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Auswüchse unterstützen, und die Hochschullehrer werden sich der Heranbildung einer Aerzteschaft widmen, die mit offenen Augen und warmem Herzen diese große Aufgabe versteht."

ZleichsorganisationSleiter Dr. Ley begann seine Rede mit der grundlegenden Feststel­lung, daß die neue Lebensauffassung den Einzel­menschen zu Gunsten der Gemeinschaft überwunden habe. Durch die Kraft unserer Idee erleben wir heute unsere Volkwerdung, die auf Volk und Rasse aufbaut. Der Sinn aller Lebewesen ist, nicht aufzu­hören, wenn der Tod kommt, sondern ewig zu leben. Der Einzelmensch hat Angst vor dem Tod, wer aber in der Gemeinschaft wurzelt, kennt diesen Schrecken nicht. Wir wollen in unserem Kampf gegen die Genußgifte nichtdie Lebensfreude treffen, sondern entscheidend ist die Fragestellung, ob wir unsere Aufgabe erfüllen können oder nicht. Wo die Erfüllung unserer Aufgabe unter dem Einfluß von Alkohol und Nikotin nur um ein Jota leidet, müssen wir Alkohol und Nikotin l a s s e n. Ich glaube nicht, daß eine Mäßigung hilft, sondern ich halte es mit dem alten nationalsozialisti­schen Grundsatz: radikal oder gar nicht! Allein die Folgen einer durchzechten Nackt sind der Beweis dafür, daß der Alkoholgenuß falsch war. Außerdem ist es auf das höchste unmännlich, sich so zu benehmen. Deutschlands Lage ist so schwer, daß wir es uns nicht leisten können, die Arbeitskraft unserer Menschen aufs Spiel zu setzen. Wenn es uns nicht gelingt, unsere Bevölkerungs- zahlmitdemBoden in Einklang zu brin­gen, wird der Marxismus wieder erstehen. Auch ist die letzte große Entscheidung in der Juden­frage noch nicht ausgetragen. Wenn wir aber diese Fragen lösen wollen, müssen wir u n s e r l e tz - t e s h e r g e b e n. In diesem Augenblick ist die Frage des Alkoholgenusses nicht mehr eine private Angelegenheit. Eine marschierende Kompanie Nüch­terner kann keinen Betrunkenen unter sich dulden! Der Führer, der alles verzeiht, haßt nichts mehr als trunkene Menschen! Die Gemeinschaft, unser Volk, kann es einfach nicht dulden, daß hier wert­vollste menschliche Kraft geschädigt und vernichtet wird. Der Kampf gegen diese Genußgifte fängt heute an. Wir haben erkannt, daß nur das Volk den Platz an der Sonne gewinnt, das diese Rausch­gifte aus seiner Mitte bannt. Es geht uns nicht darum, das Leben zu verlängern, sondern uns b i s

indashöcksteAlter arbeitsfähig zu er­halten. Jede Arbeit, die wir beginnen, braucht Zeit zu ihrer Vollendung. Deshalb müssen wir uns bis in das höchste Alter gesund und ar­beitsfähig erhalten. Die Entsagung kommt aus unserem Ideal! An ihr entscheidet sich, welche Lehre die bessere ist.

Dr. Ley erhob dabei eine scharfe Anklage geg.a die frühere Gesellschaft, die auf diese Weise in Kor­porationen und Kasinos bewußt das Mannestum vernichtet habe. Mit der ganzen ihr eigenen verloge­nen Doppelmoral habe sie aber über den Arbeiter, der einmal etwas über den Durst getrunken hatte, abfällig geurteilt. Die gleiche Schuld treffe auch die Kirche. Sie habe hier eine Möglichkeit, einmal Sonn­tag für Sonntag von der Erbsünde der Rauschgifte zu predigen. Reichsleiter Dr. Ley betonte dann, daß eine Erneuerung von der

Führerschaft der Partei und Staates Herkommen müsse. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe komme dabei der positiven Arbeit zu, die einen vollwertigen Ersatz für die Genuß- qifte schaffen müsse. Dr. Ley schloß mit dem Hin­weis, daß der Führer der größte Vor­kämpf e r auf diesem Gebiet sei. Er habe die Gefahr und die Schäden, die aus diesen Giften erwachsen, schon lange erkannt. Der Wille des Füh­rers sei unser oberstes Gesetz. An alle ergebe deshalb der Ruf, mitzukämpfen, daß Deutschland von diesen Giften befreit wird.

