Ausgabe 
7.1.1939
 
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7/8.Zanuar 1959

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

Kr. 6 Drittes Blatt

Aus der E>tadi OieHen.

Schöne Vauernschänke bei der Viehversteigerungshalie.

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hineinlegen läßt.

lenkt.

nerer Reichssteuern angewachsen sind, natürlich auch die entsprechenden Veranlagungsarbeiten, dafür nur einige Zahlen:

Die Gesamteinnahme an Reichs- (feuern belief sich im I a h r e 1 9 3 8 im Be­zirk des Finanzamts Gießen auf rund 1 3 Mil­li o n e n Mark. Zum Vergleich sei erwähnt, daß im Jahre 1937 als gesamte Reichssteuerein­nahme des Gießener Finanzamts rund 10 Mil­lionen Mark und im Jahre 1 9 3 3 rund nur

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Zusammenhang sei erneut darauf hingewiesen, daß nach § 410 der Reichsabgabenordnung jeder Steuersünder straffrei bleibt, der frei­willig und rechtzeitig vor der Ent­deckung seine falschen Angaben beim Finanzamt berichtigt.

Gewaltige Steigerung des Steueraufkommens.

durch Oefen geheizt, die in Kaminen untergebracht sind Die Kamine haben durch schmiedeeiserne Gitter eine künstlerische Rote erhalten und tragen sehr zum Schmuck bei.

Sicherlich wird sich jedermann, der Gelegenheit hat, in der Bauernschänke Einkehr zu halten, dort sehr wohlfühlen. v .

Der Entwurf und die Ausführung der Wand­malereien stammen von dem Kunstmaler K i n z l e - Alsbach. Die Verse zu den Bildern verfaßte Georg Heß (Leihgestern).

Unsere Bilder (Aufnahmen |2| Neuner, Gießener Anzeiger) vermitteln einen Eindruck vom Gastraum.

füllen den Raum in abendlichen Stunden mit ruhi­gem, gleichmäßigen Licht. Tische und Stuhle sind einfach gehalten und weiß gescheuert Die blau­karierten Vorhänge vervollständigen den guten Ge­samteindruck. c , r

Darüber hinaus ist der Schankraum auf besondere Weise geschmückt Alle Flächen zwischen den Fen­stern sind mit ebenso schönen wie originellen Wand­malereien geschmückt, die Szenen aus dem bäuer­lichen Leben darstellen. Die Malereien, in lebhaften bunten Farben gehalten und durch hübsche Spruche ergänzt machen den Aufenthalt in dem Raum zu einer besonderen Freude. Der große Raum wird

Diese gewaltige Arbeit mußte innerhalb wenigex Wochen vollkommen durchgeführt werden, da wohl bei keiner Behörde die genaue Einhaltung der f e st g e f e tz t e n Termine so streng beachtet werden muß, wie gerade beim Finanzamt Wenn man sich vor Augen hält, daß von dem Finanzamt nicht nur Geld eingenommen wird, sondern an jedem Tag bedeutende Summen für Löhne, Ge­hälter, Renten aller Art, Zahlungen für Arbeiten und Lieferungen an das Reich usw. zu genau vorgeschriebenen Terminen bereitgestellt werden müssen und jeder einzelne Volksgenosse damit rech­net daß er zu diesem Termin sein Geld empfangt, so kann man sich die Wichtigkeit der Einhaltung dieser Termine ohne weiteres klarmachen. Wo würde die öffentliche, aber auch ein großer Teil der privaten Wirtschaft hinkommen, wenn das Fin­anzamt nicht mit äußerster Genauigkeit dafür Sorge tragen würde, daß durch die pünktliche Sicherung der Steuereingänge die Z a h l u n g s f l ü s s i g k e i t des Reiches, der Gemeinden und weiter Kreise der Wirtschaft allezeit gewährleistet wäre. Um dieser sorgfältigen Einhaltung der Zahlungstermine wil­len muß bei der Ausfertigung einer so gewaltigen Zahl von Steuerberechnungen und -bescheiden mit höchster Anspannung aller Kräfte gearbeitet werden, damit die Vorarbeiten zum fristgerechten Eingang der Zahlungen pünktlich abgeschlossen werden. Da­bei kann es auch einmal Vorkommen, daß gelegent­lich ein Irrtum unterläuft, der für den fraglichen Steuerpflichtigen vielleicht nicht gerade erfreulich ist, der aber auch dem Finanzamt keine Freude be­reitet und der doch an sich nicht so stark ins Ge­wicht fällt, wie die pünktliche Fertigstellung aller Vorarbeiten überhaupt; ein Irrtum kann spater immer noch berichtigt werden, aber wenn die vom Finanzamt bereitzustellenden Gelder nicht zur fest­gesetzten Stunde verfügbar wären, dann könnten 1 weit größere Nachteile entstehen. Darum muß von : den Steuerpflichtigen auch einmal Nachsicht geübt werden, wenn irgendwo ein Fehler auftauchen

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sollte.

