riegsauszeichnungen hierfür er-
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Venezia
Augenblick hereiirbrach.
Das kam so: es war acht Uhr etwa. Einige der abgelösten Poften sind gerade bei der „Morgentoilette", waschen und rasieren sich, die anderen sitzen am Disch und trinken Kaffee, da kommt plötzlich die Meldung: feindliches Flugzeug über dem Rhein. So mte sie eben waren und standen, sausten sie die Holztreppe hinauf zum Geschützstand. Der Kanonier M. hat nur einen Stiefel angekriegt, ein anderer rennt mit dem Seifenschaum im Gesicht hinauf. Ader das wird gar nicht beachtet.
Wie gut es war, daß bis zur Feuerbereitschaft nur wenige Sekunde^ vergangen sind, stellt sich gleich heraus. Denn wie sie an ihrem Geschütz Lehen und zu schießen anfangen, ist der Franzose, eine Potez 63, schon auf 800 Meter herangekommen. Er fliegt ganz tief am Ufer ent» ang, noch unter den Wipfeln der hohen Pappeln, springt über die Kronen hinweg, daß den Flak- Männern fast der Atem vergeht. Jetzt zieht er
Schwimmende Flak-Siellungen aus dem Rhein.
Wie die Kanoniere einen französischen Tiefflieger erledigten.
Von den Schlachtfeldern, auf denen Generalfeld- maeschall Mackensen seine geschichtlichen Erfolge errungen hatte, sandte der Führer dem verdienten Soldaten ein Telegramm, in dem er auch der Stätten des Wirkens von Mackensen als Kommandierender General gedachte. Dazu gehörten auch die alten deutschen Garnisonen im Osten, die jetzt wieder deutsch und frei sind.
Graudenz war die Heimstatt des Infanterie- Regiments Generalfeldmarschall von Mackensen (3. Weftpreußisches) Nr. 129, des Kulmer Infanterie-Regiments Nr. 141 (III. Batl. Strasburg), des 8. Weftpreußifchen Infanterie-Regiments Nr. 175 (III. Batl. Truppenübungsplatz Gruppe), ferner des Jäger-Regiments zu Pferde Nr. 4, des Feldartillerie-Regiments Nr. 71 Groh-Komtur, der Festungs-MG.-Abteilungen Nr. 3 und 4, der Festungsfernsprecher-Kompanie Nr. 2.
Thorn säh in seinen Mauern das Jnfantene- Regiment von Borcke (4. Pommersches) Nr. 21, nach seinem Wahlspruch „Zage nie!" die „Zage- nichtse" genannt, das Infanterie-Regiment von der Marwitz (8. Pommersches) Nr. 61 und das 9. West- preußische Infanterie-Regiment Nr. 176, ferner das Thorner Feldartillerie-Regiment Nr. 81, die MG - Abteilung Nr. 4, Feftungs-MG.-Wteilung Nr. 5, das 1. Westpreußische Fußartillerie-Regiment Nr. 11, die Festungsfernsprecherkompanie Nr. 1 und .das 1. Westpreußische Pionier-Bataillon Nr. 17. In Kulm lag das Jäger-Bataillon Fürst Bismarck (Pommersches) Nr. 2.
