Ausgabe 
6.6.1939
 
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©Jlxfport

Davispokal:

Deutschland England 5:0.

Der Vorschlußrundenkampf der Europazone im Davispokal-Wettbewerb zwischen Deutschland und England endete am Montagnachmittaa auf den sonnenüberfluteten Berliner Rot-Weiß-Plätzen mit dem erwarteten 5:0-Siege der Gastgeber. Auch die beiden letzten Einzelspiele wurden von den Deut­schen glatt gewonnen. Roderich Menzel trat zu­nächst gegen den englischen Nachwuchsspieler Ro­nald Shayes an und siegte klar 6:1, 6:1, 6:0. Der lange Neichenberger brauchte sich in keiner Phase des Kampfes voll auszugeben; er gewann wie er wollte. Das letzte Einzel sollten ursprünglich Henner Henkel und der Engländer Charles Hare bestreiten. Da aber Hare infolge seiner Muskelzer­rung immer noch nicht spielfähig war, kam Deutsch­land kampflos zum fünften Punkt. Beide Länder einigten sich auf eine Ersatzpaarung. Deutschland setzte Georg von Metaxa ein, während für Eng­land der Doppelsieger Wilde den Kampf aufnahm. Der Wiener brauchte einen Satz, um in Fahrt zu kommen, wurde dann zusehends sicherer und siegte noch eindrucksvoll 3:6, 6:0, 6:2, 6:3. Damit hatten die Engländer den einzigen Satz in fünf Spielen gewonnen.

Regionaler Eegelflugwettbewerb der Gruppe 11 beendet.

Der regionale Segelflugwettbewerb der Gruppe 11 Hessen-Westmark der NS.-Fliegerkorps wurde nach einwöchiger Dauer im Sonntag mit einem Ziel- Dreieckflug DarmstadtFrankfurtWiesbaden Darmstadt auf dem Darmstädter Flughafen beendet. Die Woche brachte ganz ausgezeichnete Leistungen, denn allein 15 Flugzeugführer erfüllten die Bedin­gungen des silbernen Leistungsabzeichens innerhatb einer Woche. Diese Bedingungen erforderten 50 Kilo­meter Streckenflug, 1000 Meter Startüberhohung und fünf Stunden Dauerflug. Die Wettbewerbsteil­nehmer waren iiisgesamt 369 Stunden in der Luft, und die unermüdlichen Transportmannschaften leg­ten zum Zurückholen der Maschinen insgesamt 28 740 Kilometer zurück. Sieger und Gewinner der Goldenen Plakette wurde in der Sonderklasse der NSFK.-Obertruppführer Kühn vom Stab der NSFK.-Standarte 77 Darmstadt mit 1389,4 Punk­ten und 814 Kilometer, in der Wettbewerbsklasse NSFK.-Mann L i p p m a n n (Frankfurt a. M.) mit 1202,8 Punkten und 479 Kilometer.

Leutnant Pawlak (Gießen) erwarb die bron­zene Medaille des Sanderwettbewerbs und außer­dem das silberne Leistungsabzeichen.

Ergebnisse desReichssportweltkampfes in Gießen

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Am vergangenen Samstag und am Sonntag wur­den in Gießen auf den Sportplätzen der Spiel­oereinigung 1900 und des VfB.-Reichsbahn die Reichssportwettkämpfe der Gießener Hitler-Jugend ausgetragen. (Wir berichteten bereits darüber.) Nach­stehend bringen wir di§ Ergebnisse des Wettkampfes der Hitler-Jugend und des BDM.

Hitler-Jugend, Stamm 1/116.

Zum Wettkampf waren 562 Junggenossen ange­treten. Davon konnten 177 Junggenossen 180 Punkte erreichen und wurden damit Sieger im Reichssport- wcttkampf 1939.

1. Die stammbesten Gefolgschaf t c n (10 besten Einzelkämpfer als Mannschaft gewertet): 1. Flieger 1/116 mit 2538 P.; 2. Gef. 2/116 mit 2514 P.; 3. Gef. 3/116 mit 2332 P.; 4. MHI. 1/116 mit 2288 P.; 5. Gef. 1/116 mit 2286 P.; 6. Gef. 4/116 mit 2199 P.; 7. Nachr. 1/116 mit 2068 P.

