Ausgabe 
5.10.1939
 
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löscht, schemenhaft, nie gewesen. Nur eines ist ganz nah und deutlich, ein Strohhalm, eine Hoffnung: er muß mich durchbringen! Sie versucht zu beten, es gelingt nicht. Sie ist voll Bereitschaft, ihr Leben zu ändern, wenn dieser Dr. Severin es ihr läßt.

Die Narkoseschwester will beginnen, Severin winkt ihr ab und beugt sich über den gepeinigten Menschen, der Fabri heißt:

Nicht so viel Angst, Sie Dummerle. Tief atmen und schön zählen, immerfort zählen. Eins, zwei, drei, nicht aufbören." Er hat keine 25jährige Dame vor sich, sondern ein zähneklapperndes Kind, dem man fortwährend predigen muß. Die Schwester fängt an zu träufeln, die Fabri zählt steif und ge­horsam. Ähr Gehirn ist plötzlich hellwach und un­geheuer beschäftigt. Tino wird eine Menge Schere­reien haben, Lankes ist ein guter Junge, aber un­praktisch, und meine Rolle werden sie nun umbe­setzen. Ob ich in der Narkose wohl sprechen werde? Sie hat in einem Duch mal Aehnliches gelesen und glaubt an das Märchen, das man im Chloroform­schlaf seine Sünden ausplaudert. In Wirklichkeit ist das nur ein Requisit zweitklassiger Romanschreiber.

Dann trübt sich der Raum. Watte wirbelt, Schleier kreisen. Sie sinkt liftartig in eine durch­sichtige, gläserne Tiefe, auf deren Grund Dr. Seve­rins lächelndes Gesicht erscheint.

Das ist das Letzte, was sie weiß.

Leinfelders Wagen, der noch immer vor dem Weißen Löwen" steht, ruft unter der Eschelbrunner Äugend beträchtliche Aufregungen hervor. Die Buben begutachten ihn, probieren am Schaltbrett herum und em ganz Frecher drückt die Hupe. Die älteren, Hände in den Hosentaschen, umstehen den Muggenthaler Schorsch, der sich bläht und von Lan­kes erzählt.Zwei Portionen Preßsack hat er bei uns verdrückt und dann noch einen halben Ring Stadtwurst! Än der Stadt müssen sie schon gar nichts zu fressen haben. Aber im Biertrinken ist er schwach. Der zuzelt einen halben Tag an einem Seidel herum."

Mensch, das verstehst du net. Der Lankes ist doch ein Schporzmen. Die trinken allesamt Limo­nade", belehrt ihn der Lehrling vom Schlosser Pütz.

Drinnen, am Stammtisch neben dem grasgrünen Kachelosen, wispern die Honoratioren über den Zwischenfall mit der Fabri und werfen achtungs­volle Blicke auf Leinfelder und Lankes, die ein­silbig an einem entfernten Tisch sitzen. Sie bleiben imLöwen" über Nacht.

Soll schwer gewesen sein, die Operation. Än meiner Familie war auch mal so ein Fall. Ich sag

Äh neu, wenn da Verwachsungen vorhanden sind..." Oberlehrer Weinzierl nimmt einen Schluck.

Unser Doktor wird einen schönen Batzen daran verdienen", brummelt der Mineralwasserfabrikant Utz.Die Aerzte tun sich leicht, setzen sich hin, schreiben pfundige Rechnungen. So gut möcht ichs auch mal haben."

Son Blinddarm geht mächtig ins Geld", sagt ein Zugereister, ein Herr aus Düsseldorf. Er ist Vertreter in Seife, besucht die Krämer und darf am Stammtisch sitzen, weil er immer so kräftige Witze weiß.Bei soner Filmdiva wird das 'ne Stange Gold kosten, glauben Sie mir."

Herr Friedrich hört das von der Stange Gold nicht ungern und wiegt sich in Hoffnungen. Ober­lehrer Weinzierl hat auf das Stichwort Diva nur gewartet.Man müßte mal sehen, meine Herren, 1 daß wir einen Film von ihr herbekommen. So gewissermaßen ein Lokalinteresse. Äch werde mich darum bemühen, wenn es Ihnen recht fft. Diese Dame auf der Leinwand, das wäre was, nicht? Hoffentlich macht sie uns keine Geschichten."

