Ausgabe 
5.4.1939
 
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Nr. 81 Erstes Matt

189. Jahrgang

Mittwoch, 5.ApriH939

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Mengenabschlüsse Staffel 8

An Bord des FlaggschiffesRobert Ley"

hat die

Becks Besprechungen in London

ein paar Wochen Zwangsarbeit wegen Landfrie- dcnsbruch verurteilt.

Die schwarzen Baumwollpftücker aus dem Süden des Sudan und aus Jnnerafrika sind eine Plage und eine Notwendigkeit zugleich. Wer sie einmal gesehen hat, diese Heere, die zu den Baumwollfeldern wan­dern, wer einmal zu Beginn der Pflückzeit von Chartum nach Kosti mit der Eisenbahn und von dort nilaufwärts mit dem Schiff bis dicht an den Vik­toriasee gefahren ist, der wird diese Völkerwande­rung der Baumwollpflücker nie vergessen. Längs der Bahnlinie sieht man sie wandern. Von den Tritt­brettern der Züge werden sie hinuntergeboxt. Auf den Flößen, die an die Nildampfer gekoppelt sind, hocken sie dicht zusammengepfercht und singen wäh-

versetzt. Alle Straßen prangen im festlichen Fah­nenschmuck. Führende Männer der Hansestadt aus Partei, Staat und Wehrmacht haben sich eingesun­den. Auf allen im Hafen liegenden Schiffen steht die Besatzung an der Reeling. Gegen 12 Uhr ver­läßt der Führer, nachdem er sich zuvor von der an Bord angetretenen Besatzung und den KdF.-Ur­laubern verabschiedet hatte, das KdF.-Flaggschiff Robert Ley", umbrandet von den tosenden Jubel-

rend der Nacht ihre eigenartigen Lieder. Und auf den Bahnhöfen des Gezireh lagern sie in langen unübersehbaren Reihen und warten auf den Ar­beitsvermittler, der sie dorthin befördert, wo man sie braucht.

Die englischen Behörden sehen diese schwarze Wanderung nicht gern. Die Wandernden verderben die Einheimischen, und Unfrieden blüht während der Zeit, da sie vorüberziehen. Die Gerichte haben alle Hände voll zu tun. Aber man kann nicht auf sie ver­zichten, denn die Baumwolle will gepflückt sein, und der kleine Pflanzer mit seiner Familie kann die Ernte nicht allein bewältigen. Der Schwarze aus Jnnerafrika ist also ein notwendiges Uebel, soll die gewachsene Baumwolle in die Entkörnungs- und Preßfabriken der Regierung in Chartum ihren Weg finden und weiter nach Port Sudan in die Riesen­leiber englischer Frachtschiffe und schließlich auf die Spinn- und Webmaschinen Lancashires als Rohstoff einer der bedeutendsten Industrien des englischen Weltreiches.

stürmen der unzähligen Tausende, und begibt sich an Bord der schwimmenden ,JugendherbergeHein Godenwind". Dann verabschiedet er sich von dem Kommandanten der beiden Zerstörer, die die Fahrt des KdF.-Flaggschifses begleitet haben.

Sodann besteigt der Führer den Kraftwagen zür Fahrt durch die jubelnde Stadt. Dor dem Damm­tor-Bahnhof schreitet der Führer unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenkompanie des Standortregimentes, JR. 76, ab, und begibt sich sodann, getragen von einer Welle des Jubels und der Begeisterung in das Bahnhofs­gebäude.Wir danken unserem Führer", braust es immer wieder durch die weite Halle. Um 12.43 Uhr setzt sich der Sonderzug in Bewegung und verläßt, umbraust von den Heilrufen der vielen Tausende, die Bahnhofshalle.

Der Führer von seiner Nordseefahri zurück Stürmische Begeisterung in Hamburg.

London, 4: April. (Europapreß.) Die erste Konferenz zwischen dem englischen Außenminister Lord Halifax und dem polnischen Außenminister Oberst Beck im Auswärtigen Amt dauerte über zwei Stunden. Außer dem Außenminister nahmen teil der ständige Unterstaatssekretär des Auswärti­gen Amtes, Sir Alexander Cadogan, der Leiter der mitteleuropäischen Abteilung im Auswärtigen Amt, William Strang, der polnische Botschafter in London Graf Raczynski und der Chef der westlichen Abteilung des polnischen Auswärtigen Amtes, Graf P o t o ck y.

