nüchterne Politiker nur einen Klnojatzken nennen, ist eigentlich wenig zu sagen. Er ist der jüngere, pflaumenweiche Klubpolitiker, der überall Schiffbrust erleidet. Nachdem er Hoare aus dem Kabinett verdrängt hatte und alleiniger Außenminister geworden war, ging er mit den alten reparaturbedürftigen Segeln der britischen Außenpolitik auf sein nächstes Ziel los: gegen Italien. Am 12. Oktober 1935 erklärte er, die Wirtschaftssanktionen müßten zum Erfolge führen, und setzte pathetisch hinzu: „Soweit die englische Regierung betroffen ist, kann ich versichern/wie wir begonnen haben, werden wir aushalten." Ach, England hielt nicht aus. Eden selbst mußte am 6. April 1936 sein Unvermögen eingestehen. Am 1. Juli hielt dann Eden in Gens den trauernden Abgesang auf den Sanktionskrieg. Im Amt blieb er noch bis zum
20. Februar 1938, nachdem er gesagt hatte, angesichts der „Diktaturen" müsse man zunächst Widerstand leisten und dann verhandeln. Die englische „Partei der Bischöfe und der alten Jungfern" hat diesen Hasser Deutschlands und Italiens aber immer noch als Stern betrachtet. Während des Spanien- konfliktes hielt Eden Reden, die Del ins Bürgerkriegsfeuer gossen. Gleichzeitig drapierte er sich als Kassandra und erzählte sowohl Briten wie Amerikanern, daß in Spanien die Gewalt, also Franco, nicht siegen dürfe und daß die autoritären Staaten mit dem Dolch im seidenen Taschentuch behandelt werden müßten. Am 29. März dieses Jahres gab sich der britische Rundfunk dazu her, eine Rede Edens zu verbreiten, in der er die autoritären Staaten als „Straßenräuber" beschimpfte. Der „Gentleman" hatte sich nackt gezeigt.
Vernichtende Abwehr des englischen
Lustangriffes auf
ilhelmshaven.
Wilhelmshaven, 5. Sept. (DNB.) Nachdem am Sonntag bereits englische Bomber und Aufklärungsflugzeuge sich der deutschen Nordseeküste genähert hatten, aber vorerst noch den außerordentlich stark geschützten Abwehrgürtel gemieden hatten, versuchten am Montagabend gegen 18 Uhr etwa zehn bis zwölf zweimotorige englische Bomber von dem modernsten Typ Vickers, einen Angriff auf die Mündung an der Jade, Weser und Elbe anzusetzen. Lange bevor die englischen Angreifer in Küstennähe waren, wurden sie bereits von dem mit äußerster Präzision, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit arbeitenden M e l d e d i e n st beim Küstenbefehlshaber gemeldet, so daß die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt werden konnte und die militärische Abwehr zu jedem Gegenschlag bereitstand.
Um 17.50 Uhr kamen die englischen Bomber i n den Bereich der Abwehrwaffen der Mündungen an Jade, Weser und Elbe und deutsche Jäger trieben die englischen Bomber systematisch in das Abwehrfeuer der Flak hinein. Hier empfing sie eine geradezu vernichtende Feuerzone der Flak und Flugabwehrmaschinenwaffen der Erdabwehr und der Seestreitkräfte der Küste. In dem hervorragend am Ziel liegenden Abwehrfeuer brach
der Angriff der englischen Bomber, die auch nicht annähernd ihr Ziel erreichen konnten, Mit schwersten Verlusten für den Gegner zusammen. Nur ein einziges englisches Flugzeug vermochte sein Ziel zu erreichen und stürzte, durch das fürcherliche Abwehrfeuer aller Waffen a b g e s ch o s- s e n, in den Hafen von Wilhelmshaven. Die englischen Bomber hatten über hauptk eine Zeit, ihre Bomben abzuwerfen. Insgesamt wurden mit Sicherheit acht abgeschossen, wahrscheinlich noch mehr. Die Besatzung eines engttschen Bombers, der sich an dem Angriff beteiligte, wurde gefangengenommen, nachdem der Pilot im Luftkampf getötet worden war.
Ohne auch nur den geringsten Schaden anrichten zu können, ist der englische Angriff mit den schwersten Verlusten für den Gegner, der fast völlig auf» gerieben wurde, abgeschlagen worden. Das hervorragendste Kennzeichen dieser Kampfhandlung war das ausgezeichnete Zusammenarbeiten der deutschen Jäger mit der Erdabwehr und der Abwehr der Kriegsschiffe. Dieser außerordentliche Abwehrerfolg hat die hervorragende Schlagkraft unserer Nords et - Küstenverteidigung bewiesen, und die gesamte Bevölkerung der Küste weiß, daß sie in diesem sicheren Schutz beruhigt ihrer Arbeit für Führer und Reich nachgehen kann.
