jedem Wirtschaftskammerbezirk eine Kommission zur Besichtigung der Betriebe gebildet. Der Kommission sollen angehören der Vertreter des Gewerbes, der Vertreter des Fremdenverkehrsoerbandes, der jeweilige Bürgermeister, ein Beauftragter der Partei und gegebenenfalls andere sachverständige Personen. Die Kommission besichtigt die Betriebe, um festzustellen, ob ihre Ausstattung und Einrichtung den billigerweise zu stellenden Anforderungen der Gäste entspricht. Dabei kommt es nicht etwa darauf an, kostspielige Aenderungen vorzuschlagen, vielmehr muß angestrebt werden, notwendige Verbesserungen mit er. schwinglichen Mitteln zu erreichen. Besonders soll auf die Inneneinrichtungen der Gasträume und Fremdenzimmer, ihre Ausstattung, Beleuchtung und Lüftung geachtet werden.
Zurück auf das Land.
Ein Aufruf des Reichsjugendführers zum Landdienst der HI.
Berlin, 6. Febr. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, erläßt folgenden Aufruf an die Ostern ins Berufsleben eintretende Jugend:
„Mit dem L a n d d i e n st leistet die Hitlerjugend einen wesentlichen Beitrag zur Behebung der für unser Volk so gefährlichen-L a n d f l u ch t. Eine im besten Sinn^ des Wortes tat bereite und idealistische Jugend hat hier den Weg von der Stadt zurück auf das Land gefunden. Dieser Einsatz in der Landwirtschaft muß heut« mehr denn je von der ganzen deutschen Jugend und ihren Führern aktiv gefördert werden. Im Bauerntum liegen die Wurzeln unserer Kraft. Im bäuer- lithen Beruf soll die junge Generation wieder i h r schönstes Lebensziel sehen. Der Landdienst bietet der ins Berufsleben tretenden Jugend die beste Einsatzmöglichkeit und die gesicherte Zukunft auf dem Lande. Darum: Heim aufs Landl Kommt zum Landdienst der HI!
Oer »Tag der deutschen Polizei"' brachte 9% Millionen für das WHW.
Berlin, 6. Febr. (DNB.) Am „Tag der Deutschen Polizei" konnte die Polizei den Betrag von 9Ve Millionen an das Winterhilfswerk des deutschen Volkes abführen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 5 250 000 Mark durch Verkauf der Verkehrsabzeichen, 1550 000 Mark Sonderspende der Polizei und der ihr angeschlossenen Hilfsformationen Technische Nothilfe und Feuerwehren aus eigenen Mitteln neben den sonstigen laufenden WHW.-Spen- den, 2 650 000 Mark Sonderspende der Bevölkerung als Dank für den Einsatz der Polizei. Außerdem gab die Polizei 132 000 Essensportionen aus und verteilte 107 000 Kilogramm Lebensmittelpakete.
Warum Führerscheine entzogen oder versagt wurden.
Der Reichsoerkehrsminister gibt eine Zusammen- stellung über Versagungen und Entziehungen von Führer- und Fahrlehrerscheinen für Kraftfahrzeuge im Jahre 1938 bekannt. Danach wurde in 4662 Fällen der Führerschein versagt, während die Zahl der Führerscheinentziehungen 9069 beträgt. Die meisten Führerscheinentziehungen, nämlich in 4307 Fällen, erfolgten wegen Neigung zum Trünke oder zu Ausschreitungen. In 1421 Fällen war fahrlässige Körper- Verletzung oder fahrlässige Tötung der Grund für die Entziehung, in 1193 Fällen Übertretung der polizeilichen Vorschriften oder Nichterfüllung von gesetzlichen Anforderungen. In 839 Fällen lagen schwere Eigentumsvergehen und Urkundenfälschung vor. 281 Entziehungen haben Führerflucht zur Ursache. Die übrigen Fälle entfallen auf körperliche Gebrechen, nicht ersetzten Schaden, Sittlichkeitsverbrechen, Schwarzfahrten usw. Bei den Versagungen von Führerscheinen stehen zahlenmäßig schwere Eigen- tumsvergehen und Urkundenfäl- s ch u n g e n an der Spitze, nämlich in 1671 Fällen. In 983 Fällen wurde die Prüfung nicht bestanden. Neigung zum Trunk ober zu Ausschreitungen führte in 240 Fällen zur Versagung des Führerscheins, Uebertretung der Vorschriften in 412 Fällen, Fahrlehrerscheine wurden in 22 Fällen versagt und in 127 Fällen entzogen, überwiegend wegen Uebertretung der Vorschriften oder Nichterfüllung von gesetzlichen Anforderungen. Ferner sind im Gelegenheitsverkehr 87 Versagungen und 382 Entziehungen, im Güterfernverkehr 63 Versagungen und 125 Entziehungen ausgesprochen worden.