Steuermoral ist besser geworden. Pünktliche und ehrliche Steuerzahlung ist vordringliche Pflicht!

Erfreulicherweise hat sich im Jahre 1938 die Steuermoral weiter gebessert. Das Bewußtsein, daß das Reich zur Erfüllung seiner großen Aufgaben, über deren Verwirklichung wir uns doch alle freuen, unbedingt nicht nur auf pünktliche, sondern auch auf ehrliche Zahlung der Steuern rechnen muß, hät sich immer mehr durchgesetzt. Auch dafür einige Zahlen: Im Jahre 1934 sah sich das Finanzamt Gießen gezwungen, in 126 Strafverfahren wegen Steuerhinter­ziehung insgesamt 169 000 RM. Steuerstrasen zu verhängen. Im Jahre 1937 hatte sich das Finanz­amt Gießen mit 6 9 Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung zu beschäftigen und 101000 RM. Steuerstrafen und 153 000 RM. Steuernach­zahlung auszufprechen. Die Zahlen für 1938 liegen bis jetzt noch nicht vor, es steht aber bereits fest, daß sowohl die Zahl der Straffalle, als auch die Summen der Steuerstrafen und der Nachzahlungen weiter gesunken sind. Immerhin kann man auch heute nicht umhin, zu betonen, daß der national­sozialistische Grundsatz, zum gedeihlichen Wirken des Reiches die pünktliche und e h r l. ch e Steuerzahlung als vordringliche Pflicht zu betrachten und die Steuerhinterziehung als ein Verbrechen gegen die Volksgemeinschaft an­zusehen, doch noch nicht so weit in allen Bevolke- runqskreisen Gemeingut geworden Ut rote man es eigentlich wünschen möchte. Dabei soll aber nicht übersehen werden, daß beim Finanzamt Gießen an- t dauernd weitere Fälle der tätigen Reue von Steuerjündern zu verzeichnen sind. In diesem

werden mußten. Weiter waren rund 19 0 0 0 Grund st euerbescheide vom Finanzamt aus­zustellen, da die Gemeinden mit ihrem Personal diese Arbeit noch nicht bewältigen konnten. Im An­schluß daran waren auch über 25 0 0 0 Kirchen- {teuer - Berechnungen und -Bescheide auszufertigen.

Tägliche Zahlungsbereitschaff ist die wichtigste Aufgabe.

Zum letztenmalFrau Holle".

Heute nachmittag zum letztenmal Aufführung des großen MärchenerfolgesFrau Holle" von Walter Ofterspey. Spielleitung Hermann Schultze-Gnesheim. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Die Vorstel­lung findet außer Miete statt. Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr.

Spidptan des Stadttheaters Gießen vom 8. bis 15. Januar.

Sonntag, 8. Januar, findet eine Wiederholung des großen OperettenerfolgesDie lustige Witwe i von Franz Lehar statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tanze: Thea Maaß, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vor­stellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, ^^enstaq1 10. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende nach 93 Uhr Aida", Oper von Verdi. Musikalische Lei­tung- Paul Walter, Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag-Miete, 15. Vorstellung.

Mittwoch, 11. Januar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr, zum letztenmalDer Hochverräter , tra­gisches Schauspiel von Curt Langenbeck. Spiellei­tung: Hannes Razum, Mittwoch-Miete, 15. Dor-

Froher Wochenschluß.

