Ausgabe 
7.2.1939
 
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ralkonsulat in Triest. Nachdem er noch als Ge­schäftsträger in Tirana, der Hauptstadt Alba­niens, und in Budapest sowie nach einer Zwi­schenzeit in Belgrad, wo er die Balkanabteilung des Außenministeriums leitete, als Legationsrat i n Wien und Paris gewirkt hatte, wurde er 1934 zum Gesandten in Sofia ernannt, wo er erfolg­reich an der Annäherung Jugoslawiens und Bulga­riens mitwirkte. Unter der Regierung Stvjadinv- witfch wurde er 1935 zum jugoslawischen Gesandten in Berlin ernannt. Während der drei Jahre seiner Tätigkeit sah er seine Hauptaufgabe darin, an der wirtschaftlichen und politischen Annäherung zwischen Jugoslawien und Deutschland zu arbeiten.

Mien zum Kabmettswechsel in Velgrad.

Rom, 6. Febr. (Europapreß.) Die italienische Presse übt bei der Beurteilung der jugoslawischen Kabinettskrise und ihrer Lösung größte Zurückhal« hing. Man betont, der neue Außenminister Mar­kowitsch werde die Außenpolitik fort­setz en, die Stojadinowitsch drei Jahre lang ge­führt habe. Der Belgrader Vertreter derTribuna" weist darauf hin, der neue Ministerpräsident Zwetkow itsch sei der Organisator der Blau­hemden, die dem italienischen Außenminister Graf Ciano bei der Durchreise durch Belgrad einen fest­lichen Empfang bereitet hätten. Ferner seien die freundschaftlichen Gefühle Markawitschs gegenüber Italien seit langem bekannt. Auch sei die Tatsache, daß er fein Land in Berlin vertreten habe,

nicht ohne Bedeutung. Wichtig sei ferner, daß einer der hervorragendsten Mitarbeiter Stojadinowitschs, der Verkehrsminister S p a h o , ins neue Kabinett übernommen worden fei, er fei ein beaeisterter Ver­fechter der italienisch-jugoslawischen Zusammenarbeit. Man sehe also, die Veränderungen in der Belgrader Regierung würden keine Auswirkungen aufdieAußenpolitik Jugoslawiens haben. Kleine politische Nachrichten.

Außer der großen Versammlungsaktion d e r N S D A P. in den 26 Kreisen unseres Gaues finden auch zur Zeit in allen Betrieben Be­triebsversammlungen statt. Bei der Betriebsver­sammlung der A d l e r - W e r k e wird am Mittwoch um 16 Uhr Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger das Wort ergreifen. Am Donnerstagnachmit­tag spricht er zur gleichen Zeit in der Betriebsver­sammlung des I G. - W e r k e s G r i e s h e i m. -

Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Montag den Vizepräsidenten des Comitä France- Allemaane, Comtede Brinon,zu einer länge­ren politischen Unterredung.

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Unter dem Vorsitz des Duce trat der Ausschuß für die Landesverteidigung zu seiner üblichen Jahrestagung zusammen. Mussolini wies auf die Wichtigkeit der Tagesordnung hin, die die militärische Organisation der Nation, die zivile und industrielle Mobilmachung und die wirtschaftliche Autarkie im Falle des Ausnahmezustandes betrifft.

Der Niichtlmgsstrom an der spanischen Grenze.

Frankreich muß weitere Konzentrationslager einrichten. Wo ist die rote »Regierung»' geblieben?

