Ausgabe 
6.10.1939
 
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Haus durch eine Hausliste, jede Haushaltung durch > Mine eine Hausyaltsliste einschl. Quartierkarte uni) jeder jrüc

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hat sein Entbindungsgeld geholt. Er ist gnugt und hat ein wenig Schlagseite, etliches aufgeschnappt und bleibt stehen.

Wen machts denn da schlecht? Habts ausgeschleimt?" gröhlt er angeregt.

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Betried usw. durch ein Betriebsblatt erfaßt worden ist.

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Geh heim zu deiner Alten, du Saufaus", die Wexler.

------------------!-----------Milch Gefängnis und einer Woche Haft, sein Mittäter Daniel zu zwei Monaten Ge­fängnis und zwei Wochen Haft. Beide hatten schon vor der Zertrümmerung der Richtungs­lampe mit einem Terzerol, das sie auch zur Tat be­nutzten, an von Menschen bewohnten Orten geschos­sen und damit die Allgemeinheit gefährdet.

In diesem Zusammenhang wird an die gesamte Bevölkerung die Bitte gerichtet, die Polizei in der heutigen ernsten Zeit mehr denn je bei der Aufklä« rung von Straftaten zu unterstützen, insbesondere, wenn es sich um Verstöße gegen Maßnahmen han­delt, die zum Schutze und zur Sicherheit der Per-

Aufschluß, was tuts. Er ist seiner Sache sicher. Ec kennt die Cranache zu gut, hat in seiner besseren Zeit sogar eine Abhandlung darüber geschrieben.

Auf dem lächelnd geöffneten Mund der fremden Frau sitzt ein Tröpfchen Wasser. Parsunke tupft es vorsichtig weg.

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Sind Sie dach nicht fo ordinär", giftet sich die Einbirn.

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genossen bestimmt erwartet, daß sie die < tätigen Helfer (Politischen Leiter der bei ihrer Arbeit weitgehendst unterstützen, damit des W Austeilen und Einsammeln der Listen ordnungs- , :<n ni mäßig, gewissenhaft und ftistgerecht erledigt werden ^teili

Auch am Stadtbrunnen, von dem die halbe Ge­meinde das Wasser holt, wird heftig diskutiert. Unter dem dünnen Strahl diese ewige Wasser- not ist ein Kreuz und löst den Weibern die Zunge steht ein Eimer und hinter ihm eine Schlange anderer Eimer. Es ist dämmerig und Bänke sind da, alles wie hergerichtet zum Ratschen und Trat­schen. Die Gerüchte gedeihen wie Bandwürmer. Der Stadtbrunnen ist der Stammtisch der Frauen.

Diese Dame, also so was Feines haben Sie noch gar nicht gesehen, geschminkt war die und einen Mantel..." schwärmt die Magd von Muggentha- ler.Eigentlich ist es gut, daß über solche auch mal was kommt. Und unser Doktor soll ganz groß­artig sein bei der Operation. Praktisch ist er, das muß man ihm lassen."

Das schon", meint die dürre Bäckermeisterin Silberhorn.Aber bei mir hat ers im vorigen Herbst dach nicht erraten. Das mit dem Weh­ding im Rücken. Ich sag halt so: Spezialist ist Spezialist." Sie hat nämlich eine Wut auf Fräu­lein Ferber, weil die die Semmel beim oberen Bäcker statt bei ihr holen läßt.

Und daß er sich so eine junge Person hertut wie diese Ferber! Wenn man schlecht sein wollte, könnte man allerhand dahinter finden", sagt Fräulein Ein­birn spitzig, und ihr Gesicht bewegt sich beim Spre­chen. Sie kann Dr. Severin nicht leiden, weil er nicht regelmäßig in die Kirche geht.

Ja und für die kleinen Leut hat der überhaupt fein z/erz. Denken Sie nur, meinen Josef hat er gesund geschrieben! Wo mein Josef es nach immer hn Kreuz hat und sich nicht bücken kann. Einfach gesund geschrieben! Wozu zahlt man denn in die Kasse?" giftet die Maurerswite Wexler.

