ür. 255 Drittes Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
i.'8. Oktober 1939
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Die große Rede des Führers vor dem Reichstag.
Die historische Sitzung
TM Berlin, 6. Ott. (DNB,) Ueber allen gro jhen Gauen wehen die Fahnen des Sieges to/ih.' lrolloper hat aus Anlaß der Sitzung des
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h Leib standarte ab, um dann das Reichstagsge- ?.e 9^ ; Sude zu betreten.
lurWg «k d Im Sitzungssaal des Reichstages sind die Tri- Metzenn z firKn ijtesmcil zum großen Teil von Offizieren der o,.®5 Kehrmacht besetzt. Auf dem Platz des Abaeord-
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Der Lorbeer des deutschen Soldaten
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der vergeblich. Ich habe daraufhin angeboten, einen ganzen Stadtteil, P r a g a, überhaupt nicht zu beschießen, sondern für die zivile Bevölkerung zu reservieren, um dieser die Möglichkeit zu geben, sich dorthin zurückzuziehen. Auch dieser Vorschlag wurde mit polnischer Verachtung gestraft. Ich habe mich zweimal bemüht, dann wenigstens die internationale Kolonie aus der Stadt zu entfernen. Dies gelang endlich nach vielen Schwierigkeiten, bei der russischen er st in letzter Minute.
Ich habe nun für den 25. September den Beginn des Angriffes befohlen. Dieselbe Verteidigung, die es erst unter ihrer Würde fand, auf die menschlichen Vorschläge auch nur einzugehen, hat dann allerdings äußerst schnell ihrehalkunggeändert. Am 25. September begann der deutsche Angriff und am 27. September hat sie kapituliert. Sie hat es mit 120000 Wann nicht gewagt (so wie einst unser deutscher General Lihmann mit weitaus unterlegene- ren Kräften bei Brzeziny), einen kühnen Ausfall zu machen, sondern es nun vorgezogen, die Waffen zu strecken. Wan soll daher hier keine Vergleiche mit dem Alkazar ziehen. Dort haben spanische Helden wochenlang schwersten Angriffen heldenmütig getrotzt und sich damit wirklich mit Recht verewigt, hier aber hat man in gewissenloser Weise eine große Stadt der Zerstörung anheimgegeben und dann nach 48 Stunden Angriff kapituliert.
beerkranz, der ihm 1918 hinterlistig geraubt worden war, nunmehr wieder fest um das Haupt gelegt Wir alle stehen in tief ergriffener Dankbarkeit vor den vielen unbekannten namenlosen tapferen Wännern unseres deutschen Volkes. Sie sind zum ersten Wale angetreten aus allen Gauen Grohdeulschlands. Das gemeinsam vergossene Blut aber wird sie noch stärker aneinanderbinden als jede staatsrechtliche Konstruktion.
Uns alle erfüllt das Bewußtsein dieser Stärke unserer Wehrmacht mit selbstsicherer Ruhe. Denn sie hat nicht nur die Kraft im Angriff bewiesen, sondern auch im haltendes Erworbenen! Die vorzügliche Ausbildung des einzelnen Offiziers und Mannes hat sich auf das h ö ch st e bewährt. Ihr ist die überaus geringe Zahl der Verluste zuzuschreiben, die — wenn auch im einzelnen schmerzlich — im gesamten doch weit unter dem liegen, was wir glaubten erwarten zu müssen. Allerdings gibt die Gesamtsumme dieser Verluste kein Bild über die Härte der einzelnen Kämpfe. Denn es gab Regimenter und Divisionen, die von einer Uebermacht polnischer Verbände angegriffen oder im Angriff selbst auf sie stoßend, sehr schwere Blutopfer bringen mußten. Ich glaube, ihnen aus der großen Reihe der so rasch aufeinander tolaenden Schlachten und Kämpfe nur zwei Episoden als Beispiel für viele erwähnen zu dürfen:
