Ausgabe 
8.5.1939
 
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Kr.106 Erstes Matt

189. Jahrgang

Montag, 8. Mai 1939

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Oie Verstärkung Der Achse.

Das Ergebnis von Mailand: ein umfassender politischer und militärischer Pakt

eigentlichen Weg zurück, anstatt sich mit Deutschland zu verständigen, werde es sein Bündnis mit Frankreich verengen und seine Beziehungen mit Großbritannien vertiefen. Eine solche politische Kon­zeption sei hundertmal näherliegend und entspreche

Schlag gegen die Einkreiser.

D. D. Berlin, 7. Mai. Die Außenminister der beiden Achsenmächte haben

zwischen Deutschland und Italien.

Sie amtliche Mitteilung.

Mailand, 7. Mai. (DRV.) Der Reichsminisler ides Auswärtigen v. Ribbentrop und der italienische Minister für die auswärtigen Angelegenheiten Graf »Liana haben bei ihren Besprechungen in Mailand am 6. und 7. Mai d i e gegenwärtige poti- stische Lage einer sorgfältigen Prü- ffung unterzogen. Sie haben dabei erneut die volle Heberein ft immung der Auffas­sungen ihrer Regierungen nach jeder Richtung hin seftgestellt und beschlossen, der engen Verbundenheit der beiden Völker durch einen u m - fassenden politischen und militäri­schen Pakt Ausdruck zu geben. Die beiden Achsen­mächte sind dabei von der Heberzeugung getragen, Vamit in wirksamer Weise zur Sicherung des Friedens in Europa beizutragen.

Mailand feiert die Achse.

neue feindliche Handlung entgeaenstellten, die zu einem Kurswechsel zwingen würde.

Polens wahres Gesicht.

Enttäuschung über das Ergebnis von Mailand.

Warschau, 7. Mai. (DNB.) Das Regierungs­blattExpreß Poranny" stellt fest,daß für Polen ein Nichtangriffspakt mit dem Reich niemals eine große Anziehungskraft besessen hat. Zutiefst in den Seelen der Polen habe immer eine Abnei­gung gegen d i e Zusammenarbeit mit Deutschland geschlummert.Dziennik Naro- dowy", das Organ der Nationalen Parte-i, der größten Oppositionspartei der Rechten, schreibt, das deutsche Memorandum und die polnische Antwort hätten den Bankrott der deutsch-polnischen Verstän­digungspolitik besiegelt. Diese Verständigung habe sich als ein allzu künstliches Gebilde erwiesen. Jetzt kehre Polen auf seinen

viel mehr den Interessen Polens.Kurjer Poranny" gibt deutlich zu verstehen, es könne nicht davon die Rede sein, daß in absehbarer Zeit die erfolgte Mobilmachung in Polen rückgängig gemacht werde.

Die Mailänder Vereinbarungen über den Abschluß eines deutsch-italienischen politischen und militärischen Paktes sind auch für die polnische Presse das Er­eignis des Tages; überall ist die schlecht verhohlene Enttäuschung darüber herauszuspüren, daß die von der polnischen Presse in den letzten Tagen unablässig zum Ausdruck gebrachte Hoffnung auf eine Lockerung der Beziehungen zwischen den Achsenmächten wieder einmal falsch gewesen ist. Die polnische Telegraphen­agentur meint, der deutsch-italienische Pakt sei bei der augenblicklichen Lage vor allem alspolitisches Manöver" und als Antwort auf die Politik der Weftmächte zu bewerten.Expreß Poranny" stellt es so hin, als ob die Mailänder Verständigung nichts Neues bringe, sie fei eher die berechtigte Bestätigung des bisherigen Tatbestandes in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern.Kurjer Warszawski" gelangt zu der Feststellung, daß die Mailänder Ver­einbarungen unbestreitbar einen großen Erfolg dar­stellten.

Das Scho in Paris und London.

Begeisterte Kundgebungen für Ribbentrop.