Nein. Es soll alles gut stehen, hat mir die Schwester Sekunda verraten, wie ich heute mit Fleisch drüben war", beruhigt Muggenthaler und scheuert seine juckende Schulter an der Ofenecke. Dann beugt er sich mit Verschwörermiene über den Tisch.Mit dem Schloß ist auch was im Gang, habe ich läuten hören. Aber ich will nichts gesagt haben; ich bin Wirt, Sie verstehen schon. Aber denken Sie an mich, wenn es in der nächsten Zeit eine Veränderung da droben gibt."

Will der Konsul mal wieder verkaufen?"

Pscht, ich will nichts gesagt haben, Herr Fried­rich, aber zu denken gibt es schon, wenn der fremde Herr eine geschlagene Stunde lang mit ihm herum- ftiebelt. Machen Sie sich selber einen Vers darauf. Sie haben ja keine Ahnung, wie reich er ist!"

So ungefähr geht es den ganzen Abend. Sie mutmaßen und wispern und dichten dazu und wis­sen alles nur halb und vom Hörensagen. Dann tappen sie heim und erstatten ihren aufhorchendeü Ehefrauen genauen Bericht, während sie ächzend die Schuhe ausziehen. Das ist Stammtisch, und so geht es zu, und wer anderer Meinung ist, war noch nicht in Eschelbrunn.

Der junge Gendarm und das Posffräulein hören nur halb yin. Die haben genug mit sich selber zu tun, müssen kichern und dummes Zeug machen und sich in die Augen gucken, wenn gerade keiner her­schaut. Die sind eben noch jung und pfeifen auf Krankheiten und Schloßgeschichten.

(Forffetzung folgt)

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(Nachdruck verboten.)

1 Fortsetzung.

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Beispielhafter Einsatz eines Landwehroffiziers

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fag zur Einkommensteuer. Die persönliche Steuer- icht wirb nicht dadurch in Frage gestellt, daß Steuerpflichtige zur Wehrmacht einge» ---ist. Uebersteigen z. B.die Bezüge eines i n e h m e r s, die ihm sein Arbeitgeber

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ungen auf den Kriegszuschlag zur Ein- nsteuer fällig. In der Deutschen Steuer- ig klärt Regierungsrat Dr. Oermann vom ftnanzministerium noch einige wichtige Zwoi- rtnuhH sisfragen, die sich bei den veranlagten Steuerpfti ch- ein ml' Wen ergeben haben. Er betont, daß persönlich stez^ iDuerpftichtig nur Einkommen st euerpslich- 11 tige sind. Entgegen anders lautenden Behauptun- unterliegen Körperschaften, Personenvereinigun- en W: 5n und Vermögensmassen nicht dem Kriegszu- wmen. $ir. - - ...... ~-

sie an einer neuen Dachrinne herum. Der Ober­lehrer Weinzierl, von seinem Dackel begleitet, kommt gemächlich daher.Pressant? Hab's schon gehört. Hals- und Beinbruch!"

Für Dr. Severin ist und bleibt es ein Rätsel, durch welche Kanäle den Eschelbrunnern all diese Neuigkeiten Aufließen. Man meint, sie riechen es, wenn was los ist. Die Oberschwester öffnet.

Patient schon da? Kollege auch?"

Alles in Ordnung. Solche Kranke sollten Sie uns öfter schicken", lächelt Schwester Sekunda.

Dis die Instrumente sterilisiert sind, will ich Visite machen." Er geht durch die wenigen belegten Zimmer. Zuerst zu Parsunke. Der liegt mit leiden­der Miene im Bett und wickelt Binden auf. Schwa­cher Zigarettenduft hängt in der Lust. Neben Par­sunke stöhnt ein alter Mann, dem vorige Woche ein Bein abgesetzt wurde. Jetzt jammert er diesem Bein nach und läßt sich nicht trösten. Dann kommen die Säle mit denHundertjährigen". Lauter alte Leute, 80 90, nicht eigentlich krank, aber doch pflegebe­dürftig. Sie sitzen und liegen herum, machen den Schwestern Arbeit und warten, ohne daß sie es wissen, auf den Tod. Es ist Severins fixe Ädee, diese Leutchen auf hundert zu brinoen; er hat sich das in den Kopf gesetzt, aber es ist bislang noch immer f ^Jrn^^Wcu'tezimmer stehen Leinfelder und Lankes verängstigt herum, rauchen eine Zigarette die nicht schmeckt und bestürmen Severin, doch alles anzu­wenden, was in seiner Macht steht. Severin kauft sich mit einem Dutzend Dersprechunaen los und geht in den Operationssaal» Der Nachbarkollege wascht sich bereits die Hände. Es riecht nach Alkohol und Lysol, nach trockener Hitze und den gestärkten Hau­ben der Schwestern. u