Der Hilfsarbeiter Sieben tritt schiebt sein Fahr-

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oben, bei unter 0,5 Rpf. nach unten abzurunden. Gaststätten und ähnliche Betriebe dürfen nur zu dem jeweils für die Lieferung an Verbraucher maßgebenden Verkaufspreis abgeben. Die neuen Gewichte und Preise sind durch Aushang in den Verkaufsräumen bekanntzugeben, und zwar neben den bisherigen Gewichten und Preisen. Die An­ordnung ist am 2. Oktober 1939 in Kraft getreten.

polizeibencht.

Schwere Strafen für Störer der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.

Die Staatliche Kriminalpolizei bei der Polizei­direktion Gießen teilt mit: Am 27. September 1939 in den späten Abendstunden wurde eine an der Straßenkreuzung Sonnenstraße-Neuen Bäue aufge- hängte Richtungslampe durch einen Schuß zertrüm­mert. Don den beiden Tätern, die flüchtig gingen, konnte einer alsbald nach der Tat von einem in der Nähe des Tatorts weilenden Wehrmachtsangehöri­gen ergriffen und der Polizei übergeben werden. Der zweite wurde kurz darauf durch die Polizer festgenommen. Es handelt sich um den 17jährigen Walter D e ch e r t, Neuen Bäue 5, und den 16jähri- gen Erich Daniel, Lindenplatz 1 wohnhaft. Nach Abschluß der Ermittelungen wurden beide dem Ju­gendrichter zugeführt und unter Haftbefehl gestellt. Am 3.10.1939 wurden beide im Schnellgerichtsver­fahren verurteilt, und zwar D e ch e r t, der die Lampe entzweigeschossen hat, zu drei Monaten

Oie Personenstands- und Betriebsausnahme

Winke zur Ausfüllung -er Listen.

fönen und des Verkehrs getroffen sind.

** Im Dienst verung/ückt. In der Nacht vom 4. zum 5. Oktober wurde der Polizei-Haupt- Wachtmeister B ö cher bei der Kontrolle von Kraft- fahrzeugen durch einen Lieferwagen so stark ver­letzt, daß er dem Krankenhaus zu geführt werden mußt. Lebensgefahr besteht erfreulicherweise nicht

** Keine farbig ab geblendeten Ta­schenlampen auf Bahnhöfen. Aus ge­gebener Veranlassung wird nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, daß das Benutzen von Tasche lampen besonders grün- und rotabgeblendeter Lampen auf Bahnhöfen unbedingt zu unter­lassen ist. Durch das Hantieren mit solchen Lampeis können leicht schwere Unglücksfälle entstehen, t>a grünes und rotes Licht bei der Eisenbahn beson­dere Bedeutung haben. *

er wischt, tupft und trocknet. Das Antlitz, sehr hold, sehr lebendig, gehört einer jungen Frau, die mit schrägen Augen ziellos ins Weite lächelt. Sie hat goldene gekräuselte Haare, eine gerade schmalrückige Nase und eine liebliche sorglose Stirn. Ihre Finger, dünn und gotisch, sind über einem steifen Brokat­kleid gefaltet und umschließen eine rotflammende Bohnenblüte. Eine Heilige vielleicht oder die Frau eines Ritters. Der edle Hals steigt stengelgleich aus der überladenen Pracht der Prunkseide des Ge­wandes. Ein Brustbild.

Parsunke hält das Bild prüfend von sich ab. Er zittert ein bißchen vor Aufregung; denn ein selt­samer Gedanke hat in ihm Wurzel geschlagen, eine Erleuchtung, eine Ueberzeugung geradezu ... das ist ein Lukas Cranach! Jede Einzelheit spricht für den Meister; ein Zweifel ist kaum mehr erlaubt, auch wenn das Handzeichen Cranachs, die geflügelte Schlange, fehlt.

