Ausgabe 
7.1.1939
 
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Nr. 6 Erstes Matt

189. Jahrgang

Samstag. 7./§onntag. «.Januar 1939

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Amerikas Land Heer.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

K. G. S. Neuyork, Dezember 1938.

Die beiden Umstände, daß Amerika keine all­gemeine Wehrpflicht kennt und daß ein ge­wichtiger Teil der Abgeordneten in beiden Häusern des Bundesparlaments keine Freunde eines großen Wehrmachtsbudgets sind, zwin­gen die leitenden Armeestellen, häufia Reden an das Volk zu halten, in denen die Bedürfnisse der Heeresleitung geschildert und die Leistungen der Armee gepriesen werden. Einer Rede des Obersten Chaffee vom amerikanischen Generalstab entnehmen wir folgende Angaben:

Die amerikanische Armee besteht aus dem regu­lären Heer, der Nationalgarde und der Referoe- formation. Die reguläre Armee ist ein kleines Berufsheer von 12 300 Offizieren und 162 000 Mann. Hiervon tun aber nur 90 000 Mann wirk­lichen Militärdienst innerhalb der Vereinigten Staaten, und zwar einschließlich des Fliegerkorps. Don der Gesamtsumme sind 44 000 Mann in den ausländischen Besitzungen (Panama, Hawai und Philippinen) stationiert und etwa 38 000 Mann innerhalb Amerikas als Ordonnanzen oder im Ver­waltungsdienst beschäftigt. Die N a t i o n a l g a r d e, die aus der Miliz der Einzelstaaten besteht, hat einen Bestand von 200 000 Offizieren und Mann­schaften und kann im Kriegsfälle innerhalb von 30 Tagen an die Front gehen. Die organisierte Reserve besteht fast ausschließlich aus Reserve- vffizieren in einer Stärke von etwa 94 000 Mann. Diese Offiziere sind nicht gus dem regulären Heer hervorgegangen, sondern haben in vierjährigen Sommerkursen während ihrer Universitätsausbil­dung militärische Schulung erhalten. Anschließend werden sie jedes Fahr 3U zweiwöchigen Hebungen eingezogen. Man sieht hieraus, daß im Kriegsfall Amerika nur mit einem kleinen Heer den Kampf beginnen könnte und daß die große Masse erst nach Kriegsausbruch ausgehoben und ausgebildet wer­den kann. Ein zur Zeit im Bundeskongreß schwe­bendes Gesetz ermächtigt den Präsidenten, b e i Kriegsausbruch d i e allgemeine Wehr­pflicht für alle Männer zwischen dem 21. und 31. Lebensjahre zu proklamieren.

Unter dem Präsidenten als Oberstkommandieren- dem und dem Kriegsminister steht der General- ft a b mit vier Abteilungen: 1. Personal, 2. Nach­richtendienst, 3. Truppenamt, 4. Waffenamt. Da­neben steht eine kleine Kriegsplanungs-Abteilung. Die Armeeflieger unterstehen direkt dem Chef des Generalstabes. Geographisch ist die Bundesarmee in 9 Armeekorps auf dem Kontinent und 3 in Ueberfee (Panama, Hawai und Philippinen) ein­geteilt. Fedes Korpsgebiet soll im Kriegsfall eine Armeedivision, zwei 'Nationalgarde-Divisionen und drei Reseroedivisionen aufstellen.

Auch in der amerikanischen Armee bildet d i e Infanterie das Rückgrat des Heeres. Der amerikanische Infanterist ist mit einem halbautoma­tischen Gewehr ausgerüstet, das fünfmal so schnell schießen kann wie' das im Weltkrieg benutzte Springfield-Gewehr. Feder achte Mann trägt das automatische Browning-Gewehr, die leichteste und tragbarste Art des Maschinengewehrs. Außerdem ist jeder Infanterist mit Stahlhelm, Gasmaske und Bajonett ausgerüstet. Eine Kompanie besteht aus 120 Mann. Das Bataillon besteht aus drei Ge­wehrkompanien und einer Maschinengewehrkom­panie. Die Maschinengewehre sind der sogenannte 30-Kaliber-Browning-Typ. Fede Maschinengewehr­kompanie eines Bataillons hat 12 solcher Maschi­nengewehre. Das Regiment besteht aus drei Bataillonen und einer Artillerie-Kompanie. Letztere hat 37-Millimeter-Tankabwehrgeschütze und 50= Kaliber-Fliegerabwehrmaschinengewehre sowie den 81-Millimeter-Mörser für Rauchschleier oder Spren­gungen. Zu dem Regiment gehören außerdem die Nachrichtenabteilung und Lastwagen für Verpfle­gung und Munition.