Sie Patientin kann letzt gebracht werden, be­stimmt er, ist glaaklar und ruhrg und Surftetbie tanger mit Spiritus, Man schiebt die Fabri berem.

Äbr brauenloses Gesicht, von den emsigen Schwe­stern gesäubert, blickt angstverzerrt und nackt aus dem stummen Weiß der Tücher. Sie weint nicht mehr sie stöhnt nicht, die Schmerzen haben sich ver- ftüchtigt, sie ist eingefroren vor Schrecken. Sie sckließt die Augen, um Dr. Severins rote (Summt- Kürze nicht mehr sehen zu müssen, aber sie kann nickt die Nase verschließen und nicht die Ohrm, um sich abzukapseln wider andrängende Gerüche und Geräusche. Sie war nie sehr tapfer, und in die- sen Minuten ist sie völlig erledigt. Geordnetes Den­ken ist unmöglich. Die letzten zehn Jahre, vol^e- vrovft mit Liebschaften, ehrgeizigen Planen, Tu­mult und Abenteuern, ja, wo sind sie? Das Nächst­liegende, ihre Karriere, der Film, Tmo ausge-

Darum? Warum? So können bloß Kinder fragen. Lril er nichts merkt, aber rein gar nichts merrr, Üifer dumme Mensch, denkt Nikotine zornig.

Sie staubt ab, dazu ist sie heute noch nicht ge- lortmen, schießt in die Apotheke, wiegt Brusttee ab, M Tabletten in weiße Tüten und verbindet zwl- Mimin den blutenden Finger eines brüllenden haben. Dann gießt sie den GumMibaumableger, ki chr die Pfarrköchin geschenkt hat. Tatsächlich, tr treibt schon ein neues Blatt.

Dr. Severin, gehetzt und eilig wie immer, fegt toi der Besuchstour zurück.Wir haben einen MnbDarm, Fräulein Ferber! Die junge Dame bet poggenchaler, eine Filmschauspielerin. Wir werden Wer feiner. Fährt zum Vergnügen nach C|a)ei- tann und kriegt Blinddarmentzündung unterwegs. Wen Sie für den Kollegen eine Kleinigkeit her, 'Mchnitt, Kuchen, was Sie wollen; .Hergott, wir pteen doch noch Gummihandschuhe, wie? Ntkoltne Fiitfyigt ihn. ~

Dieser Dr. Severin ist ständig im Trab. Selbst h den Pausen seines Betriebes, wenn er nach ^enhin ruhig erscheint, sitzt ihm sein Beruf tm hden und jagt ihn verschlungene Denkpfade ent- ^ßenn nur das mit den Sanitätern klappt. Diese btLdtpatienten sind so zimperlich, Frühholz> ist ja Wiig, aber da sind so ein paar Junge dabei, Die R*n sich an wie die Mondkälber."

.Wann kommen Sie heim? Es ist wegen dem veden."

,2Ius der Baderei wird heute kaum was werden. M nicht. Alto hat wieder eine Bier im Deutschen Wbt. Lesen Sie bitte seinen Aufsatz durch und 2?gen Sie ihm aufs Dach, wenn er schlampig ijt , pt Severin, schon in der Haustür.

