Zreitag, 6. Oktober 1939
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Aus der Stadt Gießen
Verstärkte Arbeit des Deutschen Volksbitdungswerks
Die Kulturarbeit in Gießen im Winter 1939/40
In manchen Höfen steht die Dreschmaschine und
frununt bis in die Nacht hinein. Auch hierbei
aufnahm- c
In der ersten Nachmittagsvorstellung wurde vor
Heinrich Ludwig Neuner.
Neugestaltung der Volksbildungsarbeit besteht die Möglichkeit, auch die Volksgenossen zu erfassen, die bisher wegen ihres entfernt gelegenen Wohnsitzes den Veranstaltungen des Volksbildungswerkes ferngeblieben sind.
Das Programm, das in diesem Jahve nicht für die gesamten sechs Wintermonate, sondern mit Rücksicht auf die derzeitige politische Lage immer nur für vier bis sechs Wochen festgelegt wird, umfaßt wieder alle Gebiete des Lebens. Es wird damit dem Interesse jedes Volksgenossen Rechnung getragen.
gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und so preiswert!
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unmittelbarem Geschehen, an gegenwärti-ger, dramatischer Entwicklung nicht mchr viel hergeben. Es handelt sich um Berichte, Erinnerungen, Wie- dererkennungen, denen der Impuls der dramatischen Spannung notwendig mangeln muß. Dieser Mangel wird auch dadurch nicht ausgeglichen, daß Hauptmann sich — wenigstens in der Buchausgabe — zur tieferen Deutung der Vorgänge auf elementare Gewalten und Gestalten aus Shake-
Georg Joch.
Im Beiprogramm nimmt die Tonwoche wieder alle Aufmerksamkeit für sich in Anspruch. In vielen charakteristischen Ausschnitten nimmt man im Geiste am polnischen Feldzug teil, sieht die Sturzkampfbomber bei ihrem Einsatz, die Infanterie im Ge- lande und im Kampf mit Heckenschützen, man sieht die Truppen in Ruhestellungen, hervorragende Bilder aus dem Kampf der verschiedenen Wehrmacht- I teile um Gdingen und schließlich den triumphalen
kung vom Wintersemester 1934/35 an einen Lehrauftrag für Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik an der Universität Gießen. Im Februar 1937 wurde Dr. med. habil. Kranz vom Führer unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum außerordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen ernannt mit der Verpflichtung, die Erb- und Rassenforschung in Vorlesungen und Hebungen im Rahmen der Universität Gießen zu vertreten. Seinem tatkräftigen Einsatz ist der bisherige bedeutsame Ausbau des Instituts für Erb- und Rassenpflege an der Universität Gießen vor allem zuzuschreiben.
4O3abre im Dienste des Noten Kreuzes
Am 3. Oktober konnte der Geschäftsführer der
der sein Wissen vertiefen will. Als Vortrags- und Lehrkräfte werden hauptsächlich geeignete Personen aus den einzelnen Kreisen herangezogen, die frei- willig ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in den Dienst am Volk stellen wollen. Eine Anzahl Volksgenossen hat sich bereits zur Verfügung gestellt. Die umfangreichen Vorbereitungen find nun beendet und werden der Dolksbildungsarbeit, die der Bevölkerung des Rhein-Main-Gebietes Stunden der Entspannung und Erbauung vermitteln will, im Gan Hessen-Nassau den Erfolg sichern.
setzen. Vorgesehen ist die Veranstaltung von vier Konzerten bedeutender Solisten, ferner von vier Orchesterkonzerten und einem Chorkonzert, bei dem Brahms „Requiem" zu Gehör gebracht werden soll.
Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, die
Arbeitsreiche Tage in unseren Dörfern.
Wenn wir jetzt in unsere Dörfer draußen kom- ren, merken wir wenig von der viel gerühmten bildlichen Stille. Es darf am frühen Morgen, zur Mittagsstunde oder selbst am Abend sein. Immer Urscht ein Leben wie in einem Bienenstock.
Wenn noch schwere Nebel auf Dorf und Feld Men, hier und da hinter Läden noch Licht schim- pert, werden schon die Tiere vor den Wagen gekonnt und Säcke, Körbe, Leitern aufgeladen, lieber» dl hören wir Stimmen. Die Mutter packt noch VjneH das Frühstück zusammen, dann wird das jaus zugeschlossen, und der Tag gehört nun ganz frr Feldarbeit. Nur zur Mittagszeit geht ein Mil- M der Familie in das Dorf, um frischen Kaffee nb Zubrot, vielleicht auch den begehrten Zwet- ftenkuchen zu holen. Alle andern bleiben draußen: tan die Tage sind kurz, und gegen sechs Uhr ist de Sonne verschwunden.