2. Die gefolgschaftsbesten Kamerad­schaften: Gef. 1/116 (1) mit 1580 P.; Gef. 2/116 (1) mit 2514 P.; Gef. 3/116 (8) 1995 P.; Gef. 4/116 (4) 1952 P.; MHI. 1/116 (4) 1534 P.; Feldscher (1) 1899 P.; Nachr. 1/116 (1) 1719 P.; Flieger 1/116 (3) 1848 P.

3. Die st a m m b e st e n E i n z e l k ä m p f e r : 1. Jughard, MHI. 1/116, 318 P.; 2. Demper, MHI. 1/116, 301 P.; 3. Keil, Flieger 1/116, 298 P.; 4. Herget, Gef. 1/116, 284 P.; 5. Herrmann, Gef. 1/116, 281 P.; 6. Boll, Flieger 1/116, 275 P.; 7. Gante, Gef. 2/116, 272 P.; 8. Nordmann, Gef. 4/116, 270 P.; 8. Stratmann, Flieger 1/116, 270 P.; 9. Dietrich, Gef. 2/116, 269 P.

BDM.

Die Leistungen, die von den Mädchen gezeigt wurden, waren sehr beachtlich. Aus der Menge der Ergebnisse seien die besten der vier Mädelgruppen genannt:

Mädelgruppe 1/116 Gießcn - Süd : Martha Philipp: 75-Meter-Lauf 10,6 Sek.; Trudi Philipp: Weitsprung 4,30 Meter; Annelore Kratz: Schlagball-Weitwurf 50 Meter.

Madelgruppe 2/116 G i c ß e n - M i t t e: Hermine Buß: 75-Meter-Lauf 10,8 Sek.; Hermine Buß: Weitsprung 4,30 Meter; Marianne Brunottc: Schlagball-Weitwurf 49,50 Meter.

Mädelgruppe 3/116 Gicßen»Ost: Ilse Roth und Erika v. Bentheim: 75-Meter-Lauf 10,9 Sek.; Erna Krug: Weitsprnng 4,15 Meter; Erna 51rug: Schlagball-Weitwurf 52 Meter.

Mädelgruppe 4/116 Gießen-Nord: I. Dietrich: 75-Meter-Lauf 10,4 Sek.; I. Dietrich und Marie Licher: Weitsprung 4 Meter; I. Dietrich: Schlagball-Weitwurf 48 Meter.

Zn Gießen-Klein-Linden.

Jungvolk.

Am Samstagvormittag fanden auf dem Sport­platz die Sportwettkämpfe des Jungvolks im Fähn­lein 7 (Gießen-Klein-Linden) des Jungbannes 116 statt. 94 Pimpfe traten zum Wettkampf an, und fast 50 v. H., nämlich 45, konnten Sieger werden.

Die besten Einzelleistungen waren: im Weitsprung 4,65 Meter (Herbert Jung, Gießen-Klein-Linden); im Schlagballweitwurf 55 Meter (Ernst Gelitzer, Gießen-Klein-Linden, und Herbert Heep, Allendorf a. d. Lahn); im 60-Meter-Lauf 8,8 Sekunden (Hans Weber, Gießen-Klein-Linden).

Die elf ersten Sieger minder höchsten Punktzahl nehmen an den Ausscheidungskämpfen in Gießen teil. Es sind dies folgende Jungen: 1. mit 259,5 Punkten Herbert Jung (Gießen-Klein-Linden); 2. mit 249,5 Punkten Hans Stein (Gießen-Klein- Linden); 3. mit 235 Punkten Ewald Volk (Acken­dorf a. d. Lahn); 4. mit 231 Punkten Willi Lutz (Gießen-Klein-Linden); 5. mit 230,5 Punkten Ernst Gelitzer (Gießen-Klein-Linden); 6. mit 229 Punkten Herbert Heep (Allendorf a. d. Lahn); 7. mit 228,5 Punkten Friedel Müller (Gießen-Klein-Linden); 8. mit 225,5 Punkten Heinz Erich Grünewald (Gießen-Klein-Linden); 9. mit 225 Punkten Adolf Müller (Allendorf a. d. Lahn); 10. mit 222 Punkten Hans Weber (Gießen-Klein-Lindcn); 11. mit 221 Punkten Willi Siegmund (Gießen-Klein-Lindcn).

Jungmädel.

