Ausgabe 
6.2.1939
 
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Nr. Zl Erstes Blatt

189. Jahrgang

Montag, 6. Zebruar 1939

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Propaganda in Frankreich

Eigener Äericht des Gießener Anzeigers

E. F. Paris, 4. Februar.

Frankreich bereitet Konzentrationslager

Sentinelles de l'Empire" (Schildwachen des Im­periums"). Hier wird die mauretanische Wüste im Süden von Marokko gezeigt, wo die sranzösi- schen Offiziere, mit ihren aus Senegalnegern und eingeborenen Goumiers bestehenden kleinen Gar­nisonen ein einsames, ebenfalls dem Schutz des Imperiums auf vorgeschobenem Posten gewidmetes Dasein führen. Der Film über die Reise des Mi­nisterpräsidenten Daladier nach Tunis und Algier zu Beginn dieses Jahres ist fast allen Franzosen, die Lichtspieltheater besuchen, gezeigt worden, we­nigstens in einer gekürzten Wiedergabe in dec Wochenschau.

Die Propaganda, die hier getrieben wird, ist nicht ungeschickt, sie wendet sich an die trotz allen welt­beglückenden Friedensphasen im Untergründe des Beweußtseins bei jedem Franzosen vorhandene Idee von Ruhm und Größe, die bewußt in den Strudel der außenpolitischen Tagesereignisse hineingestellt wird. Vorläufig bleibt es bei dieser unoffiziellen Propaganda, die dem Franzosen als solche gar nicht so sehr zum Bewußtsein kommt und doch ihre Wirkung bei der Arbeit für den neuen kolonialen und imperialen Rationalismus zeitigt. Im Außenpolitischen Ausschuß der Kammer hat jetzt der marxistische Abgeordnete G r u m b a ch , der einen südfranzösischen Wahlkreis vertritt, den Antrag ge­stellt, Frankreich möge ein Propaganda-Mi-, n i st e r i u m schaffen. Dazu scheint es nicht zu kom­men. Man wird sich wahrscheinlich mit einem Unter­staatssekretariat begnügen. Zudem scheint dieses Un­terstaatssekretariat in erster Linie für die französische Propaganda i m A u s l a n d bestimmt zu sein. Man wird abwarten müssen, welche Tätigkeit ein solches Unterstaatssekretariat entfalten wird.

Was die Propaganda in Frankreich selbst betrifft, jetzt also z. B. die Propaganda für die Jm- periumsidee, so scheint es, allen Anzeichen nach, daß bei der ganzen Veranlagung der Franzosen es bei einer mehr privaten, allerdings von der Armee nachhaltig beeinflußten Propaganda bleiben wird. Eine behördliche Lenkung wäre für ein Land wie Frankreich auch aus anderen Gründen eine zweifel­hafte Sache. Denn die wirkliche Meinung des Lan­des kommt nicht immer in den Doktrinen der Par­teien zum Ausdruck, die das Gesicht des Parlaments, und hier in erster Linie der Kammer, bestimmen. Literatur, Film und Theater kontrollie­ren und berichtigen ständig die Doktrinen und die Tätigkeit der Parteien. Die Armee hat durch die Unterstützung solcher Filmwerke, wie der oben­genannten, gezeigt, was sie dazu beitragen kann. Es ist bereits gesagt worden, daß der Widerstand Frankreichs gegen eine Neugestaltung kolonialer und imperialer Interessen durch ein solches Aufflammen des Nationalismus in äußerst nachteiliger Weife gestärkt werden kann. Hier liegen die Gefahren der nationalistischen Uebertreibungen bei dem Prozeß der Selbstbesinnung nach dem Volksfrontexperiment in Frankreich.

änderung sprachen. Anderseits wird es innervolitifch die entscheidende Frage der nächsten Tage fein, ob die Einheit der Jugoslawisch-Radi­kalen Gemeinschaft, deren Präsident Dr. Sto- jadinowitsch ist, aufrechterhalten werden kann oder ob sie sich spalten wird.

Rand des Abgrunds geführt haben. Die französische Armee hat bei dem Zustandekommen dieses Filmes, der Szenen von größter dramatischer Spannung bei der Verteidigung der vorgeschobenen Außenposten gegen die aufständischen Stämme im Wüstengebiet von Palmyra zeigt, mitgewirkt. Die Handlung wird planmäßig in das Gebiet des Imperiums verlagert; die Propaganda für die Jmperiums- i d e e ist zum Greifen deutlich und hat gleichwohl größte Wirkung.

