Ausgabe 
4.9.1939
 
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uralter Bugatti Baujahr 1922 vervollständigte das kleine Feld; er wurde nicht weniger als neunzehn- mal überrundet. Bis zur letzten Runde gab es einen aufregenden Kampf, und innerhalb einer halben Minute jagten die drei Wagen von Nuoolari, von Brauchitfch und Müller in dieser Reihenfolge durchs Ziel.

Ein Stein zertrümmerte Langs Rennbrille.

Gleich in den ersten Runden gab es einen auf­regenden Zwischenfall. Hermann Lang (Mercedes- Benz), der Favorit des Rennens, fuhr plötzlich scharf rechts heran und wurde von den dicht hinter ihm folgenden Wagen von Müller und Nuoolari (beide Auto-Union) passiert, die sich nun an die Verfolgung des in Führung liegenden v. B r au­ch i t s ch (Mercedes-Benz) machten. Ein hochfliegen­der Stein hatte Langs beide Brillenglä­serdurchschlagen, so daß er fast nichts mehr sehen konnte. Er fuhr jedoch seinen Wagen noch zur Boxe und wurde erst dort ärztlich behandelt. Seinen Wagen bestieg der Ersatzfahrer Walter Bäumer, der jedoch überhaupt nicht trainiert hotte und in der achten Runde gegen eine Pappel fuhr. Glücklicherweise wurde aber nur der Wagen be­schädigt. Bäumer mußte natürlich aufgeben.

Manfred von Brauchitfch versuchte seinen Vor­sprung noch zu vergrößern und drehte stärker auf. 5n einer Kurve drehte sich jedoch der Wagen und Brauchitfch mußte hart bremsen. Als er den Wagen wieder in der Fahrtrichtung hatte, waren seine Verfolger Müller und Nuvolari schon an ihm vor­bei. Später mußte Hermann Müller den rechten Hinterreifen seiner Rennmaschine wechseln und da­bei die Spitze an Tazio Nuvolari abtreten. Der

junge Müller drehte zwar noch eine Rekordrunde von 1:14 Minuten = 132,5 km/st, kam aber über den dritten Platz nicht mehr hinaus. Vorn hatte Nuvolari seinen Vorsprung gegenüber von Brauchitfch auf 50 Sekunden ausgedehnt, als er in der 28. Runde gleichfalls einen Reifen wech­seln mußte. In 26 Sekunden hatten die tüchtigen Monteure diese Arbeit geschafft, so daß der Ita­liener die Spitze behielt. Brauchitsch saß ihm zwar hart auf den Fersen, mußte sich aber mit 7 Sekun­gen Rückstand wieder einmal mit dem 2. Platz be­gnügen.

Vorher hatte es einen weiteren deutschen Sport* wagenfiag gegeben. In der großen Klasse über 3 Liter holte von Langen (Stöwer-Arkona) mit 99,6 km/st den ersten Preis. Auf der gleichen Marke kamen K o s i n s k i und Baumgarten noch auf den dritten und fünften Rang. Die Er­gebnisse:

Rennwagen (Großer Preis von Belgrad über 139,87 Kilometer): 1. Tazio Nuvolari (Auto- Union) 1:04:03,8 Stunden = 130,7 km/st; 2. Man­fred von Brauchitsch (Mercedes-Benz) 1:04:11,4 (130,4); 3. Hermann Müller (Auto-Union) 1:04:34,4 (129,8); 4. Milenkowich (Bugatti) 19 Runden zu­rück; 5. Lang-Bäumer (Mercedes-Benz) ausge­schieden.

Sportwagen bis 3000 ccm: 1. Calzianes (Italien) Alfa Romeo 23:38,2; 2. von Wamnitz (Deutschland) Stöwer. Ueber 3000 ccm: 1. von Langen (Deutschland) Stöwer-Arkona 25:14,4 (99,6); 2. Rusnik (Jugoslawien) Ford; 3. Kosinski (Stöwer-Arkona); 5. Baumgarten (Stöwer-Arkona).

Helsinkis Ausgabe unerschiilierlich.