Die Jungmädel trugen gemeinsam mit den Jung­mädeln von Allendorf auf dem Sportplatz in Allen­dorf a. d. Lahn ihre Sportwettkümpfe aus. Bon den 90 teilnehmenden Jungmädeln konnten 22 die zuin Siege notwendige Punktzahl 180 erreichen.

Nachfolgend seien die ersten zehn Siegerinnen aufgeführt: 1. mit 341 Punkten: Emmi Dick (Sie warf den Ball 62 Meter weit, eine für ein Mäd­chen in diesem Alter erstaunliche Leistung!)'2. mit 240 P.: Marie Schütz; 3. mit 225 P.: Irmgard Hof; 4. mit 222 P.: Marie Schmidt; 5. mit 217 P.: Elfriede Klein; 6. mit 211 P.: Lotti Dönges; 7. mit 205 P.: Margret Müller; 8. mit 203 P.: Klärchen Pfaff; 9. mit 202 P.: Margret Türner; 10. mit 195 P.: Hilde Damm.

Hiller-Jugend.

Der Neichssportkampf der HI. von Gießcn-Klein- Linden wurde von der Gefolgschaft 6/116 in Heuchel­heim durchgeführt. Um 7.30 Uhr trafen die Scharen Allendorf (Lahn) und Klein-Linden in Heuchelheim ein. 160 Hitlerjungen und 83 Müde! des BDM. traten zum Wettkampf an. Bis gegen 10.30 Uhr war der vorgcschriebcne Drei-Kampf beendet und die Einzclwettkümpfc begannen. Ein Handballspiel Schar 1 gegen orijar 2 wurdc^ ausgctragcn, das die Schar 2 (Heuchelheim) als Sieger sah. Nach der Mittagspause wurden noch zwei Fußballspiele aus­getragen. Heuchelheim 2. Jugend gegen Allendorf 1. Jugend 4:3 und Heuchelheim 1. Jugend gegen Klein-Linden 1. Jugend 3:2.

Die zehn besten Junggcnossen, die die Gefolgschaft am konnnenden Sonntag auf dem Bannsportfest im Mannschafts-Drcikampf vertreten, erreichten die Zahl von 2758 Punkten. z

Die 4 besten Einzelsieger im Drei-Kampf waren: Werner Kreiling, 319 Punkte; Hans Rinn, 301 Punkte; Albert Lenz, 282 Punkte; Werner Schmidt, 282 Punkte.

Bei den nach dem Drei-Kampf durchgeführten Einzelwettkümpfcn wurden folgende Leistungen er­zielt: im 100-Meter-Lauf Werner Schmidt 12,4 Sek.; im Weitsprung Werner Schmidt 6 Meter und im Hochsprung Albert Rinn 1,60 Meter.

Zu unseren Silbern:

Oben: Am Start zum 100-Meter-Lauf. In der Haltung der Lüufer drückt sich' die ganze Spannung vor dem Startschuß aus.

Nebenstehend: Die Kameradinnen im BDM. zeigten im Weitsprung manche ansprechende Lei­stung. .

(Aufnahmen s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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Kakteenjäger - ein wilder Beruf!

Zn der Heimat der Klapperschlangen. - Kugelkaktus als Wasserkaraffe. Oer Bauschtrank der ZndioS.

Auf der kleinen Insel Aruba, im Karibischen Meer, fing dieses Abenteuer an. Unser Fracht- darnpfer hatte Ladung für eine amerikanische Oel- gesellschaft und ging für einige Tage in dem ver­träumten Hafen vor Anker. Wir waren ehrlich ge­sagt, enttäuscht, denn Aruba ist nicht halb so schon wie sein klangvoller Name. Es gibt hier keine Palmen und Dschungelgewächse, allenfalls ein paar verstaubte Dornenbüsche und zahllose^Kakteen. Kak­teen in allen Formen und Größen. Sie überziehen die Insel wie undurchdringliche Drahtverhaue, und die Eingeborenen haben sich ängstlich an den Rand der Insel zurückgezogen.

Hier lernte ich einen braungebrannten Abenteurer kennen, dem es sichtlich Spaß machte, in dieser un­angenehmen Wildnis herumzustreifen, und der so­gar sein gutes Geld dadurch verdiente. Während jeder vernünftige Mensch einen Bogen um die Kaktushecken machte, verschwand der sonderbare Mann oft tagelang in der unheimlichen Einöde, um schließlich schwerbepackt, mit blutigen Kratzern in Gesicht und Händen, in die Zivilisation zurück­zukehren.

