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Hollands Leichtathletinnen geschlagen.
Länderkampf Holland—Deutschland.
Auch der dritte Länderkampf der deutschen Leichtathletinnen gegen die Vertreterinnen Hollands endete am Sonntag im Aachener Waldstadion vor 4000 Zuschauern mit einem klaren deutschen Siege. Mit 62:30 Punkten wurden die „Meisjes" bezwungen, mit einem Unterschied, wie er bisher noch nicht erzielt wurde. Lediglich die blonde Fanny Koen, die vielseitigste holländische Leichtathletin, erkämpfte einen Sieg für ihre Farben; sie gewann Die 100 Meter sicher in 12,1 Sekunden vor Ida Kühnel. Im Weitsprung blieb die Holländerin lur 2 Zentimeter hinter der deutschen Wettrekord- erin Christel Schulz, die auf 5,95 Meter kam, und im Hochsprung erreichte Fanny Koen ebenso Die die deutsche Meisterin Gräfin zu Solms und Elfriede Saun 1,60 Meter; die Zahl der Versuche entschied über die Reihenfolge Solms- Koen—Kaun. Die 4X100-Meter-Staffel wurde trotz >er schnellen Fanny Koen von den deutschen Frauen dar in 48,2 Sekunden gewonnen. In allen übrigen Wettbewerben gab es' deutsche Doppelsiege. Beson- Iters groß trat die deutsche Ueberlegenheit erwar- !ungsgemäß in den Wurf- und Stoßübungen zutage. Aisela Mauermayer sicherte sich zwei Konkurrenzen. das Kugelstoßen mit 13,83 Meter und das Diskuswerfen mit 46,21 Meter. Die 200 Meter Iahen die deutsche Meisterin Grete Winkels in Schwimmländerkampf
Klare Führung am ersten Tag.
Zum zweitenmal standen sich am Wochenende in erfurt Deutschland und England im Schwimm- .ändcrkampf der Männer und der Frauen gegen- ilber. Wie erwartet, holten die Deutschen gegen 'ihre i-nglischen Kameraden, die nicht in stärkster Be- s tzung antreten konnten, schon am ersten Tage eine tare Führung mit 27:17 Punkten heraus. Vor über« laschend gutem Besuch wurden die Kämpfe am I^amstagnachmittag im Erfurter Nordbad begon- len. Bei den Männern erlebten die Zuschauer nur Rutsche Siege. Dagegen wurden die deutschen grauen in zwei Wettbewerben geschlagen.
Ganz überlegen holte sich Arthur Heina die 200 Teter Brust in 2:42,9 Minuten vor dem Engländer Tonie in 3:06,2. Eine noch bessere Zeit erzielte je- isd) außer Wettbewerb Jochem Balke, der 2:40,4 Iftin. schwamm. Der junge Magdeburger Köninger intte die 400 Kraul jederzeit sicher. Nach 4:57,4 Rinuten schlug er an und ließ seinen Gegner Gray m fast 19 Sekunden hinter sich. Nie gefährdet war cuch unser Meister Heinz Schlauch (Erfurt) im 100- Reter-Rückenschwimmen. Seine Zeit betrug 1:09 Minuten; 1:15,1 schwamm der Engländer French- Billiams. Klar in Front lag im Kunstspringen !vppelmeister Jonny Weiß (Dresden), der mit seiner pänzenden Technik bestach und 20 Punkte besser ! wertet wurde als der Engländer hodges. Den nften Wettbewerb bei den Männern holte sich msere 4X200-Meter-Kraulstaffel in 9:17,9 Minuten.
