Ausgabe 
7.10.1939
 
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wie er wolle, nur neue Verbitterung, neues Miß­trauen und die Keime zu neuer Zwietracht stehen würden. Die Spuren von Versailles sollten alle die schrecken, die von einem neuen Krieg eine euro­päische Neuordnung von Dauer erwarten. Wie die Friedensmacher" von Versailles in ihrer Ahnungs­losigkeit der historischen, ethnographischen und wirt­schaftlichen Zusammenhänge nicht einmal die ihnen gestellte Aufgabe begriffen hatten, so hat später der Völkerbund versagt, der mit der Revision der schon damals als Fehlentscheidungen und Quell neuer Konflikte klar erkannten Vertragsbestimmun­gen betraut war. Nicht eine einzige Revision ist von Genf aus durchgeführt worden, wohl aber hat der Führer, ohne die Regierungen der Westmächte mit dem Odium der Revision zu belasten, Deutschlands natürliche Lebensrechte wiederheraestellt.Ich habe mein Wort verpfändet, den Versailler Vertrag zu beseitigen", so erklärte der Führer vor dem Großdeutschen Reichstag und rief feinen auslän­dischen Kritikern mit erhobener Stimme zu:Die­ses Verbrechen beseitigt zu haben, ist kein Wort­bruch, sondern meine Ehre, mein Stolz und eine große geschichtliche Leistung. Weder das deutsche Volk noch ich sind auf das Versailler Diktat ver­eidigt." Das Ausmaß der von Deutschland erstreb­ten Revision war außerordentlich begrenzt, der Führer selbst hat dem deutschen Volke geraten, sich in seinen Zielen zu bescheiden, wo keine Lebens­interessen des Reiches auf dem Spiel standen, und er selbst hat immer wieder versucht, diese auf dem Verhandlungswege zu sichern. Wenn man heute in gewissen Kreisen des Auslandes über dieMethode" der nationalsozialistischen Außenpolitik zu nörgeln pflegt, so möge man sich gefälligst daran erinnern und sich sagen, daß das Ergebnis ftiedlicher Revi­sion wesentlicher ist, als die Methode, zumal man selber mit den eigenen Methoden nicht einen ein­zigen Beitrug zu einer friedlichen Neuordnung un­haltbarer Zustände hat leisten können.

Die nationalsozialistische Arbeit an der Wieder­aufrichtung des deutschen Volkes war und ist ganz nach innen gerichtet und hatte und hat eine friedliche Klärung des Verhältnisses zwischen Deutschland und seiner Umwelt zur Voraussetzung. Daß diese auf Konsolidierung des Friedens gerichtete Außenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands von sicht­barem Erfolg war, dafür zeugen die Nichtangriffs­pakte mit den baltischen Staaten und mit Dänemark und weiter die ausgezeichneten vertrauensvollen Be­ziehungen, die das Reich wie zu den nordischen Ländern so auch zu allen seinen Nachbarn unter­hält. Auch zu den andern europäischen Großmächten hat Deutschland ein von gegenseitigem Vertrauen getragenes Verhältnis angestrebt, mit welchem Er­folg zeigt die enge Freundschaft mit Italien, die bei gegenseitiger Achtung der verschieden gearteten Staatsprinzipien aufrichtige und nützliche Zusam­menarbeit mit Rußland und das nach der Rückgabe des Saargebiets von keinerlei Revisionsforderung belastete Verhältnis zu Frankreich, dessen Gestaltung von dem Wunsche getragen wurde, die alte Feind- schäft für immer zu begraben und an ihre Stelle im deutschen Volke die Achtung vor den unvergäna- lichen kulturellen Leistungen des französischen Nach­barn und den Taten seiner ruhmreichen Armee zu setzen. Wenn sich das Verhältnis zu England nicht so gestattet hat, so lag das weiß Gott nicht an uns. Das deutsche Volk ist sich keinerlei Eingriffe in In- teresien des britischen Weltreiches bewußt und der Führer hat von Anbeginn seiner politischen Lauf­bahn an die Herstellung einer deutsch-englischen Freundschaft erstrebt, weil er in ihr den Eckstein zu einer dauernden Konsolidierung des Weltfriedens sah. Seine immer wiederholten Bemühungen, zu einer Verständigung zu kommen, sind bekannt, aber nur mit Bitterkeit mußte er auch gestern wieder feststellen, daß er bei gewissen englischen Politikern immer nur auf eine ihn persönlich geradezu erschüt­ternde Feindseligkeit gestoßen sei.

