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Aus aller Welt.

Das Deutsche Gtädtebuch.

Im Winter 1934/35 wurde vom Deutschen Gemeindetag und der Vereinigung der landes- gcschichtlichen Kommissionen Deutschlands die Her­ausgabe des Deutschen Städtebuches als eines Handbuches städtischer Geschichte be­schlossen. Der erste Band ist jetzt erschienen. Zur Bearbeitung der einzelnen Stadtgeschichten wurden die Stadtarchivare und Gelehrte herangezogen, die mit der Geschichte des Landes besonders vertraut waren. Der erste Band enthält alle Städte in den Provinzen Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Schlesien und im Gebiet der Freien Stadt Danzig. Es sind 582 Städte, deren Geschichte von 185 Forschern bearbei­tet worden ist. Der zweite Band, der die Städte in Land und Provinz Sachsen, in Thüringen und Niedersachsen umfaßt, soll im Herbst herauskom­men. Das Städtebuch bietet zum ersten Male wissenschaftlich erarbeitete und geprüfte Angaben über die Geschichte aller deutschen Städte bis 1933.

Radwandern.

Der technische Leiter der Reichsgemeinschaft für Radwegebau, Dr. Schacht, gibt in derStraße" eine interessante Uebersicht über die Entwicklung des Fahrradverkehrs, wonach nicht nur der sog. Berufs­radfahrverkehr, sondern vor allem auch der Rad­wanderverkehr eine steigende Tendenz auf­weist. Man rechnet im Reich mit 20 Millionen Radfahrern. Das bedeutet, daß bei einem Weltbe­stand von etwa 60 Millionen Rädern ein Drittel bei uns rollen. Im Durchschnitt macht der Sonn- tagsradverkehr etwa 50 bis 70 v. H. des Wochen­tagsverkehrs, also des Berufsverkehrs, aus. Wichtig für die Förderung des Rcrdwanderverkehrs ist es, daß man die Radtouren, wie sie in Führern und Karten ausgearbeitet sind, auch im Gelände fest- tegt, am zweckmäßigsten durch Ausbau eigener Radwanderwege, Anordnung von Rast- und Bade­xlätze sowie Unterkunftshütten.

Deutsches Segelflugzeug blieb 48'/- Stunden in der Luft.

Der NSFK.-Truppführer Füh ringer von der NSFK.-Gruppe 17 (Wien) startete zusammen mit dem NSFK.-Scharführer Hofmann am Sams­tag, l.Iuli, 12.42 Uhr, auf dem Gelände Spitzer­berg bei Wien. Die Flugzeugführer blieben bis Montag, 3. Juli, 13.30 Uhr, in der Luft. Die Ge- samtflugdauer beträgt 48 Stunden 38 Minuten. Die Landung wurde durch das Abflauen des Windes erzwungen. Geplant war ein Flug von 60 Stun­den Dauer. Das benutzte Segelflugzeug war ein Doppelsitzer vom MusterGövier".

Ein Vlockwärter vom Zug überfahren.

Auf den Schienen der Bahnstrecke Aschaffen- bürg Lohr wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Die Feststellungen ergaben, daß es sich bei dem Toten um den das Blockhaus Beilstein be­

dienenden Blockwärter Glöckler handelt. Glöckler hatte sich während seiner dienstfreien Zeit nach Lohr begeben und zum Rückweg die Gleise benutzt, wobei er von einem Zug erfaßt und getötet wurde.

Autobusunglück auf der Glocknerstraße.

Auf der Großglocknerstraße zwischen F^sch und Ferleiten geriet ein Autobus, der mit Schüle­rinnen aus Wien besetzt war, ins Schleudern und prallte an die Straßenböschung. Dabei wurde eine Reihe von Mädchen herausgeschleudert. Eines von ihnen fand den T o d, sechs wurden schwer verletzt. Der Fahrer befindet sich in Haft.

Chefpilot Kalkstein tödlich verunglückt.

Aus dem Flugplatz Böblingen bei Stuttgart stürzte der Chefpilot der Klemm-Flugzeugwerke, Helmut K a l k st e i n , der auch durch die erfolg­reiche Teilnahme an vielen fliegerischen Wettbewer­ben bekannt geworden ist, auf einem Dersuchsflug aus bisher noch nicht geklärter Ursache aus etwa 500 Meter Höhe ab.

Reichswertungsfingen 1940 in Frankfurt.

Der Deutsche Sängerbund veranstaltet im Jahre 1940 ein großes Reichswertungs­singen. Auf der 5. Nürnberger Sängerwoche wurde beschlossen, dieses Reichswertungssingen vom 2. bis 4. Mai 1940 in Frankfurt abzuhalten. Zu diesem edlen Gesangswettstreit werden nur die besten Vereine zugelassen werden.

Ehrenfenator der Technischen Hochschule Darmstadt.