im Westen die deutsche Wehrmacht in ruhiger Bereitschaft und erwartet den Feind. Die Reichs« kriegsmarine hat im Kampf um die Westerplatte, Gdingen, Oxhöft und hela, in der Sicherung der Ostsee und der Deutschen Bucht chre Pflicht er» üllt. Unsere U-Boot-Waffe aber kämpft würdig der einstigen unvergessenen Helden. Angesichts dieses geschichtlich einmaligen Zusammenbruchs eines ogenannten Staatswesens erhebt sich wohl für eden die Frage nach der Ursache eines olchen Vorganges. Die Wiege des polnischen Staates stand in Versailles. Aus unermeßlichen blutigen Opfern nicht der Polen, sondern der Deutschen und Russen, war dieses Gebilde geboren worden. Was vorher schon in Jahrhunderten 'seine Lebensunfähigkeit erwiesen hatte, wurde durch eine ebenso lebensunfähige deutsche Staatsführung erst im Jahre 1916 künstlich gezeugt und 1920 nicht weniger künstlich geboren. Unter Mißachtung einer fast tausendjährigen Erfahrung, ohne Rücksicht auf die Gegebenheit einer mchthundertjährigen geschichtlichen Entwicklung, ohne Würdigung der ethnographischen Verhältnisse und unter Mißachtung aller
;r den Führer und sein deutsches Volk hingegeben |it, lag ein Lorbeerkranz. Kurz vor Beginn der sitzung füllte sich die Diplomatenloge, in der ran alle in Berlin weilenden Missionschefs sah. !uf den Regierungsbänken sah man sämtliche Mit- jieber der Reichsregierung und die Oberbefehls- iiber der Wehrmachtsteile Die Reichsleiter der Partei hatten als Abgeordnete neben den anderen Männern des Großdeutschen Reichstages Platz ge- ommen.
Kehrmacht besetzt. Aus dem Platz des Abgeord- ?>ten Meyer-Quade, der in Polen sein Leben
Begleitung von Reichsführer ff Himmler sowie jiner Adjutanten erschienen ist, hat seinen Wagen xrlassen und schreitet die Front der Ehrenkompanie
nur einwandfrei militärische Objekte anzugreifen i ,
und meine Aufforderung wiederholt Es blieb wie-1 digt wurde und seinen Anfang nahm.
schlossen. Als die Gefangenen abmarschierten, bot sich ein ergreifendes Bild: Die Sieger, zum großen Teil bejahrte Männer, viele mit den Abzeichen des großen Krieges auf der Brust, und an ihnen zogen die Kolonnen der Gefangenen vorbei, junge Menschen im Alter von 20 bis 28 Jahren.
Da ich Ihnen nun d i e Zahl unserer Toten und Vorletzten bekannt gebe, bitte ich Sie, aufzustehen. Wenn auch diese Zahl dank der Ausbildung unserer Truppe, dank der Wirkung unserer Waffen und der Führung unserer Verbände kaum den 20. Teil von dem ausmacht, was wir bei Beginn dieses Feldzuges befürchten zu müssen glaubten, so wollen wir doch nicht vergessen, daß jeder Einzelne, der hier sein Leben gegeben hat, für fein Volk und unser Reich das größte opferte, was der Wann feinem Volke geben kann. Es find nach der Angabe vom 30. September 1939, die wesentliche Veränderungen nicht mehr erfahren wird, in Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe einschließlich der Offiziere gefallen: 10 572, verwundet: 30 322, vermißt: 3409 Wann.
Von diesen Vermißten wird ein Teil, der in polnische Hände fiel, leider wohl ebenfalls als massakriert und getötet angesehen werden müssen. Diesen Opfern des polnischen Feldzuges gehört unsere Dankbarkeit, den Verwundeten unsere pflege, den Angehörigen unser Mitempfinden und unsere Hilfe.
