Nr. 207 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 5. September 1939
Gießen in völliger Finsternis
Vas Dränen, ^urcyzayien urvu ^uuvuyvm geipern. Zugsscheinabschnitte 311 übernehmen. Dieser Einsatz
Rü«hsbabndirektion Frankfurt a. M. teilt bedeutet für alle Mitglieder eine selbstverständliche nertetyr'^nad) »tf
Uebergänge gesperrt. Das gleiche gilt für den Aus-'zu richten.
(Nachdruck verboten!)
24. Fortsetzung.
Mitten unter
Um- von des- Cin-
NSG. 1. Gaststätten muüssen unter allen ständen verhindern, daß bei Zu- und Abgang Gästen Lichtschein nach außen fällt. Es muß halb dafür gesorgt werden, daß hinter dem gang lichtundurchlässige Vorhänge, Decken usw. an
habe Sie angerufen."
"Danke."
Linkerton übersieht das Gelände.
landsverkehr durch Frankreich bei Leitung über deutsch-französische Uedergänge. Unterwegs befindliche Güter werden zurück- und zur Verfügung des Absenders gehalten.
Das Deutsche Frauenwerk
Hilst dem Lebensmittelhandel.
genommen haben, deren Namen, Herkunftsort usw. bei der Nachweisstelle umgehend anzumelden. Die gewissenhafte und rasche Erfüllung dieser Bitte ist von großer Wichtigkeit und liegt im dringendsten Interesse der Aufgenommenen. Es wird damit eine Zentrale geschaffen, die in der Lage fein wird, die Verbindung zwischen Angehörigen der gleichen Gemeinden herzustellen, die Bestellung von Briesen zu erleichtern usw. Ausdrücklich sei betont, daß die Nachweisstelle mit der Fürsorge, Unterbringung usw. nicht befaßt ist.
Das Gautreffen
der Landsmannschasten abgesagt.
NSG. Das Gautreffen der Landsmannschaften, Trachten- und Heimatvereine, das am 24. September in Frankfurt a. M. stattsinden sollte, ist abgesagt worden.
Eisenbahnverkehr nach Frankreich
gebracht werden.
2. Die Treppenhaus-Beleuchtung muß abgeschirmt werden, weil sonst beim Oeffnen der Haustür das Licht nach außen fällt.
3. Es muß darauf geachtet werden, daß auch alle Mansardenfenster verdunkelt werden und für die Zeit der Verdunkelung verdunkelt bleiben.
4. Die an der Hinterfront der Häuser liegenden Fenster Müssen mit gleicher Sorgfalt verdunkelt werden, wie die Fenster der Vorderfront.
5. Speisekammern, Badezimmer und Klosetts dürfen nicht vergessen werden. Abschirmung der elektrischen Birnen genügt häufig nicht. Diese Räume werden am besten auch verdunkelt.
6. Taschenlampen dürfen auf der Straße und beim Oeffnen der Haustür nicht verwendet werden.
7. Man verdunkele nicht erst bei einbrechender Dunkelheit, sondern schon früher. Lieber zu früh als zu spät, muß die Parole sein.
8. Jeder prüfe von Zeit zu Zeit den Zustand des Verdunkelungsmaterials und sorge gegebenenfalls rechtzeitig für Ersatz.
9. Die Volksgenossen müssen sich gewöhnen, erst dann Licht anzudrehen, nachdem sie den betreffenden Raum gewissenhaft verdunkelt haben.
10. Die Verdunkelung ist eine Dauermaßnahme.
11. Gegen Säumige wird scharf vorgegangen werden.
dem Tor liegt der Ermordete.
