Ausgabe 
6.11.1939
 
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Nr. 260 Erstes Matt

180. Jahrgang

Montag, 6. November 1030

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Erste Mmfeierstunbe der Jugend.

Jm Dienst der politischen Erziehung. - Reichsminister Dr. Goebbels spricht zur Jugend.

Berlin, 5. Noo. (DNB.) Am Sonntagvormit­tag hatte sich im ganzen Reich die deutsche Jugend in allen Filmtheatern versammelt, um ihre erste F i l m s e i e r st u n d e zu begehen. Im Üsapalast am Zoo in Berlin ergriff Reichsminister Dr. G o e b- b e l s selbst das Wort. Das Filmtheater war bis auf den letzten Platz erwartungsvoll gestimmter Jugend besetzt. Als Dr. Goebbels zusammen mit dem Reichsjugendführer den Raum betrat, erhoben sich Jungen und Mädels von ihren Plätzen und bald ertönte ein Lied, begleitet von einem Streichorchester und einer Spielschar, die auf der Bühne Aufstellung genommen hatten. Anschließend begrüßte ein Pimpf den Reichsminister und den Reichsjugendführer, wobei er Dr. Goebbels im Namen der deutschen Jugend dafür dankte, daß die deutschen Filmtheater für die Morgenfeiern zur Verfügung stünden. Dann führte Dr. Goebbels u. a. aus:

Zum ersten Male tretet Ihr in solcher Geschlos­senheit in dieser ernsten Zeit zusammen. Es soll damit nicht gesagt sein, daß die deutsche Jugend bisher teilnahmslos neben dem Kriege gelebt hätte. Im Gegenteil, Ihr habt Euch nach Euren besten Kräften und auf allen Gebie­ten unseres inneren Lebens betätigt und auch bewährt. Keine Aufgabe war Euch zu schwer und zu mühevoll. Ihr habt, wo sie Euch übertragen wurde, sie auch gelöst, ja Euch zu ihr hingedrängt, um auch Eurerseits einen wenn auch bescheidenen Beitrag zu dieser geschichtlichen Zeit zuzusteuern. Viele aus Euren Reihen haben auf die männlichste Weise das Gelöbnis, das Ihr so oft auf Euren Kundgebungen und Heimabenden dem Führer in Reden und Liedern gegeben habt, wahr gemacht. Eure Führer stehen zum größten Teil un­ter den Soldaten des Reiches im Felde, zum Teil sind sie im Polenfeldzug verwundet worden und 251 von ihnen sind gefallen. Ihr seid also im besten Sinne des Wortes eine politische Jugend gewesen.

Wir Deutsche waren zu unserem Unglück früher ein unpolitisches Volk. Uns fehlte oft die Kenntnis der tieferen Zusammenhänge unseres geschichtlichen Lebens. So sind wir auch als Volk im August 1914 in den großen Weltkrieg hineingezogen. Heute weiß es in Deutschland jedermann, daß wir um unsere nationale und soziale Existenz kämpfen. Wir sind im besten Sinne des Wortes politisch geworden. Deshalb kämpfen wir diesen Krieg. Daß unser Volk sich mit (einer ganzen Kraft für diesen Krieg ein­setzt, ist zum bedeutendsten Teil eine Folge unserer jahrelangen nationalsozialistischen Erziehungs­arbeit. Diese Erziehungsarbeit ist heute wich­tiger denn je, und zwar gerade bei einer Ju­gend, die -eben im Begriffe steht, in die Generation der kämpfenden Soldaten hineinzuwachsen.