Sieben Tage hat die Woche Sie lassen sich mit Leichtigkeit ah den Fingern herzählen, aber wenn fie erfüllt sind von notwendigen Pflichten, dann vergehen sie nicht so im Fluge. Da ist der Mon­tag an dem iidi die Woche schier endlos auszu­dehnen scheint Ihm folgt erst nach vierundzwanzig Stunden der Dienstag, von dem man weiß, daß er die Leistungsfähigkeit um einige Grade hinaus schraubt Am Mittwoch ist die volle Tourenzahl der Schaffenskraft erreicht, und es sieht so aus, als sei das ganze Dasein ein immerwährendes unaufhörliches Tätigsein in Fabriken unfc $ton= toren Doch am Donnerstag eröffnet sich bereits ein Ausblick auf das Ende der Woche, das zwar noch in einiger Ferne ist, aber vom Freitag 'chon ziemlich nahe herangerückt wird Am Abend dieses Tages der für viele die erfreuliche Tatsache der Lohnzahlung bringt, geht man mit der beruhigen­den Feststellung schlafen, daß der Wochenschluß am*ft,,n Tage f'ün? Freuden beschert

Wie ein u........-

Zeit vom Wochenschluß bis zum Montagmorgen. Weniaftens fieht es am Samstagmittag so aus, I Und je nach den persönlichen Neigungen geht man daran, den Wochenschluß zu gestalten Wie präch­tig läßt sich zum Beispiel bei den Klangen der Radiomusik zu Hause Kaffee trinken. Im Anschluß daran lockt ein reizvoller Bummel durch die Stadt wo um diese Zeit Hochbetrieb herrscht. Vielleicht liegen für den Abend Theaterkarten oder auch einige gute Bücher bereit. Oder soll man ms Kino gehen. Es kann auch fein, daß man eingeladen ist -u guten Freunden. Jedenfalls bietet der Wochen- schluß eine Fülle von Möglichkeiten, ganz wie es

Und daß er wirklich feine Freuden beschert, da­für weiß jeder auf seine Weise zu sorgem Es ist ein Unterschied zwischen dem sommerlichen Wochen­ende wenn die Sonne über den Fluren lacht und dem Wochenschluß m dieser winterlichen Seit Zu Ausflügen verlockt die Witterung ebensowenig wie zum Badeveranügen Aber es wäre völlig ver­fehlt an der Fröhlichkeit des winterlichen Wochen­endschlusses zu zweifeln Er beginnt bereits, wenn bie Mitttagsstunde das Ende der Tätigkeit an den Arbeitsplätzen verkündet. Gemächlicher, ja gerade­zu genießerisch langsam werden bie Arbettsklelder abgelegt, die Werktische aufgeräumt Und in dem verabschiedenden Händedruck von dem Kameraden

Donnerstag, 12. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr Einmaliges Gastspiel: Harald Kreutzberg tanzt. Am Flügel: Friedrich Wilckens Außer Miete!

Freitag, 13. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr,Die luftige Witwe", Operette von Franz Lehar. Musikal Leitung: Heinz M^rkwardtz Spiel­leitung- Gert Buchheim. Freitag-Miete, Io. Bor-

Samstag, 14. Januar, Anfang 20, Ende 23 Uhr, 3um letztenmalWiener Blut", Operette von Jo­hann Strauß. Musikalische Leitung: Heinz Mark­wardt, Spielleitung: Gert Buchheim. Die Vorstel­lung findet gleichzeitig für den KdF.-Feierabend- rmg, 6. Vorstellung, statt.

Ciefel Vach spricht in Gießen.

Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein Gießen werden, wie man uns mitteilt, mit einer interessanten Veranstaltung die Vortragstätigkeit des 1939 eröffnen. An Stelle des erkrankten Fliegers Hans Bertram ist die bekannte Kunstfliege- rin und Europameisterin Liefet B a ch zu einem Lichtbilder- und Schmalfilmvortrag .'Zehn Fahre Kunstflug". Ein spannender Bericht der Erlebnisse und Flügabenteuer aus meiner Fliegerlaufbahn für Donnerstag, 12.Januar, verpflichtet roorden. Don Kämpfen, dem ständigen Umsatz des Lebens, von ihrem Weg zur Fliegerei erzählt bie Fliegerin.

uns gefällt.

Das Schönste aber ist: Arn nächsten Morgen klingelt kein Wecker, ruft keine Pflicht. Denn wenn ber sommerliche Sonntag zum Frühaufstehen ver­führt. so kennt der Sonntagmorgen in dieser Zett bas wundervolle Sichausruhen. Und um dieser Aussicht willen ist der frohe Wochenschluß eigent­lich noch beliebter als der Sonntag selbst, der bereits wieder die Gedanken auf den Montag Sch.

