der Herbstsonne gewärmt, schimmerte das grüne I dringung straft darzustellen vermag. Das bestätig- Fruchtfleisch, von winzigen Adern durchzogen. Aus ten auch trte balladenhafte „Vatergruft m chrer jenen Tagen naht sich meiner Erinnerung ein lieb- Situationstreue und die Innerlichkeit der klangliches Mädchengesicht, das unter der Schar der schönen und warmen mezza voce in „lieber allen Beerenleserinnen den Hohlweg vom Weinbergshügel Wipfeln ist Ruh'". Auch hier wie bei der Auswahl herunterkam. Zum Schmuck hatte sie sich ein paar der Klavierstücke hätten sich noch Gaben finden
lassen, die für Liszt charakteristischer waren als die
den
Es
ihrer
und z Hitlers
Liszt und Wagner.
Morgenfeier im Stadttheater.
prägte sie jedoch markant genug aus.
Liszt's Liedschaffen läßt die Entwicklung des Komponisten deutlicher erkennen als etwa seine Klaviermusik, die stets mehr oder minder in den Dienst der von ihm begründeten Klaviertechnik tritt. Das schmerzzerwühlte „Wer nie sein Brot mit Tränen aß", ist im Zeitrahmen gesehen, ein bedeutungsvoller Vorstoß auf Neuland in der Aus- druckswelt des Liedes. Gustav Bley zeigte sich hier
süchtigen Nymphen im Lorbeergebüsch anzulocken Hinter der dünnen Traubenhaut war t '
deutschen Volke den Lebensraum, die Sicherheit für die kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen zu geben, deren es fähig ist. So ist diese Feierstunde, in der mir Deutschlands älteste Hohe Schule zurückholen in den Schoß des Reiches, während an Deutschlands Grenzen unsere Soldaten das Reich beschützen, zugleich ein Symbol für den kulturellen Aufbau« willen des neuen Reiches.
Reichsprotektor Freiherr von Neurath verwies auf die Bedeutung Prags für das deutsche Geistesleben. Er sprach auch von der Aufgabe, die sich aus der Neuordnung ergebe. Vor allem würden die völlig unzulänglichen räumlichen Verhältnisse der beiden Hochschulen gebessert werden. Der Reichs« Protektor schloß mit der Mitteilung, daß der Führer der Universität den Namen „Deutsche Karls- Universität in Prag" verliehen hat. Damit sei das durch das tschechische Universitäts-Gesetz, das die tschechische Universität als alleinige Nachfolgerin der alten Karls-Universität erklärte, der Deutschen Universität zugefügte Unrecht wiedergutgemacht. Der Reichsprotektor schloß seine Rede unter dem begeisterten Jubel der Anwesenden mit einem Treue« gelöbnis an den Führer.
Trauben am Stiel zwischen die Lippen gesteckt. „Wenn du Lust hast, kannst du sie dir von meinem Munde pflücken", rief sie mir zu. Traubensüße und Kußsüße mischten sich. Es war der seligste Rausch, mir Silvanertrauben jemals bereitet hatten.
„Deutsche Karls-Llniversttät in Prag."
Oie Prager Deutsche Hochschule wieder in Obhut des Reiches.
Krasser englischer Völkerrechtsbruch.
Deutsche Konsulatsbeamte wie Schwerverbrecher behandelt. - Maffenverhastungen von Deutschen tagelang vor Kriegsausbruch.
Japans Befriedungsprogramm
Eine Regierung Wangtschingwei soll die Beilegung des Ehina-Konfliktes ermöglichen.
„Eine Frau wie du ..."
Eine bittersüße Liebesgeschichte! Das selbstsichere Fräulein Dr. Maria Pretorius, Sozialberaterin in einem großen Jndustriewerk, hilft anderen und kann sich selbst nicht helfen! Der draufgängerische Rechtsanwalt Dr. Manfred hatte es ihr angetan, und sie vermag es nicht, sich seiner liebenswürdigen Frechheit zu erwehren; sie geht mit ihm angeln und zelten, verliert sich an ihn und ist plötzlich nicht mehr nur Sozialberaterin, sondern liebende Frau, der es schwer fällt, mit den eigenen Kümmernissen fertig zu werden. Denn Dr. Manfred macht Unfug, und fährt, nach lustig verlebter Nacht, ausgerechnet mit einer Tänzerin im Auto gegen einen Baum. Im Krankenhaus sieht das Fräulein Doktor ihren Manfred wieder und ihr Herz bekommt einen heftigen Stoß, denn seine Freunde und eine Frau aus seinem Bekanntenkreis kommen auch an das Kranken-, bett und sie versetzen ihr die ganze Unfallgeschichte mit allen Einzelheiten brühwarm und in der frivolen Form des Scherzes. Aber der Film läßt daran die Liebe zwischen beiden nicht scheitern. Es scheint nur so! Das glückliche Ende bleibt nicht aus.
