Ausgabe 
6.11.1939
 
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der Herbstsonne gewärmt, schimmerte das grüne I dringung straft darzustellen vermag. Das bestätig- Fruchtfleisch, von winzigen Adern durchzogen. Aus ten auch trte balladenhafteVatergruft m chrer jenen Tagen naht sich meiner Erinnerung ein lieb- Situationstreue und die Innerlichkeit der klang­liches Mädchengesicht, das unter der Schar der schönen und warmen mezza voce inlieber allen Beerenleserinnen den Hohlweg vom Weinbergshügel Wipfeln ist Ruh'". Auch hier wie bei der Auswahl herunterkam. Zum Schmuck hatte sie sich ein paar der Klavierstücke hätten sich noch Gaben finden

lassen, die für Liszt charakteristischer waren als die

den

Es

ihrer

und z Hitlers

Liszt und Wagner.

Morgenfeier im Stadttheater.

prägte sie jedoch markant genug aus.

Liszt's Liedschaffen läßt die Entwicklung des Komponisten deutlicher erkennen als etwa seine Klaviermusik, die stets mehr oder minder in den Dienst der von ihm begründeten Klaviertechnik tritt. Das schmerzzerwühlteWer nie sein Brot mit Tränen", ist im Zeitrahmen gesehen, ein be­deutungsvoller Vorstoß auf Neuland in der Aus- druckswelt des Liedes. Gustav Bley zeigte sich hier

süchtigen Nymphen im Lorbeergebüsch anzulocken Hinter der dünnen Traubenhaut war t '

deutschen Volke den Lebensraum, die Si­cherheit für die kulturellen und wirt­schaftlichen Leistungen zu geben, deren es fähig ist. So ist diese Feierstunde, in der mir Deutschlands älteste Hohe Schule zurückholen in den Schoß des Reiches, während an Deutschlands Gren­zen unsere Soldaten das Reich beschützen, zugleich ein Symbol für den kulturellen Aufbau« willen des neuen Reiches.

Reichsprotektor Freiherr von Neurath verwies auf die Bedeutung Prags für das deutsche Geistesleben. Er sprach auch von der Aufgabe, die sich aus der Neuordnung ergebe. Vor allem würden die völlig unzulänglichen räumlichen Verhältnisse der beiden Hochschulen gebessert werden. Der Reichs« Protektor schloß mit der Mitteilung, daß der Führer der Universität den NamenDeutsche Karls- Universität in Prag" verliehen hat. Damit sei das durch das tschechische Universitäts-Gesetz, das die tschechische Universität als alleinige Nachfolgerin der alten Karls-Universität erklärte, der Deutschen Universität zugefügte Unrecht wiedergutgemacht. Der Reichsprotektor schloß seine Rede unter dem be­geisterten Jubel der Anwesenden mit einem Treue« gelöbnis an den Führer.

Trauben am Stiel zwischen die Lippen gesteckt. Wenn du Lust hast, kannst du sie dir von meinem Munde pflücken", rief sie mir zu. Traubensüße und Kußsüße mischten sich. Es war der seligste Rausch, mir Silvanertrauben jemals bereitet hatten.

Deutsche Karls-Llniversttät in Prag."

Oie Prager Deutsche Hochschule wieder in Obhut des Reiches.

Krasser englischer Völkerrechtsbruch.

Deutsche Konsulatsbeamte wie Schwerverbrecher behandelt. - Maffenverhastungen von Deutschen tagelang vor Kriegsausbruch.

Japans Befriedungsprogramm

Eine Regierung Wangtschingwei soll die Beilegung des Ehina-Konfliktes ermöglichen.

Eine Frau wie du ..."