Mit dem Fall der Festung Warschau, Modlin und der Uebergabe von hela ist der polnische Feld zu g beendet. Die Sicherung des Landes vor herumstreichenden Marodeuren, Räuberbanden und einzelnen Terroristen wird mit Entschlossenheit durchgeführt. Das Ergebnis des Kampfes ist die Vernichtung aller polnischen Armeen. Die Auflösung dieses Staates war die Folge. 694 000 Gefangene haben den Marsch nach Berlin angetreten. Dis Beute an Material ist noch unübersehbar. Seit Ausbruch des Krieges steht zugleich
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Gefolgt vom Präsidenten des Reichstages, Gene- rlfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Wrers, Rudolf Heß, und Reichsinnenminister ir. Frick betritt dann Adolf Hitler, wieder
Der polnische Soldat hat im einzelnen an manchen Stellen tapfer gefochten, seine Führung aber kann — von oben beginnend — nur als unverantwortlich, gewissenlos und unfähig bezeichnet werden. Auch vor hela hatte ich befohlen, ohne gründlichste Vorbereitung keinen Mann zu opfern. Auch dort erfolgte die Uebergabe in dem Augenblick, da endlich der deutsche Angriff angekün-
Berlin, 6. Okt. (DNB.) Ueber allen großdeut- hen Gauen wehen die Fahnen des Sieges. Die LJ- “** V aus Anlaß der Sitzung des Groß- !:utfchen Reichstages besonders festliche Beflaggung ngelegt. hoch vom Dachfirst flattern die Reichs- ^nstfahnen, eine dichte Reihe von hakenkreuzban- rsrn schmücken den Gebäudesims und je acht große ' t>eiße Bannermasten mit lang herabwallenden Fah- ;5ntüchern umsäumen den Haupteingang.
Ein herrlicher, sonniger Herbsttag liegt über der ZeichShauptstadt, vor der Krolloper und im weiten ' Imfreis des Königsplatzes, wie auch auf sämtlichen '.insahrtsstraßen vom Wilhelmplatz bis zur Krolloer haben sich hinter dem Spalier der feldgrauen Hanner der Leibstandarte „Adolf Hitler" ungezählte lausende in Erwartung des Führers eingefunden. Im 11.30 Uhr rückt mit klingendem Spiel eine chrenkompanie der Leibstandarte ff Adolf Hitler n. feldgrauer Uniform an. Schon gegen 11 Uhr lit die Anfahrt der Abgeordneten begonnen. Brau- Jubelrufe künden das Nahen des Füh- isrs, der kurz vor 12 Uhr die Reichskanzlei, umbaust von den endlosen Heilrufen der in der Wil- stünsttaße stehenden Menschenmengen verlassen hatte.
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(Fs wäre für uns kein Problem gewesen, den Widerstand von Warschau, so wie wir ihn vom 25. bis 27. September gebrochen haben, vom 10. bis 12. zu brechen. Ich habe nur 1. deutsche Menschenleben schonen wollen und 2. mich der — wenn auch trügerischen — Hoffnung hin- gegeben, es könnte auch auf der polnischen Seite wenigstens einmal die verantwortungsbewußte Vernunft statt dem verantwortungslosen Wahnsinn siegen. Es hat sich aber gerade hier im kleineren Rahmen genau das gleiche Schauspiel wiederholt, wie wir es in größtem Umfange vorher erleben mußten. Der Versuch, die verantwortliche polnische Truppenführung — soweit es eine solche überhaupt gab — von der Zwecklosigkeit, ja dem Wahnwitz eines Widerstandes gerade in einer Millionenstadt zu überzeugen, schlug fehl. Ein Generalissimus, der selbst in wenig ruhmvoller Weise die Flucht ergriff, zwang der Hauptstadt seines Landes einen Wider st a n d auf, der höchstens zu ihrer Vernichtung führen mußte. In der Erkenntnis, daß die Forttfikationen allein dem deutschen Angriff wohl nicht standhalten würden, verwandelte man die Stadt als solche in eine Festung, durchzog sie kreuz und quer mit Barrikaden, richtete auf allen Plätzen, in Straßen und in Höfen Batteriestellungen ein, baute Tausende von Maschinengewehrnestern aus und forderte die gesamte Bevölkerung auf zur Teilnahme am Kampf. Ich habe einfach aus Mitleid mit Frauen und Kindern den Machthabern in Warschau angeboten, wenig- ft e n s d i e Zivilbevölkerung ausziehen zu lassen. Ich ließ Waffenruhe Eintreten, sicherte die notwendigen Ausmarschwege, und wir alle warteten genau so vergebens auf einen Parlamentär wie Ende August auf einen polnischen Unterhändler. Der stolze polnische Stadtkommandant .würdigte uns nicht einmal einer Antwort.
