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8.4.1939
 
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zur

F. W. L.

ständnis finden.

Zurückhaltung in England

aoslawische Grenze, und zwar Kossovo, hätten dienen sollen zu dem

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Belgrad, 7. April. (Europapreß.) Wie

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Negierungskreisen mitgetellt wird, hält es die jugo» slawische Regierung nicht für erforderlich, eine amt»

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nas bestehe. Gewiß sei Albanien Mitglied der Gen­fer Liga, aber niemand berufe daran, die Prozedur des Genfer Paktes, die dach nichts verhindern werde, rn Bewegung zu setzen. Außerhalb der Genfer Prozeduren, die nur zu oft ihre Ohnmacht bewiesen hätten, berühre die italienische Aktton keine kollektive Kombinatton. Das Blatt beschäftigt sich ausführlich mit der Haltung Jugoslawiens und stellt die Frage auf, ob zwischen Belgrad und Rom nicht im voraus eine Vereinbarung zu Stande gekommen sei, die, in gemeinsamem Ein­verständnis das Schicksal Albaniens regele. Der Matin" unterstreicht, daß als einzige Großmacht England an der Angelegenheit interessiert sei. Frankreich sei nur indirekt betroffen infolge seiner Entente mit Großbritannien, da es in die­sem Gebietsteil keine Verpflichtungen übernommen habe, außer denen der kollekttven Sicherheit, die in vorliegendem Fall nicht ausreichend feien.

Albanien in einer engen Anlehnung an Italien eine Epoche wirtschaftlichen Fortschritts auf allen Ge­bieten erlebt, die lediglich durch die persönlichen Interessen des Königs beeinträchtigt worden ist.

Albanien umfaßt etwas mehr als 27 0 0 0 qkm mit rund einer Million Einwohnern. Die flache Küste nebst der anschließenden versumpften und fieberverseuchten Schwemmlandebene bildet nur wenige schutzlose versandete Häfen, darunter die in diesen Tagen vielgenannten kleinen Städte Durazzo, San Giovanni di Medua, Dalona und Santi Quaranta. An der Bucht von Valona beginnt die Steilküste Süd­albaniens mit dem bjs über 2000 Meter ansteigen­den Zuge der keraunischen Berge und der von den Italienern stark befesttgten Felsinsel Saseno. Auch die nordalbanischen Alpen erreichen Höhen von über 2000 Meter.

Der Gebirgscharakter des Landes hat die Erschließung für den mobernen Verkehr erheblich erschwert, indessen sind alle wichtigen Städte durch Autostraßen verbunden, und eine Schmalspurbahn führt von Durazzo zur Landeshauptstadt Tirana, die mit 30 000 Einwohnern auch die größte Stadt des Landes rft. Dank den von Italien freigebig gewährten Anleihen hat der Straßen­bau in letzter Zeit erhebliche Fortschritte gemacht, auch mit der Erschließung der Bodenschätze ist begonnen worden. Vor allem wurden Petro- leumquellen angebohrt, auch Kupfererze fin­den sich. Tobak, Holz und Asphalt sind neben land­wirtschaftlichen Erzeugnissen die wichttgsten Aus­fuhrgegenstände. Wenn Italien heute mit starker Hand in diesem Lande für Ordnung sorgt, so ist es nicht nur das Interesse an dem hier im beträcht­lichen Umfange investierten Kapital, sondern auch die zwingende Notwendigkeit, den Schutz der gegen­überliegenden Küste mit allen Mitteln sicherzustellen. Italien wird für die Wahrung seiner lebenswichtigen Interessen vor allem in Deutschland das vollste Ver-

Or. Tisos Berliner Besuch.

Konsolidierung des slowakischen Staates.