Trotzdem hat sich der Führer nicht entmutigen lassen, aus seinem hohen Verantwortungsgefühl als deutscher Staatsmann und in einem wahrhaft euro­päischen Geist seine Gedanken zu den beiden im Brennpunkt des politischen Geschehens stehenden Problemen bekanntzugeben, wie sie einmal aus dem Auseinanderfallen Polens und zum andern aus der Notwendigkeit erwachsen, Europa das Gefühl einer Sicherheit zu geben, die politisch wie wirt­schaftlich ein friedliches Nebeneinanderleben und eine gedeihliche Zusammenarbeit auf lange Zeit gewähr­leistet. Der Führer hat zu beiden Problemen mit einer Klarheit und Offenheit gesprochen, die sich eben nur ein Staatsmann leisten kann, besten Prestige im eigenen Volke unerschütterlich und draußen in aller Welt groß genug ist, um in Ruhe abwarten zu können, daß der Gang der Geschichte die Richtigkeit seiner Gedanken beweisen wird. Was er dann im Einzelnen darlegte, war ein scharf durch­dachter konstruktiver Plan, der sorgsam Masche zu Masche fügt und weder in bezug auf die Zukunft der deutschen Interessensphäre im ehemals polnischen Raum noch auf die Sicherung einer euro­päischen Friedensordnung eine Frage offen ließ. Eine den historischen, ethnographischen und wirt­schaftlichen Bedingungen entsprechende Reichsgrenze und eine wahrhaft großzügige Lösung des Natio­nalitätenproblems durch Umsiedlung, um damit im ganzen Osten und Südosten Europas jenen Kon- fliktsstoff zu beseitigen, der so ost schon der Anlaß zu blutigen Auseinandersetzungen gewesen ist. Damit hängt der Versuch einer Regelung des jüdischen Problems eng zusammen. Der Neuaufbau des Ver­kehrs- und Wirtschaftslebens in diesem Gebiet, für dessen Verfall unter der verflossenen polnischen Herrschaft der Führer geradezu erschütternde Bei­spiele anführte, die Garantierung der Sicherheit und die Errichtung eines neuen polnischen Staates, der bestimmte Kautelen bietet, nicht wieder auf die schiefe Bahn der Versailler Staatsgründung zu ge­raten, sind Aufgaben von einem Ausmaß, die Deutschland auf Jahrzehnte hinaus in Anspruch neh­men werden und deren Bewältigung ganz Europa zugute kommen werden.

Mit nicht geringerer eindringlicher und überzeu­gender Klarheit legte der Führer sodann die Voraus­setzungen für die Herstellung des Gefühls einer euro­päischen Sicherheit dar. Um Klarheit über die Ziele der Außenpolitik der europäischen Staaten zu schaffen aeht Deutschland voran mit der Erklärung, daß der Ver­sailler Vertrag für das Reich nicht mehr besteht und es keinen Anlaß sieht für irgendwelche weitere Re- Vision, wenn dem deutschen Volke durch die Rück­gabe feiner Kolonien wieder die Beteiligung an den Rohstoffquellen der Erde offen steht. Die Neuord­nung der Mächte und endgültige Regelung der Währungen müssen die Weltwirtschaft von den Fak­toren der Unsicherheit befreien, die heute den inter­nationalen Warenaustousch belasten. Wichtiger aber noch für die Herstellung wahren Vertrauens unter den Völkern und die Einkehr eines echten Sicher- heit^gefühls ist ein Abbau der Rüstungen und, was damit eng zusammenhängt, das inter­nationale Verbot bestimmter Waffen, deren Anwen­dung auch die nichtkämpfende Bevölkerung in Mit-