R. G. Mailand, 7. Mai.

Die Besprechungen der beiden Außenminister chatten am Samstagnachmittag im Roten Saal des Regierungspalastes von Mailand begonnen. Die Minister waren von ihren Mitarbeitern sowie dem ^deutschen Botschafter in Rom, v. Mackensen, Lind dem italienischen Botschafter in Berlin, Atto- Li c o, begleitet. Vor dem Hotel Continental, in dem ttne deutsche Delegation wohnt, hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die den beiden Außen­ministern beim Verlassen des Hotels eine begeisterte Kundgebung bereitete. Ebenso groß war der An- Orang vor dem Regierungspalast, wo den Außen­ministern bei ihrer Anfahrt begeisterte Ovationen Zargebracht wurden.

Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop tzat mit feinem Gefolge am Sonntag erst gegen Mittag das Hotel verlassen. Bei dem sonnigen Früh- ingswetter hatten sich zahlreiche Zuschauer vor dem Hotel versammelt, die dem deutschen Staatsmann megeifterte Kundgebungen bereiteten. Der Minister besichtigte mit seiner Gattin dasAbendmahl" I von Leonardo d a Vinci im Refektorium des bcmaligen Dominikaner-Klosters der Kirche Santa ! Maria della Grazie, und die Gemäldefamm- u n g der 'Brera, sowie den Dom. Er begab ich sodann in den der Stadt Mailand gehörigen

I Palazzo Sormani, wo Graf Ciano zu seinen Lhren ein Frühstück gab.

Der durch den Rundfunk rasch bekannt gewor- i ene Abschluß eines politischen und ß militärischen Bündnisses der beiden, I Achsenmächte ist am Sonntagnachmittag mit einer "-roßen Sympathiekundgebung gefeiert worden, die den Außenministern der beiden Achsen­mächte auf dem Scalaplatz bereitet wurde. 2)er Bürgermeister von Mailand, Senator Graf Ballarati Scotti, hatte zu Ehren der beiden

abs. London, 7. Mai.

Das militärische und politische Bündnis zwischen Deutschland und Italien hat nach englischer Auf­fassung beu derzeitigen Status der europäischen Politik in ein neues Blickfeld gerückt. In gewissen Kteisen versichert man, das deutsch-italienische Ver­hältnis habe auch vor den letzten Besprechungen zwischen Ribbentrop und Cianonichts zu wünschen übrig gelassen". Trotzdem war noch in den Sonn­tagsblättern von einerkalten Schulter" gesprochen worden, die Italien dem Reichsaußenminister ge­zeigt haben sollte. Andere Beobachter tun das Mai­länder Ergebnis nicht ganz so schnell ab. Sie ver­weisen aus die Jtalienbesuch Hermann Görings und anderer führender deutscher Männer sowie aus die Wilhelmshavener Feststellung Adolf Hitlers, das neue Deutschland werde nicht in den Fehler des Deutschlands vor 1914 verfallen und einer ©infrei« fungspolitik anderer Mächte ruhig zusehen, leiten aus diesen Gegebenheiten den Rückschluß ab, das Mailänder Ergebnis sei zu erwarten gewesen, geben dabei jedoch zu verstehen, daß^ias Tempo des Han­delns als eine Ueberrafchung bezeichnet werden müsse.

Daily Telegraph" sagt:Das Bündnis zerstreut zweifellos jede noch vorhandene Hoffnung einer un­vollständigen Zusammenarbeit zwischen den Achsen­teilhabern ..." Das Blatt fährt dann fort:In der Tat ändert der Abschluß eines politischen und mili­tärischen Bündnisses zwischen Italien und Deutsch­land, abgesehen von der öffentlichen Proklamierung eines bereits in der Praxis bestehenden Zustandes materiell nichts an der internationalen Lage. Was feit langem als cke-lacto-Bündnis bestand, ist jetzt in ein cle-jure-Bündnis umgewandelt

worden." Unter der Ueberfchrift:Wir wollen Ruß­land" verlangt das liberaleNews Chronicle" als Gegenmaßnahme die Stärkung derFriedens­allianz". Ein Dreibund mit Einschluß der Sowjet­union sei zwar keine Friedenslösung, aber er müsse geschloffen werden,selbst auf die Gefahr hin, baß sich die kleinen Staaten vor den Kopf gestoßen fühlten".

Alle Zweifel beseitigt

Der Eindruck in Frankreich.

