Einzelbild herunterladen

Bet Optiker am Sahnhof

Mai.

Lieferant- auch

Ihrer Krankenkasse

dieser Hinsicht wir- er vom Charlamowsty über­flügelt. Aber das Gravensteiner Blut, wenn gut gezüchtet, und gar in Niedersachsen, hat bei uns wenig ernsthafte Nebenbuyler: der Apfel, von gold­gelber Farbe, rötlich gesprenkelt und gestreift oder schön rot auf der Sonnenseite, von erhöhtem Duft und melonenartigem Parfüm, schmeckt fein und lieblich. Sein Fleisch ist sehr weiß und fest, dabei saftig, sogar etwas süßlich, doch verhalten ein Apfel von hohem Rang.

Die Kalvillen sind eigentlich südliche Aepfel die besten gedeihen in Meran, wo der Frühling um Wochen früher kommt als bei uns und der Som­mer länger dauert. Der Weiße Winter-Kalvill wird bei uns zuweilen in den Feinkosthandlungen ver­kauft: er ist ein hellgelber Apfel.

Die Renetten sind nicht minder hoch gefürstet unter den Aepfeln als die Kalvillen. Der Kalvill ist hochgebaut, rippig, gekrönt und hat ein weites, geräumiges Kernhaus. Der Renette Gestalt ist plattrund, doch mehr hoch als breit, die Blume steht mäßig vertieft; ihr Geschmack soll hervor­stechend süßsäuerlich, weinig sein. Doch keine Regel

Das runde Apseh'ahr.

Von Friedrich Schnack.

Wenn der reife Apfel auf den Boden klopft, pocht der Herbst an Bas Gehäuse der Erde. Der Sommer verbrannte, in seinem Nachschein leuchtet der Apfel rotbäckig. In der Färbung der Schale wiederholt sich die Röte der Apfelblüte, doch gestei­gert und weniger flüchtig. Die Frucht ist das Sinn­bild der Fruchtbarkeit. 2m yochzeitsbrauch trägt die Braut einen Apfel, im Liebeszauber dient er als Orakel. Das verliebte Landmädchen schrieb auf drei Aepfel die Namen ihrer Bewerber, mengte sie durcheinander und einen davon auf. Andreas stand darauf. Diesen wird sie erwählen.

Gerundet ist das Jahr der Früchte: was jetzt noch kommt, dient zur Verzierung. Mit dem runden Apfel rundet sich der Kreis. Er ist rund wie die Welt, und die Welt wird mit einem Apfel ver­glichen. Der Reichsapfel ist das Zeichen der Herr­schaft.

Niemand hat den Apfel vom Zweig gelöst, als er heute Nacht nach einem langen, verträumten Regen auf die Erde plumpste. Die Geisterhand der Reifezeit hat ihn von seinem luftigen Sitz ge­nommen und mit dumpfem Prall aufspringen lassen. Da lag er, benäßt von Tropfen, ein wenig mit Erde beschmutzt, als ihn Corvinus, der Gärt­ner, am Morgen aushob.

Der Herbst meldet sich! mochte er denken. Aber er freut sich seines reichen Apfelbaumes. Der Apfel ist ein Charlamowsty, mittelgroß, ein Wirt- schasts- und Tafelapfel, von Herkunft Russe, nicht hervorragend und doch brauchbar, ein beliebter Kinder- und ein geschätzter Küchenapfel, ein Mus- und Kuchenspender, doch kein Edeling.

großen Bauarbeiten war die Volkshalle, die tm Frühjahr 1925 unter seiner tatkräftigen Mitarbeit errichtet wurde.

In der früheren Stadtverordnetenversammlung, dem späteren Stadtrat, arbeitete Heinrich Winn von 1908 bis Ende 1929 in reger Weise mit. Neben seinem Ehrenamt als Stadtverordneter bekleidete er noch jahrelang das Amt des Vorsitzenden des Derkehrsvereins, ferner war er Mitglied der Kir- chengemeindevertretung der Lukas gemeinde und des Gefamtkirchenvorstandes, Aufsichtsratmitglied der Handels- und Gewerbebank, außerdem gehörte er den Vorständen einer Reihe weiterer öffentlicher Organisationen bzw. Vereine an. 2n allen diesen Aemtern hat er mit großer Tatkraft gewirkt und dadurch auf die Entwicklung und Gestaltung meler Dinge des öffentlichen Lebens in unserer Stadt eingewirkt.