Bedeutend schwerer hatten es unsere Frauen. Am Wen schnitten hier die jüngsten Teilnehmerinnen c.. Inge Schmitz gewann die 200-Meter-Kraul in 239,1 Minuten klar vor der Engländerin Pate (i-45,2). Die Bayreutherin Weber übertraf in der 3<100-Meter-Lagenstaffel, die von den Englände- rinnen in 3:51,8 Minuten gewonnen wurde, mit ifter Zeit von 1:17,9 über 100 Meter Rücken den deutschen Rekord von Inge Schmitz, der auf 1:18,7 : sicht. Erfreulicherweise konnte sich Olga Eckstein im lurmfprinaen gegen die englische Doppelmeisterin üstty Slaoe knapp durchsetzen. Den zweiten eng« (gen Sieg errang Frl. Hutton über 400-Meter-
25,3 Sekunden nur knapp vor Dora Voigt mit der gleichen Zeit in Front, lieber 80 Meter Hürden schließlich bestätigte Siegfriede D e m p e ihre gute Form durch einen neuen Erfolg über die Meisterin Lilo Peter.
Neuer 4 mal 400-Meter-StaffeIrekord
Luflwaffen-Sv. Berlin lief in Hannover 3:16,8 Ulin.
In der Hindenburg-Kampfbahn zu Hannover wohnten am Sonntag 4000 Zuschauer den leichtathletischen Wettkämpfen bei, deren Höhepunkt die 4X400-m-Staffel bedeutete. Der Luft- waffen-SV. Berlin stellte in der Besetzung Ahrens, Giesen, hähnel und Strafen mit 3:16,8 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf, der um so bemerkenswerter ist, als der in der vorhergegange- nen Nacht gefallene Regen die Bahn recht schwer gemacht hatte. Die alte Bestleistung hielt Teutonia Berlin seit 11 Jahren mit 3:17,2 Minuten.
Schmeling —Neusel in Dortmund.
In den Vormittagsstunden des Samstags konnten in Berlin die seit Tagen schwebenden Verhandlungen um den Europameisterschaftskampf der Schwergewichtsboxer abgeschlossen werden. Max Schme- l i n g als Europameister verteidigt feinen Titel gegen den Deutschen Meister Walter N e u f e I am 1. Oktober in Dortmund. Der Kampf soll als Freiluft-Veranstaltung in der Kampfbahn „Rote Erde" durchgeführt werden.
gegen England 65:35.
Kraul in 5:55,0 Minuten gegen Ruth halbsguth (5:55,4).
Ein leichter Sieg.
Die Vormachtstellung des deutschen Schwimmsports in Europa ist derart klar, daß Länderkampfe gegen Gegner in der Alten Welt kaum noch Anstrengungen für unsere Schwimmer bedeuten. Es lohnt sich tatsächlich bald, einen Vergleichskampf zwischen der deutschen Ländermannschaft und einer Auswahl aller europäischen Schwimmnationen durchzuführen. Auch den könnten wir kaum verlieren!
Ebenso klar wie die Schweden wurden am Wochenende auch die Engländer geschlagen. Das Punktverhältnis von 65:35 drückt dabei die lieber« legenheit nicht einmal so deutlich aus, wie sie in Erfurt tatsächlich vorhanden war. Bei den Wettbewerben der Männer erzielten die Briten nicht einen Sieg, wobei wir allerdings nicht vergessen wollen, daß sie ihren schnellsten Kraulschwimmer, Norman Wainwright, nicht zur Verfügung hatten. Günstiger schnitten die Engländerinnen ab, die am Sonntag zwei Wettbewerbe gewannen, harrowby schlug Gisela Arendt über 100-Meter-Kraul mit 1:08,2 und Storey die Deutsche Meisterin Inge Schmitz über 200 Meter Brust in 3:07,1. Trotz der klaren Ueberlegenheit in den meisten Wettbewerben gab es einige recht gute Zeiten. So gewann Fischer die 100-Meter-Kraul in 59,4 vor dem Europa« meisterschaftszweiten Dove, der 1:00,6 benötigte. Die 14jährige Sie fei W-eber siegte über 100 Meter Rücken in der schönen Zeit von 1:18,5, die erneut knapp unter der alten Rekordmarke liegt.
