Ausgabe 
6.2.1939
 
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der Landesobmann der Volksgemeinschaft der Deut­schen in Rumänien, Fritz Fabrizius, gewählt neof- sindk Füh-Buf f *

Ministerialrat Scheer vom Oberkommando des Heeres ist zum Korps in tendanten und Chef der Wehrkreisverwaltung IX. Armeekorps ernannt worden.

Professor Hunke.

Der neue Präsident des Werbcrates der deutschen Wirtschaft.

In fast allen zivllisierten Ländern der Welt finden sich in wichtigen politischen Führerstellen Männer, die aus der Wirtschaft hervorgeganaen sind und deren privatwirtschaftliche Erfolge die Plattform ab- gaben, von der aus sie ihre politische Karriere be­gannen. In Deutschland ist das auch in der Vergangenheit sehr selten der Fall gewesen. Die führenden Persönlichkeiten des Nationalsozialismus kamen gleichfalls fast ausnahmslos nicht aus den Kreisen der sogenannten Wirtschaftsführer: denn die Aufgaben des nationalsozialistischen Kämpfers und Revolutionärs bildeten sich nicht in der Sphäre bürgerlicher Sicherheit und in der Verteidigungs­zone kapitalistischer Interessen.

Trotzdem ist es unerläßlich, daß nach dem Gelin­gen einer Revolution für die Durchsetzung der voli- tischen Ziele auch in der Wirtschaft politische Führer» köpfe wirtschaftliche Sachverständige werden, damit sich die Wirtschaft nicht den politischen Zielsetzungen entziehen kann und damit nicht das Funktionieren des Wirtschaftsapparates durch Führerlofigkeit und mangelnde Sachkenntnis gefährdet wird. So einfach und klar das Programm des Führers auch für die wirtschaftliche Zukunft des Reiches formuliert war, so notwendig war es, daß Nationalsozialisten sich bereit sanden, sich in die Einzlaufgaben seiner Durch­führung zu vertiefen.

Wie frühzeitig der nunmehrige Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Professor Dr. Heinrich Hunke, die Probleme der national» sozialistischen Wirtschaftsführung angesaßt hat, be­weist die Tatsache, daß er schon 1929 das Amt des Gauwirtschaftsberaters der NSDAP, für Groß-Berlin übernahm und seitdem ein Großteil seiner gesamten Arbeitskraft für die wirtschaftliche und soziale Gesundung Berlins eingesetzt l-at. Fe größer die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit in Deutschland wurden, um so mehr sah sich Hunke veranlaßt, sich den immer schwieriger werdenden Problemen entgegenzuwersen und für wirtschafts­politische Aufklärung zu sorgen. Diese Aufgabe führte ihn 1932 zur Gründung der ersten national« so.zialistischen WirtschaftszeitungDie Deutsche Volkswirtschaft', die damit das älteste wirt­schaftspolitische Kampforgan des Nationalsozialis- mus ist , ,

Schon damals erkannte Hunke den untrennbaren Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Kri­senerscheinungen in Deutschland und der tiefgehen­den Strukturänderung, die der Weltkrieg der natio­nalen Wirtschaftskraft des Reiches auferlegt hatte. Die Möglichkeit einer Wiedererstarkung sah er in der Entwicklung des wehrwirtschaft­lichen Denkens, d. h. der Erringung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit auf den Gebieten, auf denen durch eine Produk­tionserweiterung eine Selbstversor- gung zu erreichen war. Diese wegweisenden Er­kenntnisse, denen er erneut in seinem BucheGrund- züqe der deutschen Volks- und Wehrwirtschaft" zum Durchbruch verhalf, führten zu seiner Ernennung zum Wehrwirtschaftsführer.