Dem alten Herrn gelten zu seinem 85. Geburts­tage die herzlichen Wünsche vieler Volksgenossen für einen weiteren gesegneten Lebensabend. Auch wir bringen dem Zubilar unsere herzlichen Glück­wünsche dar.

Bücheriisch.

Friedrich von (Sagern: Schwerter und Spindeln. Ahnen des Abendlandes. 819 Seiten. Verlag von Paul Parey, Berlin SW 11. Geb. 15.40 RM. (294) Sproß eines uralten Geschlechtes, wollte (Sägern ursprünglich nur das Leben dieser Vorfahren gestalten, aber über das Erleben seiner Ahnen wurde das Leben all derer lebendig, die zu gestaltenden Ahnen des Abend- landes wurden. Ludwig XI. mit feinem Kampf gegen Mittelalter und Feudalismus, Johannes Hunyad mit feinem Einsatz für eine abendländische Besinnung, Gregor VII. und Heinrich IV., Alexan­der III. und Barbarossa, Innozenz III. und Fried­rich II. in ihrem Ringen um Investitur und Welt- primat, Kaiser Siegismund mit seinem Nachlaß, Friedrich III. mit seinem Neubau des Reiches, Rom und Frankreich, Nordmark und Ostmark, Slawen- stürme und Kreuzzüge, die Zeit der großen Kaiser und Päpste das alles wurde zmn Thema dieses Buches. Es erzählt dabei von allen Fronten d^s ewigen abendländischen Kampfes und tut dieses leidenschaftlich und souverän im Wissen und erfüllt

Kinder und Ettern vor der Berufswahl.

Keine Neigung zu Modeberufen. - Nur staatsnotwendige Berufe sind entscheidend

(Sine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Arbeitsamt Gießen.

Reihe anderer staatswichtiger Berufe selbstverstand. lich auch den erforderlichen Nachwuchs erhalten muß. In diesem Sinne seienum nur einige Bei­spiele zu nennen die Berufe der Landwirtschaft, des Bergmanns, des Schaffenden im Baugewerbe, in der Metallindustrie und in den dazugehörigen angelernten Berufen erwähnt, aber auch der Berus des Volksschullehrers steht jetzt wieder stark im Vor­dergrund. Auf allen diesen Berufsgebieten fteljen tüchtigen Menschen gute Aussichten für ihr Fort­kommen offen, denn jeder Beruf hat noch eine An­zahl Nebenberufe, die eine gute Existenzgrundlage bieten; man denke z. B. bei der Landwirtschaft an den Spezialberuf des Melkers, des Schäfers, Schweinewärters, des Geflügelzüchters ustv., oder beim Bergmann an die Aufstiegsmöglichkeit zum Beruf des Steigers und des Betriebsbeamten, oder in der Metallindustrie an den Beruf des Formers. Gießers oder Kesselschmiedes usw. Jedenfalls ist ote Tatsache von großer Bedeutung, daß nicht nur ine sog. Modeberufe der Motorisierung gute Fortkom­mensmöglichkeiten bieten, sondern im un-

feres gesamten kräftig aufwärtsstrebenden Wirt­schaftslebens auch viele andere Berufsarten jungen strebsamen Menschen für die Dauer ihres Lebens zufriedenstellende Schaffensmöglichkeiten gewähr­leisten. Dabei ist noch besonders zu beachten, daß die kommenden Jahre unserer Volkswirtschaft zweifellos einen weiteren gewaltigen Aufschwung bringen werden, wobei man beispielsweise nur an das große Aufgabengebiet des Aufbaues im Osten zu denken braucht. Die Jungen mögen sich also ver­trauensvoll den Ratschlägen des Berufsberaters fügen, der ihnen sicherlich ein guter Wegweiser zu einem gedeihlichen Weg ins Berufsleben fern wird.

