Ausgabe 
4.10.1939
 
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legen en Stärke in flanke urtb Rücken fallen. Ein reiner Defenslvgedanke, mit dem die polnische Heeresleitung von vornherein a u f eigene Initiative verzichtete und sich vom Gegner das Gesetz des Handelns aufzwingen ließ. Die Schnelligkeit des Angriffs der getrennten deutschen Armeen, die nördlich und südlich dieser polnischen Hauptarmee, aus Pommern durch den Korridor und von Breslau und Oppeln über Ka- lischLodzTomaszow in Richtung Warschau vor­gingen, brachte es denn auch zuwege, daß die pol­nische Hauptarmee, anstatt den vorgehenden deut­schen Armeen in Flanke und Rücken zu fallen, selb st von diesen umfaßt und tn der gro­ßen Einkreisungsschlacht im Weichsel­bogen im Raume von Kutno vollständig vernichtet wurde. Ebenso erging es dem polni­schen Heereskräften, die weiter südlich vor dem un­gestümen deutschen Angriff in Richtung Radom zurückgewichen waren. Auch ihnen wurde der Rück- zug über die Weichsel verlegt, sie wurden im Raume von Radom vollständig eingekesselt und muß­ten nach vergeblichen Durchbruchsversuchen d i e Waffen strecken. Auch nordwestlich von Lem­berg wurde Teilen der polnischen Siwarmee eine vernichtende Niederlage bereitet.

Die Reste des polnischen Heeres traten teils nach Litauen, teils nach Rumänien über oder sie wur­den von den vorrückenden sowjetrussischen Trup­pen ab gefangen. Neber xk Million Gefangene und ein unübersehbares Kriegsmaterial sind bie Beute eines Feldzuges von 2Vz Wochen, ein in der Kriegsgeschichte aller Zeiten einzig dastehendes Er­eignis.

Den gewaltigen militärischen Erfolgen entspricht die politische und wirtschaftliche Be­deutung des siegreichen deutschen Feldzuges. Danzig und der Korridor sind wieder deutsch, un­sere ärnährungslage ist durch den sicheren Besitz Ost- und Westpreußens sowie durch die Besetzung ganz Polens bis zum Bug erheblich verbessert wor­den. Ostoberschlesien mit seinen reichen Kohlen­schätzen und seiner Industrie ist für unsere weitere Kriegführung im Westen von unschätzbarer Bedeu­tung. Der alte Ruf des deutschen Heeres als bestes der Welt ist erneut bestätigt worden und hat unsere polittsche Stellung bei den neutralen Staaten in aller Welt gekräftigt. Unseren westlichen Feinden aber wird vielleicht die Erkenntnis dämmern, daß ein Heer, das solch gewalttge Taten vollbracht hat und nun den Rücken nach Osten frei hat, auch mit den stärksten Hilfsmitteln der Welt nicht zu schla­gen ist.

Deutschlands wirtschaftliche Mobilmachung

Die deutsche Kriegswirtschaft allen Ansprüchen gewachsen.

Der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft, Reichsminister Funk, gibt im neuenSchulungs­brief" der NSDAP., der Deutschlands Abwehrkampf gewidmet ist, einen Ueberblick über unsere wirt­schaftliche und finanzielle Mobilmachung. Mit Hin­weis auf die entsprechenden Feststellungen des Füh­rers betont er, Kriegsgewinne werde es im nationalsozialistischen Staat nirgends geben. Ebenso wie der zivile Bedarf müßten auch die öffentlichen Bedürfnisse, soweit sie nicht kriegswichtig sind, rigoros gesenkt werden. Die öffentlichen Ausgaben in Reich, Län­dern und Gemeinden würden so ft a r f gekürzt, daß hieraus Ersparnisse für die Reichs­ausgaben entstehen würden, die in die Milliar­den gehen müßten. Durch die scharfe Beschränkung aller nicht kriegswichtigen privaten und öffentlichen Ausgaben und Aufgaben, durch Lohn- und Preis­senkungen und durch das Kriegsnotopfer würden die für die Kriegführung notwendigen Mittel insoweit aufgebracht werden, daß durch die dann etwa noch notwendig werdende zusätzliche Kredittchöpfung des Reiches keine Erschütterung der Wirtschaftsordnung, der Wirtschaftsleistung und der Währung eintreten könne. Auch die schwersten internationalen Krisen könnten die deutsche Währung und Wirtschaft nicht erschüttern.Die von mir geführte deutsche Reichs­bank", so sagt der Minister,ist allen sich aus den Kriegsnotwendigkeiten ergebenden Anforderun­gen an den Zahlungsverkehr sowohl im Inlande wie nach dem Auslande gewachsen, weil sie_ eben­so wie die gesamte deutsche Wirtschaft sich für die­sen Zeitpunkt rechtzeitig gerüstet hat. An- bererfetts werden die aus Einsparungen und zu­sätzlichen Einnahmen entstehenden erhöhten Mittel das Reich in die Lage versetzen, eine Kriegswirt­schaft durchzuhalten und ständig zu vergrößern, die zu gigantischen Leistungen in der Her­stellung von Kriegsmaterial führen wird, so daß wir ebenso wie militärisch auch wirtschaftlich vor allen Ländern einen gewaltigen DUr­sprung haben."