Wenn es in diesem neuen Film, der im Glo- xia-Palast gezeigt wird, nur um die Wieder«
Sogar im fernen Irak sind die dortigen Deut- chen auf Verlangen des britischen Gesandten drei Tage vor Kriegsausbruch verhaftete und später in Konzentrationslager übergeführt worden und das obwohl der Irak sich bis heute mit Deutschland nicht einmal im Kriegszustand befindet! In A e g y p- t e n wurden die Deutschen ebenfalls auf Verlangen der britischen Behörden bereits vor Ausbruch des Krieges verhaftet und als „Geiseln" in schmutzige Baracken und Zelte gesteckt, die in der Nähe der großen Oeltanklcrger errichtet waren. Der Chef der ägyptischen Polizei war von der britischen Regierung durch eine große Summe bestochen worden, um durch feine Leute die Deutschen befonders quälen, mißhandeln und demütigen zu lassen. Ebenso und zum Teil poch schlimmer wurde es in Indien und überall in Afrika gemacht.
Zu diesen neuen unerhörten englischen Völkerrecht sverletzungen stellen wir fest:
1. Die Tatsache, daß man Deutsche ohne jeden Rechts gründ 24, 48, ja 72 und mehr Stunden vor Kriegsausbruch in allen Teilen der Wett verhaftet und angeblich fteie, in Wirklichkeit von England gegen den Willen ihrer Bevölkerung vergewaltigte und geknebelte Staaten zu gleichen Maß« nahmen zwingt, ist ein neuer Beweis dafür, daß die englische Regierung nunmehr den Zeitpunkt für den von ihr seit langem beschlossenen und vorbereiteten Krieg für gekommen hielt und dessen Ausbruch mit den üblichen brutalen englischen Gewaltmetho« den entgegensteuerte.
2. Die britische Regierung, die sich so gern das Mäntelchen der Humanität mnhängt, führt einen erbarmungslosen Kampf gegen wehrlose Zivilisten, gleich ob Männer oder Frauen. Selbst die feit Urzeiten befonders geheiligten und geachteten Vorrechte diplomatischer und konsulartsä^r Vertretungen existieren für die britische Regierung hierbei nicht. Großbritannien tritt damit das von allen anderen Kulturnationen geachtete Völkerrecht auch auf diesem Gebiet rücksichtslos Mit Füßen. Deutschland kämpft dafür, daß auch diese Methoden englischen Piraten- tums ein für allemal verschwinden.
B e r l i n, 4. November. (DNB.) Der Deutsche Dien st meldet.
In den letzten Tagen hat die britische Presse Bilder einer jungen Engländerin Miß I e s s i e Byrne, gebracht, die als Märtyrerin gefeiert wurde. Es wurde mitgeteilt, daß Miß Byrne, eine Sekretärin des britischen Vizekonsuls in Hamburg, fünf Tage in einem deutschen Gefängnis in Hamburg fest gehalten worden sei. Als besonders rührender und zugleich heldenhafter Zug bei Miß Byrne wurde hervorgehoben, daß sie sich freiwillig bereit erklärt habe, an Stelle ihrer Kollegin, Miß Mary Joß, die einen Nervenzu- sammenbruch bekam, diese Tage im Gefängnis zuzubringen. Wie verhält es sich mit dieser rührenden Geschichte?
Es ist richtig, daß sowohl Miß Joß wie Miß Byrne ebenso wie Mr. Baylih, der britische Vizekonsul in Hamburg, einige Tage in Schutz- Haft sich befanden. Alle drei erklärten, daß sie keinerlei Klagen über die Behandlung in Deutschland vorzubringen hätten. Sie durften nach Belieben mit der Außenwett verkehren, erhielten Leinen für ihr Bettzeug, konnten täglich in die Stadt ausgehen und dursten darüber hinaus sich ihr Essen aus dem Hotel kommen lassen. Mr. Bayliß bedankte sich sogar in einem Interview des „Daily Telegraph" vom 19. Oktober dafür, daß er die Gelegenheit gehabt habe, täglich mit dem Def- kreter des „Daily Telegraph" in Kopenhagen zu telephonieren. Merkwürdig ist nun, daß chr Fall von der englischen Presse und Propaganda nicht groß ausgemacht worden ist.
