Ausgabe 
5.4.1939
 
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leichter regen, wenn man sie vorher mit Geldver­sprechungen gelockert hat. Richtig ist allerdings, daß England heute ein großes Spiel begonnen hat. Die Daily Mail" hat es wohl am klarsten ausgespro­chen, warum man gerade dem englischen Publikum gegenüber das W^rtEinkreisung" vermeiden müsse. Das Blatt sagt, Einkreisung wäre nicht im Sinne des englischen Volkes, denn Einkreisung werde den Krieg bedeuten. Dr. K.

Zum Tode des Königs von Irak.

Der 28jährige König des Irak G h a z i I., der vor sechs Jahren seinem Vater, König Faisal, auf den Thron folgte, ist wie wir schon gemeldet haben in Bagdad tödlich verunglückt. Der König saß selbst am Steuer seines Kraftwagens, als er in Bagdad gegen einen Elektrizitätsmast fuhr und eine knappe Stunde nach dem Unglück starb. Der vierjährige Sohn Emir F e i s a l wurde zum König ernannt. Emir Abdull I l l a h , ein Vetter Ghazis und Sohn des Exkönigs Ali Hedschas, ist vorläufig Re­gent. Das aufgelöste Parlament wurde einberufen, um die Frage der Regentschaft zu regeln. Im gesam­ten irakischen Gebiet herrscht Landestrauer. Die Nachricht von dem tödlichen Unfall des Königs Ghazi von Irak wird i n L o n d o n mit großem Bedauern und nicht ohne Besorgnis ausgenommen. Man fürchtet, daß der Tod des Königs, der als Thronerben seinen noch nicht ganz vierjährigen Sohn Feisal hinterläßt, innerpolitische Schwie­rigkeiten im Irak nach sich ziehen könnte. Daß die Lage im Irak keineswegs beruhigt ist, wurde durch den kürzlich von hohen Militärs gemeinsam mit dem früheren Ministerpräsidenten Seyyid Hikmet Suleima Pascha versuchten Putsch deutlich ins Licht gestellt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Zwischenfall in Mssul.

Das englische Konsulat in Brand gesteckt, der Konsul getötet.

Bagdad, 4. April. (Europapreß.) Der Tod des Königs Ghazi vom Irak hat in Mo ssul Un­ruhen ausgelöst, in deren Verlauf das bri­tische Konsul ar von mehreren hundert Men­schen g e st ü r m t und später in Brand gesteckt wurde. Der britische Konsul Monk-Mason ver­suchte sich mit der Waffe zu verteidigen. Er wurde von der erregten Volksmenge erschlagen. Der Getötete stand seit 1911 im englischen Konsulats- dienst und war 51 Jahre alt. Zur Wiederherstellung der Ruhe in Mossul ist der A u s n a h m e-z u st a n d erklärt worden.

In einer amtlichen englischen Darstellung heißt es:Agitatoren hatten die trauernde Volksmenge in der Nähe des britischen Konsulats in leidenschaftliche Erregung versetzt. Sie erklärten, der irakische König sei von den Engländern ermordet wor­den. Truppen wurden zusammengezogen und ver­hafteten vier Mann, die angeblich für den Mord verantwortlich sind. Die Verhafteten werden vor ein Sondergericht gestellt werden." Der irakische Mini­sterpräsident sprach dem englischen Geschäftsträger in Bagdad sein und seiner Regierung tiefstes Be­dauern über den Zwischenfall aus.

Das Beileid des Führers.

Berlin, 4.April (DNB.) Der Führer hat anläßlich des tragischen Unglücksfalles, dessen Opfer der König vom Irak geworden ist, Seiner König­lichen Hoheit dem Prinzen Abdul Jllah in Bagdad zugleich für das königliche Haus und das irakische Volk seine und des deutschen Volkes herz­liche Anteilnahme zum Ableben Seiner Ma­jestät des Königs Ghazi I. telegraphisch übermittelt. Im Auftrage des Führers hat der Staatsminrster und Chef der Präsidialkanzlei des Führers Dr. Meißner dem Königlich Irakischen Geschäftsträ­ger in der Gesandtschaft vom Irak aufgesucht und ihm das Beileid des Führers ausgesprochen. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop hat dem Königlich Irakischen Minister des Aeußern die Anteilnahme der deutschen Reichsregie­rung anläßlich des Ablebens des Königs ausge­sprochen. Als Zeichen der Trauer haben die Prä­sidialkanzlei des Führers, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag die Dienst­flaggen heute auf Halbmast gesetzt.