Er ist zusammengesunken, als fei er beim auv schließen der Haustür eingeschlafen und habe sich gegen den steinernen Posten gelehnt. Es scheint, als habe er nicht mehr die Kraft aufgebracht, den Schlüssel, den seine kalten Finger noch umkrampften, ins Schloß zu stoßen. Hinterm Rücken seines hellen Sakkos fließt es dunkelrot, fast schwärzlich an der Mauer entlang. Die Kugel ist ihm gerade ms Rückenmark gegangen. Er kann keine Minute mehr gelebt haben. In einem Zwischenraum von zehn vis zwanzig Zentimeter zwei Fehlschuß-Einschläge, die den Mörtel abgeschlagen haben.
Armer Teufel! denkt Linkerton. So endet also dein Ruhm, von dem ganz England spricht!
Er wisch sich über die Stirn. Er wird das nie lernen, diese Kaltschnäuzigkeit, die Pembroke bei solchen Gelegenheiten aufbringt. Er steht Den
Aus der Stadt Gießen.
Das Ereignis.
lieber Nacht traf es ein. Zwar keineswegs un- ■ vermutet, aber immerhin plötzlich genug. Wenig- stens für die lieben Nachbarn. Als die Großmutter । morgens mit strahlender Miene hinter dem Haufe , bie Windeln auf die Leine steckt, wird die Kunde schnell offenbar. Dann stapfen bald die großen , und kleinen Gratulanten die Treppe herauf. Die Kleinen mit der großen Gläubigkeit an den geheimnisvollen Klapperstorch, die Großen mit ihren Gedanken über das Wunder der Geburt. Alle aber wißbegierig, es läßt sich nicht leugnen. Und zweifellos ist Grund genug vorhanden. Die strahlende Großmutter kann fortwährend die Tür öffnen und schließen.
Um den jungen Vater kümmert sich vorerst kaum ein Mensch. Er erfährt bei diesem Anlaß die allergeringste Wertschätzung. Die Stimmung läßt er sich jedoch nicht verderben, schließlich ist er ja der Vater. Plötzlich aber gewinnt auch er an Bedeutung. „Du mußt natürlich zum Standesamt gehen", sagt die Großmutter, „merkwürdig, daß du nicht selber auf den Gedanken kommst. Na, Männer bleiben eben Männer. Melde den Jungen an, und vergiß nicht, die Papiere mitzunehmen." So hat der neugebackene Vater seine Aufgabe, der er sich eifrig unterzieht. Wobei ihm sein Freund mit Vergnügen hilft. Dor allem, als es gilt, die Eintragung in gebührender Weife in der nächsten Gastwirtschaft mit einem kühlen Hellen zu feiern.
Unterdessen liegt der Kleine in den Kissen und schläft den gerechten Schlaf. Nur der Kopf und die kleinen Fäustchen sind sichtbar. Aber die Fäustchen hält er so fest geballt, als komme es schon jetzt darauf an, sich in dieser Welt einen guten Platz zu sichern, ©eine Mutter sieht ihm mit glücklichem Lächeln zu, während im Wohzirnrner die Nachbarinnen immer und immer wieder dem Ereignis neue Betrachtungsmöglichkeiten abzugewinnen wissen. Durch das geöffnete Fenster fällt ein Heller Sonnenstrahl ins Zimmer, und es ist, als gebe selbst das liebe Himmelslicht dem Miethaus festlichen Glanz. H. W. Sch.
Vornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Paradies der Junggesellen".
Bei Beschießung hochflieqender feindlicher Aufklärungsflugzeuge
Deckung nehmen!
DNB. Von zuständiger Stelle erhalten wir folgende Mitteilung:
Es kann vorkommen, daß einzelne und hochfliegende feindliche Aufklärungsflugzeuge von unserer Flak-Artillerie beschossen werden, ohne daß notwendig war, Fliegeralarm zu geben.
In solchen Fällen haben alle Personen, die sich im Freien befinden, sofort Deckung in Häusern oder an sonstigen geschützten Stellen zu nehmen, damit sie nicht durch Hera bfliegende Sprengstücke unserer Flak-Artillerie getroffen werden.