Worauf ist diese erstaunliche englische Zurückhaltung zurückzufübren? Der britische Dizekonsul in Hamburg und sein Stab sind deutscherseits in Schutzhaft gehalten wurde, weil die britische Regierung die Angehörigendes des deutschen Konsulats in Glasgow widerrechtlich fe st gehalten und einge- sperrt hatte. Die deutsche Maßnahme war also eine reine Vergeltungsmaßnahme. Nachdem auf den üblichen diplomatischen Wegen ein Austausch der Konsulatsbeamten vereinbart worden war, wurden die Briten in demselben Augenblick frei- gelassen, in dem die Angehörigen des deutschen Konsulats in Glasgow wohlbehalten auf holländischem Boden eintrafen. Soweit der.Tatbestand.
Auch von deutscher Seife würde kein besonderes Interesse bestehen, auf diesen Fall nach seiner diplomatischen Erledigung noch näher einzugehen, wenn nicht, wie wir erst nach Rückkehr der verhafteten Deutschen erfahren haben, bei der Festhaltung der deutschen Beamten und Angestellten eine Reihe von Dingen sich ereignet hätte, die den ganzen Vorgang als ebenso beispiellos in derGeschichte derDiplo- matie wie empörend von der menschlichen Seite her erscheinen lassen. Darüber hinaus zeigt dieser Vorgang erneut, daß die britische Regierung in den letzten Augustlagen bewußt auf einen schnellen Kriegsausbruch hingearbeitel hat. Di-e Verhaftung der Angehörigen 'des deutschen Konsulats in Glasgow erfolgte 20 Stunden bevor di e britische Regierung dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, also mitten im Frieden. Der das Konsulat damals leitende Beamte Liebste wurde am Samstag, dem 2. September, nachmittags um 15 Uhr durch die Polizei verhaftet und in das Strafgefängnis Varlinnie eingeliefert. Gleichzeitig wurde seine Sekretärin, Frl. W agn e r, verhaftet und in das Frauen gefängnis geschafft. Der Amtsgehilfe Ap f e l st ä d t wurde am frühen Morgen des 3. September, also eben-
Prag, 4.Nov. (Europapreß.) In Anwesenheit des Reichsprotektors Freihern von Neurath, des Reichserziehungsministers R u st, des Gauleiters und Reichsstatthalters, Konrad Henlein, des Reichsdozentenführers Schulze und des Reichsstudentenführers Dr. S ch e e l wurde die Prager Deutsche Hochschule wieder in die Verwaltung des Reiches überführt. Damit ist die älteste deutsche Universität wieder in deutsche Verwaltung zurückgekehrt. Bei dem Festakt im Deutschen Schauspielhaus gab nach einer Ansprache der beiden Rektoren, des Reichsdozentenführers und des Reichsstudentenführers Dr. Scheel Reichserziehungsmini- ft er Dr. Rust in seiner Festrede zunächst einen Abriß der Geschichte der ältesten deutschen Universität und gedachte anerkennend des Kampfes der Deutschen Hochschulen in einem fremden Staat. Auf den Geist der neuen Universität eingehend, erklärte der Minister: „Wenn das nationalsozialistische Deutschland in dem ihm aufgezwungenen Kriege um die Existenz des deutschen Volkes ringt, dann mag auch einmal von der Stätte deutscher Wissenschaft ausgesprochen werden, daß unsere Bewegung nicht gekommen ist, um niederzureißen u zerstören. Das Tun und Denken Adolf gilt nichts anderem, als dem Ziele, dem
Tokio, 5. November (DNB.) Wie „Tokio Asahi Schimbun" aus gut unterrichteter Quelle erfährt, wird die künftige China-Politik Japans auf folgende grundsätzliche Pun kte ab gestellt fein:
1. Japan werde Wangtsching w e i uneingeschränkte Unterstützung bei seinen Bemühungen um Die Einrichtung einer neuen Zentralregierung ge- währen.
2. Japan werde Chinas eigene unabhängige Entwicklung unter Ächtung der chinesischen Oberhoheit als Grundlage für die neue Regierung anerkennen.
3. Demgegenüber sei Japan jedoch an der politischen Zusammensetzung des neuen Chinas, insbesondere der neuen Regierung interessiert. Besonderer Wert werde auf die Stellung Nordchinas und der Mongolei gelegt.__
falls noch einige Stunden, bevor die brittsche Regierung den Krieg erklärte, verhaftet und ebenfalls in das Strafgefängnis Barlinnie em- geliefert.