Alexandrette.

Paris, 4.April (DNP.) Der offiziösePetit Parisien" schreibt, Außenminister Bonnet habe nach den vielen Nachrichten über angebliche tür­kische Absichten auf den Sandschak von Alexandretteeine Konferenz einberufen,an der Ministerpräsident Daladier, der Generalissimus Ge­neral Gamelin, der Direktor am Qüai d'Orsay, Leger, sowie der Direktor für afrikanische und Le­vante-Fragen, Lagarde, teilgenommen hatten. Nach dieser Konferenz habe der Außenminister den tür­kischen Botschafter zu einer Aussprache zu sich gebeten. Das Blatt glaubt melden zu können, der türkische Botschafter habe erklärt, daß die Tür­kei nicht die geringste Absicht habe, die Dinge zu überstürzen oder gar Gewalt onzuwen- den. Die französische Regierung habe jedenfalls, um jeder Ueberraschung vorzubeugen, beschlossen, einen Kreuzer nach Aexandrette zu entsenden und die französische Garnison im Sandschak, die sich augenblicklich auf 1500 Mann belaufe, zu verstärken. Durch eine Entscheidung 'der Genfer Liga vor einem Jahr hatte, wie erinnerlich, die Türkei ein gewisses Kondominium mit Frank­reich für das -Gebiet des Sandschak Alexandrette erlangt, das an der Nordgrenze des syrischen Man­datsgebiets liegt.

Bombenanschlag aus die deutsche Botschaft in Chile. Jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland trägt ihre Früchte.

Santiago de Chile, 4. April. (DNB.) Um 2 Uhr morgens wurde ein Bombenanschlag auf die deutsche Botschaft verübt. Die starke Explosion zerstörte die Gartenpforte und sämtliche Fensterscheiben. Die Täter sind bis jetzt noch unbekannt, jedoch unzweifelhaft im Lager der in letzter Zeit stark heroortretenden Hetzer zu fin­den. Im Laufe des Vormittags sprachen der Di­striktsbürgermeister, der Provinzintendant, der Prä­fekt der Geheimpolizei und der Protokollchef beim Botschafter vor, um im Namen der Regierung ihr Bedauern über den Anschlag zu übermitteln. Der verbrecherische Anschlag wird in der chileni­schen Oeffentlichkeit scharf verurteilt. So schreibt die Zeitung ,^)mparcial", das Attentat habe eine einheitliche Verurteilung hervorgerufen. Keinesfalls könnten solche Racheakten gleichkom­mende Machenschaften gebilligt werden. Die Tat sei um so weniger verständlich, als sie gegen eine allgemein hochgeachtete Persönlich- k-eit wie den deutschen Botschafter ge­richtet war.Wenn dieser Anschlag", so sagt das Blatt weiter,in gewissen Gehirnen als eine be­schimpfende Demonstration gegen die deutsche Na­tion ausgebrütet ist, so muß man sagen: Dies ist einfach ein schamloser krimineller Akt! Die Elemente abwegiger Ideologien haben sich nur

zu gut bei uns eingefunden, weil Chile keine Kontrolle der Einwanderung gefähr­licher Ausländer ausübt und die Volksfront hierzu auch nicht gewillt ist. Die Regierung darf das Attentat aber nicht übersehen." Jegliche Dul­dung derartiger störender Aktionen, die Chile ver­urteile,-sei unmöglich. Das gesamte Volk verlange Bestrafung der Schuldigen.

