furchtbarer Verwüstung. Die polnischen Truppen hatten das gesamte Vieh abgeschossen, Wohnhaus und Stallgebäude völlig demoliert, die Lebensmittel teils vernichtet, teilweise in ekelerregender Weise verunreinigt und unbrauchbar gemacht. Beide Jagdhunde des Försters lagen mit ausgeschnittenen Leibern in den Betten des Försterehepaares. Der 63jährige F ö r st e r war von den Polen andas Scheunentorgekreuzigt und von zahlreichen Schüssen durchbohrt. Ganz offenbar hatten die Polen ihn als Zielscheibe benutzt. Die sofort vorgenommene ärztliche Untersuchung stellte fest, datz der alte Wann
bellebendigemLeibeandas Scheunentorgenagelt worden war. VonselnerArSu fehlt jede Spur.
In Koselih fanden in einem Bauernhaus die deutschen Truppen vier Kinder im Alter von 5, 6, 6% und 8 Fahren von zwei verschiedenen Fa- mitten an einem Tische sitzend vor. Als unsere Soldaten näher herankamen, sahen sie, datz die vier Kinder mit ihren Zungen auf der Tisch - plattefe st genagelt waren. Die Kinder waren infolge dieser furchtbaren polnischen Schandtat erstickt.
aing sodann durch jeden einzelnen. Wagen des Transportes. An jedem Bett und bei jedem Verwundeten fragte der Führer nach Einzelheiten über die Schwere der erlittenen Verletzungen und ihre Ursache. DerFührer sprach mit den verwundeten Soldaten, denen man die übergroße Freude über diesen unerwarteten Besuch an den Augen ablas, seinen Dank für ihr tapferes Verhalten aus, und oftmals erinnerte er dabei auch an feine eigene Verwundetenzeit im Weltkrieg. Mit festem Blick und leuchtenden Augen antworteten die verwundeten Soldaten dem Führer auf feine Fragen. Aller Schmerz war in diesem Augenblick vergessen, da der Führer mitten unter ihnen weilte.
polen bricht die Genfer Konvention.
Neutschlands Ernte unter Nach und Fach.
Wehrlose deutsche Sanitätskompanie niedergemehett. - Den Schuh des Roten Kreuzes mißachtet.
Krone an der Brahe, 5. Sept. (DNB.) Wie soeben bekannt wird, haben in den Wäldern nördlich von Krone an der Brahe umherstreifende Teile der polnischen Kavallerie-Brigade Pomorskie am Montag gegen 18 Uhr eine deutsche S a n i t ä t s k o m p a n i e angegriffen und die Mannschaften und wehrlosen Verwundeten bis aus acht M a n n , die entkommen konnten, n i e d e r g e m e tz e l t. Sämtliche Gefallenen trugen die weiße Binde mit dem Roten Kreuz und waren entsprechend den Genfer Bestimmungen unbewaffnet, fo daß sie völlig wehrlos der polnischen Mordgier zum Opfer fielen, Obwohl alle Fahrzeuge der Sanitätskompanie groß untf deutlich sichtbar das Rote Kreuz auf weißem Grunde trugen, dieses Zeichen, das noch in jedem Kampf nach internationaler Uebereinfunft als unverletzlich geachtet worden ist, stürzten sich die Horden der Brigade Pomorskie mit Maschinengewehr- und Gewehrfeuer auf die Rot- Kreuz-Wagen, in denen deutsche Verwundete zurücktransportiert wurden. Obwohl der Führer der deutschen Sanitätskompanie eine große Fahne mit dem Roten Kreuz schwenkte, um die ihm anvertrauten Verwundeten zu schützen, schossen die Polen ihn erbarmungslos nieder. Sie stürzten sich auf die einzelnen Wagen, rissen die wehrlosen Verwundeten von den Tragbahren und metzelten sie nieder. Rur acht Mann der Sanitätskompanie gelang es, ins Unterholz der Wälder zu flüchten. Sie brachten die furchtbare Meldung nach Krone.
nicht wert find, als Kulturvolk gewürdigt und behandelt zu werden. Aber diese Mordbrenner und Banditen, diese Bestien in Menschengestalt wurden noch vor wenigen Tagen von Herrn Chamberlain als das ,edle Volk" bezeichnet, dem man als dem Bannerträger der menschlichen Frecheit und Würde zur Hilfe eilen müsse, und sie werden vom britischen Nachrichtenapparat als Hauptquelle für „Informationen" über die deutsche Kriegsführung benutzt. Mehr zu sagen ist überflüssig.
