Ausgabe 
6.1.1939
 
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nischen Denkmale aus der Tertiärzeit darstellt, als nationales Wahrzeichen unangetastet zu lassen. Eine liberalistische Zeit vermochte sich zu einem solchen Entschluß nicht aufzuschwingen. Da der Kern des Hohenstoffeln aus Basalt besteht einem Gestein, das es in Deutschland im Ueberfluß gibt legte man vor 25 Jahren am Nordgipfel einen Stein- bruch an, der mit der Zeit zur Entstellung des Berges führte und die Ruinen der einst dort auf- ragenden Burg fast ganz zerstörte.

Vier Kinder erstickt.

In dem Dorfe Großgollnisch bei Bunz- !au wurde eine Landarbeiterfamilie von einem schweren Schicksalsschlage heimgesucht. Als sich die Eltern auf dem Felde befanden, brach in der Woh­nung, in der die vier Kinder der Familie im Alter von elf Monaten bis zu vier Jahren schliefen, ein Brand aus, der durch einen schadhaften Ofen ver­ursacht worden war. Ortsbewohner alarmierten die Feuerwehr, die die Kinder aus der brennenden Woh­nung herausholten. Die angestellten Wiederbele­bungsversuche blieben aber erfolglos; die Kinder waren bereits im Rauch e r st i ck t.

Fingierter Raubüberfall auf ein Hamburger Wettbüro.

Am 1. Januar war angeblich ein Raubüberfall auf die Angestellten einer Wettannahmestelle in Hamburg verübt worden, bei dem die Verbrecher mit vorgehaltenem Revolver die Herausgabe der e Tageskasse mit etwa 15 000 Mark erzwungen haben sollten. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben jetzt, daß der Raub üb er fall fin­giert war. Der Geschäftsführer der Wettannahme- stelle, Wilhelm Koop, und die Kassiererin wurden fe st genommen. Koop hat seit 1936 laufend Gel­der für eigene Wettzwecke und z. T. für fremde Per­sonen aus den ihm anvertrauten Geldbeständen widerrechtlich entnommen und in leichtsinniger Weise verbraucht. So hat er in den letzten Monaten 1938 häufig große Wetten getätigt, die in einem Fall 1000 Mark betrugen. Um bei der am Jahresabschluß fälligen Revision nicht aufzufallen, hat er die Kassie­rerin durch Zureden dazu bestimmt, einen Raub­überfall vorzutäuschen. Die veruntreute Summe be­trägt etwa 15 000 Mark.

Schmugglerbande in Triest verhaftet.

Der Polizei ist es gelungen, in Triest eine Bande von Gaunern ausfindig zu machen, die über die italienisch-jugoslawische Grenze einen schwunghaften Schmuggel mit Zucker, Kaffee, Gewürzen und Kolonialwaren betrieb. 30 Personen, darunter mehrere Kaufleute aus Triest, wurden fest­genommen. Natürlich befinden sich unter den Schleichhändlern eine ganze Reihe von Juden, die die einträglichstenPosten" in dieser Bande inne- hatten. Der Prozeß gegen die Schmuggler wird wahrscheinlich 14 Tage in Anspruch nehmen.

Für 20 Millionen Franken Falschgeld in Umlauf gebracht.

Der Pariser Polizei ist es gelungen, einen Falsch­münzer unschädlich zu machen, der für rund 2 0 Millionen Franken Falschgeld in Um- lauf setzte, und zwar in Pfund- und Dollarnoten. Bereits seit einiger Zeit waren falsche Noten auf­getaucht, doch erst nach langer Bemühung konnte die Polizei den Hersteller ausfindig machen. Als die Polizei überraschend in feine Wohnung ein- drang, war er gerade dabei, die ihn belaftenöen Zeichnungen und Klischees zu vernichten. Bei der Haussuchung fand man auch eine Anzahl ausgabe- fertiger Kreditbriefe vor. Die gefälschten Banknoten waren jeweils in höhe von 20 Pfund bzw. 100

Dollar angefertigt worden. Die Polizei sucht nach Spießgesellen des Falschmünzers.

Massenkeilerei nach einem Rugbyspiel in Pans.

Ein Rugby-Spiel mit blutigem Aus­gang lieferten sich die Mannschaften der Republi­kanischen und der Mobilen Garde im Pariser Pershing-Stadion um die Militärmeisterschaft von Paris. Das Spiel begann sofort so hart, daß schon wenige Minuten nach dem Angriff zwei Spieler schwer verletzt vom Platze getragen und ins Kran­kenhaus übergeführt werden mußten. Der Schieds­richter schloß dann drei Spieler aus, was aber nicht dazu führte, denKampfgeist" der anderen zu bre­chen. Später kam es gelegentlich eines Gedränges zu einem neuen Zusammenstoß, und wieder mußte ein Spieler ins Krankenhaus. Der Schiedsrichter brach hierauf das Spiel ab. Die etwa 500 Zu­schauer, die sich ausschließlich aus Mitgliedern der Republikanischen und der Mobilen Garde zusam- mensetzten, griffen nun ihrerseits in den Kamsff ein, und es kam zu einer regelrechten Rauferei, bär ein anwesender Offizier nur mit Mühe ein Ende machen konnte. Der diensttuende Arzt untersuchte nach Spielschluß die Spieler und sah sich gezwun­gen, zehn von ihnen mehrere Tage völlige Dienst­ruhe zu verschreiben.