An dieser Stelle muß ein Weniges über den Mann Parsunke eingeschaltet werden. Parsunke ist ein Stromer, ein Sprüchemacher und ein Herunter­gekommener. Er ist haltlos, trinkt gerne und ver­abscheut ernsthafte Arbeit. Er sttolcht durch das Land, macht die Pfarrhöfe unsicher und mißbraucht dke Gutmütigkeit seiner Mitmenschen. Wenn ihm das Wetter zu schlecht ist, beehrt er die Krankenhäu­ser und ist nicht mehr loszukriechen. Er schwindelt die Aerzte an und ein Lump in Folio. Das ist Par­sunke. Aber in dieser schäbigen Hülle steckt doch ein anderer Parsunke, der 1890 zu Teltow als Sohn respektabler Eltern geboren einige Semester Kunstgeschichte gehört hat, zu bummeln anfing und von dem entsetzten Vater als Volontär in die Kunst- und Antiquitätenhandlung Pastouri geschickt wurde. Hier flog er nach einigen Jahren wegen dunkler Geschichten wieder heraus, verluderte jetzt endgültig, und das Weitere läßt sich erraten. Parsunke, ein kleiner Gauner und großer Nichtsnutz, rettete aus dem Schiffbruch feines Lebens nur ein einziges; eine verspielte und merkwürdige Liebe zum Kunstwerk. Kommt er in ein Dorf, in ein Städtchen, dann ist sein erster Gang in die Kirche. Da stöbert er herum, lehnt versonnen in den Ecken und vermag sich über ein geschnitztes Gestühl, einen 2Htar oder einen altertümlichen Sarkophag bis zur Begeisterung zu freuen. Manche deuten ihm das zu Unrecht als Frömmigkeit, und er fährt nicht schlecht dabei.

Dieser zweite bessere Parsunke, rasiert uttd in einen Krankenttttel gekleidet, betrachtet angespannt und glühend die Frau mit den schrägen Augen, die er aus Schmutz und Verräucherung erlöst hat. Vier Jahrhunderte sind zwischen ihm und der ftemden Frau, die bestrickend und ziellos in die Ferne lächelt. Das Handzeichen fehlt, richtig; wahrschein­lich ist es übermalt; auch die Rückseite gibt keinen

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Jeder muß sich darüber klar sein, daß es gaiti -auch allgemein darauf ankommt, vollwertiges Zählmate- i |.ropa rial zu erhalten. Die Zählung erfüllt nur harnt , W ihren Zweck, wenn alle gestellten Fragen lückenlos beantwortet worden sind und daß im übrigen jede;

nur die ständig dort wohnenden Familien in beson­dere Haushaltslisten aufzunehmen. Die zur Zeit zum Heeresdienst einberufenen Familienanaehörigen sind in der Haushaltsliste unter B aufzuführen.

Jeder Betrieb wird durch ein Betriebs­blatt erfaßt. Ein Betriebsblatt ist von jedem selbständigen Gewerbetreibenden, auch von Ange­hörigen der freien Berufe (Rechtsanwälte, Aerzte usw.), Provisionsreisenden, von allen Behörden, öf­fentlichen Betrieben und Verwaltungen (ohne Unter­schied, ob es sich um Betriebe gewerblicher Art oder Hoheitsverwaltungen handelt) auszufüllen. Das Be­triebsblatt ist immer dort auszufüllen, wo sich die Niederlassung oder Betriebsstätte befindet. Z. B. ein Gewerbetreibender, der im Selterswea ein Laden­geschäft unterhält und in der Ludwigstraße wohnt, wird im Seltersweg durch ein Betriebsblatt und in der Ludwigstraße durch eine Haushaltsliste erfaßt.

Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Be­triebsführer usw. ine vorstehenden Listen nicht er­halten haben, so wird ersucht, die fehlenden Listen auf Zimmer 18 des Stadthauses, Bergstraße 20, abholen zu lassen oder dorthin telephonisch Nachricht zu geben, damit die Uebersendung der Listen ver­anlaßt werden kann.

Nach dem Stand vom Dienstag, 10. Ok­tober 1939, müssen somit ausgefüllt werden:

a) Haus listen, enthaltend sämtliche Haus­haltungen und Betriebe des Grundstücks. Diese Listen sind nur durch den Hausbesitzer oder seinen Vertreter auszufüllen. Falls ein Vertreter nicht ausdrücklich bestellt ist, kann die Ausfüllung auch durch den Mieter des Hauses erfolgen, der sonst im Auftrage des Hausbesitzers derartige Angelegen­heiten erledigt.

b) Haushaltsliften vom HauShaltungsvor- stand,

c) Quartiert arten vom Haushaltungsvor­stand,

d) Betsiebs blätter vom Betriebsinhaber.