Die zu Ostern 1940 aus der Schule kommenden Mädchen haben zunächst ihr Pflichtjahr abzuleisten. Zur Beruhigung der Eltern sei hervorgehoben, daß die für das Pflichtjahr in Betracht kommenden Stellen vorher genau daraufhin geprüft werden, ob sie nach jeder Richtung den Erfordernissen ent­sprechen. Nicht jeder, der rin Pflichtjahrmadel haben will, bekommt ein solches Mädel zugewiesen, weil eben hierfür Bedingungen gestellt werden, dre jeder in vollem Ausmaß erfüllen muß. Den Madels ist anzuraten, sich für alle Dinge der Hauswirtschaft

Corvinus hätte ja lieber an seiner Stelle einen Gravensteiner, aber Boden und Luft sind für diesen zu trocken. In seiner Heimat, an der Küste, und in Schleswig wie herrlich gedeihen dort die Gravensteiner! Er weiß Wunderdinge von ihnen zu erzählen, wie überhaupt Apfelgespräche für Corvinus ein Herzveranügen sind. Wenige wis­sen soviel von der Herkunft, Geschichte und Art der Aepfel. _

Der Charlomowsky ist cm Kuchenburger, cm Marktgänger und ein Massenapfel. Der Graven­steiner ist rin König, stammt er ja doch aus der Familie der Kalvillen, die mit einer Krone geschmückt sind, der erhabenen Zusammenziehung der Rippen rings um die Blume. Der Graven­steiner trägt spät, der Baum muß seine zwanzig Jahre haben, und er trägt auch nicht immer. In

von des Dichters Kunst, dieses Wissen in greifbares Erlebnis auszulösen und jede Gestalt in ihre be­dingende Landschaft und jedes Ereignis tn seins Stimmung hineinzustellen. Es ist damit das große Gegenstück zu des Dichters amerikanischemGrenzer- buch".

Bruno H. Bürgel:Aus fernen Welten." Eine Himmelskunde für jedermann. Mit über 250 Textbildern, 40 Tafelsriten und einer Sternenkarte. Deutscher Verlag, Berlin. Preis Ganzleinen 8,75 RM, (293) Lange bevor es eine Wissenschaft von den Gestirnen gab, war dis Ehrfurcht vor dem Unbegreiflichen da, das Erfüh­len ewiger Harmonien und Gesetzmäßigkeiten. Das bestirnte Firmament wird zum Märchenbuch der Völker aller Zonen, bis der grübelnde Geist end­lich erkennt, daß hier der Blick in ferne Welten bringt, in unermeßliche Ströme ferner Sonnen, und bis sich der Mensch zu der Gewißheit durch­kämpft, daß er Bewohner einer winzigen Welt­kugel ist, die als Begleitstern einer von Milliarden Sonnen durch die Tiefen des Raumes rollt, fort ins Unbekannte. Nur wenige Menschen haben eine Vorstellung davon, mit welchen Mitteln und geift« vollen Forschungsmethoden die Kulturnationen der Erde heute bemüht sind, die ungemein interessanten Fragen zu klären, die uns der Himmel aufgibt. Die­ses Buch Bruno H. Bürgels, den unsere Leser aus manchen Beiträgen kennen, ist für Freunde des ge­stirnten Himmels geschrieben, die sich in Muße­stunden unterrichten wollen über die Wunder des Himmels und über alles das, was mir heute von ihnen wissen.

Theodor Bohner:D i e Reise nach Base I". Roman. Preis in Ganzleinen 5 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. Dieser Roman, rollt in seltsamer Weise die innere Lebensgeschichte eines Menschen auf. Der Geheimrat Jacob Chrjst aus Berlin macht eine Reise in die Schweiz. In Basel, wo er seine erste Professur hatte, unterbricht er die Fahrt. Die alte Stadt überwälttgt ihn aufs neue durch die Geschlossenheit ihres von Traditio­nen erfüllten Lebens. Am Abend, im Hotelzimmer, trifft den Geheimrat Christ der Schlag. Hier nun fetzt die innere, die eigentliche Handlung ein: die Seele des sterbenden Greifes zieht aus und be­gleitet noch einmal den Menschen Jacob Christ wie auf einem Erinnerungsflug durch alle entschei­denden Lebensstationen, die er je berührt hat. Un­terbrochen werden die Traumbilder immer wieder durch Episoden aus der Basier Klrinwelt, deren köstlich-naive Wirklichkeit zu der unbarmherzigen Wahrheit dieses Sterbens zugleich rührend und köstlich kontrastiert.