Neue Leiten« des Amtes Studentinnen
Mit dem 1. Februar hat die Reichs-ANSt.-Refe- rrentin und Leiterin des Amtes Studentinnnen der Meichsstudentenführung, Inge Wolff, laut „Stu- Lenten-Pressedienst" ihr Amt niedergelegt. Der Mcichsstudentenführer hat die bisher stellv. Reichs- LlNSt.-Referenttn Dr. Anna Kottenhoff mit Der Uebernahme des Amtes beauftragt. Inge Wolff, bie in Heidelberg, München, Frankfurt und Berlin (Geschichte und Kunstgeschichte studierte, ist seit 1931 Mitglied der NSDAP, und des NSDStB. In den Zweieinhalb Jahren ihrer Amtstätigkeit wurden die Gruppen der ANSt. eingerichtet. Im Juni 1937 verkündete Inge Wolff die Gründung der Hochschulgemeinschaft Deutscher Frauen. Dr. A. Kotten- Hoff studierte in Köln und Innsbruck Rechtswissen- ichaften. In Heidelberg legte sie 1935 ihr erstes ju- istisches Staatsexamen ab. Seit Herbst 1933 hatte 'ne sich insbesondere für den Aufbau der Wissen- Schafts- und Fachschaftsarbeit der Studentinnen ein» gesetzt. Sie griff als erste den Gedanken auf, in den Ugerneinen Fachschaften Studentinnen-Arbeitsge- memschaften zu bilden.
internationales Hochschulsanatorium in Leysin.
Das schweizerische Universitätssana- üorrum für Lungenkranke in Leysin, das ?it 17 Jahren besteht, hat mehr als 700 an heil- Eurer Tuberkulose erkrankten Professoren und Stu- tenten aus 42 Ländern zur Wiedererlangung der Gesundheit verhelfen können. Ausländische studierende und Wissenschafter können aber nur ia dem Maße Aufnahme finden, wie Platz vorhanden ist. Die schweizerische Bundesversamm- l-ng hat nun auf Vorschlag des Bundesrates für c«e Errichtung eines internationalen Hoch- lZu fanatoriums einen Zuschuß von einer halben Million Schweizer Franken bewilligt. Der Große Rat des Kantons Waadt hat gleichfalls 50 000 ?.rar^en Zugesagt. Die Gemeind« Leysin ltiilt Baugelände kostenlos zur Verfügung. Der Bun- ) srat hat die Regierungen aller Länder zur Mit
arbeit emgeladen. Die finanzielle Grundlage wird hauptsächlich durch Stiftung von Betten ge- schassen, wodurch sich das betreffende Land ober die Organisation den dauernden Besitz eines Bettes zum Belegen sichert. Wie im schweizerischen Unioersitäts- sanatorium soll auch im internationalen Sanatorium den Studenten die Möglichkeit gegeben werden ihre Studien fortzu setzen, ebenso wie die Gelehrten sich hier zu geistiger Zusammenarbeit finden können.
