Ausgabe 
6.2.1939
 
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Tor- und Langlauf im dichten Mel.

Kreismeisterschafiskämpfe auf dem Hoherodskopf.

Allen Unkenrufen zum Trotz wurde gestern auf dem Hoherodskopf die Kreismeifterfchaft im Lang­lauf und im Torlauf durchgeführt. Auch der reich­lich ungünstig lautende Wintersport-Wetterbericht, wie er oom Reichssender Frankfurt gegeben wurde, Schilauf nur im Walde gut", konnte daran nichts ändern. (3mGießener Anzeiger" vom Samstag lautete der Wetterbericht allerdings erheblich freundlicher!) Tatsächlich fanden die Schiläufer auch bessere Schneeoerhältnisse vor, als man zu hoffen wagte. Der Optimismus der Gießener Schi- ailde war stark genug, die beiden wunderbaren Omnibusse, die um V-7 Uhr am Ludhigsplatz stan­den, mit Schiläuferinnen und Schiläufern zu fül­len. 3n Breungeshain fand man eine fast ge» schlossene Schneedecke vor. Es war kalt, aber eigen­tümlicherweise wieder einmal nicht s o kalt wie in Gießen! Hinter den beiden Gießener Omnibussen trudelten auch noch zwei vollbesetzte Omnibusse aus Wetzlar ein und auch von Lauterbach her waren zahlreiche Schiläufer gekommen. So war also wie­der einmal alles so, wie man es sich für einen Wettkampfsonntag aus dem Hoherodskopf wünschte. Es gab Betrieb, den auch die Nebelkappe, die während des ganzen Sonntags über dem Hohe- ordskopf lag, nicht beeinträchtigen konnte. Wäh­rend der Hang nach Breungeshain zu ausgezeich­neten Firnschnee aufwies, war die Renüwiese in schlechter Verfassung. 3m Walde selbst konnte man sehr gut laufen.

Sofort wurde mit den Vorbereitungen für die Wettkämpfe begonnen. Kreisfachamtsleiter D ö r f - ner nahm sie mit aller Energie in die Hand. Leider hatten die Bad-Nauheimer und ihr Kreis 11 abgesagt. Der Langlauf war noch nicht abgesteckt, den ursprünglich der Kreis 11 organisatorisch durch­führen wollte. Unter der Leitung von Dr. Spöt- t e l wurde er aber dann doch noch festgelegt. 3n- zwischen aber wurde am Hang nach Breungeshain zu, in einer Länge von etwa 1000 Meter und einem Höhenunterschied von etwa 100 Meter, der Torlauf abgesteckt. An einen schnellen A b f a h r t s ° lauf war leider nicht zu denken, da der Nebel alle Sicht nahm. Auch von Tor zu Tor war schlecht zu sehen, und Papierfähnchen zwischen den Toren mußten den Weg weisen. 3nsgesamt wurden 22 Tore auf die Strecke gebracht, dabei mehrere quer zum Hang, so daß einige scharfe Spitzkehren ge­laufen werden mußten. Und neben der gründlichen Markierung der Strecke wurde um ganz sicher zu gehen die abgesteckte Strecke erst einmal von allen Wettkämpfern abgegangen. Dann pilgerte man von Breungeshain wieder hipauf zum Start­platz.

3ndessen hatten Kameraden der jj (Nachrichten­zug III/373. - Nachrichten - Sturmbann) innerhalb ganz kurzer Zeit über die Strecke des Torlaufs eine Fernsprechleitung gelegt, die auf Anhieb ausgezeich­net funktionierte. 3etzt konnte es losgehen!

Erfreulicherweise beteiligten sich etwa 45 Wett­kämpfer an diesem Torlauf. 3n kurzen Abständen wurden sie gestartet. Wer ein Auge dafür hatte, für den ergab sich ein phantastisches Bild. Schon nach Sekunden, schon nach dem ersten Tor ent­schwanden die Läufer den Blicken und wurden oom Nebel verschluckt. Einsam stand bei jedem der Tore ein Wächter, der aufzupassen hatte, daß jeder Läufer das Tor vorschriftsmäßig nahm. Der Läufer selbst aber hatte alle Aufmerksamkeit darauf zu ver­wenden, die Fähnchen zu entdecken, die ihm den Weg zum nächsten Tore wiesen und dabei Tempo oorzulegen. Für die Zuschauer, die sich an dem einen oder anderen Tor einfanden, tauchten die Läufer wie Schemen auf und verschwanden wie­der im milchigen Weiß.