Ich habe die Fristen für alle Fälle verlängern lassen, Bomber und schwere Artillerie angewiesen,
Der Führer spricht
Abgeordnete, Männer des Deutschen Reichstages!
In einer schicksalsschweren Zett haben Sie, meine ldgeordneten als Vertreter des deutschen Volkes am ! September d. I. hier getagt. Ich mußte Sie damals n Kenntnis setzen von den schweren Entschlüssen, die tns durch die intransigente, provokatorische Haltung eines Staates aufgezwungen werden waren. Sett- Irm sind nun fünf Wochen vergangen. Benn ich Sie nun heute wieder herbitten ließ, dann pschah es, um Ihnen einen Rechenschafts° !«richt Über das Vergangene und den für Sie ütigen Einblick in die Gegenwart und — soweit es r öglid) ist — in die Zukunft geben zu können.
Seit zwei Tagen sind unsere Städte, Märkte und ! örfer geschmückt mit den Fahnen und Symbolen des e?uen Reiches. Unter Glockenläuten feiert das deut- jhe Volk einen großen, in feiner Art ge° jchichtlich einmaligen Sieg. Ein Staat von inmerhin 36 Millionen Einwohnern, eine Armee von rinb 50 Infanterie- und Kavallerie-Divisionen sind fsgen uns angetreten, ihre Absichten waren wett- <*fpannte, die Zuversicht der Äernichtung unseres deutschen Reiches galt als selbstverständlich.
Acht Tage nach Ausbruch dieses Kampfes
.laji oie tfoiqe lyrer xuauiyieu, Wen Klugheit und unserem Verantwortungsb -
j Mtfein zuzuschreiben. Ich habe -s DnLr bu n b ? •' 5,°hr Menschen zu
Jnngt notwendig war. Das hecht. Ich
: - deutsche Kriegführung von der noch im « u t ’tege herrschenden Meinung, um de- Prest g * l»<gen bestimmte Ausgaben unter allen um landen in einer bestimmten Z-'t lostn i» müssen, bewußt s re i gemacht. Waszu.tun ktnbedtngt erforderlich ist, 9 t , „ „ ., i'chne RLck , icht auf Opfer. Was aber ver LMieden werden kann, unterbietet-
masb bfiil: n feldgrauen Rock den Sitzungssaal. Unmittelbar ff, das ist tt vichdem der Führer auf der Regierungsbank Platz g nommen hatte, eröffnet Reichstagspräsident Gö- tng die Sitzung. Er gedenkt in kurzen Worten des r Den Kämpfen in Polen gefallenen Abgeordneten M.-Obergruppenführer Meyer-Quade und der »rigen in der Zwischenzeit verstorbenen Abgeord- Kten. Dann erteilt er das Wort dem Führer.
Als sich zur Deckung des gegen die Weichsel vor- ftürmenben Heeres des Generaloberst v on 9t et» dienau an dessen linken Flügel die Dtotstonen der Armee des Generaloberst B l a s k o w t tz gestaffelt aeaen Warschau bewegten, mit dem Auftrag, den Angriff der polnischen Zenttalarmee m dte flanke der Armee des Generals von Reichenau abzuwehren, da traf in einem Augenblick da man m wesentlichen die polnischen Armeen als schon im Rückzug auf die Weichsel befindlich annahm, plötzlich ihr Stoß in die marschierende Armee des Generals Blaskowitz. Es war em verzweifelter Versuch der Polen, den sich um sie schließenden Ring zu fprengen 23ier polnische Divisionen und einige Kavallerteverbande warfen sich auf eine einzige deut, che af- Uve Division, die, selbst auseinandergezogen, eine Linie von fast 30 Kilometer zu decken hatte. Trotz fünf- oder sechsfacher Ueber. legen h e i t des Feindes und trotz der Uebermudung sfejX'X« SXSWÄ'&Ä E -4 Mnmnhierenb die Nachricht vom Durchbruch au L o°rbr°ikte m°-dL mir der Diotfions- aus iprfrhnffenen Arm geschient, den Ver-
genera , 1 Verhinderung des Durch-
7uch^ ka7"Lftre Verhasten feiner Soldaten. Mebwaren die Verluste freüich groß.