Es wird empfohlen, bei Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken genau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Listen müssen vollständig und gut leserlich ausgefüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten und zum Teil die Bürgersteuerbescheide für 1940 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Ausfüllung der

und damit auch zum Segen seiner engeren Heimat fruchtbar mitgearbeitet zu haben.

So wird biefer ausgezeichnete Mensch und hoch­bewährte Beamte nicht nur im engeren Kreise feiner Berufskameraden, sondern auch in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land in dank­barer Erinnerung fortleben, denn seine Werke sind wett über sein Grab hinaus ein Erinnerungsmal, das diesem Manne in verdienter Weise bleibende Ehrung sichert.

Gewichte und preise für Brot und Kleingebäck.

Der Getteidewirtschaftsverband Hessen-Nassau hat eine Anordnung Nr. 3/39 über Gewichte und Preise für Brot- und Kleingebäck erlassen. Sie bringt hie entsprechend den neuen Reichsbestimmungen künf­tig zugelassenen Gewichte und setzt für ein Stück Kleingebäck im Normalgewicht von 46 Gramm, hen Preis für Wasserware auf 3,5 Rpf., für Milchware auf 4 Rpf. fest, wobei beim Verkauf von Kleinge­bäck der Preis, sofern sich bei der Berechnung des Gesamtbetrages 0,5 Rpf. ergibt, auf hen vollen Pfennigbetrag nach oben aufgerundet werden darf. Die Preise für Brot einschl. Schnittbrot und Weiß­brot sind unter Zugrundelegung des bisherigen Preises je Gewichtseinheit entsprechend her vorzu­nehmenden Aenderung des Gewichtes umzustellen. Soweit sich dabei Bruchteile eines Pfennigs er­geben, sind diese bei 0,5 Rpf. und darüber nach

Bis zum kommenden Sonntag werden die Listen für die Personen st ands- und Betriebs­aufnahme nach dem Stand vom 10. Ok­to b e r 19 3 9 zugestellt sein. Der Oberbürgermeister macht heute in einer Bekanntmachung auf diese wichtige Anordnung aufmerksam. Um hie Ausfüllung her Listen zu erleichtern, seien die nachstehenden Winke der dringenden Beachtung empfohlen.

JedesHaus (Wohnhaus, öffentliches Gebäude, Fabrik, Lager, Scheune usw.) wird durch eine Hausliste gezählt, die vom Hauseigentümer, Hausverwalter ober deren Beauftragten zu unter­zeichnen ist. Ersatzweise kann die Hausliste auch vom Zähler unterzeichnet werden.

JedeHaushaltung wird durch eine Haus- Ha l t s l i st e erfaßt. Die Haushaltsliste, in die alle zur Haushaltung gehörenden Familienangehörigen (auch Untermieter, Personal usw.) aufzunehmen sind, ist vom Haushaltungsvorstand zu unterzeichnen. Außerdem ist von jeder Haushaltung eine Quartier­karte auszufüllen: hierin hat der Haushaltungsvor­stand einzutragen, wieviel Personen er bei militä­rischen Einquartierungen aufnehmen kann. Die Quar­tierkarten sind nur auf der Vorderseite auszufüllen. Bei abwesenden Familien ist vom Zähler eine Haus- haltsliste aufzunehmen und zu unterzeichnen; die Personalangaben werden dann von Amts wegen ein­getragen werden. Für die in Militärgebäuden befindlichen Haushaltungen (z. B. verheiratete Unter­offiziere) sind ebenfalls Haushaltslisten auszufüllen, während die in Mannschastsräumen untergebrachten Wehrmachtsangehörigen von der Zählung ausge­nommen sind.

In Anstalten (Kliniken und Krankenhäusern) untergebrachte Haushaltungen (Verwalter, Aerzte, Portier usw.) werden durch Haushaltslisten gezählt, und zwar jeder Haushalt für sich. Das in einer An­stalt wohnende, keinen eigenen Haushalt führende ledige Personal (Schwestern, Pflege- und Dienstper­sonal) wird in einer besonderen Haushaltsliste ge- führt und ist, wenn diese nicht reicht, mit Einlage­bogen zu versehen. Der Zähler wird sich in solchen Fällen mit der Anstaltsleitung ins Benehmen setzen und dort die erforderlichen Vordrucke zum Ausfällen abgeben. Anstaltsinsassen (Patienten) werden nicht gezählt.