Schmuckwettbewerb der »Neuen Linie"'
Die Monatsschrift „die neue linie" (Verlag Otto Beyer Leipzig) schreibt in ihrem Februar- Heft «inen Wettbewerb unter den deutschen Goldschmieden und Schmuckzeichnern aus. Verlangt werden Schmuckstücke oder Entwürfe von Schmuckstücken in denen Edelsteine aus Id a r - O b e r st e i n %AameJ^et Preise: Für Schmuckstücke 1000RM., 600 RM., 400 RM.; für Entwürfe 500 RM., 300 ptTl., 200 RM. Dem Preisgericht gehören auch Vertret^ des Werberats der deutschen Wirtschaft, der Relchsfrauenführung, des Deutschen Mode-Instituts, der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst und
3u diesem allgemein interessierenden Problem schreibt der „Volkswirtschaftliche Auf- Uärungsbienft":
Die Aerzte sind heute der einzig« Berufsstand, der für seine Hilfe kein Entgelt, sondern ein Honorar erhält. Honorar heißt in der wörtlichen Übersetzung Ehr en so lb. Das hat einen tiefen Sinn, und dieser Brauch soll auch in Zukunft er» holten bleiben. Der Arzt ist nicht wie ein Gewerbetreibender tätig, der eine Ware herstellt und damit einen bestimmten Bedarf des Kunden befriedigt, sondern der Arzt bringt uns Hilfe, Hilfe in den Notzeiten unseres Leibes. Oder er ist uns Berater, um vorbeugend Notzeiten abzuwenden, deren Heraufkommen er mit fachkundigem Auge auf Grund unseres Verhaltens voraussieht. Leider hat unser mechanisiertes Zeitalter sich schon daran gewöhnt, auch die Tätigkeit des Arztes mechanisch zu sehen, nämlich als Reparatur. Damit hat der Volksgenosse vielfach auch eine andere Einstellung zum Arzt bekommen. Aber diese Entwicklung geht auf Abwegen. Es gibt viele Hilfeleistungen in der ärztlichen Praxis, die infolge des Hochstandes der Wissenschaft nur noch wie Handgriffe anmuten, dadurch soll sich aber niemand täuschen lassen. Diesem Handgriff muß eine Diagnose vorausgehen, die Erkennt- n i s des Krankheitsherdes und der zu erwartenden Entwicklung. Das ist die eigentlich ärztliche Tätigkeit, und dies ist Kunst in ganz hervorragendem Maße.
Der Arzt muß ohne Ansehen der Person und chres Geldbeutels tätig fein und jedem feine Hilfe bringen, der ihn ruft. Er darf ihn nicht fragen, ob der Patient ihm feine Kunst auch „bezahlen^ kann, er steht im Dienste der Gesundheit des Volkes, fein Eid unb fein Gewissen binden ihn. Es gibt nicht Aerzte für Reiche und Aerzte für Arme. Zwar glauben das viele Volksgenossen, diese Meinung ist aber falsch. Sie wird vielfach dadurch genährt, daß reiche Leute es sich leisten können, bei jeder Kleinigkeit den Spezialarzt aufzusuchen, der wegen der ganz anders gearteten Praxis, di« viel- ach mit wesentlich höheren, laufenden Unkosten »erkunden ist als die des praktischen Arztes, für eine Bemühungen auch höher« Honorare ansetzen muß. Dieser Spezialist steht dem armen Mann aber genau so zur Verfügung wie dem reichen.
Und nun zur Frage der Honorierung. Durch die Preußische Gebührenordnung (und die auch zur Zeit noch geltende Allgemeine Deutsche Gebührenordnung) hat der Arzt die Möglichkeit, je nach den Einkommens- und Vermögens- Verhältnissen des Patienten, seine Honorierung zu staffeln, damit durch die höheren Honorare des reichen Patienten ein Ausgleich für die kleineren des armen geschaffen wird. Daß sehr viele
der Reichsinnung des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks an.