Preßburg. 6. April. (DNB.) Ministerpräsident Dr. T i s o ist in Begleitung des' Außenministers Dr. Durcansky von seinem Berliner Besuch nach Preßburg zurückgekehrt. Der amtliche Bericht meldet, daß in Berlin ein sehr gutes Ergeb- n i s gezeitigt worden sei, weil sämtliche Fragen und Probleme behandelt wurden, die bisher die Konsolidierung der inneren Verhältnisse der Slowa­kei behinderten und Befürchtungen für die Zukunft der Slowakei erweckten.Mit dem Berliner Be­such", heißt es im Bericht weiter,endete die stür­mische Periode des Entstehens des slowakischen Staates und beginnt d i e friedliche Auf­bauarbeit. Die wirtschaftlichen Grundlagen des Staates und die Währung sind gesichert. Die Stel­lung des ganzen Staates in politischer Beziehung erscheint ohne irgendwelchen Eindruck von außen gefestigt. Die Aufteilung des Staatsbesitzes der ehe­maligen tschecho-slowakischen Republik werde durch Vermittlung und unter Teilnahme Berlins so durch­geführt, daß die Slowakei nicht verkürzt wird." Die Reichsregierung wird auch einen militärischen Vertreter nach Preß­burg entsenden, mit dem die slowakische Regie­rung die Frage des Kriegsmaterials erledi­gen wird.

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Deutschland hat vollstes Verständnis.

Berlin, 7. April. (DttB.) Ans amtlichen deutschen Kreisen verlautet zu der Meldung von der Landung italienischer Truppen in Durazzo. daß diese Aktion sowohl dem Text und dem Geist des italienisch-albanischen Freundschaflsvertrages von 1927 wie auch der tiefen italienischen Sympathie für das albanische Volk entspricht. Deutschland ver­steht, daß Italien es nicht zulassen kann, wenn in einem Land auf der für die italienischen Lebens- interessen so überaus wichtigen Gegenseite des Adriatischen Meeres ein dauernder Unruheherd ent­steht, der die allgemeine Ordnung stört und zugleich auch die Sicherheit der dort lebenden Italiener bedroht. Deutschland hat für die Wahrnehmung der italienischen Interessen in diesem Raum vollstes Verständnis und würde es nicht verstehen und billigen können, wenn die demokratischen West- mächle, die dort keine Interessen haben, sich in die

juristisch einwandfreie Position und Handlung feres Achsenpartners einmischen wallten.

Iugoslawien sieht seine Interessen nicht berührt.

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ßanbe5furften gewählte Prinz Wilhelm zu Wied vermochte sich, da er von den rivalisierenden Großmächten ohne Unterstützung gelassen wurde, nicht zu behaupten und verließ wenige Wochen nach Ausbruch des Weltkrieges das Land. Anfang 1916 kamen österreich-ungarische Truppen auf der Verfolgung der serbischen Armee nach Albanien: die Italiener besetzten Dalona, die Griechen und Fran­zosen andere Häfen. Den chaotischen Zuständen, die nach dem Kriege eingerissen waren, machte der Be­schasterkonferenz am 9. November 1921 ein Ende. Sie zwang Serben, Griechen und Italiener, die be­setzten Gebiete zu räumen und setzte die Landes­grenzen erneut fest.

Irn Frühjahr 1922 schwang sich der Führer der konservattven Volkspartei, Achmed Zogu,zum Diktator auf, wurde 1924 durch Fanoli, dem Bischof der orthodoxen Kirche, gestürzt, verdrängte ihn jedoch mit Unterstützung Jugoslawiens Ende des Jahres wieder und wurde 1925 Präsident. Am 27. November 1926 schloß er einen Freund- schafts - und S i ch e r h e i t s v e r t r a g mit I ta l i e n , der ein Jahr später zu einem Schutz-

Italiens Aktion wohlbegründet

Oie italienische presse für Besetzung Albaniens.