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Lettlands neuer Zustand ist eben tn den Der- Handlungen festgelegt worden, die der lettländische Außenminister Munters in Moskau geführt hat. Es wird das rufsisch-lettländtsche Verhältnis ungefährt in derselben Weise geregelt, wie das Verhältnis Estlands zu Rußland. Beide Staaten schließen einen gegenseitigen Beistandspakt, wonach einmal Hilfeleistung bei einer Angriffsdrohung einer europäischen Macht zugesichert wird. Ferner wird die Sowjetunion der lettischen Armee Kriegsmate­rial zu vorteilhaften Bedingungen liefern. Schließ­lich werden der russischen Flotte die Häfen von Libau und Windau als Stützpunkte einge­räumt; die russische Luftwaffe erhält einige Flug­plätze und im Raum des Rigaer Meerbusens dür­fen die Russen Küstenbatterien aufbauen.

Es lohnt sich ein rein militärischer Ueberblick über die wesentlichen Veränderungen, die sich schon jetzt im östlichen Raume der Ostsee scharf abzeichnen. In E st l a n d erhält die russische Flotte den See­hafen Baltischport, ferner die großen Inseln Dagö und Oesel, die zugleich die Südeinfahrt in den finnischen Meerbusen beherrschen, wie sie auch dem Rigaer Meerbusen vorgelagert sind. Diese Linie russischer- Stützpunkte wird jetzt nach Süd - Westsüd ergänzt durch die Flottenstützpunkte in Windau und Libau. Die beiden Häfen von Windau und Libau sind besonders deshalb wichtig, weil sie bis auf ganz seltene Ausnahmen eisfrei bleiben, und selbst wenn m sehr harten Wintern Eisbildung auftreten sollte, so können die bekannten starken Eisbrecher der Sowjetflotte mit Leichttgkeit eine Fahrrinne offen halten.

Die Verhandlungen von Moskau mit Finn­land sind noch nicht voll in Gang gekommen, von ihnen wird das Maß der Sicherungen ab- hängen, die die russische Flotte am Nordufer des finnischen Meerbusens erwirbt. Die Verhandlungen

Moskaus mit Litauen habe keine unmittelbare seestrategische Bedeutung, weil Litauen zwar einen schmalen Küstenstreifen von 30 Kilometer besitzt, aber an ihm keine Häfen hat. Mit Sicherheit kann dagegen vorausgesagt werden, daß der Han­delsverkehr in der Ostsee einen großen Auf­schwung nehmen wird, da die russische Aus- und Einfuhr gestützt auf das großzügige Wirtschasts- ab kommen mit Deutschland den Durch­gangsverkehr durch die baltischen Häfen, teilweise sicherlich auch durch Königsberg und Danzig stark beleben wird. Außerdem ist wahrscheinlich, daß der Schiffsverkehr zwischen den skandinavischen Staaten und den neuen Ausgangspunkten des russischen Handels sehr steigen wird.

Sei, eine Hauplsorge Englands.

Angesichts der zunehmenden Beeinträchtigung der englischen Schiffahrt durch den Handelskrieg steigt in England die Sorge um eines der wichtigsten Er- zeutznisse für Flotte, Schiffahrt und Industrie, um Del. Nicht weniger als 12 Millionen Tonnen ober 12 Milliarden Kilo braucht England jährlich an Del. Dabei werden nur 8 v. H. im Lande selbst er­zeugt. 92 v. H. stammen aus Nord- und Südame­rika, aus Iran, Rumänien, Sowjetrußland usw. Sowjetrußland selbst hat seine Lieferungen vor eini­gen Tagen eingestellt. Etwa 35 v. H. des gesamten englischen Delbeoarfes gingen früher durch das Mittelmeer nach England, aber England hat selbst seine Schiffahrt im Mittelmeer nach der Verkün­dung des Kriegszustandes stillgelegt.