Der Kampf wurde von den Stoppuhren entschie­den. Es mußte nur gegen die Stoppuhr gelaufen werden. Das gelang diesmal dem ausgezeichneten Wetzlarer W a l d f ch m i d t am besten, der gestern sogar den sonst ausgezeichneten Burg st einer (Gießen), der auf dem dritten Platz hinter Knüt­tel (Lauterbach) einkam, hinter sich ließ. Die Wetz­larer Garde war übrigens durchweg gut in Form und gab in allen Klassen einen ernsthaften Gegner der Gießener Läufer ab. Auch einige Läuferinnen gingen auf die Strecke und errangen gute Zeiten.

Waren die Schneeverhältnisse für den Torlauf, dank des schnellen Firnschnees noch sehr günstig, so galt dies nicht für den Langlauf. Es war gegen Mittag wärmer geworden, und der Schnee wurde im Walde schwerer als er am Vormittag war. Die 14 Läufer, die in verschiedenen Altersklassen für den Langlauf

gemeldet hatten, sanden aber eine gute Spur und eine gute Markierung vor. Nur einer der Wett­kämpfer verlief sich. Die Loipe führte durch den Oberwald, führte fast ausschließlich durch Wald, stellte aber durch den schweren Schnee und durch die zu bewältigenden Höhenunterschiede hohe Anfor­derungen. Trotz alledem wurden erfreulich gute Zei­ten gelaufen. Den Sieger stellte der Gießener Flieger Zörnsch (Schiklub Gießen) mit der ausgezeich­neten Zeit von 1:28,8 Stunden für die Strecke von etwa 14 Kilometer. Bei den 3ungtfiannen siegte Reuten (Wetzlar) in der Zeit von 41,34 Minuten für etnra_ 8 Kilometer Strecke. Walter Zerndt, Wetzlar (Schiklub Gießen), lief in der Altersklasse II ein tapferes Rennen. Start und Ziel lagen dicht hinter dem Klubhaus. Die Strecke war so verlegt, daß die Läufer zweimal die Runde machen mußten.

Den Abschluß des Tages bildete dann die Sieger­verkündigung im Klubhaus, dessen großer Gastraum bis auf den letzten Platz besetzt war. Herzlicher Dank wurde aus dem Kreis der Schikameraden heraus dem Kreisfachamtsleiter D ö r f n e r für seine viele Mühe und Arbeit um die Durchführung der Wett­kämpfe gesagt. 3n angeregtester Stimmung wurde dann die schnelle Abfahrt nach Breungeshain an­getreten, bei der es allerdings noch manchen harten Sturz gab, da ja der Schnee kaum zehn Zentimeter hoch lag. Aber doch landeten alle glücklich und ohne ernsten Unfall in Breungeshain. Eine Stunde spä­ter sie verging beim gemeinsamen Gesang wie im Fluge kam man dann wieder in Gießen an. Ein dreifaches, kraftvollesSchi-Heil!" beschloß den schönen Tag.

Der tanglaus.

Männer (Allgemeine Klasse): 1. Theo Zörnsch (Fliegerhorst), SC. Gießen, 1:28:8,4 Std.; 2. Fritz Bender, Wetzlar, 1:36:38,8 Std.: 3. Adolf Walz, Wetzlar, 1:42:18 Std.; 4. Gerh. Schmidt, Wetzlar, 1:45:42 Std.

Altersklasse I: 1. Fritz Rakosky, Wetzlar, 1:28:39,5 Std.

Altersklasse II: 1. Walter Zerndt, SC. Gießen, 1:49:35,5 Std.

3ungmannen (8 km): 1. Otto Reuter, Wetz­lar, 41,34 Min.; 2. Heinz Ellwanger, Wetzlar, 50,48 Min.; 3. Alfred Schuster, Wetzlar, 52,42 Min.

Der Abfahrtslauf.

Männer (Allgemeine Klasse): 1. Fritz Wald- schmidt, Wetzlar, 2:14 Min.; 2. Hch. Knüttel. Lauterbach, 2:17,6 Min.; 3. Karl Burgsteiner (6./3R. 116), SC. Gießen, 2:19,5 Min.; 4. Otto Seibert, Wetzlar, 2:19,9 Min.; 5 K. H. Schlüter, 2:30,6 Min., 6. G. Bösselmann, 2:38,9 Min., 7. G. Eidmann, 2:40,4 Min., 8. Franz Koch, 2:42 Min., 9. Otto Spägele, 2:45 Min., 10 Fritz Werner (Pi. 2/116), 2:45,3 Min. (sämtlich Schiklub Gießen); 11. Lehr, Wetzlar, 2:52,3 Min.; 12 Otto Reuter, Wetzlar, 2:53,8 Min.; 13. Heini Bergemann (Flieger­horst Gießen), SC. Gießen, 3:00 Min.