Die grundlegenden, in ihren Argumenten und ihrem Vortrag mitreißenden Ausführungen von Reichsleiter Dr. Ley wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Sie gaben einen großartigen Auftakt für die Reichstagung und ihre sich darauf ergebenden Folgerungen. E. K.

Oer Raffengedanke, die tragende Idee unserer Zeit. Eröffnung der Wanderausstellung des Massenpolitischen Amts in Darmstadt.

NSG. Im Saalbau in Darmstadt hatten sich zur Eröffnung der Ausstellung des Rassenpolitischen Amtes zahlreiche Ehrengäste versammelt. Gauamts­leiter Professor Dr. Kranz gab in großen Zügen die Gesichtspunkte der Ausstellung bekannt, die in volks­tümlicher Darstellung zeigen soll, daß der augenblick­lichen bevölkerungspolitischen Situation gegenüber kein bürgerlicher Optimismus aber auch kein pessi­mistischer Fatalismus gerecht wird. Die Ausstellung bemüht sich dann weiter mit Werken heimischer Künst­ler ein Bild der rassischen Schönheit zu geben.

Reichshauptamtsleiter Dr. Groß, der Leiter des Massenpolitischen Amtes bei der Reichsleitung der NSDAP., ging davon aus, wie mit der national­sozialistischen Machtergreifung durch die rassen- und bevölkerungspolitischen Grundlagen völlig neue Werte eingeführt wurden. Wesentlich ist, zu erkennen, daß der gesamte große geistige Umbruch unserer Tage um den Rassengedanken als die tragende Idee kreist. Er ist die einzige reale Grundlage aller Politik, denn die lebendige Substanz des Volkes ist allein für die kulturellen und politischen Leistungen eines

Volkes maßgebend. Es ist immer mehr notwendig, aus der rassenpolitischen Idee zur tatsächlichen Umformung des Lebens zu kommen. Wir sehen dabei nicht das Individuum sondern die Kette der Geschlechter und die Fragestellung heißt immer, was braucht das Individuum, um über sich hinaus zu leben. Die ersten Maßnahmen galten der Siche­rung der Substanz. Wenn die Schrumpfung des Volkes auch eingedämmt wurde, so ist es doch noch ein weiter Weg bis zum wachsenden Volk. Viele unserer heutigen Maßnahmen werden, wenn der uns von einer ganzen Welt aufgezwungene harte Daseinskampf beendet ist, geändert, um die Substanz unseres Volkes noch besser zu sichern. Bei einem Sieg der Rassenlehre werde die Internationale, welche Gestalt sie auch trage, ausgespielt haben.

Der stellvertretende Gauleiter Linder ging auf die Notwendigkeit der positiven Rassen- und Bevöl­kerungspolitik ein und unterstrich die Bedeutung einer weiteren Aufklärung und Erziehung, der auch diese vorbildliche Ausstellung diene.

Mer MrlschaDprogramm ist der gesunde Menschenverstand.

Reichspropagandaminister Or. Goebbels eröffnet die Leipziger Frühjahrsmesse.

betrugen, betragen sie im Jahre 1938 174 Millionen Reichsmark.

