die das Kabinett Pierlot nach den seinerzeit von König Leopold aufgestellten Grundsätzen verfolgt, wieder aufgelebt. Aber den Vorstoß einiger westlerisch eingestellten Senatoren, die den Wunsch nach Aufnahme von Generalstabs­besprechungen, wohlverstanden nur mit den West- möchten; forderten, hat das Kabinett energisch zu­rückgewiesen und noch einmal seine Absicht unter­strichen, an der Unabhängiakeitspolitik festzuhal­ten. Darüber hinaus haben Londoner Berichte, die Belgien mit den britischen Garantieplänen 'n Zu­sammenhang brachten, in der belgischen Presse schärfste Kritik gefunden. Man betrachtet in Brüssel -Belgiens Unabhängigkeit durch die sowohl mit den Westmächten als auch mit Deutschland ausgetausch­ten Erklärungen als hinreichend gesichert und lehnt es entschieden ab, den nach den Erfahrungen des Weltkrieges und nach schwierigen Auseinander­setzungen gewonnenen und für richtig erkannten Standpunkt durch einseitige, AUÖem überflüssige Ga­rantien erneut in Gefahr zu bringen. In Hol­land hat sich der Widerstand gegen den Versuch der Aufoktroyierung einer Garantie zu einem förm­lichen diplomatischen Schritt der niederländischen Regierung in Paris und London verdichtet. Holland wünscht in dem geplanten Dreierpakt nicht als garantierte Macht genannt zu werden, weil es, wie es ja früher bereits Deutschland aus Anlaß des Angebots auf Abschluß eines Nichtangriffspakts versichert hat, sich von keiner Seite bedroht fühlt und entschlossen ist, seine Unabhängigkeit nach allen Seiten hin selbst zu verteidigen. Zudem findet man es in Amsterdam besonders absurd, sich ausgerech­net von einer Macht wie der Sowjetunion garan­tieren zu lassen, mit der Holland noch nicht ein­mal diplomatische Beziehungen unterhält!, weil man auf Grund sehr gründlicher Erfahrungen jede Berührung mit der Vormacht des Bolschewismus zu vermeiden wünscht Genau so liegen die Dinge in der Schweiz, deren Beziehungen zu den auto­ritären Nachbarmächten durch sehr bestimmte Er­klärungen festgelegt find und sich trotz häufiger Ent­gleisungen in gewissen Organen der Schweizer Presse durchaus freundschaftlich gestaltet haben, während man in Bern von einem Garantiever­sprechen der Sowjetunion ein Wiederaufleben des alten Streits um die Anerkennung Moskaus be-

Die Opposition gegen das Knegs- einmischnngsgeseh in WA.

Washington, 7. Juli. (DNB.) 34 republi­kanische und demokratische Senatoren beschlossen in gemeinsamer Sitzung jede Aenderung des Neutrali­tätsgesetzes mit allen gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen. Der Republikaner Johnson gab eine von sämtlichen Sitzungsteilnehmern unter­zeichnete Erklärung bekannt, die sich vor allem gegen die Aufhebung der Waffe na u s - fuhrfperire und gegen eine Ermächti - g u na an ben Präsidenten wendet, nach der der Präsident im Falle eines überseeischen Krieges denA n g r e i f e r ft a a t" b e ft i m m e n kann. Nachdem bereits am Dienstag die Sitzung des Aus­wärtigen Senatsausschusses auf den Samstag ver­tagt worden war, gab heute der Ausschußvorsitzende Pittman eine erneute Verschiebung auf den kommenden Dienstag bekannt, da er befürchtete, daß sich eine Stimmenmehrheit gegen die Kriegsein­mischungspläne der Regierung ergeben würde.

Los von England."

Ein irischer Geheimsender an der Arbeit.

London, 8. Juli. (Europapreß.) Mit wachsen­der Besorgnis verfolgt man in London die von den irischen Extremisten geförderten Bestrebun­gen einer völligen LoslösungJrlands von England. Besonders unangenehm sind der eng- lichen Regierung die Sendung e nein es iri­schen Geheimsenders, der täglich die Parole Los von England" verbreitet. Alle Bemühun­gen der Polizei, diesen Sender ausfindig zu machen, waren bisher ergebnislos. Am Freitagabend ante

wartete der Sprecher des Geheimsenders auf einfl Erklärung des Londoner Kardinals H i n s l e y , in der dieser die Anschläge der Extremisten verurteilt, hatte. Der Rundfunksprecher sagte u. a.: «Wir er­innern Kardinal Hinsley an die Erklärung des Kar. dinalprimas von Irland, in der die Besetzung unse­res Landes (Irlands) durch englische Truppen em unverantwortlicher Kriegsakt genannt wird." Der Ansager erklärte weiter, in einem. Kriegsfälle werde jede englische Stadt einefürcht- bare Zerstörung" erleben. In der Sendung wurden alle Iren aufgefordert, im Falle kriegerischer Ver­wicklungen in Europa nicht für E n g 1 a n d z u kämpfen. Im Gegenteil, in einem solchen Falle müsse die L e b e n s m i 11 e l z u f u h r nach Mög­lichkeit unterband en werden; die Truppen, die England in Irland stationiere, müßten vernichtet werden.