E. F. Paris, 6. Februar.

Die unabsehbare Karawane der Flüchtenden aus Sowjetspanien hatte in den Mittagsstunden des Montags eine Länge von über fünfzig Kilometer erreicht. Der Zug erstreckte sich von Figueras über den Paß von Le Perthus bis zu den Konzentra­tionslagern von Argeles und Boulon. Die Spitze der flüchtenden Milizen, die am Morgen an der französischen Grenze eingetroffen waren, bestand aus etwa dreitausend Mann Sturmgarden und Ka­valleristen. Der französische Grenzort Le Per­th u s , in dem die Entwaffnung der Geflüchteten durch die Behörden erfolgt, ist völlig verstopft. In wenigen Vormittagsstunden passierten allein drei­tausend Lastwagen Le Perthus. Die Straßen des Ortes bieten ein Bild völligen Durcheinanders. Im Laufe des Montags nahm dann der Andrang der flüchtenden sowjetspanischen Milizen derart zu, daß diese nicht erst in das Lager von Boulou, sondern unmittelbar nach Argeles weiterge­leitet werden mußten. Die bisher eingerichteten Konzentrationslager reichen zur Aufnahme der Flüchtlinge nicht aus. Man ist dabei, zwei wei­tere Lager herzurichten. Der ungeheure Flücht­lingsstrom machte auch den Einsatz neuer französischer Truppen notwendig. Wäh­rend ein Teil der Milizen sofort nach der Ankunft verlangte, nach Nationalspanien weiter­transportiert zu werden, machten andere Schwierigkeiten bei der Entwaffnung. In Prats de Molo empfing eine sowjetspanische Militärkapelle die eintreffenden Milizen mit der Marseillaise und einem sowjetspanischen Kampflied.

lieber den Verbleib der sowjetspanischen Macht­haber sind keine zuverlässigen Feststellungen mög­lich. Die widersprechendsten Gerüchte sind im Um­lauf. Die Gründe für diese offenbar absichtlich geschaffenen Unklarheiten scheinen in den völker­rechtlichen Konsequenzen des Verhaltens der sowjet- spanischen Machthaber zu liegen. DerTemps" macht noch einmal unmißverständlich darauf auf­merksam, daß die sowjetspanischen Machthaber, die auf französischem Boden Zuflucht suchten, damit automatisch jede amtliche Eigenschaft verlören, ihr Land nicht mehr betreten und keine aktive Politik mehr zu betreiben hätten. Wolle aber Negrin den Widerstand in Valencia fortsetzen, so handele es sich auch hier um ein aussichtsloses Beginnen. Die meisten Mitglieder des Nearin- Ausschusses befinden sich offenbar auf franzö­sischem Boden. Unter ihnen sind Gegensätze darüber ausgebrochen, welche Folgerungen aus der Lage ge­zogen werden müssen. Vor allem handeU es sich darum, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob der nutzlose Widerstand fortgesetzt werden soll oder nicht.

Die französische Oeffentlichkeit nimmt an diesen Dingen lebhaften Anteil, da von ihrer Entscheidung die Frage abhängen dürfte, ob Frankreich gezwun­gen sein wird, die etwa zweihunderttausend Flücht­linge und Milizen auf seinem Boden zu beherbergen. Eine gewisse Beunruhigung besteht darüber, 'daß sich unter den Internierten auch Mitglieder derJnternationalen Brigaden befinden. Die französische Presse befürwortet zum Teil eine Isolierung dieser Elemente, da man von ihnen eine Verbreitung revolutionärer Adeen befürchtet. Unter dem Vorsitz des eng­lischen Generals M o l l s w o r t h sind die Offiziere des Internationalen Ausschusses für die Rückbeför­derung der ausländischen Kämpfer aus Spanien an der Grenze bei Le Perthus eingetroffen. Sie wirken bei der Erledigung der Formalitäten mit, die für die Mitglieder der Internationalen Brigaden außer­ordentlich scharf sind.

Ms wird aus der roten Armee?