,2as Krankenhaus, ist zehn Minuten entfernt von

Wohnung. Einige Weiber «rußen betteten den Vtor; aha, er trägt die ominöse Jnstrumenten- :iJf)e! Die ist wie ein roter Hund bekannt und ge­achtet. Ein paar Rangen balgen sich auf Der ^aße, der Gemeindediener schellt eine Holzv ' ^gerung aus und beim Schlosjer Putz Hammern

Einkommen des Kalenderjahres 1939 ad gestellt ist, kommt dieser Tatsache für sich alle in entscheidende Bedeutung nicht zu. Durch die ge­ringeren Einkünfte verringert sich aber das Ein­kommen und damit auch die Einkommensteuer und der Kriegszu'schlag im ersten Erhebungs­zeitraum. Die Vorschriften über die Abrundung und den Kleinbetrag bei Vorauszahlungen gelten auch für den Kriegszuschlag, Vorauszahlungen wer­den nur erhoben, wenn sie vierteljährlich minde­stens drei RM. betragen.

Willkür im Geerecht."

Geharnischte holländische Stimme gegen England.

Amsterdam, 4. Oft. (Europapreß).Willkür im Seerecht" überschreibtAlgerneen Handelsblad" einen sehr scharf gehaltenen Leitartikel über das unberechtigte Festhalten von niederländischen Schif­fen bei Duins uni) spricht über eine wachsende Mißsti m mun g, die sich in niederländischen Handelskreisen über dieses Festhalten durch Eng­land offenbart. Besondere Verärgerung besteht da­durch, daß die Reedereien vollkommen in U n w i s s e n he i t gelassen würden über das Los ihrer. Schiffe. Den Kapitänen werde jede Verbindung mit dem Fe ft land ver­boten. Im Widerspruch mit dem Völkerrecht sei ihnen nicht einmal hie Verbindung mit dem Konsul erlaubt. Bei der entstehenden Anhäufung von angehaltenen Schiffen in brittschen Häfen und dadurch verursachten Ladungsschwierig­keiten beginne die Dauer dieser Aufenthalte höchst bedenkliche Ausmaße anzunehmen. Das Blatt fragt weiter, ob das Anhalten der Post durch bn- ttsche Stellen nicht gegen den Artikel 1 des elften Haager Vertrages von 1907 verstoße.Not bricht Gesetz" sei eine Auffassung, die in jedem Kriege wieder aufs neue gelte. Wer aber das Recht in der Welt fördern wolle, müsse in dieser Hinsicht große Selbstbeherrschung zeigen, wenn er nicht die moralische Grundlage seines Auftretens dadurch unterminieren wolle, daß er selbst tue, was er anderen verweigere, nämlich die willkürliche An­passung des Rechts durch den Stärkeren.

Wie derTelegraaf" aus London meldet, sind die vorläufigen Besprechungen zwischen der niederländischen Abordnung und dem englischen Mnisterium für wirtschaftliche Kriegführung vor­läufig abgeschlossen. Gegenstand der Ver­handlungen bildete die Frage einet milderen An­wendung der Kontrollmaßnahmen aus Konter­bande, die von niederländischer Seite angestrebt wirb. Der Leiter der niederländischen Delegation ist nach Holland zurückgekehrt, wo er seiner Regierung berichten will. Wie derTele- graa'f" hört, seien festurnrissene Beschlüsse noch nicht in Aussicht, so daß mit der Möglichkeit einer holländisch-englischen Uebereinkunft noch nicht gerechnet werden könne.

General Terauchi an den Führer.

Berlin, 4. Oft. (DNB.) Der kaiserlich-japanische General Graf Terauchi hat aus München nachstehendes Telegramm an den Führer gerichtet: 3m Begriff, Deutschland nach erlebnisreichen Ta­gen zu verlassen, drängt es mich. Eurer Exzellenz von ganzein Herzen für Die Einladung z u danken, die mir diesen Besuch ermöglicht hat, daß ich dieses neue Reich gerade in einer Zeit Wie­dersehen Durfte, Das es unter Ihrer Führung in ernsten Kämpfen um große Ziele steht und alle geschichtlichen Tugenden so glänzend bewährt. Was ich an Der äußeren wie an der inneren Front sah und erlebte, wird mir eine große unvergeßliche (Erinne­rung bleiben. Mit aufrichtigen Wünschen für glück­liche Erfolge des befreundeten Deutschlands und seines genialen Führers bleibe ich Eurer Exzellenz ergebener Graf Terauchi."

Handelspolitische Schwierigkeiten in Tokio.