Aus dem Felde aber sehen wir Landleute, Knechte itb Mägde, nicht zuletzt auch die Kinder und die ftiwilligen Helfer, Mädchen vom BDM., Soldaten, ftlerjungen und hilfsbereite Nachbarn. Alle regen sih in fleißiger Arbeit. Kartoffeln und Gemüse rillen geerntet sein. Das letzte Obst wird gebrochen. Hier und da flackern Karlo ff elfen er chen auf. Kin- Irstimmen erschallen von jedem Acker. Fröhliche Kirnst begrüßen uns, wenn wir die Felder durch- yändern. Wir begegnen schon manchmal einem intern, der auf dem kaum ab geer nteten Acker das
kintergetreide sät. Ernte und Saat in beständigem Wechsel, nirgends Stillstand, überall Sorge für das
Prof. Dr. Kranz, i. D. Rektor der Universität Gießen. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Extraordinarius und Leiter des Instituts für Erb- und Rassenforschung an der Universität Gießen, Professor Dr. med. Kranz, beauftragt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1939 das Amt des Rektors vertretungsweise wahrzunehmen.
Professor Dr. med. Kranz wurde am 30. Juni 1897 geboren. Im August 1914 eilte er, erst 17 Jahre' alt, als Kriegsfreiwilliger zu den Fahnen. Er machte den ganzen Weltkrieg mit und wurde in dessen Verlauf zum Leutnant der Reserve befördert. Nach dem Kriege studierte er in Marburg und in Freiburg und nahm dann, als der Spartaküsauf- ftand in Thüringen ausbrach, an dem Kampfe gegen die dortigen Spartakisten teil. Im Jahre 1926 habilitierte er sich für das Fach der Augenheilkunde. Seit 1928 wirkt er als Augenarzt in Gießen. In der nationalsozialistischen Bewegung kämpfte er schon vor der Machtübernahme als SA.- Mann mit und wurde in der SA. noch während der Kampfzeit zum Sturmführer ernannt.
Don ihm wurde das in Gießen bestehende Jnsti- 1 tut für Erb- uttd Rassen pflege begründet, für das
gen Einsiedler, Elsa Wagner die Glöcknersfrau, Gustav Knuth einen Troubadour.
Gerhart Hauptmann, der der Aufführung zusah, und den ausgezeichneten Darstellern galten die lebhaften Beifallsbezeugungen der Zuschauer, die, von dem Hauch der Dichtung berührt, willig in eine Märchenwelt folgten, in der das Unmögliche Wirklichkeit wird. Gerhard Bohlmann.
„Wenn Männer verreisen!"
Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße bringt einen hübschen Unterhaltungsfilm, dessen Handlung im Wesentlichen aus Pannen verschiedener Art besteht, lieber den nicht mehr ungewöhnlichen Weg einer Autopanne lernt ein auf Reisen befindlicher, zu Hause sehr braver Ehemann drei junge Damen kennen. Mit der hübschesten des Kleeblatts gerät er, ohne es zu wissen, im nächtlichen Dunkel in das gleiche Schlafzimmer und erst die Sonne des anderen Morgens bringt es an den Tag, daß sie Bett an Bett geschlafen haben. Heber die zwei Freundinnen und über einen verlorenen Trauring wird die Sache im Kreise all derer, die es mehr oder weniger angeht, ruchbar und die beiden Unschuldigen fallen in der Folge aus einer schiefen Lage in die andere, bis sich schließlich alles in Wohlgefallen auflöst. — Für den von Pannen verfolgten Ehemann war Georg Alexander der einzig richtige Mann, für seine Partnerin und Leidensgefährtin eignete sich Liselotte Klingler hervorragend. Die erboste und sittenstrenge Mutter der kompromittierten Tochter war Lotte Werkmeister mit aller Ueberzeugungstreue. Noch viele andere Darsteller .fügten sich glücklich in den gegebenen Rahmen und verhalfen dem Tobis-Film zum Erfolg. Regie führte
f e r wird über die Tibet-Expedition der ff sprechen und durch einen Teilnehmer der Deutschen Antarktisexpedition 1938/39 wird ein Schmalfilm- vertrag gehalten werden. Bemühungen sind int Gange, den General der Flieger, Cochenhau- s e n, zu einem Vortrag über das Thema „Deutsches Soldatentum in Vergangenheit und Gegen-, wart" zu gewinnen.