Seit gestern ist der Masienübertritt roter Der- bände über die Pyrenäen-Grenze nach Frankreich in vollem Gange. Es ergibt sich die für den weite- ren Verlauf des spanischen Befreiungskrieges sehr wesentliche Frage, ob Frankreich die ubergetretenen Bolschewistenmassen tatsächlich interniert hal­ten wird Die französischen Behörden haben sich auf rund 150 000 Mann eingerichtet. In zahlreichen Fällen, so vor allem nach der Eroberung nord» westspanischer Städte durch Franco, wurden be- kanntlich ganze geschlossene bolschewistische Truppen- teile, die nach Frankreich geflüchtet waren, mit fran­zösischen Staatsmitteln sofort wieder an eine andere Stelle der rotspanischen Front zurücktransportiert. Ebenso bekannt ist, daß zahl­reiche rotspanische Flugzeuge, zum Teil auch Kriegs­schiffe, in französischen Werkstätten und Docks nicht nur repariert, sondern auch wieder voll ausgerüstet und mit Munition versehen wurden.

Die Frage, was aus der roten katalanischen Armee auf französischem Boden wird, liegt um so näher, als die Unterhaltungskosten für eine solche Menschenmasse wie 150 000 Mann, zu denen ja noch Hunderttausende von zivilen Flücht­

lingen kommen, täglich alles in allem 30 bis 35 Millionen Francs betragen. Der französische Staat, selbst in dauernden Geldschwierigkeiten, hat dafür keinen Etat. Er hat aber keinerlei Sicherheiten, die von roter Seite als Entgelt gegeben werden könn­ten es fei denn, daß wieder einmal das wider­rechtlich geraubte Gold der Bank von Spanien für die Zwecke der Roten herangezogen werden sollte.

Man darf gespannt sein, auf welche Weise Frank­reich dieses ganze Jnternierungsproblem lösen wird, nachdem es bisher den Roten jede Art von Unter­stützung hat zuteil werden lassen. Der Versuch etwa, die Roten mit französischen Schiffen, also unter französischer Flagge, nach dem zur Zeit noch roten Valencia zu schaffen, käme naturgemäß einer be­sonders krassen Einmischung zugunsten des Bolsche­wismus mit der Folge einer weiteren Kriegsver­längerung gleich und müßte ernste Rückwirkungen auf das ohnehin problematische zukünftige Verhält­nis zwischen Spanien und Frankreich haben.

B. R.

Mards Sesprechmigen in 9mgvs.

Paris, 7. Febr. (Europapreß.) Heber die Be­sprechungen des französischen Senators Löon B - rard mit führenden nationalsponischen Persönlich­keiten in Burgos schreibt derMatin", Berard habe in Burgosinteressante Zusicherungen" erhalten. Es werde bestätigt, daß keinerlei B e - festigungen an der Pyrenäengrenze bestehen und daß die nationalspanische Regierung auch nicht die Absicht habe, solche zu errichten. Es sei außerdem so gut wie sicher, daß die in der Nähe der französischen Grenze gelegenen Flughäfen nicht beibehalten würden. Man glaube, daß Börard die Ueberzeugung mit nach Paris bringe, die na­tionale Regierung werde keinerlei militäri­sche ober politische Konzessionen in Spanien oder den spanischen Besitzungen irgendeiner fremden Nation gewähren. Berard wird be­reits am Dienstagvormittag in Paris zurückerwar­tet. Er wird sofort Ministerpräsident Daladier und Außenminister Boynet Bericht erstatten.

Die Vesehung des Reflgebiefes in Katalonien.

Bilbao, 7. Febr. (DNB.) Der nationalspanische Heeresbericht bestätigt die Meldung, daß im Ab­schnitt Seo be Urgel die nationalspanischen Truppen die Grenze von Andorra erreichten, wo sie die Nationalflagge hißten. Die Offiziere der nationalen Abteilungen tauschten Grüße mit den Grenzbeamten von Andorra aus. Im Abschnitt von Berga wurde der Ort P o b l a de L i l l e t, 15 Kilometer westlich von Ripoll, an der Straße Berga Ripoll, eingenommen. Auch südlich dieses Ortes wurden mehrere Ortschaften besetzt. Nördlich von Gerona wurde die Stadt S a r r i a erobert. Der Vormarsch im Küstenabschnitt dauert ununterbrochen an. Die gegenwärtig erreichten Linien lassen sich nur schwer feststellen. Das gesamte Südufer des Ter-Flusses bis an die Küste befindet sich in nationalspanischem Besitz. Am Oberlauf des Flusses haben die Truppen auch das Nordufer be­setzt. An der Küste sind die Ortschaften Pala- frugel und Pals von den nationalen Trup­pen befreit worden. In diesem Abschnitt allein wurden 2000 Gefangene gemacht