In Beantwortung zahlreicher Anfragen, die in den letzten Tagen aus aller Welt im Hinblick auf die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 ein­trafen, haben sich das Internationale Olympische Komitee und das Organisations-Komitee für die Olympischen Spiele in Helsinki zu einer Verlaut­barung entschlossen, die in einer Sitzung des Or­ganisations-Komitees festgelegt wurde und telepho­nisch die Zustimmung des Präsidenten des IOK. Graf Daillet-Latour gefunden hat. Diese Verlaut­barung heißt:

Der Sturm der sich überstürzenden Ereignisse rüttelt auch am Bau der 12. Olympischen Spiele 1940. Das Haus aber ist fest auf finnischem Fels gebaut. Finnlands Aufgabe, dieses einzigartige Fest der Jugend vorzubereiten und durchzuführen, ist unerschütterlich. Veranstalter der Olympischen Spiele der Neuzeit, die bereits manchen Sturm überstan­den haben, ist das IOK., und dieses gibt die Spiele nicht preis.

Pierre de Coubertins Werk der Wiedererweckung des modernen Olympia ist Ausdruck des mensch­lichen Strebens, das sich stets von neuem an den unvergänglichen Gütern der Antike entzündet und sie als ewiges Vermächtnis der Menschheit hütet. Das Internationale Olympische Komitee ist Bewah­rer dieser Idee, und wenn auch wieder ein Sturm über Europa rast, wird er ihr nichts anhaben kön­nen.

Die Jugend aller Länder ist dieser Idee treu ver­bunden. Die Spiele 1940 werden durchgeführt, wenn es erforderlich fein sollte, auch in kleinerem Rah­men. Die Bauten stehen, die Organisation steht, und das Gastland ist bereit, als Hort des Friedens seine Gäste zu empfangen.

Aus jeder Prüfung, vor die uns auch heute wie­der der Augenblick stellt, tritt die olympische Idee reiner und klarer zutage, und der Wunsch der Ju­gend zu ritterlichem Kampf wird immer der Weg zu neuem Aufstieg sein. Das nordische Olympia 1940 steht unerschütterlich."

Zuversicht in Helsinki.

Präsident R a n g e l l und der olympische Beauf­tragte der Stadt Helsinki, von Frenckell, haben auf Anfragen mehrfach erklärt, daß die finnischen Vorbereitungen für die Spiele in unverändertem Tempo weitergeführt werden, vor allem auch die Bauarbeiten, weil man allgemein die Hoffnung hat, daß sich die internationalen Schwierigkeiten bald beheben werden, und selbst für den Fall, daß einige Länder zur Zeit der Olympiade noch politische Ver­wicklungen haben, Mannschaften der neutralen Länder und vor allem der skandinavischen Staaten bei einer Rumpf-Olympiade in Helsinki stark ver­treten sein würden.

Wirtschaft.

FWD. Konkurse und Vergleichsver­fahren im 21 u guft. Nach Mitteilung des Stat. Reichsamtes wurden im August d. I. im Reichs­anzeiger insgesamt 86 Konkurse und 6 gerichtliche Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechen­den Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 130 und 13.

Rhein-Mainische Börse.

Börse uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 2. Sept. Die Börse zeigte zum Wochenschluß nicht mehr das einheitliche feste Gepräge der Vortage, doch war die Gesamthaltung nach wie vor zuversichtlich. Bei kleiner gewordener Kundschaftsbeteiligung unterlagen die Kurse am Aktienmarkt wieder mehr und mehr den zu­fälligen Aufträgen, so daß die Entwicklung unein­heitlich war. Teilweise gingen die Abweichungen dabei über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Fest waren Kohlenwerte wie Harpener mit 142,50 (140) und Ilse Genuß nach Pause mit 139 (136), ferner gli­chen Mannesmann ihren Rückgang von gestern abend mehr als aus mit 107,90 (105,25). JG.-Far- ben gingen auf 160,75 (161,25) zurück, olieben aber so gesucht, Scheideanstalt wieder 215, ebenso Rhein­stahl mit 121, Allgern. Lokal & Kraft mit 139.50. Sonst kamen vorerst AEG. mit 118 (118,75), Be- kula mit 165 (166), Daimler mit 120 (119,50), Feld­mühle Papier mit 107,50 (108) und Hapag 2 v. H. schwächer mit 48,50 zur Notiz. Verein. Deutsche

Metall waren in Auswirkung der gemeldeten be­vorstehenden Kapitalerhöhung nur gefragt und ohne Angebot; die Taxe stellte sich auf 178 bis 180 (174,50).