3,5 Millionen Mark zu verzeichnen waren. Es ist also vom Kalenderjahr 1933 bis yim Ende des Kalenderjahres 1938 allein an Reichssteuern im Bezirk des Finanzamts Gie­ßen eine Steigerung um nahezu zehn Millionen Mark zu verzeichnen. Ein über­zeugender Beweis für den gewaltigen Auf­schwung, den auch unsere engere Heimat durch den bisherigen Aufbau des Nationalsozialismus erfahren hat.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Stei­gerung bei der Einkommen- und bei der Umsatz­steuer. An Einkommensteuer kamen im Be­zirk des Finanzamts Gießen auf: Im Kalenderjahr 1938 = 6 721 000 Mark; im Jahre 1937 - 4 758 000 Mark; im Jahre 1933 nur 1189 000 Mark. Bei der U m f a tz st e u e r gingen ein: im Jahre 1938 gleich 3 200 000 Mark; im Jahre 1937= 2 300 000 Mark; im Jahre 1933 = 1479 000 Mark.

Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen.

Als besonders bemerkenswert seien noch einige Zahlen über die Ehestandsdarlehen und über die Beihilfen angefügt. Im Jahre 1938 wurden vom Finanzamt Gießen 14 41 Ehestandsdar- lehen genehmigt und dafür 198 000 Mark ausge­zahlt. (Im Jahre 1937 belief sich die Auszahlung für Ehestandsdarlehen auf 192 000 Mark.) Für ein­malige und laufende Kinderbeihilfen geneh­migte das Finanzamt Gießen im Jahre 1938 rund 2000 Aufträge und zahlte dafür 202 000 Mark aus. (Im Jahre 1937 wurden auf diesem Gebiet 85 500 Mark ausgezahlt. Der Kreis der Beihilfenempfän­ger ist seitdem weitergefaßt worden.) Zur Erlangung von Beihilfen für dieAusbildung (Schul­geld, Lehrmittel, Studium usw.) wurden im Jahre 1938 beim Finanzamt Gießen rund 300 Anträge ge­stellt. Neuerdings hat das Finanzamt auch die An­träge für Einrichtungsdarlehen undZü­sch ü s f e für die Landbevölkerung zu bearbeiten. Diese Beihilfen und Zuschüsse sollen der Förderung der landwirtschaftlichen Siedler dienen.

Schlußfolgerung.

Diese Zahlen sind ein eindrucksvoller Beweis für den erheblichen Anteil, den unsere engere Heimat im vergangenen Jahre wieder an dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung genommen hat. Denn einen zuverlässigeren Maßstab als den des Steuerauf­kommens für die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse kann es wohl nicht geben. Zugleich machen diese Zahlen aber auch deutlich, welch

fordert.

Arbeit unter schwierigen Personatverhältnissen.

Der Aufbau des Großdeutschen Reiches erforderte aber weiter alsbaldigen Einsatz von eingearbeitetem Personal in Oesterreich und im Sudetenland. Es mußten also die Finanzämter fortlaufend eingear­beitete Leute, trotz ihrer eigenen schweren Belastung, noch abgeben, um den Aufbau der Finanzverwal­tung in den neu hinzugetretenen Gebieten zu er­möglichen. So hat sich die Arbeit unter schwierigen Personalverhältnissen vollzogen, und mit Aufbie­tung aller Kräfte ist es gelungen, die notwendigen Arbeiten immer terminmäßig zu erledigen.

Tausende von neuen Steuerberechnungen und Steuerbescheiden.

Welche Fülle von Arbeit zu bewältigen war, machen einige Zahlen aus dem Bezirk des Finanz­amts Gießen erkennbar. Es mußten im Jahre 1938 über 7000 Sonder st euerberechnun gen mit entsprechenden Aktenbogen und ebensoviele Steuerbescheide angefertigt werden. Auf @nmt) des neuen Grundsteuergesetzes an Hand der Einheitswertakten waren rund 2 5 0 0 0 Ei n -- heitswerte herauszuziehen und die entsprechen­den Meßzahlen für die Grundsteuer, auf die der Ausschlag der Grundsteuer ^folgen konnte zu errechnen. Das bedingte, daß rund 2 4 0 00 Grund ft euermeßbescheide herausgegeben

Von 37r auf 13 Millionen RM. Reichssteuern im Bezirk Gießen.

Interessante Gteuerbilanz am Ende des Kalenderjahres 1938.

otabttfjeater: 15 bis 17.50 UhrFrau Holle . Gloria-Palast, Seltersweg:Dir gehört mein Herz . Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr Jugendvor­stellungGeneral Stift und seine Bande" undAu- Baba und die Räuber",Sunshine Makers",Segel­fliegen"; zu den bekannten Zeiten:Nanu, Sie ken­nen Korfs noch nicht?" Oberhessischer Gebirgsver­ein: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, Hauptversammlung.