Aus amtlichen Berichten geht hervor, daß die sowjetspanischen Horden bei ihrem Rückzüge in den letzten Tagen die Ortschaften Nordkataloniens systematisch zerstörten, nachdem sie vor­her geplündert worden find. Die meisten Ort­schaften wurden einfach eingeäschert, wie dies in den schlimmsten Zeiten der bolschewistischen Schreckensherrschaft an der Tagesordnung war. Das Beispiel des Ortes P o b l a de L i l l e t ist für das Schicksal zahlreicher nordkatalanischer Orte be» zeichnend. Pobla de Lillet brannte an allen vier Ecken, als die nationalspanischen Truppen einmar­schierten, so daß sie zunächst alle Hände voll mit Löscharbeiten zu tun hatten. Die Zerstörungswut der Bolschewisten geht auch aus der Tatsache hervor daß völlig unwichtige Brücken, die keinesfalls für Truppenübergänge in Frage kommen, zer­stört wurden.

Azana in der Schweiz

(Senf, 6. Febr. (Europapreß.) Der sowjetspa­nischePräsident" Azana ist in Collonges-sous-Sa- leve in Hochsavoyen in der Nähe von Genf einge­troffen. Er hat in einer Villa Wohnung genommen, die zuletzt von feinem Schwager, dem früheren sow» jetspanischen ,Lonsul" in Genf, Rivas Cherif, bewohnt worben war, der vor einiger Zeit durch die Subventionierung" desJournal des Nations" von

Oie wahren Repräsentanten des Volkes.

NSG. Am Dienstag führt Gauleiter Spren­ger die im Gau Hessen-Nassau schon zur Tradition gewordene Winterveranstaltung im Palmengarten der Gauhauptstadt durch, die die wahren Repräsen­tanten des deutschen Volkes zu einem käme r a o - chaftlichen Abend vereinigt. Maßgebend für hre Auswahl find nicht Herkunft, Stand oder Geld, andern allein ihre Leistung und ihr Opfer für die Gemeinschaft. Wer wäre ba berufener als o i e Alte Garbe der Partei, die Kämpfer des großen Krieges und die Opfer der Arbeit! Sie sollen dem deutschen Volk immer wieder als seine wahren Vertreter vor Augen ge­teilt werden, damit nicht Uederkommenes und durch >en Nationalsozialismus längst Ueberholtes auf einen falschen Weg führt.

Bestimmend für alles gesellschaftliche Leben ist die Volksgemeinschaft Der F ü h r e r hat am 30. Ja­nuar in seiner Rede vor dem Großdeutschen Reichs­tag zu dieser Frage klar Stellung genommen, als er sagte:Diese neue Führungsauslese muß als ge- ellschaftliche Erscheinung aber auch erlöst werden von den zahlreichen Vorurteilen, die ich wirklich nicht anders denn als eine verlogene und im tief­ten Grunde irrsinnige Gefellfchaftsformel bezeich­

nen kann. Ich habe fein Verständnis für das B^ streben abfterbenber Gesellschaftsschichten, sich durch eine Hecke vertrockneter und unwirklich gewordener Standesgesetze vom wirklichen Leben abzufondern, um sich damit künstlich zu erhalten. Solange dies nur geschieht, um dem eigenen Absterben einen ruhi­gen Friedhof zu sichern, ist dagegen nichts einzu­wenden. Wenn man aber damit dem fortschreitenden Leben eine Barriere vorlegen will, dann wird der Sturm einer vorwärtsbrausenden Jugend dieses alte Gestrüpp kurzerhand beseitigen. Der heutige deutsche Volksstaat kennt keine gesellschaftlichen Vorurteile. Er kennt daher auch keine gesellschaftliche Sonder- moral."