Die Kundgeber hätten Schmährufe gegen Italien und Hochrufe auf eine andere fremde Natton ausgestoßen. Die große Mehrheit der Be­völkerung habe sich jedoch von diesen Demonstra­tionen ferngehalten. In den letzten Tagen seien die Kundgeber von bewaffneten Banden un­terstützt worden. Bezeichnend fei, daß die alba­nische Polizei bis zum Donnerstag unter dem Oberkommando eines englischen Ge­nerals gestanden habe. Um Verwicklungen zu vermeiden, ordnete die italienische Gesandtschaft die Rückkehr der Italiener nach der Heimat an. Am Mittwoch und Donnerstag wurden etwa dreitausend Italiener mittels Schiff und Flugzeug nach Bari und Brindisi geschafft. Mehrere italienische Staats­angehörige sind durch Steinwürfe der Demonstran­ten verletzt worden: sie befinden sich zur Zeit tm Krankenhaus von Bari.

Corriere della Sera" erklärt, die militärische Besetzung Albaniens durch die italienischen Streit­kräfte bilde einen Teil des Programms zur Kon- sottdierung der adriattschen Lage, die immer mehr einen der Hauptpunkte der italienischen Politik dar- stelle. Die italienischen Interessen und die zivilisa­torische Entwicklung Albaniens stünden in engster Beziehung zueinander. Albanien verdanke es der ständigen politischen Aktion Italiens, wenn es seine Einheit gegen die bekannte Begehrlichkeit der Nach­barstaaten bewahren konnte. Wenn Albanien in der letzten Zeit von einem halb barbarischen Feudal-

liche Mitteilung über ihre Stellungnahme zu den albanischen Ereignissen zu veröftentlichen. Die jugo­slawische Regierung steht, wie man aus der Regie­rung nahestehenden Kreisen erfährt, auf dem Stand- punkt, daß die Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien durch den Freundschaftsvertrag vom Jahre 1937 geregelt seien. Jugoslawien wünsche seine Beziehungen zu Italien auch weiter auf der Grundlage dieses Abkommens aufrechtzuerhalten. Die italienische Regierung habe die jugoslawische Regierung über die Entwicklung der Ereignisse a u f dem laufenden gehalten und ihr ver­sichert, daß die jugoslawischen Inter­essen voll geachtet würden. Auch sei betont morden, daß die Besetzung Albaniens durch Italien nur vorübergehenden Charakter habe. Sobald Italien Genugtuung erhalten habe und feine Interessen in Albanien gesichert worden seien, würden die normalen Beziehungen zwi­schen den beiden Staaten wiederhergestellt werden. Jugoslawien habe, so wird weiter erklärt, nur den Wunsch, daß es baldmöglichst zu einer Lösung des albanischen Problems kommen möge, und zwar so, daß sowohl die Interessen Italiens, als auch Albaniens befriedigt und die Interessen Jugoslawiens nicht berührt würden. In unterrich­teten Kreisen wird roeiter erklärt, alle Gerüchte über besondere Maßnahmen der jugoflawischen Regierung oder Heeresleitung seien unbegrün­det. Jugoflawien sehe augenblicklich keinen Grund, besondere Maßnahmen zu ergreifen.

Man ist enttäuscht über die Haltung Jugosla­wiens, das sich nicht genügend mit dem albani­schen Problem beschäftige. Auch die Bedeutung des italienischen Vorgehens für die allgemeine inter­nationale Lage wird natürlich in allen Kom­mentaren untersucht. Dabei kommt immer wieder das Gefühl zum Durchbruch, daß man in der ita­lienischen Aktion, die nach französischer Ansicht zwei­fellos im Einvernehmen mit Deutschland erfolgt sei, einen Gegenfchlag gegen die von England aus betrieben« Einkreisungspolitik gegenüber der Achse BerlinRom zu sehen habe. Besonders derJntransigeant" vertritt die Auffassung, man wolle mit der italienischen Aktion den kleinen Mäch­ten zeigen, daß Londoner Entscheidungen nur noch einen sehr relativen Wert hätten.