E. F. Paris, 8. Mai.

Die neuen deutsch-italienischen Abmachungen haben in Paris starke Beachtung gefunden. Die Pariser Presse nimmt am Montagmorgen zu diesem Ereig­nis eingehend Stellung. Nachdem noch in den legten Tagen sich die Blätter in Zweifel über die Dauer­haftigkeit der Achse ergangen haben, behaupten sie nun ebenso übereinstimmend, es wäre auf Grund der Entwicklung sonnenklar gewesen, daß die Dinge diesen Lauf nehmen mußten. DerMatin" spricht von einer kategorischen Antwort an alle diejenigen, die Hoffnungen auf deutsch-italienische Meinungs­verschiedenheiten gehegt hätten. Auf alle Fälle werde man sich einer formellen und konkreten Verstärkung der Allianz zwischen Berlin und Rom gegenüber befinden. Auch dieEpoque" muß, ebenso wie derJour", eingestehen, daß der Abschluß eines Militärbündnisses zwischen Deutsch­land und Italien eine Antwort an die politischen Träumer darstellt, die um jeden Preis irgendwelche Anzeichen'von Unstimmigkeiten in den deutsch-italie­nischen Beziehungen sehen wollten.

in ihrer zweitägigen Zusammenkunft in Mailand nach eingehender Prüfung der gegenwärtigen poli­tischen Lage innerhalb und außerhalb Europas einen in seiner Tragweite nicht zu unterschätzenden politischey und militärischen Pakt beschlossen, dem eine historische Bedeutung zukommß* Mieser Pakt stellt die konsequente F o r t fWj u n g der Politik des Führers und des Duce dar und entspricht dem Willen und den Ge­fühlen beider Völker. Indem er die schick­salhafte Verbundenheit der Mächte der Ordnung dokumentiert, widerlegt er schlagend alle böswilligen Erfindungen der ausländischen Hetzpresse, die nicht nur oft genug die Gemeinsamkeit der politischen Richtlinien beider Regierungen anzuzweifeln wagte, sondern darüber hinaus auch nie aufhörte, die Soli­darität der beiden Völker der Achse in Zweifel zu ziehen.

Der Abschluß des deutsch-italienischen politischen und militärischen Paktes ist zuvorderst ein neuer konstruktiver Beitrag zur Aufrecht­erhaltung und Sicherung des Frie­dens in Europa gegen alle Versuche der Kriegshetzer, diesen Frieden mit den Mitteln der Angstpsychose, der Drohung und Erpressung zu sitören, um den Willen der Achsenmächte zum Auf­bau einer neuen Ordnung in Europa zu beugen. Das Ergebnis der historischen Mailänder Zusam­menkunft ist ein vernichtender Schlag ge­gen bie aggressive Einkreisungspoli« tik, die England und Frankreich unter Mitwir­kung gewisser dritter Staaten seit langem gegen die Mächte der Achse betreiben. Der Führer hatte be­reits in feiner Wilhelmshavener Rede der Welt klar und unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß allein Deutschland das Recht zufteht, zu interpretieren, wann der Tatbestand einer eindeutig gegen Deutsch­land gerichteten Einkreisung gegeben ist. Die Rede des polnischen Außenmini st ers hat Deutschland und Italien keine Veranlassung gegeben, ihre Auffassungen über den Charakter jener Politik zu revidieren, die London und Paris als selbst­redend defensiv hinzustellen versuchen. Die Tat von Mailand ist der wirksamste Schritt, um ollen diesen diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Einkreisungsbestrebungen kraftvoll entgegenjutreten. Auch hier wie in den vor dem Abschluß stehen­den Nichtangriffsoerha-ndlungen mit Lettland und Estland erweist sich bie Achse a l s ein Instrument des Frie­dens.

Das Ergebnis von Mailand ist der Erfolg des Aufbauwillens der Achsenmächte, der in der Tat seinen Ausdruck findet und nicht in leeren Worten, wie wir sie kürzlich von jenseits des Großen Wassers unter dem Deckmantel des Weltbeglückertums allem aus dem Bestreben hörten, den kleineren und mitt­leren Völkern, die sich von Deutschland gar nicht bedroht fühlen, Angst zu machen, um so unter dem nötigen Nervendruck politische Geschäfte vollziehen zu können, die weder dem Frieden, nach der Sicher­heit in Europa dienlich sind. Der deutsch-italienische Pakt ist ein unüberwindliches Bollwerk gegen alle gefährlichen Versuche der Kriegshetzer, Europa und die Welt ins Unglück zu stürzen.