Der Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt hat auf Antrag der Abteilung für Maschinenbau Direktor Kurt Schnevoigt, 1. Vorstandsmit­glied der Voigt & Häfner AG. Frankfurt a. M., in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung wärmetechnischer Lehre und Forschung die Würde eines Ehrensenators verliehen.

Erdölquelle bei Florenz.

In Pietramala bei Florenz wurde in einer der Sonden zur Aufsuchung neuer Methangas-Vorkom­men das Vorhandensein von Erdöl fest- gestellt. Das Petroleum befindet sich in einer Tiefe von 800 Meter. Am Tage der Auffindung der Erdölquelle konnten etwa 1000 Liter dieses kost­baren Brennstoffes gewonnen werden.

Neues Grohfeuer in England.

In der mittelenglischen Stadt N e w c a st l e in der Grafschaft Chester brach in der Hauptgeschäfts­straße ein Brand aus und erfaßte innerhalb kurzer Zeit einen Gebäudekomplex von dreistöckigen Ge­schäftshäusern. Ein großes Möbelgeschäft brannte vollständig aus; ein anderes Geschäft wurde eben­falls fast völlig vernichtet. Feuerwehren aus Nach­barstädten mußten zur Bekämpfung des Brandes herangezogen werden.

Wolkenbruch in Kentucky.

Der Triplettfluß schwoll durch einen Wolkenbruch derart an, daß plötzlich eine reißende Flutwelle entstand, die in dem Ort Morehead im nord­

amerikanischen Bundesstaat Kentucky über 10 0 Häuser fortriß. Die Zahl der Opfer der nächt­lichen Flutkatastrophe beträgt 48. Durch'die Wol­kenbrüche stiegen die Wasser innerhalb einer Stunde um nahezu fünf Meter. Sie überschwemmten die Straßen so schnell, daß vielen aus dem Schlaf ge­weckten Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten wurde.

Gewitterregen überschwemmt eine Pariser Ausstellungshalle.

Einer der größten Pariser Ausstellungspaläste, in dem seit der Weltausstellung vom Jahre 1937 eine Sonderausstellung über die neuesten Ent­deckungen in der Welt gezeigt wird, ist einem Gewitterregen zum Opfer gefallen. Durch Bogen und Dächer drang der Regen in Strömen in die Ausstellungshalle. Zahlreiche Feuerlöschzüge konnten nicht verhüten, daß viele wertvolle Instrumente durch das Wasser zerstört wurden.

400 pferbe von Bremsen überfallen.

Die 400 Pferde des ungarischen Gestüts Bugac wurden von einem Riesenschwarm von Bremsen überfallen. Die überraschten Tiere liefen in alle Richtungen auseinander. In den umliegen­den Ortschaften, durch die sie mit einer Geschwin­digkeit von 50 Kilometer rasten, entstand große Erregung. Bis zum Abend gelang es, 250 Pferde mit Lassos wieder einzufangen, nachdem die Po­lizei die Zufahrtstraßen aller Dörfer abgesperrt hatte. Gegenwärtig wird noch eine wahre Treib­jagd nach den restlichen 150 Tieren geführt.

Englische Reservisten unter Lustmorbanklage.

Die Manöver in dem Reservistenbager Thursley, in der Grafschaft Surrey, wurden am Mittwoch plötzlich abgebrochen und sämtliche Lagerinsas­sen in voller Feldausrüstung zu einer polizei­lichen Inspektion befohlen, nachdem in der Nacht vorher an einer Frau, die in Begleitung von Soldaten gesehen wurde, ein Lu st mord ver- ü b t worden war. Sechs Reservisten wurden ver­haftet; noch am Abend wurden drei von ihnen unter Mordanklage gestellt.

Der Schah in der Mauer..

Ganze Viertel alten Häuser werden in Mai­land abgerissen und nach dem neuen Stadtplan wieder aufgebaut. Auf einem dieser Arbeitsplätze erschien dieser Tage ein alter Herr mit einem Poli­zeibeamten und stellte mit Genugtuung fest, daß noch der Mauerrest eines Hauses stand, in dem er früher gewohnt hatte. Er ließ die Mauer ausdrechen und förderte eine eiserne Kassette zutage, in der sich Gold- und S i l b e r m ü n z e n so­wie Schmucksachen im Werte von rund 300000 Lire befanden. Der Besitzer des Schatzes ist ein wohlhabender Fabrikant, der vor Jahren infolge von Zwistigkeiten mit feiner Familie nach Frank­reich aus gewandert war, vorher aber diesen Schatz ohne Wissen seiner Verwandten eingemauert hatte' um in der Not etwas zu haben. In der Fremde ging es ihm so gut, daß er nicht mehr an den Schatz dachte, bis er in der Zeitung rom Abbruch der Häuser las und schleunigst in die Heimat eilte, um seinen Besitz vor dem Zugriff Unberufener zu retten.