Zwei Todesurteile
im Halleschen Eisenbahnräuberprozeß.
halle (L b. Saale, 7. Febr. (DAV. Funkspr.) Im Prozeß gegen die fünf Halleschen Eisenbahnräuber krybus, Edelhoff, Seidel, Spott und Zimmermann wurde am Dienstag nach ISstundiger Verhandlung das Urteil verkündet. Sämtliche Angeklagten wurden des gemeinschaftlichen Verbrechens nach § 315; Absatz 1 und 3 StGB, in Tateinheit mit schwerem Raub und versuchtem Word für schuldig erkannt. Es wurde erkannt gegen die Angeklagten Srybus und Edelhoff aus Todesstrafe, gegen Seidel auf lebenslängliches Zuchthaus, gegen Spott und Zimmermann auf 12 Jahre Zuchthaus. Die Ehrenrechte wurden den ersten drei Angeklagten auf Lebenszeit, den beiden letzten au 10 Jahre aberkannt. — Der Staatsanwalt hatte für alle fünf Angeklagten die Todesstrafe beantragt.
Patienten durch ihr« Mitgliedschaft in einer Krankenkasse uninteressiert sind an der Honorierung, weil die Kasse für sie bezahlt, wollen wir hier einmal außer acht lassen, denn es gibt noch sehr viele Volks- genossen, die selber bezahlen müssen. Um nun die richtige Höhe des Honorars zu treffen, muß der Arzt die Einkommens- und Vermögenslage des Patienten schätzen. Er kann in der Regel von sich aus hierüber mit dem Patienten keine Unterhaltung führen, denn damit käme er bei empfindsamen Naturen in den Ruf des Feilschens. Die Erfahrung lehrt, daß Aerzte sich auch verschätzen können, und daß der Patient bann nach seiner Heilung barüber erbittert ist, wie teuer der Arzt bei ihm war. Das will kein Arzt. Wenn ein solcher Fall
Nicht unterliegen lassen!
Wenn Sie unter Appetitlosigkeit, Abspannungs- unb Enn Übungserscheinungen leiben, bie währenb der Wintermonate burch eine leichte Störung bes Stoffwechsels verursacht würben, so nehmen Sie Bioserrin, bas blutbilbende Kräftigungsmittel.
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vorliegt, dann muß der Patient den Mut haben, vertrauensvoll zu seinem Arzt zu gehen urb ihm wahrheitsgemäß feine Vermögenslage barzu- I e g e n. Der Arzt wird dann sein Honorar der Vermögenslage anpassen. Einmal ist damit dem Patienten gedient, zum zweiten dem Arzt, denn er behält den Patienten für spätere Fälle und kommt nicht in den Rus, ein Geldschneider zu fein. Daß wir hier nicht dem skrupellosen Patienten, der, ohne es nötig zu haben, auf jeden Fall mit dem Arzte herumfeilscht, das Wort reden, ist selbstverständlich.
Für den Durchschnitt der Füll« ist es am sinnvollsten, wenn der Patient den Arzt vorher fragt, mit welcher Liquidation er ungefähr zu rechnen hat. Von ärztlicher Seite hält man es heute für selbstverständlich, daß sich ein Patient danach erkundigt; eine andere Auffassung wird im Streitfall als weltfremd angesehen. Der Patient wird sich und dem Arzt durch vorheriges Fragen manchmal viel Aerger ersparen, vor allem in den Fällen kostspieliger Behandlung, denn es ist unter Aerzten — und hier müssen wir sagen: leider — eine weit verbreitete Ansicht, daß der Arzt auch bann, wenn er von Durchschnittshonoraren abgehen will, nicht verpflichtet ist, dies vorher dem Pattenten zu sagen.
sind von hohen Schutzmauern umgeben, und der Ackerboden mußte erst in mühseliger Arbeit vom Festland herangeschasft werden.