Die Fnfanteriebrigade besteht aus zwei oder mehr Regimentern, und die Division wird gebildet aus einer ober mehr Brigaden mit Zu­satz von Feldartillerie und Pionieren sowie anderen benötigten Truppenteilen. Ein großer Teil der Infanterie ist im Laufe der letzten Fahre motorisiert worden. Das Armeekorps umfaßt mehrere Divisionen mit zusätzlicher Artillerie, Tanks, Pio­nieren und Beobachtungsflieger. Die höchste Ein­heit ist die Armeegruppe, die aus mehreren Korps mit Artillerie, Kavallerie, Flugzeugen und den sonstigen Waffengattungen besteht und so organisiert ist, daß sie auf irgendeinem Kriegsschau­platz völlig unabhängig operieren kann. Die oben geschilderte Infanterie-Division hat eine Brigade Feldartillerie. Die F e l d a r t i l l e r i e ist ebenfalls in Bataillone und Regimenter eingeteilt. Die kleinste Einheit ist eine Batterie von vier Geschützen. Haupt­sächlich wird das 75-Millimeter-Geschütz, eine Ver­besserung des gleichkalibrigen französischen Ge­schützes benutzt. Außerdem werden Haubitzen und Mörser benutzt, und zwar die 105-Millimeter-Hau- bitzen und 240-Millimeter-Morser. Bei den Ka­nal leriedivisionen werden die erheblich be­weglicheren 75-Millimeter-Haubitzen auf Packpfer­den ober Maultieren mitgeführt. Die F l u g w a f f e des Heeres ist, wie überall, in vier Typen einge­teilt: Beobachtung, Angriff, Verfolgung und Bom­bardierung. Die neuesten Typen haben soeben tn Rekordzeit einen Demonstrationsflug nach Buenos Aires und zurück ausgeführt. Das amerikanische Kriegsministerium hofft bis 1940 die Zahl der Flugzeuge auf 2320 gebracht zu haben Hierzu wer­den 2368 Offiziere, 25 728 Mann und 740 Flug­kadetten benötigt. Das Ministerium ist sich klar dar­über, daß die bei der zivilen Luftfahrt ausge­

bildeten und beschäftigten Flieger eine wertvolle Reserve bilden, aber nicht in großem Umfang zum Kriegsdienst herangezogen werden können, denn gerade im Kriegsfall werde man im Inland viele schnelle Flugzeuge für den Transport wichtiger Personen oder wichtigen Materials benötigen. Außerdem könnte die zivile Luftflotte, ähnlich wie die Handelsmarine, als eine Art Hilfskreuzer ein­gesetzt werden. Man weist hier darauf hin, daß General Franco, der nur 12 Transportflugzeuge zur Verfügung hatte, innerhalb von zwei Monaten 18 000 Mann mit Maschinengewehren und sonstiger Ausrüstung von Nordasrika nach Spanien befördern

konnte. Fedes Flugzeug beförderte 32 Mann und machte zwei Flüge täglich.

Schließlich braucht die amerikanische Armee eine großzügige Planung von Vorräten für den Kriegsfall. Bekanntlich gibt es in Amerika weder Mangan noch Chrom, Antimon, Zinn, Gummi, Seide und andere wichtige Rohstoffe, die sowohl für die Flugzeugfabrikation wie für andere Armee­zwecke dringend benötigt sind, aber jeweils aus Ueberfee importiert werden müssen. Ein dem Bun­deskongreß vorliegendes Gesetz ist dazu bestimmt, größere Vorräte von diesen kriegswichtigen Roh­stoffen in Amerika zu speichern sowie eine größere Anzahl von in Friedenszeiten nicht mit Kriegs­material beschäftigten Fabriken mit Formeln und Modellen zu versehen, die bei Kriegsausbruch den alsbaldigen Beginn der Fabrikation dieser Dinge ermöglichen sollen.

Zwei AeujahrsboWasten.