In Gasthäusern sind außer dem Personal

Die Fabri erwartet Dr. Severin, her die Wund- klamm ern entfernen will. Ob es wohl sehr weh tut. Der heutige Tag ist ein Wendepunkt, es geht lang' sam besser. Wenn sie ganz still liegt, hat sie keine Schmerzen mehr. Sie kann auch wieder zusammen­hängend denken, ohne den Faden zu verlieren oder gleich wieder einzuschlafen.

Manchmal grübelt sie über ihren Beruf nach, ob alles gut heilt und ob sie hie anstrengende Film' tätigteit fortsetzen kann. Sie war ruhmsüchtig bis­her, das kann man wohl sagen, sie wollte um jeden Preis in die Höhe klettern und sehnte sich nach großen Rollen. Sie ift noch nicht allzu lange befon Bau, und gute Freunde, Beziehungen, ihr vM Großvater her glanzumwobener Name haben ift die Wege geebnet. Der Vater ist als Oberstleut­nant gefallen, die Mutter ihm nachgestorben, sie selbst ist ohne strenge Erziehung herangewachseN, ein wenig wild, von den Jnstitutsfteundinnen ziem­lich beneidet. Man hat viel Zeit, in einem nüch­ternen Spitalbett über solche Dinge nachzudenken- Ihr erstes Liebesabenteuer bestand sie mit 17 Jah­ren; her Glückliche war ein Student und siel ihret­wegen im Examen durch. Dann kamen viele Män­ner. Komisch eigentlich, was so eine kleine Frau alles zusammenlebt. Der letzte war Tino. Sie fühlt das Unrichtige dieser Beziehung, aber sie schiebt es aus vielerlei Gründen immer wieder hinaus, sich von ihm zu lösen.

Nein, Dino fehlt ihr in diesen Tagen nicht sehr. Tino ist Unterhaltung. Dino ist Ergebenheit. Tino bedeutet Luxus. Er ist seit einem halben Jahr ihr Freund und erfüllt unausgesprochene Wünsche mit seltener Großzügigkeit. Aber Tino ist Nichts fürs Herz. Sie hat einmal geglaubt, ihn zu lieben, aber das hielt nicht lange vor. An Dino muß sie keines­falls auf solch bohrende und unverständliche Weile denken, wie beispielsweise an diesen Doktor Seve­rin, der zweimal täglich Visite macht, freundliche Sachlichkeit von sich gibt und dennoch beim Gehen eine Leere im Zimmer zurückläßt, hie auch die be­tuliche Schwester nicht auszufüllen vermag. Dr. Se­verin hat ihr das Leben gerettet urth ist ihr ein­ziger Halt in diesen unbegreiflichen Tagen. Sie harrt feinem Kommen wie ein Schulmädchen tn# Herzklopfen entgegen und kennt die Farbe jeder einzelnen seiner Krawatten.

(Fortsetzung folgt)

Mit einem Rauschigen möcht ich mich gar nicht abgeben", flüstert die Silberhorn.

Sieben tritt ist heute viel zu gut aufgelegt, um sich in ein Wortgefecht einzulassen. Er schreitAn­genehme . Ruhe allerseits" und beschließt die Unter­haltung mit einer klassischen Redensart, wie sie in Bayern gang und gäbe ist

5. Kapitel.

Parsunke hat geruht, das Bett zu verlassen. Er geht wieder herum. Wenn eine Schwester um den Weg ist oder der Arzt, humpelt er und setzt seine Leidensmiene auf. Wenn jedoch die Luft rein ist, pfeift ,er Gassenhauer oder unverfrorene Weisen, die diesem feierlichen Haus keineswegs angemessen sind. Ja, dieser Parsunke versteht es. Er wickelt den Schwestern Binden auf, er putzt Salat, er geht in die Kirche. Er erzählt den aushorchenden Nonnen schreckliche Anekdoten aus dem Krieg, obschon er nur hinten und in einer Kanzlei war. Die Schwe­stern, vertrauensvoll und harmlos, zeigen sich er­kenntlich, sie füttern ihn mit vielem gutem Essen. Wenn Parsunkes Widersacher, der Arzt kommt, zieht er sich in sein Bett wie in eine Festung zu­rück und berichtet mit umflorter Stimme neue Symptome. Eschelbrunn gefällt ihm. Augenblicklich poliert er eine Messingklinge.