Aus Der Stadt Gießen.

Kindersorgen.

Naß und glänzend liegt die Straße vor uns. Ein helles Wässerlein füllt den Graben zur Sette, der sonst immer leer und trocken ist. Die bunten Blätter fallen traurig und entsagend zu Boden, ehe wir sie leuchten sahen in* goldener Herbstsonne.

Aus dem Wald neben der Straße guckt dickes, ftischgrünes Moos herüber, wie riecht es nach Pil­zen, nach Herbst, nach Welken und Vergehen!

Vor uns marschieren drei stramme Jungen, ihre lauten unbekümmerten Stimmen schallen durch ine Waldesstille. Der größte von ihnen setzt den beiden Gefährten wichtigtuend auseinander, daß er nun bald zur Schule kommt:wenn jetzt wieder Ostern is!" Ehrfurchtsvoll blickt chn der kleinste der Drei an, er bleibt vor Eifer stehen, bann sagt er nut einem bewundernden Aufseufzen:Un denn, denn kommste in'n Arbeitsdienst!" Stolz reckt sich der Angeredete, er sieht sich schon in der Uniform Dann marschieren sie weiter. .

Mr gehen schweigend, und atmen in vollen Zügen die frische Waldlust rin, der Forstgarten prangt in allen Farben: tiefgrun, braun, gelb und rot., v ,

Auf dem Schiffenberg sietzt es sich bann sehr behaglich neben dem Ofen, nachdem wir die bunte Landschaft draußen, die sich vor uns ausbreitet und die jetzt sogar in einen Sonnenstrahl getaucht ist, bewundert haben.

Am Nebentisch sitzen die drei kleinen Jungen mit ihren Eltern, ein kleines Mädel ist auch noch dazu- gekommen. Das Gespräch dreht sich natürlich um den Krieg, in Sonderheit um unsere Erfolge zur See.Mutti", platzt plötzlich der eine heraus, mit vollen Backen seinen Kuchen kauend,m o wird denn nu aber geschlachtet, wenn se alle Schlacht­schiffe versenken?"

Um das letzte Stück Kuchen entsteht em kurzer Kamps. Das Mädel trägt ben Sieg baoon.Frü­her", meint bie Mutter kopfschüttelnd,früher hat sie so schlecht gegessen...",aber", fährt der Bru- der mit einem verächtlichen Seitenblick auf das Schwesterlein fort,feit es Karten gibt, frißt sie!"

Auf dem Heimweg weht rin kühler Wind. Er läßt die Blätter rascheln und treibt uns an zu schnellerem Schreiten, daß wir bet Dämmerung zuvorkommen. Aus den Wiesen steigen schon Nebel- strrifen, grau liegt die Stadt vor uns, mit den zart sich vom blassen Himmel abhebenden Um- rissen der Berge. Kein tröstliches Licht flammt auf, alles ist grau tn grau: schattenhaft, gespenstisch. Äst denn kein Stern zu sehen? E.L.St.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Stadttheater: 20 Uhr Großes Kriegs-WHW.- Konzert. Gloria-Palast, Seltersweg:Eine Frau wie du". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Er­presser", nachmittags 15 Uhr:Schneewittchen" undKasper und die Zauberkiste".