Der dem Quai d'Orsay nahestehendePetit Pa- risien" spricht von einemneuen Gewaltstreich" in Europa, muß aber gleichzeitig zugeben, daß keiner­lei Aussicht auf eine Intervention zugunsten Tira-

Ruhige Ausschuug in Paris.

Keine direkten Interessen Frankreichs. - Englands Einkreisungspolitik pariert.

E. F. Paris, 7. April.

Die Nachrichten über die italienischen Truppen­landungen rm albanischen Hafen Durazzo sind in Paris nicht unerwartet eingetroffen. Nach den letzten auf dem Wege über London ein getroffe­nen Meldungen aus Tirana möchte man hier be­reits jetzt einen ruhigen Verlauf der ganzen Entwicklung voraussehen, da eine friedliche Rege­lung der Angelegenheit zu erwarten steht. Am Quai d'Orsay herrscht lebhafte Tätigkeit. Lon­don und Paris sind in ständiger Fühlung. Außen­minister Bonnet empfing nacheinander den sow­jetrussischen, den türkischen und den amerikanischen Botschafter, die sich über die Auffassung der fran­zösischen Regierung unterrichten wollten. Am Quai d Orsay wird erklärt, Frankreich habe keine un­mittelbaren Interessen in Albanien. Dieses Land sei außerdem durch kein Sonderabkom­men an Frankreich gebunden, ebensowenig wie an den zunächst interessierten B a l k a n b u n d. Es sei also in erster Linie die Haltung Griechenlands und Jugoslawiens, beides Länder, die ebenso wie Ru­mänien und die Türkei in einem engen freundschaft­lichen Verhältnis zu Frankreich und England stün­den, die für die Stellungnahme Frankreichs entschei­dend sein werde. Man legt besonderes Gewicht auf die Haltung Jugoslawiens und hat mit be­sonderem Jnteresje zur Kenntnis genommen, daß kein Vertrag zwischen Jugoslawien undAlbanien bestehe, der Albanien berechtigen würde, die Hilfe und den Schutz der jugoslawischen Regierung in Anspruch zu nehmen.

Auch derTemps", der häufig die Ansichten des Quai d'Orsay widerspiegelt, verweist auf die wichtige Rolle Jugoslawiens und Griechenlands in dieser Angelegenheit. Es feien, fo schreibt das Blatt, in erster Linie die Reakttonen in Belgrad itnb Athen, die ein Urteil darüber erlauben würden, ob es sich bei dem Vorgehen Italiens um eine Ope­ration beschränkten Charakters oder um ein Unter­nehmen von weittragender Bedeutung handele. Im übrigen verweist derTemps" selbst darauf, daß die Botschafterkonferen^ im Jahre 1921 die Son - derstellung Italiens in Albanien an­erkannt habe. Die übrigen Abendblätter verzeich­nen in riesigen Schlagzeilen alle Meldungen über die italienische Aktion, die sie als dieD ft e r ü.b e r- r a f d) u n g" bezeichnen. In den Kommentaren tritt, beispielsweise imParis Soir", wieder die Besorg­nis hervor, daß Großbritannien jetzt nicht mehr auf den griechischen Stützpunkt Korfu zählen könne.

offensichtlichen Zweck, die. freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen Rom und Belgrad zu stören. Die glatte Weigerung der italienischen Regie­rung hat das heftige Mißfallen des Königs und seiner Umgebung erregt und zu herausfor­dernden Gewaltakten gegen in Albanien ansässige itglienische Bürger geführt, ebenso auch gegen diejenigen albanischen Führer, die für eine aufrichtige Freundschaft mit Italien austreten. Die italienische Regierung hat König Zogu zur Verantwortung gerufen. Sie hat schließ­lich mit einem Ultimatum eine endgül­tige Klärung dieses unerträglichen Zustandes herbeizuführen gesucht, indem sie Garantien für die Italiener und für das albanische Volk verlangt hat. Der König hat sich diesem Versuch zur Frie­densstiftung entzogen, indem er neue und verdächtige Intrigen unternommen hat."