Eine bittersüße Liebesgeschichte! Das selbstsichere Fräulein Dr. Maria Pretorius, Sozialberaterin in einem großen Jndustriewerk, hilft anderen und kann sich selbst nicht helfen! Der draufgängerische Rechts­anwalt Dr. Manfred hatte es ihr angetan, und sie vermag es nicht, sich seiner liebenswürdigen Frech­heit zu erwehren; sie geht mit ihm angeln und zel­ten, verliert sich an ihn und ist plötzlich nicht mehr nur Sozialberaterin, sondern liebende Frau, der es schwer fällt, mit den eigenen Kümmernissen fertig zu werden. Denn Dr. Manfred macht Unfug, und fährt, nach lustig verlebter Nacht, ausgerechnet mit einer Tänzerin im Auto gegen einen Baum. Im Krankenhaus sieht das Fräulein Doktor ihren Man­fred wieder und ihr Herz bekommt einen heftigen Stoß, denn seine Freunde und eine Frau aus sei­nem Bekanntenkreis kommen auch an das Kranken-, bett und sie versetzen ihr die ganze Unfallgeschichte mit allen Einzelheiten brühwarm und in der frivo­len Form des Scherzes. Aber der Film läßt daran die Liebe zwischen beiden nicht scheitern. Es scheint nur so! Das glückliche Ende bleibt nicht aus.

Wenn es in diesem neuen Film, der im Glo- xia-Palast gezeigt wird, nur um die Wieder«

Sogar im fernen Irak sind die dortigen Deut- chen auf Verlangen des britischen Gesandten drei Tage vor Kriegsausbruch verhaftete und später in Konzentrationslager übergeführt worden und das obwohl der Irak sich bis heute mit Deutschland nicht einmal im Kriegszustand befindet! In A e g y p- t e n wurden die Deutschen ebenfalls auf Verlangen der britischen Behörden bereits vor Ausbruch des Krieges verhaftet und alsGeiseln" in schmutzige Baracken und Zelte gesteckt, die in der Nähe der großen Oeltanklcrger errichtet waren. Der Chef der ägyptischen Polizei war von der britischen Regie­rung durch eine große Summe bestochen worden, um durch feine Leute die Deutschen befonders quä­len, mißhandeln und demütigen zu lassen. Ebenso und zum Teil poch schlimmer wurde es in Indien und überall in Afrika gemacht.

Zu diesen neuen unerhörten englischen Völker­recht sverletzungen stellen wir fest:

1. Die Tatsache, daß man Deutsche ohne jeden Rechts gründ 24, 48, ja 72 und mehr Stun­den vor Kriegsausbruch in allen Teilen der Wett verhaftet und angeblich fteie, in Wirklichkeit von England gegen den Willen ihrer Bevölkerung ver­gewaltigte und geknebelte Staaten zu gleichen Maß« nahmen zwingt, ist ein neuer Beweis dafür, daß die englische Regierung nunmehr den Zeitpunkt für den von ihr seit langem beschlossenen und vorbereiteten Krieg für gekommen hielt und dessen Ausbruch mit den üblichen brutalen englischen Gewaltmetho« den entgegensteuerte.

2. Die britische Regierung, die sich so gern das Mäntelchen der Humanität mnhängt, führt einen erbarmungslosen Kampf gegen wehr­lose Zivilisten, gleich ob Männer oder Frauen. Selbst die feit Urzeiten befonders geheilig­ten und geachteten Vorrechte diplomatischer und konsulartsä^r Vertretungen existieren für die britische Regierung hierbei nicht. Groß­britannien tritt damit das von allen anderen Kul­turnationen geachtete Völkerrecht auch auf diesem Gebiet rücksichtslos Mit Füßen. Deutschland kämpft dafür, daß auch diese Methoden englischen Piraten- tums ein für allemal verschwinden.

B e r l i n, 4. November. (DNB.) Der Deutsche Dien st meldet.