Erleichterung des Verkehrs mit kleineren Zahlungsmitteln.
liche zur Sicherung der Einwohner auch durch deren Mitarbeit geschehen ist.
Allerdings in einer anderen Richtung muß etwas besser werden. Es ist nämlich dringend zu München, daß vom Beginn der Verdunkelung ab die Jungens und Mädels, die dann noch spielend und radelnd in den Straßen weilen, von derStraße verschwinden, wie überhaupt am Abend und n der Nacht sich niemand auf der Straße aufhalten ollte, der nicht aus Gründen des Berufs oder der Mitarbeit an einer wichtigen öffentlichen Aufgabe sich unbedingt außer dem Hause bewegen muß. Schon im Hinblick auf die vielfältigen Gefahren, die der Fährverkehr in den dunklen Straßen mit sich bringt, gehören vor allem die Kinder von der Dämmerung ab ins Haus, und ebenso alle Erwachsenen, die ungestört ihren Feierabend genießen können. Die Eltern mögen im Sinne dieses Hinweises ihre Kinder hüten, und sie werden auch damit die schwere und verantwortungsvolle Arbeit des örtlichen Luftschutzleiters wirksam unterstützen.
Winke für die Verdunkelung.
Was besser beachtet werden muß.
Sänger immer noch großspurig in feinem Ammer in Scotland-Yard umherstolzieren.
„Na, dann gehen Sie mal 'ran, Dottor! ntemf er nachdenklich und gibt dem Polizetarzt den Weg ^Ueberrascht tritt er zurück, als er plötzlich 2)p Hellmers gegenübersteht, hinter den sich der zweite Beamte postiert hat.
Ah ... Doktor Hellmers! Ich habe Sie vergeb* kich erwartet. Wissen Sie, was geschehen ist?^ El- Mill ihm die Hand entgegenstrecken, aber der Pottq zist wÄß das zu verhindern.
Der mutmaßliche Täter!" meldet er mit un* durchdringlichem Gesicht. „Wir sahen diesen Herrn zuerst neben dem Ermordeten. Als er uns bemerkte, wollte er fortlaufen. Erst als wir mit der Waffe drohten, blieb er stehen. Zwanzig Schritte weiter nach dem Haufe zu log fein Revolver. Es fehlen genau drei Schüsse!"
Inspektor Lin'kerton tritt unwillkürlich einen! Schritt zurück. .
„Hellmers, Sie? ... Ja, haben Sie denn den!
Verstand verloren?" „
Unendlich lange dauerte es, bis Hellmers aus feiner Erstarrung aufwacht. Bisher hat er regungslos gestanden, als fei er aus Stein. Nun, da ihn die bekannte Stimme des Beamten erweckt, scheint ihm plötzlich zum Bewußtsein zu kommen was eigentlich hier vorgeht. Er betrachtet mit den Augen eines erstaunten Kindes die Menschen um sich her, seine Brauen Fichen sich zusammen, man steht wie sein Hirn arbeitet, um in die Gegenwart zu finden.
Jetzt schüttelt er den Kopf und lächelt.
Lächelt ganz still, so, als sitze er im Kino und betrachte das Ganze wie einen wohlgelungenen
das nun alles ein wüster Traum ... öM ist "das tatsächlich Wirklichkeit?" fragt er zweiselnd.
Erne Geste des Inspektors aus den Erschossenes reißt ihn endgültig in die Gegenwart zuruck.
„Herrgott" flüsterte er. „Wie konnte das gev schehen? Er ging doch eben noch vor nur. Ich lief zurück, um meine Handschuhe zu holen .. . Mit einem Male die Schüsse und dann ... Entsetzlich! Wie ist das nur möglich, Herr Inspektor?"
„Das frage ich Sie, Herr Doktor Hellmers! ®id sind der einzige Mensch, der bei ihm war, als er ... starb!" (Fortsetzung folgt.)
21.
Verhör am Tatort.