Wir haben es mit voller Absicht vermieden, in diesem Kriege das deutsche Volk in einen Rausch von Hurra-Patriotismus zu versetzen. Wir wollten *ein Strohfeuer anzünden, das ebenso schnell ver­löscht, wie es angefacht wird. Für diesen Krieg ist eine harte und feste Entschlossenheit vonnöten, die sich mehr in der täglichen Pflicht­erfüllung als in lärmenden Siegesfeiern äußert. Well wir wissen, worum es geht, deshalb sind wir auch gänzlich immun gegen ausländische und vor allem gegen englische Betörungsversuche. Die dum­men und albernen Flugblätter, die von englischen Flugzeugen über deutschen Städten und Dörfern abgeworfen werden, können unserer inneren Mo­ral nichts anhaben. In Deutschland hört niemand mehr auf Stimmen, die aus dem feindlichen Lager des Auslandes zu uns herüberdringen. Wir hö­ren alle nur noch auf die Stimme des Führers. Auch die wie im Weltkrieg wiederum zu uns herüberdringenden englischen Lügen können das deutsche Volk und vor allem die deutsche Ju­gend nicht aus ihrer Ruhe bringen. Wir stehen den englischen Verführungsversuchen vollkommen teil­nahmslos gegenüber. Während die britischen Staats­männer und Propagandisten im Weltkriege wahre Schreckensgespenster für die deutsche Kriegführung waren, sind sie heute für unser Volk nur noch Witzfiguren, die den Eindruck erwecken, als wären sie aus dem großen Krieg übrig geblieben. Ihren Lügen gegenüber führen wir Deutschen den Kampf für das Recht. Wir haben es nicht nötig, Lügen mit Lügen zu beantworten. Wir stel­len der Verleumdungskampagne unserer Gegner die blanke Wahrheit entgegen, und wir er­leben zu unserer Genugtuung, daß die Wahrheit sich mehr und mehr in der Welt durchzusetzen beginnt-

Dieser Kampf ist ein politischer; er geht nicht nur die Staatsführung, er geht das deutsche Volk und er geht vor allem die deutsche Jugend an. Denn die deutsche Jugend wird einmal die Früchte dieses Krieges ernten. Für sie wird er durchgefochten. Deshalb ist es volittsche Pflicht jedes deutschen Jungen und jedes deutschen Mädels sich den Aufgaben des Staates und des Volkes mit allen Kräften zur Verfügung zu stellen. Es hat sich nun als notwendig erwiesen, die deutsche Jugend in regelmäßigen Ab ständen im ganzen Reiche z u s a m m e n z u f a s s e n , um sie für diese große Aufgabe auszurichten. Da es aber einerseits überall an Sälen für diese Zusammenkünfte fehlte, da anderseits die Abendstunden vor allem in den Gebieten des Reiches, die verdunkelt werden müssen, nicht geeignet erscheinen, um die Jugend zu ver­sammeln, habe ich mich entschlossen, die deut­schen Kinotheater an den Sonntagoornutta-

gen für diese Zwecke zur Verfügung stellen zu lassen.

Heute steht auch der Fllm im Dienste der natio­nalen Erziehung. Wir haben keinen Grund, das zu leugnen. Wir gehören nicht zu jenen Heimlich­tuern, die eine kindliche, alberne Scheu vor dem Wort Propaganda oder Tendenz besitzen. Alles, was unserem Volke dient, ist gut, auch die Propa­ganda und auch die Tendenz. Die Propaganda wird nur dann eine gefährliche Waffe sein, wenn sie sich gegen das Volk richtet. Arbeitet sie jedoch für das Volk, dann kann sie ungeheuren Segen im Dienste des Volksganzen stiften. Auch der Film hat eine Aufgabe im Rahmen der nationalen Er­ziehung zu erfüllen. Wenn mir also Euch an den Sonntagvormittagen in die Kinotheater führen, so ist das auch ein Stück nationalsozialistischer Er­ziehung, und wende ich mich in dieser ersten Film- feierstunde der deutschen Jugend mit meinen Wor­ten an Euch alle, so soll das, was ich Euch zu sagen habe, durch den Film als den künstlerischen Verfechter unserer Weltanschauung ergänzt und b e st ä t i g t werden. In diesem Sinne richte ich an Euch meinen Gruß. Wie alle Ereignisse des Ge­meinschaftsgedankens unseres Volkes, so wollen wir

auch diese Stunde mit einem Gruß an den Führer beginnen. In schwerer Zeit steht das ganze deutsche Volk und vor allem die deutsche Jugend in Treue und fester Entschlos­senheit um ihn versammelt. Er ist für uns alle der Garant unseres Sieges und einer 'großen leuchtenden Zukunft, die sichtbar schon vor unseren Augen steht.

Nachdem Dr. Goebbels unter stürmischem Beifall geendet hatte, wurde ein von der Reichsjugend­führung zusammen mit der Deutschen Filmgesell­schaft hergestellter FilmEinsatz der Jugend" vorgeführt. Im Rahmen einer Spielhandlung wurde hier gezeigt, wie vielfältig die Jugend ihre Kräfte der Allgemeinheit zur Verfügung stellt und mit welchem Eifer sie dabei ist, Hand anzulegen, wo Not am Mann ist. Mit großer Begeisterung wurde dann die Vorführung des FilmsD 111 8 8" entgegengenommen, der den Jungen und Mädel ein packendes Bild aus dem Leben der deutschen Luftwaffe darstellte. So wurde diese Filmfeier­stunde ein nachhaltiges Erlebnis im Sinne jener Erziehung zu den nationalpolitischen Tugenden, von denen Dr. Goebbels in seiner Rede gesprochen hatte.