Den Verhafteten wurde auf ihre Frage, warum sie verhaftet seien, lediglich mitgeteilt, daß ein B e - fehl aus London vorläge. Sonst wurde ihnen jede Auskunft verweigert. Die Akten des Konsulats in Glasgow wurden völlig rechtswidrig von der englischen Behörde beschlagnahmt und bis in die keinften Einzelheiten durchwühlt. Der Konsul wurde gezwungen, auch den Geheimtresor zu öffnen. Im Gefängnis wurde Liebste wie ein normaler Strafgefangener, d. h. also wie ein rechtskräftig verurteilter Schwerverbrecher behandelt. Seine Bitte um Informierung der Botschaft in London wurde schroff abgelehnt. Es wurden ihm sämtliche Wertsachen, seine Uhr, seine Ringe, sein Rasierzeug und alles, was er bei sich hatte, ab genommen. Ferner wurde von iym Zuchthäuslerarbeit verlangt. Erft auf seinen mehrfachen Protest hin wurden einige kleine Milderungen eingeführt.
21 Tage lang wurde so der Vertreter des Deutschen Reiches in Glasgow von den Engländern, ohne daß sie in der Lage gewesen wären, das geringste gegen ihn vorzubringen, im englischen Gefängnis roieein gemeiner Verbrecher behandelt. Daß keinerlei Gerichtsverfahren gegen ihn stattgefunden hatte, mutet im Lande der vielgerühmten habeas- Lorpus-Akte ganz besonders grotesk an.
Apfelstädt erlebte das gleiche Schicksal, volle 23 Tage und ohne jede Milderung. Danach wurde Apfelstädt in das Konzentrationslager Edinburgh übergeführt. Infolge der unsagbaren hygienischen Verhältnisse des Gefängnisses und der Feuchtigkeit in der Einzelzelle hat Apfelstädt sich ein schweres Ohrenleiden zuge- zogen. Immerhin hat man bisher gehofft, daß sich die Engländer wenigstens Frauen gegenüber anständig benehmen würden. Einer Frau solle, das wird von den Engländern als die angeblich herrschende Auffassung verkündet, von der englischen Polizei kein Haar gekrümmt werden. Leider hat die Sekretärin des Konsulates von Lieser britischen „Humanität" nicht das geringste verspürt. Frl. Wagner, zu deren Verhaftung, wie die britische Regierung durch ihre Freilassung zugeben mußte, ebenfalls keinerlei Anlaß bestand, wurde nicht weniger als 31 Tage im Frauengefängnis f e st g e h a l t e n. Man zwang sie dort, Straflingskleidung anzulegen und die Aborte und Latrinen des Frauengefängnisses zu säubern. So hat die britische Regierung es fertig gebracht, in der nie« derträchtigsten Weise wehrlose deutsche Frauen zu demütigen.
Aber das Kapitel der englischen völkerrechtswidrigen Gefangennahme von Deutschen vor Ausbruch des Krieges ist damit nicht zu Ende. Wie neuerliche Nachrichten bestätigen, hat das von dem Juden hore-Belisha geleitete Kriegsministerium — und zwar ohne Zweifel mit Zustimmung des britischen Kabinetts — derartige völkerrechtswidrige Verhaftungen und Einkerkerungen von Deutschen in Hunderten von Fällen im gesamten Bereich der britischen Inseln unter dem lügenhaften Vorgeben vorgenommen, daß sie sich mit S p i o- nage befaßt hätten. Das Tollste daran aber ist, daß man eine Reihe dieser Deutschen zwei, drei, ja einzelne bereits vier Tage vor Ausbruch des Krieges willkürlich verhaftet und eingesperrt hak!
gebotenen.
Mit menschlicher Eindringlichkeit ttrrib feinsinnigem, fast musikalischem Empfinden für Richard Wagners Briefstil las Hans Caninenbery zwei Briefe aus der Zeit der Entstehung des „Tristan". Die Aeußerungen Richard Wagners gegenüber der Frau (Mathilde Wesendonk), der wir die nachhaltigste Einwirkung auf sein Schaffen zusprechen müssen, bereiteten die Aufnahmefähigkeit des Hörers für die fünf Wefendonk-Lieder vor. Mathilde Wefen- donk, die Verfasserin der Dichtungen, bestätigt gerade hiermit ihre überragende geistige Stellung als Frau; wurden doch diese Lieder die Keimzellen für die Tristan-Musik. Anni A s s i o n schloß diese Gefühlswelt auf mit dem Einsatz ihrer zu großer Steigerung fähigen Mittel und stellenweise ausladender Linienführung.