Das Springen gewann Gerda Daumerlang, der mit 113,44 Punkten ein Sieg vor der englischen Europameisterin Betty Stabe glückte. Von der ausgeglichenen und guten Form unserer Nachwuchskrauler zeugte ein 200-Meter-Kraulschwim- men, das als Einlagewettbewerb durchgeführt wurde. Schröder (Bonn) siegte in 2:20,5 vor Laskowski 2:20,6, Köninger 2:20,7 und Fiedler (Leipzig) 2:21,2.
Der Wasserballkampf brachte einen 5:1= (4:0)-Sieg Deutschlands.
Deutsche Siege vor 250000 Zuschauern.
Großer Motorrad-preiS von Schweden.
i3n mitreißenden Kämpfen wurden am Sonntag 6im Großen Motorradpreis von Schweden auf der jkmbftrede von Saxtorp bei Malmö alle beftehen- bu Rekorde gestürzt. Deutschlands Streitmacht schlug siy prächtig und erregte die Bewunderung der 23 000 Zuschauer. Europameister Kluge (Auto- lüon-DKW.) siegte in der 250-ccm-Klasse vor (i-tnem Stallgefährten P e t r u s ch k e. Heiner Fleisch mann brachte auf der DKW. den Sieg ir der 350-ccm-Klasse an sich, nachdem er in der leiten Runde Europameister Mellors abgehängt hckte. Riesiges Pech hatte Europameister Georg IV-eier, berjeine Aussichten bei einem glimpflich verlaufenen Sturz verlor. Sieger des Großen Prei- I* wurde der Italiener S e r a f i n i auf Gilera in.i 156 km/st. Zum Schluß drehten Rudolf Carac- itMa mit dem Mercedes-Benz und Kluge mit dem iUto-Union-Rennwagen noch einige schnelle Run- )ei, denen die begeisterten Zuschauer noch einmal :r merksam folgten.
Vutes Wetter und die harten Kämpfe der besten unopäischen Rennfahrer und Maschinen schufen irner den Zuschauern, unter denen man auch Mtt- rtiiber ber königlichen Familie sah, bie beste Stim- annng. In allen Klassen waren 20 Runben (290 km) 31 fahren. Ein erbittertes Ringen zwischen ben El tzenfahrern von BMW. unb Gilera brachte bas Seimen der Halblitermaschinen. Georg Meier er« oute sich die Spitze in der zweiten Runde, fuhr mi: 162,34 km/st neuen absoluten Rundenrekord int führte bis zur fünften Runde. Dann zog der bxiitauf folgende Italiener Serasini mit der Gilera ir Front, hart bedrängt von Meier, ber in ber l^.Runde beim Ueberholen burch zu scharfes Bremse von der Bahn geriet und durch einen Garten
zaun flog. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens rauchte der tapfere Oberfeldwebel gemütlich eine beruhigende Zigarette. Der Weg für Serafini war frei. Der Italiener siegte und übertraf mit 156 km/st den alten Rekord Otto Leys (147,6 km/st) wesentlich, hinter Serafini wurde sein Stallgefährte .Vailati Zweiter. Kraus (BMW.) wurde Dritter.
Einen harten Dreikampf lieferten sich Heiner Fleischmann, Siegfried Wünsche (beide DKW.) und Mellors (England) auf Velocette in der 3 5 0-ccm-Klasse. Nach vier Runden besaß Mellors einen Vorsprung von gerade 100 m, den er aber beim Tanken wieder einbüßte. Rad an Rad jagtert alle drei über den Kurs, bis sich Fleischmann in der letzten Runde in Front schob und mit 2/io Sekunden Vorsprung vor Mellors und Wünsche gewann. Mit 138 km/st verbesserte Fleischmann (der durch diesen Sieg in der Europameisterschaft mit Mellors punktgleich geworden ist) den auf 131,2 km/st stehenden bisherigen Klassen- reforb des Engländers Frith (Norton) ganz beträchtlich.