Auch das Volksbildungswerk der! NSG. „Kraft durch Freude" wird die im vergangenen Jahre von so manchem schönen Erfolg begleitete Arbeit fortsetzen. In den nächsten Tagen wird Dr. Falke (früher Gießen, jetzt Göttingen) über das aktuelle Thema „Das war Polen" sprechen Ferner sollen Prof. Herzog und Prof. Bürcker zu Vorträgen aus ihren Fachgebieten gewonnen werden. Museumsdirektor Dr. Krüger wird in zwei Vortragsabenden über die „Vorgeschichte Ober- Hessens" sprechen und außerdem (voraussichtlich an Sonntagen) zwei Führungen durch das Oberhessische Museum unter dem gleichen Gesichtswinkel abhalten; vorgesehen ist ferner die Durchführung des Kreis- vortragsdienstes.
Der Konzertverein wird ebenfalls feine Winterarbeit im bisher gepflegten Umfange fort»
Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Bezauberndes faulem". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Robert M". — Lichtspiele, Bahnhofstraße: Sondervorstel- Ing 16 Uhr „Der Westwall"; ab 18 Uhr „Wenn Tanner verreisen".
Skadllheaker Gießen.
Heute, 20 Uhr, wird das musikalische Lustspiel „bezauberndes Fräulein" von Ralph Benatzky zum trienmal wiederholt. Spielleitung hat Harry Gru- |£e, der selbst eine Hauptrolle spielt. Musikalische ßitung: Heinz Markwardt. Bühnenbilder: Karl Lfsler. Ende gegen 22.15 Uhr.
DOmsta^ i« UeberaU kommen sie zurück, die fleißigen Kar-
wunfch.
BOM.-Uniergau 116 Gießen.
Die für Sonntag, 8. Oktober, anberaumte Führerinnentagung wird auf den 22. Oktober verlegt. Die Tagung beginnt um 10.15 Uhr im Kerckhoff-Institut in Bad-Nauheim.
25-kilomeler-Wandern.
Am Sonntag, 8. Oktober, findet das 25-Kilometer- Wandern für das BDM.-Leiftungsabzeichen statt. Wir treffen uns pünktlich um 7.30 Uhr am Lud- wigsplatz.
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Trotz mancher Erschwerniffe, die die Kriegszeit mit sich bringt, unternehmen es die Gießener kulturtragenden Vereinigungen, auch in diesem Winter wieder durch die Veranstaltung von Vortragsabenden manche Abendstunde, manche Stunde der Freizeit sinnvoll auszufüllen. Die Arbeit der Vor- tragsvereiniaung Goethebund-Kaufmännifcher Verein, der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, des Obcrhessischen Geschichtsvereins, der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, des Konzertvereins und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat sind noch aus den vergangenen Jahren in bester Erinnerung. Die Verantwortlichen dieser verschiedenen Vereinigungen haben die Vorbereitungen für die Tätigkeit im Winterhalbjahr zum Teil schon abgeschlossen, so daß in kurzen Zügen schon ein Ueberblicf gegeben werden kann.
Die Vortragsvereinigung Goethe- Lund - Kaufmännischer Verein will, wenn es sich ermöglichen läßt, das Arbeitsprogramm im vollen Ausmaß aufrechterhalten und innerhalb des Winterhalbjahres 11 oder 12 Veranstaltungen bringen. Vorgesehen sind drei Dichterabende, für die August Hinrich, Edwin
Gerhart Hauptmanns „Tochter der Kathedrale".
Uraufführung int Berliner Staatstheater.
Ein Reich der Märchen und Wunder läßt ® er- V. rt Hauptmann in seiner „T achter d er kithedrale" auferstehen, die das Staatliche öftcruspielhaus an den Anfang der neuen Spiel- leifc stellt. Es liegt im Gebiet der Pyrenäen, wo & alten Herzogtümer Andorra und Foix an ein6 ttöer grenzen, wo in der Nähe Monsalvät glüht, Berg des heiligen Grals. Schon herrscht, gram Wi und finster, die christliche Kirche, aber im Volke leit noch der Glaube an Dämonen und Druiden, nö im Zauberwald von Brezilian Hausen noch tii Geister des Heidentums. In dieser Welt der Orakel begibt sich die Fabel.