Es ist das ein Beweis mehr gegen die auch hier und da noch im eigenen Lande von besserwifsenden Intellektuellen oder Kathedertheoretikern gegen unsere wirt­schaftspolitischen Grundsätze erhobenen Einwande. Was haben diese Kritikaster im Ernst gegen unsere Erfolge aufzuweisen? Sie verfechten t h e o re- tische Programme, die in keiner Weise me Gewähr ihrer praktischen Durchführbarkeit bieten. Der Nationalsozialismus dagegen,hat ein Pro­gramm des gesunden Menschenver­standes verfolgt und damit Leistungen erzielt, wie sie vor 6 Jahren noch für unmöglich und uto­pisch gehalten wurden. Es muß auch gewarnt wer­den, etwa die Güte, Brauchbarkeit und Zweckmäßig­keit der neuen deutschen Werkstoffe an­zuzweifeln. Es handelt sich hier keineswegs um Er­satz. Es sind nicht nur gleichwertige, sondern meisten­teils viel leistungsfähigere Güter aus neuen Stoffen hergestellt worden. Wir erinnern nur an das deutsche Kunstharz, an deut­sches Aluminium, an die Magnesiumlegierungen, an Zellstoff und dergleichen. Alles das sind in der gan­zen Welt bewunderte Leistungen der deutschen Tech­nik und Erfindungskunst.

Das drängendste Problem der deutschen Wirt­schaftsführung ist der ständig zunehmende Menschenmangel, der sich überall be­merkbar macht. Er erfordert eine groß­zügige Ratio na lisierung des gesamten deutschen wirtschaftsprozesses. Sie wird mit nationalsozialistischer Gründlichkeit durchgeführt. Wenn man gewissen ausländischen Stimmer Glau­ben schenken wollte, dann befände sich Deutschland augenblicklich in einer seiner schwersten Wirtschatts- krisen. Davon kann in Wahrheit überhaupt keine Rede sein. Das deutsche Wirtschaftsleben hat einen Aufschwung ohnegleichen genommen. Wenn wir uns dabei auch mit großen Schwierig­keiten auf wirtschaftlichem Gebiet auseinandersetzen müssen, so liegt das an der anderen Völkern gegen­über fast hoffnungslos erscheinenden geographi­schen und raumpolitischen Lage, in der das deutsche Volk sich befindet. Aber wir haben die sichere Gewißheit, das es deutschem Fleiß und deut­scher Genialität immer wieder gelingen wird, alle neu auftauchenden Probleme zu lösen. Und zwar werden sie, wie das seit jeher bei uns Sitte war, mit n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e r Tatkraft und Festigkeit gelöst. Dafür bürgt uns der Name und das Programm des Führers. Er hat auch der deutschen Wirtschaft die antreibenden und entscheidenden Impulse gegeben. Au sseiner genialen Konzeption heraus entsprang die wirtschaftliche Blüte unserer deutschen Gegenwart.

umrissen werden: Die Lebensnolwendig- feilen der Völker sind wichtiger als widernatürliche und unzeitgemäße Wirtschafts­ideologien. Europa ist mit theoretischen Pro­grammen nicht mehr zu helfen. Eine g e - sunde und organische Praxis muß ihre ruinöse Wirksamkeit ersehen. Unser wirt­schaftliches Programm ist deshalb der gesunde Menschenverstand.

Deutschland muß leben und wird leben. Es sind deshalb auch alle internationalen Ab- p errungen gegen einen gesunden Leistungs- mstausch mit Deutschland sinnlos, um nicht zu agen politisch verbrecherisch. Denn was sollen wir Deutschen denn überhaupt anders tun, wenn wir leben wollen? Wir besitzen noch keine Kolonien, aus denen wir unseren Rohstoffbedarf decken können. Auch unser Raum ist nicht weit genug, um die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Den Ex­port sucht man uns in der übrigen Welt nach Möglichkeit abzuschneiden. Will man also Deutsch­land den guten Rat geben, in Ehren zu ver­hungern, und glaubt man im Ernst, daß ein Volk von 80 Millionen sich schließlich damit ab­finden wird, daß seine Basis zum Leben und zum Wirtschaften eben zu eng ist und nicht ausreicht, um ihm sein tägliches Brot zu geben?