Der Scheinwerfer des Mannschaftswagens schneidet einen grellen Kegel in das Halbdunkel des Per- kinsschen Mllenparks. Die Lampe überm Tor gibt ja kaum einen Schein, bei dem man etwas sch en kann. Trotz der mitternächtlichen Stunde stthen rundum Neugierige. GetUschel und Geflüster erhebt sich als Linkerton sich hart durch die Menge stoßt
„Scotland-Yard! Der Wit der Melone, das ist Linkerton. Kenne ihn, ein gewiegter Butsche! meint einer, der Bescheid weiß, anerkennend.
Die beiden Polizisten treten heran und grüßen.
„Sie haben die Wache gehabt?"
„Jawohl, Herr Inspektor. Wir waren am ent- aeaenaesetzten Ende der Mauer, da, wo die High Road abzweigt. Auf einmal geht's Licht an. Wir hören Stimmen. Einer ruft laut: „Good bye! Uha, denken wir, da verabschiedet sich iemanb. R-chttg, es scheint auch so! Plötzlich knallt's dreimal schnell hintereinander. Ich sage zu meinem Kollegen: „Hin, Mensch! Das waren drei Schüsse! Und wie wir 'ran waren, da sahen wir die Bescherung!
„Es ist doch nichts verändert?"
„Nichts, Herr Inspektor!"
Wer hat den Garten betreten oder verlassen?
"Niemand. Nur ich bin ins Haus gegangen und
Kinderland ist überall da, wo sich ein paar Jun* gen oder Mädchen zusammentun, um ihre Welt nach ihren Wünschen auszugestalten und zu regieren» Das fällt ihnen gar nicht schwer, und es wäre auch schade, sollte es anders jein. Denn ein gesundes Kind kann in der schäbigsten Hundehütte ein Schloß sehen und macht aus einem eichenen Prügel ein blitzendes Schwert, mit dem es Drachen und Rie» fen erschlägt. Sollte man die Jungen aus ihren Spielen reißen und sie mit drohendem Zeigefinger daran mahnen, daß es auf der Welt doch ganz anders aussieht, als sie es sich vorstellen, daß eine Hütte eine Hütte bleibt und aus einem Knüppel niemals ein Schwert werden kann? Laßt bie Kim der spielen und sich Lustschlösser bauen, was hätten sie sonst davon, daß sie jung sind? Trotzdem braucht das Treiben im Kinderland nicht in Zügellosigkeiten auszuarten. Trotzdem können und müssen der Vater und die Mutter ein wachsames Auge haben auf alles, was dort vorgeht. Warum? Eine einfache Antwort! Welcher Junge läge nicht gern am Lagerfeuer? Welcher Junge hätte nicht feine Freude an den prasselnden Flammen des brennenden Kartost felkrautes? Welcher Junge fühlte sich nicht reich, wenn er mit einer Schachtel Zündhölzer in der Tasche klappern kann? Darum muß man auspassen! Wenn auch im Kinderland andere Gesetze gelten, ein Brand, der einen Hof in Asche legt, weil der Bub hinter der Scheune mit offenem Feuer spielte.
Sett der Aufrufung des zivilen Lustschutzes ist auch in Gießen bie völlige Verdunkelung durchgeführt worden. Was in den letzten Jahren bei wiederholten Derdunkelungsübungen allen Volksgenossen ein geprägt und von ihnen auch immer stärker ersaßt wurde, hat sich nunmehr bewährt: nämlich alle Räume der Häuser, vom Wohnzimmer bis zur Speisekammer und dem „stillen Ort", befinden sich vom Zeitpunkt der Dämmerung ab bis zum anderen Morgen in völliger Dunkelheit. So kann man denn bei einem abendlichen Gang durch die Stadt überall im F i n ft e r n tappen.