Zwei Schwestern eilen gesenkten Blickes vorüber. Die Flügel ihrer weißgestärkten Hauben flattern. Die eine schleppt Seife, Eimer und Wurzelbürste, die andere ein großes verstaubtes Oelgemälde. Sie gehen über den Hof und lehnen gemeinsam das Bild an den Brunnen. Die eine taucht die Wurzelbürste ein.

Parsunke sieht es, läßt fein Messing im Stich und läuft hinüber. Wie ein Hase läuft er, erstaunlich. Seine Hände fuchteln entsetzt.Aber so doch nicht! Doch nicht bürsten, Schwester Jgnatia! Sie müssen das Rehleder nehmen. Ganz zart macht man das. Sehen Sie mal zu." Er kennt alle Schwestern beim Namen, und außerdem spricht er Hochdeutsch. Die beiden gucken ihm verlegen zu.,Was stellt denn das Bild eigentlich vor?" Die Nonnen wissen es nicht. Sie sind beauftragt, dieses alte fliegen­beschmutzte und von Spinnen bewohnte Bild sauber zu machen und es wieder ins Refektorium zu hängen.

Parsunke gibt sich ordentlich Mühe und reibt ganze Schichten Dreck herunter; er hat ein beson­deres Handgelenk für so etwas. Farben erscheinen, ein Frauenantlitz, ein Hintergrund. Die Nonnen b er eben sich, sind unschlüssig, verschwinden schließlich. Nun ja, wenn Herr Parsunke es besser versteht, wollen sie ihn gewähren lassen. Die Oberschwester wird nichts dagegen haben.

Parsunke macht mit dem Rehleder zärtliche Striche,

Vordrucke erspart unter anderem persönliche Eirv ladungen und Vorsprachen, spätere Nachfragen nach der Steuerkarte für 1940 usw.

Die 3 u ft e 11 u n g her Zählpapiere an btt Grundstückseigentümer soll bis spätestens Sonn­tag, 8^ Oktober 1939, nachmittags, erfolgt fein.

Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haus- Haltslisten und Betriebsblätter, find sofort dem Hausbesitzer oder dessen Dertteter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushalts, listen und Betriebsblätter zu bescheinigen und die gesammelten Listen zur Abholung bereit zu halten hat.

Das Einsammeln' der Zählpapiere bei den Hausbesitzern erfolgt am Donnerstag, 12. Ok­tober 19 3 9. Dabei wird an Ort und Stelle ge­prüft, ob sämtliche Fragen beantwortet Jinh, ge­gebenenfalls werden die Listen sofort ergänzt ober richtiggestellt. Besonders wird darauf geachtet, baf die Fragen über das Arb e its ve rh ältniz, das Wehrverhältnis und die Religions­zugehörigkeit vollständig beantwortet sind.

Es wird noch bemerkt, daß die vollständige uiti rechtzeitige Ausfüllung der Zählpapiere durch Geld strafen erzwungen werden kann (§ 202 der Reichs-

abgabenordnung).

Es ist selbstverständlich, daß der Zähler verpstich. tet ist, über die ihm bei her Personenstands- und Betriebsaufnahme zu feiner Kenntnis gelangenden Verhältnisse über die Persönlichkeit des einzelnen Verschwiegenheit zu wahren. iil$

Es wird von allen in Frage kommenden Volks» >

IregierungSrat Or. Krüger f.

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am gestrigen Donnerstag der Regierungsrat beim Landratsamt Gießen, Dr. jur. Georg Krüger, im 47. Le­bensjahre verstorben. Mit chrn ist allzu früh ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der weithin in Stadt und Land bekannt war.