Dank an die Eisenbahner!

Für hervorragende Leistungen beim Feldzug gegen Polen.

Berlin, 3. Ott. (DJIB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. V r a u ch i k f ch, Hal in einem besonderen, an den Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller gerichteten Handschreiben den deutschen Eisenbahnern und der Deutschen Reichs­bahn den Dank des Oberkommandos des Heeres für ihre Leistungen im Dienste der Einleitung und Durchführung des Feldzuges in Polen ausgespro­chen. Die Leistungen, die hierbei erzielt worden feien und die Zusammenarbeit der Reichsbahn mit den Kräften des Heeres haben wesentlich da­zu betgetragen, daß die Operationen durch die Führung in der gewollten Form und mit der erforderlichen Schnelligkeit durchgeführt worden feien.

Hindenburg-Feier im befreiten Posen.

Gedenktafel im Geburtshaus Hindenburgs.

Breslau, 4.Oft. (DNB.) Am Montag beging das befreite Posen vor dem Geburtshaus des ver- ewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg die Erinnerung an den am 2.Ok­tober 1847 in Posen geborenen großen Sohn dieser nunmehr in bas großdeutsche Mutterland heim­gekehrten Stadt. Zu vielen Tausenden fanden sich die Deutschen in Posen vor dem Geburtshause des Generalfeldmarschalls ein. Zwei Ehrenkompanien des Heeres und der Schutzpolizei marschierten mit klingendem Spiel auf, und um 12 Uhr erschienen der Militärbefehlshaber von Posen, General der

Artillerie von Bollard-Bockelberg, und der Chef der Zioilverwaltung von Posen, Senats­präsident Greiser, um die Front abzuschreiten.

Im Namen des Posener Hindenburg- b u n b e s , der sich seit Jahren vergeblich darum bemüht hatte, das Geburtshaus Hindenburgs käuf­lich zu erwerben oder wenigstens die Genehmigung zur Anbringung einer Gebenktafel zu erhalten, gab Direktor Kraft der Freude der Posener Deutschen über den glücklichen Wandel der Dinge in der alten

deutschen Stadt Ausdruck. General vonDollard- Bockelberg überreichte der Stadt Posen die Gedenktafel mit einer Erinnerung daran, daß er fast während des ganzen Weltkrieges als Mit­glied des Generalstabes dem Generalfeldmarschall nahe sein durfte. Der Stadtdirektor von Posen, Dr. Scheffler, übernahm die Gedenktafel mit dem Gelöbnis der unwandelbaren Treue der Posener Deutschen in die Obhut der Stadt.

Die Llebergabe Helas.

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Die befestigte Halbinsel Hela, der letzte Stützpunkt des polnischen Widerstandes, hat sich am Sonntag bedingungslos ergeben, noch bevor der von Heer und Kriegsmarine gemeinsam oorbereitete Angriff durchgeführt war. Unser Bild zeigt die Uebergabeverhandlungen im Kurhaus Zoppot unter Leitung des Generals K a u p i t s ch. (Scherl-Bilderdlenst-Sönnke-M.)

Wie dieLourageous" torpediert wurde.