Es war nur zu bedauern, daß diese so eindrucksvolle Morgenveranstaltung verhältnismäßig schwach besucht war; um so freudiger folgten die Hörer mit berechtigten Anerkennung.
Dr. Hermann Hering.
4. Nach dem Zustandekommen der neuen Regierung sei Japan unverzüglich zur formellen Anerkennung und Entsendung eines bevoll« mächti-gten Botschafters bereit.
5. Mit der Anerkennung der neuen Regierung werde Japan an die Beilegung des China- Konfliktes gehen. Alle Vereinbarungen über die Lösung des Koftiktes auf allen Gebieten des politischen Lebens würden mit der neuen Regierung getroffen werden.
6. Hinsichtlich der innenpolitischen Maßnahmen in China auf allen Gebieten der Kultur, der Erziehung usw. werde die neue Regierung eine unabhängige Politik verfolgen, wobei jedoch Japan zur Unterstützung und Zusammenarbeit bereit sei.
7. Japan werde jede Unterstützung vermeiden, die den Eindruck einer Einmischung Japans in
Drei Trauben-Giilleben.
Von Anton Schnack.
Für die Weinfreunde und verständigen Zecher will ich drei Stilleben von Trauben zeichnen, tue der sonnige Herbst reifen ließ und die von der schwarzhaarigen Winzerin von den Stöcken geschnitten wurden.
Die Riesling-Traube.
Sie ist klein und unscheinbar, aber sie schenkt den großen Wein. Sie reifte die herrlichen Weine von 1904, von 1911, 1915, 1917, 1921, 1934 und 1937. Die Süße des Honigs schlummert in ihrer Beere und die Fülligkeit des Fruchtgeschmackes bis zur Vollkommenheit. Sie bereitet den Wein, mit dem man sich zur einsamen Zecherei zurückzieht, den Wein, bei dem weder gelacht, geredet, noch gelärmt wird. Das Seelenauge des Zechers sieht, wenn er das Glas gegen das Licht hebt, die Schmetterlinge des Sommers darin gaukeln, die Gedichte der sanften Abendwinde darin wehen, die Träume der Seligkeit erwachen und die schwarze Schar der Sorgen fortgehen.
Die Traminer-Traube.
Ihren Namen hat sie nach dem Ort Tramin im ehemaligen Südttrol. Der Wein, der aus ihr entsteht, hat eine schwere, goldene Farbe und ein eigentümliches Aroma. Man geht an Gewürzmühlen vorbei, an Apotheken, an Schiffen, beladen mit Zimtbündeln aus den Tropen — dieser Duft ist auch der Dust des Traminers. Diesen Wein mit der Zunge schmecken, läßt an ugeunerhafte, gelbhäutige und unergründlich leidenschaftliche Frauen des Südens denken. An Julia von Verona und an Francesca aus Rimini. An Hügel, darauf die bitterharzige und regungslose Zypresse steht. An Kneipen unter Maulbeerbäumen, wo die Maulesel halten und an goldgelben Maiskolben knabbern.
Die Silvaner-Traube.-
Sie ist auch unter dem Namen Oesterreicher Traube oder Frankentraube bekannt. Ich habe sie aus den Weinbergen der Kindheit getragen. Sie war in anttken Zeiten ein Lieblingsschmaus des Gottes Silva, dem Wald, Heide und Felder untertan waren; dem fränkischen Knaben, der, unbemerkt vom Weinbergshüter, zur Zett der Weinernte durch die blauen Schlehenhecken an die Wein- stöcke herankroch, waren sie nicht minder zugehörig als dem bärtigen Gott, der einen Kranz aus Trauben um den Hals trug, um die weißen und nasch-
als der schon oft bewährte Lied gestalter, der das uiotren. Ganze in seinen inneren Bedingungen erkennt und Hinter der dünnen Traubenhaut war der süße in ausgeglichener Einheit zwischen beherrschtem, Saft gesammelt. Im durchsichtigen Fleische, von I stimmlichen Vermögen und musikalischer Ein
gabe einer Liebesgeschichte schlechthin ginge, wäre nicht sonderlich viel dazu zu sagen. Dieser Bavaria« Film aber, unter der Regie von V. T o u r j a n s k i, einem Roman von Dinah Nelken nachgeschaffen, fordert doch die Aufmerksamkeit lebhaft heraus^ denn er ist nicht nur mit großer Sorgfalt, sondern auch mit viel Geschicklichkeit und Schwung in Szene gesetzt worden. Den geschliffenen und häufig humorvollen Dialogen folgt man mit innigem Vergnügen, Scherz und Ernst halten sich glücklich die Waage, die Darstellung bewegt sich auf einer Linie erheb« lief) über dem Durchschnitt und die bewußt bild« mäßige Fotografie, wie auch der geschmackvolle Rahmen sind schon gar nicht zu übersehen.