Umbau der Kaserne, Neubau des Offizierkasinos, Neubau der Brauerei Schmidt in Schotten, Bau des Kreisamtes Schotten, der Oberförsterwohnung, der Turnhalle, der Dost und des Bahnhofs, Hoch­bauten an den Strecken NiddaSchotten und Stock­heimGedern, Brikettfabrik bei Inheiden, Herstel­lung der Burg Gleiberg, Brückenbau an der Main- Weser-Bahn beim Felsenkeller in Gießen, viele Bcchnbauten im Bezirk Gießen u.a., Umbau des Bahnhofs und der gesamten Anlagen im Bahnhof Gießen, vielfache Sauarbeiten auf den Bahnstrecken bis Treysa, Nieder-GemündenHomberg, Mücke Laubach, Neu- und Umbau der Bahnhöfe Nauheim, Butzbach, Gießen, Bau der Postämter Gießen, (Srünberg, Alsfeld, Schotten, Hungen, Bau der Brauerei Jhring-Melchior in Lich, eines großen Teils des Eisenwerks Buderus in Hirzenhain, Wasserleitungsbauten in Grünberg, Homberg, Alten-Buseck, Lich und Fritzlar, weiter Neubauten und Verbreiterungen von Straßen in Gießen, Pro­jektierung von Bahnprojekten nach Kleeberg durch das Kleebachtal und nach Gladenbach über Krof­dorf. Ferner war er bei einer ganzen Reihe von Aufgaben mit tätig, deren Lösung im öffentlichen Interesse geboten war; hier bandelte es sich viel­fach um Grundstücksangelegenhsiten der Stadt Gie­ßen, z.B. Ueberführung von Baugelände, Industrie- Land bzw. -Anlagen oder ähnlicher Grundstücke (Hardchöfe, Liebigshöhe usw.) in ben Besitz der Stckdt. Auch auf dem Gebiete des Wohnhausbaues hat er sich eifrig mit betätigt Eine feiner letzten

vollkommene neben Außenseitern. I

Die Königin der königlichen Renetten ist unsere i Goldparmäne. Im Oktober geerntet, hält der Apfel bis Weihnachten, sogar bis Januar. Die mittelgroße, kräftige, schöngeformte Frucht, in der Reife goldgelb, glatthäutig und auf der Sonnen­seite rötlich angelaufen, schmeckt delikat. Ihr solides Fleisch ist süß weinig, edel durchsäftet

Der Schöne von Boskoop ist unserem Freund Corvinus nicht so lieb, er versagte in seinem Garten, weshalb er ihn entfernte. Der Baum verlangt feuchte Lage und ist frostempfind­lich das kann Corvinus nicht unbedingt bieten.

Dorne am Zaun zur Straße hat Corvinus einen Rheinischen Bohnapfelbaum gepflanzt, ben man zur Rrichsobstsorte orbnef, der auch der anspruchslose, doch edlere Jakob Lebe! und der von Kennern geschätzte, kantige, schöngefärbte, fest- slrischige und faftige Ontario angehört. Der Dohnapsel ist der wahre Dauerapfel, der sich bis zum Mai frischhält. Ebenso Tisch- wie Wirtschafts­apfel wird er seiner Güte und Brauchbarkeit wegen gern angepflanzt. Der Apfel ist länglich geformt und gegen die Blume verloren zulaufend. Sein Fleisch schimmert weiß, rft von zarter, solider oder etwas fester Beschaftenheit, schmeckt gewürzhaft an­genehm und hat rin feines Parfüm. Die Haut itt gelbgrün, auf der Sonnenseite gerötet. Er ist kein hoher Apfel, nicht von Rang und Ruhm, aber ein treuer Winterbegleiter, man speist ihn bis zum

besonders zu interessieren, da ihnen auf diesem Gebiet die besten Chancen für die Zukunft offen» stehen, llebrigens wird damit ja auch dem natür­lichen Beruf des Mädels entsprochen.

Soweit die Mädels demnächst ihr Pfttchtiahr ab­geleistet haben, treten sie nunmehr in den Krers derjenigen ein, die für die Berufswahl in Betracht kommen. Manches Pflichtjahrmädel hat, rme- die Berufsberaterin uns erzählte, während ihres Pfllcht- jahres auf dem Lande so große Freude am Land­leben und an der ländlichen Arbeit gefunden, daß sie gerne weiterhin auf dem Lande bleiben will. Andere Mädels streben zur Stadt zurück, und hier­bei haben viele die Absicht, einen Büroberuf zu ergreifen Diese Mädels müssen sich darüber tm klaren sein, daß ihr Wunsch nur zum kleinen Teile in Erfüllung gehen kann, ba selbstverständlich auch für andere weibliche Berufe der Nachwuchs beschafft werden muß. Uebrigens ist auch diesen Mädels an­zuraten, sich in erster Linie für die Hauswirtschaft- liche Seite des Lebens zu interessieren, damit sie später einmal mit guten hauswirtschaftlichen Kennt­nissen in die Ehe treten können. Für viele junge Mädels ist aber auch der Sozialberuf zu beachten, denn als Säuglingsschwester, Krankenschwester, So­zialfürsorgerin usw. finden befähigte Mädels etn zufriedenstellendes Arbeitsfeld. Am besten ist es, daß sich die demnächst aus dem Pflichtjahr aus- scheidenden Mädels baldmöglichst an die Berufs­beratung beim Arbeitsamt Gießen wenden, um dort für die Auswahl und die Besetzung geeigneter freier Stellen die erforderliche Beratung zu er­halten. .