Der Hauptteil Westpreußens gehörte zum Bezirk des XVII. Armeekorps, dessen letzter Kommandierender General vor dem Kriege und in der ersten Kriegszeit der General der Kavallerie von Mackensen war. Westpreußen war durch eine Feftungskette gesichert, so daß sich dort viele Formationen zusammenfanden. Außer den schon erwähnten Truppenteilen des XVII. Armeekorps standen noch Formationen des zweiten oft^reußtschen XX. A.-K. in den durch das Versailler Diktat abgetrennten Gebieten Weftpreußens. Bromberg und Brauns berg waren die Garnisonen des 5. Westpreußischen Infanterie-Regiments Nr. 148, dessen I. Bataillon unter Hauptmann Picht nn Rumänien-Feldzug 1916 im Rücken der feindlichen Armee Turnu-Severin einnahm und sodann im Verein mit österreichischen Waffenbrüdern eine rumänische Armeeabteilung nach unablässiger Verfolgung und schweren Kämpfen am unteren Alt zur Kapitulation zwang. Außerdem befanden sich m Weftpreußen noch weitere Truppenteile des XX 21t-- meekorpsr Ulanen-Regiment von Schmidt (1. Pom
zahlreiche Truppenabteilungen und die Verbände der ehemaligen Kriegsteilnehmer und der Kriegsverletzten teunahmen. Vor Beginn der Messe, die durch Artilleriesalut ange'kündigt wurde, beugten der Thronfolger und der Duce das Knie vor dem Grab des Unbekannten SoDaten, an dem zahlreiche Kränze niedergelgt waren. Nach der Feier brachte die nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge dem Duce eine begeisterte Kundgebung dar. Mussolini, der die Uniform des Ersten Marschalls des Imperiums mit Stahlhelm trug, erschien auf dem Balkon des Palazzo Denezia und richtete eine kurze Ansprache an die Menge. Der Duce führte dabei aus:
„Das italienische Volk, das geschloffen um das Liktorenbündel geschart ist, feiert heute den Sieg von 1918 mit reiner Seele und mit festestem Vertrauen in die Geschicke des Vaterlandes. Der Sieg ist sein, weil er durch sein großes Opfer erobert wurde, ebenso wie die nicht weniger glänzenden und entscheidenden Siege, die später folgten. Im Gedenken an das, was vollbracht wurde, richten wir den Willen und die Kräfte auf das Morgen."
Die Massen nahmen diese Worte des Duce mit stürmischem Beifall auf. Dann zog die Menge vor Den Königsplatz und verlangte mit unermüdlichen Zurufen den Thronfolger zu sehen. Das Kaiserpaar ist gegenwärtig von Rom abwesend.
Kunst und Wissenschaft.
Oie Goethemedaille
für Prof. Or.-Zng. e. h. Schumacher.
Der Führer hat dem Oberbaudirektor a. D. Professor Dr.-Jng. e. h. Fritz Schumacher in Hamburg aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Fritz Schumacher ist geborener Bremer. Er studierte an den. Technischen Hochschulen Berlin und München und war von 1896 bis 1901 Architekt beim Rat der Stadt Leipzig. 1909 wurde er nach Ham- bürg berufen, wo er später Oberbaudirektor wurde. Von 1920 bis 1923 war er nach Köln beurlaubt, wo er die Grundzüge der modernen Stadt mit ihren Grüngürteln schuf. Zahlreiche öffentliche Gebäude Hamburgs zeugen von der Kunst Schumachers, der außerdem zu den wenigen Architekten gehört, die sich schriftstellerischen Arbeiten wid- meten, in denen seine umfassende Bildung und eine glänzende Darstellungsgabe zum Ausdruck kommen. Schumacher ist Ehrendoktor der Ingenieur- Wissenschaften, der Medizin und der Technik verschiedener Universitäten und Hochschulen. Seit 1937 gehört er auch der preußischen Akademie der Künste an.
griffen gegen den jetzigen Ministerpräsidenten Smuts fuhr Hertzog fort, er wünsche nicht, daß alle Bande zwischen Südafrika und Großbritannien sowie dem britischen Empire zerrissen würden, aber die Haltung, die Smuts einnehme, trage stark zur Zerstörung dieser Bande bei.
Wenn die Südafrikanische Union nicht als freies und un-abhängiges Land regiert werde, dann könne ihre Zugehörigkeit zum britischen Weltreich nicht mehr von langer Dauer fein. Es sei die höchste Pflicht aller Südafrikaner, dafür zu sorgen, daß der Kriegszustand nicht länger dauere, als es nach den wirklichen Interessen Südafrikas zu rechtfertigen sei. Die Beziehungen zwischen den englischsprechenden und den afrikanischsprechenden Volksgruppen hätten einen schweren Schlag erlitten; aber er glaube immer noch, daß es möglich sei, aus den beiden großen Volksgruppen einen reinen Afrikanerstaat aufzubauen.