Jüdische Devisenschieber in Kopenhagen verhaftet.

Die Kopenhagener Kriminalpolizei hat wieder einen typisch jüdischen Betrugsfall auf- gedeckt. Im Besitze eines Juden namens Gustav Rubinberg, der im Begriff war, Dänemark über Esbjerg zu verlassen, wurden von Polizei­beamten für 62000 Kronen Devisen in Reichsmark und englischen Pfund sowie eine Summe dänischer Kronen gefunden, die die für die Mitnahme däni­scher Valuta ins Ausland gezogene Grenze weit überstieg. Unter dem Gepäck des Juden wurden ferner mehrere Koffer voll teurer Seidenstoffe und kostbaren Pelzwerks festgestellt. Rubinberg, der mit einem ausländischen Kurierpaß reifte, wurde fest­genommen. Er gab an, daß all die Werte, die er aus Dänemark nach Holland bzw. Belgien verschie­ben wollte, einem Rassegenossen namens Lipo - wetzky gehörten. Lipowetzky habe früher als Ju­welier in Berlin gelebt und nach seiner Auswan­derung aus Deutschland diese Werte unter Um­gehung der deutschen und der dänischen Gesetze und Vorschriften durch seine Schwester und durch Ru­binberg aus Berlin nach Kopenhagen schaffen las­sen. Rubinberg, der zunächst in Untersuchungs­haft gesetzt wurde, wird sich ebenso wie die Schwe­ster seines Rassegenossen Lipowetzky wegen der mit beträchtlichen Strafen belegten Übertretung der dänischen Zoll- und Devisenbestimmungen zu ver­antworten haben. Das beschlagnahmte Vermögen des Juden Lipowetzky dürfte der dänischen Staats­kasse verfallen.

Schwerverbrecher zum Tode verurteilt.

Am 6. Dezember war gegen den 35 Jahre alten Karl Schülke aus Hamburg von der Strafkammer des Landgerichts Ulm in einem Verfahren nachträg­lich die Sicherungsverwahrung angeordnet worden. Auf dem Transport von Ulm ins Zuchthaus mittels Eisenbahnsammeltransports hatte Schälke, ein oft vorbestrafter Schwerverbrecher, einen Fluchtversuch unternommen, bei dem er zwei Gendarmeriewacht­meister angefallen und zu töten versucht hatte. Der Fluchtversuch war jedoch mißlungen. Das Sonder- gericht in Stuttgart verurteilte Schälke nunmehr wegen Rechtsfriedensbruchs in Tateinheit Mit einem Verbrechen des versuchten TotschlagsMnd einem Ver­brechen des Widerstandes zum Tode und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab.

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Zwei Mädchenmörder in Argentinien verhaftet.

In Cordoba, der Hauptstadt der gleichnamigen argentinischen Provinz, wurden nach mühevoller ein­monatiger Suche zwei Verbrecher festgenommen, die ein neunjähriges Mädchen entführt und er­mordet hatten. Die Unholde hatten dann die Leiche des Kindes zerstückelt und in einem Ziegel­ofen verbrannt. Die Bevölkerung versuchte in ihrer Empörung über das scheußliche Verbrechen die Polizeiautos mit den beiden Verbrechern und spä­ter das Justizgebäude zu stürmen, um t)ic Täter zu lynchen. Es mußten schließlich berittene Polizeistrei­fen eingesetzt werden, um die Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten.

Betrunken in ein Auto gelaufen und gelötet

Ein schwerer Unfall ereignete sich nachts auf der Landstraße bei FischbachWeierbach (Nahe). Ein betrunkener Mann, der in einer benachbarten Pflegeanstalt untergebracht war, lief auf der Straße plötzlich quer über die Fahrbahn vor ein Auto, wurde erfaßt, zu Boden gerissen und so schwer verletzt, daß er auf der Stelle t o t war. Nach den polizeilichen Feststellungen soll den Kraftfahrer keine Schuld treffen.

Riefendiebstahl an Bord eines belgischen Dampfers.

Auf dem belgischen DampferElisabethville" sind während der Fahrt von der Kongokolonie nach Bel­gien Diamanten und Goldbarren im Werte von 17 Millionen Franken, die im Stahlschrank des Dampfers aufbewahrt waren, gestohlen worden. Merkwürdigerweise waren an dem Stahlschrank keinerlei Zeichen eines gewaltsamen Einbruches fest­zustellen. Als der Dampfer in Antwerpen eintraf, begaben sich sofort zahlreiche Gerichtsbeamte an Bord, während ein Aufgebot von Polizisten jede Verbindung zwischen dem Dampfer und dem Fest­land verhinderte.

