gelegt ist, kann der Koffer
immer an
aufgefüllt und mit Essig u Wirt). In dieser Tunke läßt
Der Hinweis - ein Nick in die Zeitschristen
seinen
Reiselektüre enthalten, immer nur gerade so selbst tragen kann.
Wenn alles zurecht
Da hat der Herr Pfarrer das Hänneschen endlich an den geschwollenen Hals gelassen, und als das seinen. Spruch hersagt — ich weiß net mehr ge- ncuu, wie der geheißen hat — und dabei mit seinen knochigen Fingern die kranke Gurgel rauf und runter fährt, da hat der Pfarrer so schrecklich lachen müssen, daß der Knoten im Hals aufplatzt und wie-' der Luft da ist, ach so viel gute Luft!
3a, und kurz drauf war der Hals ganz heil."
Da könnt' ich wieder nix weiter sagen, als, es wäre auch ohne den Hokuspokus wieder gut' geworden, weil das Geschwür sicher schon reif gewesen fei — und weil's mittlerweile Zeit zum Mittag- Aen geworden war und 's Gretchen, das die böse Gelbsucht gehabt hat, jetzt aber aussah, wie der allerschönste und allergesündeste Kirmesapfel, schon am Suppeausschöpfen, da hab' ich auch gar nichts mehr sagen wollen.
Salatsuppe. Zwei gesäuberte Salatköpfe werden irt Streifen geschnitten und mit 500 g grünen Erbsen, 2 Liter Wurzel- oder Würfelbrühe, Salz, etwas Zucker und 2 Löffeln Fett aufgesetzt und weich gekocht. Die Suppe wird mit Mehl gebunden. Als Einlage kann man geröstete Semmelwürfel geben.
Angelhaken herauszieht, so schluchzt er mitleib* erregend, und wenn der von diesem lauten Wehklagen gerührte Angler ihn ins Wasser zurückgibt, so entwischt er mit einem Freudengequieke, das ein ganz unverkennbares „Danke schön" zu sein scheint. Der Malgree, der die ganze östliche Küste der Neuen Welt bevölkert, genießt den Ruf, der lärmendste Fisch zu sein, den es gebt. Er kann ein lautes Stöhnen heroorbringen und quakt wie ein Frosch: fein Geheul ist weithin hörbar.
gründlich angelegten Diagramme können nicht einfach übernommen werden, wenn nach dem Konsumdelta (um es in einem Bild zu sagen) des Stroms der verkauften Bücher geforscht wird. Wohl, man hat die Liste der „Best-Sell-r", und man hat die Auskünfte der führenden Sortimenter. Aber damit erreicht man, fürchten wir, immer nur eine ziemlich dünne Käuferschicht, jener Elite Hiner wirklich ober aus Gewohnheit bücheroerschworenen, hochbürgerlichen Klasse, bie wohl ben Ton, aber nicht die Dauer und Durchschlagskraft der Bucherfolge an* gibt. Die Durchschlagskraft stammt aus einer anderen Schicht, auf die vielleicht aus Unkenntnis gar nicht eigentlich abgezielt wird: aus jenem Lebenskreis, wo die einzelne Mark bedachtsam in der Hand umgedreht, wo aber trotzdem — wir wissen es aus vielen Unterhaltungen — ein Jahresetat (sagen wir von 20 bis 30 Mark> für Bücher ausgeworfen wird, der manchen sozial „Höherstehender" beschämen und ebenso leicht dem Kino oder dem Essen und Trinken zugute kommen könnte. Wir möchten anregen, ob es nicht einer zuständigen Stelle möglich wäre, diesem geheimen Bücherkäufer, ohne daß er verschüchtert würde, ein wenig nachzuspüren."
