Ausgabe 
5.4.1939
 
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Bemerkenswerte Feststellungen

Wie sich Lloyd George die Einkreisung Deutschlands ausmalt.

vcrsitäten Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig, S)am-- burg, München, Münster, für die Technischen Hoch­schulen Berlin, Dresden und München, für die Tierärztliche Hochschule Hannover und für die Me­dizinische Akademie in Düsseldorf. Häufig machten die Studentenhöchstziffern für diejenigen Abiturien­ten, deren Eltern am Hochschulort wohnten und finanziell nicht in der Lage waren, ein Studium außerhalb des Hochschulortes zu bezahlen, einen Hochschulbesuch unmöglich. Wie der Reichserziehungs­minister auf der letzten Rektorenkonferenz betonte, müssen gerade heute alle Kräfte Zusammenwirken, um der Hochschule qualitativ und quantitativ den besten Leistungsnachwuchs zuzuführen.

Die Ehrung

des Reichsgerichtspräsidenten.

Wie wir schon meldeten, überreichte Reichsjustiz­minister Dr. Gürtner dem Reichsgerichtspräsi­denten Dr. Dr. h. c. Erwin Bumke die Goethe- Medaille, die ihm der Führer am zehnten Jahrestage feiner Ernennung zum Reichsgerichtspräsidenten verliehen hatte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Verbesserung

der Kriegsopferversorgung.

Berlin, 1. April. (DNB.) Durch Gesetz vom 31. März 1939 wird die Versorgung der Kriegs­beschädigten und ihrer Hinterbliebenen in mehrfacher Beziehung günstiger gestaltet. Die Vorschriften über die Ausgleichszulage, die den vor dem Ein­tritt in den Militärdienst ausgeübten Beruf des Beschädigten berücksichtigt, haben zu Härten geführt. Das neue Gesetz bestimmt daher, daß vom 1. Juli 1939 ab allen Beschädigten und Hinterbliebenen, die keine Ausgleichszulage erhalten, eine Zulage in Höhe der bisherigen einfachen Ausgleichszulage gewährt wird. Die Vorschriften, wonach die Aus- gleichszulage unter gewissen Voraussetzungen auch gewährt wird, wenn ein entsprechender Beruf vor dem Eintritt in den Militärdienst nicht ausgeübt worden, ist, sind gelockert worden. Die für alle Versorgungsberechtigten geltenden Vorschriften über das Ruhen der Dersorgungsgebührnisfe bei B e - fchäftiaung im öffentlichen Dien st sind durch Erhöhungder Einkommensgrenze auf 210 Mark und des für versorgungsberechtigte Kinder von dem monatlichen Einkommen aus dieser Beschäftigung abzusetzenden Betrages auf 20 Mark verbessert worden. Das Gesetz ermächtigt ferner den Reichsarbeitsminister, die Krankenhilfe für Kriegerhinterbliebene neu zu regeln.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer empfing Dienstag in der neuen Reichskanzlei den zur Eröffnung der portugiesischen Buchausstellung in Berlin weilenden früheren por­tugiesischen Kultusminister Prof. R a m o s , der ihm die in Silber gebundene deutsche Ausgabe der por­tugiesischen HeldendichtungDue Lusiaden" über­reichte, die der Führer mit Worten herzlichen Dankes entgegennahm.

Im Reichsgesetzblatt werden Erlasse des Führers über die Durchführung von städtebaulichen Maßnah­men in Münster (Westfalen) und Stettin veröffentlicht. Mit den notwendigen Maßnahmen werden für Münster Gauleiter Meyer und für

London, 4.April. (DNB.) In der Unterhaus- Aussprache ergriff auch Lloyd George das Wort. Wenn Hitler in Polen einmarschiere, um es zu annektieren, wie er das mit det Tschecho-Slowakei gemacht habe (!), würden Frankreich und Groß­britannien marschieren, aber wohin, mit welchen Streitkräften und wie? Wenn morgen der Krieg erklärt würde, würde Englund nicht ein ein­ziges Bataillon nach Polen schicken können. Frankreich würde vor Befestigungen stehen, die ge­waltiger seien als die Hindenburg-Linie, die zu nehmen man vier Jahre gebraucht habe. Die pol­nische Armee sei vielleicht halb so groß wie die deutsche. Die Polen seien ein tapferes Volk, aber der spanische Krieg und der chinesische Krieg hätten gezeigt, daß keine Tapferkeit und keine Ausbildung einem überwältigenden Artilleriefeuer und einem urchtbaren Bombardement aus der Luft wider- tehen könnte. Die Ausrüstung der polnischen Armee lasse sich mit der der deutschen nicht vergleichen. Es werde gesagt, Deutschland könne nicht auf zwei Fronten kämpfen. Er frage aber, was würde mit Polen geschehen, während England Deutschland blockiere, wenn es auf eine solche Blockade viel besser vorbereitet sei als 1914, und die Franzosen die deutschen Westbefestigungen zu durchbrechen versuch­ten? Eine zweifache und dreifache Allianz sei daher nicht genug.