Tokio, 5. Oft. (DNB.) Der vom Kabinett am Dienstag verabschiedete Plan zur Einrichtung eines neuen Außenhandelsministeriums führte plötzlich zu ernsten Schwierigkeiten, weil der Leiter der Han-

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irrend der (Einberufung zum Heeresdienst wei- ßizahlt, die Freigrenze, so ist der Arbeitnehmer .... iim Kriegszuschlag zur Einkommen- W k' fitiier heranzuziehen. Das gleiche gilt für iche Steuerpflichtigen, die zum Kriegszuschlag zur tttommensteuer zu veranlagen sind. Dabei ........ aber zu beachten, daß Das Diensteinkom- inroerbLü [Jen der mobil verwendeten Angehörigen

Berlin, 4.Oft. (DNB.) Zu Beginn des pol- rscheu Feldzuges hatte in Den Kämpfen um iie Befestigungen bei Lomza ein Land- vehr-OffiM der L a n D w e h r-B r i ga D e Löt- durch sein selbständiges Handeln an Der Er- irtrung der Festung Lomza entscheidenden Anteil, dr überrumpelte Den Gegner, indem er die Befesti- tingen von rückwärts angriff und durch fcn Draufgängertum zu Fall brachte. Diese Heber- rftchuna Des Gegners war aber nur dadurch mög- ch, daß Leutnant Der LanDwehr KlingenfelD tu entscheidenden Augenblick durch außerordentlichen Lut, rasche Entschlußkraft und tafttsch richtig über- totes Handeln zum Angriff mit seinen Leuten vor- t-ach. Kennzeichnend für die kaltblütige Entschlössen- des Offiziers ist, daß er feine Kompanie m i t ungeladenen Gewehren gegen den Feind fhtte, um zu verhindern, daß Der Feind aufmerf» U wurde, wenn Männer feiner Landwehrkom- p:nie vorzeitig feuern sollten. Leutnant Klingenfeld " turDe vom Oberbefehlshaber Des Heeres z u m j0। Jduptmann Der LanDwehr befördert, [h J0' Ls bewährter Soldat, der Den Weltkrieg von 1914 ch'e 1' 1918 als Gefreiter mitmachte, errang Klingen-

Mb mit feiner Landwehrkompanie einen enffcheiden- kn Erfolg und gab Damit ein Beispiel, das in Die - - --schichte deutschen Soldatentums eingehen wird.

0er Kriegszuschlag bei Den |L; teranlagien Gieuerpflichügen. Die Am 10. Oktober werden die ersten Voraus- das beurii 1 öanb Hillen Nent^l

| gunDlage bildet.

5 Ankünfte aus Land- und Forstwirt- ft a f t werden im vollen Umfang zur Einkorn- IHrnfteuer herangezogen, wenn Das Einkommen (00 RM. übersteigt. Wird Dieser Bettag nicht cerschritten, so werden Die Einkünfte zur Einkom- niisteiuer nur herangezogen, soweit s i e 3000 lM. übersteigen. Diese Vergünstigung beruht cvr Dem Gedanken, daß Die Einkommensteuer Der Bent)- und Forstwirte mit kleinem Einkommen irch Die Grundsteuer abgegolten sein soll. V« Höhe Des Einkommens wird durch diese be- lorjugte steuerliche Behandlung nicht berührt. Für ii Anwendung Der Freigrenze von 2400 RM. für ki Kriegszuschlag bleiben diese Vorschriften Daher ^berücksichtigt. Der Kriegszuschlag selbst wird aber ir don Der tatsächlich gezahlten Etn- hmmenfteue r erhoben. Auf einen Steuer- nichtigen, Der nach Abzug Der Sonderausgaben er Einkommen von 5300 RM. hatte, findet also Freigrenze keine Anwendung, obwohl fein fiaerpftichttges Einkommen von 2300 RM. noch in 100 RM. unter Der Freigrenze liegt. (Er ist |r Zahlung Des Kriegszuschlages verpflichtet.

i$s kann vorkommen, Daß Steuerpflichtige, die jir Wehrmacht eingezogen sind, nach ihrer (Einbe- rhmg erheblich geringere Einkünfte ve- chen als vorher. Da der Kriegszuschlag auf Das

delsabteilung Matsushima mit acht Beamten Des Außenamtes Den Rücktritt erklärten. Auf die Nachricht von Der Demission versammelten sich 150 Beamte Des Außenministeriums, um die Lage zu erörtern. Sie waren auch nicht durch einen persön­lichen Vortrag des Außenministers zu überzeugen, daß ein Ausscheiden unzweckmäßig wäre. Nach dem HandelsblattChugai" soll die Opposition auch in Wirtschaftskreisen nur Daraus herzuleiten fein, daß sich aus Der Zusammenlegung Der Handelsabteilun­gen verschiedener Ministerien in ein neues Ministe­rium bürokratische Hemmnisse für den Außenhandel ergeben, die gerade in der ge­genwärtigen Krise ernste Gefahren für Japans Außenhandel bedeuten würden.