Muß der Schlager Unfug sein?
denen, die ihn schreiben. Ganz leicht macht er es uns allerdings nicht. Aber gerade darum wäre er aller Mühen wert." Mit diesen Worten schließt Friedrich Herzfeld einen Beitrag „Muß der Schlager Unfug sein?", den die „W e st e r m a n n s Monatshefte" veröffentlichen. Die im allgemeinen heute noch übliche Methode, Schlager im Film zu verwenden, kennzeichnet der Verfasser mit ben Bemerkungen: „Der Schlager bedeutet im Film eine Auflockerung ähnlich wie das Bitt) im Buch ober in der Zeitschrift. Vom Dramaturgischen her gesehen ist ber Schlager im Film also vor allem als Gegensatz erwünscht. Die Melodie des Haupt-, schlagers hören wir schon, ehe der Titel auf der Leinwand erscheint. Sie krönt auch das happy end ober den tragischen Schluß: je, diese weisen vorbereitend ober zurückgreifend aus den Schlager in der Mitte des Filmes hin, der dadurch in feiner Bedeutung ungemein unterstrichen wird und nicht selten das Gewicht eines Höhepunktes erlangt. Dom Geistigen aus betrachtet, kommt dem Schlager noch eine andere Stellung im Film zu. Wir sehen von jenen 5 Um en ab, die derOperette verwandt sind und darum Liebesgeständnisse grundsätzlich singen lassen. Auch wollen wir die vielen Sängerfilms beiseitelassen, weil bei ihnen der Schlager nicht irt ben Film, sondern der Film von vornherein um den Schlager geschrieben wurde. Im übrigen gibt es eigentlich nur eine Art, Schlager anzubringen: man muß die Handlung an einen Ort führen, wo Schlager gesungen zu werden pflegen. Da erweist sich die Bar immer wieder als hervorragend geeignet. Anscheinend höchst zwanglos kann dort ein Sänger ober eine Sängerin „ben" Schlager starten. So wird es jedenfalls noch immer in zahllosen Fällen gehandhabt. Auf dem Höhepunkt ber Entwicklung, wo ber Helb ober bie Heldin von enttäuschter ober nicht erroiberter Liebe niedergeknirscht werden, wo also das ttefste Tal ihres Leides erreicht ist, ober auch wo der Wonnemonat seliger Liebe anbricht, da treffen wir den ober die Filmhelden fast unfehlbar in einer Bar, wo ihnen eben ein Schlager Hoffnung erregende ober weiterhin Schmerz aufwühlende Lebensweisheiten darbietet. Fausts Gang zur Walpurgisnacht — bos ist im Film ber Besuch einer Bar. Es versteht sich, baß es stets eine pickfeine Bar ist, wie es auf ber Welt wohl nur sehr wenige gibt. Niemals fehlt das Spiegelparkett, unb stets tragen die Frauen Toiletten aus ber allerletzten Modeschau. Der perlende Sekt im Glase und'der Liebesdunst ausstrahlende Saxophonist sind ungefähr gleichbedeutende Teilausschnitte dieses Lebens. Da wir — auch im deutschen Film — so oft in eine Bar geführt werden, müßte man eigentlich annehmen, daß die Bar im Leben unseres Volkes eine recht große Rolle spielt..Man könnte darüber vergessen, daß von den 80 Millionen Deutschen sicher kaum jeder Hundert* tausendfte so etwas einmal von innen gesehen hat."
stände ist es selbstverständlich, daß sie absolut sauber und heil sind.
Zu jeder Reise gehören aber auch kleine Dinge, die leider manchmal viel Platz roegneh- men, die aber doch notwendig sind oder die gerade das Reisen nett machen. Zu den angenehmen Dingen gehören: ein Kissen, Bücher, die man nur in ben Ferien lesen kann, ber Photoapparat, vielleicht eine Handarbeit und ähnliches mehr — aber natürlich nur, soweit Platz vorhanden ist. Man hüte sich beim Reisen stets vor unnötigem Ballast. Am besten packt man diese Kleinigkeiten in ben „Unterwegskoffer", besten Inhalt besonderer Sorgfalt bedarf. Neben kleinen Erfrischungen, Frühstück usw. für die
Reservetaschentuch unb bie Dieser Koffer darf aber schwer sein, daß man ihn
Oer Engländer ist anders...