England muß, je länger die kriegerischen Aktto­nen dauern, mit einem Ausfall an Del rech­nen, der mindestens bis zu 4 Millionen Tonnen, also bis zu einem Drittel des Gesamt- b eb ar f e 5 steigen kann. Der Gesamtbedarf ist nur dann gesichert, wenn er durch tägliche Antrans­

porte über See ständig ergänzt wird, zumal ttz Bauten für unterirdische Deleinlagerung nur ju® Teil fertig geworden sind.

Aber selbst bann, wenn die Möglichkeit der darfsdeckuna nach wie vor gegeben wäre, so bleist immer noch die fast größere Sorge des nötigen Schiffsraumes Wir haben in anderem Zu sammenhang bereits nachgewiesen, daß Enaland heute über einen wesentlich geringeren Gesam!. schiffsraum verfügt als im Weltkriege. England be> sitzt so noch nicht einmal ein Drittel der ganzen Welttonnage an Tankdampfern; es hat nur 3,2 Millionen Tonnen, alles in allem, von 11,4 Millionen Tonnen insgesamt. Die beiden nächst, größten Inhaber von Tankdampferflotten sind dir Vereinigten Staaten und Norwegen. Dazu komm!, daß gerade die militärische Sicherung von Tank, dampsern außerordentlich schwierig ist, da diese Schiffsart keine hohe Geschwindigkeit hat und zu dem bei der Beschießung hochgradig feuergefährlich ist.

Meinungsverschiedenheiten über Kanadas Kriegsbeteiligung.

Neuyork, 7. Dtt. (DNB.-Funkspruch.) Nach Berichten aus Dttoroa herrschen in Französisch. Kanada innerhalb der Provinzialregierung Que. becks akute Meinungsverschiedenheiten über Ka. nadas Kriegsbeteiligung. Dieser bittere Kampf führte schließlich am Donnerstag zum Rück, tritt des Ministers Layton, der dem Mi. nisterpräsidenten D u p l e s s i s vorwarf, durch die Anberaumung von Provinzialwahlen für diesen Monat unter einer Wahlparole, die sich gegen die Kriegsbeteiligung richtet, gefährde er die kanadische Einigkeit und Reichs« treue. Wenn Duplessis siegreich aus den Wahlen heroorgeht, hält man es für wahrscheinlich, bafc sämtliche drei Quebecker Mitglieder aus der Ottawa. Bundesregierung ausscheiden, was möglichet« weise nicht ohne Komplikationen abgeht.

Vorbeimarsch der Sieger vor dem Führer in Warschau.

Der Führer und Dberfte Befehlshaber der Wehrmacht besuchte am Donnerstag die zur Einnahme von Warschau angesetzten und nunmehr nach siegreicher Beendigung ihrer Operationen im Osten für andere Aufgaben frei werdenden deutschen Truppenverbände. Den Abschluß des Führerbesuches bildete ein Vorbeimarsch der an den Kämpfen um Warschau beteiligten Truppenteile vor dem Führer. Unser Bild zeigt den Führer während des Vorbeimarsches in Warschau. (Scherl-Bilderdienst-M.)