Die Politik der britischen Regierung, so fuhr Lloyd George fort, beruhe auf vier Voraussetzun­gen, die alle falsch seien. Die erste bestehe darin, daß Mussolini sich als untreu erweisen würde. Wenn das nicht richtig sei, würde man auch mit der italienischen Armee zu rechnen haben, die dop­pelt so gut sei wie 1915. Er sei fest Überzeugt, daß Mussolini nicht untreu werden würde. Denn ein Krieg dieser Art würde ihm die Gelegenheit geben, zu handeln, während Frankreich mit Deutschland beschäftigt sei. Die zweite Annahme sei, daß Gene­ral Franco seine Alliierten betrügen würde, die allein seinen Sieg in Spanien möglich gemacht hätten. Die dritte Annahme bestehe darin, daß das M i t t e l m e e r für Großbritannien offen blei­ben würde wie im letzten Krieg. Die vierte An­nahme sei die, daß Sowjetrußland sich früher oder später am Kriege beteiligen würde. Wenn Polen in Schwierigkeiten mit Deutschland gerate,, würde es den Engländern unmöglich sein, dieses Land zu erreichen, und Polen müsse sich dann auf Sowjetrußland verlassen. Wenn die Regierung da­her zum Kriege gegen Deutschland ohne die Hilfe Sowjetrußlands schreite, dann laufe Großbritannien in eine Falle. Sowjetrußland sei das einzige Land, das eine größere Luftflotte besitze. Die brittsche Luftwaffe reiche wohl zu Verteidigungszwecken aus, aber sie komme der deutschen nicht gleich. Auch 1914 habe man keine ideologischen Skrupel gegen Ruß­land gehabt (!). Lloyd George erging sich dann in stundenlangen Lobeshymnen auf die sowjetrussische

Armee und verlangte schließlich, daß die Regierung zu ihren Worten stehe. *

Die Ausführungen Lloyd Georges enthalten im­merhin einige nüchterne Feststellungen, über die man in England nachdenken sollte. Im übrigen sind sie weniger als die persönlichen Ergüsse eines seni­len Politikers, über den die Weltgeschichte hrnweg- gegangen ist, zu werten als vielmehr ein typischer Fall jener echt englischen Geisteshaltung, die sich bei der Verfolgung politischer Ziele bedeutungslos über die sonst immer mit salbungsvollem Phrasenschwall hervorgebrachten HumanitärenGrundsätze" hin­wegsetzt. Weiter zeigt sich hier wieder jeneedle" Seelenoerwandtschaft zwischen Demokratie und Bol­schewismus, die zu häufig in entscheidenden Augen­blicken zutage tritt.

Algerien-Reise

des britischen Kriegsministers.

Paris, 5. April. (Europapretz.) Der englische Kriegsminister Höre Belisha wird am Don­nerstag eine Reise nach Algerien antreten. Der Minister wird Besprechungen mit den französischen Militärbehörden haben. Seine Reise führt im Flug­zeug über Paris, Marseille, Ajaccio zunächst in den algerischen Hafen B o n e. Von dort wird Höre Be­lisha über Maison Blanche nach Algier fliegen, wo er sich bis zum 10. April aufhalten wird. Die Rückreise wird über Dran, Gibraltar, Tanger und sodann über Spanien ober Portugal und wiederum Paris erfolgen. Die Reise wird als ein weiteres Glied in den gemeinsamen englisch-französischen Vorbereitungen zur Verteidigung der beiderseitigen Interessen bezeichnet.

Französisch-britische Lustfahrtbesprechungen.