' Der Engländer ist anders, anders nämlich, als eine gewisse unter Deutschen sehr verbreitete Eng- land-Romanttk ihn gerne sieht. Das zeigt uns Otto E. Geyer in einem Aufsatz „Der Nebel von London", den mir im Juniheft von „ West ermann s Monatsheften" veröffentlicht finden und der mit manchen Illusionen aufräuint. So lesen wir u. a.: „Die politische Freiheit bedingt keine soziale Freiheit und scheint in erster Linie eine Freiheit zum Begehen von Harmlosigkeiten. Das bekannte freie Reden im Hydepark ist bie lächerlichste Belanglosigkeit von allem. Man läßt dort Leute, die reden müssen, weil sie sonst ersticken, so viel schwatzen, wie sie wollen. Dadurch wird man sie los. Ihre Zuhörer sind Müßiggänger, die nichts Besseres anzufangen wissen unb mehr belustigt als ergriffen von einem Redner zum anderen ziehen. Trotzdem gibt es heute noch Engländer, die dieses Geschwätz als einen gewichtigen Ausdruck demokratischer Freiheit werten, obwohl sie selbst nur einmal in ihrem Leben fünf Minuten lang zugehört haben ober überhaupt noch nie... Der England- Reisende mag Größe unb Großzügigkeit erwartet haben, Ruhe, Freunblichkeit, Gelöstheit unb Gelassenheit, er wird das überall, wo er. mit der einfachen Bürgerschaft in Berührung kommt, reichlich finden, man wird ihm dort, wo er als Freund öes Hauses gut befunden wurde, die Türen weit öffnen, je einfacher das Haus, desto weiter, aber er wird gleichzeitig auch in England jener Ruhe begegnen, die 'Kälte ist, und einer Gelassenheit, die wie das Warten auf ben geeigneten Augenblick scheint, unheimlich wie die Spannung vor dem
Grüne Bohnen zu Matjeshering (ober gut gewässertem Salzhering). 1 kg vorbereitete, in Stücke gebrochene grüne Bohnen läßt man in leicht gesalzenem Wasser, unter Zusatz von Bohnenkraut, beinahe weich kochen, bann schüttet man sie zum Abtropfen auf ein Sieb. Aus zerlassenem Fett ober einigen Speckwürfeln (75 g genügen) unb Mehl 'bereitet man eine Einbrenne, die mit Gemüsewasser aufgefüllt und mit Essig unb Zucker abaeschmeckt wirt). In dieser Tunke läßt man die Bohnen gar werden. Bergartig auf einer Schüssel anrichten unb mit Matjes- oder Salzheringfilets umlegen. Dazu Pellkartoffeln.
dessen wird 50 g Butter, 100 g Zucker und 2 Eigelb schaumig gerührt, Zitronenschale, geriebene Mandeln, Grießbrei unb 500 g gewaschene, ab getropfte Kirschen gemischt unb zuletzt ben steifen Eierschnee untergezogen, in gut gefettete Auflauf form geben unb im Backofen backen.
Kräftiges Kohlrabigericht mit Graupen. Auf 500 g Kohlrabi rechnet man 250 g Graupen und 250 bis 500 g Seefisch. Die Graupen werden ab gequirlt, mit kaltem Wasser aufgesetzt, einmal ausgekocht unb bas Wasser abgegossen. Man läßt reichlich kleingeschnittenes Suppengrün in Fett — auch Rinderfett — anbraten, füllt mit etwa zwei Liter Wasser auf, gibt die Graupen hinein und läßt sie halbgar werden. Dann werden die vorbereiteten Kohlrabi mit den zarten, gehackten Blättern hinzugefügt und mit Salz abgeschmeckt. Erst wenn Gemüse unb Graupen beinahe gar sind, fügt man das entgrätete, würflig geschnittene Fischfleisch hinzu und läßt es gar dünsten.