Im Gau Hessen-Nassau wird an der Erreichung dieses Zieles schon seit Jahren gradlinig und ziel­bewußt gearbeitet. Die Männer, die heute abend mit der Führerschaft aus Partei, Staat und Wehrmacht um den Gauleiter versammelt sind, haben ihren Ein­satz bewiesen. Auf ihren Opfern gründet sich unsere Gemeinschaft, deshalb sind sie auch würdig, der Ge­samtheit als die wirklichen Vertreter des Volkes vor­gestellt zu werden. Kein anderer Kreis aber kann berufen fein, die gesellschaftliche Vertretung des deutschen Volkes darzustellen. E. K.

Wohnungsbedarf und Bauwirtschast

Berlin, 7. Febuar. (NDZ. Funkspruch.) Reichs­arbeitsminister S e l d t e nimmt inSiedlung und Wirtschaft" zum Wohnbaujahr 1939 Stellung. Es habe sich die bedauerliche Tatsache ergeben, daß auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungsbaues bereits große Rückschläge eintraten. Bedenklich werde diese Erscheinung dann, wenn auch der soziale Wohnungsbau, in erster Linie der Arbeiter» wohnstättenbau, über Gebühr betroffen wird. Es bestehe die begründete Hoffnung, daß durch die Berufung des Generalinfpektors für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt zum Bevollmächtigten für die Bauwirtschast eine Entspannung auf dem ge- amten Baumarkt und damit zugleich auch auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungswefens eintritt.

Professor Dr. Friedrich Burgdörfer, Direk­tor beim statistischen Reichsamt, zeigt an der glei­chen Stelle die bevölkerungspolitische Grundlage für den künftigen Wohnungsbedarf auf Nach den neue» ten Berechnungen des statistischen Reichsamtes ist, trotz der für die bloße Bestandserhaltung der Dolks- zahl auch heute noch nicht ausreichenden Geburten­zahl für das Großdeutfche Reich im Laufe der näch­ten 20 Jahre mit einer Erhöhung des G e - amtbestandes an Haushaltungen um mehr als zwei Millionen auf 24 075 000 Haushaltungen zu rechnen. Man müsse für das Ge­samtreich für die nächsten 10 Jahre mit einem z u - ätzlichen Bedarf von etwa 5,4 Mil­lionen Wohnungen, also durchschnittlich jähr­lich 540 000 Wohnungen rechnen. Mit einer solchen Bauleistung wäre es möglich, nicht nur den Woh­nungsbedarf der zuwachsenden Haushaltungen zu decken, sondern auch die vorhandene Wohnungs­überfüllung zu beheben, den von früher auf-

gestauten und den laufenden Abbruch auszuglei­chen und die Familien und Haushaltungen, die bis­her keine eigene Wohnung hatten, entsprechend un° terzubringen, ein Ziel, dessen möglichst weitgeh.nde Erreichung gerade unter bevölkerungspolitischen Ge­sichtspunkten dringend zu wünschen sei.

(Erhöhte Reichsdarlehen

für Kinderreiche zur Förderung des

Landarbeiterwohnungsbaues.

Der Reichsarbeitsminister hat die Durchführungs­vorschriften über die Förderung des Landarbeiter- Wohnungsbaues zugunsten der kinderreichen Fami­lien ergänzt. Dadurch wird jetzt die Möglichkeit ge­schaffen, bereits für Familien mit drei Kindern statt bisher vier ein um 3 0 0 Mark erhöhtes Reichsdarlehn und die Zins- ermäßigung für das Reichsdarlehn bis auf 1 v. H. zu gewähren. Für Familien mit vier und mehr Kindern erhöht sich das Reichsdarlehn gegen­über der bisherigen Regelung um 100 Mark, und zwar wird fürjedes weitere Kind ein Zu­schuß bis zu lOOMark zum Reichsdarlehn ge­geben. Das erhöhte Reichsdarlehn für Familien mit drei zum elterlichen Haushalt gehörigen minderjäh­rigen Kindern sowie die Ermäßigung des Zinssatzes bis auf 1 v. H. kann nachträglich für Bauvor­haben bewilligt werden, für die Bewilligungs- ' befcheide bereits erteilt find, sofern sich bei der Durch- ! sührung der Bauten Schwierigkeiten finanzieller Art oder über dem Durchschnitt liegende Belastungen er- |geben.

