Ausgabe 
4.9.1939
 
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werden, können die Verbraucher in Wohnungen mit zentralen Warmwasserversorgungsanlagen die Hälfte der ihnen nach der Ausweiskarte zustehen- den Kohlen für Wasch- und Kochzwecke bean­spruchen.

Ruhe und Besonnenheit bei ollen Einkäufen.

Durch die vorsorgenden Maßnahmen der Führung im Ernährungssektor wurden seit Jahren erhebliche Nahrungsmittelreserven gebildet. Dennoch ist es not­wendig, mit diesen Vorräten pfleglich umzugehen und mit ihnen hauszuhalten, d. h. sie planmäßig zu bewirtschaften. Alle staatliche Vorsorge erreicht je­doch ihren Zweck nur dann vollkommen, wenn sie bei der Bevölkerung, insbesondere bei der Haus­frau, das notwendige Verständnis findet. Die Für­sorge des Staates ist hierbei vergleichbar mit der Aufgabe einer ordentlichen Hausfrau, sich stets den notwendigen Ueberblick zu verschaffen, was in ihrer Wirtschaft gebraucht wird, welche Vorräte sie an­legen muß, ohne dabei die Ordnung des Haushaltes durcheinander zu bringen und ihre Wirffchaftskasse zu sehr zu überlasten. Es ist darum falsch, sich mit solchen Waren einzudecken, die stets in genügenden Mengen erhältlich sind, nur um für den Fall ge­rüstet zu sein, daß sie einmal vorübergehend etwas knapper sein könnten. Dennoch scheint es so, als ob manc^ Hausfrauen diese klare Ueberlegung nicht beachten. Da die Bezugsscheine den Umfang des Einkaufs wichtiger Lebensmittel regeln, glauben Diese Hausfrauen nun, ihre Dorratspsychose auf alle möglichen Dinge ausdehnen zu müssen. Mag diese Vorsorge auch noch so guter Absicht enffpringen, zweckmäßig, weder für den einzelnen Haushalt, noch volkswirtschaftlich, ist sie nicht. Sie bringt nur Un­ruhe und Unregelmäßigkeiten in das gesamte Wirt­schaftsleben. Es sei daher an die Vernunft aller Hausfrauen appelliert, mit Ruhe und Besonnenheit ihre Einkäufe zu erledigen. So wird es am ehesten gelingen, die Sicherheit der Lebensmittelversorgung zu gewährleisten.

An die deutschen Rundfunkhörer.

Ein Teil der deutschen RunDfunEsender sendet ab sofort von Einbruch der Dunkelheit an nur noch zu unregemäßigen Zeiten Nachrichten. Den deut­schen RuNd-fuNkhörern wird empföhlen, abends die Reichssenders abzuhören, die innerhalb chres zeit­lichen Nachrichtenprogramms mitteilen, daß sie auch abends senden werden. Ferner sind mit sofortiger Wirkung die Nachrichten-Sendezeiten des deutschen Rundfunks geändert worden.

7 Uhr morgens, 10 Uhr, 14 Uhr, 17 Uhr, 19.30 Mr.

Ferner wird voraussichtlich ein Teil der Sender um 22 Uhr Nachrichten senden.

Haltet mehr Ziegen!

Heute darf keine Möglichkeit, Fett zu erzeugen, ungenutzt bleiben. Einer der besten und bewähr­testen Helfer ist hier die Ziege. Um so bedauerlicher ist es, daß die Zahl dieser bewährten Milchckere in

den letzten Jahren ständig abgenommen hat. Zwar hat sich die jährliche Durchschnittsleistung um einige Liter gehoben, aber dieses Mehraufkommen kann den Verlust der Tierzahl nicht wettmachen, von der so notwendigen Vergrößerung der Ziegenhaltung gar nicht zu sprechen. Jetzt rft daher erneut ein Aufruf zur vermehrten Ziegenhaltung ergangen. Er wendet sich weniger an den Bauern und Landwirt als an den Landarbeiter, den Siedler, Handwerker und Industriearbeiter. Gerade bei dem Industrie­arbeiter findet man sehr häufig die Ziege als besten Helfer im Haushalt. Spotte keiner über diese lei­stungsfähigen Tiere! Ziegen sind in der Lage, 700 bis 1000 und noch mehr Liter Milch im Jahr zu erzeugen, das sind jeden Tag zwei bis drei Liter. Abfälle, die sich als Futter eignen, stehen in jedem Haushalt, und wenn es im eigenen nicht reicht, beim Nachbarn zur Verfügung. Lassen wir diese nicht nutzlos verkommen, sondern verwenden wir sie als Futter für unsere Ziegen, sie werden es uns reichlich danken!