Am Dienstagnachmittag, anschließend an ein Frühstück bei Lord Halifax, ist ein Besuch bei dem früheren Außenminister Eden angesetzt, auf den Besprechungen mit Ministerpräsident Chamber­lain in dessen Amtszimmer im Unterhaus folgen werden. Für Mittwoch sind Besprechungen mit dem amerikanischen Botschafter in London, Ken­nedy, und dem ungarischen Gesandten Bar c a vorgesehen. Die Aussprache zwischen Beck und Hali­fax wird am Mittwochvormittag fortgesetzt werden. Hierauf wird sich Beck zum Mittagessen zum Kö­nigspaar nach Windsor begeben. Lord Halifax gab Dienstagabend zu Ehren Becks ein Essen.

Die Blätter betonen, daß man in amtlichen Krei­sen und auch polnischerseitssehr zurück­haltend" sei, behaupten jedoch, daß die Bespre­chungenbefriedigend" verlaufen seien. Daily Tele­graph" berichtet, man erwarte, daß ein dauernder gegenseitiger Beistandspakt zwischen England und Polen vereinbart worden sei. Auch derDaily Herald" gibt, allerdings in vorsichtiger Form, seiner Erwartung Ausdruck, daß Beck einen gegenseitigen Beistandspakt unterzeichnen werde. Die liberale News Chronicle" glaubt sogar, melden zu können,

Unser Bild zeigt den Führer an Bord des KdF.-FlaggschiffesRobert Ley" im Gespräch mit anderen Teilnehmern an der Jungfernfahrt. Im Hintergrund Dr. Ley.

(Ausnahme: Presseamt DAF. Scherl-Bilderdienst.)

Englands gefährliches Spiel.

Drei englische Ministerreden in den Parlamenten an einem Tage hatten die schwierige Aufgabe zu bewältigen, der Welt, vor allen Dingen aber der englischen O esse ntttch kett weiszumachen, daß die von der britischen Regierung in Szene gesetzte Ein­kreisungsaktion in Europa eben doch keine Einkrei- ung sei. In der Tat hat man dafür ein neues Schlagwort gefunden und nennt die in Neu­bildung begriffene antideutsche Front eineA n t i» A g g r e s f i o n s f r o n t". Erstaunlich ist nur, wie der englische Ministerpräsident Chamberlain sich da­bei zu der Behauptung aufschwingen konnte, daß das, was England jetzt unternimmt, geradezu eine Neuerscheinung epochaler Art in der Ge­schichte Großbritanniens sei. In Deutschland jeden- alls erscheint uns diese jetzt neu belebte politische Methode als ein alter Bekannter. So kurz ist unser Gedächtnis nicht, daß wir uns nicht er­innerten, wie man seit jeher für die unfried­lichen Methoden und Ziele der Westmächte immer wieder beschönigende Namen zu finden vermochte. Das Genfer Institut, dem die Aufgabe zugewiesen war, im Interesse der Nutznießer der Friedens­diktate zu wirken und ihnen die Früchte daraus in kollektiver Einmütigkeit zu erhalten, nannte man Völkerbun d". Die Besetzung des Ruhrgebie­tes, Frankfurts und andere Uebergriffe gegen das wehrlose Deutschland erhielten die beschönigende BezeichnungSanktionen"; und als man, trotzdem Wilson in seinen 14 Punkten das Gegenteil versprochen hatte, dennoch sich daran machte, Deutsch­land Kriegstribute abzupressen, wurden sie mit dem NamenReparationen" versehen, als wollte man sich über seinen eigenen Wortbruch noch lustig

eingeborenen Pächter bleiben vier Zehntel, lieber diese vierzig Prozent seines Anteils hinaus hat der Fellache noch das Eigentumsrecht an den Zwischen- kulturen, vor allem an dem Ertrag an afrikani- scherHirse und Gerste, die zwischen Aussaat und Ernte der Baumwolle wachsen und reisen. In dieser Arbeitsgemeinschaft, die sich als gut und sinnvoll erwiesen hat, wird der eingeborene Fellache unter Kontrolle der Regierung und der Syndikate zu systematischer und sachgemäßer Arbeit erzogen. Er ist dank dieser Erziehungsarbeit ein weit besserer Baumwollpslanzer als sein Kollege weiter im Nor­den, als der ägyptische Fellache. Daß die ägyptische Baumwolle dennoch die bessere ist, ist ein Verdienst von Klima und Fruchtbarkeit.