Schon die erste Woche des neuen Jahres hat in aller Deutlichkeit eine Reihe von politischen Pro­blemen aufgezeigt, mit denen sich die Welt auf die eine oder andere Weise wird auseinandersetzen müssen. Für das deutsche Volk stand am Eingang zum neuen Fahr die Silvesterbotschast des Führers. Sie ging von der stolzen Feststellung aus, daß es in Den hinter uns liegenden zwölf Monaten gelungen ist, das größte Problem unserer außenpolitischen Lage zu lösen durch die Errichtung des Großdeutschen Reiches, das alle im mittel­europäischen Raum geschlossen siedelnden Deutschen in einem Staat und unter einer Führung vereinigt. Der genialen Staatskunst des Führers gelang diese kühne Tat, weil er in den oorauegegangenen Fah­ren zielbewußt die Voraussetzungen dazu geschaffen hatte: eine auf die nationalsozialistische Weltan­schauung gegründete neue Volksgemeinschaft, ein unerschütterliches politisches Regime und eine starke Wehrmacht. Daraus ergeben sich mit zwingender Logik die Aufgaben, die dem deutschen Volk für die Zukunft gestellt sind: Die Erziehung unseres Volkes zur nattonalsozialistischen Gemeinschaft ist eine Aufgabe, die niemals beendet wird, denn der Gemeinscyaftsgedanke will ständig geübt sein, wenn er den unlöslichen Kitt eines großen Volkes bilden soll, der es, in zielbewußt ausgerichteter Arbeit verbunden, zu höchsten Leistungen und, wenn es nottut, auch zu äußerstem Einsatz befähigt. Auf­bau und Verstärkung unserer Wehr­macht verdienen weiterhin unsere ganze Aufmerk­samkeit, denn mir wissen aus den Erfahrungen un­serer tausendjährigen Geschichte, daß nur ein stets bereitgehaltenes scharfes Schwert die weit gespann­ten, fast nirgends natürlich geschützten Grenzen des Reiches sichert und, wie es uns das verflossene Fahr erst wieder eindringlich gelehrt hat, allein die Ge­währ bietet, Ehre und Lebensinteressen der Nation zu verteidigen. Und schließlich nannte der Führer als dritte Aufgabe die Durchführung des D i e r j a h r e s p l a n s, der die Freiheit des deut­schen Volkes auf wirtschaftlichem Gebiet sichert. Das Problem des Mangels an Arbeits­kräften, namentlich an Facharbeitern noch vor einem Jahrfünft im Zeichen des Millionen­heeres von Erwerbslosen schier undenkbar ist heute geradezu zum Angelpunkt unserer Wirt­schaftspolitik geworden. Planmäßiger Arbeitseinsatz, wohldurchdachte Rationalisierung der Produktion und ihrer Methoden, Ausbildung eines hinreichm- den Nachwuchses an Facharbeitern auf allen Ge­bieten find dringende Maßnahmen, die mit aller Energie durchgeführt werden müssen, um so mehr, als die wirtschaftliche Eingliederung der neuen Reichsgebiete, die ja durchweg trotz dem Vorhandensein einer strebsamen Bevölke­rung und reicher Naturschätze in völlig desorgani­siertem, ausgepowertem und notleidendem Zustand zu uns gekommen sind, uns vor Aufgaben gestellt hat, deren Lösung die äußerste Anspannung aller Kräfte fordert.