Am zweiten Mrestage des Kriegsbeginns in Ostasien. Scharfe antibritische Demonstrationen. Tientsin, 7. Juli. (Europapreß.) Am zweiten Jahrestag des Kriegsausbruchs in China ereigneten ich in Tientsin zahlreiche englandfeindliche Kundgebungen. Einer der Höhepunkte dieser Demonstrationen mar eine Veranstaltung der Schulen, auf der Vertreter der chinesischen Stadt­verwaltung und des japanischen Militärs sprachen. Schüler und Lehrer wurden aufgefordert, die eng­lische Konzession zu räumen. Gleichzeitig wurde eine Entschließung angenommen, in der die noch in der Konzession lebenden n i ch t e n g l i s che n Kauf­leute in nicht mißzuverstehender Weise ersucht werden, sich der gegen England gerichteten Bewe­gung anzuschließen, um damit die Blockade noch wirksamer zu gestalten. Die Entschließung fordert auch eine völlige Aufgabe der Handels­beziehungen zu England.

Die in Peking ansässigen Japaner zogen am zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns zu Tausenden zu der etwa 20 Kilometer von Peking entfernten Marco-Polo-Brücke, wo die ersten Kampf­handlungen stattgefunden hatten, und gedachten der ersten Toten des Krieges. In den Ansprachen kam der entschlossene Wille zum Kampf gegen die Kuo­mintang und gegen die ausländischen Kriegshetzer zum Ausdruck. Die japanische und chinesische Presse richtete schärfste Angriffe gegen den britischen Im­perialismus, der feit dem berüchtigten Opiumkrieg unverändert geblieben fei. Gleichzeitig wurde her- vorgehoben, daß die britischen Konzessionen das ein­zige Hindernis auf dem Wege zu einer Neuordnung Dftafiens feien, das es noch zu überwinden gelte.

In Tokio marschierte von der Heldengedenkstätte Pasukuni ein Demonstrationszug, der sich aus Mitgliedern dieser Verbände zusammensetzte, zur polizeilich gesicherten englischen Botschaft. Hier wurde eine Entschließung überreicht, die be­sagt, daß die antijapanische Haltung Englands im Chinakonflikt den Fern-Ostfrieden gefährde. Das gesamte japanische Volk unterstütze die Forderung der japanischen Regierung nach grundsätzlicher Aenderung der britischen Chinapoli« t i k. Der Demonstrationszug führte große Schilder mit, die die Aufschrift trugenVereinigt euch in entschlossener Haltung gegen England",Nieder mit Tschiangkeischeks Helfershelfern",Enaland, Hände weg vom Orient". Die japanische Presse betont, daß die Tokioter Konferenz zum Wendepunkt für die ja- panisch-englischen Beziehungen werden müsse. Hotschi Schimbun" bezeichnet England als den Erbfeind Japan s", der im Namen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit aus d e m Fer­nen Osten vertrieben werden müßte.

Bern, 7. Juli. (DNB.) Von den Bevollmäch- tigten der Schweiz und Deutschlands wurden Ver­einbarungen unterzeichnet, durch welche das deutsch- [chweizerische Verrechnungsabkommen mit gewissen Abänderungen um ein weiteres Jahr ver­längert wird. Der deutsch-schweizerische Reise- verkehr erhält an Stelle der bisherigen Quote von 3,8 Millionen Franken im Monat noch 3 Mil­lionen, von denen wiederum noch 2,8 Millionen als fester Anteil von den laufenden Einzahlungen vor- roeggenommen werden. Ferner wird ein Betrag von 1,3 Millionen als Sonderquote für Öen Besuch d e r Landesausstellung deutschen Reifenden zur Verfügung gestellt. Der Transfer­fonds, aus welchem die Zinsouszahlungen für Schweizer Kapitalanlagen in Deutschland erfolgen, ist mit 15 v. H. an den Erträgnissen der Waren- emfuhr aus dem Gesamtreich (also einschließlich der Ostmark und der sudentendeutschen Gebiete) betei­ligt. Diefe Quote gestattet einstweilen die Auszah­lung eines Barzinses von Zweidreiviertel v. H. auf festverzinsliche Anleihen. Dividenden, Mieten und Pachtzinsen und die Gewinne aus Beteiligungen werden entsprechend diesem Barzinsfuß für festver­zinsliche Anleihen festgesetzt. Schweizerische Finanz- gläubiger, welche die in Deutschland anfallenden Kapitalerträgnisse nicht transferieren, erhalten Ver­wendungsmöglichkeiten für ihre Marktzuthaben auf Sperrkonto in Deutschland. Die Reichsbankquote wird auf 11,8 v. H. herabgesetzt. In der Verminde- rung des frei verfügbaren Anteils der Reichsbank im Verrechnungsverkehr mit der Schweiz liegt der deutsche Beitrag zur Sanierung des Clearings. Mit ihrer Quote bestreitet die Reichsbank gewisse Zins­zahlungen an schweizerische Gläubiger. Damit wird der ganze für die Reichsbank anfallende Betrag in