Ner Führer bei Verwundeten der Ostfront.
Führer-Hauptquartier, 5. September (DRB). Auf einem Bahnhof hinter der Ostfront, auf dem der Sonderzug des Führers kurzen Aufenthalt hatte, traf Dienstagmittag zur gleichen Zeit ein Verwundetentransportzug auf dem Wege von der Front nach dem Innern des Reiches ein.. Der Führer ließ sich sofort von dem Leiter des Transportes über Zusammensetzung des Zuges und Bestimmungsort Bericht erstatten und
Nach den letzten Meldungen des Reichsnährstandes waren am 26. August von der gesamten Getreideernte 8 2 v. H. eingebracht. Das ist ein Stand, der an der restlosen vollständigen glatten Ernteeinbringung keinerlei Zweifel mehr läßt und der hinter dem vorjährigen Stande nicht zurück- ble-ibt. Dieser erstaunliche Erfolg ist, wie in der NS.-Landpost festgestellt wird, in der Hauptsache dem rechtzeitigen umfangreichen Einsatz der notwendigen Hilfskräfte und ihren Anstrengungen zu verdanken. Beim Roggen waren es am gleichen Stichtage 94 v. H., beim Winterweizen 79 v. H.; die Wintergerstenernte ist schon seit langem vollständia eingebracht. Entsprechend dem natürlichen Verlauf , der Emteeindringung kommen die Sommergetreidearten etwas später dran. Auch hier aber sind es bei der Sommergerste schon 87 v. H., beim Hafer bereits 63 v. H. und beim Sommerweizen, der zuletzt einzubringenden Frucht 56 v. H. In den östlichen Landesbauernschaften ist die Ernteeinbringung am weitesten fortgeschritten. Auch weiter aber stehen die erforderlichen Hilfskräfte zur Verfügung, um die Landwirtschaft in ihren Anstrengungen zu unterstützen. Es besteht also kein Zweifel daran, daß die Rekordernte des Jahres 1939 auch vollständig geborgen wird und damit für die Sicherung der Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Brot und Futtermitteln in vollem Umfange zur Verfügung steht.
Mik den deutschen Truppen auf dem Vormarsch in polen.
Von unserem IA.-Sonderberichierstatier.
Ganz offenbar haben die polnischen Truppen von höherer Stelle Anweisung erhalten, das Zeichen des Roten Kreuzes nicht mehr zu achten. Eine deutsche Krankenschwester, die im Abschnitt Tuche! westlich Graudenz in einem in der Kampflinie liegenden Gehöft soeben gefangenen polnischen Verwundeten die erste Hilfe leistete, wurde, als sie i n ihrer Schwesterntracht und gekennzeichnet mit dem Roten Kreuz den Hof des Gehöftes überschritt, um für die Verwundeten Wasser zu holen, von polnischen MG.- Schützen skrupellos zusammengeschos- s e n. Üeber dem Gehöft wehte, weithin sichtbar, die Fahne des Roten Kreuzes.
Deutsche Luftwaffe achtet das Rote Kreuz.
Polnische Hetzmeldungen als niederträchtige Verleumdung erwiesen.
Berlin, 5. Sept. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur und die französische Havas-Agentur verbreiten Meldungen, daß deutsche Flieger einen Zug des polnischen Roten Kreuzes mit Bomben belegt hätten, obwohl er deutlich mit Rotkreuzabzeichen entsprechend der Genfer Konvention versehen gewesen sei. In einer anderen Havas-Meldung wird die Behauptung aufgestellt, in der Nähe von Lodz fei eine Kirche währe n d d e r Messe bombardiert worden, wobei ein Geistlicher und zahlreiche Gläubige verletzt worden seien. Schließlich verbreitete Havas mit gleicher Tendenz noch die Bombardierung einer Hilfs- bar a ck e von Pfadfindern neben drei Rotkreuzzügen in der Nähe von Warfchau.