Als erster einen Engländer abgeschossen.
Deutscher Flugzeugführer berichtet.
..... 6. Sept. (DNB. Funkspruch). Auf einem Einsatzflughafen der friesischen Küste. Der Flugzeugführer sitzt vor mir, der bei dem Angriff englischer Bomber in den Abendstunden des Montag den einzigen Bomber abschoß, der überhaupt bis an die Cuxhafener Hafen- anlagen herankam. Die anderen feindlichen Maschinen waren schon vorher vom Sperrfeuer der Schiff- und Landflaks und von unseren Jägern abgedrängt und dann zum großen Teil erledigt worden.
Der Flugzeugführer erzählt: „Ja, gegen 18 Uhr wurden wir alarmiert. Schnell- st art — in 1 Vz Minuten waren wirweg. Richtung Feind. Endlich ginge nun losl Es dauert nicht lange, da erreicht unser Verband Wilhelmshaven. Ueber Hafenanlagen und Werften nichts zu sehen. Also fliegen wir weiter Jade abwärts, wo wir durch den Motorenlärm Flakschüsse hörten und uns auch gemeldet wurde, daß dort noch besonderes für uns zu tun sei.
Eine Kette unbekannter Flugzeuge sah ich im Abdrehen — hinter und zwischen ihnen lagen die Schüsse der Flak, die ihr Feuer einstellten, als wir herangekommen waren. Die Kette war in die Flakschüsse eines unserer Kriegsschiffe geraten, das wir bald darauf überflogen. Soviel ich sehen konnte, lagen
zwei Maschinen i m W a s s e r — zweimotorige Bomber — von denen der eine brannte.
Wir kurven darüber. In größerer Entfernung sehe ich dann plötzlich noch einen Tommy, wieder einen zweimotorigen Bomber.Unser Verband dreht darauf zu. Der Derbandsführer setzt sich über ihn, war aber noch weit entfernt. Ich lag näher dran und jagte ihn. Ich hatte ihn gut im Visier und jagte ihm Schüsse hinüber. Der Schütze des Tommy antwortete. Ich erkannte den Bomber nun ganz genau, sah auch die Männer darin gut vor mir. In Kurven waren wir bis weit über die Jade geraten. Ich hatte die feindliche Maschine immer weiter heruntergedrückt.
Es läßt sich wenig über das Treffen meiner Schüsse sagen. Jedenfalls sah ich plötzlich — mir waren schon ein Stück von der Küste weg — daß aus seiner linken Tragfläche oder dem linken Motor Flammen schlugen. Das Flugzeug stürzte auch gleich darauf brennend auf das Wasser und war in Sekundenschnelle versunken.
Der deutsche Flugzeugführer, dessen Maschine bis auf einen Flächentreffer völlig unversehrt blieb, stammt aus Weißenburg bei Nürnberg und ist 26 Jahre alt. Er darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, als erster einen Tommy abgeschossen zu haben.
Italien voll Bewunderung für die (Warle Entschlossenheit des deutschen Volkes.
R. G. Rom, 5. September.
Italien bewundert die stahlharte Entschlossenheit, mit der sich das deutsche Volk in diesen schicksalsschweren Stunden um seinen Führer schart, um seine Rechte zu verteidigen. Durch die am Montag veröffentlichten Einzelheiten der Bemühungen um die Erhaltung des europäischen Friedens hat das italienische Volk Aufklärung darüber erhalten, in welch böswilliger Weife diese Bemühungen zu Fall gebracht worden sind. Auch das anfängliche Eingehen Englands und Frankreichs auf die Anregungen des Duce hat sich im Endeffekt als ein Schein- manöoer erwiesen. Denn sobald die Bereitwilligkeit des Führers unter den von ihm aufgestellten Bedingungen vom Duce den Regierungen Englands und Frankreichs bekanntgegeben worden waren, machten die Westmächte ihre endgültige Zustimmung zu einer Konferenz mit dem Ziel oer Revision des Diktates von Versailles von der Erfüllung einer Forderung durch Deutschland abhängig, die, wie ,^Jl Lavoro Fascista" sagt, i n das Reich der Utopie zu verweisen war.