Altersklasse I: 1. Karl Althaus, SC. Gie­ßen, 2:19,7 Min.; 2. Arthur Koch, Wetzlar, 2:38 Min.; 3. Fritz Rakosky, Wetzlar, 2:46,3 Min.

Altersklasse II: 1. Walter Zerndt, SC. Gießen, 2:50 Min.

Altersklasse III: 1. Gerlach. Wetzlar, 2:55,4 Min.; 2. Max Engelmann, Wetzlar, 3:33,4 Min.

Frauen (Allgemeine Klasse): 1. Susi Lünz- mann, Wetzlar, 3:54,8 Min.; 2. Elline Gerlach, Wetzlar, 3:56 Min.; 3. Johanna Greb, Lauterbach, 4:06,2 Min.

Frauen (Altersklasse I): 1 Frau Mengel, Wetzlar, 4:02,2 Min.; 2. Frau Gerlach, Wetzlar, 4:09,8 Min.

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Unermüdlicher Kreisfachamtsleiter Dörfner am Telephon der jj.

Langlaufsieger Zörnsch, Fliegerhorst Gießen (rechts), und Burgsteiner.

Frau Eleonore Keller, geb. Born

im 61. Lebensjahr.

Die trauernden Hinterbliebenen:

859C

862P

Gießen (Schubertstraße 99). den 4. Februar 1939.

B64D

Vermietungen I

Garbenteich, Steinberg, Großen-Buseck, 4. Februar 1939.

Die Beerdigung findet am Montag. 6. Februar, nachmittags 3 Uhr statt

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Protokoll vorzubringen.

Gießen, den 3. Februar 1939.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

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Heute nacht um 3 Uhr entschlief nach kurzem, schwe­rem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere hebe, hoffnungsvolle Tochter. Schwester und Enkelin

Frieda Volk

im blühenden Alter von 18 Jahren.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Familie Heinrich Volk III. und Großeltern.

Großen-Buseck, den 6. Februar 1939.

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Februar, um 2 Uhr nachmittags statt.

Bekanntmachung

Der Straßen- und Baufluchtlinienplan der Rand- straße entlang dem Sportfeld von der Wiesenstraße bis an das Anwesen Marburger Straße 44 und für die Verbindungsstraße zwischen Marburger Straße und der Randstraße sowie der Entwurf der zu­gehörigen Ortssatzung liegt im Einverständnis mit den Ratsherren der Stadt Gießen in der Zeit vom 6. bis 20.Februar 1939, auf dem Stadtbauamt, After­weg 9, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Einwendungen sind während der Offenlegungsfrist beim Stadtbauamt, Asterweg 9, schriftlich oder zu

Tüchtige, jüngere

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Zwangsversteigerung Dienstag, 7. Febr. 1939, nachm. 2 Ubr, sollen im Vorkaufslokal tmthncfi, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekannta. in ob. Lokal) zwangsweise gegen sofort. Barzahlung versteigert werden: vaus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Schneidernähmaschine, An­zug st off, 1 Schaufensterausstellgs.- Einrichtung, 1 Schaubekalbum mit Briefmarken, 1 Warenschrank, eine chinesische Buchrolle, 1 Schreib­maschine, 1 Eisschrank. 874d Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstraße 2, Tel. 3108.

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Am Samstag, dem 4. Februar, vormittags, entschlief nach schwerem

Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter. Großmutter und Tante

Heute morgen %11 Uhr verschied nach langem Leiden unser lieber

Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Februar, auf dem Neuen

Friedhof um 15% Uhr statt

Die trauernden Hinterbliebenen:

Familie Heinrich Stein

Familie Georg Stein

Familie Ludwig Stein

Familie Wilhelm Wehrum.

Familie Ludwig Keller

Familie Willi Joh

Heinrich Stein

Bahnbeamter i. R.

im 75. Lebensjahr.

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Februar, um 14% Uhr statt.

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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Müller, Schuhmachermeister Familie Heinrich Müller Familie Otto Albach

Ruttershausen, den 6 Februar 1939.

Am Samstagmittag entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe krau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Frau Wilhelmine Müller, geb. Bender