Zu diesem erneuten Versuch, durch unverantwortliche Lügenmeldungen die öffentliche Weltmeinung davon zu überzeugen, daß die deutschen Kampfhandlungen in Polen gegen die auch von Deutschland in feierlicher Form bekräftigten Verpflichtungen des Völkerrechtes verstießen, wird von amtlicher deutscher Seite mitgeteilt, daß alle genannten Meldungen frei erfunden sind. Die deutsche Luftwaffe hat bekanntlich st r e n g ft e n Befehl, sich im Rahmen ihrer Kampfhandlungen nur auf militärische Objekte zu beschränken, so lange auch die Gegenseite an diesem Grundsatz festhält. Darüber hinaus wird die Respektierung der in der Genfer Rotkreuz-Konvention feftgelegten Bestimmungen a l s eine Selbst- v e r st ä n d l ich k eü t angesehen, die um fo weniger durch derartige offensichtliche Tendenzmeldungen in Zweifel gestellt werden kann, als bekanntlich gerade der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler feit Jahren der Weltöffentlichkeit Vorschläge zur Humanisie- r ft n g der Kriegführung unterbreitet hat, die in feinem jüngsten Befehl an die deutsche Wehrmacht ihre erneute Bestätigung findet.
Bestien in Menschengestalt.
Während die englischen Agenturen bereitwilligst die amtlichen polnischen Behauptungen über Kin- dervcrletzungen durch deutsche Flieger, abgeworfene Explosionsgasballons, vergiftete Zigarren und Bonbons, gasgefüllte Glaskugeln , zerstörte Mutter- gottesbilder und andere Lügen in alle vier Himmelsrichtungen verstreuten, während noch diese Greuelmärchen druckfrisch vor den Lesern der jüdischen Weltgazetten lagen, geschah in den Wäldern des nördlichen Korridorgebietes das Furchtbare: Die berüchtigte polnische Kavalleriebrigade Po- morskie griff einen unbewaffneten deutschen Verwundetentransport an, beschoß ihn mit Maschinengewehren und metzelte dann alle Verwundeten und Angehörige dieser deutschen Sanitätskompanie in viehischer Weise nieder. Die Polen haben durch diese grausige Tat erneut bewiesen, daß sie nicht gewillt sind, die Bestimmungen des Völkerrechtes undder Genfer Konvention des Roten Kreuzes zu achten. Sie haben sich damit selbst das Zeugnis ausgestellt, daß sie
„No Gchwekatowo —
• 2 Kilometer!"
Im befreiten Gebiet, September 1939.
„Sofort 3um Divisionsstab diese Meldung überbringen", brüllt der Hauptmann zu mir herüber. Rund zwölf Kilometer tief waren mir fchon ohne besonderen Widerstand in das polnische Gebiet eingedrungen. In einem Höllentempo ging es den schmalen Feldweg, der von anrückenden Truppen vollkommen ausgefüllt war, immer am Rande zurück. Winzige kleine Nebenwege mußte ich mir aussuchen, die von der anmarschierenden Truppe nicht benutzt wurden, um zurück auf reichsdeutsches Gebiet zu kommen. Hier hatte der Divis i o n s ft a b seine Zelte aufgeschlagen. Vorbei ging es an Bauerngehöften, die denen jenseits der Grenze wie ein Ei dem andern gleichen, vorbei an Menschen, die zu Tränen- gerührt vor ihren Häusern standen und uns immer noch nicht glauben wollten, daß dieses alte deutsche Land nun wieder deutsch ist. Nichts Polnisches war zu sehen, nichts, was daran erinnerte, daß noch vor wenigen Stunden dieses Land zum polnischen Staat gehört hat. Doch was ist das? „Do Schwekatowo — 7 km!" Ein symbolhaftes Andenken an den ersten Tag des Einmarsches-nach Polen. Ein Handgriff, das kleine verwitterte Schild ist meine Beute.
Im rasenden Tempo geht die Fahrt über die Trümmer der polnischen Grenzpfähle, welche die Raupen deutscher Panzerwagen zermalmt haben. Hier stehen lange, lange Reihen von Lastkraftwagen, die deutsche Infanterie nach vorn bringen sollen. Die Männer wissen, daß der Einmarschbefehl gegeben ist. Sie wissen auch, daß die ersten Panzer die Grenze überfahren haben. Jeden Augenblick kann nun für sie der Befehl kommen, der sie nach vorn bringt, der ihren Einsatz befiehlt. Gespannt blicken die Infanteristen jedem nach, der von vorn kommt, der ihnen etwas sagen kann, was an der Front los ist. Fest halte ich noch den polnischen Wegweiser in der Faust. Er ist das sichtbare Zeichen dafür, daß deutsche Truppen im polnischen Staatsgebiet find. Beim ersten Fahrzeug, das wir paffieren, wird das Schild hoch in die Luft gehoben. Die Männer können die polnische Aufschrift erkennen. Nun wissen sie Bescheid. Fast alle kennen solche Trophäen. Sie haben sie als Andenken aus dem Sudetenland und aus Böhmen und Mähren mit heim genommen. Im selben Augenblick, in dem sie die' polnische Aufschrift erkennen, beginnt ein Rufen und Händewinken. Der Bann ist gebrochen. Aus dem ruhigen Warten find sie in die Stimmung begeisterter Freude gekommen. Diese Freude pflanzt sich die ganze lange Kolonne fort bis zum letzten Wagen. Und im gleichen Augenblick, wo ich am letzten Wagen vorbeirase, fetzt sich die Kosonne in Bewegung, der Front zu, von wo man die dumpfen Abschüsse deutscher Artillerie hört. „Nach Schwekatowo — 7 kmr
Deutsche Panzer im Vorstoß.