Einstimmig urteilt die öffentliche Meinung in Italien, daß die an Deutschland gerichtete Forderung, die Truppen aus Polen auf ihre Ausgangspunkte an der Grenze zurückzuziehen, unvereinbar gewesen sei mit dem Ansehen eines schon im Kampfe stehenden Staates. Ueberdies dürfe dabei nie übersehen werden, daß das Eingreifen Deutschlands mit den Waffen durch eine Reihe von polnischen Gewalttaten gegen die deutsche Minderheit, durch wiederholte Provokationen und durch Grenzverletzungen verursacht worden sei. Es habe auf der Hand gelegen, daß das Aufwerfen einer derartigen Forderung den Mangel eines ehrlichen Willens zu Verhandlungen beweise. Die gegen den Krieg im Entstehen begriffene Schranke ist von den Westmächten sofort wieder niedergerisfen worden. Man sieht in Italien vor allem in E n g l a n d den Verantwortlichen hierfür. Denn von Frankreich sei doch ein ernster Wille zur Versöhnung bewiesen worden, was auch für die Allgemeinheit durch die eilige Erklärung des Kriegszustandes durch England sechs Stunden vor Frankreich erkenntlich geworden ist.
In der gesamten römischen Presse legt man besonderes Gewicht auf die Feststellung, daß Italien bis zum letzten Augenblick um die Erhaltung deseuropäischenFriedensbemühtwar
und die Verantwortung für das neue über die Menschheit gekommene Unheil vor der Geschichte nun England zufällt. Italien trete nun aber nicht etwa von der politischen Schaubühne ab. Gewehr bei Fuß würden die weiteren Ereignisse abgewartet, und, wie der „Popolo d'Italia" einflicht, mit den Ereignissen die Befehle des Duce. — Auch Gayda betont im „Giornale d'Italia", daß Italien zugegen und wachsam bleibe, um alle italienischen Interessen zu schützen und dem Verlauf der Ereignisse jene Richtung zu sichern, die geeignet sei, Europa den wahren Frieden auf der Grundlage der Gerechtigkeit zu geben und das Erreichen dieses Zieles zu beschleunigen. — „Lavoro Fascista" sagt, das in Gang gekommene Duell sei riesengroß und werde wahrscheinlich sehr lange dauern. Aber niemand könne glauben, daß es nach antiker Art auf zwei Hauptpersonen beschränkt bleiben werde. Auch andere Hauptpersonen zähle Europa, unter ihnen in vorderster Front It a I i e n. Auch Italien habe Probleme zu lösen und werde daher i m geeigneten Augenblick auch ein Wort mitreden.
Im Mittelpunkt der Betrachtungen der italienischen Presse steht der letzte Vermittlungsversuch des Duce. Es wird in der Presse lebhaft bedauert, daß seine Anstrengungen am Widerstand Frankreichs und Englands gescheitert sind, die für die Teilnahme an der internationalen Konferenz d i e Räumung der unterdessen bereits von den deutschen Truppen besetzten Gebiete verlangten. Diese Bedingung erschien selbst der italienischen Regierung so ungeheuerlich, daß sie sich darauf beschränkte, sie dem Führer zur Kenntnis zu bringen. Es wird nochmals betont, daß die italienische Außenpolitik schon seit zwanzig Jahren die Revision von Versailles zu ihrem Leitgedanken gemacht hatte, und das in voller Ueberein= stimmung mit Deutschland. Seit diesem unglückseligen Vertrag hätten die Völker Europas in Angst zwischen Krieg und Frieden gelebt, mit ungeheurem Nachteil für die Wirtschaft und die Politik. Nachdrücklich wird darauf hingewiesen, welche Versuche Mussolini und der Führer gemacht hätten, um der Menschheit die Kriegsgeißel zu ersparen. Das halbamtliche „Popolo d'Italia" schreibt: „Eines ist sicher, nämlich, daß das neue Europa nicht aus einem neuen Versailles hervorgehen wird. Die polemische Begründung, igit der England sich
Deutsches Kampfflugzeug über polen.
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In den wenigen Tagen der Kampfhandlungen hat sich die deutsche Luftwaffe die völlige Beherrschung des polnischen Luftraumes erkämpft. In zunehmendem Maße wird durch die Luftangriffe auf feindliche Marsch- und Eisenbahnkolonnen ein planmäßiger Rückzug des Gegners vereitelt. — (Scherl-Bilderdienst-Platzek-M.)
Aktuelle Geographie
Bei P l e ß wurde am 4. September das Überschreiten der oberen Weichsel gemeldet. Pleß ist ein Kreisstädtchen von etwa 8000 Einwohnern, wo sich im Weltkrieg lange das Hauptguartier befand. Es hatte im Schloß des Fürsten von Pleß Wohnung genommen. Jenseits der Weichsel wurde Vialla erwähnt, das mit der Schwesterstadt Bielitz eine alte deutsche Webersiedlung ist; noch heute ist die Textilindustrie von Bielitz-Bialla bedeutsam und ein starker volksdeutscher Einschlag — auch in einzelnen Bauerndörfern der Umgebung — hat sich kräftig erhalten.