zustand allmählich zu einem zivilisatorischen Fort­schritt gebracht wurde, dann sei dies ein Verdienst der italienischen Ingenieure, Aerzte, Geschäftsleute und vor allem der weitgehenden Jnteressennahme der faschistischen Regierung. Natürlich setzte die ita­lienische Haltung eine v o 11 st ä n d i g e Gegen­seitigkeit und eine strenge Innehaltung der von der albanischen Regierung gegenüber Italien einge- gangenen moralischen und materiellen Verpflichtungen voraus. Albanien werde zur Ordnung zurückkehren, in die größte Ord­nung des imperialen Italiens. Der adriatische Friede forderte dieses tatkräftige Ein­schreiten, dessen (Ergebnis zweifellos Vorteile für Italien, für die Befriedung des albanischen Volkes und für die enbgültige Regelung ber italienischen Interessen im nahen Balkan-Orient bringen werde. Stampa" schreibt: Internationale Verwicklungen dürften nicht entstehen, weil das, was geschah, i m Rahmen ber natürlichen Ordnung der Dinge erfolgte. Der Grundsatz des Status quo sei nicht verletzt worden, weil die Anerkennung der absoluten italienischen Vorherrschaft in Albanien ein Faktum sei, das sogar niemals von der verschwun­denen Habsburger Monarchie in Zweifel gezogen worden mqr. Die an der Frage interessierten Freunde Italiens seien von den Notwendigkeiten der Aktion loyal auf dem laufenden gehalten worden.

abs. London, 8. April.

Eine «ingehende amtliche Erklärung der englischen Regierung zu den Ereignissen in Albanien liegt bisher noch nicht vor. Es wird daraus hin­gewiesen, die Berichte aus Albanien seien noch un­zureichend. Der englische Gesandte in Durazzo habe bisher aus technischen Gründen noch keinen ausführlichen Bericht nach London übermitteln kön­nen. Die Blätter beschränken sich bei der Bericht­erstattung über die Vorgänge auf Meldungen ber großen ^Nachrichtenagenturen und die Wiedergabe der amtlichen italienischen Mitteilungen. Die Stel­lungnahme der Presse zu den Ereignissen in Kom­mentaren ist uneinheitlich. Der Leitartikel desDaily Erpreß" ist auf einen bemerkenswert ruhigen Ton abgeftellt. Das Blatt schreibt, in White hall bestehe die Auffassung, die italienische Aktion in Al­banien sei eine innere Angelegenheit Italiens und könne unmöglich europäi­sche Verwicklungen haben. DerDaily Te­legraph" spricht indessen von der Notwendigkeit des Ausbaues einereuropäischen Sicherheitskoalition". DieDaily Mail" betrachtet die Entwicklung vom Gesichtspunkt der strategischen Veränderungen auf der Balkanhalbinsel und ergeht sich dabei in aller- Hand Mutmaßungen über die Stellung Jugosla- wiens, Rumäniens und Griechenlands. (Eine auf­geregte Tonart schlägt das liberaleNews Chro- nicle" an. Es fordert einen sofortigen Protestschritt der englischen Regierung und setzt sich für die Zu­rückberufung des englischen Botschafters aus Rom ein. Weiter fordert das Blatt den Zusammentritt des Parlaments für Ostermontag und verlangt die demonstrative Entsendung der englischen Flotte nach dem Mittelmeer.