Witterungsvorhersage für die Zeit vom 6. bis 15. Juli. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für lang­fristige Witterungsvorhersage des Reichswetter­dienstes Bad Homburg am 5. Juli, abends.

Im Osten des Reiches, in Ostpreußen, Schlesien und der Ostmark, wahrscheinlich auch im Protek­torat Böhmen und Mähren, in den nächsten zehn Tagen überwiegend heiter, warm bis sehr warm und trocken, nur kurz vorübergehend Störungen meist gewittriger Art. Gesamtsonnenscheindauer in diesen Gebieten meistens größer als 80 Stunden, vielfach, besonders in tieferen Lagen der Ostmark, über 90 Stunden. Zahl der Tage mit Niederschlag meistens zwei bis vier, stellenweise bis zu fünf.

Im übrigen Reichsgebiet Wechsel zwischen mehr­tägigen Abschnitten bewölkten, zu Gewittern und Regenfällen neigenden Wetters und mehrtägigen schönen und trockenen Zeitspannen. Zahl der Tag'e mit Niederschlag im Nordwesten und äußersten Westen sowie am Nordrand der Allgäuer und Bay­rischen Alpen manchenorts bis zu sechs, sonst im allgemeinen jedoch unter fünf.

Im ganzen Reich Temperaturen im Durchschnitt der nächsten zehn Tage über dem Regelwert. Die Tageshöchsttemperaturen werden wiederholt 30 Grad übersteigen, so besonders im Tiefland Schlesiens, Mährens und der Ostmark.

Wetterbericht

Die in der letzten Nacht von Westen vorgestoßene Kaltluft brachte Westdeutschland und damit auch unserem Gebiet schauerartige Niederschläge, die vielfach gewittrigen Charakter annahmen. Der nach­folgende Luftdruckanstieg wird vorübergehend Wet- terveruhigung bringen, doch wird der Einfluß der atlantischen Störung auf unser Wetter späterhin wieder zuyehmen, so daß dann mit dem Uebergang zu leicht unbeständigem Wetter gerechnet werden muß.

Vorhersage für Freitag: Vielfach auf­geheitert, späterhin Bwölkungszunahme und Aus­kommen leichter Unbeständigkeit. Zunächst nur ge­ringe Niederschlagsneigung. Temperaturen etwas kühler, als bisher. Winde um Südwest, später auf West drehend, zeitweise lebhaft.

Vorhersage für Samstag: Leicht un­beständiges und wechselhaftes Wetter mit Neigung zu einzelnen Schauern.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. 7). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs­preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illu­strierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. Juli, nachmittags 3% Uhr,

Gießen, (Lonystraße 20), Beeskow, den 6. Juli 1939.

vom Sterbehause Gießener Strane 80 aus statt

4746D

4754V

Gießen-Wiesede, Leihgestern. Friedberg, Reichelsheim (Wetterau).

den 6. Juli 1939.

Nach langen schweren Leiden entschlief im Alter von

69 Jahren

Herr Emil Horst

Die Beerdigung findet auf Wunsch des Heimgegangenen

in der Stille statt.

Anna Horst, geb. Keiser

Familie Karl Horst

Familie Heinrich August Horst

Familie Hermann Horst

Familie Reg.-Vet-Rat Dr. Bontz

Frau Auguste Keiser, geb. Eckhardt.

Todesanzeige.

Am 5. Juli, vormittags 814 Uhr. entschlief sanft nach langem Leiden

unser lieber, treusorgender Vater. Schwiegervater, Großvater. Urgroß­

vater, Schwager, Onkel und Pate

Herr Johannes Kreiling

Rangiermeister i. R.

im 78. Lebensjahre.

Bei nervösen Herzbeschwerden geholfen!

So schreibt am 8. 5. 39 Frau shhanna Hübel (Bild nebenstehend). Dresden-N. Kurfürstenstr. 24 und führt im einzelnen aus:Seit Fahren litt ich an nervösen Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit. Da wurde ich auf Klosterfrau-Melissengeist aufmerksam gemacht den ich einige Zeit regelmäßig einnahm. Heute kann ich bestätigen, daß mir Klosterfrau-Melissengeist geholfen hat. Bon der Schlaflosigkeit bat er mich sogar ganz befreit. Ich kann deshalb jedem, der an ähnlichen Be­schwerden leidet, Klosterfrau-Melissengeist empfehlen und bin zu Auskünften gerne bereit."

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Abschnitt I: NSDAP., Behörden, Schulen, Kliniken, Verbände, Vereine usw.

Abschnitt II: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis des Stadtkreises Gießen

Abschnitt III: Straßen und Häuser von Gießen

Oie zuständige Einwohnerschaft und die beteiligten Äehörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge aus Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden

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