So sollte schon dies kaum übersehbar weite und vielseitige innerpolitische Arbeitsfeld, das vor dem deutschen Volke liegt, ängstlichen Gemütern tn aller Welt den Gedanken rauben, als ob Deutschland auf der Suche nach neuem außenpolitischem Lor­beer den Weltfrieden bedrohen könnte. Der Führer hat die Grenzen der außenpolitischen Interessen des Reiches in aller Offenheit abgesteckt. Und er hat in seiner Neujahrsbotsckaft erneut erklärt, daß der Platz Deutschlands bestimmt und feftgelegt sei.Die Verpflichtungen", so sagte er,die aus unserer Freundschaft für das faschistische Italien erwachsen, sind uns klare und unverbrüchliche." Die bereits in München unterzeichnete deutsch-englische Erklärung, wie die noch im Dezember zustandegekommene deutsch-französische Hebereinkunft sind der beste Be­weis dafür, daß Deutschland auch in seiner neuge­wonnenen Machtstellung den Frieden solange zu bewahren wünscht, wiees mit seiner Ehre und seinen nationalen Lebensinteressen zu vereinbaren ist. Wir kennen nur einen grundsätzlichen Feind: den jüdischen Bolschewismus als Feind jeder menschlichen Gesittung und völkischen Ordnung. Des­halb ist nach wie vor unsere politische Einstellung im politischen Weltraum bedingt durch den Anti­kominternpakt.Im übrigen aber", so er­klärte der Führer,haben wir immer nur den einen Wunsch, daß es auch im kommenden Jahr gelingen möge, zur allgemeinen Befriedung der Welt bei­zutragen." Die deutsch-englischen Marine­besprechungen über die Durchführung dec Klausel des deutsch-englischen Flottenabkommens, die Deutschland das Recht einräumt, sein Baupro­gramm für schwere Kreuzer und H-Boote zu er­höben, ohne daß damit bas Verhältnis der Gesamt­tonnage von 35:100 zwischen der deutschen und britischen Flotte geändert wird, zeigten erneut, daß Deutschlands Wehrpolitik ausschließlich von seinem Sicherheitsbedürfnis diktiert ist und sich streng an die vertraglich übernommenen Verpflichtungen hält.

Kann es eine schärfere Diskrepanz in Grundauf- fasiung und politischer Methode geben, als zwilchen dieser Neujahrsbotschaft des F ü h r e r s die sich bet aller Offenheit und Klarheit streng an den nationalen Jnteressenkreis be« beutschen Volkes hält unb der letzten Kongreß-Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die statt den Staats- Haushaltsvoranschlag zu begründen, was ihr eigent­licher Zweck gewesen wäre, ganz auf die Außen­politik abgestellt war und von beleidigenden Angrif­fen auf die autoritären Staaten nur so strotzte. Da­mit hat der schon Monate hindurch vornehmlich gegen das nationalsozialistische Deutschland geführte Agitationsfeldzug seinen Höhepunkt erreicht. Roose­velt selbst, Staatsoberhaupt unb Regierungschef ber Vereinigten Staaten in einer Person hat sich nicht für zu gut gehalten, mit gröblichen Verleumdungen

polens Außenminister beim Führer.

Besprechung mit dem Reichsaußenminister in München.

München, 6. Jan. (DNB.) Der in München weilende polnische Außenminister Oberst Beck begab sich am Freitagvormittag um 12.30 Hhr mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu einer Besichtigung des Führerbaues und von dort aus in das Haus der Deutschen K u n st zu einem Rundgang durch die Deutsche Architekturausstellung, wo anschließend das Mittag­essen eingenommen wurde. Am Nachmittag fand eine Bespre­chung zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop und dem polnischen Außenminister Beck im Hotel Vier- jahreszeiten statt. Um 19.30 Hhr gab der Reichsaußenminister zu Ehren des polnischen Gastes im Hotel Vier­jahreszeiten ein Abendessen, an dem der polnische Botschafter in Berlin, Lipski, der Kabinettschef des polnischen Außenministers, Graf Lubienski, Reichsstatthalter Ge­neral Ritter von Epp, Reichs­leiter Oberbürgermeister F i e h l e r, der deutsche Botschafter in Warschau, von Moltke, der Ches des Pro­tokolls, Gesandter Freiherr von Doernberg, und die Herren der Begleitung des polnischen Außen­ministers sowie die den Reichsaußen­minister begleitenden Herren teil­nahmen.

Der polnische Außenminister hat am Freitagabend 22.30 Uhr Mün­chen wieder verlassen. Zu seiner Verabschiedung hatten sich auf dem Münchener Hauptbahnhof Reichs- außenminister v. Ribbentrop, der deutsche Botschafter in Warschau v. Moltke und ber Chef bes Pro­tokolls Gesanbter Freiherr von Doernberg sowie Reichsleiter Oberbürgermeister Fi eh l er einge- sunben. Der polnische Außenminister trat bie Weiterreise in Begleitung bes Berliner Botschafters Lipfki an.