Größter dänischer Ozeandampfer auf englische Mine gelaufen.

Englischer Versuch, das Unglück deutschen U-Booten zuzuschieben, durch die Schilderung des Kapitäns widerlegt.

Kopenhagen, 5.Nov. (Europapreß.) Zum ersten Male in diesen Tagen ist ein dänisches Schiss Opfer einer Minensprengung geworden. Es handelt sich um den dänischen Damp­ferCanada" der Ostastatischen Company. Das Schiff lief nördlich von Grimsby an der eng­lischen O stillste (bei Hüll) am Freitag um 14.20 Uhr a uf eine englische Min e. Es ge­lang, die gesamte Besatzung zu retten. Bei der Explosion wurde niemand verletzt. Das Schiff befand sich auf dem Wege nach Dänemark. Die sechzig Mann starke Besatzung ging sofort in die Boote, da man zuerst die Beschädigungen zu ernst genommen hatte. Als festgestellt worden war, daß das Schiff nicht sofort sank, gingen der Kapi­tän und dreizehn Mann der Besatzung wieder an Bord, um mit Hilfe inzwischen herbeigeholter Ber­gungsfahrzeuge zu versuchen, den Dampfer auf die englische Küste aufzusetzen. Der Versuch scheiterte jedoch, da es nicht gelang, dieCanada" über Was­ser zu halten. Am Samstagabend soll der Dampfer

dann gesunken fein. Der genaue Zeitpunkt steht ausfälligerweise noch nicht fest.

Mit der Sprengung des dänischen Dampfers Canada" der Ostasiatischen Company hat Däne­mark fein größtes und neue ft es Ozean- schiff verloren. Der Dampfer war erst vor vier Jahren vom Stapel gelaufen und hatte noch in diesem Sommer das dänische Kronprinzenpaar nach Amerika zum Besuch der Neuyorker Welt­ausstellung gebracht. Das 11 000 - Tonnen - Schiff hatte, als es vor der englischen Küste bei Hüll das Opfer einer englischen Mine wurde, 8000 Tonnen Soja-Bohnen an Bord, außer der normalen Last, bie es an der Pazifik-Küste geladen hatte. Nach den Berichten der Londoner Korrespondenten dänischer Blätter hat man am Samstag in der englischen Hauptstadt versucht, auch die Möglichkeit eines Unterseebootsangriffs als etwaige Ursache der Ver­senkung hinzustellen. Die Schilderung des Kapitäns Knudsen hat diesen Versuchen jedoch von vornherein die Spitze abgebrochen.

Das Aeulralitälsgeseh der LISA, in Kraft.

Washington, 4. Nov. (DNB.) Präsident Roosevelt unterzeichnete am Samstag das vom Kongreß angenommene Neutra- litätsgefetz, wonach den Kriegführenden er­laubt wird, auf eigenen Schiffen und g e- gen Barzahlung Waffen in den Ver­einigten Staaten zu kaufen. Kurz danach unterzeichnete Roosevelt auch die Proklamation, durch die das Neutralitätsgesetz sofort in Kraft gesetzt wird. Eine weitere Proklamation beschäf­tigt sich mit der Benutzung amerikanischer Häfen und Gewässer durch U-Boote.

Der Kongreß geht heute in Ferien und wird erst am 3. Januar wieder zu feiner planmäßigen Ta­gung zufammentreten. Dies entspricht dem dringen­den Wunsch Roosevelts, der jetzt jede Aussprache über die sehr verfahrenen innerpolitischen Probleme vermeiden möchte. Hierzu gehören die schweren landwirtschaftlichen Sorgen, der Streit um die Ar­beitsgesetzgebung, der Kampf gegen die Anhänger einer dritten Amtsperiode für Roosevelt und schließ­lich der Kampf gegen Hulls Handelsvertragspro­gramm, das jetzt sogar den Widerstand des außen­politischen Sprechers der Regierung im Bundes­senat, Senator Pittman, hervorgerufen hat, well der beabsichtigte Handelsvertrag mit Argentinien als Konkurrenz zur Viehzucht in den westlichen Staaten Nordamerikas betrachtet wird. Die auf die Zusammenkunft im Januar verschobenen Dis­kussionen werden sich also hauptsächlich mit den Roosevelt unangenehmen inneren Sorgen befassen.