In der 2 5 0-ccm-Klasse gab es trotz der riesigen Ueberlegenheit der Auto - Union - Fahrer Kluge und Petruschke ein herrliches Rennen. Petruschke setzte sich in der ersten Runde an die Spitze, mit nur zwei Meter Abstand folgte Kluge. Die Zuschauer waren von diesem scharfen Duell begeistert. Erst in der letzten Runde schob sich Kluge in Front, um mit 130,35 km/st zu siegen und den alten Rekord von Walfried Winkler auf DKW. (121,6 km/st) zu schlagen. Petruschke kam als Zweiter vor dem DKW.-Privatfahrer Lottes und Rudi Meier ein.
Harte Mlorsportkäinpse am Großglockner.
Deutschlands unbestritten erfolgreichster Renn- fer dieses Jahres, der nun sechsfache Sieger bie« st Rennzeit Hermann Lang, gewann am Sonn« h auf dem Großglockner den zweiten Lauf Mr Ätschen Bergmeisterschaft und erhielt dafür den Mlf-hühnlein-Pokal. Durch diesen Sieg sicherte sh Hermann Lang den Titel des deutschen Berg- lejters 1939. Im übrigen siel am Sonntag noch jn Entscheidung im Kampf um die deutsche Mei- Ist chaft: bei den Sportwagen erwarb sich der ^tuchener Reichenwallner durch einen Sieg einen roßen Punktvorsprung, daß er nicht mehr ein« Stilen ist.
Alle Fahrer hatten nicht nur mit der überaus schwierigen, 126 Kilometer langen Strecke von Fer- leiten zum Fuschertörl (mit 1258 Meter Höhenunterschied und Steigungen bis zu 12 0. h.) zu kämpfen, sondern sich auch mit den Witterungsver- h ölt n iss en auseinanderzusetzen.
Regenfahrer H. Lang
Im Mittelpunkt stand das Rennen der großen Wagen, in dem bie Bergmeisterschaft entschieden wurde. Wie beim Wiener Höhenstraßenrennen fuhr Hermann Müller (Auto-Union) im ersten Lauf mit 8:54,3 Min. die überhaupt schnellste Zeit vor
Aus Winnetous
Spuren am Mississippi.
Am Lagerfeuer des Sioux-Lndianers. - Verklungene Romantik. - Flucht vor der Zivilisation.
Endlos windet sich das breite Band des Mississippi, an dessen versumpften Ufern einst die bunten Wigwams der Rothäute gestanden haben, heute wird man vergeblich nach ihnen Ausschau halten, aber die alte Jndianerromantik ist noch nicht ganz erloschen. Das sollte ich kürzlich auf einer Reise feststellen, die mich in die unbekanntesten Teile des riesenhaften Mississippi-Deltas führte. Mit einem winzigen Ruderboot, das mit Proviant, Zelttuch und Flinte beladen ist, bringe ich weit in bie tropische Wildnis vor.
Tagelang führe ich ein ungebundenes Robinson- leben, beobachte die Alligatoren in Öen' flachen Lagunen und schieße mir zum Mittagessen ein paar bunte Vögel aus der Luft. Seit meiner Abfahrt habe ich keinen Menschen mehr gesehen, und ich glaube ganz allein in diesem ungeheuren Delta her- umzustreifen, bis ich eines Tages eine feine Rauchfahne über den Schilfbüschen erkenne. Eine schmale Wasserstraße führt in vielen Windungen durch das Dickicht auf die geheimnisvolle Stelle zu, und man könnte fast glauben, sie sei von Menschenhand angelegt worden.
Bas einsame Tipi.
Vor mir steht auf einem breiten Erdwall das feil« gedeckte „Tipi" eines Sioux-Indianers! Ein Jugendtraum geht in Erfüllung. Aber dann kommt mir die unheimliche Lage zum Bewußtsein, und ich greise angstvoll nach meiner Flinte. Unsinn! Die wilden Zeiten sind längst vorbei. Laut rufe ich einen englischen Gruß.
Als hätte er auf diesen Augenblick gewartet, tritt ein greiser Indianer aus dem Zelt. Mit würdevollen Schritten kommt er auf mich zu und begrubt mich in englischer Sprache.