Als im Jahre 1933 der Werberat der deutschen Wirtschaft gegründet wurde, des- sen Aufgabe ja nicht nur in der Ordnung und Ausrichtung der gesamten Wirtschaftswerbuna be­steht, sondern vor aLem in der Zusammenfassung aller Kräfte auf dem Gebiete der Absatzför­derung, der Derbrauchslenkung und Ausfuhrförderung, wurde Hunke zum Dizepräsibenten dieser Reichsstelle ernannt. Diese Tätigkeit brachte ihn in engste Fühlung nut der Wirtschaft, für deren Wiederaufrichtung er die großen Werbemittel (Presse, Ausstellung, Film usw.) erfolgreich einsetzte. Die grundlegende Arbeit von Prof. Dr. Hunke auf dem Gebiet der Wirt­schaftswerbung und Wirtschaftspropaganda war der Anlaß, ihn 1935 zum Ministerialrat im Reichs­ministerium für Volksaufklärung und Propaaanda und neuerdings zum Präsidenten des Werbe­rates der deutschen Wirtschaft zu ernennen. Seit 1933 ist Hunke Mitglied des Beirats der Deut­schen Reichspost, des Reichsverkehrsrates und des Reichsausschusses für Fremdenverkehr Hunke ist 1902 in Lippe geboren, studierte Volkswirtschaft, Geographie und' Naturwisienschast in München, Berlin, Göttingen und Halle, promovierte 1927 und legte 1930 sein Assessorexamen für das höhere Lehramt ab Seit 1927 war er R-lerent im Reichs­weh rmi niste ri um und seit 1932 Mitglied des Reichstages Hunke ift auch Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP.

(5ir Henri Deterding gestorben.

Den Haag, 4. Febr. (DNB.) In Moritz starb Sir Henri Deterding, der Begründer des Royal-Dutch-Konzerns, im Alter von 72 Jahren an einem Herzschlag.

Deterding wurde 1866 als das vierte von fünf Kindern eines holländischen Seekapitäns in Amster­dam geboren. Mit sechs Jahren schon vaterlos, muhte er früh zum Lebensunterhalt der Semen beitragen. So kam es, daß er bereits mit 16 Jah­ren als Banklehrling tätig wurde. Später wurde er, der durch seine Tüchtigkeit schnell aufgefallen war, der engste Mitarbeiter Keßlers, des leitenden Direktors der Royal Dutch Oil Company, womit fein sensationeller Aufstieg in der Erdölindustrie be­gann. Er erkannte, daß die Fragen des Transportes und der Lagerung nicht weniger Bedeutung hatten ols Produktion und Verarbeitung. Als Nachfolger Keßlers machte er der Konkurrenz der holländischen Erdölindustrie durch ein Berkaufsadkommen 1903 ein Ende. Mit der gleichzeitigen Hinzunahme der englischen Shell wurde die Asiatic Petroleum Com­pany Ldt gegründet. Später die Anglo-Saxon Pe­troleum Company und die Batavsiche Petroleum Maatschappij, und zwar in der Weise, daß alle Transportmittel auf die erstere übertragen wurden, während letztere Oelselder, Produktion und Rafft- merien in sich vereinigte. Die Asiatic Petroleum Company blieb mit Deterding an der Spitze Der- kaufsdüro für sämtliche Gesellschaften in der Gruppe. Unter feiner Führung hat die Royal Dutch Shell sich eine beherrschende Stellung auf dem Weltpetro­leummarkt gesichert.

Die Veränderungen in der Lustwaffe.

Unsere Aufnahme zeigt (links) Generaloberst Milch, der Generalinspekteur der Luftwaffe wurde, und (rechts) General der Flieger Stumpff, der Chef der Luftwehr wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Oie Chefs der dreiLustflottenkommandos

Im Zuge der organisatorischen Veränderungen der Luftwaffe wurden ernannt (von links): General der Flieger Felmy zum Chef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nord; General der Flieger Kesselring zum Chef der Luftflottel und Befehlshaber Ost, und General der Flieger Sperrte zum Chef der Luftflotte 3 und Befehlshaber West (Scherl-M.)