In der Pressekonferenz zeigte Präsident Roose­velt ganz offensichtlich seine Freude über den Sieg im Neutralitätsstreit:I ch b i n s e h r f r o h d a r- über", erklärte er,daß dieses Gesetz den Der- einigten Staaten ihre historische Stellung als neu­trale Macht zurückgegeben hat" (!). Was Roosevelt unter Neutralität versteht, zeigte sich schon wenige Minuten später, als er gefragt wurde, ob d i e Sperrzone um den amerikanischen Kontinent bereits m Kraft sei und ob deut­sche Handelsdampfer unter dem Schutz dieser Zone den Handelsverkehr zwi­schen den amerikanischen Häfen durch­führen könnten. Roosevelt antwortete sofort, d'.e Sperrzone sei in Kraft. Dies gebe jedoch deutschen Dampfern keinerlei Recht zu einem Schlft- fahrtsgeschäft in den Ländern des amerikamschen Kontinents. Er glaube nicht, daß beutle Schiffe es versuchen würden, in das interamerikanische Ge­

schäft also den Handel zwischen den einzelnen amerikanischen Häfen zu gehen. Aus die Frage, was er tun würde, falls ein britisches Kriegsschiff einen deutschen Dampfer inner­halb der Sperrzone aufbringe oder versenke, ver­mied Roosevelt eine klare Antwort, indem er diese Frage als hypothetisch bezeichnete. Anschließend wurde im Staatsdepartement erklärt, nach seiner Auffassung hätten wederKriegsschiffe noch Handelsdampfer kriegführender Län­der etwas innerhalb der Sperrzone zu suchen, Handelsdampfer sollten schon deswegen fortbleiben, um den feindlichen Kriegsschiffen keinen Anlaß zu kriegerischen Operationen zu geben. Diese Inter­pretation ist eine merkwürdige Auslegung der Deklaration von Panama, deren einziges klar for­muliertes Ziel nicht die Unterbindung friedlichen Handels und nicht die Ein­schränkung friedlichen Schiffahrtsbemebes zwischen den amerikanischen Ländern, sondern die Fern- Haltung von Kriegsschiffen und deren kriegerischen Operationen war.

Amerikanischer Dampfer von den Franzosen aufgebracht

Auffallendes Stillschweigen der amerikanischen Presse.

Berlin, 5. Nov. (DNB.) Aus Barcelona wird gemeldet, daß ein amerikanischer Dampfer der Ree­derei Lykes Brothers, New Orleans, von den Franzosen am 29. Oktober nach Oran auf­gebracht wurde. Es handelt sich um ein Schwe­sterschiff des derselben Reederei gehörigen Damp­fersOakman". Die Ladung besteht aus ameri­kanischer Baumwolle und war für Ita­lien bestimmt.

Es ist auffallend, daß die amerikanische Presse, die aus der Aufbringung derCity of Flint" eine wochenlang anhaltende Sensation gemacht hatte, diesen Fall noch nicht aufgegriffen hat. DieCity of Flint" hatte eine für Eng» land, also für eine kriegführende Macht, be­stimmte Ladung an Bord, die Bannware ent­hielt. Bei dem jetzigen Fall dagegen handelt es sich um eine vollkommen rechtmäßige ameri­kanische Verschiffung von Waren für neutrale Länder, die diese Länder auch in Friedenszeiten regelmäßig aus Amerika beziehen.

Das Ende

des Waffenembargos.

Wenn auch der völkerrechtliche Begriff der Neu­tralität feftgelegt ist, so hat sich in der Praxis doch immer wieder gezeigt, daß sowohl Kriegführende wie Neutrale dem Begriff eine besondere Aus­legung zu geben wissen. Ein wahrhaft neutraler Staat kann dies nur unbedingt sein, unbedingt in dem Sinne, daß er auch nicht mittelbar einem Kriegführenden Rechte einräumt, deren der andere Teil nicht ohne weiteres teilhaftig werden kann. Hier hat ein Teil aus dem Kriege 1914/18 eine klassische Bedeutung erlangt, die zu erwähnen deshalb nützlich ist, weil es sich in diesem Falle auch um die Vereinigten Staaten handelt. Deutsch­land hatte 1916 zugesagt, den U-Bootkrieg so ein­zurichten, daß ein Bürger der Vereinigten Staaten n:cht verletzt werden konnte, was einer praktischen Unwirksamkeit des U-Bootkrieges gleichkam. Allein Deutschland hatte bei dieser Gelegenheit die Regie­rung in Washington darauf zu verpflichten versucht, England zu veranlassen, grundsätzliche völkerrecht­liche Bestimmungen wie die Freiheit der Meere zu achten. Das wurde von Wilson abgelehnt, allerdings wie wir heute wissen, unter dem Einfluß der jüdi­schen Hochfinanz, die sich zugunsten der Alliierten schon so weit engagiert hatte, daß eine Niederlage Englands den finanziellen Zusammenbruch der USA.-Pluivkratie bedeutet hätte.