Bor 18 Jahren hat Heurodis, Gattin des Her- «ts von Andorra, Zwillinge geboren, die Bruder Mer und Paul. Damals hat sich Ermlind, Gattin je-- Herzogs von Foix, aus Neid zu dem häßlichen Sirt hinreißen lassen, durch die Geburt von Zwu- Higcn wurde eheliche Untreue bewiesen. Das JMrt, inmal gesprochen, wirkt unheilvoll weiter, Richt iic, daß aus ihm ein langer Krieg zwischen An- io-ra und Foix entsteht, Ermlind wird nach einem 8chr selbst mit Zwillingen gesegnet, mit den Toch- ithn Geralda und Gerlittd. Damit nun lenes vei- '^mderische Wort nicht auf sie selbst zuruckmlle, V Ermlind ihre Tochter Gerlind aussetzen lassen;
Eremit hat die Neugeborene auf dem tUrar ■je Kathedrale von Andorra niedergelegt. Dort lp | -e von den Glöcknersleuten gefundenund als I End auferzogen worden; sie heißt letzt Frc: - jnffl wird vom Volk „Die Tochter der Kathedrale j^annt.
Märchenhaft wie die Geschichte ihrer Geburt wirkt . -t'i weitere Entwicklung der Zwillingskmder. Prinz Pfter ist ein heiterer, weltaufgeschlossener Jüngling [itoorben, Prinz Paul ein rauher Knegsmann von Welerkerhaftem Schlage. Das Findelkind Frene ist ptinem sanften Mädchen gediehen, das den Schleier fernen will; ihre Zwillingsschwester Geralda aber i^chstreift, eine neue Diana, den Wald von Bre- | Mn.
I Uuf diesen weitab liegenden Ereignissen baut ^schart Hauptmann seine Dichtung auf deren eis I^'Ser dem Zuschauer wie ein ^°^er letzter A I Abschluß erscheinen. Ein solcher Akt kann an
Ein königlicher Feinschmecker.
Der Große Kurfürst hatte 1670 die erste Fasanerie in brandenburgischen Landen einrichten lassen, natürlich in Potsdams Nähe. Der sparsame Friedrich Wilhelm I. ließ das Gehege ziemlich verkommen; der Große König aber, der zwar kein zünf- ttger Weidmann, aber ein verständnisvoller Feinschmecker war, beauftragte fernen Oberjägermeister Grasen Schlleben bei Berlin eine zweite Fasanerie anzulegen. Den Gutsbesitzern wurde ein Gleiches aufgegeben. Der König selbst konnte in feinen hohen Jahren, wie Dr. Georg Kürbitz in einem kulinarisch und jagdlich gleich reizvollen Aufsatz über Rebhuhn, Schnepfe und Fasan im Oktoberheft von Vel- Hagen & Klasings Monatsheften erzählt, von vier gebratenen Fasanen nach dem Geschmack bei jedem die engere Heimat herausfinden; er löste diese Ausgabe an der Tafel des Wiener Gesandten Graf Gotter, wie historisch verbürgt ist.
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Tageskalender für Freitag.
NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führt auch im Gau Hessen-Nassau ihr reichhaltiges Winterprogramm durch. Sie sieht es als ihre Pflicht an, gerade jetzt den Volksgenossen, die mehr denn je ihre Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit stellen, Erbauung und Ablenkung zu schaffen. Das Tätigkeitsgebiet ist durch neue Aufgaben sogar noch erweitert worden. Im Rahmen der Arbeit der Freizeitorganisation hat das Dolks- bildungswerk ein umfangreiches Programm .ausgestellt,, das in allen Kreisen des Gaues in den nächsten Tagen seinen Anfang nimmt. Dem Deutschen Volksbildungswerk ist in der Zeit des Krieges noch mehr als im Frieden die Aufgabe gestellt, aufklärend zu wirken. Neben allgemein bildenden Vorträgen und Darbietungen unterhaltender Art ist in den Mittelpunkt feiner Arbeit die Veranstaltung von aktuellen Vorträgen über die geschichtlichen Tagesereignisse gestellt. Redner werden in den Städten und in den entlegensten Dörfern unseres Gaues die Bevölkerung über das Gegenwartsgeschehen unterrichten und ihr die Hintergründe politischer Maßnahmen aufzeigen, damit der Volksgenosse die gegenroärtige Lage besser verstehen und richtig beurteilen kann. Für diese Abende werden die Redner im Einvernehmen mit der Gaupropagandaleitung und dem Gauschulungs- amt bestimmt. Eine wesentliche Bereicherung erhalten die Vorträge durch Vorführung eines Filmes, der aus den neuesten Wochenschauen der Ufa zusammengestellt wird.