Tintenfische als Leckerbissen.
Und doch gibt es bei Malta einen herrlichen Park, von dem die Reisenden nichts ahnen, weil er tief unter dem Meeresspiegel liegt. Die Marinetaucher, bie bort unten nach verlorenen Ankern unb Granaten suchen, wissen romantische Geschichten zu erzählen. Ganze Gebirge aus Korallenselsen bauen sich am Meeresgründe auf. Nabelfeine Spitzen unb Zin- ncn steigen wie kleine Türme empor unb werben bcfonbers von den U-Boots-Fahrem im Mittelmeer gefürchtet. Auch bie märchenhaften Wälder aus Schlinggewächsen sind in Wirklichkeit nur Todesfällen für die Taucher. IN den unterseeischen Grotten van Malta Hausen neben anderen Meeresungeheuern auch die unheimlichen Tintenfische. Kaum von der düsteren Umgebung zu unterscheiden, liegen die schleimigen Geschöpfe zwischen den Felsen und lauern auf Beute. Alles Getier, was ihren langen Fangarmen zu nahe kommt, ist verloren.
Dafür werden die Tintenfische wiederum auch verspeist. In den Speisehäusern von La Valletta bekommt man diese „netten" Tierchen als ganz besondere Leckerbissen vorgesetzt. Die meisten Reisenden haben davor eine heilige Scheu Vielleicht mit Recht, denn das Mittelmeer ist seiner plötzlichen Stürme wegen berüchtigt. Nach der Abfahrt aus La Valletta sind bie Schiffe oft mit Seekranken besetzt. Es ist, als wollten sich bie verspeisten Polypen noch einmal bemerkbar machen, unb viele kehren wirklich in ihr Element zurück.
Woher ich das weiß?
Aus bitterer Erfahrung! R, J.
Die Lustverteidigungszone.
N/EOERLD.
I Köln
L UXEMBüj
'Karlsruhe
Toul
X/Z/A Westbefestigungszone
■z uftverteidigungsione
• 1
Lüttich'
In ber Zeitschrift „Die Wehrmacht" erschien soeben ein Aufsatz von Generalleutnant Kitz in g er, bem Befehlshaber ber Luftverteibigungszone West. Diese neue Zone sichert bas Reich vor einem Lufteinfall aus bem Westen. Bis zu 60 Kilometer tief finb bie oerschiebenen Stellungen gestaffelt. Durch zahlreiche leichte unb schwere Flakgeschütze, Scheinwerserbatte- rien unb Luftsperrverbänbe aus Sperrballonen ist ber eine starke Sicherung geschaffen worben. Alle Anlagen ber Luftverteibigungszone West stehen unter Panzer unb Eisenbeton unb geben ben Verteibigern eben erdenklichen Schutz. — (Zeichnung: Heincke. — Scherl-M.)
Aus aller Wett.
Reue Weltbestleistung des Siebel-Flugzeuges „Hummel".
Das deuffche Kleinkabinenflugzeug Siebet Si 202 „Hummel" hat eine neue Weltbestleistung aufgestellt. Flugkapitän Ziese erreichte eine Höhe oon 7043 Meter unb überbot somit ben bisher vom Auslanb gehaltenen internationalen Rckorb um an- nähernb 1200 Meter. Die Siebel-Flugzeugwerke haben bereits durch den Sieg des zweimotorigen Schnellreiseflugzeuges „Siedel' Fh 104" beim vorjährigen internationalen Jtalienrundflug unb burch ben eintägigen Europarunbflug über 6200 Kilometer Strecke von sich reben gemacht. Die Si 202 „Hummel", ein Kleinkabinenslugzeug für Schulung, Sport unb Reife, wurde von Chefkonstrukteur F e ch e r entworfen unb ist mit bem neuen, nur 50 PS tarfen Zünbapp-Motor von weniger als zwei Liter Hubraumvolumen ausgerüstet.
