Ausgabe 
6.7.1939
 
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Donnerstag, 6. 3uH 1959

189. Jahrgang

Nr. 155 Erstes Blatt

Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dru* und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschüftrftelle: Schuistrahe 7

Brüchige Gilberpolitik

Bulgariens Ministerpräsident Gast des Führers

--**

Roosevelt wieder auf dem Kriegspfad.

Gewissenlose Hetze gegen die autoritären Mächte zu innerpolitischen Zwecken

Danzig hat eine formelle Vereinigung mit dem Reich erklärt Deutsche Kriegsschiffe liegen vor Danzig bzw. haben es bombardiert In Ost­preußen sind 1,5 Millionen deutsche Soldaten zu­sammengezogen Hitler wird demnächst persönlich von Danzig Besitz ergreifen Deutschland und Sowjetrußländ haben sich über die Rückkehr Dan­zigs zum Reich geeinigt Deutschland kauft Dan­zig den Polen ab und entschädigt sie außerdem Hitler hat bei einer Zusammenkunft mit Mussolini auf dem Brenner das Problem Danzigs gelost Hitler führt seinen Handstreich gegen Danzig aus am 1. Mai 15. Juni, I.Juli, 20. Juli, 1. August, 14. August, 1. Oktober (also zum aussuchen) Deutschland macht Polen erhebliche Zugeständnisse und bekommt dafür Danzig Hitler hat niemals

einen Handstreich auf Danzig geplant, das in seinen Plänen überhaupt keine Rolle spielt.

Eine Zusammenstellung wie diese würde unter normalen Voraussetzungen jedem vernünftigen Menschen klar machen, was für Verbrecher die Clique der politischen und der publizistischen Kriegs­hetzer samt ihren Hintermännern, Geldgebern usw. ind. Richt so in England! Man darf nicht ver­gessen, daß der Engländer van anderen Ländern noch erheblich weniger weiß als selbst der Franzose und daß er nicht erst seit 1933, sondern schon seit­dem der Nationalsozialismus in Deutschland mit großen Aktionen hervorzutreten begann, über diesen mit Wissen und Willen seiner Regierungen ständig schwer belogen wird. So erfreulich an sich die obige Zusammenstellung desDaily Sketch" ist, so mirtt sie doch angesichts der seit vielen Jahren durch­geführten und heute planmäßig organisierten Irre- führung des englischen Volkes durch Regierung und Presse nur als Tropfen auf den heißeix Stein.

Englands Verbündete müssen das englische Rüstungsgeschäft flott halten.

London, 6. Juli. (Luropapreß.) Das britische Kabinett soll den Beschluß gefaßt haben, denAus- fuhrkredit-Fonds für EnglandsVer­bündete" zu erhöhen. Die Londoner IHotgeTi- presse beziffert die Auffüllung des Ausfuhrkredit- Fonds auf 100 bis 150 Millionen Pfund. Mit den neuen Ausfuhrkrediten soll in erster Linie Po­len bedacht werden: es soll einen Kredit voll 40 Millionen Pfund erhalten.Daily Expreß" er­klärt, die Kredite an Polen und die übrigenDer- Kündeten" sollten in erster Linie für den An­kauf von Munition und Kriegsmate­rial in England dienen.

Berlin, 5. Juli. (DNB.) Bulgariens Minister­präsident und Außenminister K j o s s e i w a n o s f traf am Mittwoch um 14.30 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin zu feinem angekündigten Staats­besuch ein. Auf dem Bahnhof entbot ihm Reichs- außenminister von Ribbentrop den Gruß des Führers. Zum Empfang des bulgarischen Staats­mannes, der von seiner Gemahlin und Tochter be­gleitet wird, hatten sich auf dem Bahnhof viele Männer des Führerkorps von Staat, Partei und Wehrmacht versammelt. Viele Tausend Berliner be­reiteten den bulgarischen Gästen bei ihrer Fahrt zum Schloß Bellevue, dem Gästehaus des Reiches, herzliche Willkommenskundgebungen. In der großen mit herrlichen Blumengewinden reich ausgeschmückten Empfangshalle des Schlosses erwar­tete der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Meißner und Frau die Gäste, um sie in ihre Appartements zu geleiten.