Diese disziplinierte und kluge Haltung unserer Gießener Volksgenossen bei der strengen Durchführung der Verdunkelung ist natürlich an sich eine Selbstverständlichkeit, sie sei aber an dieser Stelle doch mit Anerkennung hervorgehoben. Es wäre ja auch unbegreiflich, wenn irgendein Volksgenosse oder eine Volksgenossin anders handeln würde, in sträflicher Leichtfertigkeit oder — man entschuldige das harte Wort — in unvorstellbarer Dummheit bie Räume der Wohnung erleuchten und nicht vorher sorgfältig darauf achten würde, daß die Fenster mit größter Gewissenhaftigkeit verdunkelt sind. Ebenso unglaublich wäre es, wenn jemand vor dem Herablassen der Rolläden das dunkele Zimmer betreten und das Licht einschalten würde, um z. B. zu den Fenstern mit den Rolläden zu gelangen. Man könnte es auch nicht verstehen und nicht billigen, wenn in irgendeiner anderen Art während der Abend- und Nachtzeit leichtfertig mit Licht hantiert würde, dessen Strahlen auch nur im geringsten von außen sichtbar wären. Denn es ist bekannt, daß aus völliger Finsternis heraus selbst ein kleines Licht, auch wenn es nur eine Kerze ist,
weithin gesehen werden kann.
Zu keiner Zeit und an keiner Stelle könnten Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit bei der Benutzung des Lichts sich so verhängnisvoll auswirken, wie gerade jetzt. Dadurch würde nicht nur der einzelne, nämlich der Sünder selbst, Schaden erleiden, sondern auch die Gemeinschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Erfreulicherweise macht das ausgezeichnete Verhalten unserer Gießener Bevölkerung derartige Gefährdungen durch eigene Schuld schwer vorstellbar, und wenn wirklich einmal an einer Stelle durch Leichtfertigkeit oder Unbesonnenheit, oder durch Gedankenlosigkeit auch nur während einer Minute in einer Wohnung ein Mangel zutage treten sollte, so wird wohl der Nachbar, der diesen Fehler bemerkt, es sicherlich als seins Pflicht ansehen, den oder die Sünder sofort auf den Fehler aufmerksam zu machen, ein Hinweis, der von keinem Volksgenossen und keiner Volksgenossin als unstatthaft bezeichnet werden könnte. Aber, wie gesagt, Gießen befindet sich allabendlich in völliger Finsternis, und wenn alle Mitbürger weiterhin die bisherige Verdunkelungsdisziplin halten, so kann man sägen, daß in unserer Stadt alles Erforder
Der Täter mitten unter uns
Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag «Oskar Meister, Werdau L Sa.
Zungmädel sammeln Brombeerblätter.
NSG. Auf Anordnung der Führerin des BDM.-. Obergaues 13 Hessen-Nassau, Obergauführerin Else Riese, haben ab sofort alle hessen-nassauischen Jungmädeleinheiten, soweit sie noch nicht für bie) Getreide- und Obsternte oder zu Meldediensten ein^ gesetzt sind, mit dem Sammeln von Tee und Kräu^ tern zu beginnen. Mit dem Einsatz der Jungmädel wird die Aktion des Kräutersammelns wesentlich erleichtert, die bis jetzt hauptsächlich von der Schul, jugend durchgeführt wurde.