Em Angehöriger der Ü-Doots-Besahung erzählt.

DNB. ...29. Sept. (PK.) Am 17. Sep­tember, etwa 20 Uhr, besiegelten mehrere Torpedoschüsse, die in kurzer Folge die Rohre eines deutschen U-Bootes verließen, das Schicksal des 22500 Tonnen großen eng­lischen FlugzeugträgersCou­rage o u s" ! Das deutsche Boot ging sofort nach dem Abschuß auf Tiefe und wurde sehr bald von einer beträchtlichen Anzahl eng­lischer Zerstörer, die derCourageous" als Sicherung gegen deutsche U-Boote beige­geben waren, mit ganzen Serien von Wasserbomben angegriffen, lieber seine Er­lebnisse bei diesem ersten Angriff auf ein großes englisches Kriegsschiff und den hart­näckigen Wasserbombenangriff durch die feindlichen Zerstörer berichtet ein Angehöri­ger der Besatzung folgendes:

Im stolzesten Augenblick der Jagdfahrt unseres Bootes, als die entscheidenden Torpeooschüsse unsere Rohre verließen, stand ich als Gefechtsruder­gänger am vorderen Tiefenruder. Die genaueste Bedienung dieser Ruder oder, verständ­licher gesagt, Steuereinrichtung ist mit von aus­schlaggebender Bedeutung gerade beim Abschießen eines Torpedos. Denn nur die peinlichste Ein­haltung der waagerechten Lage des Bootskörpers und das schnellrnöaliche Abfangen des mit dem Abschuß sich einstellenden Aufwärtstriebes des Bootes erhöhen einmal bte Sicherheit des Schusses, und £um anderen verhindern sie das zu weite Aufwartstauchen des Bootes.

Ich wußte also, um was es diesmal ging, war bis zum äußersten auf die peinlich genaue Ruder- Haltung eingestellt und wartete mit einer fast um erträglich harten Spannung auf die Befehle meines Kommandanten, der den Gegner im Sebrohr ge­nau eingepeilt hatte und bann mit einer durch den Ernst der Stunde besonders fühlbar verhaltenen Stimme den Befehl gab:Erstes Rohr los!" Unbeschreiblich ist es zu sagen, wie wir lauerten, Sekunden kamen uns vor wie Stunden! Da! Don außen her dringt in unseren Raum ein hartes kurzes Geräusch, ein zweites, stärkeres dröhnt auf! Hurra! Getroffen! Wie groß und stark ist da die Freude, ist der Stolz auf unser Boot, auf unseren Kommandanten!

Kommandos schallen durch alle Räume, das Tiefenruder wird hart nach unten gelegt, die ge- fechtspostenfteie Mannschaft eilt tn die vorderen Räume, damit die Abwärtsbewegung des auf Tiefe befohlenen Bootes beschleunigt wird das Boot muß heraus aus der Gefahr, die von Seiten der in wilden Zickzackkursen heranpreschenden englischen Zerstörer droht! Tiefer und tiefer sinkt das Boot. Und wir Männer drinnen, wir haben keine Zeit, an weitere Gefahr zu denken. Wir haben ja den Gegner mächtig geschlagen, ein Kriegsschiff haben

Indien wurde nicht gefragt.

England soll seine KnegSziele bekanntgeben.

Amsterdam, 3. Ott. (DNB.) Die englische ZeitschriftStatesman and Nation" versucht in einem langen Artikel, eine Entschuldigung für die Art und Weise zu finden, in der England Indien in diesem Kriege mißbraucht. Die Zeitschrift stellt fest, daß die britische Regierung in der gegenwärti­gen Krise bewußt die öffentliche Mei­nung Indiens ignoriert hat. England habe ohne dessen Zustimmung Indien zu einem kriegführenden Staat proklamiert. Es habe Kriegsgesetze erlassen und wichtige Maßnahmen ge­troffen, um die Vollmachten und die Betätigung der indischen Provinzialregierungen einzuschränken.