^ Mne deutsche Landwehrdiviston hatte mit germ-
r “»fars «SSL Xn^Äofen Artillerie und Reiterei. Mtt ru- schulen, Matt , deutsche Landwehrdivi-
h.ger Sicherheitging me, ^lufttages, der ihr auch sw" d«Lchung M s I ^en (
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aber v P Gefangene gemacht, Edingen ?^höft erftünrU unb weitere 4700 Mann
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Der Führer spricht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit wurde in Versailles ein Staat konstruiert, der seinem ganzen Wesen nach früher oder später die Ursache schwer st er Krisen werden mußte. Ein Mann, der heute leider wieder unser grimmigster Gegner ist, hat diesmal klar vorausgesehen: Lloyd George. So wie viele andere warnte auch dieser nicht nur während der Entstehung dieses Gebildes, sondern auch in der Zeit der späteren Ausweitung, die gegen jede Vernunft und gegen jedes Recht vorgenommen worden war. Er sprach damals die Befürchtung aus, daß in diesem Staat eine ganze Reihe von Konfliktsstoffen geschaffen. würde, die früher oder später die Anlässe zu schweren europäischen Auseinandersetzungen abgeben könnten
Tatsache ist, daß dieser neue sogenannte Staat in der Struktur seiner Nationalitäten bis zum heutigen Tage nicht geklärt werden konnte. Man muß die Methoden polnischer Volkszählungen kennen, um zu wissen, wie gänzlich wahrheitsfern und damit belanglos die Statistiken über die volkliche Zusammensetzung dieses Gebietes waren und sind. 1919 wurden von den Polen Gebiete beansprucht, in denen sie behaupteten, Mehrheiten von 95 vom Hundert zu besitzen, zum Beispiel in Ost« preußen, während dann die später stattfindende Abstimmung volle 2 v. H. für die Polen ergab. Indem dann endgültig auf Kosten des früheren Rußland, Oesterreich und Deutschland geschaffenen Staat wurden die nichtpolnifchen Völker so barbarisch mißhandelt und unterdrückt, tyrannisiert und gefoltert, daß jede Absttmmung nur mehr vom Belieben des jeweiligen Wojewoden abhängig war und somit das gewünschte oder verlangte gefälschte Resultat ergab. Allein auch das unzweifelhaft polnische Element selbst erhielt kaum eine höhere Bewertung. Wenn dieses Gebilde von den Staatsmännern unserer westlichen Halbkugel auch noch als Demokratie angesprochen wurde, dann war dies eine Verhöhnung der Grundlagen ihrer eigenen Systeme. Denn in diesem Lande regierte eine Minorität aristokratischer oder nichtaristokratischer Großgrundbesitzer und vermögender Intellektueller, für die das eigene polnische Volk nur im günstigsten Falle eine Masse von Arbeitskräften darstellte. Hinter diesem Regime standen deshalb auch niemals mchr als 15 v. H. der Gesamtbevölkerung. Dem entsprach die wirtschaftliche Notlage und der kulturelle Tiefftanb. Im Jahre 1919 übernahm dieser Staat von Preußen und auch von Oesterreich in jahrhundertelanger Arbeit mühselig entwickelte, ja zum Teil geradezu blühende Provinzen. Heute, 20 Jahre später, sind sie im Begriff, allmählich wieder zu versteppen. Die Weichsel, der Strom, dessen Meeresmündung für die polnische Regierung immer so ungeheuer wichtig war, ist mangels jeder Pflege schon jetzt ungeeignet für joden wirklichen Verkehr und je nach der Jahreszeit entweder ein wilder Strom oder ein ausgetrocknetes Rinnsal. Städte und Dörfer sind ver- wabrlost, die Straßen mit aeringften Ausnahmen verlottert und verkommen. Wer zum ersten Male dieses Land zwei oder drei Wochen lang besichtigt, der erhält erst einen Begriff vom Sinn des Wortes: „Polnische Wirtschaft"!