Nationalfeiertag in Italien.
konnten.
Im Orangebuch wird dann darauf verwiesen, daß auch verschiedentlich Fahrgäste und Besatzungsmit- glieder deutscher Nationalität durch englische und französische Behörden von Bord niederländischer Schiffe geholt worden seien. Sowohl in Paris als auch in London seien Schritte zur Freilassung der Festgenommenen unternommen worden. Auch die Postoerbindungen wurden durch englische Maßnahmen gestört.
Hertzog übernimmt die Führung des Südafrilanerturns.
London, 4. Nov. (DNB.) Der frühere südafrikanische Ministerpräsident General Hertzog hielt in Smithfield im Oranje-Freistaat eine Rede, m Der er mitteilte, daß er nach der Zersplitterung der Vereinigten Partei wegen der Teilnahme am europäischen Kriege die Führung des „rekonsoli- dierten Afrikanertums" übernommen habe. Der Leiter der Nationalistenpartei, Dr. M a - ian, habe sich ihm unterstellt. Nach scharfen An-
Alle deutsche Garnisonen im befreiten Ostland
Don Walther Beckmann.
Weftpreußisches) Nr. 6 noch Infanterie-Regiment Graf Kirchbach (1. Niederschlesisches) Nr. 46 III. Batl.Wreschen),Inf.-Regt. König Ludwig von Bayern (2. Niederschlesisches) Nr. 47 (II. Batl. Schrimm); Regiment Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1, 1. Po- senfches Feldartille Ni e-R egiment Nr. 20, Festungs- MG.-Abteilung Nr. 6, Niederschlesisches Fußartil- terie-Regiment Nr. 5, Posensches Pionier-Bataillon Nr. 29, Festungsfernsprecher-Kompanie Nr. 8, Niederschlesische Train-Abteilung Nr. 5 und das Flieger-Bataillon Nr. 2.
Weiterhin standen in Rawitsch-Lifsa das 3. Niederschlesische Infanterie-Regiment Nr. 50, in Kr otoschin das Füfelier-Regiment von Steinmetz (Weftpreußisches) Nr. 37, in Ostrowo - Pieschen das 7. Westpreußische Jnfanterie-Regl- ment Nr. 155, in Mielitfch-Ostrowo das Ulanen-Regiment Kaiser Alexander III. von Rußland (Weftpreußisches) Nr. 1, in Lisfa das 2. Po- sensche Feldartillerie-Regiment Nr. 56 — Regimenter, die zum überwiegenden Teil bereits vor 1914 eine ruhmvolle Tradition aufwiesen. Die Mielitscher Ulanen waren das älteste Regiment ihrer Gattung in der deutschen Armee, hervor gegangen aus den fridericianischen Bosniaken, den nachmaligen „To- wartschis". Aus den Reihen des Regiments ging der berühmteste deutsche Kampfflieger des Weltkrieges, Rittmeister Manfred Freiher von Richt- Hofen, hervor.
mersches) Nr. 4, Standort Thorn, 2. Weftpreu- ßifches Pionier-Batäillon Nr. 23, Masurisches Pionier-Bataillon Nr. 26, Standort Graudenz. Im abgetrennteu Teil Ostpreußens war S o l d a u die Garnison des II. Bataillons Infanterie-Regiments Freiherr Hiller von Gaertringen (4. Posensches) Nr. 59, das in der Schlacht bei Tannenberg im Brennpunkt des Kampfes stand und am Tage von Waplitz außerordentliche Opfer brachte.