In den letzten Tagen hat die britische Presse Bil­der einer jungen Engländerin Miß I e s s i e Byrne, gebracht, die als Märtyrerin gefeiert wurde. Es wurde mitgeteilt, daß Miß Byrne, eine Sekretärin des britischen Vizekonsuls in Hamburg, fünf Tage in einem deutschen Gefäng­nis in Hamburg fest gehalten worden sei. Als besonders rührender und zugleich heldenhafter Zug bei Miß Byrne wurde hervorgehoben, daß sie sich freiwillig bereit erklärt habe, an Stelle ihrer Kollegin, Miß Mary Joß, die einen Nervenzu- sammenbruch bekam, diese Tage im Gefängnis zu­zubringen. Wie verhält es sich mit dieser rühren­den Geschichte?

Es ist richtig, daß sowohl Miß Joß wie Miß Byrne ebenso wie Mr. Baylih, der britische Vize­konsul in Hamburg, einige Tage in Schutz- Haft sich befanden. Alle drei erklärten, daß sie keinerlei Klagen über die Behandlung in Deutschland vorzubringen hätten. Sie durften nach Belieben mit der Außenwett verkehren, erhielten Leinen für ihr Bettzeug, konnten täglich in die Stadt ausgehen und dursten darüber hinaus sich ihr Essen aus dem Hotel kommen lassen. Mr. Bayliß bedankte sich sogar in einem Interview des Daily Telegraph" vom 19. Oktober dafür, daß er die Gelegenheit gehabt habe, täglich mit dem Def- kreter desDaily Telegraph" in Kopenhagen zu telephonieren. Merkwürdig ist nun, daß chr Fall von der englischen Presse und Propaganda nicht groß ausgemacht worden ist.

Worauf ist diese erstaunliche englische Zurückhal­tung zurückzufübren? Der britische Dizekonsul in Hamburg und sein Stab sind deutscherseits in Schutzhaft gehalten wurde, weil die bri­tische Regierung die Angehörigendes des deutschen Konsulats in Glasgow widerrechtlich fe st gehalten und einge- sperrt hatte. Die deutsche Maßnahme war also eine reine Vergeltungsmaßnahme. Nachdem auf den üblichen diplomatischen Wegen ein Austausch der Konsulatsbeamten vereinbart worden war, wurden die Briten in demselben Augenblick frei- gelassen, in dem die Angehörigen des deutschen Kon­sulats in Glasgow wohlbehalten auf holländischem Boden eintrafen. Soweit der.Tatbestand.

Auch von deutscher Seife würde kein beson­deres Interesse bestehen, auf diesen Fall nach seiner diplomatischen Erledigung noch näher ein­zugehen, wenn nicht, wie wir erst nach Rückkehr der verhafteten Deutschen erfahren haben, bei der Festhaltung der deutschen Beamten und An­gestellten eine Reihe von Dingen sich ereignet hätte, die den ganzen Vorgang als ebenso bei­spiellos in derGeschichte derDiplo- matie wie empörend von der mensch­lichen Seite her erscheinen lassen. Dar­über hinaus zeigt dieser Vorgang erneut, daß die britische Regierung in den letzten August­lagen bewußt auf einen schnellen Kriegsausbruch hingearbeitel hat. Di-e Verhaftung der Angehörigen 'des deutschen Konsulats in Glasgow erfolgte 20 Stunden bevor di e britische Regierung dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, also mitten im Frieden. Der das Konsulat damals leitende Beamte Liebste wurde am Samstag, dem 2. September, nachmittags um 15 Uhr durch die Polizei verhaftet und in das Straf­gefängnis Varlinnie eingeliefert. Gleichzeitig wurde seine Sekretärin, Frl. W agn e r, verhaftet und in das Frauen gefängnis geschafft. Der Amtsgehilfe Ap f e l st ä d t wurde am frühen Morgen des 3. September, also eben-