Sättigende Möhrensuppe. 1 kg vorbereitete, in Stücke geschnittene Möhren dünstet man in wenig Fett an, füllt mit 2 Liter kochendem Wasser auf, würzt mit. Salz, mit einer Zwiebel unb einigen Nelken unb läßt das Ganze gar werden. Das Ganze gibt man durch ein Sieb, läßt nochmals aufkochen, streut 75 g Sago hinein unb läßt ihn klar kochen. Mit gewiegter Petersilie anrichten. An Stelle von Sago kann man auch Haferflocken nehmen.
Stecknadeln und Briefmarken.
Die Stecknabeln haben bei ber Entwicklung der Briefmarken, wie wir sie heute kennen, eine große Rolle gespielt. Als vor etwa 100 Jahren in England die ersten Briefmarkenbrucke ausgegeben wurden, erschienen sie in großen Blättern, unb jede Marke mußte einzeln mit einer Schere' oder auch einem Messer abgeschnitten werben. Nun lebte in London der Zeitungsberichterstatter Charles Fowler der die Gewohnheit hatte, seine Beiträge für auswärtige Zeitungen in einem Wirtshaus zu schreiben: wenn' er damit fertig war, steckte er sie sorgfältig in Um* ichläge, schrieb bie Anschrift der Zeitungen daraus und gab sie bei der Post auf. Die Marken schnitt er sich mit einem Taschenmesser ab. An einem Abend des Jahres 1847 faßte er in die Tasche und bemerkte, baß er sein Messer zu Hause gelassen hatte. Niemand in dem Wirtshause hatte zufällig ein Messer bei sich, und es war auch keine Schere aufzutreiben. Da versuchte Fowler, seine Marken mit einer Stecknadel abzureißen. Das ging aber nicht gut, unb so machte er sich daran, kleine Löcher mit der Stecknadel ringsum bie Marke in bas Blatt 3u stechen, unb dann war es ein Leichtes, bie Marke abzureißen. Er hatte keine Ahnung, daß er damit eine Arbeit sparende Entdeckung gemacht hatte. Aber Henry Fowler, der ihm zugesehen hatte, kam dadurch auf eine Idee. Er ging zu den englischen Postbehörden und legte ihnen den Plan einer Maschine vor, mit der man rings um alle Marken Zugleich Löcher anbringen konnte: es gelang ihm, die Beamten davon zu überzeugen, daß das praktisch sei und eine Ersparnis zur Folge habe. So wurde eine Perforiermaschine gebaut, die englische Postbehörde kaufte sie, und nachdem man eine Zettlang damit Versuche angestellt und sie noch verbessert hatte, begann im Jahre 1854 die Ausgabe perforierter Marken, wie wir sie jetzt haben. Der Gedanke leuchtete auch den Postbehörden in anderen Landern, bie Briefmarken ausgaben, ein, so daß sie dem englischen Beispiel folgten unb bald keine anderen Briefmarken mehr hergestellt wurden. B.
Sprung. Fünfundzwanzig Jahre nach dem Ausbruch des Weltkrieges wird er roieber jenen Krämer- neib finden, ber damals die Katastrophe heraufbeschwor unb _su diesem Zweck die Lüge erfand, daß Deutschland sich seit 1871 darauf vorbereitet habe, ganz Europa zu erobern — dieselbe Lüge, die heute wieder ausgeqraben und von der gleichen ungeheuren Pressemacht den Lesern in aller Welt emgehammert wird. Wenn Deutschland leben_miU, wirb ihm untergeschoben, daß es die Welt erobern wolle; wenn England aber wirklich die Welt erobert, verbreitet es nur das Evangelium der Liebe."
Oer stille Bücherkäufer.