- In Tarnowitz wurde die Reichsflagge bereits gesetzt. Die Stadt liegt an der Bahn Breslau— Oels—Kattowitz und zählt etwas über 17 000 Einwohner, von denen nach der polnischen (!) Volkszählung gute zwei Drittel volksdeutsch sind. Bei allen oberschlesischen Städten gibt die unmittelbare Einwohnerzahl keine richtige Dorstellung ihrer wirklichen wirtschaftlichen Bedeutung, weil die Arbeiterschaft vielfach in Industrie-Landgemeinden wohnt. Südöstlich von Tarnowitz erstreckt sich die Tarno- witzer Höhe mit reichen Kohlen- und Erzvorkommen. Die Entfernung- nach L^ahütte beträgt 17, nach Kattowitz 26 Kilometer. S i e r a d z an der Warthe ist ein kleines Kreisstädtchen von 10 000 Einwohnern und liegt bereits in der Wojwodschaft (Provinz) Lodz. Die Entfernung Sieradz—Lodz beträgt in der Luftlinie nur noch 35 Kilometer. Im Lodzer Gebiet leben rund 300 000 Volksdeutsche, die in letzter Zeit schärfster Bedrückung ausgesetzt waren. Die im Bericht vorn 5. September genannte Sa kwa, die deutsche Truppen in Verfolgung der auf Krakau zurückweichenden Polen erreicht hatten, ist ein rechter Nebenfluß der oberen ^Weichsel, an dem die ebenfalls genannte Stadt Wadowice liegt. Jaw orzno findet man etwa 10 Kilometer südöstlich von Myslowitz.
Nun kommen wir zum Korridor. Berent liegt an der Verbindungsbahn Schlawe—Bütow—Hohenstein, 40 Kilometer von Bütow und 53 Kilometer von Hohenstein entfernt. Hohenstein ist eine Station an der Hauptstrecke Dirschau—Danzig. Kulm, wo deutsche Truppen unter den Augen des Führers die Weichsel überschritten, liegt — ebenso wie Grande nz — auf dem erhöhten rechten, also östlichen Ufer der Weichsel. Die Stadt ist neben Thorn die älteste Anlage des Deutschen Ritterordens in Preußen, ihre Rechtsfatzung wurde für alle deutschen Stadtsiedlungen im Weichselland vorbildlich. Die Befestigungen von Graudenz wurden genommen. Dort, im Nord osten der Stadt, liegt auch die Feste Courbiere, die der 74jährige preußische General 1806 ebenso mutig verteidigte, wie Gneisenan Kolberg. In einer Kasematte von Graudenz saß übrigens 1838/39 Fritz Reuter, wozu „Ut mtne Festungstiü" zu vergleichen ist. Graudenz ist eine Stadt von 50 400 Einwohnern. Bromberg, eine Stadt, die ihren Ursprung ebenfalls deutscher Gründung verdankt und 1346 deutsches Recht erhielt, zählt heute etwa 120 000 Einwohner. Ihre Lage an Brahe und Bromberger Kanal, der Ober- und Weichsel-Gebiet verbindet, macht die Stadt zu einem wichtigen Industrie- und Handelsplatz.
Die Kreisstadt M l a w a , etwa 20 Kilometer südlich der ostpreußischen Grenze, die deutsche Truppen im Sturm nahmen, zählt etwa 20 000 Einwohner. P r z a s n y s z , das schon am 4. September von den deutschen Truppen genommen wurde, hatte in den Feldzügen 1914/15 ausgesprochen strategische Bedeutung, bis die Armeegruppe Gallwitz die Zarenarmee in der Schlacht von Przasnysz (13. bis 17. Juli 1915) über den Narew zurückwarf. Das Städtchen liegt bereits in der Wojwodschaft (Provinz) Warschau. Die Luftlinienentfernung bis zur Hauptstadt beträgt nur etwa 85 Kilometer.
bis zum letzten Augenblick vor der Welt zu recht- fertigen suchte, hat die Italiener nicht überzeugt. Gegenüber den rednerischen Kundgebungen der demokratischen Regierungen hat das italienische Volk mit Spott den Eintritt Edens, den Vertreter der Sanktionspolitik, in die neue englische Regierung verzeichnet. Dagegen blickt das italienische Volk voll stolzer Bewunderung auf die prachtvolle Geschlossenheit des deutsche n Volkes, das sich eng um den Führer schart und entschlossen ist, auf der einen Seite fein Recht zu verteidigen und auf der anderen Seite die Anmaßungen der Demo-Plutokratie auf die Knie zu zwingen."