Am Rentenmarkt kam es meist nur zu kleinstem Geschäft bei im großen und ganzen be­haupteten Kursen. Etwas leichter lagen Reichsalt­besitz mit 131,75 (131,90) und Dekosama I mit 136,25 (136,50). Industrie-Obligationen blieben an- geboten und gaben fast durchweg 0,25 v. H. bis 0,50 v. H. nach. Ebenso führten mäßige Ver­käufe in verschiedenen Stadtanleihen zu leichten Ermäßigungen, wogegen Pfandbriefe und Staats­papiere bei nur schwachem Rückfluß weiterhin gut behauptet waren. Vor Freiverkehrsrenten stellten sich späte Schuldbuchforderungen auf 99 (99,25), Kommunal-Umschuldung auf 92,80 (92,90) und Steuergutscheine I auf 97,40 bis 97,50 (97,60).

An den Aktienmärkten blieb die Tendenz auch im Verlaufe uneinheitlich, überwiegend traten jedoch Befestigungen ein. IG.-Farben noch etwas rückläufig auf 160,25 nach 160,75. Von erst später notierten Werten gingen Westdeutsche Kaufhof stär­ker zurück auf 93,75 bis 90,50 (96,25), ferner Licht & Kraft auf 131 (132,50), andererseits Metallgesell­schaft 113 (110,50), Deutsche Erdöl 127,25 (125,50), BMW. 139 (137,25), Verein. Stahl 100 (99,25) ufw.

Unnotierte Werte waren ohne Geschäft. Tagesgeld auf 2,75 (3) v. H. ermäßigt.

Das deutsche Bankwesen allen Anforderungen gewachsen.

Gesicherte Wührungs- und Finanzlage.

Die Erneuerung des Eisernen Kreuzes.

Unser Bild zeigt oben links das Eiserne Kreuz 2. Klasse, in der Mitte das Eiserne Kreuz 1. Klasse, rechts- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und in der Mitte unten das Großkreuz. Das Eilferne Kreuzi wird am schwarz-weiß-roten Band getragen mit Ausnahme des Eisernen Kreuzes 1. Klaffe, das ohne! Band auf der linken Brustseite getragen wird. Wer bereits im Besitz ebner oder beider Klassen be$ Eisernen Kreuzes des Weltkrieges ist, erhält eine Silberspange mit dem Hoheitszeichen und der Jahres« zahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Wellkrieges verliehen. Die Spange wird beim Eisernen Kreuz 2. Klasse auf dem Bande getragen (links), beim Eisernen Kreuz 1. Klasse über dem Kreuz angefterfi (rechts). Scherl-Wagenborg-M.)

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat eingedenk der heldenmütigen Kämpfe, die Deutschlands Söhne in den früheren großen Kriegen zum Schutze der Heimat bestanden haben, und im Hinblick auf den gegenwärtigen Abwehrkampf den Orden des Eisernen Kreuzes erneuert. Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung in vier Stufen verliehen. Eine Verleihung für sonstige Verdienste oder nach Art des früheren Eiserne-n Kreuzes am weiß-schwar­zen Band erfolgt nicht. Neben dem Eisernen Kreuz Erster und Zweiter Klasse und dem Großkreuz, des­sen Verleihung sich der Führer und Oberste Befehls­haber für überragende Taten vorbehalten hat, ist neu das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes geschaffen. Es wird als Halsorden getragen und ist etwa dem früheren Orden Pour le Write zu vergleichen. Das Band des Eisernen Kreuzes zeigt die Farben Schwarz-Weiß- Rot. Entsprechend der nationalsozialistischen Hal­tung der neuen Wehrmacht erfolgt die Verleihung aller Stufen des neuen Kreuzes an alle Dienst­grade. Auch der einfache Schütze kann das Ritter­kreuz, also den Halsorden, erhalten. Ist der Aus­gezeichnete schon im Besitz einer ober beider Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkrieges, so erhält er anstelle eines zweiten Kreuzes eine silberne Spange. Die Verordnung hat folgenden Wort­laut:

Artikel 1. Das Eiferne kreuz wird in fol­gender Abstufung und Reihenfolge verliehen:

Eisernes kreuz Zweiter klasse. Eisernes kreuz Erster klasse, Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, Grohkreuz des Eisernen Kreuzes.

Artikel 2. Das Eiserne Kreuz wird ausschließ­lich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Ver­di e n st e i n der Truppenführung verliehen. Die Verleihung einer höheren Klasse seht den Be­sitz der vorangehenden Klasse voraus.

Artikel 3. Die Verleihung des Großkreuzes behalte ich mir vor für überragende Taten, die den Verlauf der Kampfhandlungen entscheidend beeinflussen.