Ministerpräsident Kjosseiwanof f stattete am Nachmittag dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop im Auswärtigen Amt einen Be­such ab. Anschließend daran begab sich der Reichs- außenminister zum Gegenbesuch ins Schloß Belle­vue.

Das USA.-Schatzamt ging zunächst direkt gegen die ausländischen Silberbesitzer vor, als es m den letzten Wochen dreimal den Preis für Auslands- silber senkte, zunächst von 43 auf 40, dann aus 38V- und schließlich'.auf 38 Cent. Schon das führte auf dem Silbermarkt zu einer großen Beunruhi­gung Die Silberpreise stürzten auf den tiefsten Stand seit einem Jahre, ein Wettrennen nach unten setzte ein und die Londoner Notierung für Silber sank stark. Die vornehmlich jüdische Silberspekula­tion machte insofern Riesengewinnste, als sie wohl

Ein einziges Londoner Blatt hat den Mut auf­gebracht, die organisierte englische Lügenhetze vom letzten Wochenende öffentlich an den Pranger zu stellen, indem es sämtliche Lügenmeldungen einmal knapp zusammenstellt und seinen Lesern deutlich sagt, welcher haarsträubende Blödsinn und welche Unehrlichkeit hinter diesem Feldzug und seinen viel­fach einander widersprechenden Behauptungen stehen. Es ist der D a i l y S k e t ch ", ein Blatt von weit über eine Million Auflage, das unter seinen Lesern auch viele Kreise der englischen Ge­sellschaft Hot. Das Blatt stellt kurz und knapp folgenden Lügenwust zusammen:

Hitler schickt Tausende von Soldaten nach Danzig

denken! Die Beschlüsse des Senats liegen jetzt beim Abgeordnetenhaus zur weiteren Entscheidung. Eine vollständige Aufhebung der Silber-Purchase-Act aber würde von geradezu katastrophaler Wirkung sein. Einmal läßt' sich die Silbergewinnung nicht plötzlich abdrosseln, denn Silber wird zumeist bei der Förderung und Verhüttung anderer Erze, z. B. der Bleierze, 'gewonnen, und dann ist es klar, daß mindestens die Hälfte der Weltsilbergewinnung ohne Absatz bliebe. Die USA. gewannen nur em Achtel des angekauften Silbers, sieben Achtel wur­den aus Mexiko, Kanada, China, Peru ufw. ein- aeführt. Die Unruhe auf den Silbermärkten aber hat dazu geführt, daß z. B. am Dienstag der Sil­berpreis in London nochmals um 10 bis 12 v. H. sank. * E-S-

DerSenatmachtSchwierigketten

Das amerikanische Volk

will nicht den Weltpolizistcn spielen.

Washington, 5. Juli. (DNB.) Der außen­politische Ausschuß des Senats vertagte feine heu­tige Sitzung. Zur Beratung sollte die Abände­rung des Neutralitätsgesetzcs stehen, die von der Rooseveltregierung gefordert wird. Mehrere Ausschußmitglieder begründeten ihr Fehlen mit vordringlichen Senatsgeschäften, so daß eine beschlußfähige Anzahl nicht vertre­ten war. Der Ausschußvorsitzende Pittman, ein berüchtigter Wortführer der Kriegseinmischungs- politik, drohte unter Bezugnahme auf ein altes und bisher wohl noch nie benutztes Gesetz, die Anwesen­heit von Senatsmitgliedern durch Senats­polizei erzwingen zu können, um die not­wendige Stimmenzahl bei einem Gesetz herbei­zuschaffen, Senatoren, die sich vorzeitig aus Washington entfernen, verhaften zu lassen.