Die beiden ostpreußischen Armeekorps und das westpreußische XVII. A.-K. bildeten mit dem I. Reserve-Korps und einigen Reserve- und Landwehr- Truppen bei Kriegsausbruch 1914 d i e 8. Armee und schlugen unter der Führung Hindenburg-Luden- dorffs die Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen. Der Herbst 1914 sieht sie sodann in den schweren Kämpfen um Lodz. Dom Herbst 1915 ab nahmen west- und ostpreußische Regimenter auch an den Kämpfen im Westen und anderwärts teil. Mit dem Infanterie-Regiment Nr. 61 verbindet sich der Begriff der „Fahne von Dijon" im Feldzuge 1871 gegen Garibaldis Scharen: „Wenn wir nun ohne Fahne wiederkommen, ihr Brüder allesamt, gebt uns Pardon; verloren haben wir sie schon, doch keinem Lebenden ward sie genommen!"
In der alten Hansestadt Danzig lagen das Grenadier-Regiment König Friedrich I. (4. Ost- preußisches) Nr. 5, das feiner ruhmgekrönten Geschichte im Weltkriege neuen Lorbeer zufügte — so bei der erfolgreichen Abwehr der amerikanischen Massenanstürme im Juli 1918 bei Coincy —, ferner das Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128, das während der Ehemin-des-Dames-Offenfive Mai 1918 in siegreichem Vorwärtsstürmen als erster Truppenteil die Marne erreichte. Das Straßenbild D a n- zig-Langfuhrs war beherrscht von den schwarzen Attilas mit weißer Beschnürung der „Leib-Husaren-Brigade" — der berühmten „Totenkops-Husaren": 1. Leib-Husaren-Regi- ment Nr. 1, 2. Leib-Husaren-Negiment Königin Viktoria von Preußen Nr. 2. Ihre Stammväter waren die Ruesch-Husaren, neben den Zieten-Husaren die bekanntesten Husaren der fride- rizianischen Zeit. — Außerdem standen in Danzig das 2. Westpreußische Feldarkillerie-Regiment Nr. 36, in Danzig-Pillau das 2. Westpreußische Fußartillerie-Regiment Nr. 17 und in Danzig-Lang- fuhr die Westpreußische Train-Abteilung Nr. 17.
Das V. Armeekorps der Provinz Posen zählte gleichfalls alte Regimenter in seinen Reihen. In der Festung Posen standen außer dem Gre- nadier-Regiment Graf Steift von Rollendorf (1.
gebaut. Da diese Brücke natürlich gegen etwaige Angriffe geschützt sein muß, kam man auf die naheliegende Idee, die leichten Flak-Geschütze gleich a u f den großen Pontons zu montieren, die die schwimmende Brücke tragen. Im „Untergeschoß" haust die Mannschaft. Die Kanoniere steuen sich über diese ideale Stellung. Sie haben keine Langeweile, denn die Freizeit bietet viel Abwechslung. Den ganzen Tag zichen die qualmenden Schlepper vorbei, rheinauf und rheinab, und der Verkehr über die Brücke, wenn sie eingefahren ist, gibt gleichfalls mancherlei Kurzweil. Das Essen ist gut, Der Chef voller Verständnis für die kleinen Sorgen und Nöte seiner Mannschaft.
Eigentlich müßten sie unter solchen Umständen restlos zufrieden sein. Da sie es dennoch nicht sind, begründen sie es so wie es viele ihrer Kameraden in anderen Stellungen tun: f i e kommen zu wenig zum Schuß. So spähen sie. Tag für Tag den Himmel ab und namentlich der Flugmelde- poften, der mit seinem Glas vom Morgen bis zum Abend auf dem Posten ist, guckt sich die Augen wund... bis dann eines Morgens doch der große
R o m, 5. November. (Europapreß.) Ganz Italien beging am Samstag den Jahrestag des Waffenstillstandes als Nationalfeiertag. Die Hautpstadt prangte im Flaggenschmuck. Am „Altäre des Dater- ' * " auf dem Nationaldenkmal der Piazza fand ein Feldgottesdienst statt, an dem
Wie weit die Informationen der Zeitung „Tokio ; Asahi Schimbun" mit den Absichten der Regierung Ade übereinstimmen, kann heute noch nicht im einzelnen festegestellt werden. Die Grundtendenz freilich, die Absicht, unter die militärischen Operationen in China einen Schlußstrich zu ziehen, hat sich seit Ausbruch des europäischen Krieges als klares Ziel der Japaner herausgestellt. Wangtschingwei, der frühere Ministerpräsident Tschianakaischeks, der gleichwohl stets sein, größter Gegenspieler gewesen ift, erfreut sich schon seit geraumer Zeit der vollen japanischen Unterstützung. Mit seiner formellen Em- setzung könnte Japan ein wichtiges Kriegsziel als erreicht ansehen. Es ist bemerkenswert, wie weitgehend die Zugeständnisse sind, die Japan nach der Meldung des „Tokio Asahi Schimbun" dieser neuen Regierung zu machen bereit ist. Damit wird ohne Zweifel versucht werden, nach außen hin die volle Souveränität dieser Regierung herzustellen und damit dem Kampfe Tschiangkaischeks auch den letzten Schein der Rechtfertigung zu entziehen.