Eine grundlegende Aenderung tritt in der Durchführung der Veranstaltungen des Deutschen Dolks- bildungswerkes im Gau ein. Sie finden nicht mehr im bisher üblichen Rahmen statt, sondern werden weitgehendst dezentralisiert. An Stelle der größeren tritt eine Anzahl kleinerer Veranstaltungen. Mittelpunkt der Vortragsreihen, Arbeitsgemeinschaften, Arbeitskreise und Kurse sind also nicht mehr allein die Volksbildungsstätten oder die bisher hierfür bestimmten Räume. In den größeren Städten werden die Veranstaltungen vielmehr in Vororte, Bezirke oder Straßenvierte! gelegt. In den Landkreisen werden die Abende außer in den Kreisstädten auch in den Dörfern abgehalten, wenn wenigstens fünf bis zehn Personen regelmäßig daran teilnehmen. Diese Maßnahme ist von dem Leitgedanken getragen, daß die Volksgenossen nicht zum DDW. kommen, sondern dieses sie in ihrem Wohnort besuchen will, um seine Veranstaltungen durchzuführen. Durch diese
Büchertisch.
— „Die Welt aus der Windelperspektive." Ein Protestschrei! von Windolin Schnuller- feind. Einzig autorisierte Uehertragung ins Erwachsene von Walther Deneke, Verlag „Kleine Kinder", Lindau/Bodeni'ee. Preis RM. 1,50, —264 — Windolin Schnullerfeind, der „Vorsitzende" der„Säug- kingsfachjchaft", spricht zu uns und.. protestiert natürlich!— Walther Deneke begabt mit einem feinen Ohr für die Wünsche der „Sprachlosen", ist Schäper der vorliegenden Ausgabe in der „Erwachsenen- prache". Wir müssen ihm für diese lustige und iebenswerte Derseschmiederei dankbar fein.
— Erich Brauns: Berrima, Südsee- roman eines deutschen Ingenieurs. Globus-Verlag, Berlin, Preis geb. 3,80 RM. — (268) — Märchen- schöne Tropenlandschaft mit ihrem Zauber, ihren Gefahren und ihren noch unerforschten Geheimnissen ist Schauplatz der Handlung, der Held ist ein deutscher Funkingenieur, der unmittelbar vor dem Kriege in deutschem Auftrag in der Südsee — sowohl auf Neuguinea wie auf der Marshallinsel Nauru — drahtlose Stationen baute. Seine Arbeit mit den Farbigen vermittelt ein interessantes und oft vergnügliches Bild sowohl unserer deutschen Kolonialarbeit wie der damaligen, noch in den Kinder- schuhen steckenden Funktechnik. Bei Kriegsausbruch wird der Ingenieur von einem englischen Kreuzer ausgebracht und kommt als Kriegsgefangener nach Australien, bis er auf einem peftverseuchten russischen Transport-ampser heimkehrt.
ftsMeser und schauen stolz nach ihren hochbe- denen Wagen. Andere haben Rüben, wieder an- ire Obst. Lange Leitern starren uns entgegen und ringen oft als Hindernis an Wegkreuzungen alles ptn Stillstand. Kühe und Ochsen brüllen, sie haben jrnger. Auch die Tiere, die zu Haufe geblieben id, schreien nach Futter. Der Schäfer treibt seine
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speares Geisterreich beruft.
Und das Ende? Zwei Zwillingsbrüder vereinen sich mit zwei Zwillings'schwestern, Peter der sonnige, entführt das Findelkind Frene; Paul, der düstere, erringt sich im Zauberwald die Jägerin GeraDa. Ueber Menschenwitz und Kirchensatzung triumphiert in holder Romantik die Allgewalt der Liebe und die Allmacht der Lebensfteude.
Der Spiettsiter Wolfgang Liebeneier laßt Hauptmanns bilderreiche, glanzvoll funkelnde Verse in stark verkürzter Fassung-spielen, rückt die humorigen Gestalten in den Vordergrund, streut irom- scke Lichter über das Ganze und verwandelt so das Stück das im Buch als Schauspiel bezetchnet wird unversehens zu einem Lustspiel, wenigstens auf dem Papier. Zu einem Lustspiel freilich, an dessen Ende der Tod der Herzogin Ermlind steht. Rochus G liefe hat die bunten Bühnenbilder gedichttt. Räum voll goldener Romantik Landschaften, dtt von einem wirklichen Märchenhimmel überwölbt werden, zauberhaftes Dunkelblau von wirklichen, goldenen Lämmerwöl'kchen besät.