Prag, 4.Nov. (Europapreß.) In Anwesenheit des Reichsprotektors Freihern von Neurath, des Reichserziehungsministers R u st, des Gau­leiters und Reichsstatthalters, Konrad Henlein, des Reichsdozentenführers Schulze und des Reichsstudentenführers Dr. S ch e e l wurde die Prager Deutsche Hochschule wieder in die Verwal­tung des Reiches überführt. Damit ist die älteste deutsche Universität wieder in deutsche Verwaltung zurückgekehrt. Bei dem Festakt im Deutschen Schau­spielhaus gab nach einer Ansprache der beiden Rek­toren, des Reichsdozentenführers und des Reichs­studentenführers Dr. Scheel Reichserziehungsmini- ft er Dr. Rust in seiner Festrede zunächst einen Abriß der Geschichte der ältesten deutschen Univer­sität und gedachte anerkennend des Kampfes der Deutschen Hochschulen in einem fremden Staat. Auf den Geist der neuen Universität eingehend, erklärte der Minister:Wenn das nationalsozialistische Deutschland in dem ihm aufgezwungenen Kriege um die Existenz des deutschen Volkes ringt, dann mag auch einmal von der Stätte deutscher Wissen­schaft ausgesprochen werden, daß unsere Bewegung nicht gekommen ist, um niederzureißen u zerstören. Das Tun und Denken Adolf gilt nichts anderem, als dem Ziele, dem

Tokio, 5. November (DNB.) WieTokio Asahi Schimbun" aus gut unterrichteter Quelle erfährt, wird die künftige China-Politik Ja­pans auf folgende grundsätzliche Pun kte ab gestellt fein:

1. Japan werde Wangtsching w e i uneinge­schränkte Unterstützung bei seinen Bemühungen um Die Einrichtung einer neuen Zentralregierung ge- währen.

2. Japan werde Chinas eigene unabhän­gige Entwicklung unter Ächtung der chinesi­schen Oberhoheit als Grundlage für die neue Regie­rung anerkennen.

3. Demgegenüber sei Japan jedoch an der poli­tischen Zusammensetzung des neuen Chinas, insbesondere der neuen Regierung interessiert. Besonderer Wert werde auf die Stel­lung Nordchinas und der Mongolei gelegt.__

falls noch einige Stunden, bevor die brittsche Re­gierung den Krieg erklärte, verhaftet und ebenfalls in das Strafgefängnis Barlinnie em- geliefert.

Den Verhafteten wurde auf ihre Frage, warum sie verhaftet seien, lediglich mitgeteilt, daß ein B e - fehl aus London vorläge. Sonst wurde ihnen jede Auskunft verweigert. Die Akten des Konsulats in Glasgow wurden völlig rechtswidrig von der englischen Behörde beschlagnahmt und bis in die keinften Einzelheiten durchwühlt. Der Konsul wurde gezwungen, auch den Ge­heimtresor zu öffnen. Im Gefängnis wurde Liebste wie ein normaler Strafgefange­ner, d. h. also wie ein rechtskräftig verurteilter Schwerverbrecher behandelt. Seine Bitte um In­formierung der Botschaft in London wurde schroff abgelehnt. Es wurden ihm sämtliche Wert­sachen, seine Uhr, seine Ringe, sein Rasierzeug und alles, was er bei sich hatte, ab genommen. Ferner wurde von iym Zuchthäuslerarbeit verlangt. Erft auf seinen mehrfachen Protest hin wurden einige kleine Milderungen eingeführt.

21 Tage lang wurde so der Vertreter des Deutschen Reiches in Glasgow von den Eng­ländern, ohne daß sie in der Lage gewesen wären, das geringste gegen ihn vorzubringen, im englischen Gefängnis roieein gemeiner Verbrecher behandelt. Daß keinerlei Ge­richtsverfahren gegen ihn stattgefunden hatte, mutet im Lande der vielgerühmten habeas- Lorpus-Akte ganz besonders grotesk an.