Dr. jur. Krüger war Gießener, der am 8. März 1893 als Sohn des hiesigen Universitäts-Professors Geheimen Kirchenrats D. Dr. Krüger geboren wurde. Von 1899 bis 1911 besuchte Georg Krüger das Landgraf-Ludwigs-Gymnafium in Gießen, das er .Ostern 1911 nach bestandener Reifeprüfung ver­ließ. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Tübingen, Jena, Berlin und Gießen. Im Frühjahr 1915 legte er in Gießen die Fakultätsprüfung ab. Vom Mai 1915 bis Februar 1919 kämpfte er im freiwilligen Kriegsdienst für Volk und Vaterland, u. a. als Leutnant der Reserve und Kompanieführer im Res.-Jnf.-Regt. 224. Seine Verdienste als Frontsoldat wurden durch die Ver­leihung des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Hanfeaten- kreuzes anerkannt. Von 1919 bis 1921 erfolgte feine Ausbildung als Referendar beim Amtsgericht, Landgericht, bei einem Anwalt und beim Kreisamt in Gießen. Im November 1919 promovierte er an der Universität Gießen mit einer Arbeit überDie Anerkennung der Staatsform als Gegenstand des Völkerrechts und des Staateninteresses" magna cum laude zum Dr. jur. Im April 1921 bestand er das juristische Staatsexamen in Darmstadt. Vom 2. Juli 1921 ab wirkte er als Regierungs-Assessor beim Kreisamt und der Provinzialdirektion in Gießen. Am 1. Ium 1927 erfolgte hier seine Er­nennung zum Regierungsrat. Im Jahre 1935 war er längere Zett als Vertreter des Kreisdirektors beim Kreisamt in Schotten und im Jahre 1936 ebenfalls als Vertreter des Kreisdirektors mehrere Monate lang beim Kreisamt in Alsfeld tätig.

Als geborener Gießener, her sich mit Stadt und Land feiner engeren Heimat tief verbunden fühlte, und durch sein langjähriaes Wirken am Kreisamt in Gießen war es ihm in besonderem Maße vergönnt, seine Arbeit sehr fruchtbar zu geftalten und sowohl dem Kreisamt, als auch her Bevölkerung ein be­sonders wertvoller Mitarbeiter und Berater zu fein. Sein weitschichttges Arbeitsfeld, das die Aufgaben der Baupolizei, des staatlichen Naturschutzes, des Luftschutzes, das Siedlungswesen, die Mitarbeit im Derwaltungsgericht, das Schiedsgericht für gemeind­liche Beamte, die Mitarbeit im Gießener Musik-- ausschuß usw. umfaßte, brachte ihn mit vielen Volks­genossen in Stadt und Land in Berührung, die gerne feinen Rat einholten und denen er jederzeit ereitwillig mit feinem reichen Wissen und feinem wertvollen Schatz von Erfahrungen förderlich war. Auch in schwierigen Fragen, die nicht im engeren Bereiche seiner dienstlichen Aufgaben lagen, hie aber mit der Geschichte und der Entwicklung des Kreises Gießen im Zusammenhang standen, konnte man bei ihm allezeit zuverlässigen Aufschluß und wertvolle Hinweise erhalten; er war beim Kreisamt Gießen gewissermaßen, wenn auch ohne amtlichen Auftrag, der Historiker und sachkundige Kenner her politischen Geschichte und staatsrechtlichen Entwicklung oes Kreises Gießen, ja bis zu einem gewissen Grade auch her Provinz Oberhessen. Zu seinem umfang­reichen Wissen kam noch seine schier unerschöpfliche Schaffensfreude hinzu, die ihn auch veranlaßte, trotz seiner Krankheit noch bis, in die letzten Tage feinen Dienst zu tun, da er meinte, in der jetzigen schweren Zett zum Kranksein keine Zett zu haben.

Der vorbildliche Charakter dieses Mannes, feine allezeit von Herzen kommende Liebenswürdigkeit und feine stete Hilfsbereitschaft, sein starkes sozia­les Empfinden und seine volle Aufgeschlossenheit für alle großen und für unser Volk segensreichen Erneuerungen und Aufgaben machten diesen echt deutschen Mann noch besonders schätzenswert. Seine Verdienste für Volk und Vaterland fanden im Früh­jahr dieses Jahres durch die Verleihung des Treu- dienst-Ehrenzeichens für 25jährige treue Dienstzeit eine wohlverdiente äußere Anerkermung. Seinen schönsten Lohn aber sah er stets in dem Bewußt­sein, an feiner Stelle zum Besten unseres Volkes