fürchten muß. Sowohl in der holländischen wie in der Schweizer Presse finden sich Worte schärfster Ablehnung jeder unerbetenen Garantie, die man als anmaßenden Versuch, die kleineren Staaten unter Vormundschaft zu stellen empfindet. So schrieb das AmsterdamerAlgemeen Handelsblad", die nieder­ländische Regierung wolle ihr Land für niemanden i als Einfalls- und Durchgangstor hergeben und weigere sich, sich politischen Mächtegruppierungen i welcher Art auch immer zur Verfügung zu stellen. Das Blatt schließt ganz unmißverständlich mit dem ; Satz:Wir wünschen in Ruhe gelassen zu wer- i öen!" Der BernerBund" läßt sich ähnlich aus.

Eine besonders bevorzugte Rolle spielen in der Reihe der unfreiwilligen Anwärter auf ein Garan­tieversprechen der Mächte des künftigen Dreierpakts 1 die baltischen Staaten. In Riga, Reval und Helsinki herrscht das bittere Gefühl vor, ohne auch nur gefragt zu werden in eine politische Spe­kulation der Westmächte und Moskaus hinein­gezogen zu werden, die jeder Begründung entbehrt, wenn man sie ernst nehmen wollte. Denn sowohl Lettland wie Estland haben soeben Nichtangriffs­pakte mit dem Deutschen Reich abgeschlossen, und Finnland unterhält mit dem Reich, gestützt auf die alte Waffenbrüderschaft im finnischen Befreiungs­kampf gegen den Bolschewismus, die freundschaft­lichsten Beziehungen, die eben erst durch den Besuch des deutschen Generalstabschefs in Helsinki vertieft wurden. Und ausgerechnet die Sowjetunion, die jahrelang die Unabhängigkeit der baltischen Staaten bedroht hat, der man heute noch nicht über den Weg traut, weil sie ihre Grenzen hermetisch ab­schließt und damit der Wirtschaft der baltischen Staaten den natürlichen Markt eines großen Hinter­landes versperrt, so daß sich diese ganz auf den Uebersee-Export ihrer Agrarprodukte umstellen muß­ten, ausgerechnet die Sowjetunion fordert in selbst­loser Sorge um die Unabhängigkeit der baltischen Staaten deren Garantie durch die Westmächte. Dort hat man den wahren Sinn dieser famosen Garantie sehr wohl begriffen. Glaubwürdige Reisende, die soeben aus Riga zurückkehren, berichten, daß die Bevölkerung an der lettischen Ostgrenze am Tage nach Abschluß des Dreierpakts das Einrücken der Bolschewiken erwarten. Man erkennt sehr wohl die Gefahr, Moskau auf Gedeih und Verderb aus- geliefert zu werden. So erklärtBrihwa Zeme", das Organ der lettischen Regierung, mit Entrüstung, daß die baltischen Staaten-nicht zum Objekt roerben wollen, das heute garantiert und mor­gen verschachert wird. Und nicht minder deutlich sagt das finnisch-schwedische BlattHus- vudstadsbladet", die baltischen Staaten hätten das Recht, über Freund und Feind nach eigenem Ermessen zu urteilen, eine sowjetrussische Garantie der finnischen Unabhängigkeit sei die größte G e f a h r, die Finnland und seine Un­abhängigkeit bedrohen könnte.

Die Negierungen Finnlands, Estlands und Lett­lands haben dieser klar ablehnenden Stimmung

der Schweiz ausgegeben.

Es bleibt zu hoffen, daß die Steigerung der deut­schen Einfuhr in die Schweiz in naher Zukunft er­weiterte Auszahlungen gestatten wird. Das hängt einmal von der Aufnahmebereitschaft des schweize­rischen Marktes für deutsche Waren ab, aber ebenso sehr von der Aufrechterhaltung der Lieferungsfähig- -..........., Feit der deutschen Wirtschaft in Preis, Qualität und

die^Harkte Abnahme der hochwertigen Erzeug-1 Lieferfristen.