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrDie luftige Witwe". Gloria-Palast, Seltersweg:Dir gehört mein Herz". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr JugendvorstellungGeneral Stift und seine Bande und ,Ali-Baba und die Räuber",Sunshine Ma­kers",Segelfliegen"; _zu den bekannten Zeiten: Nanu, Sie kennen KMf noch nicht?" Oberhessi- fcher Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand

Wir haben den Leiter des Finanzamts Gießen, Oberregierungsrat Schmidt, über die Entwicklung der hauptsächlichsten Steuer­arten und über die Arbeiten des Finanzamts Gießen im Jahre 1938 befragt. Die Unter­redung brachte das nachstehende Ergebnis.

Die Schriftleitung.

Das Jahr 1938 hat der Finanzverwaltung, ins­besondere den Finanzämtern, ausnahmsweise viel Arbeit gebracht. Das war für die Verwaltung um so schwerwiegender, als seit 1914 die nan,3amter nicht zur Ruhe gekommen sind. Von dem Wehrbei­trag zu den außerordentlichen Kriegssteuern, dem Neuaufbau der Reichsfinanzverwaltung mit neuen Steuern nach 1919, den Jnflationssteuern und schließlich der Umgestaltung.des Steuerwesens seit 1933 hat die Verwaltung stets mit Hochdruck Außerordentliches leisten müssen. Das muß hervor­gehoben werden, weil insbesondere in all den ^ob­ren von der raschen und zuverlässigen Erledigung der Arbeiten der Finanzverwaltung wesentlich das Funktionieren des Staatsapparates abhing. Die Arbeiten mußten, soviel und so schwierig sie waren, immer terminmäßig erledigt werden So ist es auch jetzt die große und schwierige Aufgabe der Finanzverwaltung, den Ausbau des Reiches finan= stell zu ermöglichen und zu sichern. Das darf die Bevölkerung bei der Kritik der Finanzverwaltung nie vergessen.

Arbeiten für den Finanzausgleich.

Die Bauernschänke, die eine ebenso schöne wie zweckmäßige Ergänzung der Viehversteigerungshalle auf dem Diehmarktplatz in Gießen darstellt, ist nun vollständig fertig. Das Erdgeschoß des Hauses birgt einen großen Schankraum die Küche, die Vorrats­kammer und ein Zimmer, in dem Besprechungen in kleinerem Kreise abgehalten werden können. Der große Gastraum ist in seiner Ausstattung und ganzen Art ein Kabinettstück. Architekt und Künstler haben

Der Beginn des Jahres 1938 stand für die Fi­nanzverwaltung im Zeichen der Arbeiten für den Finanzausgleich. Es handelt sich dabei um das nicht leichte Problem der finanziellen Ausein­andersetzung zwischen Reich, Ländern und Gemein­den, und zwar auf der neuen Grundlage der E i n - heits werte. Don entscheidendster Bedeutung war dabei, daß nunmehr Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer ausschließlich Gemeindesteuer wur­den. Damit fielen die gleichartigen bisherigen Staatssteuern weg, aber zugleich wurde neue Auf­gabenverteilung notwendig, da den Landern fetzt beträchtliche Mittel entzogen und den Gemeinden zugeführt wurden. Hier wurden außerordentlich viel statistische Vorarbeiten von den Finanzämtern ge­fordert, um diesen Uebergang möglichst reibungslos zu ermöglichen. Zugleich mußten auf Grund der neuen Grundsteuer- und Gewerbesteuer-Gesetze die Steuermeßbeträge errechnet und die ent­sprechenden Befcheide gefertigt werden, durch Die Grundsteuer und Gewerbesteuer auf neue GrunD- lage gestellt wurden. Nebenher setzten aber auch dann schon wieder die Arbeiten für eine u m f a s - , sende allgemeine Veranlagung ein. Die ; mit möglichster Intensität überall dazu dienen . sollte, Die großen Mittel zu beschaffen, die der . Ausbau des Großdeutschen Reiches nun einmal er-

An Lohnsteuerpflichtigen sind im Bezirk des Finanzamts Gießen rund 3 5 00 0 Perso­nen zu verzeichnen. Neben der Veranlagung der Lohnsteuer für diese Personen steht aber noch die erheblich größere Hauptarbeit der Veranlagung der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer, von denen die Hauptsummen der Reichssteuern erbracht werden. In welchem Ausmaß die Erträge aus den vorgenannten und aus einer Anzahl weiterer klei-

Ruhl Sei ersweg Nr. 67

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