Wer kauft eigentlich Bücher? Diese Frage wurde schon oft gestellt und durch Untersuchungen beantwortet. Trotzdem ist sie, wie „Die Literatur" in ihrem Juniheft bemerkt, noch nicht völlig geklärt. „Die Leserkunde, die Untersuchung der sozialen Stellung und der psychologischen Motive des bücherkaufenden unb -lesenden Menschen, ist von verschiedenen Volksbüchereien, nach dem Vorbild Walter Hofmanns in Leipzig, in einer außerordentlich ergebnisreichen Weise verfeinert worden, unb doch fehlt es im ganzen noch an einer genauen Kunde 00m Lesen, die diese aus so verschiedenen Motiven begonnene unb betriebene Tätigkeit des Menschen in ihren Antrieben unb Stimmungen erforschte. Praktisch gesprochen: die Verleger, selbst solche von hoher Erfahrung, sind noch vielfach wie in einer Nebellandschaft, wenn sie sich fragen, an wen nun eigentlich ihre Bücher und bie einzelnen Gattungen des probuzierten Schriftgutes verkauft werden. Statistik allein tut es in solchen Fragen nicht, und die von den Volks- und Leihbüchereien ziemlich
Reife soll er den Waschbeutel, etwas Könisch Wasser für heiße Tasche, ein ~ .....
Walter Schweter feiert am 5. Juli
60. Geburtstag. Dem Landsmann, dessen Wiege in einem Fhrsterhaus bei Oberlahn- stein in den waldreichen Höhen über Rhein unb Lahn stand, widmet der Reichssender Frankfurt a. M. am 5. Juli, um 11.40 Uhr, eine Feierstunde.
Zwirnsfaden, Ameisenhaufen und's Hänneschen.
Don Walter Schweter.
Wunderliche Fische.
Fische legen ihre Eier im Wasser ab ober tragen fie mit fid) herum; Fische finb stumm, ja sogar taubstumm; Fische müssen immer im Wasser verbleiben, m der Luft ersticken sie ... Das ist die allgemeine Ansicht über bie Fische. Aber je mehr man diese geheimnisvollen Tiere kennenlernt, um so mehr Überraschungen bereiten sie. So beliebt es dem ganz gewöhnlichen Stichling, sich zur Brutpflege ein hübsches Nest zwischen den Wasserpflanzen zu erbauen. Aber auch viele andere Fische bauen Nester, oft sogar sehr kunstvolle, und stets ist es der Vater, der erst die Eier, dann die Jungen beschützt, nähr! unb pflegt. Die meisten dieser Nestbauer leben in tropischen Gewässern. Einer dieser Baumeister ist so wundervoll bunt gefärbt, daß er Regenbogenfisch heißt. Er lebt rund um Südamerika und Dftinbien unb ist nur wenig länger als 3 cm. Sein Nest ist darum einzigartig, weil es an ber Oberfläche des Wa ers treibt. Der Fisch beißt zuerst Blätter der Wasserpflanzen ab und verflicht sie zur richtigen Stellung. Wenn Gefahr besteht, daß sie sinken, so bläst er Luftblasen darunter, um sie schwimmend zu erhalten. Zum Schluß ist eine kleine kuppelähnliche 3nfel entstanden mit einem Durchmesser von etwa 7 cm. Das ist das Dach des Nestes, unter dem mit unermüdlicher Geduld eine kreisrunde Kinderstube geflochten wird.
Alles andere als stumm ist der „Knurrhahn" genannte Fisch, der an der englischen Küste lebt, und der buchstäblich winselt und quiekt, wenn man ihn aus dem Wasser zieht. Im Golf von Mexiko lebt der Trommel- ober Knurrfisch. Wenn man ihn am
„Es zeigt sich immer wieder, daß rechte Künstler selbst aus dem verlästerten Schlager etwas Genießbares und Lebenswertes zu gestalten vermögen. Es liegt also nicht am Schlager, sondern immer an denen, bie ihn schreiben. Ganz leicht macht er es
Was sollt ich da machen? Hält ich's Maul net auf getan, dann hält' der gedacht, ich wär' übergeschnappt. Da hab' ich halt gesagt, ich hätt' nur mal gucken wollen, ob’s schon Am eisen ei er gäb urub da wär'n die Biester von Ameisen in den Topf gekrochen und ich hätt' sie grab rausgeschüttelt.