Brigitte H o r n e y als Fräulein Dr. Maria gibt der Sozialberaterin Züge großen Ernstes und menschlicher Reife und distanziert sich damit eigentlich lebhaft von dem lebenslustigen Dr. Manfred Joachim Gottschalks und seinem Freundeskreis, der es mit der Moral und mit der Liebe durchaus nicht so ernst nimmt, wie eben das Fräulein Doktor. Charlotte Susa mimt die mehrfach verheiratete mondäne Frau Lyda Lehmann, vermag dafür aber auch in den Szenen auf dem Canale Grande weniger zu überzeugen, als es darum geht, einer echten Liebe Ausdruck zu verleihen. Hans Brause- roetter und Kurt Meisel, Manfreds Freunde, erweisen sich sehr geschickt als die Elefanten im Porzellanladen und ihnen wieder steht Volker von C o l l a n d e als Ingenieur Wallrodt und treuer opferbereiter Freund Marias in betonter Gegen« fätzlichkett gegenüber. Einer Reihe ausgezeichneter Darsteller begegnet man auch in den liebevoll behandelten kleineren Rollen. Dem Unterhaltungsfilm in feiner Gesamtheit sind mannigfache Qualitäten nicht abzusprechen.
Im Beiprogramm interessieren die Ufatonwoche mit Bildberichten aus der Arbeit verschiedener Wehrmachtsteile und einige vielversprechende Voranzeigen für die nächsten Spielpläne.
Heinrich Ludwig Neuner.
Zeitschriften.
— Don zeit- und sachgemäßer Kleiderpflege handelt ein bebitbeter Aufsatz in der neuesten „M o - d e n w e l t", die auf der Titelseite die Filmschau- spielerin Hannelore Schroth in einem einfachen Kleidchen zeigt. Weiter beschäftigt sich das bunte Heft mit Fragen des Färbens, des Umänderns, des Modernisierens ufw. Außerdem findet man darin viele Modelle, darunter besonders zahlreich solche, die aus zweierlei Stoff geschneidert werden. Ferner bringt die „Modenwelr' Kinder-Kleidung, Handarbeiten, Weihnachtsgeschenke von fleißiger Kinder« Hand, schneider-technische Tips, Schnittebogen und vieles anders.
war überaus interessant und anregend, und es entsprach der Novemberftimmuna, wie durch die 3. Moraenveranstattung in die Geisteswelt von Franz Liszt und Richard Wagner Einblicke gewährt wurden. Durch die Verknüpfung von Musik und brieflicher Aeußerung konnte das Bild der beiden Persönlichkeiten in anschaulicher Eindringlichkeit nahegeführt werden. Ja, dieser Weg erscheint gerade den beiden Meistern gegenüber geboten, wenn man ihre Wesenseigenart voll erfassen will.
So zeigte Gerhard Reuter durch eine Auswahl aus den Briefen von Liszt das Selbstbekenntnis des Künstlers über seinen Beruf, sein Verhältnis zur Umwelt (Naturschwärmerei und Kinderliebe) und seine innere Einstellung zu Vaterland und Heimat im Lichte der eigenen zeitlichen Entwicklung. „Consolations Nr. 1, 2 und 4" sollten in die geistige Sphäre einleiten. Nun lassen gerade diese Stücke, die außerhalb des von Liszt sonst bevorzugten Konzertrahmens stehen, das Wesen der Lrsztschen Klaviermusik nicht in ihrer vollen Tiefe erkennen, und infolge ihrer stimmungsmäßigen Gleichartigkeit fehlt in ihrer Abfolge der für den Hörer belebende Kontrast. Richard Bo eck ging diesen kurzen Gaben mit weicher Stimmungseinfühlung nach, ohne dabei jedoch auf die innerste Tiefe vorzustoßen. Er hielt sowohl die Grundstiimmung fest,


