Ausgabe 
5.1.1939
 
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Sie Verteidigung des französischen Mperiums.

Kritik an ungenügender Ausrüstung der Flottenstützpunkte. Beträchtliche Kosten des Gchiffsbauprogramms.

Paris, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Flöt- tensachoerständige desPetit Parisien" beschäftigt sich mit der Frage, was Frankreich für seine Flöt' tcnstützpunkte, die zur Verteidigung des französischen Imperiums errichtet worden seien, unternehme, und kommt dabei zu dem Schluß, daß für die Kriegs- Häfen im Budget von 1939 die Summe der In­vestierungen von 155 Millionen recht erheblich sei, trotzdem bleibe sie unzureichend, man müsse zusammen mit dem Kolonialministerium weitere Maßnahmen zur Reorganisierung der Häfen ins Auge fassen. Von dem Verfasser wird bemängelt, daß für Korsika lediglich Ausbesserun­gen vorgesehen seien Man müsse ein Programm ausarbeiten, das dieser großen Insel seine Rolle als Bollwerk Frankreichs im Mittel- meer sichere. In Bizerta (Tunis) sei die Ausbaggerung des Kanals zum Becken von Sidi- Abdalle und Arbeiten auf der Außenreede notwen­dig. In Algier sei die wichtigste Arbeit das Arse­nal von Mers-el-Kebir. Für Dakar (Französisch- Westastika) seien vorgesehen zum Bau eines großen

Hafenbeckens 120 Millionen, für die Schaffung einer U-Bootbalis etwa 35 Millionen und für den Bau eines Arsenals 3,5 Millionen. Die Seestreitkräfte, die für die Kolonien bestimmt seien, seien gleichfalls unzureichend. Rur zwei Kreuzer, Amet Torpedo­boote und einige Avisos seien eingesetzt, dies aber genüge nicht.

DerI o u r" gibt eine Aufstellung d e r K o st e n der in diesem Jahr vorgesehenen S ch i f f s b a u t e n: Für den Bau des 35 000-' Tonnen-LinienschiffesRichelieu", das am 17. Ja­nuar in Brest vom Stapel laufen soll, 1 227 000 000 Franken, dieJean Bart" werde 1 497 000 000 kosten, dieClemenceau" undGascogne", beide von je 35 000 Tonnen, seien mit 3 600 000 000 beziffert. 100 Millionen feien für den Bau eines Hochfee-U- Bootes vorgesehen, und die Ausgaben für die beiden Flugzeugträger, die in diesem Jahre auf Kiel gelegt würden, würden auf 1600 000 000 Franken geschäht. Des weiteren müsse man je 7 bis 10 Millionen für die kleinen Torpedoboote in Rechnung stellen, die im Bauprogramm vorgesehen seien.

Oie Einnahme von Artesa.

Völlige Planmäßigkeit der nationalspanischen Offensive.

Dr. W. Burgos, 4. Januar.

Die mathematische Planmäßigkeit, mit der sich die Operationen der nationalen Armee an allen Frontabschnitten in Katalonien vollziehen, geht mit besonderer Deutlichkeit aus der Art hervor, in der die wichtigste Verteidigungsstellung der Sowjet­spanier im nördlichen Kampfsektor Artesa de Segre von den nationalen Truppen genommen wurde. Die nationale Armee hat, ohne daß ihre Bewegungen durch die verzweifelten Abwehrver­suche des Gegners irgendwie gestört werden konn­ten, planmäßig den ganzen Raum um Artesa de Segre besetzt, dann den Ring um den Ort immer enger geschlossen und schließlich nach kurzer, aber äußerst wirksamer Artillerievorbereitung den voll­kommen umzingelten Ort im Sturm genommen. Weder die in monatelanger Arbeit ausgeführten, mehrreihigen Beton st e l - lungen noch der stellenweise erbitterte W i d e r st a n d der Milizen vermochte etwas gegen die taktisch geschickte. Vorbereitung und die Wucht des nationalen Angriffs auszurichten. In den erstürmten Stellungen wurden viele hun­dert Tote vorgefunden. Tausende von Gefange­nen fielen in die Hände der siegreichen nationalen Truppen. Die Kampfoverationen, die zur Einnahme Artefas führten, wurden von gemischten Truppen der nationalspanischen Armee durchgeführt.