..., Anfang September.
Die kraftvolle Wucht und die rasante Schnelligkeit, die den kühnen Stoß unserer Panzertruppen erfüllten, trafen den Gegner schwer und hart. Der Braheabschnitt wurde von den Panzern bereits Ende voriaer Woche erreicht, Kilometer auf Kilometer alten deutschen Kulturbodens wurden in einem atemberaubenden Tempo wieder in des Reiches Schirm und Schutz übernommen. Und wo sich gegen diesen unaufhaltsamen Willen Widerstand erhob, wurde er mit dem festen Griff dieser stählernen Kraft gebrochen.
Als an dem ereignisreichen Septembermorgen die Motoren der eisernen Kolonnen aufdonnerten, da ahnte die Welt, da wußte der Pole nicht, welche Waffe zum Schlage ausholte, zu einem Schlage, der hart und tief in des Feindes Front griff. Als sich im leichten Dunst eines fchon herbstlichen Frühnebels die Gleitketten ihren Weg über die aus blindem Haß geborenen Grenzen bahnten und ihre breite Spur in westpreußische Erde gruben, da
löste sich die ungewisse Spannung aller beteiligten Herzen, und das stolze, kühne Bild moderner Waffentechnik wurde zum mitreißenden Symbol für einen Willen, der nur noch den Einsatz, der nur noch das Vorwärts kannte. Und hinter diesem Wall von Eisen, von Maschinen, MG. und Kanone rollten die Kolonnen der motorisierten Verbände heran, geführt und bedient von Männern, die nun zum ersten oder aber schon zum soundsovielten Male jenen Rausch erlebten, der männliche Herzen in der Stunde letzter Bewährung unbezwingbar packt.
Wer vergißt je die Augen jener paar Männer, die, eingezwängt in die Enge ihrer Stahlkästen, einem ganzen feindlichen Bataillon die Stirn boten und nun ihre Aufgabe in stundenlanger Anspannung fo erfüllt hatten, wie Befehl und eigener Wille es ihnen auftrugen. Ein paar Kampfwagen, eine Handvoll Männer, ein klarer Auftrag — und hinter all dem der verwegene, harte Wille eines straffen jugendlichen Mannes, auf dessen Brust das spanische Kriegszeichen Aussage genug ist, das greift hinunter in die Herzen derer, die diesem Pendelschlag zwischen Tod und Leben zum erstenmal gegenüberfteben und reißt sie empor zum Siegen und Erfüllen. So ist auch der sichtbare Weg dieser Männer, die schon in den ersten Vormittagsstunden den Sprung in die Wälder vor der Brahe wagten, gezeichnet: dort pagen die zertrümmerten Eisen einer polnischen/PAK. in die Luft, hier färbte das Blut eines Pferdes den gelben Sandboden dunkelrot, und da künden weggeworfene Mäntel, Tornister, Kochgeschirre von der heillosen Flucht polnischer Soldaten. Niedergewalzte Kiefern, cufgeriffener Waldboden und die frischen, klaffenden Wunden an den Baumstämmen, aufgesetzt von den Garben der Maschinengewehre, zeigen die Faust des Krieges, der hier zugriff. Und die Grenzen aller Gegnerschaft löschen aus, wenn eine schlichte Wolldecke, eine graue Zeltbahn, ein paar grüne Zweige das Opfer dieses Griffes verhüllen.