Holland protestiert in London gegenengiicheMkerrechtsdrüche DieholländischeSchiffahrtschwergeschadigt
A m ft e r D a m , 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der niederländische Außenminister hat ein Orangebuch veröffentlicht über die Bemühungen der niederländischen Regierung zur Erhaltung des Friedens. In einem besonderen Kapitel werden die Verletzungen des niederländischen Hoheitsgebietes behandelt. Die niederländische Regierung müsse sich das Recht vorbehalten, zu protestieren, wenn Rechte niederländischer Untertanen durch schwarze Listen oder andere britische Maßnahmen, die nicht in Uebereinftimmung mit dem Völker - recht sind, Schaden leiden. Die übermäßig langen Wartezeiten, die der niederländischen Schiffahrt großen Schaden gebracht hätten, hätten Veranlassung gegeben, Protestschritte in London zu unternehmen, am schwerwiegendsten sei die Klage Darüber, daß die Schiffe vollkommen ohne Verbindung m i t d e m L a n d e seien, so daß die Kapitäne ihre Reeder nicht benachrichtigen könnten, wo sie sich aufhalten. Die niederländische Regierung sei überzeugt, daß die britische Regierung als Regierung eines seefahrenden Volkes sich dessen bewußt sei, welch enormerSchadender neutralen Schifffahrt Dadurch zugefügt werde. Die niederländischen Reeder seien ernstlich über die Trägheit verstimmt, die bei der Behandlung ihrer Schiffe und Frachten an den Tag gelegt werde und die unerträglichen finanziellen Lasten, die ihnen auferlegt werden. Es komme immer wieder vor, daß niedreländische Schiffe länger als drei Wochen fe st gehalten werden. Die niederländischen Reeder seien tiefst enttäuscht durch die geringe Aufmerksamkeit, die ihren Jnteresseii geschenkt werde.
In der Antwort der britischen Regierung heißt es, die niederländische Regierung könne von sich aus zur Vermeidung von Verzögerungen beitragen, falls sie den niederländischen Reedern gestatten wollte, wie während des vorigen Krieges die Verpflichtung zu übernehmen, die Teile der Ladungen, die verdächtig waren, in niederländischen Bestimmungshäfen so lange festzuhalten, bis ein Beschluß erfolgt sei, daß sie freigegeben werden
die Innenpolitik China« erwecken könnte, wie z. B. die Entsendung politischer Berater.
8. Hinsichtlich der schwierigen Aufgabe der Schaffung einer finanziellen Grundlage Der neuen Regierung werde Japan auf ausdrücklichen Wunsch der Zentralregierung einen Finanzberater entsenden.
9. Desgleichen werde Japan beim Aufbau der Wissenschaft und Technik technische und. personelle Hilfe zu gewähren.
10. Zur wirksamen Gestaltung wirtschaftlicher Zusammenarbeit sei Die Bildung eines sogenannten japanisch-chinesischen Wirtschafts- r a t e s beabsichtigt in Anlehnung an die bereits bestehende Einrichtung zwischen Japan und Nordchina.