Bis weitere Anordnungen und Merkblätter att die Einheiten ergehen, sind vor allem Brombeerblätter zu sammeln, aus denen ein wohlschmeckendes deutscher Tee hergestellt werden kann. Die Brom« beerblätter müssen sauber gepflückt sein und können im Gegensatz zu anderen Tees und Kräutern irt ungedorrtem Zustand versandt werden, wenn sie? nicht mehr als 24 Stunden auf Transport bleiben. Es empfiehlt sich, die Sendung als Expreßgut mit deutlicher Aufschrift „Brombeerblätter, verderblichö Ware" aufzugeben. Da zurzeit keine Gewähr besteht, Mengen von rund 50 Kilogramm in diesen! Tagen pünklich der Firma Friedrich Kraushaar^ Haslach, Kinzigtal, zuzustellen, müssen die Brom, beerblätter getrocknet werden. Als Dörrgelegen* Ijeiten kommen in Frage: Böden von Schulhäusern, Gemeindehäusern usw. Die Blätter werden dort auf Papier in dünnen Lagen aus gebreitet und sind — je nach Temperatur — in fünf bis ad)t Tagen getrocknet. Außerdem können kleinere Mengen bei? Brombeerblätter in Privathaushalten gebörrt roer* ben. Geeignet sinb hierzu die für das Dörren von Obst vielerorts benutzten Dörroste. In länblicheN Orten wird sich auch im Backhaus Trockengelegen, heit schaffen lassen.
Die örtlichen Jungmädelführerinnen haben sofort mit den zuständigen Stellen wegen Dörrgelegen* heilen und Verschickung Verbindungen aufzu* nehmen.
Gießener Dochenmarktpreife.
* Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM^ Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Sttick 4 bis 10^ Wirsing, V? kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Rotkraut 1. bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 9, Bohnen, grün 13 bis 20, gelb 13 bis 20, Erbsen 15 bis 20, Feldsalats */i° 15, Tomaten, kg 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 15, Kürbis 8, Kartoffeln, kg 5 Rpf., 5 kg 47 Rpf., 50 kg 3,50 RM., Frühäpfel, kg 15 bis 30 Rpf.* Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 35 bis 38, Birnen 10 bis - 20, Zwetfchen 12 bis 20, Mirabellen 20 bis 25, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 ! bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, - Oberkvhlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf.
Katastrophe im Kinderland.
DNB. Wegen des durch die Verhältnisse beding- te-n stärkeren Bedarfes an Zahlungsmitteln find in letzter Zeit die Rentenbankscheine zu 5 Rentenmark wieder in stärkerem Maße dem Zahlungsverkehr zugeführt worden. Die Scheine zu 5 Rentenmark sind nie außer Kurs gesetzt worden und stellen daher ein vollgültiges Zahlungsmittel dar. Zur Erleichterung des Verkehrs mit kleinen Zahlungsmitteln werden in diesen Tagen Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark ausgegeben.
Nachweisstelle beim CRoten Kreuz in Gießen.
Bei dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisstelle Gießen, ist eine Nachweisstelle für Volksgenossen aus dem Grenzgebiet geschaffen worden. Diese fordert heute alle Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen auf, die solche Volksgenossen bei sich aus-
„Der Teufel hole diesen Schatten!" knurrt Linkerbon boshaft. „Dann schaffen Sie mir wenigstens den Hellmers herbei!" „ ....
Er sieht, daß William Perkins verstohlen in sich hineinlächelt und fragt bissig, ob ihm sehr komisch zumute sei.
„Durchaus nicht!" beeilt sich der zu versichern. „Ich amüsiere mich nur ein wenig bei dem Gedanken, daß man Doktor Hellmers des Diebstahls bezichtigen könnte." , _
„Unsinn", weist ihn der Inspektor ab. „Der Mann hat doch die Pläne entworfen. Warum soll er stehlen, was er bereits im Kopf hat? Trotzdem sähe ich gern, daß er hier wäre."
„Er wird sicher noch heute abend zuruckkommen. Ich habe ihn eingeladen."
„Eingeladen? Wozu?
„Oh ... eine Besprechung. Ich möchte die beiden stteitbaren Herren wieder versöhnen", lächelt Perkins und blickt dabei auf den Sänger. „Vor meiner Abreise möchte ich alles in Frieden geordnet sehen.