Auch in der Wochenschau, die am selben Abend läuft, findet man die gleiche Propaganda, diesmal in den Bildern, die Dschibuti zeigen. Schematische Kartenskizzen, die auf der Leinwand erscheinen, machen die Bedeutung des Hafens von Dschibuti als Etappe des Seeweges nach Jndo- china und Madagascar schlagartig deutlich, und Zum Schluß erhebt sich die Stimme des Erklärers: Die Italiener wissen das, die Franzosen wissen es nicht". Das Publikum fühlt sich nicht betroffen und applaudiert heftig. Jmperiumspropaganda auch hier.

Eine Reihe anderer technisch zum Teil recht guter Filme leistet gleiche Arbeit im Geiste dieses neuen imperialen Patriotismus. Vor allem ist hier ein anderer Kolonialfilm zu nennen, der seit einigen Wochen mit großem Erfolg gezeigt wird:

Die neue Regierung setzt sich im wesentlichen aus Mitgliedern der Jugoslawisch-Radikalen Gemeinschaft zusammen. Außenpolitisch dürste die Regierung diebisherigeLiniebei- behalten, die in ihren Grundzügen bekanntlich vom Prinzregenten Paul selbst bestimmt wird. I n - n e r p o l i t i s ch hat die Regierung die Aufgabe er­halten, einen AusgleichmitdenKroatenzu schaffen. Es hat überrascht, daß die Provinzausgabe der BelgraderV r e m e", die bekanntlich dem frühe­ren Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch gehört, beschlagnahmt wurde, weil sie Treue­kundgebungen aus den Kreisen der Jugoslawisch- Radikalen Gemeinschaft und ihrer Gliederungen für Stojadinowitsch veröffentlichte. In politischen Kreisen mißt man vor allem der Besetzung des Außenmini­steriums durch den Gesandten in Berlin besondere Bedeutung bei. Man sieht darin eine Widerlegung aller Gerüchte, die von einer Kurs-

mee, Mut, Selbstverleugnung, Kameradschaft und Disziplin, alles Dinge, die die Größe desEwigen Frankreichs" ausmachen, finden hier ihre Verkör­perung. Aus den sorgsam umhüteten Bezirken der Militärschule von Saint-Cyr, die im Laufe ihrer hundertjährigen Geschichte Tausende von französischen Offizieren hervorgebracht hat, führt der Weg in die Welt des französischen Impe­riums, der ständig sich erneuernden Schule, wo militärische Tugenden im Kampf gegen aufständische Stämme an den Grenzen des Kolonialreiches ge­stählt werden und die Tradition der Selbstverleug­nung, die den jungen Offiziersschülern in Saint-Cyr eingeimpft worden ist, ihre höchste Bewährung findet.

Das Publikum in diesem westlichen Teil von Pa­ris, das immer dem Nationalismus verschrieben war, geht restlos mit und sieht hier eine Bestäti­gung für seinen eigenen Glauben und seine Mystik, die meilenweit von den Intrigen politischer Parteien entfernt ist, die Frankreich mehr als einmal an den

Italienischer Flottenbesuch in Aden.

Rom, 4. Februar. (Europapreß.) Ein aus dem KreuzerE r i t r e a" und den Torpedobootsjägern T i g r e" undLeon e" bestehendes italienisches Geschwader ist in Aden, der englischen Flotten- sto.tion am Südausgang des Roten Meeres, einge­troffen, um dem englischen Gouverneur auf dessen Einladung hin einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Zwischen den Offizieren der italienischen Kriegs­schiffe und den im Hafen von Aden liegenden eng­lischen KanonenbootenFleetwood",Egret" und Weston" wurden Besuche ausgetauscht. An Bord derFleetwood" fand ein Festessen und ein Emp­fang statt. Die Aufnahme, die die italienischen Offi­ziere gefunden haben, wird als außerordentlich herz­lich bezeichnet, besonders durch den Gouverneur Sir Bernard Reilly.

In einem Lichtspieltheater auf dem westlichen Teil der Boulevards findet ein Militärfilm mit dem NamenTrois de Saint-Cyr (Drei von Saint-Cyr") der dort seit einigen Tagen vor über­füllten Häusern aufgeführt wird, begeisterten Bei­fall. Die besten Traditionen der französischen Ar-

v. M. Belgrad, 5. Februar.