Da ist er wieder ab gezogen, hat aber immerfort ben Kopf geschüttelt unb ich bin ärgerlich heimge- laufen, weil wegen meinem dummen Geschwätz alles umsonst gewesen ist. Ach und 's Gretchen ist .immer, kranker worden, und ich hab schon gedacht, s hätt net sein sollen und das Kind wär verloren, da hab ich das mit dem Wasser und dem Ei und dem Ameisenhaufen nochmal gemacht, und diesmal hat s geklappt! Und als ich wieder daheim war, da hat mein krankes Mädchen munter im Bett gesessen und war lange net mehr so gelb im Gesicht und hat gelacht und gesagt, es wollt' ausstehn. Wir haben's aber noch im Bett gelassen, und als acht Tage spater der Doktor roiebertarn, hat er net gewußt was er sagen sollt.
sollst?"^"' mei$* bu "Uch net, was du sagen
Das wußte ich auch wirklich nicht und hab halt nochmal wiederholt, das Gretchen wäre auch ohnedies wieder gesund geworden.
„So? Und wie's dem Herrn Pfarrer gangen ist, meißt du auch net! Guck, der hat so'n argen Zorn gehabt auf all bie 2lb er gläubigen und besonders auf das Hanneschen, das so ein alter Nixnutz und Rumtreiber gewesen ist, der aber arg gut hat Krankheiten besprechen können. Von dem feihem Kram wollt ber Pfarrer erst recht nix wissen und hat jebesmal wenigstens mit dem Finger gedroht, wenn das Hänneschen an ihm vorbeigangen ist Auf einmal Erlegt aber unser Herr Pfarrer ein ganz bos Geschwür in den Hals unb keine Umschläq und keine Einnehmerei wollt' was helfen. Da ist ihm wieder mal das Hänneschen begegnet und das hat gesaat:
„Herr Pfarrer, ich wüßt 'n Mittelchen?"
Aber der hat natürlich von dem Hokuspokus, wie er dem Hänneschen fein Besprechen gescholten' bat, immer noch nix wissen wollen und ist ärgerlich roeitergegangen.
Am andern Tag läuft ihm bas Hänneschen wie- der m ben Weg, uijb als bas so schies zu ihm hin- guckt, als roenn’s fragen wollt':
„3mmernoch net, Herr Pfarrer?", da hat der arg geplagte Mann Gottes gekeucht:
d)en?"nne5t^Cn' mas HE ihr denn für'n Mittel- „Jo, ja, ihr wißt doch, Herr Pfarrer! — Soll
gepackt werden. Zu unterft sorgfältig eingewickelt kommen die Gegenstände roig Schuhe, Toiletten- sachen zu liegen. Lücken gut mit zusammengerollten Strümpfen, Lebergürteln und kleineren Wäscheteilen ausfüllen. Darüber legen wir einen Bogen weißes Seidenpapier. Dann kommen die Wäschestücke an die Reihe unb wieder über das Ganze einen großen Bogen Seibenpapier. Obenauf werden sorgfältig zusammengefaltet die Kleider gelegt. Wie werden nun Knickstellen vermieden? Ganz einfach! Wir legen lose gerafftes Seidenpapier auch zwischen den Umschlag. So brauchen auch Blusen und Kleider nachher nicht mehr aufgebügelt zu werden. Zum Schluß heißt es noch: die Kofferschlüssel abziehen und sorgfältig aufbewahren, die Fahrkarten nicht vergessen und bann — gute Reise!
dem auch für alle Mitreisenden eine Oual. Eine große Erleichterung bieten für den Reisetag die Windeln aus Zellstoff, die nach dem Gebrauch weg - geworfen werden. Man braucht sich bann nicht mit den beschmutzten, nassen Windeln herumzuschleppen. 3um Hinlegen des Kindes nimmt man eine feste Unterlage mit ein Roßhaarkissen, eine Reisedecke oder Aehnliches — die man bequem auf die Bank des Abteils legen kann. Wenn man so vorgesorgt hat, braucht die Mutter auch die Reise mit kleinen Kindern nicht zu fürchten, im Gegenteil — Reisen ist dann ein Vergnügen! Lisa Peck.