Aus allen bisher von Gefangenen gemachten Aussagen geht die Tatsache hervor, daß die Moral der Milizen mehr und mehr zu einem schwerwiegen­den Problem für die sowjetspanische militärische Leitung wird. Die Milizverbände scheinen offen­sichtlich unter dem Anprall der fortgesetzten natio­nalen Angriffe den Zusammenhang zu verlieren und spalten sich in zryei gegensätzliche Teile, in eine kleinere Gruppe jener Desperados, die nichts zu verlieren haben, und in die große Masse derjenigen, die nur unter äußerstem Druck gegen die nationale Armee kämpfen und auf den Augenblick warten, in

dem sie überlaufen können. Beide Gruppen erhöhen die Schwierigkeiten der fowjetspanischen Macht­haber, da die Anhänger der einen Gruppe immer unoerläßlicher, die der anderen immer unbotmäßi­ger werden. In scharfen, Gegensatz zu dieser Zer­setzung innerl>alb der Milizen steht die Geschlossen­heit der Truppen General Francos.

Borjas Biancas erobert.

Bahnverbindung LeridaTarragona unterbrochen.

Bilbao, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der iw- tionalspanische Heeresbericht meldet: Die national- spanischen Truppen besetzten die Orte Monsoniz, Mongay und Marcobau und drangen in völlig überschwemmtes Gebiet ein, da die Bolschewisten die Dämme der Flüsse und des Kanals von Urgel durchstochen haben. Im Südabschnitt wurden die Orte Alfes, Cafteldans, Artesa de ßeriba und Puigver sowie das Llarge-Gebirge erobert. Es konnten über 2600 Gefangene gemacht werden. Unter der Beute befinden sich auch fünf Haubitzen, 155 Maschinengewehre, ein Panzerwagen und eine Mörserbatterie. In den Nachtstunden des Mittwochs wurde die wichtige Kreisstadt Borjas B l a n c a s an der Hauptstraße LeridaVendrell nach hartem Kampf durch die Navarra-Division und Legionäre unter der Führung General Solcha- gas erobert. Gleichzeitig eroberten die nationalen Truppen den am Stadtrand liegenden Bahnhof von Borjas Blancas und unterbrachen damit die bisher in rotem Besitz befindliche Bahnstrecke Leriha Tarragona. Nach der Eroberung von Artesa de Segre ist mit Borjas Blancas der zweite Angelpunkt des roten Verteidigungsgürtels in Katalonien in nationalspanischem Besitz, so daß dieser Widerstandsring als völlig gesprengt betrachtet werden kann.

Oie neue politische Gruppe in England

Gründungsversammlung derBewegung der Hunderttausende'-.

abs. London, 5. Januar.

Am Mittwochabend fand in London die Grün­dungsversammlung der neuen politischen Gruppe statt. An ihr nahmen u. a. folgende Parlamentsmit­glieder teil: Von konservativer Seite Duncan San­dys, Harold MacMillan, Vioyan Adams und Ellinor Rathbone, von der Arbeiterpartei Äapitänleutnant Fletcher und Lord Stanley cf Adlerney. Der Unabhängige Vernon Bartlett war am Erscheinen verhindert, hatte jedoch eine Sympathieerklärung geschickt.

In der Versammlung wurde erklärt, der Man­gel eines wirklichen Führers sei der An­laß dazu gewesen, nunmehr eine Bewegung der Hunderttausende ins Leben zu rufen. Im übrigen nahm die Veranstaltung einen wider­spruchsvollen Verlauf. Während zunächst aus den Reihen der Anwesenden erklärt wurde, es sei keine Kundgebung gegen Chamber­lain beabsichtigt, führte der Schwiegersohn Win­ston Churchills, Duncan Sandys, später aus, die neue Bewegung wolle für eine wahre natio­nale Regierung eintreten, deren Politik g e - nau das Gegenteil der gegenwärtigen Regie- rungspolitik fein müsse. Er überlasse es der Vor- stellungsgabe des einzelnen, ob der Ministerpräfi- dent an der Spitze der ins Auge gefaßten neuen politischen Gruppe, die von den Konservativen bis zur Arbeiterpartei reichen solle, bleiben könne.

lieber die außenpolitischen Ziele der neuen Gruppe heißt es in einem der 10 Punkte, die das Programm umfaßt: Man glaube, daß der Frieden n i ch t d u r ch Weichen vor der Gewalt oder durch Drohungen mit Gewalt erhalten werden könne, sondern nur durch Schaffung einer Front friedensliebender Nationen, die sich verpflichten, den anderen Widerstand zu leisten. Diese Sammlung friedsamer Nationen hänge von der Führung Englands ab und könne nur zum Erfolge führen, wenn England selbst einig und stark sei. Die bisherige englische Außenpolitik wird und darin offenbart sich der wahre Charakter dieser neuen Organisation und die Absicht ihrer Gründer vielleicht am ehesten als schwach hingestellt, und es werden die Rückstände in der Rüstung bemängelt.