Das muß die Welt einsehen. Deutschland hat einen Ueberfluß an hochwertigen i n d u st r i e l l e n Erzeugnissen. Sie verdan­ken ihre Entstehung dem deutschen Fleiß und der in der ganzen Welt bekannten und berühmten deut­schen Erfindungsgabe. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß einige andere Völker in Europa schon deshalb nicht die Möglichkeit hät­ten, unter gleichen Bedingungen wie das deutsche zu leben, weil ihnen einfach nicht genügend Intelligenz und Organisationstalent dafür zur Verfügung stände. Es ergibt sich für uns nicht nur die Notwendigkeit des Exports, son­

dern auch der unerbittlichen Ent sch lasse n- heit zur Steigerung der deutschen Warenausfuhr. Denn Deutschland muß 140 Bewohner auf einem Quadratkilometer im eigenen Lande ernähren. Andere Länder, die in dieser Be­ziehung viel glücklicher daran sind und sich deshalb auch den Luxus einer demokratischen Staatsführung leisten können, zählen bis zu 12 und 13 Millionen Arbeitslose. In Deutschland ist demgegenüber ein ständig steigender A r b e i t e r m a n g e l festzustellen. Wie also würden wir erst solche Länder zur Blüte bringen, die heute von der Unfähigkeit der Demokratie verwüstet werden?

Die Leipziger Messe übertrifft alle gleich­artigen Veranstaltungen der Erde an Umfang, Viel­seitigkeit und Qualität. Sie ist ein Treffpunkt der Kaufleute aus allen Ländern und sie beweist schon damit, daß das uns vielfach nachgesagte Bestreben nach einer rein autarkischen Wirtschaftsführung in das Reich der Fabel gehört. Soweit Deutschland sich wirtschaftlich autarkisch einstellt, ist es durch die Beengtheit seiner Lage und durch die drängende Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes dazu ge­zwungen. Im übrigen aber versucht die deutsche Wirtschaft, die okonömischen Probleme mit einer Weltoffenheit ohnegleichen zu lösen.

Die Leipziger Messe bietet daher ein großartiges Betätigungsfeld. Hier werden Geschäftsverbindungen und Geschäftsabschlüsse leicht gemacht, und daraus auch ist es zu erklären, daß der Aufschwung der Leipziger Messe in den vergangenen Jahre ein geradezu frappierender ist. Im Jahre 1914 zählte die Leipziger Messe 4243 Aussteller und 20 000 geschäftliche Besucher, im Jahre 1938 zählte sie 9512 Aussteller mit zirka 300 000 Besuchern. In diesem Jahre zählt sie 9800 Aussteller aus 28 Län­dern und aus 70 Ländern Anmeldungen von Ein­käufern. Während die Umsätze im Jahre 1934 rund 150 Millionen RM. betrugen, betragen sie im Jahre 1938 543 Millionen RM., und während die auslän­dischen Aufträge im Jahre 1934 37 Millionen RM.

Verheißungsvoller Slarl.

Schon am ersten Tage großer Besuch und zahlreiche Aufträge.

L e i p z i g, ö. März. (DNB.) Mit einem Festakt im Gewandhaus wurde die Leipziger Früh­jahrsmesse eröffnet. Nach der Begrüßungsansprache des Vizepräsidenten des Leipziger Meßamts er­innerte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels in feiner Rede daran, daß die Wirtschaft so un­politisch sie sich im einzelnen auch geben und ent­wickeln mag, trotzdem imengstenKontaktmit der Politik steht und stehen muß, daß Wirt­schaft und Macht zwei Dinge sind, die sich im Leben eines Volkes zu ergänzen haben, wenn anders nicht mit dem Verlust der Macht auch die Freiheit und die Entwicklungsfähigkeit der Wirtschaft auf- gegeben und verloren werden soll. Für Deutschland sind diese Ueberkgungen um so zwingender, als sich ja bekanntlich das deutsche Volk ökonomisch in einer Situation befindet, die beengter ist als die oller anderen europäischen Völker. Wir sind kaum noch in der Lage, das deutsche Volk mit den notwendigen Nahrungs-, Lebens- und Genußmitteln zu seinem täglichen Gebrauch zu versorgen. Und zwar liegt das nicht daran, daß wir dafür nicht genügend Fleiß, Intelligenz und Betriebsamkeit aufwendeten, sondern es liegt ausschließlich daran, daß das deutsche Volk bei der Verteilung der Schätze und Güter dieser Erde zu kurz gekommen ist. Es gehört zu den sogenann­ten Habenichtsen. Deshalb hat sich die deutsche Staatsführung auch gezwungen gesehen, unpopuläre Maßnahmen zu treffen, dje vielfach von der Oeffent- lichkeit nicht verstanden wurden, die aber um so not­wendiger waren, je schwieriger die Situation war, in der Deutschland sich, wirtschaftlich gesehen, befand.