So bahnten die Panzer den Weg durch die Wälder, die den Zugang zur Brahe sperren sollten. In ihrem Schutze rollen nun heran die Schützen, die Pioniere, um für die Kameraden vom Kampfwagen das natürliche Hindernis des Flußlaufes zu beseitigen. In dem schmalen Hohlweg zwischen dem dichten Kiefernwald mahlen sich die Räder durch den Sand. Doch Steigung und Sand sind zäher als diese Antriebskraft. Wie im Fieber arbeiten die Männer, der Schweiß rinnt unter dem Stahlhelm über den Staub der feldgrauen Röcke. Die Muskeln schwellen zu dicken Bändern, und mit Hau — Ruck wird Fahrzeug nach Fahrzeug, das in diesem aufgewühlten Sand zu erlahmen droht, auf festen Boden gefetzt. Ein schneller Sprung, und die Besatzung hockt wieder auf — dem Feind entgegen!
Die Panzer aber rollen zurück, um sich aufs neue bereitzustellen. Zurück geht auch die eigene Fahrt, und die Scherzworte, die von Kommenden und Gehenden in männlicher Herzlichkeit gewechselt werden, verraten mehr von der vertrauensvollen Stimmung, die alle hier treibt, als gewandte Zungen schildern könnten. Wieder geht es vorbei an der grauen Kette deutscher Soldaten, die, dienend ihrem Führer, ihrer ernsten, zu allem bereiten Pflicht entgegensetzen. Da und dort haben sie einen Polen aufgelesen, der nun verängstigt und verlegen in die lachenden Gesichter der „Feinde" schaut. Verlegen — ja, denn war ihnen nicht das Schlimmste von diesen „Tieren jenseits der Grenze" Tag für Tag, Stunde für Stunde erzählt worden? Man fühlt, vielen von diesen verwundeten oder gefangenen Polen brennt die Scham in den Gesichtern über die Lügen des Hasses und unritterlicher Unversöhnlichkeit! Sie sind einfache Menschen, die glauben, was chauvinistische Hetzer ihnen erzählen.
Steigt nicht jedem anständigen Menschen das Blut in den Kopf, wenn man erlebt, daß da ein Schulbube gefaßt wird, wie er gerade eine Strohmiete ansteckt und nun in seiner Angst den Befehl gesteht, den er von seinem — inzwischen natürlich schon längst entflohenen — Lehrer erhalten hat? Oder wenn man sieht, wie in blinder Eile die gehetzte Dorfbevölkerung mit ihrem armseligen Hab und Gut den deutschen Armeen entgegenflieht, weil
Englischer „Kriegsbericht".
Als die Engländer ihren ersten offiziellen Bericht über ihre Kampfhandlungen verfassen wollten, wa» ren sie in arger Verlegenheit. Denn einerseits verlangte natürlich das britische Publikum nach einem solchen Frontbericht, andererseits gab es aber von der Front nichts Rühmliches.zu melden. Wie die englischen Politiker, stellten sie also einen Kriegsbericht her, der als Kuriosum in die Geschichte eingehen wird. Nachdem in der bewußten Mitteilung des britischen Jnformationsministeriums Ö gesagt wird, daß die britische Luftwaffe enangriffe auf deutsche Kriegs» schiffe in Wilhelmshaven und Bruns» büttel durchgeführt habe, heißt es weiter: „Dabei sollen auf deutsche Schlachtschiffe auf Schilling-Reede verschiedene Treffer erzielt worden sein, die die Schiffe schwer beschädigten." Diese Ausdrucksweise scheint uns kaum vertrauens» erweckend für den britischen Bürger zu fein. Sie ist darüber hinaus auch objektiv falsch, denn es ist tatsächlich keine Bombe auf ein deut» s ch e s Schiff gefallen. Allerdings haben die Engländer insofern einen Treffer erzielt, als ein Teil eines abgehobenen britischen Flugzeuges beim Herabstürzen ein deutsches Kriegsschiff streifte.
In dem englischen Kriegsbericht heißt es dann weiter: „Bei Brunsbüttel will die britische Luftwaffe ebenfalls ein an der Mole liegendes deut» fches Kriegsschiff schwer beschädigt haben". Auch hier müssen wir das „will" in ein „w ollte" berichtigen, denn es ist bei der britischen Absicht geblieben. Und wenn schließlich das britische In» formationsminifterium sagt, daß der deutsche Gegenangriff „zu einigen Verlusten auf englisch.er Seite" geführt habe, fo stellen wir dazu ganz nüchtern fest, daß bisher mindestens ein Dutzend abgehobener britischer Bombenflugzeuge gezählt worden sind. Leider fehlt dann im englischen Kriegsbericht jeder Hinweis auf die erfolgreichen „Feind flüge", welche die englische Luftwaffe zwar nicht -gegen Deutschland, wohl aber gegen verschiedene neutrale Staaten wie Holland und Dänemark unternommen hat. Und doch deutet die Ueberfliegung des holländischen Hoheitsgebietes sowie die Bombardierung der dänischen Hafenstadt Esbjerg zwingend daraus hin, daß die englischen Flieger es bequemlichkeitshalber vorziehen, über neutralem Gebiet ihre Heldentaten zu vollbringen, statt über deutschem Boden, wo sie mit unseren Jägern und Flakartilleristen allzu ernsthaft rechnen müssen. H. Ev.