Bauernsiedlung in Sizilien.

Rom, 4. Okt. (DNB.) Der italienische Minister­rat hat unter Dem Vorsitz des Duce Der Auftei­lung der sizilianischen Latifundien zugestimmt. Es handelt sich um ein Gebiet von 500 000 Hektar, auf Dem 20 000 Bauernhöfe erstehen sollen. Die Kosten werden sich auf rund zweieinhalb Milliarden Lire belaufen, von Denen eine Milliarde vorn Staat aufgebracht wird. Die Besitzer der Latifundien werden innerhalb beftimm- ter Fristen Die Melioration durchzuführen haben, wobei sie bei einem neuen Kolonisationsinftttut in jeder Hinsicht Unterstützung finden können. Die Presse betont, daß es sich um eine zehnmal größere

Flache handele als bet Den Mustersiedlungen lm Gebiet der ehemaligen Ponttnischen Sümpfe.Gior- nale d'Jtalia" erklärt, daß Sizilien einer neuen Zukunft entgegengehe, Die auch für die Autarkie von großer Bedeutung sei, Staatssekretär Tassinari habe bereits errechnet, daß Die Reform zu einer Verdop­pelung, wenn nicht gar Verdreifachung der Produktion in Der ehemaligen Kornkammer Roms führen werde.

Kleine politische Nachrichten.

Der russische Kriegskommissar Woroschilow empfing am Dienstag Den türkischen Außenminister Saracoglu, Der von dem türkischen Boffchafttr Aktai begleitet war. Am gleichen Tage wurde Saracoglu auch vom Auhenhandelskommissar M i kojan empfangen. Den (Empfängen wohnte auch Der Sowjetbotschafter in Ankara, Terentiew, bei.

Der litauische Außenminister U r b s y s wird sich in Bälde erneut nach Moskau begeben, um die (Erörterung der Litauen und Rußland berühren- ren Fragen fortzusetzen. *

Die Regierung Chiles hat in Italien Den Bau zwei neuer Kreuzer b e st e l l t. Die Zahlung wird in Kupfer und Nitraten erfolgen, Rohstoffe, Die Der italienischen Industrie willkom­men sind.

Aus aller Welt.

Wegen plünderns im geräumten Gebiet zum Tode verurteilt.

Wegen Plünderns im geräumten Gebiet ver­urteilte das Sondergericht beim Land­gericht in Trier den 25jährigen Josef Steinacher zum Tode sowie Aberkennung Der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Steinacher, der in Böblingen in Württemberg geboren ist, war bereits 13mal wegen Arbeitsverweigerung, Diebstahls, Bettelns usw. bestraft. Er trieb sich ohne festen Wohnsitz umher und kam Ende August nach Saarbrücken, wo er sich auch noch auf- hielt, als die Stadt bereits geräumt war. Hier nutzte er die sich bietende Gelegenheit aus, seiner verwerflichen Gesinnung nachzugehen, indem er außer Lebensmitteln eine große Menge Schmuck und andere Wertsachen eines Juweliergeschäfts sich an­eignete. Bei einem zweiten Einbruch brach er einen Koffer auf, der Parteiabzeichen, Abzeichen Der SA., y und weitere wertvolle Gegenstände enthielt. Der Verbrecher wurde in Hermeskeil verhaftet, wo man noch eine große Menge Schmucksachen, dutzend­weise Ringe, Broschen und Uhren bei ihm fand. Die Verhandlung vor Dem SonDergericht ergab, daß es sich bei Dem Angeklagten um einen wirklich u n verbesserlichen Menschen handelte, Dem jeder innerer Halt fehlt und der daher als gerne in- gefährlicher Verbrecher anzusehen ist. Das Gericht folgte Dem Antrag des Staatsanwalts mit feinem gerechten Spruch.