Es ist vom Standpunkt der westlichen Demokra­tien aus außerordentlich einfach, an diesen Maß­nahmen hämisch und überlegen Kritik zu üben. Wenn beispielsweise die englische Oeffentlichkeit an den wirtschaftlichen Maßnahmen in Deutschland ierumnörgelt, so können wir Deutschen demgegen­über mit gutem Gewissen sagen: Die Engländer Riaben gut lachen. Sie besitzen ein Weltreich non so st unübersehbaren Ausmaßen. Sie verfügen über Rohstoffe, Gold- und Devisen­vorräte in unbeschränktem Umfange, denn England ist bekanntlich bei der Verteilung der Welt nicht zu kurz gekommen.

Die englische Oeffenttichkeil täte also gut daran, über dieses offenbare Mißverhältnis in den vesihrechten zwischen Deutschland und England nicht höhnisch zu lächeln ober gar unsere Me­thoden, dieses Mißverhältnis durch deutschen Fleiß und durch deutsche Unternehmungslust auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, zu bekritteln, fonbem im Gegenteil solche Versuche auf bas roärmfte z u unter stützen, weil sie besonders geeignet erscheinen, die ohne­hin ständig zunehmenden Spannungsstoffe in Europa herabzumindern und langsam und all­mählich zu beseitigen.

Auch kritischen Stimmen im eigenen Lande gegenüber müssen wir Nationalsozialisten immer wieder daraus vera>eisen, daß wir an diesem be­klagenswerten Zu stand keinerlei Schuld tragen. Denn nicht w i r Nationalsozialisten haben den Krieg unter ungünstigen Voraussetzungen über uns hereinbrechen lassen, ihn politisch denkbar schlecht geführt und verloren, nicht wir haben den Ver­sailler Vertrag, den Dawesplan und den Poung- rertraq unterschrieben, nicht mir haben von 1918 bis 1933 eine Politik betrieben, die zum vollkom­menen Ruin unseres wirtschaftlichen und finanziellen Lebens führen mußte und praktisch auch geführt hat. Wir haben nur die weniger populäre Aufgabe, diesen Zustand zu überwinden. Wir unter­ziehen uns dieser Ausgabe mit höchster politischer Leidenschaft, mit fanatischem Fleiß und mit einem nationalen Pflichtbewußtfein ohnegleichen. Wir haben also alle Veranlassung, auf unsere Leistungen auf wirtschaftlichem Gebiet, sie mögen in dieser oder jener Hinsicht auch noch nicht voll befriedigend fein, stolz zu fein und das deutsche Volk immer erneut Lufzurufen und zu ermahnen, uns dabei zu helfen, die ständig neu austauchenden Schwierigkeiten zu überwinden.

Der deutsche Standpunkt den gesamten Fragen unserer nationalen und internationalen IBitf- sHaft gegenüber kann etwa folgendermaßen

Leipzig, 5. März. (DNB.) Bei strahlendem Sonnenwetter hat die Leipziger Frühjahrsmesse am Sonntag einen guten Start verzeichnen kön­nen. Wohl selten hat die Messe einen derartigen Be­such gehabt wie diesmal. Der Verkehr in den Messe­palästen der Innenstadt nahm in einzelnen Häusern, z. B. auf der Tertil- und Bekleidungsmesse, einen noch nie dagewesenen Umfang an. Die Stände­inhaber und ihre Gefolgschaften konnten sofort Auf­träge hereinnehmen. Es scheint, daß die Nachfrage am Binnenmarkt sehr lebhaft ist, verstärkt durch die Kundschaft aus dem Sudetenland und der Ostmark. Sicherlich sprach auch das Ausland vor, doch galten die ersten Besuche mehr Jnformationszwecken.