Hamilton Fish, ein führender republikanischer

Erscheint täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle monat$=Be$ugsprets:

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Neuyork, 5. Juli. (DNB.) In Hydepark im Staate Neuyork hielt Roosevelt auf feinem Landsitz eine Sonderpressekonferenz ab, um der Oeffentlschkeit kundzutun, daß er auf Annahme seiner N e u t r a l i t ä t s g e s e tz e durch den Bundessenat noch im laufenden Sitzungsabschnitt bestehe. Roosevelt erklärte, daß Presseberichte aus vier großen Hauptstädten, die besagten, daß die Ab­lehnung der Negierungsvorschläge durch das ameri­kanische Abgeordnetenhaus von denFaschisten und nationalsozialistischen Nationen begrüßt' worden sei, inhaltlich mit amtlichen dem Staatsdepartement zugegangenen Berichten übereinstimmten. Nach seiner Ansicht sei es durchaus zutreffend,, daß der Beschluß des Abgeordnetenhauses nicht nur eine un­günstige Wirkung auf die derzeitige Europakrise habe und den Kriegsausbruch beschleunige, sondern

England seht die Kriegspsychose fort

Das Hilfeversprechen für Polen. Ehamberlain weicht aus.

Mmisterpmfidcntcn Frau Sjolfeimanoff und Frl Liliana Kjosseiwanoff, mit ihren Damen, ferner teilnahmen: der König!. Bulgansche Gesandte Dr a- qanofs, der Direktor der Politischen Abteilung des bulgarischen Außenministeriums Gesandter Al­tin off, der Pressechef des bulgarischen Außen­ministeriums, Direktor Ser aphimoff der bu- qarische Gesandte T s ch a p r a ch i k o w, die Komgl. bulgarischen Generalkonsuln Dr. Pion ne Dr. d. c Ludwig Roselius, Pflüger und Dr. Freiherr von Branden st ein, der Präsi­dent der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft General , Legationsrat Dr. S ch i s ch m a n o f f,

L o n d o n , 5. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte ein Labourabgeordneter einen Vertreter der Regie­rung, ob Englands gesamte Streit­kräfte im Falle eines Angriffs auf Polen ofort Polen zur Verfügung standen. Unterstaatssekretär Butler antwortete darauf, der Fragesteller werde sich daran erinnern, daß der Wortlaut der Garantie, die England an Polen ge­geben habe, sich auf einesehr klare Bedro­hung der Unabhängigkeit Polens" be­zieht. Ferner stellte ein konservativer Abgeordneter die Frage, ob die britische Regierung in Anbetracht derillegalen militärischen Vorberei­tungen in Danzig" Schritte tun wolle, um der Reichsregierung rechtzeitig klarzumachen, wie entschlossen das britische Volk sei, vielleicht durch eine Mobilisation der britischen Flotte. Chamber­lain antwortete, die brittsche Regierung werde nicht verfehlen, jeglichen Schritt zu tun, der ihr gegebenenfalls als notwendig und wünschenswert erscheine, um ihre Haltung klarzumachen. Das sei bereits in den letzten Reden britischer Minister völlig klar gemacht worden.

preffelüflen am Pranger.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite b0Rps.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts, u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B

der Präsident der bulgarischen Kolonie Dtma- n o w, der Kabinettschef Legationssekretär Dr. P e e f die Mitglieder der Königl. Bulgarischen Ge­sandtschaft in Berlin, und von deutscher Sette Mi­nisterpräsident Generalfeldmarschall G ortn g , Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop, die Mitglieder der Reichsregierung, die in Berlin anwesenden Reichsleiter, die Staatssekretäre, der deutsche Gesandte m Sofia Freiherr von Richthofen und Der- treter der Partei, der Wehrmacht, des Auswärtigen Amtes und des Reichsarbeitsdienstes.