Die erste Lustpofikuische.

Zum 20jährigen Jubiläum der deutschen Lustpost.

Die Deutsche Luftpost blickt am 6.Februar auf ihr zwanzigjähriges Bestehen zurück. Eigentlich besitzt sie mehrere Geburtstage, offiziell wurde sie aber vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen, als es bei uns im Lande drunter und drüber ging, als die Reichsregierung es für zweckmäßiger hielt, die eben gewählte Nationalversammlung nicht in dem von Revolutionsfiebern hin- und hergeschüttelten Berlin, sondern in dem etwas ruhigeren und ab­seits liegenden Weimar zusammentreten und tagen zu lassen. Berlin behielt aber den Verwaltungs­apparat, folglich mußte für ein gut funktionierendes Benachrichtigungswesen gesorgt werden. Auf die Eisenbahnen war kein Verlaß. Briefe, die man in Berlin ober Weimar einsteckte, kamen erst nach Ta­gen an. Denn wenn nicht irgendwo aus betrieblichen Gründen Verkehrspausen eingelegt werden mußten, bann waren es bestimmt die das ganze Land un­sicher machenden spartakisftschen Revolutionsgarben, Die sich im wahrsten Sinne des Wortes quer legten und den Verkehr behinderten, bis sie mit kräftigen Mitteln eines Besseren belehrt wurden. Oder es fehlte an Kohlen, so daß der schon unter der Ab­lieferung von vielen tausend Lokomotiven und Wa­gen an Frankreich schwer leibende Eisenbahnbetrieb in Unordnung geriet. Auch das Telephon war nicht verläßlich genug. Entweder hörte Rot irgendwo mit und veröffentlichte alsbald in der unabhängigen "oder spartakistischen Presse, was die sozialdemokratische Regierung zu tun beabsichtigte, oder eine Draht­schere spartakistischer Saboteure zerschnitt die Ver­bindungen. Man zerbrach sich also den Kopf, was geschehen müsse^ um einen Verkehr sicherzustellen, der wichtige Briefe und Dienstschreiben rasch und zuverlässig von Berlin nach Weimar und zurück brachte. Und da verfiel man auf das Flugzeug. Kriegsmaschinen gab es trotz der ungeheuren Zahl an die Entente abgelieferter Flugzeuge noch ge­nug. Man nahm an einigen dieser Maschinen ein paar Umbauten vor, und am 6. Februar 1919 brauste d i e erste Luftpost kutsche sie steht jetzt im Luftfahrtmuseum in Berlin von Berlin nach Weimar ab. Herzliche Glückwünsche begleiteten sie, aber niemand glaubte ernsthaft an deren Erfüllung. Denn im Lande sah es zu trau­rig aus und an den Grenzen wie in den deutschen Gauen stand der Feind, während eine deutsche Wehrmacht dank dertüchtigen" Staatsführung jener Elemente, die frühzeitig mit der Zermür­bung der deutschen Widerstandskraft begannen, bis sie schließlich im Regierungssessel saßen, nicht mehr vorhanden war. Nur Freiwillige bewahrten mit der Waste in der Hand die schwer gestörte Staats­ordnung einigermaßen. Man braucht nur einmal die alten Zeitungsstände jener Zeit herzunehmen, um das gewaltige Elend vor Augen zu haben: Spartakistenkämpfe im Reich, Streiks, keine Koh­len, bann wieder etwas bessere Förderung, weil man zur Abwechslung nicht streikte, sondern arbei­tete, Konflikte mit der diktierenden Waffenstill- standskommission, französischer Einmarsch in Kehl, Kriegsberichte von der polnischen Front, die nicht weit vor den Toren Berlins lag. So geht es end­los. Don dem ersten Flug nach Weimar weiß der Chronist nichts zu berichten. Er hat in feiner Zei­tung keinen Platz dafür.