Mit diesem ruchlosen Anschlag hat die unverant­wortliche Hetze extremistischer Elemente gegen das Großdeutsche Reich, die auch in letzter Zeit in den südamerikanischen Staaten sowohl gegen Deutsch­land als auch gegen Italien und das falangiftische Spanien in verstärktem Maße zu spüren war, einen Höhepunkt erreicht, der nicht mehr zu überbieten ist. Wenn auch bisher die Täter von der Polizei nicht ermittelt werden konnten, so sind die Hin­termännerhinlänglich bekannt. Es sind jene jüdisch-demokratisch-freimaurerischen Kreise, die in der Front der Hetzer und Neider nichts unversucht lassen, um das Großdeutsche Reich zu bekämpfen. Daß sie hierbei in der Wahl ihrer Mittel auf das skrupelloseste vorgehen von der schamlosen Presse­lüge bis zum ruchlosen Bombenanschlag das be­weist die Bombenexplosion in Santiago de Chile.

Prag erwartet -en Reichsprotektor.

Prag, 4. April. (Europapreß.) Aus Anlaß der Amtsübernahme des Reichsprotektors für Böhmen und Mähren haben der Primator der Stadt Prag, Dr. K l a p k a , und der erste Primator-Stellver­treter, Professor Pfitzner,,zum Empfang des Freiherrn von Neurath einen Aufruf an die Be­völkerung der Stadt erlassen.. Darin wird noch ein­mal auf die hohe Aufgabe des Reichsprotektors hin- gewiefen und betont, daß auch das tschechische Volk keinen innigeren Wunsch hege als den, den Völkern in Ruhe und Frieden den Weg in eine bessere Zukunft zu bereiten. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, den Hohen Protektor herzlich zu emp­fangen und zu zeigen, daß die alte ehrwürdige Steckt Prag eine Stätte wahrer Gast­freund schäft sei und einen Mann zu ehren wifle, der seiner Mission eine so würdige Auffassung entgegenbringe.

Der Reichsprotektor wird auch von allen tschechischen Blättern begrüßt. Das Haupt­blatt der Nationalen Volksgemeinschaft, dieNa- rodni Listy", schreiben:Das geeinte tschechische Volk ist gewillt, eine Politik zu machen, die ihm die Wirklichkeit auferlegt. Die ihm dargebotenF Hand wrd ehrlich und offen ergriffen. Die Hoffnung auf ein gutes Zusammenleben und auf eine Zusammenarbeit zwischen Tsche­chen und Deutschen liegen in einem gemein­samen Verstehen und einem gemeinsamen guten Willen. In diesem Zeichen kommt der Reichsprotek­tor Freiherr von Neurath nach Prag. In diesem Zeichen begrüßt ihn Prag"

Der tschechische Frontkämpferbund zum ersten Mal am Prager Ehrenmal.

Prag, 4. April (DNB.) Im Altstädter Rathaus zu Prag, vor den brennenden Pylonen unter dem Ehrenmal des Unbekannten Soldaten wurden die tschchischen Soldaten geehrt, die bis zum Schluß des Weltkrieges auf deutscher Seite kämpften. Als Vertreter des NS.-Reichskriegerbun- des legte ^-Oberführer von Jena einen Kranz nieder und gedachte hierbei der im Weltkrieg ge­fallenen böhmischen und mährischen Frontsoldaten mit dem Wunsch, daß das vom Führer eingeleitete Friedenswerk zum Segen der Völker in Böhmen und Mähren ausschlagen möge. Der Generalsekretär des tschechischen Frontkämpferbundes, Ce t k o v- s k y, betonte, die Angehörigen des tschechischen Frontkämpferbundes verdankten cs dem Oberbe­fehlshaber General der Jnfantrie B l a s k o w i tz, daß sie nach 21 Jahren zum er ft en Mal an diesem Grab erscheinen dürften und, was die tschechischen Politiker abgelehnt hätten, als Korpo­

ration anerkannt würden. Als Frontsoldaten des Weltkrieges und als brave Söhne tschechischer Müt­ter seien sie bereit, mit dem Führer und den deut­schen Kameraden zur Verständigung beider Völker und zur Erhaltung des Friedens zusammenzuar­beiten, wie es Adolf Hitler vorgezeichnet habe.

Generalleutnant Iriderici

Wehrmachtsbevollmächtigter beim Reichsprotektor'.