Heber Nacht ist in Jugoslawien eine Regierungs­krise ausgebrochen. Den unmittelbaren Anlaß gab eine Rede des Hnterrichtsministers Kujund- s ch i t f ch in der Skupschtina am Freitag. Kujund- schitsch verteidigte sich gegen verschiedene Anwürfe, die gegen sein Mandat erhoben wurden und be­rührte dabei auch die kroatische Frage. Er erinnerte an die Verständigung, die seinerzeit zwi­schen Matschet und der serbischen Opposition in Kupiec erzielt wurde, welcher Verständigung er den Geist entgegenstellte, der das serbische Heer im Weltkriege bei Saloniki und Kajmantschalan zum Siege" führte. Dieser Sieg hatte dann die Errich­tung Jugoslawiens zur Folge. Der Standpunkt Kujundschitschs in der kroatischen Frage fand nicht die Zustimmung seiner slowenischen und mohamme­danischen Ministerkollegen, die darin, eine groß- serbische Tendenz erblickten. Die betreffenden Minister beschlossen ihren Rücktritt. Dieser wurde am Samstagvormittag dem Ministerpräsidenten Sto­jadinowitsch in einem Brief mitgeteilt, in dem die fünf Minister erklärten, daß Kujundschitsch sich in einer Weise über die Frage der Verständigung mit den Kroaten geäußert habe, die nicht die Auftassung der übrigen Mitglieder der Regierung wiedergebe. Sowohl das Regierungsprogramm als auch die großen Interessen des Staates erforderten, daß die Regierung je früher um so besser die endgül­tige Lösung der kroatischen Frage vorbereite, und zwar in Uebereinftimmung mit den Kroaten. Der Brief wurde unterzeichnet von Volkswohlfahrts­minister Zwetkowitsch, Verkehrsminister Spa­tz o, Bautenminister K r e k und von den zwei Mi­nistern ohne Portefeuille K u l e n o w i t s ch und S n o j. Zwetkowitsch, Krek und Snoj waren die Vertreter der slowenischen Klerikalen Volkspartei in der Regierung und Vertrauensmänner des früheren Innenministers K o r o f ch e tz , während Spaho und Kulenowitsch die Vertreter der bosnischen Mohamme­daner im Kabinett waren. Nach dem Rücktritt der fünf Minister wurde ein kurzer Ministerrat abge­halten, der den Gesamtrücktritt der Regie­rung beschloß, der vom Prinzregenten angenom­men wurde.

Prinzregent Paul hat den bisherigen Minister für Sozialpolitik und Volksgesundheit, Zwetko- witsch, mit der Regierungsbildung betraut. Zwet- kowitsch ist einer der fünf Minister, die aus der Regierung Stojadinowitsch ausgetreten waren, da sie mit der von den übrigen Mitgliedern des Kabi­netts befolgten Politik gegenüber den Kroaten nicht einverstanden waren. Der neue Ministerpräsident ist Serbe. Er war mehrere Jahre Bürgermeister von Nisch und in mehreren Regierungen bereits Minister. Er gehörte der Regierung Stojadinowitsch seit deren Beginn an und galt als einer der ersten Mitarbeiter Stojadinowitschs. Sein Werk ist die

Neues Kabinett in Jugoslawien.

Die kroatische Frage im Vordergrund. - Der bisherige Berliner Gesandte als Außenminister der Negierung Zwetkowitsch.

Schaffung des jugoslawischen Arbeiteroerbandes, einer auf nationaler Grundlage stehenden Arbeiter- Organisation, welche als Gegengewicht gegen die marxistische Arbeiter-Organisation gedacht ist. Von Zwetkowitsch war es schon seit langer Zeit bekannt, daß er eine Politik der Versöhnung gegenüber den Kroaten verfolgte und eine Verständigung mit den Kroaten als die dringlichste Aufgabe des Staates betrachtete. Seine Regierung wird daher als Hauptpunkt in ihr Programm die Versöhnung mit den Kroaten aufnehmen.