„Bitte, schicken Sie Doktor Hellmers zu mir nach Scotland-Yard, wenn Ihre Besprechung vor Mitternacht beendet sein sollte. Er erreicht mich dott jederzeit. Ich wäre Ihnen dankbar. Und bis ich Weiteres anordne, muh ich diesen Raum versiegeln. Die Sachverständigen sollen den Tresor nach Mn- gerabbrücfen untersuchen. Ist ja wahrscheinlich u er- slüssig, aber ... man kann nie raffen. Außerdem, verehrter Mister Perkins, man braucht Pläne nicht nur zu stehlen, um sie zu besitzen. Man kann sie dem andern auch ausspannen. Verstehen Sie? Damit Sie die Sachen nicht mehr in Händen haben!
„Was Sie nicht sagen!" staunt Berkins. , „Aber das ist natürlich in diesem Folie Unsinn. Damit beschließt Linkerton das erste Verhör.
In Scotland-Yard aber, dem Herz und Hirn der umspannenden Polizeiorganisation Englands beginnt nun eine emsige Tätigkeit. Die Hasenstatio- nen erhalten Anweisung zu strengster Ueberwachung. Sämtliche Züge zu den Schiffen werden ebenso bewacht wie die großen Ausfallstraßen. Der Telegraph spielt nach allen Richtungen.
Ein Doppelposten ist vor die Perkwssche Villa ge- tellt und patrouilliert dort auf und ab.
Smith II indes erhält einen Sonderauftrag Er nimmt die großen Bahnhöfe uncer schärfste Kontrolle. Smith II ist bekannt für fein sittelhaf es Per- onengedächtnis. Wer einmal, fe* es in Per on oder auf der Photographie, von ihm richtig besehen ist, entkommt ihm nicht.
„Ich nehme an, datz sich die Plane nach in der Stadt befinden. Vielleicht hat sie auch trgenb jemanb schon abgeschoben und kehrt zuruck Es kommt nur ein sehr enger Personenkreis m Drage. Machen Sie bie Augen auf, Smith, Ihr Schaben soll's nicht fein, wenn wir Schwein Habern
„Wir werben Schwein haben! versichert der Beamte zuversichtlich. „Soll ich gleich zupacken?
Wohl verrückt. Damit wir nachher als die blamierten Hammel bastehen, was? Ich erwarte Mell düng nach hier. Aber nur persönlich, unb wenn ich Besuch haben sollte, telephonisch."
Tobmüde sinkt Linkerton gegen 10 Uhr auf fein Kanapee. Diese Nacht wird er wohl kaum ms Bett kommen. - ,, t
Er sinkt sofort in traumlosen Schlaf. —
Verdattert fährt er auf! Das Telephon! Natürlich! Irgendeine Hafenstation wahrfchemlich.
Mißmutig wirft er einen Blick auf die Uhr... es geht stärk auf Mitternacht. Na, da wird der Herr Hellmers wohl nicht mehr kommen.
Hier Inspektor Linkerton!... Was ist los? Ja, zum Teufel, wer ist denn da am Apparat? Sergeant Black vom zwölften Revier? Ja, was gibt s denn? Der Sänger Holgerson?..^ Großer Gott. Ja, ich komme sofort! Bleiben sie au Ihre n Posten! Danke."
In fliegender Hast greift er seinen Hut. Er druckt auf ben Tischknopf. Klingeln schrillen durchs Haus.
Morbalarm!
NSG. An alle diejenigen, die im Le-bensmittel- Einzelhandel tätig sind, werden heute erhöhte Anforderungen an Mehrarbeit gestellt, da durch die Einführung bet- Bezugsscheine mancherlei beachtet werden muß. Besonders wirkt sich die Mehrarbeit in Betti eben aus, deren Inhaber ober Mitarbeiter zum Heeresdienst eingezogen wurden. Um in Notfällen Abhilfe zu schaffen, hat sich die NS.-Frauen- schast im Gau Hessen-Nassau zur Hilfeleistung zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich tonnen die Helferinnen kaum beim Verkauf Mitwirken. Sie stehen aber stets bereit, allerlei Hilfsarbeiten, wie das Ordnen, Durchzählen und Einttagen der Be-