Am ausführlichsten befaßt sich dieTime s"

nun durch den Rückhalt an Italien fo gefestigt wor­den, daß er am 25. August 1928 Albanien zum Königreich erklären und sich selber als Zogu I. zum König der Albaner ausrufen lassen konnte. Sowohl Jugoslawien und Griechenland als auch di« nächstinteressierten Nachbarstaaten erkannten Zogu ebenso an wie Frankreich und England. Seitdem hat

b ü n b n i s ausgestaltet wurde. Zogus Stellung war Italien so gefestigt war­st 1928 Albanien zum

ferenz das Recht zuerkannt worden sei, im Fall« von Unruhen in Albanien einzuschreiten und den dortigen Behörden bei der Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung behilflich zu sein. Ohne einen stichhaltigen Grund anzugeben, meint dieTimes", diese Zubilligung habe aber heute kaum noch Gültigkeit. Zum Schluß erklärt das Blatt, daß es für (Englannö zur Zeit noch zu früh sei, offen Stellung zu den Ereignissen zu nehmen, stellt aber gleichzeitig fest, England habe in diesem Ge­biet des Mitteimeeres lebenswichtige Interessen.

E. P. Rom, 7. April.

Seit 10 Uhr verbreiten Sonderausgaben der römischen Blätter die Nachrichten über die Ereig­nisse in Albanien und kommentieren die Vorgänge ausführlich.Die italienische Aktion", so heißt es im Popolo di Roma",findet ihre Erklärung in der Geschichte der letzten 27 Jahre, d. h. seit 1912, und in der Beständigkeit der seit jener Zeit von Italien verfolgten Politik. Diese Politik ist einerseits be­gründet auf der engen Freundschaft Italiens zu dem albanischen Volk, anderseits aber auf den L e - bensnotroenbigfeiten Italiens, die nicht erlauben, daß sich auf der anderen Seite des Adriatischen Meeres ein Gefahrenherd für eine Sicherheit und seine vorherrschenden Inter­essen in der Adria ergeben. Es genügt, einen Blick auf die Landkarte zu werfen, um zu erkennen, welche höchsten Notwendigkeiten im Sinne einer legitimen Verteidigung Italien zwingen, heute Vor- ichtsmaßnahmen an der Adria zu treffen. Diese geographischen Verhältnisse bedeuten, daß im Falle eines Krieges, mit wem es auch immer sei, der ichere militärische Besitz des albanischen Ufers der Adria für Italien eine Frage von Leben und Tod i st."

Die italienischen Abendblätter betonen, die Aktton Italiens finde ihre voll« Berechttguna in der Ent­wicklung ber letzten dreißig Jahre. Während dieser Zeit seien die vorherrschenden Interessen Italiens im Schicksal Albaniens immer deutlicher zum Aus­druck gekommen. Dos habe sich schon ganz offen- ichtlich aus den zahlreichen internationalen Konventionen ergeben. Klare Abmachungen, die bereits mit der österreichisch-unga­rischen Monarchie abgeschlossen worden seien, hätten Albanien als zur italienischen Ein - l u ß z o n e gehörig bezeichnet. Der Faschismus habe von Anfang alles, was in der Adria geschehen sei, mit ber größten Aufmerksamkeit verfolgt: die Mög­lichkeit einer Landung von italienischen Truppen im Falle überraschender Ereignisse fei in dem von König Zogu unterzeichneten Bündnisvertrag vor­gesehen. Man werde deshalb Italien schwerlich das Recht, in Albanien einzuschreiten, streitig machen können und nicht im Ernst an nehmen, daß die ita­lienische Aktion in Widerspruch zum it a l i e n i f d) = englischen Abkommen über die Aufrecht­erhaltung des Status quo stehe. Die italienische Vor­herrschaft in der Adria müsse gesichert und aufrecht­erhalten werden, in dem ©inne, den der Duce in einer Rede von Reggio di Calabria kürzlich bar­gelegt habe. Italien sei im Gebiet der Adria i m eigenen Hause. Keine Nation könne die eigene Küste ober die offenen Häfen einem evtl. Feind gegenüber offenlassen. Man müsse Italien für seine Haltung dankbar sein. Italien habe die im Jahre 1915 proklamierte Unabhängigkeit Alba­niens immer respektiert. Dagegen seien es England und Frankreich gewesen, di« das kleine Land unter b i e Vorherrschaft anderer Balkan stoaten zu bringen g e - trachtet hätten. Albanien sei von Italien wirtschaftlich erschlossen worden. Die Zu- ammenarbeit des italienischen mit dem albanischen Volke sei äußerst glücklich und fruchtbar. Verschie» >ene Blätter verweisen auch auf die Auf- tandsversuche, die im Mai 1937 von dem früheren Innenminister Stern Toto ange,zettelt worden waren, sich aber in dem erneuten Auftreten von bewaffneten Banden im albanischen Staat in diesen Tagen abermals ankündigten. Die Ausstands- versuche damals und heute richteten sich gegen den König Zogu und gegen d i e Allianz­politik mit Italien. Für einen solchen Fall aber sei die Möglichkeit einer Landung italie­nischer Truppen in dem Allianzvertrag mit Albanien ausdrücklich vorgesehen worden. Auch heute, so heißt es imPiccolo", dem Mittagsblatt des(9iornate d'Jtalia", blicken die Albaner wie bei früheren historischen Gelegenheiten auf Ita­lien als auf ihren natürlichen Pro­tektor.