Trotz der unerträglichen Zustände in diesem Lande hat Deutschland versucht, ein erträgliches Verhältnis zu ihm herzustellen. Ich selbst habe mich in den Jahren 33 und 34 bemüht, irgendeinen gerechten billigen Ausgleich zwischen unseren nationalen Interessen und den Wünschen auf Aufrechterhaltung
Ich treffe diese Feststellungen, meine Abgeordneten, um der geschichtlichen Legendenbildung zuvorzukommen, denn wenn sich in diesem Feldzug um jemand eine solche bilden darf, dann nurumden deutschen M u s f e t i e r, der im Angreifen und Marschieren seiner unvergänglichen, ruhmvollen Geschichte ein neues Blatt hinzufügte. Sie kann sich bilden um die schweren Waffen, die dieser Infanterie unter unsagbaren Anstrengungen zu Hilfe eilten. Dieser Legende würdig sind die schwarzen Männer unserer P a n z e r w a f f e , die in verwegener Entschlossenheit ohne Rücksicht auf Uebermacht und Gegenwehr den Angriff immer wieder aufs neue vortrugen, und endlich mag die Legende verherrlichen jene todesmutigen Flieger, die, wissend, daß jeder Abschuß, der sie nicht m der Luft tötete, bei ihrem Absprung auf der Erde zu ihrer furchtbaren Massakrierung führen mußte, m unentwegter Beharrlichkeit beobachteten und mit Bomben und Maschinengewehren angriffen, wo immer der Angriff befohlen war oder ein Ziel sich zeigte. Und das gleiche gitt für die Helden unserer U-Boote. Wenn ein Staat von 36 Millionen Einwohnern und dieser militärischen Stärke in vier Wochen restlos Demi ch t e t wird und wenn in dieser ganzen Zeit für den Sieger nicht ein einziger Rückschlag eintritt, dann kann man darin nicht die Gnade eines besonderen Glückes sehen, sondern den Nachweis höchster Ausbildung bester Führung und todesmutigster Tapferkeit.
Das deutsche Soldatentum hat sich den Cor-
Dann H, der Am1
, r_. M k i waren d i e Würfel des Krieges ge- wib nxf'J fallen. Wo immer polnische Truppen mit " -rf deutschen Verbänden zusammenstietzen, wurden sie zurückgeworfenoderzerschlagen. Das kühne Gebäude der strategischen Offensive polens gegen das deutsche Reichsgebiet stürzte schon in den er st en 48 Stunden dieses Feldzuges ein. Todesmutig im Angriff und mit unvergleichlichen Warfchleistungen haben die deutschen Divisionen, die Lust- und panzerwasfe sowie die EinhÄten der Wanne das Gesetz des handelns an sich gerissen. Ls konnte ihnen in keinem Augenblick mehr entwunden werden. Vach 14 Tagen waren die größten Teile des polnischen Heeres entweder zersprengt, gefangen ober umschlossen. Die deutschen Armeen aber hatten in dieser Zeit Entfernungen zuruckgelegt und Räume beseht, zu deren Bewältigung vor 25 Jahren über 14 Monate benötigt worden
, »am auch eine Anzahl besonders j>eitungsstrategen der anderen Welt das Tempo
! > Feldzuges als für Deutschland dennoch enttau- tzend hinstellen wollte, so wissen wir doch °ll«^daß ' 1= eine größere Leistung h°tzst°n!?ber
! imtentumes in der Kriegsgeschichte b> sh er 'Äy-‘ «um gegeben hat. Daß sich die letzten Res
H 5r panischen Armee in Warschau, Modlin und i bi» zum 1. Oktober zu halten vermochten, war MM L.di° Z°lge ihrer Tüchtigkeit, f™bem«fem tiit^' tD^