„Fremdling, wikr haben dich schon seit mehreren Sagen beobachtet. Du bist der erste Weiße, der sich in diese Wildnis wagt. Teile in Frieden unser dürftiges Lager, und stelle deine Flinte fort — es geschieht dir nichts. Ich hege keinen Groll mehr gegen den weißen Mann!"
Mehrere Tage lebe ich bei der gastlichen Rothaut, schlafe des Nachts auf weichen Buffelfellen und esse mit Wohlbehagen die duftenden Fische, die von Ta- topia, dem schönen Jndianerweib mit viel Geschick über dem Lagerfeuer geröstet werden. Außer uns dreien ist niemand im Lager.
Am nächtlichen Feuer begann der Alte aus seinem Leben zu erzählen: „Ich bin Hakada vom Stamme der Sioux. Meine Ahnen waren einst mächtige Krieger, die ein großes Gebiet östlich vom Mississippi bewohnten. Aber um diese Zeit begann das Glück von unserem Stamm zu weichen. Ich war noch ein Kind, als in den Südstaaten ein furchtbarer I n - bianeraufftanö losbrach. Einmütig hatten sich die roten Krieger zusammengerottet, um gegen die fremden Farmer, die sich auf ihrem Boden ansiedeln wollten, zu Felde zu ziehen. Darüber war der große Weiße Vater in Washington sehr erbost, und er ließ seine schwerbewaffneten Truppen gegen die Aufständischen vorrücken.
Die Sioux hatten nichts mehr zu verlieren. Sie wünschten nur noch ehrenvoll im Kampfgetümmel zu sterben, niemand wollte in Gefangenschaft geraten.
In dem allgemeinen Tumult hatte ich meine Eltern verloren. Unbeachtet stand ich in dem schrecklichen Getümmel und sah meine roten Freunde im
Kugelregen zusammenbrechen. Plötzlich wurde ich von einer kräftigen Hand zurückgerissen. Es war eine weiße Hand. Da schrie ich laut und begann, wie ein kleiner Tiger um mich zu beißen. Aber die weißen Soldaten lachten nur und zogen mich in ihre rußgeschwärzten Reihen.
Ich kam in eine große Stadt und wurde von einem reichen Pflegevater ins Haus genommen, der mir viel Liebe entgegenbrachte. Bald merkte ich, daß die weißen Männer keine sv schlechten Teufel waren, wie man uns im Jndianerlager erzählt hatte. Mit der Unbekümmertheit der Jugend lebte ich mich schnell in meine neue Umgebung ein. Jahre vergingen, und ich dachte kaum noch an meine Kindheit auf der freien Prärie zurück. Ich war der Stolz meines alten Pflegevaters, der mir eines Tages zur Belohnung ein prächtiges Reitpferd schenkte.
Dieser ungestüme Mustang trug mich zum erstenmal seit langer Zeit wieder in die endlose Weite der Steppe hinaus. Verwundert stellte ich fest, daß der Wandertrieb meiner roten Ahnen wieder in mir erwacht har.
Verirrt in der Arizona-Wüste!
Tausende von Kilometer legte ich im Sattel zurück. Bis in die sonnenverbrannten Wüsten Arizonas trug mich mein wilder Mustang. Es war, als begann auch dieses edle Tier den ungestümen Frei- heitsdrang zu spüren. Denn als ich eines Morgens erwachte, war ich allein in der Einöde! Ich wußte, was das bedeutete. Ohne Reittier war ich völlig hilflos in der unwegsamen Wüste — ein Kind des Todes!
Ich irrte mehrere Tage in der Wildnis umher. Dann hatte ich fein Trinkwasser mehr und wußte, daß alles zu Ende war. Mit ausgedörrter Kehle legte ich mich auf den heißen Sand, um zu sterben. Bald war es tiefe Nacht um mich her.