Die Messe bringt weniger Neuheiten als sonst, was im Zuge der allgemeinen Normung und Typi­sierung liegt, läßt dafür aber in der Güte der her- gestellten Muster wesentliche Fortschritte erkennen. Die Verwendung der deutschen Aus­tausch- und Rohstoffe hat sich überall ein­gebürgert, so daß, was im vorigen Jahre noch als tastender Versuch erschien, heute als Spitzenleistung Dorliegt. Eine gute Aufklärungsarbeit über den Werkstoffdienst liefert die Wirtschaftsgrupie Ein - und Ausfuhrhandel, die im Messehaus Drei Könige" unter Beteiligung von 20 Branchen eine interessante Sonderschau aufgezogen hat, die erkennen läßt, wie überall durch richtigen Einsatz von deutschen Werkstoffen große Deoisenersparnisse erzielt werden können. Aus der Schmuckwaren­messe sprachen die neuen Modelle in Broschen, Schmucknadeln, Armreifen und Armbändern gut an. Auch die Messe in kleinen Lederwaren sowie in Aktentaschen und Reiseartikeln bringt manche Ueberraschungen. Wie immer finden Spielwa - ren Beachtung. Neben dem Volkswagen en Minia­tur e sind es Soldatenspiele aller Art und Puppen­kollektionen, die besonderes Interesse erwecken. Gute

Anregung vermittelt dann noch die Messe mit Werbemitteln, Packungen und Verpackungen.

Wie auf der Mustermesse, so war auch der Be­trieb aus der technischen Messe groß. Wie­der ist es die Werkzeugmaschinenhalle, die den tiefsten Eindruck aus die Besucher hinter- häßt. In ihr treten, die dringlichsten wirtschaftlichen Forderungen auf ßeiftungsfteiaerung und Rationa­lisierung besonders in den Doroergrund. Ein Rund- gang durch die Textilmaschinenhalle führt zu der Ueberzeugung, daß der Siegeszug der Zell­wolle nicht aufzuhalten ist.

Auch die Büromaschinen haben ihren Schlager". Es ist eine leichte, sehr flache Kleinschreibmaschine, die sich bequem in d e r Aktentasche unterbringen läßt und nur etwa sieben Zentimeter hoch ist. Eine derartige Kon­struktion ist nur durch Verwendung eines Preßstoff­rahmens und Kunstharzteilen möglich geworden.

Ein getreues Abbild des Aufsc^vunges der Bau­wirtschaft und unserer Bautechnik ist die Bau­rn e s s e mit etwa 300 Ausstellern. Das Angebot von bisher unbenützten oder neuartigen Baustoffen ent­spricht dem gesteigerten Bedarf auf diesem Gebiete. Weiter ausgebaut sind die von verschiedenen Fach­gruppen veranstalteten Kollektioschauen, die nicht unmittelbar dem Verkauf dienen, sondern in Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen zum Verständnis für die volkswirtschaftlichste, zweckmäßigste Verwendung und die technisch beste Ausnutzung unserer Baustoffe werben. Nicht unerwähnt soll die diesmal um das Doppelte vergrößerte Kolonialmesse bleiben, die mit einer lückenlosen Uebersicht von allen dieses Gebiet interessierenden Dingen die Messebesucher über die Erfordernisse einer kolonialen Betätigung aufklärt.

Obferfaat für eine neue Zukunft.

Das Sudetenland

gedachte der Toten des 4. März ISIS.

Am 4. März 1919 fielen unter tschechischem Maschi- n .igewehrenfeuer 54 s u d e t e n d e u t s ch e Män­ner, Frauen und Kinder, die friedlich für ihre Freiheit demonstrierten, lieber 100 Schwerver­letzte wurden in die Spitäler gebracht. An jenem 4. März trat in Wien die österreichische Nationalver- ammlung zusammen und erklärte das Land Oester­reich zu einem Bestandteil des Deutschen Reiches. Den Sudetendeutschen aber war die Teilnahme an der österreichischen Nationalversammlung ver­boten, deutsches Land trotz des versprochenen Selbstbestimmungsrechts der Völker militärisch besetzt worden. Darauf antwortete das Volk in Deutschböhmen verbittert und empört mit macht­vollen Kundgebungen. Tschechische Maschi­nengewehrsalven warfen die Deutschen zu Boden.