Die Schauspieler des Staatscheaters haben es in diesem undramatischen Spiel nicht leicht. ^Auch Käthe Gold, der „Tochter der Kathedrale , ist nur° ein Auftritt gegönnt, m dem sie von ihrer Verwandlung vorn Mädchen zum.liebenden Weibe leidensachfNch zeugen darf; hier ist sie hinreißend wie st während sie späterhin saft zueiner statuari- sck>en Erscheinung verurteilt wird. Wie es m den MÄchkn nur h-lle und dunkle Menschen g.bt, f° troqen auch Hauptmanns Gestalten alle ihre einmal^-, »"wandelbare Farbe^ Hannsgearg Lau- benthal als fid)tcr Peter. Franz Nrckl.sch ats &%.*-■
als İenÄAr°°He^°g° o°n Foix Schön und Einzug des Führers in Danzig. '
Da^tellerin findet. Mit Anstand M Westwall gezeigt.
W ® °dan - den Kanzler en AufklärerHeinrich Ludwig Neuner.
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Aber noch ist der Tag für den Bauern nicht be- rbet. Die Wagen müssen abgeladen, alles für den atiiem Tag hergerichtet werden, das Vieh muß f«n Futter bekommen, die Kühe müssen gemolken vpiden, und vieles andere ist zu erledigen. Dann eri setzt sich der Bcruer zum Nachtmahl nieder ... Nach kurzer Ruhe beginnt ein neuer Tag, der weder viel Arbeit bringt Das ist keine ländliche ütthe mehr, das ist das Lied stärkster Arbeit, das wr in diesen Tagen in allen Dörfern in uns auf» ' H.
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'bis 42^ sshrrfcht Werall Hochbetrieb.
(38), c, l« Me aber sieht das herbstliche Dorf erst zur bl) 60 WMxndzeit aus! Welch gefchäfttges Leben herrscht gllil ;bi auf den Straßen! Es ist manchmal ein Kunst- &N Ul' fck, sich durch die Menge der Fuhrwerke hindurch- Vziwinden. Das geht bis in die späte Nacht und --vrkt — weil keine Lampen brennen — fast ge- ktion. ftnstechaft.
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x , (40 ii I | tKU/l Cl, llinynuo S_/lll4|t'U4UU, uvt-n S 26 zochstum, für das tägliche Brot.
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Erich Grainger und Kolbenheyer gewonnen werden sollen. Ferner soll ein Abend unter dem Titel ,/Soldatische Dichtung der Gegenwart" stehen. Hierzu sollen drei Frontdichter eingeladen werden. Der Schweizer Dichter Jakob Schaffner wird einen Vortrag über das Thema „Die schweizerische ,
Eidgenossenschaft und das Dritte Reich" halten. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, der Ober- Vorgesehen find ferner (in Gemeinschaft mit der hessische Geschichtsverein, wie auch der Landschafts- Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde) zwei wissen- bunb Volkstum und Heimat haben ihr Arbeits- schaftliche Dorttäge. ^-Hauptsturrnftihrer S ch ä - Programm noch nicht festgelegt. N.
er als Leiter des Rassenp Eschen Amtes der lein wertvoller und geschätzter Helfer geworden, der NSDAP, des Gaues Hessen-Nassau der berufene sich durch seine vortrefflichen menschlichen Quali- Mann war. Im Oktober 1934 erhielt er mit Wir-1 täten, wie auch durch sein hervorragendes berufliches Können allgemeine Sympathie erworben hat. Dem Jubilar nachträglich unseren herzlichen Glück-
Rettungswache in Gießen, DRK.-Wachtführer Heinrich Pfeiffer, auf ein 40jähriges Wirken im Dienste des Roten Kreuzes zurückblicken. Den Weltkrieg machte der Jubilar, der feine ganze Dienft- zeit für das Rote Kreuz in Gießen verbrachte, vom August 1914 bis zum Schluß des Krieges im November 1918 als freiwilliger Krankenpfleger im Westen und im Osten mit. Durch seine Arbeit ist er vielen Volksgenossen in Stadt und Land allezeit