London, 4. April. (Europapreß.) Der seit Mon­tag in London weilende französische Luftfahrtmini­ster Guy la Chambre hatte Besprechungen mit Ministerpräsident Chamberlain, ferner mit dem Außenminister, dem Arbeitsminister, dem Ver­teidigungsminister, mit dem Kriegsminister, ferner mit Industriellen und Vertretern der verschiedenen englischen Wehrmachtsgattungen über die Gleich­schaltung der englischen und der französischen Rü­stungsproduktion. Die Besprechungen erstreckten sich auf die Erzeugung von Flugzeuggestellen, Flugzeug­motoren und Flugzeugzubehör und die für den Fall der Entsendung einer englischen Expeditionsarmee auf das Festlarch notwendigen Vorkehrungen. Ferner sollen die beiden Luftfahrtminister übereingekommen fein, Spezialbaupläne der britischen bzw. der fran­zösischen Flugzeugindustrie untereinander auszutau­schen, um die Anpassung der beiden Rüstungsindu­strien zu fördern.

Aus aller Wett.

Acht Lahre Gefängnis für einen jugendlichen Räuber.

Arn letzten Freitag versuchte der 17 Jahre alte Fritz Hotz aus Hersfeld im Erfurter Steigerwald einen Kraftdroschkenfahrer durch Stellen einer Autofalle zu berauben. Er wurde aber von dem geiftesgegenroärtigen Kraftfahrer überwältigt. Bereits am vierten Tage nach dem Verbrechen stand er vor dem Sondergericht. Der Vorsitzende brachte zum Ausdruck, daß den Angeklagten nur seine Jugend vor der Todesstrafe rette. Als Hotz nach dem Kauf einer Scheintodpistole die seiner Mutter entwendeten 60 RM. auf einem Erfurter Rummelplatz bis auf' 10 Pfennige verbraucht hatte, reifte in ihm der Plan, einen Kraftwagenfahrer zu berauben. Während der Staatsanwalt die Höchst­strafe von 10 Jahren Gefängnis beantragte, ver­urteilte das Sondergericht Hotz wegen Verbrechens im Sinne des Autofallengesetzes und wegen räu­berischer Erpressung zu acht Jahren Gefäng- n i 5. Das Gericht hat nur deshalb nicht auf die Höchststrafe erkannt, weil bei der Ausführung der Tat noch schlimmere Mittel hätten angewendet werden können, als sie der Angeklagte gebraucht habe.

Zukunffsfreudige Erzieberschast.

Ndz. Seit dem vorigen Jahre wird den inner­halb der Vollfamilien der Erzieher­schaft neugeborenen Kindern vom N S. - L eh­re r b u n d ein Sparbuch über 100 Mark aus­gestellt. Es zeugt von dem bevölkerungspolitischen Einsatz der Erzieherschaft, daß bis zum Jahres­schluß, in einer Zeit von sieben Monaten schon 542 Sparkonten für vierte und wei - tere Kinder eröffnet werden konnten.

Sinnlos betrunken am Steuer.

Mit einem besonders schweren Fall der beruf s- fahrlässigen Tötung hatte sich die Straf­kammer in Landau zu befassen. Der aus Ham­burg stammende Paul Pupke-Lipinsky überfuhr am 10. Dezember mit feinem Lastkraftwagen an der Kreuzung SchernheimBellheim den 24 Jahre alten Unteroffizier Ernst Zimmermann von der Germers­heimer Garnison, so daß dieser an den Folgen der schweren Verletzungen bald starb. In der Beweis­aufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte sinnlos betrunken und in keiner Weise fähig war, das Fahrzeug zu steuern. Das Gericht ver­urteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis.

Großfeuer zerstört eine Seilfabrik in hersfeld.

Einem Großfeuer fiel die Seilerei der Zweig­niederlassung Hersfeld der Vereinigten Jute-Spinne­reien und -Webereien Hamburg zum Opfer. Das leicht brennbare Material begünstigte die Ausbrei­tung des Feuers, so daß in kurzer Zeit sämtliche Fabrikräume ausbrannten. Die Umfassungsmauern find zum Teil eingestürzt. Die Feuerwehr mußte sich auf den Schutz der durch Funkenflug bedrohten nahe­liegenden Wohnhäuser beschränken. Die Ursache des Brandes konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Erfolgreicher spanischer Kampfflieger tödlich verunglückt.