Apfelstädt erlebte das gleiche Schicksal, volle 23 Tage und ohne jede Milderung. Danach wurde Apfelstädt in das Konzentrationslager Edinburgh übergeführt. Infolge der unsag­baren hygienischen Verhältnisse des Gefängnisses und der Feuchtigkeit in der Einzelzelle hat Apfel­städt sich ein schweres Ohrenleiden zuge- zogen. Immerhin hat man bisher gehofft, daß sich die Engländer wenigstens Frauen gegenüber anständig benehmen würden. Einer Frau solle, das wird von den Engländern als die angeblich herr­schende Auffassung verkündet, von der englischen Polizei kein Haar gekrümmt werden. Leider hat die Sekretärin des Konsulates von Lieser britischen Humanität" nicht das geringste verspürt. Frl. Wagner, zu deren Verhaftung, wie die britische Regierung durch ihre Freilassung zugeben mußte, ebenfalls keinerlei Anlaß bestand, wurde nicht weniger als 31 Tage im Frauenge­fängnis f e st g e h a l t e n. Man zwang sie dort, Straflingskleidung anzulegen und die Aborte und Latrinen des Frauen­gefängnisses zu säubern. So hat die britische Regierung es fertig gebracht, in der nie« derträchtigsten Weise wehrlose deutsche Frauen zu demütigen.

Aber das Kapitel der englischen völkerrechts­widrigen Gefangennahme von Deutschen vor Ausbruch des Krieges ist damit nicht zu Ende. Wie neuerliche Nachrichten bestätigen, hat das von dem Juden hore-Belisha geleitete Kriegs­ministerium und zwar ohne Zweifel mit Zu­stimmung des britischen Kabinetts derartige völkerrechtswidrige Verhaftungen und Einker­kerungen von Deutschen in Hunderten von Fällen im gesamten Bereich der bri­tischen Inseln unter dem lügenhaften Vor­geben vorgenommen, daß sie sich mit S p i o- nage befaßt hätten. Das Tollste daran aber ist, daß man eine Reihe dieser Deutschen zwei, drei, ja einzelne bereits vier Tage vor Aus­bruch des Krieges willkürlich verhaftet und eingesperrt hak!

gebotenen.

Mit menschlicher Eindringlichkeit ttrrib feinsinni­gem, fast musikalischem Empfinden für Richard Wagners Briefstil las Hans Caninenbery zwei Briefe aus der Zeit der Entstehung desTristan". Die Aeußerungen Richard Wagners gegenüber der Frau (Mathilde Wesendonk), der wir die nachhal­tigste Einwirkung auf sein Schaffen zusprechen müssen, bereiteten die Aufnahmefähigkeit des Hörers für die fünf Wefendonk-Lieder vor. Mathilde Wefen- donk, die Verfasserin der Dichtungen, bestätigt ge­rade hiermit ihre überragende geistige Stellung als Frau; wurden doch diese Lieder die Keimzellen für die Tristan-Musik. Anni A s s i o n schloß diese Ge­fühlswelt auf mit dem Einsatz ihrer zu großer Steigerung fähigen Mittel und stellenweise aus­ladender Linienführung.

Es war nur zu bedauern, daß diese so eindrucks­volle Morgenveranstaltung verhältnismäßig schwach besucht war; um so freudiger folgten die Hörer mit berechtigten Anerkennung.

Dr. Hermann Hering.

4. Nach dem Zustandekommen der neuen Regie­rung sei Japan unverzüglich zur formellen Anerkennung und Entsendung eines bevoll« mächti-gten Botschafters bereit.

5. Mit der Anerkennung der neuen Regierung werde Japan an die Beilegung des China- Konfliktes gehen. Alle Vereinbarungen über die Lösung des Koftiktes auf allen Gebieten des poli­tischen Lebens würden mit der neuen Regierung getroffen werden.

6. Hinsichtlich der innenpolitischen Maßnahmen in China auf allen Gebieten der Kultur, der Erzie­hung usw. werde die neue Regierung eine un­abhängige Politik verfolgen, wobei jedoch Japan zur Unterstützung und Zusammenarbeit be­reit sei.