Als ich wieder zum Bewußtsein kam, glaubte ich Jahre geschlafen zu haben. Meine Lippen schmeckten kühlendes Wasser, und als ich die Augen öffnete, blickte ich in das lächelnde Antlitz eines Jndianer- mädchens. Es war jung und stattlich gebaut, von der starken Schönheit einer wilden Prärielilie. Aus einmal vergaß ich meine Erziehung bei den weißen Männern, ich dachte nicht an meine Schulbücher und Kameraden. Ich kehrte zu den Meinen zurück — ich war wieder Indianer!
Ohne mich umzusehen, folgte ich dem Mädchen in das väterliche Tipi und bin seitdem nicht mehr von seiner Seite gewichen. Tatopia, meine Squaw, war es, die mich damals vor dem Tode des Verdurstens gerettet hat!"
Mit einem befreiten Seufzer beschloß der Alte seine Erzählung und trat in sein Zelt.
Später haben wir nach oft am Lagerfeuer gesessen, und bei solcher Gelegenheit vernahm ich, daß meine indianischen Gastgeber aus dem Schutzgebiet am Coloradofluß kamen, wo auch ihre Kinder lebten. Hakada litt es nicht mehr in diesen Gebieten, wo des öfteren weiße Regierungsbeamte durchreisten und ihn an sein früheres Leben in der Zivilisation erinnerten. So hatte er sich mit seiner schonen Squaw in die unbekannte Einsamkeit des Mississippi-Deltas zurückgezogen, nährte sich bescheiden von Fischfang und Jagd, und wartete gelassen auf den Augenblick, wo auch er in die ewigen Jagdgründe einziehen würde. Rudolf Jacobs.
L a n g (Mercedes-Benz), Stuck (Auto-Union) und v.' Brauch it sch (Mercedes-Benz). Im zweiten Lauf aber übertraf dann Hermann Lang alle übrigen. Im schweren Gewitterregen jagte er mit unerhörtem Schneid den Berg hinauf und hotte sich mit einer Zeit von 11:12,6 den Gesamtsieg vor Hans Stuck, H. Müller und von Brauchttsch. Der Sieger erzielte einen Durchschnitt von 75,09 km/st.
Reichenwallner schaffte es.
Die Sportwagen trugen ihren vorletzten Lauf zur deutschen Meisterschaft aus. In der 11 0 0 - ccm= Fiat zum Siege kommen und sich damit in der Klasse konnte Reichenwallner (München) auf Fiat 3um Siege kommen und sich damit in der Wertung vom dritten auf den ersten Platz oor- schieben. Sein Punktvorsprung ist so groß, daß er
den Titel jetzt schon sicher hat. In der 1,5-Literklasse war Kathrein (Lorsbach) auf BMW. zweimal der Beste. P 0 l e n s k i (Berlin) auf BMW. und von Honstein (Leonberg) lieferten sich in der Zweiliterklasse einen harten Kampf, den schließlich Polenski knapp gewann. Bei den kleinen Rennwagen sah man die Italiener vorn.
Bei den Krafträdern konnte sich Walfried Winkler (Auto-Union-DKW.) in der kleinen Klasse wegen einer Handverletzung nicht durchsetzen. Sieger wurde der Wiener Schneeweiß mit 63 km/st. Einen wetteren Wiener Sieg gab es durch Faß! (NSU.) mit 62,8 km/st in der 350-ccm- Klasse. In der 500-ccm-Klasse siegte der bereits in Schotten ausgefallene Unteroffizier Georg (Mittenwald) auf DKW. ,mit der größten Geschwindigkeit aller Motorräder von 66,85 km/st.
Schlußtag der „20. Rhön" ohne Start.
Mit dem Schiklub Gießen zur Wasserkuppe.
Die „20. Rhön" hat ihren Abschluß gesunden. Der Wettbewerb wurde wieder zu einem großer Erfolg. Obwohl das Wetter während des ganzen Wettbewerbs nur sehr wenig den Wünschen der Segelflieger entsprach, wurden doch nicht weniger als rund 75 000 Kilometer in insgesamt 2150 Flugstunden zurückgelegt, während im Vorjahre und unter günstigeren Wetterbedingungen etwa 78 000 Kilometer geflogen wurden.