Die neue jugoslawische Regierung hat folgende Zusammensetzung: Ministerpräsident und Innen­minister: Zwetkowitsch; Außenminister: Dr. Alexander Cincar-Markowitsch (bisheriger jugoslawischer Gesandter in Berlin); Kriegsminister: Armeegeneral Neditsch (unverändert); 23er» febr^minifter: Dr. Spaho (unverändert Vize» Präsident der Jugoslawisch-Radikalen Gemeinschaft und Vertreter der bosnischen Mohammedaner); Fi» nanzminister: Dschurtschitsch (Präsident der staatlichen Hypothekenbank); Industrie- und Han­delsminister: T o m i t s ch (früher Vizepräsident der Skupschtina); Bautenminister: Dr. Krek (unver­ändert Vertreter des slowenischen Flügels in der Jugoslawisch-Radikalen Gemeinschaft); Forst- und Bergbauminister: P a n t i t s ch (serbischer Abgeord­neter aus Nord-Bosnien); Sozialminister: R a i k o - witsch (Abgeordneter aus Altserbien); Landwirt» schastsminister: Dr. Beschlitsch (Rechtsanwalt und serbischer Abgeordneter aus dein Banat); Ju­stizminister: Dr. R u ch i t s ch (früher Bonus von Kroatien,er stimmte bei den letzten Skupschtina» wahlen für Matschet); Unterrichtsminister: Tschi - ritsch (früherer Skupfchtinapräsident); Postmini» fter: Altipanrnakowitsch (Senator aus Süd- ferbien); Minister für körperliche Ertüchtigung: T s ch e o w i t s ch (Abaeordneter aus Montenegro); Minister ohne Geschäftsbereich sind: Kuleno­witsch (unverändert bosnischer mohammedani­scher Abgeordneter); Mastro witsch (früher Mi­nister für körperliche Ertüchtigung und dalmatini­scher Kroate); Snoj (unverändert Vertreter des slowenischen Flügels der Jugoslawisch-Radikalen Gemeinschaft); Miljusch (serbischer Abgeordneter aus Nordbosnien).

Die neue Regierung zählt somit 18 Mitglieder, von denen 10 zum erstenmal Minister sind. Aus dem früheren Kabinett Stojadinowitsch bilden die sechs ausgeschiedenen Minister, die den Rück­tritt der Regierung Dr. Stojadinowitsch verursachten, den Kern der neuen Regierung. Auch der Kriegsminister ist übernommen worden. Der völki­schen Zugehörigkeit nach sind in dem neuen Kabinett 12 Serben, 2 Kroaten, 2 bosnische Mohammedaner und 2 Slowenen.

für die roispanischen Milizen vor.

Der roteStaatspräsident" Azana nach perthns geflüchtet. Note Flieger werden interniert.

Paris, 5. Febr. (DNB.) Das Gebiet zwischen Perpignan und der französisch-rotspanischen Grenze ist eine militärische Zone geworden, die die Zivilbevölkerung nur mit besonderer Erlaubnis der Militärbehörden passieren kann Sämtliche Straßen sind militärisch besetzt. Alle fünf Kilometer trifft man auf Absperrungen, an denen Fußgänger und Wagen einer scharfen Kontrolle unterzogen wer­den. Das freie Gelände wird von Patrouillen und Abteilungen der Mobilen Garde ebenfalls streng überwacht. In Porthus trafen am Sonntag neue Flüchtlingsscharen ein, darunter auch ein Be­auftragter des rotfpanifchen Generalstabes, um mit den französischen Behörden über die Aufnahme einiger Tausend Milizsoldaten zu verhandeln, die sofort entwaffnet und in das Konzentrationslager von Argelus-fur-Mer befördert werden sollen, mit Ausnahme von denen, die nach Nationalspanien ab- transportiert zu werden wünschen.

Es bestätigt sich im übrigen, daß derPräsident der roispanischen Republik", Azana, in der ver­gangenen Nacht mit etwa 50 Personen seiner Um­gebung und seinem gesamten Mobiliar die fran­zösische Grenze überschritten hat, um sich nach Paris zu begeben. Auch der rot- spanischeArbeitsminister", derVerkehrsminister", derUnterstaatssekretär im Luftfahrtministerium", der ehemaligePostdirektor" von Barcelona und andere haben sich in Frankreich in Sicherheit ge­bracht.

Der Präsident der katalanischen Generalidad Companys und der Präsident der sogenannten baskischen Regierung Aguirre haben in Per­pignan einen Diplomatenpaß erhalten und sind dann ohne Angabe des Bestimmungsortes nach Jnnerfrankreich abgereift. Der rotspanische Regierungshäuptling N e g r i n und die übrigen Regierungsmitglieder sollen sich auf dem Luftwege nach Valencia begeben haben.

24 rotspanische Jagdflugzeuge, die am Sonntagnachmittag auf dem Flughafen von Car­cassonne gelandet sinh, sind unter Bewachung der Gendarmerie und der Mobilen Garde gestellt worden. Die Maschinengewehre sind abmontiert worden. Eine weitere mit drei Militärfliegern be­setzte rotspanische Kriegsmaschine hat sich einen Landungsplatz 6 e i Perthus ausgesucht. Die Flieger, die am frühen Mittag Figueras verlassen

haben, erklärten, daß etwa 60 Flugzeuge in Figueras aufgeftiegen sind, um sich nach Frankreich zu begeben. In dem franzö­sischen Grenzdepartement Ostpyrenäen sind Maß­nahmen zur Ausnahme der angekündigten rotspa­nischen Truppen getroffen worden. Der Befehls­haber des Wehrkreises hat Vorsorge für die Internierung von 10 0 bis 140 000 Mann getroffen. Das Konzentrationslager von Argeles, an dessen Errichtung zahlreiche rotspani­sche Deserteure gearbeitet haben, kann rund 100 000 Mann aumehmen. Zwei weitere Konzentrations­lager in Carcassonne und in Prades sind für die Unterbringung der übrigen rotspanischen Milizen bereit