Berlin, 4. April. (DNB.) Der Führer hat mit dem 1/April 1939 den Generalleutnant Fri- derici, bisher Kommandeur der 17. Division, zumWehrmachtsbevollmächtigten beim Reichspro­tektor in Böhmen und Mähren" ernannt. General­

leutnant Friderici hat die Aufgabe, die Abwick­lung aller Angelegenheiten der bisherigen tschechischen Wehrmacht zu leiten und die deutsche Wehrmacht beim Reichsprotektor einheitlich zu vertreten.

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Generalleutnant Friderici wurde 1885 in Tim- mendorf bei Lübeck geboren. Er trat 1905 in das JR. 103 in Bautzen ein. Während des Krieges wurde er in den verschiedensten Dienststellen ver­wandt. Nach Kriegsschluh trat er als Adjutant zum Stabe des Reichswehrministers. 1932 wurde er Oberst, 1935 Generalmajor und als solcher Militär­attache in Budapest. Als Generalleutnant wurde er am 12. 10. 1937 Kommandeur der 17. Division in Nürnberg.

Heute Präsidentenwahl in Versailles.

Oie Wiederwahl Lebruns wird allgemein erwartet.

Unser Bild zeigt Lebrun mit seiner Gattin im Elysee in Paris. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Paris, 5. April. (Europapreß.) Versailles er­lebt am Mittwoch einen historischen Tag. Die fran­zösische Nationalversammlung wird zur Wahl eines neuen Präsidenten zusammentreten. Die Stadt hat umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um die Ver­treter von Kammer und Senat, die die Wahl vor­zunehmen haben, insgesamt etwa 900, sowie die sonstigen offiziellen Persönlichkeiten, die aus diesem

Anlaß nach Versailles gekommen sind, unterzubrin­gen und zu bewirten.

Ueber die Wiederwahl Albert Lebruns zum Präsidenten der französischen Republik besteht kaum ein Zweifel. Am Dienstagabend hat auch der sozialistische Gegenkandidat, der frühere Kammer­präsident Fernand Bouisson, formell auf seine Kandidatur verzichtet. Neben Lebrun stellt sich dem-

Graf Dohna, der Blockadebrecher.

Am 5. April wird Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien 60 Jahre alt. Sein Name ist in schweren Kriegsjahren oft genannt worden. Die Dohnas waren ein ursprüng­lich kursächsisches Geschlecht, das im Zuge der Ost­kolonisation nach Preußen und Schlesien kam. Graf Nikolaus Dohna stammt aus Mallnitz (Kreis Sprot- tau), wo sein Vater Gutsbesitzer war. 1897 ging Graf Dohna als Kadett zur Kriegsmarine, lernte die Gewässer Ostasiens kennen und war beim Aus­bruch des Weltkrieges Offizier auf dem Linienschiff Posen". Es war die Zeit, als die großen Kampf­schiffe selten an den Feind kommen konnten, so daß die jüngeren Offiziere sich mit Begeisterung 'zu Sonderaufträgen oder zur U-Bootwaffe meldeten.

Deutschland war blockiert, es galt also, diesen Ring so oft wie möglich zu durchbrechen, den Feind draußen zu beunruhigen und darüber hinaus auch Kriegsbeute mit nach Haufe zu bringen.

So rüstete Dohna im Winter 1915/16 ein Hilfs­kriegsschiff aus, das den Engländern im Fe­bruar und März 1916 viel zu schaffen machte. Es war der HilfskreuzerM ö w e", der den Atlanti­schen Ozean durchfurchte und ein englisches Schiff nach dem andern kaperte. Im Hafen von Teneriffa brachte eines Tages eine deutsche Prisenmannschaft ein englisches Schiff mit der Besatzung von fünf anderen englischen Dampfern ein, sämtlich durch die Möwe" versenkt. Nun ging eine wilde Jagd auf dieMöwe" los, die aber allen Nachstellungen ent­rann. Sie versenkte insgesamt 15 englische Schiffe, legte Minen, denen das SchlachtschiffKing Ed­ward VII." zum Opfer fiel, und kam eines Tages wohlbehalten mit 200 gefangenen Engländern in der Heimat an. Außerdem hatte sie eine Million in Goldbarren an Bord.