Die Wasserbewirtschaftung im Gezireh ist ein Musterwerk von Organisation und Jnge- nieurkunst. Die Baumwollkultur des Sudan ist im Gegensatz zu der Aegyptens eine sog. Winter­kultur. Die Aussaat erfolgt im Juli, die Ernte zwischen Januar und April. Ab Ende Juli werden die Kulturen regelmäßig bewässert. Das geschieht unter englischer Aussicht, denn das ganze Gezireh ist in große Bewässerungsdistrikte eingeteilt, die zwischen sechs- und zehntausend Hektar umfassen. Diese Distrikte sind wieder in rechteckige Felder von 4,2 Hektar Größe eingeteilt. Jeder eingeborene Pächter bestellt drei solcher Felder. Das dem Baum­wollanbau erschlossene Land soll entsprechend den Plänen der Regierung später aus dem Besitz der Syndikate in den der Pächter übergehen, die von einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt ab gegen mäßige Abzahlungsraten das Land vom Syndikat zu eigen erwerben sollen.

Die Baumwollkultur im Sudan, obwohl noch beschränkt in ihrer Anbaufläche, hat doch Folgen, die ebenso bemerkenswert sind wie sonderbar. Die Baumwollernte sie beginnt meist im April löst alljährlich zwischen Tschad-See und Rotem Meer eine Art Völkerwanderung aus. Vom Kongogebiet aus den Süddistrikten des Weißen Nils und aus den südlichen Teilen des Sudan strömen um diese Zeit die Schwarzen gen Norden zum Gezireh-Gebiet, um sich hier als Baumwollpflücker anwerben zu lassen. Da die Ernte in eine Jahres­zeit fällt, da anderswo die landwirtschaftliche Arbeit weithin stillsteht, behebt diese Völkerwanderung aus dem Innern Afrikas das Problem der Arbeiter­beschaffung für die Ernte. Die Neger, auch in Amerika als die besten Baumwollpflücker der Welt bekannt, strömen von allen Ländern Jnnerafrikas herbei ihren Anteil am Reichtum des Sudan zu scheffeln. Da viele dieser Pflücker treue und fromme Moslems sind und sie durch diese Reise zum Gezireh Halbwegs in Mekka sind, vollenden sie diese Wan­derung zur Arbeitsstätte vielfach mit einer Pilger­fahrt zur Kaaba.

Mekkapilger fungieren'also als Baumwollpflücker. Aber die fromme Absicht der Pilgerfahrt hindert nicht, daß diese Neger während der Pflückzeit allzu leicht über die Stränge schlagen. Daß sie das tun, ist verständlich. Sie find fleißig, verdienen während zwölfstündiger Arbeitszeit ihre vierzehn oder auch sechzehn Piaster und brauchen zum Lebensunterhalt bestenfalls drei. Denn im Sudan lebt es sich billig. Was soll man mit dem Rest anfangen? Die Nächte sind lang und nicht nur zum Schlafen da. Also be­ginnt der Baumwollpflücker in der Bretterbude irgendeines Griechen Merissa, ein champagnerahn- liches Bier aus Hirse, zu trinken, suhlt sich im Rausch als Herr der Welt und träumt von einem kleinen Vermögen, das er sich während der Wochen der Pflilckzett zu verdienen gedenkt. Aber es kommt anders. Der Trunkene bricht einen Streit vom Zaun, und schnell kollern ein paar Dutzend Pflücker in einer wüsten Schlägerei durcheinander und lan­den am anderen Tag vor dem Gericht des zustän­digen englischen Distriktskommissars, der sie zu

machen.