Giarnale d'Jtalia" macht über die Vorgänge a m Königshof von Tirana folgende interessante Mitteilungen:Seit einiger Zeit war um das könig­liche Haus von Tirana eine allgemeine U n - Zufriedenheit zu bemerken. Inden letzten Tagen hatte König Zogu die italienische Regie­rung erneut um Hilfe und Schutz ge­beten und um die Entsendung von Trup- v e n zur Besetzung einiger Punkte Albaniens er­sucht. Im letzten Augenblick aber hat sich die ita­lienische Regierung vergewissern können, daß diese italienischen Truppen n u r zu einem tollen Hand st reich b e s Königs Zogu gegen

In Bari, wo eine große Zahl von Albanern lebt, und bas infolge ber verhältnismäßig geringen Entfernung von der gegenüberliegenden albanischen Küste in reger Verbindung mit dem a n - deren Ufer steht, konnte man schon feit einigen Tagen bemerken, daß sich besondere Ereig­nisse vorbereiteten. Die Vermutungen erhielten bann durch die Ankunft der italienischen Flüchtlinge ihre Bestätigung, daß sich die Lage zu einem unhaltbaren Z u st a n d verschärft hatte. Wie die Flüchtlinge aus Albanien berichten, hätten dort unruhige (Elemente, die von aus­ländischen Störenfrieden aufgewie- 6 e 11 worden seien, in verschiedenen albanischen Städten, wie Tirana, Durazzo, Dalona und Koriga italienfeindliche Kundgebungen ver­anstaltet. Dadurch sei die Lage für die italienischen Staatsangehörigen ~ * * -

genden banömirtfd, Erdölgegenden von lag zu Tag unertrag- _____ _____ __v_____________

kicher geworden. Die Polizei sei gegenüber den sich nicht ,Direkt an A Belästigungen der Italiener völlig untätig geblieben fiert" Ferner lenkt die , .jm?- me ziufmerr- unb nicht einmal gegen eine Demonstration vor der . samkeit ihrer Leser auf die Ta!fache, daß Italien italienischen Gesandtschaft in Tirana eingeschritten. kurz nach dem Weltkrieg von der Botschafter-Kon-

mit dem Fall Albanien. Das Blatt glaubt zu wissen, das italienische Vorgehen habe in offiziellen v t vor allem auf den verstreut lie- Kreisen Londonsschwere Bedenken" ausgelöst, er» mdwirtschastlichen Gütern und in den innert gleichzeitig an die Feststellung Chamber» lains vom letzten Donnerstag, derzusolgs England Tlb an t en interes« . T'm»s" die Ausmerk-

QU AL ITXTS-ER ZEUGNIS d S1POL-WE RKE, KÖLN