Unter dieser Erfahrung leidend, habe die Äon« greßpartei England jetzt vor scharfe Alter­nativen gestellt. Wenn der gegenwärtige Krieg zur Verteidigung der imperialistischen Besitzungen, Ko­lonien und Interessen geführt werde, dann könne Indien nichts mit ihm $ u tun haben. Die Probe für die Inder sei einfach.F r e i h e i t", wie sie sie sähen,sei unteilbar", und Indien sei das entscheidende Problem, da Indien das beste Beispiel des modernen Impe­rialismus sei. Daraus ziehe man die logischen Folgerungen. Das indische Manifest ende mit der Forderung, daß England seine Kriegsziele bezüglich Demokratie und Imperialismus und der Schaffung einer neuen Weltordnung bekanntgebe und

wir zum mindesten ganz schwer getroffen, wenn nicht gar versenkt! Alles in uns ist Jubel und Freude! Wir haben zupacken können, Haden den Engländer bestimmt ganz gehörig erwischt! Jawohl, Weddigens Geist lebt, wir sind deutsche U-Boot- fahrer. Wir wissen anzugreifen und zu treffen.

Mitten hinein in diese Freude dröhnen ge­waltige Detonationen! Serienweise klin­gen sie krachend, brummend und gewaltig polternd tn unseren Raum! Wasserstandsgläser platzen Scheiben an Manometern und Uhren springen Sicherungen schlagen durch Wasserbom­ben!!! Haben sie uns getroffen? Werden sie uns treffen, diese unheimlichen Bomben?! Fast atemlos lauschen wir, ob etwa irgendwo das Ge­räusch eindringenden Wassers zu hören ist, und derweil geht unser Boot auf immer größere Tiefe. Weg vorn Gegner, der uns vernichten will! Und dabei durften wir unsere Maschinen nicht einmal voll laufen lasten. Der Feind horcht er will das Singen der Motoren, das Mahlen der Schrau­ben unseres Bootes hören! Jegliches nur irgendwie vermeidbare Geräusch muß unterbleiben! Er soll uns nicht auffpüren, der Engländer, er soll es nicht.

Immer noch kleckern Bomben! Aber wir hören an der Stärke der Detonationen, daß wir ihnen entwischt sind. Und wir atmen auf! Es ist nicht so einfach, so mitten drin zu schwimmen im Bom­benregen und nicht sehen zu können, auf welchem Kurs der Gegner anläuft. Immer entfernter hören wir das hohe Singen der in höchster Umdrehungs­zahl laufenden Schrauben der englischen Zerstörer. Und immer freier und glücklicher sind wir! Sie be­kommen uns nicht mehr! Das ist uns allen zur festen Gewißheit geworden. Wir können jetzt getroft höhere Fahrt laufen, weg aus dem Gefahrengebiet.

Mitternacht ist längst vorüber. Da hören wir er­neut das Geräusch langsam mahlender Schrauben, aufgetaucht stellen wir einen für uns im Augen­blick ungefährlichen Dampfer fest. Seine Schrauben­geräusche sind uns eine willkommene Deckung für unsere eigenen Geräusche. Wir laufen jetzt höhere Fahrt. Und geradezu diebisch ist die Freude, die uns erfüllt bei dem Gedanken: Was wird wohl Mister Chamberlain sagen, wenn er hört, was die so verhaßten und absolut nicht zu bannenden deut­schen U-Boote wieder einmal an Beute geschlagen haben? Eine unaussprechlich große Freude und ein gewalttger Stolz fingen und klingen in uns! Und als dann etwa 24 Stunden spater der Befehlshaber der U-Boote uns durch Funkspruch feine Anerken­nung ausspricht, als wir erfahren, daß wir alle mit dem Eisernen Kreuz ausgezeich. n e t worden sind, da ist in uns nur noch Eines: der Wunsch und der Wille, bis zum letzten Atem­zug getreu der großen Tradition, die unsere Waffe trägt, unsere Pflicht zu erfüllen für Führer, Volk und Vaterland. Hans Kreis.

gleichzeitig, wie diese Ziele auf Indien ange - wendet werden sollten.