leidenschaft zieht. Der Führer hat in vielen seiner früheren Reden gerade auf diesen Punkt immer wieder hingewiesen und nun erneut in zu Herzen gehenden Worten bargetan, wie sehr eine humane Kriegführung seiner innersten Ueberzeugung ent­spricht. Und auch im Ausland wird sich niemand, der sich noch klare Vernunft und ein Gefühl für die tiefe und echte Sehnsucht der Völker nach einem gesicherten Frieden bewahrt hat, den Beweisgründen des Führers verschließen, die er dafür anführte, lieber heute in enger Zusammenarbeit der Nationen an die Lösung dieser Probleme heranzutreten, als erst in einem neuen Krieg aus Europa ein Trüm­merfeld zu machen, aus dem dann doch wieder die gleichen Probleme aufstehen, aber wiederum neu oelaftet mit all den unwägbaren Folgen dieses Kampfes, die das Zueinanderfinden der Völker so erschweren.

Daß Deutschland zu kämpfen entschlossen ist, wenn Frankreich und England es nicht anders wollen, darüber hat der Führer keinen Zweifel gelassen. Daß es auch zum Kamps bereit ist, dafür war der Bericht, den der Führer zu Anfang seiner Rede über den Verlauf des Feldzuges in Polen gab, ein eindrucksvoller Beweis. Die deutschen Truppen aller Waffengattungen haben in Polen unter zielbewußter und entschlußfreudiger Führung Leistungen voll­bracht, die über alles erhaben sind und dem Waffen­ruhm der deutschen Armee neuen unvergänglichen Lor­beer gewonnen haben. Unser Dank gebührt unfern Brü­dern im feldgrauen Rock, die die deutschen Fahnen von Sieg zu Sieg geführt haben, vor allem denen, die dort draußen geblieben sind, unser Mitgefühl ihren Angehörigen. Ihr Opfer wird nicht umsonst gebracht fein. Das deutsche Volk steht wie ein Mann hinter seinem Führer, bereit, wenn man es nicht anders haben will, den Bestand des Reiches und die Lebensinteressen der Nation bis zum äußersten zu verteidigen, aber auch überzeugt, daß der Friede ein zu köstliches Gut ist, um es leichtfertig preis­zugeben. Der Führer hat gesprochen, aus tiefstem Verantwortungsbewußtsein für fein Volk und die gemeinsame untrennbare Zukunft der europäischen Nationen. Nun ist es an den andern, sich zwischen Krieg und Frieden zu entscheiden.

Fr. W. Lange.

Das Echo in Moskau

Moskau, 6. Okt. (DNB.) Die Rede des Füh- rers wurde in politischen Kreisen mit der größten Spannung erwartet. Das klare und eindeutige Friedensangebot des Führers an die Westmächte findet hier um so größeren Widerhall, als es der deutsch-russischen Erklärung und dem Geist der Mos­kauer Abmachungen vom 28 September in allen Stücken entspricht. Insbesondere werden fer­ner die Ausführungen des Führers über die deutsch- russische Zusammenarbeit zur Neuordnung Ost­europas stark beachtet, sowie jene Stellen der Rede, die dem künftigen Schicksal der innerhalb der deut­schen Interessenzone liegenden polnischen Gebiete ge-

widmet stich. Mit Spannung steht man in Moskau der Antwort der W e st m ä ch t e aus die Vor­schläge des Führers entgegen.

Um das Waffenausfuhrverbot

Washington, 7. Okt. (DNB.) Der Senat setzte am Donnerstag die Aussprache über das Neutrali- tätsgesetz forH Der republikanische Senator N y e unterstützte den Vorschlag des Republikaners T o bei), vor der Beratung einer Aufhebung des Waffenembargos zunächst das cash and carry« Programm zu erledigen, um die der amerikanischen Schiffahrt und damit dem amerikanischen Frieden durch das Nichtvorhandensein einer cash and carry- Klausel drohenden Gefahren zu bannen. Es sei nicht einzusehen, warum Amerika nicht sowohl das Waffenembargo wie das cashandcarry- Klausel haben solle, die den gesamten zur Zeit durch das bestehende Embargogesetz nicht geschützten amerikanischen Handel umfasse,