7. Japan werde jede Unterstützung vermeiden, die den Eindruck einer Einmischung Japans in

Drei Trauben-Giilleben.

Von Anton Schnack.

Für die Weinfreunde und verständigen Zecher will ich drei Stilleben von Trauben zeichnen, tue der sonnige Herbst reifen ließ und die von der schwarz­haarigen Winzerin von den Stöcken geschnitten wurden.

Die Riesling-Traube.

Sie ist klein und unscheinbar, aber sie schenkt den großen Wein. Sie reifte die herrlichen Weine von 1904, von 1911, 1915, 1917, 1921, 1934 und 1937. Die Süße des Honigs schlummert in ihrer Beere und die Fülligkeit des Fruchtgeschmackes bis zur Vollkommenheit. Sie bereitet den Wein, mit dem man sich zur einsamen Zecherei zurückzieht, den Wein, bei dem weder gelacht, geredet, noch gelärmt wird. Das Seelenauge des Zechers sieht, wenn er das Glas gegen das Licht hebt, die Schmetterlinge des Sommers darin gaukeln, die Gedichte der sanf­ten Abendwinde darin wehen, die Träume der Seligkeit erwachen und die schwarze Schar der Sor­gen fortgehen.

Die Traminer-Traube.

Ihren Namen hat sie nach dem Ort Tramin im ehemaligen Südttrol. Der Wein, der aus ihr ent­steht, hat eine schwere, goldene Farbe und ein eigen­tümliches Aroma. Man geht an Gewürzmühlen vor­bei, an Apotheken, an Schiffen, beladen mit Zimt­bündeln aus den Tropen dieser Duft ist auch der Dust des Traminers. Diesen Wein mit der Zunge schmecken, läßt an ugeunerhafte, gelbhäutige und unergründlich leidenschaftliche Frauen des Südens denken. An Julia von Verona und an Francesca aus Rimini. An Hügel, darauf die bitterharzige und regungslose Zypresse steht. An Kneipen unter Maul­beerbäumen, wo die Maulesel halten und an gold­gelben Maiskolben knabbern.

Die Silvaner-Traube.-

Sie ist auch unter dem Namen Oesterreicher Traube oder Frankentraube bekannt. Ich habe sie aus den Weinbergen der Kindheit getragen. Sie war in anttken Zeiten ein Lieblingsschmaus des Gottes Silva, dem Wald, Heide und Felder unter­tan waren; dem fränkischen Knaben, der, unbe­merkt vom Weinbergshüter, zur Zett der Wein­ernte durch die blauen Schlehenhecken an die Wein- stöcke herankroch, waren sie nicht minder zugehörig als dem bärtigen Gott, der einen Kranz aus Trau­ben um den Hals trug, um die weißen und nasch-

als der schon oft bewährte Lied gestalter, der das uiotren. Ganze in seinen inneren Bedingungen erkennt und Hinter der dünnen Traubenhaut war der süße in ausgeglichener Einheit zwischen beherrschtem, Saft gesammelt. Im durchsichtigen Fleische, von I stimmlichen Vermögen und musikalischer Ein­

gabe einer Liebesgeschichte schlechthin ginge, wäre nicht sonderlich viel dazu zu sagen. Dieser Bavaria« Film aber, unter der Regie von V. T o u r j a n s k i, einem Roman von Dinah Nelken nachgeschaffen, fordert doch die Aufmerksamkeit lebhaft heraus^ denn er ist nicht nur mit großer Sorgfalt, sondern auch mit viel Geschicklichkeit und Schwung in Szene gesetzt worden. Den geschliffenen und häufig humor­vollen Dialogen folgt man mit innigem Vergnügen, Scherz und Ernst halten sich glücklich die Waage, die Darstellung bewegt sich auf einer Linie erheb« lief) über dem Durchschnitt und die bewußt bild« mäßige Fotografie, wie auch der geschmackvolle Rahmen sind schon gar nicht zu übersehen.