Wesentlich alter als die Flugpost ist die Idee, Briefe auf dem Luftwege zu befördern. Wenn wir durch das Postmuseum in Berlin gehen, bann fällt unser Blick auch auf eine Zeichnung, die ein Luft­schiff zeigt, bas ben stolzen NamerAdler" erhalten hat. Es handelt sich nur um einen Entwurf, gebaut würbe es niemals. Wäre es aber gebaut worden,

bann hätte es Briefe beförbern sollen. Jahrzehnte später war es ber Reichspostminister Stephan, der am 24. Januar 1874 in einem Vortrag die Luft­post voraussagte, ohne daß man damals brauchbare Einrichtungen für einen Derartigen Dienst besaß. Man kannte nur die Brieftauben, man hatte außerdem einige Jahre zuvor bei ber Belagerung von Paris feststellen bürfen, baß ber Luftballon für bie Post- unb Personenbeförberung nicht ganz ungeeignet, wenn auch mehr als unzuverlässig mar. Auf bie Zuverlässigkeit kam es jedoch ber deutschen Post von jeher an. Darum verhielt sie sich allen späteren Angeboten gegenüber sehr reserviert. Im Februar 1912 würbe aus ben schon im Flugsport recht rührigen Düsselborfer Kreisen heraus das An­gebot gemacht, einen Dienst von Köln über Düssel­dorf nach Neuß einzurichten. Man wollte 3ur Hebung ber Fliegerei einen unregelmäßigen Passa- qierbienft einrichten und Post mitnehmen. Grunb- sätzlich lehnte Berlin die Inanspruchnahme von Flugzeugen nicht ab, erklärte sich aber auch nicht damit einverstanden, unbesehen jeder Maschine das ihr anvertraute Postgut mizugeben. Und damit hatte sie vollkommen recht. Schließlich steckte die Fliegerei noch in den Kinderschuhen.

Die Schaffung einer sehr rasch wieder eingeschlafe­nen Flugpostlinie BorkBrück im Februar 1912 zeigte zwar, daß man sich der Flugpost bereits mit Riesenschritten näherte, aber vom flugplanmäßigen Streckendienst konnte vorerst noch gar keine Rede sein. Auch der gelungene Flug mit demGelben Hund" des hessischen Leutnants vonHiddessen von Frankfurt nach Darmstadt, der sich einen Post- beutel mit 20 000 Postkarten zwischen die Knie klemmte, war nur ein Vorläufer. Der eigentliche Geburtstag des Postflugdienstes war der Tag dieses Fluge- auch noch nicht. Es gab aber noch weitere Vorläufer. 1917 verkehrten regelmäßig Militärflug­zeuge mit Heerespost zwischen Dünaburg und Kiew, 1918 gab es einen gut funktionierenden Dienst zwi­schen Brest-Litowsk und Kiew, vom 15. Februar 1918 bis 15. Mai 1918 wurde sogar bie innerbeutsche Strecke BerlinHannoverKöln im Postdienst be­flogen. Dieser Dienst ließ genau wie die Flüge an der Ostfront erkennen, daß das Flugzeug auch über ben Krieg hinaus zu gebrauchen war, und baß es gerade auf dem Gebiete des Verkehrs eine Zukunft besaß. Uebrigens wurden während des Krieges schon Verkehrsflugzeuge entworfen, eines, ein Großraum­flugzeug mit vier Motoren, wurde gebaut, mußte aber zerstört werden. 1917 wurde zur Untermaue­rung dieser Bestrebungen bie Deutsche Luftreederei gegründet, die am 8. Januar 1910 ihre behördliche Genehmigung erhielt.