Der spanische Fliegerkommandant Garcia Mo­ra t o, der als Kampfflieger an dem Befreiungs­krieg vom ersten Tage an bis zuletzt teilgenommen und große Erfolge errungen hatte, stürzte bei einem Schauflug über Madrid tödlich ab. Ganz Spanien betrauert den ruhmreichen Helden, den Sieger in über 30 Luftkämpfen, der in der Stunde des Sieges dem Vaterlande entrissen wurde.

Wetterbericht

Unter dem Einfluß von Tiefdruckstörungen, die in schneller Folge im Nodwesten des Festlandes vorüberziehen, herrscht in Mitteleuropa wechsel­volles, aber ziemlich mildes Wetter. Vorübergehend wird die Niederschlagstätigkeit etwas nachlassen, wobei auch zeitweilig Aufheiterungen eintreten. Doch ist eine Aenderung noch nicht wahrscheinlich.

Vorhersage für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauerniederschlägen, Tem­peraturen etwas niedriger, westliche Winde.

Vorhersage für Freitag: Zeitweise auf- geheitert, jedoch noch nicht beständig.

Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts­druckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Stettin Gauleiter Schwede-Codurg beauf­tragt. *

Wie der Reichsfchatzmeister der NSDAP, be­kannt gibt, bleiben die Aemter der R e i ch s l e i - tungder NSDAP, vom 6. April bis einschließ­lich 10. April geschlossen. Die Diensträume im Ge­schäftsbereich des Reichsschatzmeisters sind für den allgemeinen Parteiverkehr vom 5. bis einschließlich 15. April geschlossen.

In Prag erscheint eine neue politische deutsche Tageszeitung, die den TitelDer Neue Tag" trägt. Die ehemals dem Mercy-Verlag gehörende Druckerei ist von der neu gegründeten Böhmisch-Mährischen Verlags- und Druckerei G. m. b. H. übernommen worden. In dem Verlag wird auch eine Abendausgabe, derPrager Abend" er­scheinen. Mit dem gleichen Tage haben dasPra­ger Tagblatt" und diePrager Abend­zeitung" ihr Erscheinen eingestellt.

Im englischen Außenministerium traf ein Bericht des britischen Botschafters in Rom, Lord P e rt h , über eine Unterredung ein, die dieser mit dem italie­nischen Außenminister Graf Ciano hatte. Dem Vernehmen nach händigte Graf Ciano dem Bot­schafter eine Mitteilung der italienischen Regierung aus, die nun von der englischen Regierung geprüft wird.

Der Leiter der Abteilung Ueberfee im englischen Handelsministerium, H u d s o n , ist von seiner Fahrt nach Warschau, Moskau, Helsinki und Stockholm nach London zurückgekehrb

Der Bau einer Alpenstraße wurde sowohl vom schweizerischen Bundesrat als auch vom General­

stab und der nationalen Verteidigungs-Kommission befürwortet. Die neue Kistenpaßstraße, der hauptsächlich strategische Bedeutung zukommt, führt von Linthtal in das vordere Rheintal und stellt eine zweite Verbindungslinie zum Kanton Tessin dar.

Die kroatische Frage.

BefriedigenderAbschlutzderBesprechungen in Agram.

Belgrad, 4. April. (DNB.) lieber die Bespre­chungen zwischen dem jugoslawischen Ministerpräsi­denten Zwetkowitsch und dem Präsidenten der Kroatischen Bauernpartei, Dr. Matschet, wurde eine amtliche Verlautbarung herausgegeben, in der es heißt, daß alle Fragen berührt wurden, die sich auf die Stellung der Kroaten im jugoslawischen Staat bezögen. Ebenso sei das Problem erörtert worden, wie man die berechtigten Wünsche der Kroaten erfüllen könne, um ein vollkommenes Ver­trauen zwischen Serben, Kroaten und Slowenen zu schaffen, sowie um die Solidarität ihrer Inter­essen bei allen Kundgebungen ihres gemeinsamen Lebens möglichst zu festigen. Die Besprechungen, zu denen Ministerpräsident Zwetkowitsch die Initiative ergriffen hatte, seien in einem sehr herz- l ich en Geist geführt worden. Man habe fest- gestellt, daß beide Gesprächspartner im großen gan­zen dieselben Grundanschauungen über die Wege zur Lösung der kroatischen Frage hätten. Da beide diesen Besprechungen größte politische Bedeutung beimäßen, sei beschlossen worden, sie nach den 0Vertagen fortzusetzen.

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