Wie bei den Jungens, so gilt es auch bei ben Mädels als eine besondere Verpflichtung, daß mcht Modeberufe im Vordergründe stehen können, son- dem nur staatspolitische Notwendigkeiten entschei­dend sind, denn, auch die Mädchen haben Verpflich­tungen gegenüber der Volksgemeinschaft, die sie er­füllen müssen. m ,

Wenn sich alle vor Augen halten, daß die ^Berufs­beratung ihre Tätigkeit nur unter dem Gesichts­winkel des besten Dienstes für den einzelnen, wie für die Gemeinschaft ausübt, so ist allen in guter Weise gedient, und dadurch kann auch rin Erfolg erzielt werden, der jeden zufriedenstellen muß. B.

Heinrich Winn 85 Jahre alt.

In griffiger Frische und günstigem körperlichen Befinden begeht der frühere Baumeister Heinrich Winn in Gießen, Hofmannstraße 14 wohnhaft, am kommenden Montag, 6. November, seinen 85. Geburtstag. Der Jubilar kann an diesem Tage auf rin Lebenswerk zurückblicken, das reich an Arbeit und Erfolgen war. Sein Leben stand nicht nur im Zeichen des privatwirtschaftlichen Wirkens, sondern auch während langer Jahre im ehrenamt­lichen Dienst für die Allgemeinheit. Auf beiden Arbeitsfeldern setzte er seine Kratt, sein Wissen und seine Erfahrungen unermüdlich in weitgehen­dem Maße ein.

Schon im Atter von 20 Jahren sah sich Heinrich Winn vor eine verantwortungsvolle Aufgabe ge­stellt, da er als Bauführer feines Vaters den Neu- und Umbau des Hof gutes Winnerod durchzuführen hattet Bereits ein Jahr später leitete er als erste größere Bauarbrit in Gießen den Bau der Wieseck- brücke im Zuge der Bismarckstraße. Dann genügte er seiner Militärzeit beim Dragoner-Regiment 23, in deren Verlauf er u.a. die damaligen Schieß- ftänbe in Babenhausen baute. Nach dem Militär­dienst nach Gießen zurückgekchrt, nahm er nut großer Tatkraft seine Bautätigkeit wieder auf, die sich im Verlaufe der langen Jahre seines Wirkens außerordentlich rege und vielseitig entwickelte. Be­sonders bedeutsame Merkmale dieses Schaffens waren u.a.: Umbau der Heyligenstaedtfchen Fabrik,

In diesen Wochen tritt an viele Kinder und deren Eltern wieder die Frage der Berufswahl heran. Es handelt sich dabei für die zu Ostern 1940 in das Wirtschaftsleben eintretenben jungen Men­schen. Um eine Entscheidung, über deren große Be­deutung nichts weiter zu sagen ist.

Im Bereich des Arbeitsamts Gießen sind es rund 4900 Jungen und Mädels, (2460 Knaben und 2450 Mädchen) die Ostern 1940 aus der Volksschule ent­lassen werden und vor dieser schwerwiegenden Frage stehen. Don diesen Knaben entfallen auf die Stadt Gießen 814 Knaben, 778 Mädchen, Kreis Friedberg 469 bzw. 514, Kreis Alsfeld 369 bzw. 361, Kreis Büdingen 515 bzw. 497, Kreis Lauterbach 290 bzw. 283. Gegenwärtig führt die Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen an sogenannten Berufsbera­tungstagen die erste Beratung der jungen Menschen und ihrer Eltern durch. Zu diesem Zwecke werden auf dem Lande die Kinder und deren Eltern aus mehreren Orten in einem möglichst zentral gele­genen Orte versammelt, dort werden die Wünsche der Kinder uNd der Eltern angehört und je nach den Möglichketten Aufklärung und Ratschläge zum Besseren gegeben in dem Bestreben, die persönlichen Wünsche in möglichst engen Einklang zu bringen mit den staatsnotwendigen Erfordernissen. Diese erste Beratung dient auch dazu, daß der Berufs­berater bzw. die Berufsberaterin die jungen Men­schenkinder kennen lernt, sich einen Eindruck von den Persönlichkeiten verschaffen und dabei Anhalts- punkte über die für den künftigen Beruf bedeut­same Veranlagung, Begabung und voraussichtliche Leistungsfähigkeit gewinnen kann. Auf Grpnd die­ser ersten Unterlagen wird dann die weitere Be­rufsberatung der jungen Menschen aufgebaut urid dem Ziele zugestrebt, die bestmögliche Lösung für den künftigen Beruf des Einzelnen in lle'berein- stimmung mit der staatsnotwendigen Lenkung des Berufsnachwuchses zu finden.