^Rumänien will sich strikt neutral verhalten.
Bukarest, 4. Sept. (Europapreß). Die Nachricht von der Zuspitzung der politischen Lage wurde in Rumänien mit verhältnismäßiger Ruhe auf genommen. Amtliche Stellungnahmen sind noch nicht zu erhalten. Man hört lediglich, daß sich an der strikt neutralen Haltung Rumäniens nichts ändere. Die offiziöse „Romania" schreibt: „Indem wir Liebe und Mitleid für alle Menschen, die bluten und leiden müssen, aufbringen, werden wir uns hüten, uns in d i e fürchterlichen Auseinandersetzungen zu mischen. Die kleinen Völker erweisen der Menschheit einen ungeheuren Dienst, wenn sie ihre kleinen Reibereien, die nur sekundäre Erscheinungen in der Architektur des großen Prozesses sind, späteren Zeiten überlassen." Wie man hört, herrscht auch in So - f i a, der Hauptstadt Bulgariens, die gleiche Neu- ttalitäts-Stirnmung.
Griechischer Dampfer auf Mine gelaufen.
Berlin, 4. Sept. (DNB.) Im Oeresund ist südlich vom Feuerschiff „Falsterbo Riff" der griechische Dampfer „Kosti" (6853 Tonnen), der von Leningrad nach Antwerpen unterwegs war, auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung von 29 Personen verließ das Schiff im sinkenden Zustand. Getötet aber verletzt wurde niemand. Die Besatzung wurde von einem anderen Dampfer übernommen und nach Malmö gebracht. Die dänische Agentur „Ritzau" bemerkt dazu in einer Meldung aus Malmö, daß dieser Dampfer das erste Opfer der deutschen Minensperre des Oeresun- des sei. Von deutscher Seite wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsregierung durch Noten allen in Frage kommenden Regierungen mitgeteilt hat, daß und wo deutsche Minen aufgelegt würden. Ferner ist durch Rundfunk in allen internationalen Sprachen das gleiche bekanntgegeben worden, wobei auch auf die
Derlustziffern in mäßigen Grenzen.
Benachrichtigung der Angehörigen erfolgt sofort.
Berlin, 4. Sept. (DNB.) Es'wird amllich mit» geteilt, daß den Angehörigen von Soldaten, die in den Kämpfen in Polen gefallen sind, sofort eine Benachri.chtigung durch den Truppenteil zugeht. Es wurde bereits in diesen Tagen entsprechend verfahren. Die Verlust- Ziffern halten sich in mäßigen Grenzen. Angehörige, die einige Tage ohne Nachrichten von Soldaten bleiben, brauchen sich deshalb nicht zu beunruhigen. Gewisse Verzögerungen im jetzt erst zugelassenen F e l d - post verkehr sind besonders bei einem derartig schnellen Vormarsch, wie es in der letzten Zeit der Fall war, unausbleiblich.
Notwendigkeit hingewiesen wurde, daß die Schiffe in den in Frage kommenden Gebieten Lotsen an Bord nehmen. Schließlich ist der Dampfer noch unmittelbar kurz vor dem gefährdeten Gebiet von deutschen Seestreitkräften gewarnt worden, drehte auch zunächst ab, nahm dann aber trotz der Warnung Kurs auf das gefährdete Gebiet und lief, wie nicht anders zu erwarten war, auf.
König Leopold unterstreicht stritt neutrale Haltung Velgiens.
Brüssel, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der König der Belgier richtete am Montagabend über den Rundfunk einen Appell an das belgische Volk, in dem er abermals den belgischen Neutralitätsstandpunkt unterstrich. Wenn Belgien, so führte König Leopold u. a. aus, ein Recht zur Respektierung seiner Neuttalität haben solle, so müsse es sich ebenfalls der damit verbundenen Pflichten der Loyalität und der moralischen Haltung auferlegen. Von jedem werde daher gefordert, s i ch äußerste Disziplin aufzuerlegen, die eine strikte Neutralität erheischt. Die gesamte Nation müsse durch eine würdige und überlegte Haltung die Regierung in ihrem festen Entschluß, das Land aus einem Konflikt herauszuhalten, unterstützen und ihm die Fortsetzung seiner friedlichen Bemühungen zu gewährleisten. Der König gab einen Tagesbefehl heraus, nach welchem er heute den Oberbefehl über d ie Armee übernimmt.