Verheerende Folgen eines Zigeunergelages.
In einem Dorf in ber Ost-Slowakei finb 62 Zigeuner nach dem übermäßigen Genuß von Methylalkohol schwer erkrankt. Fünf Zigeuner sind nach der Einlieferung ins Krankenhaus ge- t o r b e n , 15 weitere befinden sich in hoffnungslosem Zustand. Unter den Toten befindet sich auch em elfjahriaer Knabe. Die Zigeuner hatten ein Gelage veranstaltet unb glaubten, benaturierten Spiritus zu trinken, währenb sich in ben Fässern Methylalkohol befanb.
Sprengkörper-Explosion tötet zwei Kinder.
In Mährisch-Schönberg fand eine Gruppe Hitler- jungen unb BDM.-Mäbel unter der Brücke, über die die Reichsstraße Schönberg—Troppau führt, zwei etwa handgroße Behälter aus einem durch- ichtigen Material mit einem Metallreifen. Die Kinder nahmen die beiden Büchsen, ohne zu ahnen, baß es sich um hochexplosive Sprengkörper handelte, die offenkundig von tschechischen Soldaten unter die Vrücke gelegt worden waren. Unterwegs wurde ber Versuch gemacht, bie Metallbereifung zu lockern. Plötzlich erfolgte eine Explosion. Der 14jähriae Rubolf Weiß wurde von dem Sprengkörper bucy- täblich zerrissen, so baß ber Tob auf ber Stelle eintrat. Die übrigen Kinber würben bis auf einen Jungen, der sich von den anderen getrennt hatte, um einen Handwagen zu holen, durch die Explosion meterweit fortgeschleudert und mehr ober minber chw« r verletzt. Man brachte sie sofort ins
Krankenhaus nach Mährisch-Schönberg, wo ber 13- jährige Josef Appel seinen Verletzungen erlag. Vier Jungen unb ein Mäbchen befinden sich noch im KrtmkenhäuL ,,—
Wo die Ziegen Maulkörbe tragen...
Malta, bas Land ohne Bäume. — Araberdschunken und Unterseeboote. Von der Inselfestung zum Flottenstützpunkt.
„... ferner bitten mir zu beachten, daß jegliches photographieren auf Malta streng verboten ist, auch der Gebrauch von Felbstechern ist nicht gestctt- tet." Dieser knappe Vermerk im Reiseführer klingt nicht gerabe ermutigend Jebenfalls will ich vor- ichtig fein, Malta ist Festungsgebiet!
Es kommt aber ganz anbers. Als unser Schiffchen nach heftiger Schaukelei über bas Mittelmeer in ben Hafen von La Valletta hineinsteuert, finb bie -guten Vorsätze vergessen. Schnell mache ich ein paar Schnappschüsse mit ber Kleinkamera. Es hat sich gelohnt, bie Gegenb sieht wirklich großartig aus. Wie aus Stein gehauen steigt bie Stabt an den Felshängen empor. Ein Wohnhaus klebt über dem andern. Senkrecht fallen bie Wänbe ber Forts in ben Hafen hinab. Nirgenbs ist ein bißchen Grün zu sehen, schwer unb starr ruhen bi« geldlich-weißen Festungsblöcke in ber grellen Sonnenglut.
Die Anker polterten in die Tiefe, eine Barkasse kommt längsseits, unb bie ersten Beamten steigen an Deck. In der Aufregung vergesse ich ganz bie Kamera abzulegen. Schon ist es geschehen!
„Beg your pardon“ (Verzeihung), tönt bie Stimme bes Polizisten, „darf ich 'mal Ihre Kamera sehen?"
Aus! benke ich. Das gute Stück wird konfisziert. Photographieren streng verboten ...
Der Beamte besieht sich die Beute von allen Setten. „Excuse me (entschuldigen Sie) ... bin auch Amateur ... barf ich wohl eine Aufnahme machen?"