Eine schwere Arbeit.

Eines Tages schloß ich Freundschaft mit dem Sonderling. Ich stolperte gerade einen schmalen Lehmpfad entlang, da kam ein uralter Ford über den Weg geschaukelt. Ganz behutsam wogte er von einer Seite zur anderen. Der Fahrer rollte so vor- ichtig daher, als hätte er Dynamit im Wagen. Jetzt zog er sachte die Bremsen an. Vielleicht brachte er einen Kranken zur Stadt. Doch als ich in den Wagen blickte, sah ich nur einen besonders umfang­reichen Kaktus.

Der Fremde grüßte freundlich und fügte fluchend auf englisch hinzu, daß es einebloody Arbeit war, diesen Burschen aus der Wildnis fortzu- chaffen. Im übrigen sei er nicht verrückt, wie die Leute an der Küste behaupteten. Er treibe sich keineswegs zum Vergnügen in der Stachelwildnis herum. Well in den Büchern bezeichne man Leute seines Schlages als Kakteenjäger.

Mein Bekannter, offenbar Amerikaner, nickte eifrig mit dem Kopf. Seit zwei Jahrzehnten betrieb er dieses seltsame Gewerbe. Er hatte die heißen Geröllwiesen Kaliforniens durchstreift, kannte die Schluchten der kolumbianischen Anden und lebte zwischen den Indianern des (9ran Chaeo. Auf diesen abenteuerlichen Fahrten hatte er so nebenbei mehrere neue Kakteenarten entdeckt. Seine stachlige Beute verkaufte er an Botanische Gärten und private Liebhaber nach allen Weltteilen.

Was soll ich leugnen: Ich wittere neue Aben­teuer, und eines Tages folgte ich meinem Bekann­ten auf die Kakteenjagd, um mir diesenbloody Sport, wie er vielversprechend meinte, mal aus der Nähe anzusehen.

Ein schläfriger Maulesel trottete mit zwei Pack­listen neben uns her. Bald war die letzte Wegspur verschwunden, und wir mußten mit der Machete, dem unentbehrlichen Buschmesser einen Pfad in das dornige Dickicht schlagen. Leblos und starr ragten überall die verstaubten Säulen empor. Nichts als Steine und Kakteen eine ftumme, wildromantische Landschaft.

Königin der Nacht."

Dennoch gab es viel zu sehen. Weit über unseren Köpfen leuchteten die Blüten ungeheurer Kande­

laberkakteen. Bis zu zwanzig Meter werden diese Riesen hoch. Manche Gewächse sind nur dem ge­übten Auge des Kakteenjägers sichtbar. Weite Fla­chen scheinen völlig vegetationslos zu sein, bis eine winzige Blüte verrät, daß in den vermeintlichen Felsblöcken und Steinen Leben ist. Die unschein­baren grauen Pflanzen entwickeln oft eine märchen­hafte Pracht. Im Dschungelgestrüpp von Haiti sah ich dieKönigin der Nacht", eine zauber­hafte K a k t u s b I ü t c, die im Licht des däm­mernden Tages welkt und vergeht. Tückisch winden sich die wilden Opuntien über Felsen und Hinder­nisse. Gleich den Armen eines Polypen halten sie ihr Opfer fest und senken ihre Widerhaken schmer­zend in die Haut. Unheimlich mutet das Erlebnis eines mexikanischen Pflanzers an, der auf der Flucht vor aufständigen Indianern unter so ein Opuntiengestrüpp kroch und erst nach dreitägi- gerSuche halbverdurstet aufgefunden wurde. Die schrecklichen Greifzangen hatten seinen Körper umklammert, und es dauerte lange, bis er von allen Stacheln befreit war.