Bei den Knaben geht nach wie vor der Berufs­wunsch der meisten dahin, daß sie sich den sog. Metall- berufen zuwenden, d. h. Auto- bzw. Motorenschlosser und ähnliches werden möchten. Nach Lage der Ver­hältnisse können diese Wünsche aber nur für einen Teil der Jungen in Erfüllung gehen, und zwar nur für den kleinsten Teil, da eine große

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Morgenfeier Liszt Wagner". 19 bis 21.45 Uhr:Der Zl- geunerbaron". Gloria-Palast, Seltersweg:Eine Frau wie du"; nachmittags 13.30 Uhr:Schnee­wittchen" undKasper und die Zauberkiste". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Erpresser"; nach mittags 13.30 Uhr:Schneewittchen" undKasper und die Zauberkiste". Deutscher Alpenverein: 16 Uhr imHindenburg" Monatsversammlung und Filmvorführungen.

Stadttheater Gießen.

Am morgigen Sonntag, 5. November, um 11.30 Uhr, findet die 3. Morgenveranstaltung statt. Es kommen musikalische Werke und Briefe von Franz Liszt und Richard Wagner zu Gehör, u.a. Richard Wagners Wesendonk-Lieder. Die Leitung haben Ri­chard Boeck und Gerhard Reuter. Ende gegen 12.30. Sonntagabend Wiederholung des Operettenerfol­gesDer Zigeunerbaron" von Johann Strauß, in der Inszenierung von Harry Grüneke. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Chöre: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Löffler.

Corvinus kennt verwirrend viele Apfelsorten, Früchte für allerlei Bäume, für Spaliere, Schnur­bäume, Kordons, Buschbäume, Halbstämme, Hoch­stämme, und wie die hölzernen, bezweigten und schöngeästeten Gartengestalten alle heißen mögen. Wenn er von Aepfeln aus seiner Kinder- und Ju­gendzeit spricht, klingt es wie von Märchennamen

Da war der englische Kalolin mit Rosen- parfüm, der zittonengelbe Vlumenkalvill mit quittenähnlichem Duft. Der Vater unseres Gärtners Corvinus hatte noch den weißen R o s - marinapfel im Garten, dessen Frucht gelblich- weiß und glänzend im Laube lachte. Er kannte den gelben und roten Gülderling, den buntge­streiften Papageienapfel und den ungemein seltenen Violetten Apfel, der eine schwarz- rote Grundfarbe hatte und einen starken blauen Duststaub darüber gepudert: köstliches Apfelgeläut aus vielen Zeiten, so viele klingende Namen, so viele Arten und spritzende Süße, schäumender Saft, erquickendes Fleisch. Tausend Bäume blitzen in seiner Apfelerzählung, wenn er am Abend vor 11ra)enö r-u.. ...... ...... dem chaus auf der Bank sitzt wahrend die Smm-

ahn« Ausnahme. Es gibt auch sehr süße Renetten, untergeht und mit dem scheidend«!. Goldstrahl die 7 ~ ' ' Bäume streift und die Aepfel liebkost, bis die

Amsel scheltend ins Gezweig fährt und erschrickt, weil sie mit den Flügeln eine gelbrote Frucht streifte, die gestern abend noch nicht so inbrünstig sommergefättigt und herbstsüß erglüht war.