Graf Dohna, der so schnell berühmt gewordene, ruhte nicht lange. Im Winter 1916/17 ging er ein zweites Mal mit seinen wackeren Matrosen auf große Fahrt. Er gelangte bis in die Breite von Kapstadt und verbreitete überall Schrecken unter der englischen Schiffahrt. Nicht weniger als 27 Schiffe Fingen diesmal auf Grund. Das stolze England, das sich rühmte, eine meerbeherrschende Macht zu sein, lernte den Wagemut und die Tüchtigkeit deut­scher Seeleute kennen. Stets war das deutsche Ver­halten gegenüber den Gefangenen human, niemals wurde der deutsche Name durch Brutalität oder Hinterlist belastet. Erft Ende März 1917 traf die Möwe" wiederum glücklich im Heimathafen ein. Sie gehört zu den Vielen deutschen Schiffen, die sich im Weltkrieg mit Ruhm bedeckt haben, und der Name ihres Kommandanten, der viele und verdiente Ehrungen erfuhr, wird daher in der Geschichte den verdienten Platz behalten.

nach nur noch der Senator Justin Godart von der demokratischen Linken zur Wahl, der jedoch nur eine kleine Zahl von Stimmen auf sich vereinigen dürfte. Die Haltung der sozialistischen und kommu­nistischen Abgeordneten und Senatoren ist trotz des Verzichtes von Bouisfon allerdings nach wie vor unklar. Dennoch rechnet man damit, daß Lebrun schon im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinigen wird.

Ein großer Teil der Presse betont, daß die Wahl des Staatspräsidenten den Eindruck einerKund­gebung der nationalen Einigkeit und Geschlossenheit" abgeben soll, während der unbefangene Leser an­gesichts der nach wie vor sehr heftig opponierenden Linksblätter zweifellos ein etwas anderes Bild be­kommt, wenn auch die Erklärung des radikalsozia­len Senators Godart daß eine Wiederwahl des gegenwärtigen Staatspräsidenten dem Geiste der Verfassung entgegenstehe, keine Aenderung in den erwarteten Ablauf der Wahl bringen wird. Der Jour" ist mit der Haltung des radikalsozialen Se­nators Godart sehr unzufrieden und nimmt an, daß die Sozialdemokraten und Kommunisten einesym­bolische Kundgebung" unternehmen, indem sie ihre Stimmen auf den Namen des Senators Godart vereinen.

Erste Wirkungen der Eingliederung Memels.

Die Arbeitslosigkeit ist bereits restlos beseitigt.

Memel, 4. April. (DNB.) Gauleiter und Ober­präsident Koch wies in einem Gespräch über die Eingliederung Memels darauf hin, daß die Ar­beitslosigkeit, die unter der litauischen Herr­schaft eine schwere Belastung der öffentlichen Finan­zen darstellte, schon jetzt, nach wenigen Tagen, restlos beseitigt fei. Ferner sei die Not b er Bauern, die wirtschaftlich voll­ständig darnieder lagen, durch die Angleichung der Preise an die des Reiches Tnit einem Schlage entscheidend behoben worden. Bei dem überwiegend agrarischen Charakter des Landes werde sich dieser Umstand auch auf den gesamten Lebensstandard auswirken, zudem auch der Neuaufbau des Gewerbes und der Industrie mit dem in Ostpreußen bekannten Tempo in Angriff genommen worden fei.

Eine ungesunde Konkurrenz zwischen den Häfen Königsberg und Memel sei nicht zu befürchten. Memel habe seine natürliche Aufgabe für den ge­samten Dftraum. Deutschland werde feinen Willen zu großzügiger internationaler Zusammenarbeit auch hier im Nordosten unter Beweis stellen. Der Gauleiter gab besonders der Hoffnung auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Li­tauen Ausdruck. An dem wirtschaftlichen Auf­schwung würden auch die litauischen Arbeiter teil- haben, die in den letzten 20 Jahren nach Memel gewandert seien. Deutschland brauche Arbeitskräfte und werde jedem litauischen Arbeiter eine gesicherte Existenz gewährleisten.

Aufhebung der Studen<enhöchfl,iffern.

Berlin, 4. April. (DNB.) Der Reichserziehungs­minister hat von der Festsetzung besonderer Stu- dentenhöchstziffem für die künftigen Semester ab­gesehen. Studentenhöchstzisfern galten für die Uni»