Der letzte Tag der „20. Rhön" ließ sich wenig günstig an. Es war während des ganzen Tages kein einziger Start möglich. Die Wasserkuppe war bis in die Mittagsstunde von einer undurchdringlichen Wolkendecke umhüllt, die selbst die größten Bauten auf dem „heiligen Berg der Segelflieger" kaum auf 10 Meter Entfernung erkennen ließ. Am Samstagabend tobte ein anhaltendes und ungemein heftiges Gewitter um die Wasserkuppe, das starken Regen brachte. Jeder Grashalm war mit Wasserperlen behängt und blieb es den ganzen Tag. Erst kurz nach der Mittagsstunde hob sich die Wolkendecke für den Zeitraum einer halben Stunde und gab einen wundervollen, wenn auch leicht dunsttgen Rundblick frei, aber dann brach wieder dichtester Nebel ein, der gleichzeitig peitschenden Regen mit sich brachte, der den Tag in seinen Wasserfluten zu Ende gehen ließ.
Die Flugzeuge lagen dicht gedrängt in der „Her- mann-Göring-Halle", und kaum eines lag, vielleicht eines Startes gewärtig, im Freien. Einige der schlanken Vögel wurden nur zum Zweck der Verladung aus der Halle geholt und abmontiert. Zahlreiche Motorflugzeuge standen mit wohlverpackten Motoren gespenstisch und triefend in Nebel und Regen. Die Fahnen wehten schwerfällig und naß in der feuchten Luft. Die Wasserkuppe zeigt sich zum Schlußtag von ihrer unangenehmsten Seite.
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Trotzalledem und obwohl das Wetter schon in den Morgenstunden sehr wenig einladend war, sanden sich zahlreiche Mitglieder des Schiklubs
Gießen am Ludwigsplatz ein, harrten des Omnibusses und fuhren in die Rhön, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, diese Fahrt etwas abzublasen. Wenn bann auch der Tag nicht die Erfüllung der gehegten Wünsche brachte, so war man doch einig in der Meinung, daß man die Rhön auch einmal von dieser Seite kennenlernen mußte. Nach dreieinhalbstündiger Fahrt, quer durch das schöne oberhessische Land, lanate man auf der Wasserkuppe an. Nach einer Kaffeepause machten sich die Gießener Fahrtteilnehmer auf, um zu sehen (soweit überhaupt Sichtmöglichkeit vorhanden war), was eigentlich „los" war. Es war wenig los, genau gesagt: es war nichts los! lieber die Lautsprecher klang Musik in das milchige Weiß, in dem die Klänge schon auf kurze Entfernung erstickten, hin und wieder wurden einige technische Bekannt- machungen durchgegeben.
Die Gießener Rhönfährer nahmen Gelegenheit, dem Fliegerehrenmal an der Westseite der Wasser- kuppe einen Besuch abzustatten und dann auch die neue Ehrenhalle, die zu Beginn des diesjährigen Wettbewerbs durch Korpsführer Generalleutnant Christiansen ihrer Bestimmung übergeben worden mar, zu betrachten. Die mächtige, breite und hohe Glaswand, die in einer vielfältig aufgebauten und vielfarbigen Glasmalerei das Zeichen des NS- Fliegerkorps, den fliegenden Menschen zeigt, wurde viel bewundert. Zu einem starken Effekt ist die Glasmalerei dadurch gesteigert, daß sie sich im Ehrenraume selbst im geschliffenen marmornen Bodenbelag spiegelt. Zahlreiche Kränze schmückten die Ehrenhalle.
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Zu einem Erlebnis von starkem und eigenartigem Reiz wurde bann für alle Teilnehmer ber Fahrt zur Rhön bie Siegerehrung. Im ftrömenben Regen unb im dichten Nebel marschierten der Ehrensturm des NS.-Fliegerkorps, ein Musikkorps des NSFK., die Segelflieger selbst und dann cm