Minister in dem mit Gemälden alter Meister und Gobelins geschmückten Festsaal des Rathauses (inen Empfang gegeben, an dem die beiden Ab- arbnungen, die Militär- und Zivilbehörden sowie Vertreter des Geisteslebens teil nahmen. Graf Ciano j -ind fein deutscher Gast wurden von den in großer : .,;ahl erschienenen alten Kämpfern des Faschismus besonders stürmisch gefeiert. Der Platz vor dem Rat- iaus war von den faschistischen Jugendorganisatio- * Teen und einer großen Volksmenge besetzt, die mit Hochrufen auf Mussolini und Hitler die beiden Mi­nister auf den Balkon riefen, der mit dem ftäbti- >chen Banner, einer großen Hakenkreuzfahne und ter Trikolore geschmückt war. Die beiden Minister mußten immer von neuem auf den Balkon treten, stach dieser Feier wurden der deutschen Abordnung rach auf der Fahrt nach Como, dem Zen- fum der italienischen Seidenindustrie, und zur Villa ftEste von der Landbevölkerung herzliche Sympa- t'neckundgebungen bereitet. In der Villa d'Este war rnch einer Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros he r Ortsgruppenleiter der NSDAP. ( o m e r See mit den Partei- und Volksgenossen mgetreten. Außerdem hatten sich die Vertreter her.Faschistischen Partei und der italieni- »sthen Behörden auf der Terrasse der Villa ein- cefunben. Die Abendstunden waren von einem Ban­ti tt und einem glanzvollen Fest ausgefüllt.

Politik des Friedens."

Rom, 7. Mai (DNB.) Unter der Ueberfchrift Polilifik des Friedens" erklärtGiornale d'Jtaiia", d,e deutsch-italienische Politik sei von dem festen Tttllen zum Frieden und zur Zusammenarbeit ge­lltet, was sowohl für die defensiven Auf- Mb en gelte, die sich den beiden Achsenmächten gegenüber den französisch-englischen Einkreisungs- v'ivsuchen aufzwingen, als auch für die Achsen- piolitik im Donau raum und auf dem alkan. Die Initiative für die Wiederaufnahme dir deutsch-polnischen Beziehungen komme Polen

Es fei zu hoffen, daß Großbritannien und Frankreich beizeiten ihren Irrtum und ihre Der- «itworttichkeit erkennen und Polen für seine freie Li ib wohlüberlegte Entscheidung die Wahl des We- lüs überlassen. In Mailand habe man für den Frieden und die Ordnung in Europa gearbeitet. Es \t zu hoffen, daß die anderen Großmächte diese Faltung verstünden und schätzten und chr keine

Festliche Kundgebung zur Eröffnung der Gaukuliurwoche Hessen-Nassau. Gaukuliurpreis 1939 für den Dichter Thor Gooie. - Professor Groß über das Thema Raffe und Kultur". Oie Städte des Gaues stiften ebenfalls wertvolle Kulturpreise. (Eigener Sericht des Gießener Anzeigers.

Arn Samstagabend wurde die Gaukultur­woche Hessen-Nassau 1 9 3 9 mit einer fest­lichen Kundgebung durch den Gauleiter und Reichs- ftatthalter Sprenger in Frankfurt eröffnet. Der große Saal des Saalbaues, von einer feierlich ge­stimmten Menge dicht besetzt, erstrahlte im indirekten Licht; der weite, in Weiß gehaltene Raum war mit den Farben bts Reiches, mit Hoheitszeichen und frischen Blumen würdig geschmückt, als Die Fahnen der Gliederungen der Partei ihren Einzug hielten. Nachdem der Gauleiter, von der Menge begrüßt, erschienen war, bot der Reichsarbeitsdienst (Arbeits­gau XXV, Wiesbaden) zur Eröffnung der Kund­gebung ein imposantes Beispiel neuer Feiergestal­tung. Die Kapelle des Arbeitsgaues, ein aus Ar­beitsmännern und Maiden zusammengesetzter großer gemischter Chor introduzierte den Festakt mit einer orchestral unterbauten chorischen Hymne und'dem Rezitativ der auf der Empore zu beiden Seiten der Orgel stehenden Sprecher, sechs Arbeitsmänner und vier Maiden. In einem rhythmisch straff gegliederten Wechsel zwischen Orchesterklang, Chorgesang und gesprochenem Wort wurden die Kräfte angerufen und als hymnische Orgelpunkte gleichsam verkündet, an die wir zunächst denken, wenn diese Kundgebung unter das LeitwortRasse und Kultur" gestellt ist: die Kräfte des Blutes und des lebendig fortwirken­den Ahnenerbes, die Scholle der Heimat, geschützt durch das Schwert, das Bekenntnis zum Kampf und zur männlichen Tat, der Glaube an die Ewigkeit der Nation und die Reinheit der Raffe, die leiblich und geistig zeugenden und schöpferischen Kräfte, welche die Zukunft in sich tragen. Feierlich und