daß er es auch für die Vereinigten Staaten schwie­riger machen würde, nicht darin verwickelt zu werden. t ,

New York Daily News" schreibt, Roosevelt halte die Abstimmung für einen definitiven Sieg Hitlers und Mussolinis, und er befürchte, daß sie dieDik­tatoren" ermutigen werde, auf England und Frank­reich einen Druck auszuüben, um die Rückgabe der durch Versailles verlorenen Gebiete zu erzwingen. Am gefährlichsten scheine es ihm aber zu sein, daß dieser Dolchstoß des Kongresses gegen die Bundes­regierung bei den Deutschen den Eindruck erwecken könnte, als stehe die Mehrheit des amerikanischen Volkes nicht hinter der Bundesregierung.

Hierzu schreibt der Deutsche Dienst u. a.: Es ist eine tendenziöse Fälschung zu bc- haupten, daß Deutschland die Abstimmung beson­ders freudig begrüßt habe. Die Kongreßleute haben gewiß ihre eigenen Ansichten darüber, ob sie dem gegenwärtigen Präsidenten Vollmachten geben sol­len, die das ganze amerikanische Volk ins Unheil stürzen könnten. Das deutsche Volk kann nicht über- ehen, daß es wiederum Herr Roosevelt ist, der eine eigenen innerpolitischen Niederlagen zum An­laß nimmt, um eine neue gewissenlose Kriegshetze gegen das deutsche Volk zu ent­fachen. Hierbei scheut er nicht zurück, die Massen­psychose, unter der das bedauernswerte amerika­nische Volk leidet, skrupellos auszubeuten. Er tun- digte in dramatischer Weise an, er habe den gan­zen 3. Juli damit zugebracht,Berichte über die deutsche Bedrohung Danzigs zu studieren und daß er am 4. Juli trotz des nationalen Feiertages eine Pressekonferenz abhalten werde. Gleichzeitig schickte er seine Leute aus dem Staatsdepartement in den Kongreß, die mit besorgter Miene und im Flüster­tonstreng vertrauliche" Berichte über die gefähr­liche Lage in Europa kolportierten. So sollen mit allen Mitteln, die einem gewissenlosen Kriegstrei­ber zu Gebote stehen, die berufenen Vertreter des amerikanischen Volkes wider ihr besseres Wissen und gesunden Menschenverstand in Entscheidungen hin­eingetrieben werden, die den wahnwitzigen Ehr­geiz eines Einzelgängers befriedigen. Wie diese Entscheidung ausfällt, ist absolut eine amerikanische Angelegenheit. Darüber aber wollen wir dem ame­rikanischen Volk keinen Zweifel lassen, daß Roose­velts Absicht, Amerika in die Einkreisungsfront ein- zureihen, die Gefahr eines Weltkrieges nicht ver- mindert, sondern im Gegenteil erhöht.

Wind von bevorstehenden Maßnahmen erhalten hatte, und tatsächlich beschloß der amerikanische Senat, die Abwertungsvollmachten für Roosevelt nicht mehr zu verlängern, dagegen den Preis, für heimisches Silber von 64,H4 Cent auf 75,75 Cent zu erhöhen und den Ankauf von Aus- landssilber einzu st eilen.

Es handelt sich hier um ein typisches Kompromiß von Parteien auf Kosten Roosevelts. Denn gegen eine neue Abwertung und damit gegen die Wäh­rungsvollmachten für Roosevelt sind die Republi­kaner und konservativen Demokraten, dafür die Newdeal-Anhänger, anderseits gehörten die Ncw- deal-Politiker zu den Anhängern des Silberblocks, im Gegensatz zu den Rooseveltgegnern. Die Roose- veltanhanger verkauften also für ihre Silberpolitik die Abwertungsoollmacht ihres gefeierten Präsi-