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Der Führer unb Reichskanzler empfing, wie schon be­richtet, am Donnerstagnachmittag a uf.be mBerghofin Gegen­wart bes Reichsministers bes Auswärtigen, von Ribbentrop, ben polnischen Außenminister Oberst B e ck , ber auf seiner Rückreise von Monte Carlo nach Warschau einen zweitägigen Aufenthalt in München genommen hatte. Auf unserem telegraphisch aus München übermittelten Silbe sieht man bie Begrüßung Oberst Becks nach seiner Ankunft auf bem Berghof burch ben Führer. (Presfe-Jllustration-Hoffmann-M.)

Das Programm für Lhamberiams Rom-Reise.

Kurzes Zusammentreffen mit Daladier und Bonnet in Paris.

abs. ß o n b o n , 6. Januar.

Ministerpräsident Chamberlain und Außen­minister Lord Halifax werden nun doch mit dem französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r und Außenminister Bonnet in Paris Zusammentref­fen, ehe sie sich nach Rom begeben. Das am Frei­tag ausgegebene amtliche Programm der Reise sieht vor daß die beiden englischen Minister am Diens­tag in Paris gegen 17.30 Hhr eintreffen werden. Sie werden sich Dort ungefähr zwei Stunden aus­halten und zusammen mit Daladier und Bonnet im Quai d'Orsay den Tee nehmen. In politisch inter­essierten Kreisen mißt man dieser Aenderung des Reiseprogramms eine gewisse Bedeutung bei, da noch vor wenigen Tagen von französischer Seite der Gedanke einer französisch-englischen Vorbespre­chung mit dem Hinweise abgelehnt worden war, daß Frankreich keine englische Vermittlung in ben zwischen Frankreich und Italien strittigen Fragen wünsche. Beachtung findet in englischen Krei­sen die Rede D a l a ö i e r s in Algier, weil sie gegenüber feinen Aeußerungen in Korsika und Tunis eine wesentlich verschärfte Tonart er­kennen lasse. Ministerpräsident Chamberlain begab sich am Freitagnachmittag nach CH e - q u e r s , wo er sich bis Montag aufzuhalten beab- ^^l'm'Mittwochnachmittag werden die britischen Mi­nister i n R o m eintreffen, wo sie in der Villa Ma- bama Wohnung nehmen werben. Am Albend wer­ben sie an einem Bankett teilnehmen, bas Mufio- l i n i zu ihren Ehren im Palazzo Venezia gibt. Nach Kranznieberlegungen am Donnerstagoormittag werben sie sich zum Quirinal begeben, wo sie v o m König unbKaiser in Audienz empfangen wer­den. Für den Nachmittag sind sportliche Vorfüh­rungen im Forum Mussolini vorgesehen. Am Abend werden die britischen Gäste einer Einladung bes

Außenministers Graf Ciano folgen. Für den Freitagvormittag ist ein Besuch beim Papst vorgesehen. Außenminister Lord Halifax wird Rom bereits am Samstagvormittag verlassen, um sich zur Sitzung der Genfer Liga nach Genf zu begeben. Ministerpräsident Chamberlain wird Sonntag­abend wieder in London eintreffen.

Daily Telegraph", der im allgemeinen über die Haltung desForeign Office" gut unterrichtet ist, teilt mit, daß bas Zusammentreffen ber britischen mit ben französischen Ministern in Paris a u f eine AnregungberLondonerRegierung zu­rückgehe. Nach einer gewissen Distanzierung von bem italienisch-französischen Problem meint bas Blatt, ab­gesehen von einigen im wesentlichen englisch-italie­nischen Fragen würben sich die Besprechungen in Rom auf einen allgemeinen Gedanken­austausch über die internationale Lage und ihre voraussichtliche Entwicklung beschränken.

Chamberlain zur Botschaft Roosevelts.

London, 6. Jan. (DNB.) Premierminister Chamberlain hat sich veranlaßt gesehen, zur Konqrestbotschast bes Präsibenten Roosevelt eine Erklärung abzugeben, in ber er u. a. barauf hin­weist, baß man sich in Englanb klar ber Tatsache bewußt sei, nur mit Hilfe von Freiheit und Frieden hoffen zu können, die Früchte, für die man feit Ge­nerationen gearbeitet habe, für sich und die Nach­kommen zu erhalten und zu entwickeln. In diesem Zusammenhänge würden die vom amerikanischen Präsidenten zum Ausdruck gebrachten Gefühle als weiteres Zeichen für die lebenswichtige Rolle der amerikanischen Demokratie in Weltangelegenheiten begrüßt werben.