mahnend erklangen inmitten dieses Vorspieles die Worte des Führers über Raffe und Raffenvergif­tung uni) seine ForderungWer leben will, der kämpfe also". Machtvoll ertönte der ChorGrüßet die Fahnen, grüßet die Zeichen, grüßet den Führer, der sie schuf!" Mit einem wuchtigen Unisono des Chors und des Orchesters fand das hymyifche Vor­spiel feinen Ausklang.

Darauf hieß Gaupropagandaleiter- und Landes- kulturwalter Stähr die zur festlichen Kundgebung Versammelten willkommen, insbesondere die Ver­treter der Partei, des Staates und der Wehrmacht, sowie alle Männer des kulturellen Schaffens. Sein herzlicher Dank galt allen, die sich für die Aus­gestaltung der zweiten Gaukulturwoche eingesetzt haben, in erster Linie dem Gauleiter und dem Parteigenossen Professor Groß.

Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hielt hierauf die Eröffnungsansprache, in der er u. a. etwa folgendes ausführte:

Während rings um uns Einkreisungsmanöver, Kriegsgeschrei und Mobilisationen Europa in Atem halten, gestalten wir hier in Hessen-Nassau eine Kul­turwoche; eine Landschaft steht im Zeichen kulturel­ler Gesinnung. Wir vertrauen auf den Führer, der die neue Linie für Kunst und Kultur gewiesen und den Kampf gegen Zersetzung und Kulturschänder ausgenommen hat. Deutsche Kultur muß deutschem Wesen entsprechen, und ein ganzes Volk muß an ihr Anteil haben. Nach einem Rückblick auf die kul­turelle Reorganisation durch die Bewegung verwies der Gauleiter auf die gewaltigen Bauten des Füh­rers, der unserem kulturellem Leben die Ausrich­

tung gibt. Volk und Künstler haben den Führer verstanden: das hat die Gaukulturwoche zu bewei­sen; sie soll Rechenschaft geben über die Verwirk­lichung des Programmes des Führers und von den reichen Kulturwerten unseres Gaues zeugen. Die Woche steht unter dem LeitwortRasse und Kul­tur"; Rasse und Art sind ewig die Grundlagen aller schöpferischen Kultur.

Hierauf nahm der Gauleiter die Verleihung des Gaukulturpreises 1939 vor, der an einen Mann von vorbildlich deutscher Art und heroischer Haltung verliehen wurde, an den Dichter Thor G o o t e , der in feinen Büchern das Kriegs­und Nachkriegserlebnis gestaltet und die besten männlichen Tugenden des Mutes, der Opferbereit« schäft, der Kameradschaft und der Liede zum Volke verkündet habe, vor allem in seiner Trilogie Wir fahren den Tod"Wir tragen das Leben" Die Fahne hoch!" Er freue sich, so fuhr der Gauleiter fort, daß der Preis an einen Mann von hervorragend nationalsozialistischer Haltung, an einen alten Kämpfer falle.

Mil der Verleihung der Urkunde berief zu­gleich der Gauleiter den Dichter in den Gau - k u l l u r r a t. Mit besonderer Freude gab Gau­leiter Sprenger davon Kenntnis, daß neben der Verleihung des Gaukulturpreises seiner Anregung entsprechend sämtliche großen Städte des Rhein-Main-Gebieles sich zu einer großzügigen Unterstützung des Künstler­tums bereilgefunden haben. Die Städte Frank-