Leutnant von Hiddessen hatte seinerzeit 203 Kilo Dost mitgenommen, die beiden ersten Weimar- Flieger Höhndorf und Koennecke nahmen für die Nationalversammlung schon wesentlich mehr mit. Dieser Dienst spielte sich rasch ein, er wurde etwas ausgebaut, so baß innerhalb eines Jahres 100 000 kg Post auf bem Luftwege über eine be­flogene Strecke von 650 000 km beförbert wurden. Demgegenüber die Zahlen von heute, wie sie der Abschlußbericht für das Verwaltungsjahr 1937/38 erkennen läßt: Briefsenbungen 564 800 kg, Pakete 156 300 kg unb Zeitungen 627 000 kg, zusammen also in einem Jahr 1 348 100 kg Fluapost. Tag unb Nacht geht bie Flugpost in die deutschen Gaue und in die ganze Welt hinaus. Sie wird in Spezialflug­zeugen durch bie Lufthansa beförbert ober von ben Passagierflugzeugen mitgenommen. Wenn die An­lagen des Zentralflughafens in Berlin fertig sind, erfolgt hier ber gesamte Postumschlag in riesigen

unterirdischen Räumen, in die die Kraftwagen hin­einfahren können. Die Reichspost bedient etwa 155 über die Reichsgrenzen hinausgehende Strecken flug- planmäßig. Im Auslande erfolgt für weitergehende Briefpost bie Umlabung in die Anschlußflugzeuge. Binnen kurzem befinden sich die Briefe in den Hän­den von Empfängern, die am andern Ende der Welt wohnen. Briefe, die sonst Monate unterwegs waren, sind heute nach einem Dutzend Tage an ihrem Be­stimmungsort. Denn auch bas Auslanb fliegt kurs- buchmäßig, es ergänzt in ber besten Weise bas beutsche Streckennetz, ausgenommen bie bolsche­wistische Sowjetunion, bie wohl auch über Strecken verfügt, von ber man aber niemals einen festen Flugplan erhalten kann, was an sich nicht über» raschenb ist, ba es im Reiche Stalins nichts gibt, was nach Drbnung aussieht. D. S.

Aus aller Wett.

Riesenerfolg ber Grünen Woche.'

Die Grüne Woche 1 9 3 9, die am Sonntag­abend abgeschlossen wurde, hatte am Sonntag mit rund 85 000 Besuchern einen Rekord aufzuweisen. Insgesamt passierten während der zehntägigen Dauer 4 21 7 00 Besucher die Drehkreuze, ein Erfolg, ber selbst nach ber vorjährigen Pause alle Erwartungen übertrifft. Die letzte Grüne Woche 1937 hatte demgegenüber 330 000 Besucher aufzu- weisen. Besonders groß was das Interesse für die Ausstellungsabteilungen, die die Probleme der Er­nährungsumstellung, ber Produktionssteigerung, ber Landflucht und ber Verteilung bes Volksein­kommens zwischen Stadt unb Land behandelten Aussträmende Kohlengase fordern zwei Todesopfer.

Eine folgenschwere Kohlenoxybvergif- tu n g ereignete sich in bem Städtchen Lingen an ber Ems, bem bisher zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Eine Familie, bestehend aus ber ver­witweten Mutter unb zwei Töchtern, war seit vier Tagen nicht mehr gesehen worden. Die Nachbarn schöpften Verdacht unb verständigten die Polizei. Als Diese die Türen erbrach, bot sich ihr ein schreck­liches Bild. Die beiden Töchter im Alter von 18 unb 20 Jahren wurden in ihren Betten liegend t o t aufgefunben, während die Mutter noch schwache Le­benszeichen von sich gab. Der herbeigerufene Arzt stellte fest, daß der Tod ber beiden Mädchen bereits vor ad)t Stunden eingetreten sei. Die Mutter wurde in ein Krankenhaus geschafft, doch wird an ihrem Aufkommen gezweifelt, bas Unglück ist auf aus­strömende Gase eines eisernen Ofens zurückzuführen.

Zwei folgenschwere Feuersbrünste in England.