Rezepte.
Erd beer schäum. V kg gut verlesene, durch ein Sieb gestrichene Erdbeeren mit 100 g Zucker, 12 Blatt eingeweichte und in wenig kochendem Wasser aufgelöste Gelattne (halb weiß und halb rot) und 7% bis % Liter Wasser mischen und unter ständigem Schlagen festwerden lassen.
Erdbeergrütze. 500 g Erdbeeren, 150 g Zucker, etwas Zitronenschale, 125 g Grieß, 1 Liter Wasser. Grieß kochen, kurz vor dem Garwerden die zerquetschten Erdbeeren und bie anderen Zutaten zugeben und in kalt ausgespülte Flammerie- fomi geben.
Erdbeeren mit Du argcreme. 375 g Duarg, % Liter Milch, Zucker nach Geschmack, 500 g gezuckerte Erdbeeren. Die Erdbeeren werben gewaschen, zerteilt unb gezuckert, Stunde stehen- lassen. Den Duarg durch ein Sieb streichen, mit ber Milch sahnig schlagen. Dann rührt man ben unter ben Erdbeeren sich sammelnden Saft unter und schmeckt milde mit etwas Zucker ab. (Vanille nach Belieben.) Duarg und Erdbeeren werden in eine Glasschüssel geschichtet, einige Erdbeeren zur Verzierung zurückgelassen. Man ißt Zwieback, Schwarzoder Knäckebrot dazu.
K i r s ch p u d d i n g. 375 g Schwarzbrot, 100 g Fett, 40 g gewiegte Sukkade, 100 g Zucker, 1 Ei, Vs Liter Milch, etwas Salz, Zimt, Kirschenkompott. Das altbackene Brot schneidet man in Stücke und weicht sie in kaltem Wasser gut durch, drückt bas Brot fest aus, das Fett, fein gewiegt, mischt man gut darunter, gibt gewiegte Sukkade, Zucker, Ei, Milch, Mehl, Salz und Geroürz dazu, füllt den Teig in eine ausgestrichene Puddingform und läßt ihn im Wasser ungefähr 2 Stunden garen.
Kirsch auflauf. Von 1 Liter Mich, 110 g Grieß, Salz einen dicken Grießbrei kochen. Unter*
Komme ich da wieder einmal in ein mir von den Kindheitstagen her vertrautes Bauernhaus zwischen Rhein unb Lahn, und in meine eifrige Hingabe an bas mir nach bem langen Wanderweg in sehr roiUfommener Weise aufgezwungene gute Frühstück fällt plötzlich die Frage, was ich vom „Besprechen" halte.
„Gar nix!"
„Aber 's hat geholfen;"
Jk5 wä-' .auch ohnebies wieder gut geworden!" Das wär' nicht wahr und ich solle nur einmal Haren, wie es ihnen gegangen fei.