Prinz Karneval als Arbeitgeber.

Jetzt geht es überall in Deutschland mit vollen Segeln in den Karneval hinein. Da ergibt sich die Frage, für welche Kreise der Karneval eine wirt­schaftliche Bedeutung hat und wie stark dementsprechend die Auswirkungen auf einzelne Be­rufe zu veranschlagen sind. Während im Osten und im Norden des Reiches das bunte Faschingstreiben sich in den einzelnen Orten meistens auf einen Tag be­schränkt, steigern sich die Karnevalsveranstaltungen zu wochenlangen Festen, in denen Ereignis auf Er­eignis folgt, je weiter man nach Westen und Süden oordringt. So ist natürlich der einfache und solide Maskenball einer mecklenburgischen Kleinstadt über­haupt nicht mehr zu vergleichen mit den lebens­frohen und ausgedehnten farbenprächtigen Festen in einer etwa gleich großen Stadt am Rhein ober in Bayern. Der Karneval rft in Bayern und im Rheinland auch in wirtschaftlicher Hin­sicht ein Ereignis, von dem Zehntausende mehrere Wochen lang Arbeit und Verdienst erhalten.

Seit einigen Jahren arbeitet man daran, den Karneval auch in kultureller Hinsicht zu fördern, ein Vorhaben, das vom deutschen Gast- ftättengemerbe in vollem Umfange unterstützt wird Deshalb istDer Bund Deutscher Karne­val" ins Leben gerufen worden, der im Vorjahr aus Anlaß der Festlichkeiten zur Hundertjahrfeier des Mainzer Karnevalvereins feine Tagung in der alten rheinhesfifchen Metropole abhielt In diesem Jahr hat kürzlich eine gleiche Veranstaltung i n Düsseldorf stattgefunden. Der Bund Deutscher Karneval ist eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, altes Karnevalbrauchtum in deut­schen Landen zu erhalten, zu pflegen und zu fördern, den Karneval rein zu erhalten und feine künstle­rischen Ziele zu heben.

Es ist selbstverständlich, daß sich neben anderen wirtschaftlich interessierten Gruppen besonders das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe für die Ar­beit und Ziele des Bundes Deutscher Karneval einsetzt. Dort, wo der Karneval wirklich zu Hause ist, wie etwa in Köln, Düsseldorf, Mainz, Frankfurt a. M., München sowie in den vielen Kleinstädten im Westen und im Süden des Reiches, ist das Gast­stättengewerbe auf Gedeih und Verderb mit dem Karneval als einem Volksfest verbunden, das im Bewußtsein der breiten Massen verankert ist. Der Gastwirt liebt durchaus nicht den wilbaufgezogenen Rummel und sieht es deshalb gern, wenn erfahrene Fachleute die Festlichkeiten arrangieren und durch ihre Ratschläge die entsprechende Ausgestaltung der Gaststätten fördern. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist es natürlich wichtig, daß der ein,eine Betrieb auf den ortsüblichen Karneval eingestellt ist. Der

Bund Deutscher Karneval will nun keineswegs so etwas wie einen genormten deutschen Karneval schaffen, sondern er sieht vielmehr fein Ziel darin, die örtlichen Karnevals-, Fastnachts- und Faschings- bräuche zu erhalten und zu entwickeln, damit ein recht lebendiger und bunter Reigen zustande kommt. Hieran ist auch das Beherbergungsgewerbe inter­essiert, weil durch die Verschiedenartigkeit der Ver­anstaltungen der Fremdenverkehr auf das stärkste angeregt ist. Ohne daß es möglich ist den beson­deren Verzehr aus Anlaß des Karnevals zahlen­mäßig zu erfassen, kann man aber feststellen, daß in den Hochburgen des närrischen Treibens für zahlreiche gastronomische Betriebe diese Wochen in wirtschaftlicher Hinsicht entscheidend sind.