polnische Kanonen sie nicht schonen wollen? Oder glauben polnische Militärs wirklich, damit der deutschen Wehrmacht zu schaden? Preußische Soldatenausbildung lehrt, dem zu begegnen!
Neutschlands wirtschaftliche Rüstung.
Mit einer geradezu erstaunlichen Präzision hat in Deutschland auch die wirtschaftliche Vorbereitung auf den Ernstfall geklappt. Selbstverständlich spiegeln sich in dem Reichsbankausweis vom 31. August die durch die Zuspitzung der politischen Lage entstandenen besonderen Verhältnisse wieder. Die Einberufung vieler Wehrpflichtiger zu den Fahnen hat natürlich einen größeren Geldbedarf hervorgerufen, und auch die Umstellungen und Vorsorgungen, die die öffentliche Hand treffen mußte, wirkten in derselben Richtung. Aber die Tatsache, daß der Noten- umlauf sich nur um 2,1 Milliarden auf insgesamt 10,9 Milliarden erhöht hat, zeigt, daß Deutschland auch geldpolitisch besser gerüstet war als die reichen Demokratien, bei denen eine viel gewaltigere Aufblähung des Notenumlaufs stattgefunden hat. Die Mark hat sich als die stärkste Währung der Welt erwiesen. Die aus dem Ausland gemeldeten Erscheinungen — Angstabhebungen von Guthaben durch erschreckte Bürger — waren in Deutschland überhaupt nicht zu beobachten. Das deutsche Volk hat eine Disziplin bewiesen, die der Staatsführung ihre schwierige Aufgabe erleichtert und es fogar überflüssig gemacht hat, irgendwelche besonderen Maßnahmen auf dem Gebiet des Geld- und Bankwesens zu treffen, wie sie sonst aus allen Hauptstädten der Welt gemeldet werden.
Dieselbe Zuversicht und dasselbe Vertrauen zur deutschen Währung zeigten die Börsen; der Kapitalmarkt funktioniert reibungslos. Die krisenhaften Erscheinungen im Ausland haben uns in keiner Weise berührt, weil die deutsche Wirtschaft und ihre Führung seit langem auch auf eine kritische Zu» spitzuna eingestellt waren. Bei uns ist die Kriegs- wirtschaft keine Einrichtung, die ihre Entstehung erst der Not des Augenblicks verdankt hätte, sie ist von langer Hand vorbereitet. Die Festigkeit der Reichsmark steht außerhalb jeder Diskussion, weil ja die Preise und die Löhne im nationalsozialistischen Deutschland unbedingt gehalten werden, erst recht in einem Kriege. Von außen aber kann unsere Währung gar nicht angetastet werden. Eine straffe Organisation, wie sie besonders seit Anfang 1938 besteht, sichert die Lebens-, Schaffens- und Kampfkraft der Nation, die Reichsbank besitzt eine fo starke Stellung wie keine Notenbank der Welt sonst, und wir haben einen wirtschaftlichen Generalstab, wie wir ihn 1914 leider nicht hatten. In einem Kriege von längerer Dauer würden natürlich die Bedürfnisse der Rüstungsindustrie gewaltig anschwellen; auch im Weltkriege hat diese Industrie erst 1917 ihre höchste Leistung erreicht. Aber auch für die damit verbundenen allmählichen Umstellungen sind wir in jeder Weise gerüstet. Es ist auch keineswegs so, daß wir jemals wieder von aller Welt abgefperrt werden könnten wie im Weltkriege. Selbst im ernstesten Falle würden uns noch reiche Bezugsquellen zur Verfügung stehen. Besonders wichtig ist Sowjet-Rußland, aber auch nach vielen anderen Ländern, mit denen wir die besten Beziehungen unterhalten, kann uns kein Feind den Weg sperren.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Erttst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z.Z. abwesend), i. 23.: Or. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. 23.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. VIII. 1939: 8777. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuaspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.