Arn Samstagabend haben schwere Lastkraft­wagen mit spanischen Kun st schätzen be­laden, die französische Grenze passiert. Man rechnet damit, daß für die Weiterbeförderung b i s Genf 60 Lastkraftwagen eingesetzt werden müssen. Es handelt sich im wesentlichen um 4 0 0 G e - m ä l d e von Delasquez, Murillo, Goya und an­deren spanischen Meistern aus Madrid, Toledo, Barcelona und Valencia, die der internationalen Kommission der Genfer Liga überlassen werden sollen. Gleich nach der Einnahme von Barcelona hat der Genfer Internationale Ausschuß sich be­reit erklärt, dies Wertein Sicherheit zu bringen".

Die ersten roten Trnvven haben die Grenze überschritten.

Paris, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Trüm­mer der geschlagenen Armeen der bereits geflohenen katalanischen Machthaber gingen über d i e fran­zösische Grenze. Am Montagmorgen kurz nach 5.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit traf der erfte Haufen an der Grenze bei Perthus ein. Es han­delte sich um eine Abteilung jener berüchtigten Sicherheitstruppen" zu Pferd, die als erbarmungs- lofe Einpeitscher und Tschekisten galten, sozusagen Mädchen für alles", die von ihren Befehlshabern ebenso für Verkebrsdienst wie für Exekutionen ein­gesetzt wurden. Die roten Reiter wurden an der Grenze von ftanzösischer Garde Mobil sofort ent­waffnet. Hierauf wurden sie halb als Auf­seher, halb als Jntern'erte beauftragt, tausend zivile Flüchtlinge nach dem Konzenttations-

lager Duolou zu begleiten. Unmittelbar nach den Reitern trafen völlig desorganisierte und durcheinander gewürfelte Bataillone roter Milizen ein. Der Strom reißt nicht mehr ab. Die Geschlagenen können kaum von den französi­schen Grenzmannschaften verteilt werden. Die ge­schlagene Armee macht einen stumpfen, maßlos ab­gerissenen Eindruck.

Aach der Einnahme GeronaS.

Bormarsch zur französischen Grenze.

Barcelona, 6. Febr. (DNB.) In den frühen Morgenstunden des Samstag setzten die nationalen Truppen zum Angriff auf die Stadt Qerona an. Die Legionärkorps gingen von Cafa de la Selva längs der von San Feliu Guixols kommenden Sttaße vor und überschritten dabei das Gavarras- Gebirge. Die motorisierten Verbände drangen auf der Straße vor, während die übrigen Kolonnen längs der Bahnlinie vormarschierten. Gleichzeitig setzten die Naoarrabrigaden unter der Führung General Solchagas nach der Eroberung der Kreis­stadt Santa Coloma Farnes den Vormarsch längs der Straße Santa ColomaGerona fort. Im Ge­biet südlich von Gerona erfolgte die Vereinigung der Naoarrabrigaden mit dem Legionärkorps. Um 10 Uhr begannen die gemeinsamen Operationen bei­der Korps zur Einkreisung der Stadt. Kurz darauf drang der erste nationalspanische Tank in Gerona ein, wo kein Widerstand mehr geleistet wurde. Wie in Barcelona wurden die einmarschierenden natio­nalspanischen Truppen von der Bevölkerung mit ungeheurer Begeisterung begrüßt.

Die nationalspanischen Truppen drangen am Sonntag auf allen Sektoren weiter vor. Der Feind leistete nur vereinzelt Widerstand. Der Imke Flügel besetzteS e o d e Urgel, während der rechte Flü­gel P a l a m o s eroberte. Palamos ist der letzte bedeutende Hafen, den die Roten noch in ihrem Besitz hatten. Die nationalspanischen Truppen ver­folgen die allenthalben fliehenden feindlichen Kolon­nen und drangen gegen die Kreisstadt L a B i s b a l vor, wo sich heftige Kämpfe entspannen. Dabei wurde der Ort Santa Pelaya erobert. Am Sonn­tagnachmittag verlief die Front folgendermaßen: Etwa von La Palamos an der Küste über La Bis» bal, Gerona und Manlleu, nördlich von Dich, dann