Brandstifter zvm Tode verurteilt.

Von einem SonDergericht Des Landgerichts Linz wurde Der 32jährige Alois Stadler aus Schmied- ling in Oberdonau zum Tode verurteilt. Städler hatte in Der Scheune feines Dien st- g e b e r s, Den er wegen Streitigkeiten während der Ernte ohne Kündigung verlassen hatte, einen Brand gelegt, dem 1200 Zentner Kartoffeln, 200 Zentner Stroh, 20 Fuhren Heu, 17 Fuhren Klee sowie eine Anzahl Maschinen und zahlreiche landwirtschaftliche Geräte zum Opfer fielen.

Schweres Einsturzunglück in Bukarest.

Ein über einem Lichthof in Der Höhe Des vierten Stockwerks errichtetes G e r ü ft, auf Dem sich meh­rere Arbeiter befanden, Die mit einem Auszug Kübel mit Beton heraufzogen, brach plötzlich zu­sammen unD riß Drei Arbeiter mit in Die Tiefe. Zwei andere Arbeiter konnten sich an Den Resten des Gerüstes anklammern unD wurden schließlich unter großen Schwierigkeiten von ihren Kameraden gerettet. Die in Die Tiefe Gestürzten erlitten sämt­

lich schwere SchäDelbrüche und wurden sterbend in Das Krankenhaus gebracht. Das Unglück ist auf mangelnde Sorgfalt bei der Errichtung des Ge­rüstes zurückzuführen.

Todessiurz aus der Straßenbahn.

Ein 67 Jahre alter Mann aus einem Ort Der Obermosel, Der seine in Trier wohnenDe Tochter besuchen wollte, tat beim Verlassen Der Straßen­bahn einen Fehltritt unD stürzte auf die Straße. Hierbei zog er sich einen Schädelbruch und eine Ge­hirnerschütterung zu. Der Deruntzlückte starb im Krankenhaus, ohne Das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.

Deutschlands größteVioat-Band"-Sammlung.

Ndz. Gin Herforder Einwohner besitzt eine der größten unD umfassendsten KriegssamMlungen, in Der sich eine besondere Kostbarkeit befindet: Die umfangreichste Sammlung deutscherVivat- Bänder". Mit unermüdlichem Meiß sind Diese bunten Bänder zusammengetragen worden, Die auf Sride oder Leinen in Der Art jener bunten Wim­pel, die Die Lauten schmücken, Die (Erinnerungen an große Schlachten, überragende Heldentaten leben­dig erhalten. Der Brauch, Divatbänder zu schaffen und auszugeben, geht auf die Zeit Des Sieb e n - jährigen Krieges zurück. Die ältesten Stücke Der Sammlung verweisen deshalb auf Schlachten jenes Krieges. Im Kriege 1914/18 lebte Der Brauch wieder auf und viele, zum Teil hochkünftleri'sche Bänder, erzählen noch heute vom Ruhm und Opfer deutscher Soldaten in jenen Jahren. Besonderes Interesse dürften einige Bänder beanspruchen. Die Mit Ereignissen unseres kolonialen Krieges verknüpft sind. Eines der Vivatbänder erhält auch die Heldentat von U 9 leb end i g. Es zeigt einen Spruch nebst Dem Bild Des O-Boot-Kommarwan- den Otto Weddingen und einen hochaufgereckten Matrosen, der am Turm steht und Mit seiner Mütze Dem heimatlichen Strand zuwinkt.

Papageienkrankheit in Buenos Aires.

In Der argentinischen HauptstaDt sinD etwa M Per­sonen an Der Papageienkrankheit erkrankt. Fünf Personen sinD bereits g e ft o r b e n.

Vulkanausbruch in Chile.

Der Vulkan Llaimas in der Provinz Eautin ist in heftige Tätigkeit getreten. Das Lonauimai-Tal wird Durch gewalttge Aschenwolken, die Die Sonne verdunkeln, vollständig eingehüllt. Die Bewohner verlassen erschreckt die durch Lava-Aschen- und Funkemegen verwüsteten Gäter. Es enfftand großer Sachschaden. Dem Ausbruch des Vulkans war ein Erdbeben vorausgegangen.