Zum erstenmal dürfen die Sudetendeutschen ihren Toten des 4. März 1919 eine Feierstunde gestalten, an der alle Volksgenossen teilnehmen. Im Mittel­punkt dieser Weihestunde des ganzen deutschen Vol­kes steht das nordböhmische Städtchen K a a d e n, wo am 4. März 1919 25 deutsche Menschen für Recht und Freiheit ihr Leben lassen mußten. Schweigend füllten Zehntausende den weiten Marktplatz. Gegen­über der Ehrentribüne, auf der die zahlreichen Ehrengäste und die Anverwandten der Gefallenen des 4. März Platz genommen hatten, stand eine Ab­teilung der Wehrmacht. Hinter ihr die Formationen der Bewegung. Um 22.30 Uhr erklangen die Glocken der Alten Kirche. Gauleiter Konrad Henlein schritt die Front der Formationen ab und begab sich auf die Tribüne.

Durch die Totenmusik von Stögbauer wurde die Totenfeier eingeleitet. Gaupropagandaleiter H ö l - l e r verlas dann den Aufruf der deutsch-böhmischen Landesregierung zum 4. März 1919 und die Orte der Kundgebungen, und die Hitler-Jugend antwor­tete mit der Zahl der Opfer, die am 4. März gefal­len waren, und legte die gleiche Anzahl Fackeln vor dem Ehrenmal gegenüber der Tribüne nieder. Nach dem LiedeWir heben unsere Hände" sprach Gauleiter Henlein.

Wir haben, so sagte er, euch, ihr Toten, vor 20 Jahren zu Grabe getragen. Wir ahnten damals, daß euer Tod den Beginn eines Opfer- ganges blutig kennzeichnete, der dem Sudeten­deutschtum vom Schicksal vorgezeichnet war. Es ist eine ewige und heilige Pflicht der Lebenden eines Volkes, in Dankbarkeit und Ehrfurcht der Toten zu gedenken, die als Zeugen für den Frei­heit s w i 11 e n als Opferfaat für eine neue Zu­kunft gefallen find. Es gesckieht nichts Großes in der Welt, das nicht durch Kampf und Opfer errungen wird. Die Toten des 4. März fanden uns durch zwei Jahrzehnte im Kampfe zur Seite. Wo sich Müdigkeit und Verzagtheit einschleichen wollte, mahnten sie durch ihr Opfer, das nicht umsonst fein durfte. Viele sind seither noch für unser Recht und unsere Freiheit gefallen. Alle Blutopfer des 20jäh- rigen Freiheitskampfes treten zu euch in eure Reihen, ihres Opfer wird mit uns das ganze deut­sche Volk alljährlich am Tage feiner Helden geden­ken: Denn wer für Deutschland fiel, lebt ewig im deutschen Volke.

Deutsche Helvengedenkfeier in London.

L o n b o n , 6. März. (DNB.) Der deutsche Kolonie in London beging den Heldengedenktag mit einer Feier an den in Potters Bar im Norden Londons liegenden Grabern der Zeppelin-Gefal­lenen. Zu der Feier hatte sich die gesamte deutsche Kolonie eingefunden, an ihrer Spitze der Landes­gruppenleiter Karlowa. An den Gräbern hatte eine Abteilung der NSKOV. mit ihrer Fahne Auf­stellung genommen. Die britische Frontkämpferoer­einigung British Legion hatte 10 Standarten und eine Abordnung entsandt. Der deutsche Pfarrer Schönberger hielt den Gottesdienst für die Ge­fallenen ab. Danach legte der deutsche Geschäftsträ­ger in London, Dr. Korbt, einen Kranz nieder.