Mitunter hat man das Gefühl, als käme man nie wieder aus dieser unheimlichen Landschaft heraus. Als hätte man sich rettungslos verirrt. Aber der er­fahrene Kakteenjäger lacht über meine Besorgnisse, Erstens ist Aruba viel zu klein für solche Aben­teuer, und dann weiß er sich zu helfen. In Texas war er einmal vom Wege abgekommen und hatte kein Trinkwasser mehr. Da schnitt er einen kugel­förmigen Kaktus auf und fand Saft in genügender Menge. Die mißachteten Stachelgeschöpfe haben manche nützliche Eigenschaft. Sie dienen den ver­irrten Einwohnern nicht nur als Wasserkaraffe, sondern in vielen Fällen auch als Schnapssabrik! Aus dem Saft der Agave wird der berau­schende Pulgue gewonnen, der gefährliche Fest­trank der Indios.

Kostbare Beute.

Fortan ist meine Unternehmungslust gedämpft. Allmählich werde ich rechtschaffen müde und denke an den Heimweg. Da geschieht es! Mein Freund zuckt zusammen und starrt ein graugrünes Ungetüm an, das uns gerade den Weg ver­sperrt. Ich kann nichts besonderes dabei entdecken, ober ich bin ein unerfahrenes Greenhorn. Der Kakteenjäger strahlt über das ganze Gesicht und murmelt einen langen lateinischen Namen. Er streift die ledernen Handschuhe über und greift zur Ma­chete. Dann fährt er krachend ins Gestrüpp. Jetzt weiß ich auch, warum er die ganze Zeit eine lange Schnur am Gürtel getragen hat. Mit der Geschick­lichkeit eines Cowboys wirft er den Lasso um die Aeste des starken Riesen. Bald liegen die stachligen Triebe wohloerpackt in den Packkisten des gedul­digen Maulesels, um später im Gewächshaus irgend­eines spleenigen Dollarkönigs wieder aufzuerstehen.

Als wir endlich den Heimweg antreten, singt der Yankee fröhliche Lieder. Dann haut er mir begeistert auf die Schulter.Well, my boy, das istne Beute! Seit Wochen bin ich hinter diesem Kaktus her! Ueb- rigens, wie gefällt Ihnen der Sport? Werden Sie mein Teilhaber scheinen mir wirklich Glück zu bringen!"

Aber ich blicke nur betrübt auf meine zerschun- denen Hände und denke an die Klapperschlangen.

No, Sir, vielen Dank!"

Es ist nicht jeder zum Kaktusjäger geeignet!

Rudolf Jacobs.

Tv. 57 Sachsenhausen Deutscher Hockeymeister.

Endlich ist dem Turnverein 57 Sachsenhausen der große Wurf geglückt: burd) einen 1:0- (0:0-) Sieg gegen den Berliner HC. in Berlin-Dahlem wurde er Deutscher Hokeymeister! Schon im vergangenen Jahr standen die Frankfurter im Endspiel. Damals unter­lagen sie zu Hause gegen den Berliner SC., der die beiden ersten Deutschen Hokeymeistersd)aften ge­wann, mit 1:0. Im Jahr davor wurden sie eben­falls durch den BSC. in der Vorschlußrunde durch ein 2:1 in der Verlängerung ausgeschaltet. Der zweifache Deutsche Meister Berliner SC. wurde diesmal schon im Kampf um die Brandenburgische Gaumeistmchaft aus dem Nennen geworfen. Der Berliner HC. war der neue Titelträger, dem man im Kampf um die Deutsche Meisterschaft die größe­ren Aussichten cinräumtc. Der Reichssportführer brachte aber am Sonntag nicht dasSieg-Heil!" auf die Neichshauptstüdter aus, sondern auf den tüchtigen Turnverein 57 Sachsenhausen, der nad) einem prächtigen Spiel dritter Deutscher Hokey- meifter wurde!

Germania Marburg 1900 3:3.

Das Gastspiel der Blau-Weißen beiGermania" Marburg nahm einen unentschiedenen Ausgang. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf, selbst un­ter Berücksichtigung der teilweisen Feldüberlegenheit der Gastgeber.

Die überaus große Hitze ließ von allem Anfang an keine Meisterleistungen erhoffen. Man begnügte sich bei gemächlicher Gangart mit technischer Spiel­anlage. Hierdurch wurde das Spiel nicht uninter­essant. Die Torerfolge mußten deshalb aud) auf diesem Wege fallen. Bei den Gastgebern war es eine ebenso schöne Kombination, die den Führungs­treffer einbrachte, wie bei den Blau-Weihen, die zum Ausgleich führte. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt. Kurz nad) dem Wechsel kamen die Germanen mieberum zur Führung. Der Ausgleich ließ aber auch biesmal nicht lange auf sich warten, und als die Gastgeber kurz vor Schluß erneut in Front zogen, schassten die Blau-Weißen abermals den Ausgleich, woburch das unentschiedene Endergebnis zustande kam.