Die gesamte japanische Presse befaßt sich ausführlich mit Der 9t e D e Molotows. „Tokio Nifchi Nischi", „Kokumin Schimbun" und „Somiuri Schimbun" befürworten eine Annäherung an Rußland. „Tokio Asahi Schimbun" meint, der Vorschlag Mo- lotows an Japan sei nicht abzulehnen und die Frage Der Initiative sei Dabei nebensächlich, sofern es Moskau nur aufrichtig meint. „TDkio Nischi Nischi" greift Englands und Frankreichs Kriegspolitik an und betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit Deutschland und Rußland. „Jomiuri Schimbun" hofft, daß das Nomonhan- Abkommen (mit dem der mandschurische Grenzstreit beigelegt wurde) ein Wendepunkt in den Beziehungen beider Länder sei. Schon zur raschen Beendigung des China-Konfliktes müsse Das Angebot Molotows angenommen werden. Das Blatt tritt entschieden für eine Annäherung an Rußland ein, da Die „öffentliche Meinung Japans auf engen Be- Ziehungen zu Deutschland besteht und hierbei ein Ausgleich mit Rußland erforderlich ist".
Ein Ausgleich ntit England und Amerika erscheine fast aussichtslos, weshalb Der Weg der japanischen Außenpolitik durchaus klar sein müsse, um Japan nicht zu isolieren. Besonders wichtig sei auch ein Handelsabkommen mit Moskau, um Japan gegen Amerika unabhängig zu machen. Wie „Hotschi Schimbun" aus gut unterrichteter Quelle hört, tollen Besprechungen zur Klärung wichtiger schwebender japanisch-russischen Fragen über japanische Del» und Kohleninteressen sowie übey die Behandlung japanischer Staatsangehöriger in nächster Zeit ausgenommen werden.
Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Die BilDer: Dr. Fr. W. Lange; für StaDt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Äeit
Hier irrt der König!
Der englische Könia hat es für notwendig befunden, fünfen gli s che Fliegermiteinem hohen Orden auszuzeichnen. Diese Tatsache wäre an sich keiner besonderen Erwähnung wert, wenn es sich bei Den also dekorierten Männern nicht um die „Helden von Kiel" handelte. Wir müssen zu Gunsten Des Königs annehmen, daß er nicht von seinen eigenen Ministern hintergangen worden ist, als sie ihm Die betreffenden Flieger zur Ordensauszeichnung vorschlugen. Wir müssen vielmehr unterstellen, daß König Georg genau wußte, welchen faulen Zauber er mit feiner Person decken sollte, daß er also Die Ansicht des Lügenministeriums teilte, man könne durch Den königlichen Akt der Ordensverleihung Dem neutralen Ausland gegenüber Das Prestige der britischen Luftflotte und das ramponierte Ansehen Der britischen Propaganda noch einmal retten. Doch hier irrt Der König! Die Welt weiß nämlich ganz genau, daß Der von Der Londoner Regierung seinerzeit triumphal hinausposaunte Bombenangriff englischer Flieger auf Kiel — niemals stattgefunden hat. Die Wett weiß das nicht nur aus den Berichten neutraler Journalisten, die in Kiel vergeblich nach Den Spuren des „vernichtenden" englischen Bombardements gesucht haben, sie weiß das auch aus Dem Munde Des britischen Luftfahrtministers Sir Kingsley-Wood selbst, Der etwas später kleinlaut zugab, ihm wäre von englischen Fliegerangriffen auf Kiel nichts bekannt.