Banbitenüberfatl auf ein Postamt bei Marseille.

Fünf schwer bewaffnete maskierte Banditen haben das Postamt von Estaque bei Marseille über­fallen und ausgeraubt. Die Verbrecher fuhren mit einem Kraftwagen vor dem Postamt vor, drangen in die Räume ein, und zwar kurz nach 19 Uhr, in einer Zeit, in der sich nur wenige Angestellte im Amt befanden, die mit vorgehaltenen Revolvern in Schach gehalten wurden. Den Banditen fielen 150000 Franken in die Hände. Mit dieser Beute entkamen die Räuber. Die Polizei machte sich fofort an die Verfolgung und hat inzwischen auch den von den flüchtenden Banditen verlassenen Kraft­wagen in einem Vorort von Marseille gefunden.

Unvorsichtigkeit mit dem Leben bezahlt.

In der Zementfabrik in Bolto (Schlesien) büßten zwei Familienväter infolge Nichtbeachtung der Sicherheitseinrichtuntzen ihr Leben ein. In dem großen Silo, aus dem zerkleinerte Kalksteine durch eine einen Quadratmeter große Oeffnung unmittel­bar in die Loren fallen, in denen sie zu den Dreh­öfen gebracht werden, war eine Verstopfung ein- getreten. Zwei Arbeiter stiegen darauf von' oben in das Silo ein und versuchten mit Hilfe langer Brechstangen die Verstopfung zu beseitigen, ohne daß sie jedoch von den am Silodach befestigten Sicherheitsgurten Gebrauch machten. Als die Kalk­steine ins Rutschen gerieten, wurden die beiden mitgerissen und zwischen den Steinen verschüttet. Erst nach mehrstündigen Bemühungen der Werks­angehörigen und der Feuerwehr konnte einer der Verunglückten geborgen werden. Er war jedoch längst erstickt. Zur Bergung des anderen Ar­beiters muß ein Stück der Betonwand des Silos

herausgemeißelt werden. Der Betrieb ist durch fce| Unglücks fall vorläufig unterbrochen.

lleberführung gefallener Fronlfoldaleu aus der Schweiz nach Deutschland.

In feierlicher Weise wurden 70 tote Froh soldaten, die während des Weltkrieges in Schweiz a ls Internierte gestorben wo ren, vom Friedhof Konstanz nach der Gruft des ai dem Lerchenberg bei Meersburg zu erstellender Ehrenmals ü b e r g e f ü h r t. Die Toten wäre, in den letzten Monaten vom Volksbund Deutsch, Kriegsgräberfürsorge aus der Schweiz, wo ihr, Ruherechte abgelaufen waren, nach Konstanz über geführt worden, um eine würdige letzte RuhestD in der Heimat zu erhalten.

Wetterbericht

Die Ostwärtsverlagerung der europäischen Tiei druckstörung, die am Freitag noch Mittel- und SiA deutschland anhaltende Schneefälle brachte, hat j, Westdeutschland unter Zufuhr kälterer Luftmas^ aus Nordwesten Abkühlung gebracht. Bei schwach- Luftbewegung ist zunächst bei anhaltendem Fr» mit teilweise leichten Schneefällen zu rechne. Später ist dann wieder aufkommende Unbeständig feit wahrscheinlich.

Vorhersage f ü r Samstag: Wechsels bewölkt mit einzelnen kürzeren Schnee schauen, Tagestemperaturen etwas unter Null Grad, ftäi ferer Nachtfrost, schwache Winde.

Vorhersage für Sonntag: Zunächi noch Frost mit zunehmender Unbeständigkeit.

Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 2,4 Gw Celsius, abends 0,9 Grad; am 6. Januar: morgen 3,4 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heut nacht3,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 c Tiefe am 5. Januar: abends 0 Grad; am 6. Januai morgens 0 Grad. Niederschläge 0,2 mm Schm und Regen.

Wintersport-Wetterbericht.

Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Klar,1 Grad, Gesamtschneehöhe 36 cm, Neuschnee 4 cm Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. Hohr rodskopf: Klär,9 Grad, Gesamtschneehöhe 42 cm Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel seh gut.

Sauerland. Winterberg: Bedeckt,3 Grat Gesamtschneehöhe 55 >cm, Neuschnee 2 cm, Pulver schnee, Schi und Rodel gut.

Taunus. Kleiner Feldberg, Nebel, 6 (Brat Gesamtschneehöhe 33 cm, Neuschnee 3 cm, Schn« beschaffenheit: verweht, Schi und Rodel gut. - Großer Feldberg: Nebel,7 Grad, Gesamtschntt höhe 38 cm, Neuschnee 3 cm, Pulverschnee, Schi urj Rodel gut.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter,8 GrÄ Gesamtschneehöhe 85 an, Pulverschnee, Schi un! Rodel sehr gut.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der 2In« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Drud und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf rneHr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. meist Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 193/ gültig

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MaschineschreibenII(Fortg.) 20

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Plakatschrift I (Anfänger).. 15

Plakatschrift II (Fortgeschr.) 10

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