Germania Marburg, mit Ausnahme des Links­außen, in stärkster Besetzung, ist wieder im Kom- men und wird in dieser Aufstellung in der kom- menben Serie in der Bezirksklasse wieder ein Wort mitreden. 1900, in der Besetzung Fischer, Schneider, Schäfer, Günther, Jäger, Bischoff, Bonarius, Koch, Kraft, Liebel, Häuser, zeigte ein beachtliches Spiel. Das Unentschieden ist in diesem Falle jneljr als ver­dient.

VfB.-Heichsbahn Giehen.

VsV.-R. komb. Großen-Vuseck I.

In einem Trainingsspiel stehen fid) am Mittwoch­abend auf dem Waldsportplatz beide Mannschaften gegenüber. Die Grün-Weißen haben vorwiegend junge Spuler eingesetzt, die im Herbst in den Mei­

sterschaftsspielen die Farben des Vereins vertreten sollen. Einige Neuerwerbungen werden ebenfalls in der Mannschaft spielen. Die Gäste sind in großer Form, sie konnten in Lauterbach gegen den Alt­meister einen 3:0-Sieg herausholen. Die Reserve der Grün-Weißen mußte ebenfalls hod) geschlagen in Großen-Buseck abtreten. Die spielstarke Reserve des Wetzlarer Sportvereins wurde in Wetzlar mit 9:2 besiegt, ein Zeichen für das Können der Gäste. Die Grün-Weißen, die sich erst noch einspielen müs­sen, werden auf der Hut fein müssen, wenn ein knapper Erfolg errungen werden soll.

Aus aller Wett.

Deutsches Sängerbundesfest 1942 in Wien.

Als Ort für das nächste Deutsche Sänger­bund e s f c st im Jahre 1942 wurde Wien be» bestimmt.

Schwere Unwetterschäden in Oberitalien.

Die Regengüsse und das Hochwasser, das in den letzten Tagen die nördlichen Apenninenhänge und die Ebene der Emilia heimgesucht hatte, wirken sich weiter in gewaltigen Erdbewegungen aus. So hat fid) eine Erdlawine bei Montefiorino südlich von Modena von den Hängen des Monte Cantiere losgelöst, die fid) langsam, aber unaufhaltsam in bas Tal des Dragone 'vorschiebt. Die Verwüstungen bieser Lawine erwecken den Eindruck eines Erd­bebens. In Maesta bei Cigni mußten 50 Häuser wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Prig- nano hat ein Erdrutsch drei Häuser und das Post- gebäude zerstört. Bei Tontola in der Gegend von Forli wurde eine Ortschaft unter den Erbmassen begraben. Die Straße von Predappio nach Premil- cuore ist unterbrochen worden. Zum Glück konnten 28 Familien noch rechtzeitig zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert werden.

Ein Geschenk Dr. Goebbels' an die Eltern Ernst vom Raths.

Reichsminister Dr. Goebbels ließ den Eltern des in Paris von dem Juden Grünspan ermordeten Gesandtsd)aftsrates Ernst vom Rath aus Anlaß des Geburtstages ihres Sohnes ein Bild des Ver­storbenen überreichen, das der Maler ter Hell in seinem Auftrage gemalt hat.

Schulhauseinstur; in Amerika. Zahlreiche Kinder verletzt.

Eine folgenschwere Gasexplosion ereignete fid) in Akron (Ohio). In dem dortigen Vorort Bar­berton stürzte infolge der Explosion das aus Holz erbaute Schulhaus ein, als etwa hundert Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren in den Klassen­räumen waren. Nur die Hälfte der Kinder konnte fid) noch rechtzeitig ins Freie retten, während die übrigen Kinder und vier Lehrerinnen unter den Trümmern hervorgezogen werben mußten. Ver­letzt wurden insgesamt 49 Kinder, davon sechs sehr schwer. Die Explosion, die in der Heizanlage entstand und vermutlich auf Selbstentzündung zu- rückzuführen ist, ereignete sich am letzten Tage vor Ferienbeginn.