Für die deutschen Verhältnisse ist es bemerkens­wert, daß die Karnevalsfeste der Jahreszeit ent­sprechend meistens in geschlossenen Räu­men stattfinden, im Gegensatz zu Italien und Süd- ftankreich, wo das bunte Faschingstreihen sich im Freien abspielt. Dadurch kommen die großen Säle in einem Umfange zur Geltung, wie sonst über­haupt nicht im ganzen Jahr. Die Ausschmückung der Säle und Gaststättenräume gibt zahlreichen Künst­lern und Gewerbetreibenden auf Tage und Wochen Arbeit und Verdienst. Man hat erkannt, daß der Zauber festlichen Lichtes oftmals entscheidend für das Gelingen der Feste ist. Durch unzählige elek­trische Lampions, in denen viele Glühlampen leuch­ten, durch entsprechend hergerichtete Kronleuchter in der Saalmitte wird eine faschingsfrohe Stimmung erzeugt, die dem Fest ja erst die richtige Würze gibt und damit den wirtschaftlichen Erfolg sichert.

In Mitteldeutschland, besonders in Thürin­gen, gibt es manche Ortschaften, wo ein Großteil der Bevölkerung das ganze Jahr über damit be­schäftigt ist, die verschiedensten Karneoalsartikel an­zufertigen. Besonders das Dorf Manebach im Thüringer Wald, in der Nähe von Ilmenau, rft feit etwa 150 Jahren durch feine Arbeiten auf diesem Gebiete berühmt. Die Leute von Manebach liefern einen recht erheblichen Prozentsatz der in ganz Deutschland gebrauchten verschiedenen Karne­valsartikel. Am berühmtesten sind unter diesen Künstlern für das närrische Treiben die Masken- macher, die in den verschiedensten Abwandlungen mit immer neuen Ideen dafür sorgen, daß in Mün­chen und Köln, in Düsseldorf und Mainz und wo sonst auch immer ein echter Karneval gefeiert, Männlein und Weiblein auf ihre Kosten kommen. Außerdem werden hier Papierlaternen, Kopfbebek- kungen aus Papier und die verschiedensten ulkigen Lärminstrumente hergestellt. H. D.

sich reden machte. Azana soll sich mit den übrigen Mitgliedern des sowjetspanischen Ausschusses über­worfen haben und sich über Negrin und besonders del Dayo sehr eindeutig äußern. Er behauptet, für den Frieden gewesen zu sein, was Negrin und bei Vayo hintertrieben hätten.

Oie Genfer Liga als Museum.

G e n f, 6. Febr. (Europapreß.) Die von den Sow­jetspaniern widerrechtlich aus den von ihnen ge­räumten Ortschaften mitgeführten Kun st schätze werden jetzt, nach einer Vereinbarung zwischen dem Generalsekretär der Genfer Liga, A v e n o 1 und dem sowjetspanischen Außenkommissar bei Vayo

nad) Genf gebracht. Sie sollen dort bis zur Beenbi» gung bes Bürgerkrieges aufbewahrt werben unb bann berbestehenben Regierung" übergeben wer­den. Es hcmbelt sich um 5 00 ©emälbe, in in den Bibliotheksräumen bes Liga-Palastes aus- gestellt werben.

Hebung der Gaststättenkultur.

Zwischen bem Reichsfrembenverkehrsverband unb der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherber- gungsgeroerbe ist ein Abkommen zur Hebung ber Gaststättenkultur getroffen worben. Um bie Alls» ftattung unb Einrichtung ber Betriebe zu verbessern unb bie Gastlichkeit zu förbern, wirb banach in