Nun handelt es sich in den Vereinigten Staaten darum, nach der Aufhebung des Waffenembargos einen neuen Begriff der Neutralität zu schaffen, weil mit dem Begriff der echten Neu­tralität im völkerrechtlichen Sinne bei der Auf­hebung des Waffenembargos nach Lage der Sache nicht viel anzufangen ist. Allerdings ist diecash- anck-carr^"-Formel beibehalten wor­den, also die Bestimmung, daß in USA bestelltes Kriegsmaterial bar bezahlt und von dem Krieg­führenden selbst abgeholt werden muß. Gewiß wird dies Recht theoretisch allen Kriegführenden ein­geräumt, aber bei der Neutralität kommt es nicht nur auf. die Theorie, sondern auf die Praxis an, also auf die tatsächliche Gegebenheit. Selbst wenn es auf Grund dieser tatsächlichen Gegebenheit möglich wäre, daß die Kriegführenden gleichermaßen von dercash-and-carry<<=5orm,el Gebrauch machen kön­nen, so wäre das an sich schon die Preisgabe der echten Neutralität. Neutral fein und bleiben heißt so wie das Völkerrecht das haben will, sich jeder Handlung und Unterlassung zu enthalten, die irgend­wie geeignet sind, den Gang des Krieges unmittel­bar zu beeinflussen. Wenn ein neutraler Staat sich hier Mühe geben muß, um seine Neutralität unter Beweis zu stellen, daß innerhalb seiner Grenzen nichts geschieht, was einen Kriegführenden auch nur moralisch belastet oder benachteiligt, so muß er sich wohl auch Mühe geben, daß ein solcher Nachteil nicht durch irgendeine andere Maßnahme einseitig zu Gunsten eines Kriegführenden vorgenommen wird.

Es tff zwar richtig, daß der Begriff der echten Neutralität, völkerrechtlich gesehen, abweichend ge­deutet wird, allein diese Abweichung geht nicht so­weit, daß es als neutral gelten kann, wenn etwas vorgenommen oder unterlassen wird, was nur einer Kriegspartei Nutzen bringt. Die Vereinigten Staaten selbst haben z. B. 1898 im Kriege gegen Spaniien sehr scharf darauf geachtet, daß nichts von anderen europäischen Staaten geschah, um Spanien auch nur mittelbar so etwas wie eine Un­terstützung zuteil werden zu lassen. Wäre das ge­schehen, so hätten die USA sehr wahrscheinlich die Philippinen überhaupt nicht erobern können, denn die USA. besaßen für diesen Zweck nur Kriegs­schiffe, deren Kampfwert nicht größer war als die der spanischen. D. S.

Ein französisches Flugzeug abgeschoffen.

Der Montagsbericht

des Oberkommandos der Wehrmacht.

B e r 1 i n, 6. Nov. (DRB.Funkspruch.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m westen an einzelnen Stellen der Front etwas lebhaftere Spähtrupptätigkell. Sonst nur schwaches ArtNleriefeuer.

3n der Gegend von Saarburg wurde durch deutsche Jäger ein französisches Flugzeug ab* geschossen.

Am Sonntag feine wesentlichen Kampfhandlungen.

Berlin, 5.Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Vesten keine wesentlichen Kampfhand­handlungen.

Französischer Dampfer von deutschem U-Doot versenkt.

Rom, 5.Roo. (Luropapreh.) Rach Meldungen aus Paris wurde der französische Frachtdampfer Baoule" im Atlantischen Ozean von einem deut­schen Unterseeboot versenkt. 33 Mann, darunter der Kapitän, wurden von einem anderen französischen Dampfer gerettet und nach Frankreich gebracht.