Die Gold-Standard-Act von 1934 legte fest, daß t die USA. {o lange (Silber auftaufe n sollte, , bis das Mengenverhältnis v o n Gold und Silber wie 1:3 sei. Auf Grund von Er­mächtigungen kaufte in der folgenden Zeit die Rooseveltregierung rund zwei Milliarden Unzen Silber auf, und zwar über Weltmarktpre^. Aller­dings schlug die in Zeiten der Wcltw.rtschaftskr. e in den USA. gehegte Hoffnung, durch das Silber eine gewissermaßen doppelt gedeckte Wah­rung zu erhalten und den b.metallistischen Traum des ewigen Präsidentschaftskandidaten der Vor- kriegszeit, Bryan, zu verwirklichen, insofern fehl, als der Zustrom von Gpld nach den USA. alle Berechnungen über den Haufen warf und der künstlich erhöhte Silberpreis China zwang, sich von der Silberwährung zu lösen und Papier­währung einzuführen.

Damit wurde auch der amerikanische Handel nach China hart getroffen. Immerhin hielt man m Washington an der fehlerhaft konstruierten Silber- politik aus gewissen imperialistischen Gründen fest. Man kaufte ausländisches Silber, um damit auf dem amerikanischen Festlande eine nicht gerade billige Exportförderung zu erzielen, und hatte zudem ein bequemes politisches Druckmittel in der Hand, da man dadurch auf die mexikanische Regierung, die an der nordamerikanischen Silbereinfuhr em vitales Interesse hatte, glaubte einwirken zu kön­nen. Die Enteignung der ausländischen Petro­leumfelder in Mexiko wurde von Washington mit der Drosselung der Silbereinsuhr aus Mexiko beantwortet. Im ersten Vierteljahr 1939 haben die USA. monatlich nur für rund 10 Mil­lionen Dollar Silber aufgekauft gegen 25 m den ersten Monaten des Vorjahres. Wahrend des Kon­fliktes wegen der mexikanischen Oelselder nahm die amerikanische Öffentlichkeit außerdem Stellung qcgen Japan. Man sprach von einerSttber- fanbne", die in Stellung gebracht werden müsse da Japan einer der größten Silberbesitzer geworden ist, während China'sein Silber größtenteils als Be­zahlung für Kriegsmaterial dahingegeben hatte. Dieses Geschütz ist jetzt in Stellung gebracht wor­den, und während Japans Entscheidung noch aus- steht, hat die mexikanische Zentralbank als erste Ab­wehrmaßnahme die Einstellung der Deoisentrans- aktionen für die Zeit angeordnet, m der die Frage noch nicht entschieden ist, ob die USA. überhaupt noch ausländisches Silber ankaufen.

Herzlich begrüßten die Berliner den bulgarischen Ministerpräsidenten, als er gegen 17 Uhr zum Empfang beim Führer vor der Neuen Reichskanzlei eintraf. Auf dem Wilhelmplatz hatte sich eine nach. Tausenden zählende Menschenmenge versammelt, die den Gast mit begeisterten Heilrufen empfing. Die etwa einstündige Besprechung zwischen dem Führer und dem Ministerpräsidenten sand in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop statt. Ministerpräsident Kjosse­iwanoff war begleitet von dem bulgarischen Ge­sandten D r a g a n o f f, dem Direktor der politischen Abteilung im bulgarischen Außenministerium, Ge- ' sandten Altin off, und dem deutschen Gesandten in Sofia Freiherr v. R i ch t h o f e n. Nach Be- i enbigung des Empfanges begleitete der Führer den bulgarischen Staatsmann an seinen Wagen. Das Musikkorps der Leibstandarte spielte die bulgarische Nationalhymne, als Präsident Kjosseiwanoff die Front abschritt. Wieder wurde dem Gast von der Bevölkerung lebhaft zugejubelt, als er sich zum Schloß Bellevue zurückbegab.

Zu Ehren des bulgarischen Ministerpraschenten veranstaltete der Führer in seinem Hause eine Abendtafel, an der neben dem bulgarischen j M a s s o w