Dieses Manifest, so gestehtStatesman and Na- tton", habedurch irgendwelche unglücklichen Um­stände" die Tagespresse nicht erreicht. Das indische Manifest enthalte eine Warnung, die England nur auf eigene Gefahr übersehen könne. Durch Enffchlüsse in Whitehall habe man Indien in die­sen Krieg getrieben und zu einem kriegführenden Staat gemacht. Indien aber lasse England jetzt einen eigenen Willen erkennen: Indien sei nicht der Verbündete Englands.

proteflflreit in Bombay

Englands Krieg ist nicht Indiens Krieg.

Schanghai, 3. Ott. (DNB.) Nach hier ein­getroffenen Meldungen haben 50 000 indische Arbeiter aus 32 der insgesamt industriellen Betriebe von Bombay am Montag einen 24stün- tügen Proteststreik gegen die Hineinziehung Indiens in den europäischen Krieg durchgeführt. Dieser Streik gegen die Ausbeuter Indiens und ihren verbrecherischen Krieg gewinnt noch größere Bedeutung im Lichte einer öffentlichen Erklärung des Sprechers der Gesetzgebenden Versammlung von Madras, der sagte:Die gesamte Bevölkerung

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England und Rußland in Zentralasien.

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macht einen größeren Anspruch auf einen Welthafen, als das kleine Polen, das in feiner Großmanns« JQ sucht einen Hafen an der Ostsee haben wollte. Ruß« J land könnte sich diesen Zugang zum Weltmeer jj schaffen, wenn es in einem erfolgreichen Krieg mit E England durch Afghanistan nach Indien in das Tal J des Indus vorstoßen würde. In diesem Falle würde j den Engländern die Flotte nichs nutzen. Eine '.| Blockade der Ostsee käme nur dann in Frage, wenn 11 die deutsche Flotte vollkommen vernichtet wäre, und ob Italien einer Blockade des Schwarzen Meere; Ä ruhig zusehen würde, darf wohl bezweifelt werden. D England wäre also in der Hauptsache auf feint 1J indische Armee angewiesen, und ob diese nach Zahl, jjl Ausbildung und Bewaffnung sowie innerem Halt fl der russischen Armee gewachsen wäre? Und ob fer« 3 ner in einem Kriege mit Rußland die Bestrebungen B der Inder, sich des englischen Jochs zu befreien, jj nicht einen starken inneren Auftrieb erfahren wüp Z den? Fragen, die schwer zu beantworten sind, die aber Schicksalsfragen für das englische Empire wer« n den könnten.

Warum hat Rußland den Gedanken, den Marsch fl nach Indien anzutreten, nicht schon früher ausflß*» führt? Abgesehen von einigen früheren Expedi« i; tionen in die Gebiete nördlich von Afghanistan, |j kann man erst von 1864 ab ein langsames, aber ij planmäßiges Vorgehen nach dieser Richtung fest' ij stellen. Kokan, Turkestan, Tschimkent und TasH-K kent wurden dem russischen Reich einverleibt mti) E hier Militärstattonen angelegt, Chodschents uitb E Samarkand wurden erobert. Man sieht daraus,! daß Rußland schon damals bafür sorgte, daß Eng*« land aus der Spannung nicht herauskam. Es fühlte Ij sich aber zu dieser Zett noch nicht stark genug, den» großen Waffengang mit England anzutreten. Er 1f wollte erst seine rückwärtigen Verbindungen aus« ||

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Indiens ist gegen Teilnahme am euro* päischen Krieg. Indien hat seine eigenen Probleme zu losen. Die Teilnahme an einem ] europäischen Krieg kann dem indischen Land unJ) i Volk keine Vorteile bringen. Es wäre daher im höchsten Grade absurd, wenn Inder an die europäische Front gehen. Sollte die englische Regie« rung dies befehlen, werden nur sehr wenige Folzi l leisten."

Die islamische Wett erhofft Befreiung von briiischerSllavere!