' „Siehst du auf meiner Hand noch Warzen? Gut und gern zwanzig haben wir, unsre Anna und ich, gehabt. Alle finb fort, fort, wie roeggeblofen. Wir haben einfach einen Zwirnsfaden genommen, so Diele Knoten rein gemacht, wie Warzen da waren, chn unter der Dachtraufe vergraben, und am andern Morgen sind alle, alle Warzen weggewesen und keine ist roieberfommen;"
Unb bann wie war's mit der Gelbsucht, die unser Gretchen gehabt hat? Der Doktor hat sich schon gar net mehr zu helfen gewußt. Da hab' ich die Frau Wintersfeld gefragt, was da zu machen wär' und die hat gesagt:
„Ihr müßt das Wasser vom Gretchen in einen funkelnagelneuen Topf tun, ein Ei dazu schlagen und bas so lang kochen, bis das Wasser fort ist Das was übrig bleibt, müßt ihr über der Grenz unb ja net auf euerm Grund und Boden in einem Ameisenhaufen vergraben und den Topf hinterrücks ja net vorwärts, roegroerfen. Dabei darf kein Sterbenswörtchen geschwätzt werden."
„Das ist bann aber boch im Leben kein Besprechen!
ni5' so heißt das aber! Also hör' weiter- Ich hab alles auch so gemacht, und grad steh ich am Ameisenhaufen und will den Topf hinterrücks fortroerfen wer kommt? Unser Förster und ruft: Ra, was soll das bedeuten?"
Kinder auf Reisen.
Immer näher rückt der langersehnte Tag der Reife in die Ferien — d. h. Reise in die Sonne, Wärme, Freiheit, in das Glück. Und natürlich freut sich die ganze Familie auf diese Zeit unb besonders die Mutter, denn Ferien heißt ja auch für sie: ausruhen dürfen, nicht täglich sorgen und schaffen. Wenn nur nicht der Reisetag selbst wäre und bie schwierige Frage, die jeder Mutter wie ein Alp auf der Seele liegt: Wie beschäftige ich mein Kind auf der Reise? Ein wichtiger Faktor für ben reibungslosen Verlauf der Reise ist, daß der Tag des Kindes möglichst wenig Abweichungen von feinen sonstigen Gewohnheiten erfährt, wie z. B. im Schlafen und Essen. So soll man also bie Mahlzeiten einhalten wie gewöhnlich und das Kind nicht — nur um seine Langeweile zu betäuben — mit Schokolade und Bonbons überfüttern. Ein Fensterplatz für die Kleinen, ber bie Möglichkeit bietet, bie Wunder ber Welt im fahrenden Zuge anzustaunen, sichert zumeist schon ' eine vergnügte Reise. Dazu noch einige gut ausgewählte Spielsachen — natürlich die Lieblingsdinge —, bie eine ruhige Beschäftigung ermöglichen, wie etwa Aus- schneidepuppen, Malbuch, Dame unb Mühle ober eines der beliebten Puzzlespiele für bie Größeren, unb heidi ist die Fahrt vorbei. Kinder können nicht unentwegt still sitzen. Darum soll die Mutter ruhig erlauben, daß sie auch einmal im Gang des v-Zuges, natürlich vor bem Abteil, stehen dürfen. Kinder haben dabei nun einmal das Gefühl, — es damit den „Großen" gleichzutun — unb eine lange Reife wird auf diese Weise verkürzt.
Mit älteren Kindern ist es ja überhaupt nicht so schwierig wie mit Baby. Aber auch da kann man gut vorsorgen. Am besten ist es, wenn die Mutter die Nahrung, die bas Kind am Reisetage braucht, fix und fertig in einzelnen Thermosflaschen mit- nimmt, da die Milch dann immer richtig temperiert ist und damit die Mutter von Zügen mit ober ohne Speisewagen unabhängig ist. Besondere Sorgfalt erfordert ber Lutscher, den man am besten in einem Gazeläppchen ^verpackt, damit er vor Staub und Schmutz geschützt bleibt. Uebrigens vergesse man niemals, mehrere Lutscher mitzunehmen, da ja in ber Eisenbahn kein hygienisch einwandfreies Wasser zur Verfügung steht, um den Lutscher sachgemäß zu reinigen. An Windeln kann man gar nicht genug mitnehmen, denn es ist bei der ersten Reise von unserem Baby noch nicht zu übersehen, wie sie ausgehen mag. Das Kind, das naß Hegt und darum andauernd schreit, ist nicht nur für die Familie, son-
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