Mit dem selbstverstänblichsten Gesicht knipst er nacheinanber alle Festungsbauten ab. Dann reicht er mir den Apparat zurück. „Thank you, very nice camera (danke schön, sehr hübsche Kamera)!"
Keine wohlgemeinte Rebe, feine Verwarnung. Ich barf weiterhin Schnappschüsse machen.
Das hat natürlich seinen guten Grund. Auch die Englänber lassen sich nicht gern in ihre militärischen Geheimnisse gucken, unb am allerwenigsten auf Malta. Ader die malerischen Kasematten, Schießscharten unb Wachttürme überlassen sie gern ben Kabaks der Touristen. Die alten Bauten nimmt memanb mehr ernst, sie haben nur noch dekorativen Wert. Zum größtenteil stammen die Anlagen schon aus dem 16. Jahrhundert. Damals war Malta als uneinnehmbare Festung bei allen Seestreitkräften gefürchtet, heute bient bie Inselgruppe vor allem Gl* Flottenstützpunkt
Schwimmende Stahlburgen.
Da liegen die mächtigen „Dreadnoughts" dicht nebeneinander im schmalen Becken des Grand Harbour. Die Silhouetten ihrer Gefechtstürme ragen gefpensttfch in den Himmel. Klein« Gondeln und Barkassen huschen zwischen den dunklen Kolossen hin und her. Seltsam nehmen sich die modernen Schlachtriesen unb Flugzeugmutterschiffe neben ben mittelalterlichen Festungsbauten aus. Romantische Vilber prägen sich ein. Dicht neben einer vorzeit- lichen Araberdschunke sehe ich plötzlich die Kom- manbobrücke eines Unterseebootes aus den Wellen tauchen.
Das Nebeneinanber von einst und jetzt macht die Inselgruppe so reizvoll. In ben schmalen Gassen von La Valletta finbet man noch Ueberbleibfel aus ber Maurenzeit. Kunstvoll verzierte Erker kleben wie Schwalbennester an ben schmalen Häuserfronten. Die winzigen Fenfter finb vielfach noch mit hölzernen Gittern versehen.
In allen Geschäftsstraßen wimmelt es von Menschen. Malta ist außerordentlich bicht bevölkert, auf ben Geviertkilometer kommen fünfmal soviel Einwohner wie in Deutschland. Nach südländischer 2(rt sprudelt das Leben dahin. Die Freude am Lärm ist bemerkenswert. Selbst die kleinen Kutschen vollführen ein mehrstimmiges Klingelkonzert, fast ununterbrochen bimmeln die Arme-Sünder-Glöckchen der vielen katholischen Kirchen, Straßenhändler singen ihre Ware aus, unb nicht selten hallt bumpfer Kanonenbonner bazroischen.
Wer in der Hauptstadt La Valletta spazieren geht, muß ein guter Bergsteiger sein, ©elbft die Autos versagen in den steilen Gassen, die zum großen Teil nur aus Treppen bestehen. In diesem unzugänglichen Revier klettern den ganzen Tag die maltesischen Ziegen herum. Mehrmals sah ich braun» aebrannte Hütejungen, die ihren „Milchladen" sicherheitshalber begleiten. Den Käufern wird die Milch gleich auf der Straße in den Topf gemolken. Doch was am merkwürdigsten ist: auf Malta müssen die Ziegen Maulkörbe tragen. Das hat die Gesundheitspolizei so angeordnet. Auf diese Weise wird verhindert, daß die Ziegen schlechte Abfälle zu sich nehmen und das gefürchtete Maltafieber übertragen.
Don der Umgebung La Vallettas ist nicht viel zu erzählen. Die ganze Landschaft ist recht öde. Nirgends wächst ein Baum, der stürmische Seewind zwingt allen Pflanzenwuchs zu Boden, Die Felder
Soll man den Arzl nach dem Honorar fragen?