Mailand, 3. Oft. (DNB.) Der Korrespondent der TurinerStampa" in Kairo weiß zu berichtm,! daß starke Strömungen in der öffentlichen Mei« nung der orientalischen Völker vorhanden seien, die i günstige Auswirkungen eines allgemeine» europäischen Krieges für die islamische Welt es- hoffen. Man höre die Ansicht, daß das Unglück dec großen westeuropäffchen Kolonialmächte für b e n | Orient von Vorteil sei. Vor allem die Ara«! b e r glaubten in der gegenwärtigen europäischen ; Situation klare Anzeichen eines Verfalls und der. Endes der westlichen Zivilisation zu erblicken Dir ägypttsche ZeitungMisr El Fattat", das Orga-it derJungen Aegypter", hofft, daß die Stunde ge* kommen sei, s i ch von dem Druck der briti* ; scheu Sklaverei z u befreien. Dieser Aus« druck des ägyptischen Nationalismus, so erklärt dir Stampa" weiter, müßte vor allem die Eng' länder mit Besorgnis erfüllen, aber zunächst schienen sie berartige Bestrebungen eher unterstützen zu wollen. Man spreche von gebiete* mäßigenKompensationen für Aegyp' t e n nach einersiegreichen Beendigung des Kne« ges durch England". Aber gerade hierüber beftüiv den bei den islamischen Völkern e r h e b l i ch r Zweifel.

Falls England und Frankreich sich den Friedens« bemühungen Deutschlands und Rußlands wider­setzen und den Krieg weiterführen sollten, werden die Regierungen der beiden letztgenannten Staaten sich gegenseitig über die zu ergreifenden Maßnah« men unterhalten. Das ist in dem Freundschaftspakt niedergelegt, und was man darunter zu verstehen hat, dürfte wohl jedem ttar sein.

Man hatte eigentlich erwartet, daß die Westmächft auch an Rußland den Krieg erklären würden in dem Augenblick, in dem die Sowjet-Armee di« Grenzen Polens überschritt. Das geschah nicht, uni damit ist der Beweis erbracht, daß es den West« Mächten gar nicht darauf an kam, den armen Polen zu yelfen. Die Polen sollten dazu benutzt werden, den ,^)itlerismus" zu bekämpfen. Diese, nach An« sicht der Westmächte so wichttge Figur auf dein Schachbrett der Weltpolitik ging schneller verloren, als man in London und Paris dachte. Und mit sollen sich nun die Westmächte Rußland gegenüber benehmen, das man noch vor wenigen Wochen in den Ring um Deutschland einspannen wollte? Wir wollen Frankreich, das sich ja nur im Schlepptau Englands befindet, aus dieser Bettachtung aus« scheiden, zumal Frankreich keinerlei politische, witt« schaftliche und territoriale Forderungen an Rußland zu stellen hat. Anders liegen die Verhältnisse En» lands zu Rußland. Hier bestehen Gegensätze, dir schon jahrzehntelang zurückliegen, aber durch an« dere weltpolitische Ereignisse überdeckt wurden, bann wieder auftauchten, um wieder von wichttberen Dingen abgelöst zu werden. Diese Gegensätze liegen in Zentralasien. Von hier aus rann bas eng lische Weltteich an seiner empfindlichsten Stelle ge« troffen werden in Indien.

Bettachten mir einmal die Karte Zenttalasiens, Zwischen Indien und den zenttalasiattschen Gebie« ten Rußlands liegt der Pufferstaat Afghanistan, ein Land von rund 731 000 Quadratkilometer Ba­den fläche mit schätzungsweise 10 Millionen Eimvoh« nern, einem kriegerischen Volk, bas es trotz aller Rückschläge immer wieder verstanden hat, seine polittsche Unabhängigkeit zu wahren, und zwar da­durch, daß England ein großes Interesse an dem Bestand dieses Pufferstaates hatte. Englands Inter­esse an der Erhaltung Afghanistans ist ein rein defensives. Es mußte darauf Bedacht nehmen, bafj Rußland feine Grenzen in Zentralasien nicht weiter nach Süden in Richtung Indien ausdehnte.

Die russischen Interessen sind dagegen ganz an­ders gelagert. Rußland besitzt trotz seiner gewal­tigen Ländermässe und seiner ausgedehnten Küsten keinen unmittelbaren Zugang zu den Hauptlinien des Weltmeeres. Die Ostsee und das Schwarz« Meer sind Binnenmeere, die Küste des Eismeere;

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scheidet aus leicht begreiflichen Gründen ganz aus, und die Küste Oftafiens mit dem Hafen Wladiwostok, der monatelang vereist ist, liegt zu weit ab von den großen Welthandelsstraßen. Rußland hat als Groß

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