DerDaily Telegraph" unterstützt die Befchöni» gungskampagne der englischen Regierung und ver­wahrt sich auch gegen das WortEinkreisung". Im besten Falle könne man von einer Einkreisung des Angreifers sprechen; da aber die englische amtliche und nichtamtliche Propaganda eifrig dafür sorgt, daß in der Welt die Lüge von den aggressiven Ten­denzen der deutschen Politik weitgehend verbreitet werde, ist das Ganze ja wohl nur ein Spiel mit Worten. Wie gefährlich auf der anderen Seite das Spiel ist, das jetzt von England begon­nen wurde, ergibt sich daraus, daß dieTimes" es ür entscheidend bezeichnet, ob Polen, dem man be­reit den unerbetenen Schutz zugesichert hat, sich ver­pflichtet fühlen könne, gegen irgendeine Aktion Deutschlands Widerstand zu leisten. Eine solche Ver­pflichtung kommt dann in der Tat der Ausstel­lung eines Blankowechsels gleich, denn die Geschichte hat gelehrt, daß es bei solchen Kom­binationen, die auf eine automatische Wirkung ein­gestellt sind, nur darauf ankommt, im passenden Augenblick die geeignete Auslegung zu finden und eine geschickte Regie spielen zu lassen. Im übrigen gibt man in England selber zu, daß kein aktuel­ler Anlaß für die englische Erklärung gewesen sei, so daß gewissermaßen nur die angeblich aggres­sive Gesinnung Deutschlands nach allen Seiten hin abgeriegelt werden soll.

In der Auswahl der Bundesgenossen ist man allerdings dabei durchaus nicht wählerisch. So hat man u. a. auch an eine Betei ligungder Tür­ke i gedacht, obwohl diese von der französischen Presse gerade jetzt aggressiver Absichten auf Syrien beschuldigt wird. Aber in diesem Falle heiligt der Zweck die Mittel, denn es geht den britischenFrie­densstiftern" darum, die türkische Erlaubnis dafür zu erhalten, die britische Flotte durch den Bosporus ins Schwarze Meer passieren zu lassen. Daß man gar die Sowjetunion in diesem Unter­nehmen als einen würdigen Teilhaber betrachtet, ist ein erneuter Beweis dafür, mit welcher Skrupel­losigkeit die englische Politik über Berge von Leichen und durch Meere von Blut hinwegzukommen ver­mag, wenn sie nur das Ziel erreicht, andere Völker für britische Interessen ins Feuer gehen zu lassen.

Die neue Einkreisungspolitik Englands, die in

Wirklichkeit nur die Wiederaufnahme eines sehr alten Gedankens ist, wird gegenwärtig als ein Hilfspakt von Friedensstiftern aufgemacht. Wer noch einmal die Vorgeschichte dieser diplomatischen Unternehmung überdenkt, dem wird es nicht verborgen bleiben, daß der erste Hilferuf nicht etwa von den als hilfsbe­dürftig betrachteten Nationen ausgegangen ist, son­dern von London, also dem Orte, der als Hel­fer aufzutreten sich entschlossen hat. Es macht der britischen Politik geradezu Mühe, die Bitten um Hilfeleistung von den verschiedenenumsorgten" Staaten herauszulocken. Eine umständliche Propa­ganda war notwendig, um in der Welt wenigstens gewisse Angstkomplexe zu erwecken und damit ein Hilssbedürsnis künstlich zu erzeugen. Jetzt begreift man noch deutlicher den Zweck des Lügenfeldzugs der britischen und französischen Propaganda. Was wurde nicht alles nacheinander frech gelogen? Man sprach von deutschen Angrifssabsichten auf die Schweiz und auf Holland, von einem deutschen Ul­timatum an Rumänien, von deutschen Truppenzu» sammenziehungen an der polnischen Grenze. Aber die Krone setzte Herr Chamberlain selbst die­ser Propaganda auf, indem er, als Leiter der briti­schen Wettreichspolitik, sich in Anlehnung an die Hetzereien Roosevelts, zu der Behauptung verstieg, Deutschland erstrebe die Herrschaft über die ganze Welt.

Trotzdem sind die Früchte dieser Aktion bisher nur sehr gering gewesen, so daß noch andere Ge­schütze aufgefahren werden mußten, nämlich die­jenigen, aus denen man mit silbernen Kugeln schießt. UeberaU dort, von wo England mit Ungeduld dar­auf wartet, einen Hilferuf zu hören, werden noch zur rechten Zeit größere englische Kreditange­bote niedergelegt. Es gehört zu den Erfahrungen der englischen Diplomatie, daßideale" Gefühle sich

H a m b u rg, 4. April. (DNB.) Die Nachricht von dem Eintreffen des Führers im Hamburger Hafen ganze Hansestadt in freudige Begeisterung Alle Straßen prangen im festlichen Fah-

Mekkapilger als VaumwoÜpWer im Sudan

Don unserem S. K.-Korrespondenten.