Im Osten Londons brannte während der Nacht zum Samstag ein Wohnhaus völlig nieder, wobei eine ganze Familie, die Eltern, ein fünf Jahre unb ein sechs Monate altes Kinb, ihr L e b e n einbüß - ten. Die Familie lebte im zweiten Stock bes Hauses und konnte nicht mehr gerettet werben.

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In Slough (Buckinghamshire) brannte in ber Nacht zum Samstag bas große Jnbustriewerk ber Stabt, bie Rheostatik-Fabrik fast völlig nieber. Trotz höchsten Einsatzes ber Feuerwehr wurde nur ein Teil des Werks gerettet. Während des Brandes kam es zu mehreren Explosionen in ber Fabrik, so baß man zunächst annahme, daß es sich auch hier wieder um Bombenattentate gehandelt haben könnte. Die Polizei erklärte jedoch, für diese Vermutung keinerlei Bestätigung zu haben.

Ileberschwemmungen in USA. fordern Todesopfer.

Infolge schwerer Regen- und Schneefälle traten der Ohio unb anbere amerikanische Flüsse aus ben Ufern. Weite Gebiete in Ohio, Illinois, Indiana, West-Dirginien, Pennsylvanien, Kentucky, Arkaysas und Tennesfee wurden überflutet. Etwa 20 Menschen sind ertrunken. Chattanooga und an­dere Orte stehen teilweise unter Wasser. Drei Austernboote kenterten im Orkan vor Maryland. Neun Fischer sind ertrunken.

Büchertisch.

Frühjahrsneuerscheinungen des Verlages Gerhard Slalling.

Der Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg i. O., Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Rolf Bathe: Mäner am Feind Die bedeutend­sten Leistungen einzelner deutscher Soldaten unb Truppenteile im Weltkrieg als Beispiele für die Pflichten des Soldaten". Ulrich Sander: Mann vom See. Roman. Bruno Nelissen Haken: Du hast gut trillern, Lerche! Ein humor­volles Buch. Andrieu-Morin: Auf Horch­posten vor Verdun. Pros. Dr. von D r i g a l s k i: Der Aufstieg bes Sanitätskorps. Dr. Theobor Sonnemann: Die Frau in der Landesverteidi­gung. Hans Flemming: Der Unteroffizier des deutschen Volksheeres. Josef Remo 1 d: Geländeaufgaben für die Hitler-Jugend. Kurze russische Grammatik, von Generalmajor a. D. Baschkewitz-Gorbatsky. Die Lieder bes Georg von ber Bring.

Wetterbericht

Die Aenderung ber Großwetterlage macht lang­same Fortschritte. Während in Sübdeutschland in der Nacht noch Fröste von 12 Grad unter Null überwiegen, wird die Nordseite von Westdeutsch­land von einer milderen und feuchteren West­strömung erfaßt. Diese führt zu stärkerer Nebel­bildung, die örtlich den ganzen Tag über anhält. Niederschläge sind aber noch nicht zu erwarten.

Vorhersage für Dienstag: Meist neb­lig, trocken, Temperaturen etwas unter Null Grab, schwache Winde.

Lufttemperaturen am 5. Februar: mittags 2,1 Grad Celsius, abends1,9 @rab; am 6. Februar: morgens3,0 Grad. Maximum 3,0 Grad, Mini­mum heute nacht4,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Februar: abends 0,2 Grad: am 6. Februar: morgens 0,2 Grad.

Wintersport-Wetterbericht.

Schwarzwald. Wildbad Sonneberg: Heiter, 9 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Firn, Schi und Rodel sehr gut.

Alpen. Predigtstuhl: Heiter, + 4 Grad, Gesamt­schneehöhe 75 cm, Firn, Schi und Rodel gut. Bad Tölz: Heiter,14 Grad, Gesamtschneehöhe 14 cm, gereift, Schi gut, Rodel mäßig.

Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hcms Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsbruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.