Der demokratische Senator Averton, der sonst die Regierungspolitik meistens unterstützt, verlangte gleichfalls die Beibehaltung des Waffenembargos und erklärte, der Verkauf amerikanischer Rüstungen an Kriegführende in Europa würde eine bewaff­nete Intervention Amerikas darstellen. Die An­nahme fei irrig, daß die Aufhebung des Embargos kein Schritt zum Krieg wäre; denn den amerikani­schen Waffenlieferungen würde bald der ameri­kanische Dollar, die amerikanische Flagge und amerikanisches Militär aus Europas Schlachtfeldern folgen. Er teile nicht die von anderer Seite geäußerten Be­fürchtungen einer erfolgreichen Invasion Amerikas durch irgendeine fremde Macht oder Mächtekombi­nation.

Senator P i 11 m a n beschuldigte die Anhänger der Isolationspolitik, sie dächten nur an Baum- wol»le, Petroleum und Metalle, wenn sie für die Beibehaltung des Ausfuhrverbots für Waffen und Munition einträten. Diese drei Roh­stoffe seien Mordwerkzeuge, und das Embargo könne auf die Feindseligkeiten nur einen Einfluß haben, wenn die Ausfuhr dieser drei Roh stosse gleichfalls verboten werde. Es kam zu sehr erregten Auseinandersetzungen. Schließlich wurde die Debatte vertagt.

Englisches ll-Nooi schwer beschädigt

Amsterdam. 7. Okt. (DM.) DieUnited preß" aus Conbon meldet, ist ein britisches U-Boot schwer beschädigt nach seiner Basis znrückgekehrt. Das U-Boot habe mehrere Stunden unter Wasser in der Nordsee zubringen müssen, da es von deutschen Kriegsschiffen angegriffen worden war. Periskop, Radioanlage sowie einige Maschinen des U-Boots feien zerstört worden. Doch habe das Schiff spater an der DafferoberflSche feinen Heimathafen erreichen können.

Trauerfeier für Or. <5otjnt

Oslo, 6. Okt. (DNB.) Unter starker Teilnahme der deutschen Kolonie sowie norwegischer Kreise fand in der Frogner-Kirche die Trauerfeier für den Ak« sandten Dr. Sahm statt. Vor dem Altor war der Sarg unter einer Fülle von Blumen und Kränzen darunter dem des norwegischen Hofes aufgebahit Den Kranz des Führers legte der Geschäfts­träger in Oslo, Gesandtschaftsrat von Neu hanr

W/v Ä

nieder. Der deutsche Gesandte in Stockholm, P rinz zu Wied, der mit dem Marine- und Luftfahrt- attache Konteradmiral Steffan gleich dem Gesandten von Renthefink aus Kopenhagen als Vertn- ter des Auswärtigen Amtes zur Trauerfeier ein« getroffen war, legte den Kranz des Reichsaußei' Ministers v. Ribbentrop an der Bahre nieder, hierauf Ortsgruppenleiter S p a n a u s einen Kranz des Gauleiters Staatssekretärs Bohle. - Nach Schluß des Trauergottesdienstes wurde dck Sarg ins Krematorium gebracht, wo die Einäfch^ rung der sterblichen Ueberrefte im Rahmen ein# Feier der nächsten Angehörigen stattfindet.

ein Arenz,wischenfall.

Berlin, 6. Okt. (DNB.) Ein UnterofM1 zier und cif Mann der deutschen Wehrmacht fuhren inderGegendvonAachenmit einem Militärlastwagen unbeabsichtigt über die belgische Grenze. Sie wurden von der bei« gischen Gendarmerie angehalten, auf ihre" Irrtum aufmerksam gemacht und interniert^ belgische amtliche PresseagenturBelga" stellt hierzu fest:Sämtliche Nachrichten gaben zu der Desto ki' gung Anlaß, daß diese Soldaten irrtümlich belgisches Gebiet übergetreten sind."