Wenn Sandys auch ausdrücklich betonte, daß man es ernst meine, scheint die erste Versammlung doch fein hervorragender Erfolg gewesen zu fein, denn als Sandys anregte, daß alle, die nicht bereit feien, die Organisation zu unterstützen, den Saal verlassen sollten, gingen von den etwa 300 Erschiene­nen rund 50 fort. Schließlich wurde die Bildung eines politischen Rates vorgeschlagen. Die Herzogin von Atholl, die erst vor kurzem vie Konservative Partei verlassen hat, um sich der Unabhängigen Labour-Partei anzufchließen, wurde zur Ehrenschatzmeisterin ernannt, während San­dys den vorläufigen Vorsitz übernahm. Am Don­nerstag werden bereits Geschäftsräume in der Par­lamentsgegend bezogen. Am 11. Januar wird eine

weitere Versammlung in der Caxton-Hall statt­finden.

Die englische Fkotienrüstung.

Londo n, 4. Jan. (Europapreß.) Im Jahre 1939 wird die englische Kriegsflotte nach einer Dar­stellung derEvening News" um hundert Fahrzeuge verstärkt werden. Es soll sich dabei um Einheiten handeln, anaesangen bei Motor-Torpedo-Booten und aufhörend bei 10 000- Tonnen-Kreuzern. Zur Zeit sind etwa 150 Einheiten im Bau. Im Jahre 1940 würden in zeitlichen Ab­ständen sieben neue Schlachtschiffe die Flotte verstärken, unabhängig von dein Baupro- gramm des Haushaltsjahres 1939/40 Außer fün lm Bau befindlichen Kriegsschiffen sind im Bau. Fünf Flugzeug träger, von denen zwei noch in diesem Jahre fertig sein werden: 22 Kreuzer, unter ihnen drei 10 OOO-Tonnen-Schiffe, die eben­falls noch in diesem Jahre fertig fein werden: 23 Zerstörer, von denen 20 im Jahre 1939 in Dienst gestellt werden sollen: 15 Untersee­boote: drei Begleitschiffe: vier Minenleger, drei Patrouillen-Dampfer: ein Beobachtungsschiff und ein Unterseeboot-Depotdampfer werden ebenfalls im Jahre 1939 zur Verfügung stehen. Weiter spricht das Blatt von vier Fluß-Kanonenbooten und etwa dreißig Motor-Torpedobooten.

Das Blatt meint, daß von den fünf 35 000- Tonnen-Schlachtfchiffen, die sich im Bau befinden, zwei bereits im Jahre 1940 und drei im Jahre 1941 fertig fein würden. Die beiden weiteren Schlachtschiffe, deren Bau wohl genehmigt, aber noch nicht begonnen sei, würden 40 000 Tonnen haben, nachdem die Gleitklausel des Londoner Flottenoertrages von England, Amerika und Frank- reich fallen gelassen worden war.

IBefferberidif

Die schnelle Entwicklung einer Tiefdruckstörung aus Frankreich brachte Westdeutschland in der Nacht zum Donnerstag erneute Niederschläge, die meist aus Schnee bestanden. Nach kurzem Temperatur­anstieg am Donnerstag ist dann bei Windströrnun- gen aus Nord wieder stärkerer Temperaturrückgang zu erwarten.

Vorhersage für Freitag: Wechselnde Bewölkung, einzelne kurze Niederschläge, wieder vielfach als Schnee. Temperaturrückgang, nachts leichter Frost, nordwestliche Winde.

Vorhersage für Samstag : Kälter, jedoch nicht beständig.

Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 0,9 Grad Celsius, abends 0,9 Grad: am 5. Januar: morgens 0,8 Grad. Maximum 1,5 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Januar: abends 0 Grad; am 5. Januar: mor­gens 0 Grad. Sonnenscheindauer 2,8 Stunden.

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