Kairo, April 1939.

Motor und Geheimnis der englischen Politik im Sudan heißen: Baumwolle. Um der Baumwolle willen setzte sich England am oberen Nil fest. Und zur Durchführung der englischen Baumwollpläne im Sudan wurde mit Unterstützung und besonderer Konzessionierung der englischen Regierung das Su­dan Plantation Syndicate gegründet und später dessen Tochtergesellschaft, die Kasalla Cotton Com­pany. Im Laus der Jahrzehnte englischer Aufbau­arbeit im Sudan hat dieses Syndikat insgesamt 275 000 Hektar Land dem Baumwollanbau erschlos­sen. Die beiden Gesellschaften arbeiten im sogenann­ten Gezireh, zu deutsch Insel. Diese Insel ist das fruchtbare Flachland im Dreieck des Zusammen­flusses von Weißem und Blauem Nil, südlich von Chartum. Die Stadt liegt genau an der Spitze die­ser dreieckigen Insel am Zusammenstrom der beiden Quellflüsse. Der Baumwollanbau vollzieht sich hier in der Form einer eigenartigen Betriebsgemeinschast zwischen Regierung, Syndikat und Eingeborenen als Pächtern. Der Staat unterhält die umfassenden Bewässerungswerke, die Syndikate überwachen und organisieren Aussaat, Ernte und Verkauf des Ernte­ertrages. Und die Eingeborenen, die auf dem Land der Syndikate als Pächter sitzen, stellen die Arbeits­kräfte.

Das Erträgnis des Ernteoerkaufs wird zu be­stimmten Anteilen an die Beteiligten der Arbeits­gemeinschaft verteilt. Die Regierung des Sudan er­hält für ihre Bedürfnisse, vor allem für die Unter­haltung der Bewässerungsanlagen, deren Funktionie­ren Voraussetzung für die ganze Kultur ist, sünf- unddreißig Prozent des Ernteerlöses. Dem Syndi­kat fällt für Finanzierung und Ueberwachung des Betriebs ein Viertel der Einnahmen zu. Und dem

daß Beck bereits die Verpflichtung übernommen habe, dckß Polen in den Krieg ziehen würde, falls England angegriffen werde. Allen voreiligen Be­hauptungen gegenüber meldet jedoch dieTimes", wohl machten die Unterredungen Becks in London zufriedenstellende Fortschritte", und es sei auch möglich, daßdie Hoffnungen auf eine gegenseitige Versicherung" bereits erörtert worden seien.

Die Hauptschwierigkeit scheint darin zu liegen, daß Polen und auch gewisse andere Länder nichts von einem Bündnis mit Sowjetruß­land wissen wollen. So meldet ,F)aily He­rold", die britische Regierung habe bei der Konsul­tation Sowjetrußlands nicht richtig verhandelt. Jetzt sei Sowjetrußland mißtrauisch gegenüber den Plä­nen der britischen Regierung. Das wiederum habe dazu geführt, daß man englischerseits den Eindvuck habe, daß Sowjetrußland nicht mitmachen wolle.

Der ,Mews Chronicle" muß ebenfalls zugeben, daß die Polen nicht im geringsten geneigt sind, sowjetrussische Truppen in Polen zu sehen. Man spreche jedoch jetzt davon, daß die Polen nichts dagegen einzuwenden hätten, wenn England ein direktes Abkommen mit den Sowjets abschließen würde. Selbstverständlich ruft das Oppositionsblatt Daily Herald" die Regierung auf, alles daran zu fetzen, um die sowjetrussische Mitarbeit zu erreichen. Das Blatt schlägt sogar eine Zusammenkunft zwi­schen den Außenministern der beiden Ländern vor. In London erwartet man, daß Ministerpräsident Chamberlain noch vor Beginn der Osterferien also Mittwoch oder Donnerstag im Unterhaus eine Erklärung über die britisch-polnischen Unterredun­gen und darüber hinaus vielleicht auch über die Konsultationen mit den anderen Mächten ab geben werde.