Das Unglück wollte es aber, daß an Dem gleichen Tage schon, da Der zweifellos richtig informierte Luftfahrtminister dieses Dementi bekanntgab. Der englische Aufklärungsflieger, Der Kiel als erster erreicht haben wollte, sowie Der Führer Des Bombengeschwaders, das anschließend Den angeblichen Angriff auf Kiel durchgesührt hallen sollte, die
hielten. Dieses Mißgeschick, das wohl durch die mangelnde Koordination der verschiedenen Londoner Lügenämter verursacht wurde, hat offenbar zu heftigen Auseinandersetzungen im Schoße des englischen Kabinetts geführt, wobei schließlich die „Churchillians" Die Oberhand behielten. Denn bald darauf wurden wir von der Meldung überrascht, daß im amtlichen Auftrag ein Dokumentarischer Film mit Dem verheißungsvollen, aber mehr ein zoologisches Thema verratenden Titel „Der Löwe hat Flügel" hergestellt worden sei, in dessen Mittelpunkt Der Bombenangriff auf Kiel stünde. Was man erwarten mußte, trat ein: Ein neutraler Journalist hat diesen Film gesehen und teilt nun mit, daß in der einzigen dokumentarischen Szene, Die auf Der LeinwanD erschien, nur für wenige Se° kunDen zu sehen sei, wie englische Flieger in ermüdetem Zustand aus ihren Maschinen — aus- stiegen. Woher die Maschinen kamen, ob Die tapferen Besatzungen vielleicht durch Die langweiligen Proben vor Der Kamera ermüdet waren, Das ist aus Dem Film allerdings nicht ersichtlich. Er- ichtlich ist nur soviel, daß es im heutigen England — gute Beziehungen vorausgesetzt — nicht schwer ein Dürfte, mit imaginären Heldentaten funkelnde Orden zu erwerben. H. Ev.
teile für sich.
Aber Die Flak-Männer arbeiten mit bewundernswerter Präzision. Gleich Die ersten Schüsse auf Den Tiefflieger sitzen. Die Kiste kommt trotzdem mit unverminderter Geschwindigkeit in Richtung Der Geschützftände, während Der Heckschütze in Der Feindmaschine seinerseits mit seinem MG. Das Feuer eröffnet. Als er noch 150 Meter entfernt ift, läßt er einen schweren Gegenstand ins Wasser fallen. Man weiß nicht, was Das gewesen ift. Vielleicht ein Photogerät?
Die Flak schießt weiter, Der Franzose auch. Aber Die Maschine kippt und verliert rasend an Höhe. Mttlerweile hat Der Franzose, ein richtiger Draufgänger, wie auf Der deutschen Seite ehrlich zugegeben wird, Die Brücke erreicht. Er berührt fast Das Wasser, setzt sich mit einem Sprung über das Gelände hinweg; eine Geschoß gäbe aus Dem Maschinengewehr, Das Der Heckschütze immer noch bedient, trifft Die Umrandung Der Stellung des ersten Geschützes. Dann ist Die Maschine auf Der anderen Seite, beschreibt einen engen Bogen und beschießt Dann das zweite Geschütz. Drei brave Kanoniere werden von MG.-Geschossen getroffen.
Aber Der Franzmann pfeift nun doch aus Dem letzten Loch. Ein paar Schüsse schickt Der zähe Bursche, Der in Der Heckkanzel sitzt, noch zum Beobachtungsstand hinüber, Den er anscheinend in der letzten Sekunde erspäht hat. Die Verankerung eines Leiterstückes 'geht in Trümmer, sonst ist nichts passiert. Die Potez strebt mit letzter Kraft Dem anderen Ufer zu, setzt Dort zur Landung an, überträgt sich und bleibt Dann als Ueberrest eines Flugzeuges auf einem Acker liegen. Ein kleines Fährboot, Das eben Passagiere über Den Strom fetzte, erhielt einen Schuß durch Die - Bordwand. Aber verletzt wurde dort niemand.
Die Batterie ist natürlich stolz auf ihren Erfolg. Sie hat auch allen Grund dazu, Denn ihre Arbeit ist des höchsten Lobes wert. Nun warten sie bis Der nächste kommt. Sie werden ihn, wie sie zuversichtlich erklären, mit derselben Präzision auf Den Boden zwingen.
PK. Irgendwo am Rhein hoben die Pioniere, über das Wasser herein, rast genau auf die Brücke eben' der Fähre eine ft a b i l e Brücke zu. Die Sicht ist schlecht, ein unangenehmer Dunst ' ' — ' lttlich gegen etwaige liegt auf dem Rhein. Der Franzose hat alle Vor-