Brigitte H o r n e y als Fräulein Dr. Maria gibt der Sozialberaterin Züge großen Ernstes und menschlicher Reife und distanziert sich damit eigent­lich lebhaft von dem lebenslustigen Dr. Manfred Joachim Gottschalks und seinem Freundeskreis, der es mit der Moral und mit der Liebe durchaus nicht so ernst nimmt, wie eben das Fräulein Doktor. Charlotte Susa mimt die mehrfach verheiratete mondäne Frau Lyda Lehmann, vermag dafür aber auch in den Szenen auf dem Canale Grande weni­ger zu überzeugen, als es darum geht, einer echten Liebe Ausdruck zu verleihen. Hans Brause- roetter und Kurt Meisel, Manfreds Freunde, erweisen sich sehr geschickt als die Elefanten im Por­zellanladen und ihnen wieder steht Volker von C o l l a n d e als Ingenieur Wallrodt und treuer opferbereiter Freund Marias in betonter Gegen« fätzlichkett gegenüber. Einer Reihe ausgezeichneter Darsteller begegnet man auch in den liebevoll be­handelten kleineren Rollen. Dem Unterhaltungsfilm in feiner Gesamtheit sind mannigfache Qualitäten nicht abzusprechen.

Im Beiprogramm interessieren die Ufatonwoche mit Bildberichten aus der Arbeit verschiedener Wehrmachtsteile und einige vielversprechende Vor­anzeigen für die nächsten Spielpläne.

Heinrich Ludwig Neuner.

Zeitschriften.

Don zeit- und sachgemäßer Kleiderpflege han­delt ein bebitbeter Aufsatz in der neuestenM o - d e n w e l t", die auf der Titelseite die Filmschau- spielerin Hannelore Schroth in einem einfachen Kleidchen zeigt. Weiter beschäftigt sich das bunte Heft mit Fragen des Färbens, des Umänderns, des Modernisierens ufw. Außerdem findet man darin viele Modelle, darunter besonders zahlreich solche, die aus zweierlei Stoff geschneidert werden. Ferner bringt dieModenwelr' Kinder-Kleidung, Hand­arbeiten, Weihnachtsgeschenke von fleißiger Kinder« Hand, schneider-technische Tips, Schnittebogen und vieles anders.

war überaus interessant und anregend, und es entsprach der Novemberftimmuna, wie durch die 3. Moraenveranstattung in die Geisteswelt von Franz Liszt und Richard Wagner Einblicke gewährt wurden. Durch die Verknüpfung von Musik und brieflicher Aeußerung konnte das Bild der beiden Persönlichkeiten in anschaulicher Eindringlichkeit nahegeführt werden. Ja, dieser Weg erscheint ge­rade den beiden Meistern gegenüber geboten, wenn man ihre Wesenseigenart voll erfassen will.

So zeigte Gerhard Reuter durch eine Aus­wahl aus den Briefen von Liszt das Selbstbekennt­nis des Künstlers über seinen Beruf, sein Verhält­nis zur Umwelt (Naturschwärmerei und Kinder­liebe) und seine innere Einstellung zu Vaterland und Heimat im Lichte der eigenen zeitlichen Ent­wicklung.Consolations Nr. 1, 2 und 4" sollten in die geistige Sphäre einleiten. Nun lassen gerade diese Stücke, die außerhalb des von Liszt sonst be­vorzugten Konzertrahmens stehen, das Wesen der Lrsztschen Klaviermusik nicht in ihrer vollen Tiefe erkennen, und infolge ihrer stimmungsmäßigen Gleichartigkeit fehlt in ihrer Abfolge der für den Hörer belebende Kontrast. Richard Bo eck ging die­sen kurzen Gaben mit weicher Stimmungseinfühlung nach, ohne dabei jedoch auf die innerste Tiefe vor­zustoßen. Er hielt sowohl die Grundstiimmung fest,