Artikel 4. Die Zweite Klasse und die Erste Klasse des Eisernen Kreuzes gleichen in Größe und Ausführung den bisherigen mit der Maßgabe, daß auf der Vorderseite das Haken­kreuz und die Jahreszahl 1939 ange­bracht sind. Die Zweite Klasse wird an einem schwarz-weiß-roten Bande im Knopfloch oder an der Schnalle, die Erste Klasse ohne Band auf der linken Brust feite ge­tragen. Das Ritterkreuz ist größer als das Eiserne Kreuz Erster Klasse und wird am halse mit schwarz-weiß-rotem Bande getragen. Das Großkreuz ist etwa doppelt so groß wie das

Eiserne Kreuz Erster Klasse, hat anstelle der silbe« nen eine goldene Einfassung und wird anj halse an einem breiteren schwarz-weiß-roten Bande getragen.

Artikel 5. Ist der Beliehene schon lm Besitz einer der beiden Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkrieges, so erhält er anstelle eines zwei« ten Kreuzes eine silberne Spange mit dentz Hoheitszeichen und der Jahreszahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Weltkrieges verliehen. Die Spange wird beim Eisernen Kreuz Zweiter Klasse auf dem Bande getragen, beim Eisernen Kreuz Erster Klasse über dem Kreuz angesteckt.

Artikel 6. Der Beliehene erhält eine Besitz­urkunde.

Artikel 7. Das Eiserne Kreuz verbleibt nach Ab« leben des Beliehenen als Erinnerungsstück den Hinterbliebenen.

Artikels. Die Durchführungsbestimmungen erläßt der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht im Einverständnis mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei.

Berlin, den 1. September 1939.

Der Führer:

(gez.) Adolf Hitler.

Der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht: (gez.) Keitel.

Der Reichsminister des Innern: (gez.) Dr. F r i cf.

Der Staatsminister und Ehef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers:

(gez.) Dr. Meißner. *

Die (Erneuerung des Eisernen Kreuzes wird bel dem deutschen Volk in Waffen freudigen Widerhall finden, war es doch schon in Fortführung alter preußischer Tradition schon im Weltkrieg für Sol­daten aller deutschen Stämme die höchste und schönste Auszeichnung. So ist es nun folge-richtig, daß dieser ehemals preußische Orden, den König Friedrich Wilhelm III. zu Beginn der Befreiungs­kriege 1813 gegründet hatte und der 1870 und 1914 als preußischer Orden am schwarzweitzen Bande erneuert worden war, nun ein Orden des Groß­deutschen Reiches wurde und deshalb auch das Symbol des Hakenkreuzes erhält und am schwarz« weißroten Bande getragen wird. An die Stelle des einst von Friedrich dem Großen gegründeten und nur für Offiziere bestimmten Ordens Pour le mente tritt nun als neue Klaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, "das der nationalsozialistischen Auffassung gemäß sich jeder tapfere deutsche Soldat erringen kann. Das Eiserne Kreuz, dem^ einst der große Schinkel die äußere Form gegeben hat, wird wie einst unseren Väter 1813, 1870 und 1914 auch in diesem neuen schweren Kampf des deutschen Vol­kes um Freiheit und nationales Lebensrecht ernstes Sinnbild treuer Pflichterfüllung und äußersten Ein« fatzes fein. Fr. W. L.

Berlin, 2. September. (DNB.) Nach dem Aus- ber Reichsbank vom 31. August 1939 ist in der vierten Augustwoche die Anlage des Noteninstttuts in Wechseln und Schecks sowie in Schatz- wechseln des Reiches um 2132 Mill. RM. auf 10 272 Mill. RM. gestiegen. Der Bestand an dek- kungsfähigen Wertpapieren erfuhr eine Erhöhung um 30 auf 1013 Mill. RM. und der an Lombard- forberungen um 37 auf 60 Mill. RM. Bei den deutschen Scheidemünzen ist eine Abnahme um 102 auf 66 Mill. RM. zu verzeichnen. Die sonstigen Aktiven werben mit 1876 Mill. RM. um 495 Mill. RM. höher als in der Vorwoche ausgewiesen. Der Deckungsbeftanb an Gold und Devisen zeigt bei einem geringfügigen Rückgang um 83 000 RM. eine Höhe von 77 Mill. RM. Entsprechend der erhöhten Kapitalanlage sind auf der anderen Sette die im Umlauf befindlichen Noten um 2197 auf 10 907 Mill. RM. gestiegen. Die täg­lich fälligen Verbindlichkeiten haben eine Ausweitung um 285 auf 1480 Mill. RM. erfahren. Die fonftigen Passiven haben um 107 auf 562 Mill. RM. zugenommen. Von den Abrechnungs­stellen wurden im August 4.84 Millionen Stück über 7421 Mill. RM. abgerechnet, die Giroumsätze be­trugen in Einnahme und Ausgabe 5.48 Mill. Stück über 112 985 Mill. RM.

Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Deut­schen Reichsbank, Reichswirtschaftsminister Funk, fand eine Sitzung des Reichsbank-Di- rettoriums statt, in der die Situation erörtert

wurde, die sich durch den dem deutschen Volk aus- gezwungenen Abwehrkampf für die Wirtschaft und das Geld- und Kreditwesen ergeben. Der Reichs- bankpräsident stellte fest, daß auf dem Gebiet des Geld- und Bankwesens ebenso wie auf dem Kapital­markt im Gegensatz zum Ausland auch nicht die gering ft en Beunruhigungserschei­nungen aufgetreten sind, vielmehr Geldmarkt und Börse in Deutschland ihre Funktionen in einer absolut zuversichtlichen Haltung ohne jede Stö­rung erfüllt hätten. Die Reichsbank habe daher auch keine Veranlassung gehabt, irgendwelche Son­dermaßnahmen zum Schutze der Währung und eines geregelten Geld- und Kreditverkehrs zu tref­fen. Der Reichsbankausweis vom 31. August spie­gelte naturgemäß die erhöhten Anforderungen wider, die an das Zentralnoteninstitut durch die militärischen Maßnahmen gestellt worben sind. Auch der Wirtschaft sei man bei den hier und da not­wendig gewordenen Umstellungen und den durch die Gesamtlage bedingten besonderen Dispositionen im Zusammenwirken mit den deutschen Geld- und Kreditinstituten bereitwillig entgegengekommen.

Das Vertrauen des deutschen Volkes in das deutsche Geld- und Bankwesen komme darin zum Ausdruck, daß Ang st abheb ungen von Zah­lungsmitteln s o gut wie gar nicht zu beob­achten waren. Der Geldbedarf der zu den Waffen (Einberufenen und der Geschäftskreise, die durch die notwendig gewordenen vorsorglichen Maßnahmen der Reichsregierung aus dem Gebiets

der lebensnotwendigen Gebrauchsgüter am stärk­sten betroffen worden sind, ebenso wie der der Grenzbevölkerung gehen naturgemäß über das Normale hinaus, konnten aber ohne jede Schwierigkeit und ohne besondereAn- orbnungen befriedigt werden. Unter die­sen Umständen sei die Steigerung des Zahlungs­mittelumlaufes in keiner Weife besorgniserregend.

Die deutsche Währung werde durch die inter­nationalen Krisenerscheinungen überhaupt nicht berührt, und die Stabilität der Reichs­mark sei dadurch gesichert, daß die Reichsregierung die Bewegung der Preise und Löhne fest in der Hand habe. Der Apparat der Deutschen Reichsbank arbeite in allen Teilen Großheutschlands absolut normal und reibungslos, und das deut­sche Bankwesen ist durchaus in der Lage, allen Anforderungen des Reiches und der Wirtschaft, die sich aus der augenblicklichen Lage ergeben könnten, voll gerecht zu werden.

Nach einer Zecherei im (Streif erstochen.

* Alsfeld, 4. Sept. In dem Dorfe Hopf­garten kam es in der letzten Nacht im Verlaufe einer Zecherei Mischen dem Schäfer Schnei«

der, gebürtig aus Heimertshausen, und einem anderen Manne zu einem Streit. Die Auseinander« setzung nahm schlimme tätliche Farmen an, wobei Schneider von seinem Gegner einen Stich er­hielt, der den sofortigen Tod Schneiders zur Folge hatte. Der Täter hat sich der Behörde s e l b st g e st e l l t. Die gerichtliche Untersuchung war am heutigen Montagvormittag noch im Gange.

HI. Bann unh Unfergau 116.

Mariue-Gef. 1/116.

Am Mittwoch, 6. 9., 20 Uhr, tritt die gefamtd Marine-Gef. 1/116 zum Appell am neuen Heim Wißmarer Weg an. Dienstanzug: Arbeitspäckchen, Koppel, Exerzierkragen. Entschuldigungen können für diesen Abend in Anbetracht der Wichtigkeit des Ap­pells nicht angenommen werden. Sämtliche Beur« laubungen (für Gesellenprüfung ufw.) haben an diesem Abend keine Gültigkeit.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis XI Uhr. Samstagnacht