Keine weiblichen Kaninchen schlachten!

Das Kaninchen als Erzeuger eines sehr nahr­und schmackhaften Fleisckes wird sich jetzt einer noch stärkeren Nachfrage als bisher erfreuen. Diele Volksgenossen verschaffen sich durch Verwertung von Unkräutern und Abfällen eine zusätzliche Fleischversorgung, die den Markt entlastet. Eine weitere starke Verbreitung ist also erwünscht. Damit genügend junge Kaninchen für die neu hinzukom­menden Halter verfügbar sind, ist es unbedingt er­forderlich, daß keine weiblichen Kaninchen ge­schlachtet, sondern daß diese zur Erzeugung weiterer Nachzucht verwendet werden. Es wäre jetzt unver­antwortlich, weibliche Kaninchen zur Fleischgewin­nung zu töten, die Jungkaninchen erzeugen und somit für viele Volksgenossen eine Fleischerzeugung ermöglichen können. Ab sofort soll deshalb jeder, der Kaninchen züchtet und hält, folgende Punkte unbedingt beachten:

1. Alle weiblichen Kaninchen bis zum Alter von 4 Jahren sollen nicht geschlachtet werden.

2. Weibliche über 8 Monate alte Kaninchen müs­sen trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit erneut be­legt werden.

3. Wer zuchtfähige weibliche Kaninchen hat, in­folge Platz- oder Futtermangel aber in diesem Jahre nicht züchten kann, bietet diese Kaninchen den Kaninchen- und Kleintierzuchtvereinen zur Zucht oder zum Verkauf an.

Die Kaninchenzucht und -Haltung bietet die Mög­lichkeit, Fleisch zusätzlich für die deutsche Dolks- ernährung zu erzeugen. Die vorhandenen Bestände müssen also vermehrsacht werden. Dies geht sehr schnell, wenn jeder für genügend Nachzucht sorgt.

** 84 Jahre alt. Am morgigen Dienstag, 5. September, wird Frau Elise Hofmann, geb. Ganz, Dammstraße 25 wohnhaft, in aller Mische 84 Jahre alt. Der Jubilarin, die seit vielen Jähren zum treuen Bezieherkreis des Gießener Anzeigers gehört, bringen auch wir unsere herzlichen Glück- wünsche zum Geburtstag dar.

Ordnung der Ernährungswirtschast in Hessen-Nassau.

Oie Zuständigkeit des Landesernährungsamtes und der Ernährungsämter.

Lpd. Frankfurt a. M., 3. September. Bei der auf Grund einer Verordnung der Reichsregie­rung erfolgten Errichtung der Ernährungs­ämter ist darauf Rücksicht genommen woiden, daß der umfangreichste Teil der Arbeit der Er­nährungsämter den Abteilungen A (Bedarfsdeckung) zufällt, während die Abteilungen B lediglich die Feststellungen des Bedarf und die Derbrauchsrege­lung zu bearbeiten haben. Die Zuständigkeit ist daher so geregelt, daß die Bezirke der LaNdes- bauernschasten und der Kreisbauernschaften, die die Aufgabe der Bedarfsdeckung schon friedensmäßig bearbeitet haben, für die Organisativn maßgebend sind.

Das Ernährungsamt Hessen (DerReichs- ftatthatter in Hessen, Landesregierung, Landeser­nährungsamt) umfaßt also den Dienstbezirk der bisherigen Landesbauernschaft Hessen-Nassau, d. h. das Land Hessen und den Regierungsbezirk Wies­baden. Sitz des Landesernährungsamtes ist Darm­stadt, Landesregierung. Sitz der Abteilung A des Landesernährunasamtes (Bedarfsdeckung) ist Frank­furt o. M. (Landesbauernschaft Hessen-Nassau); Sitz

der Abteilung B ist Darmstadt, Landesregierung, mit einer Zweigstelle in Wiesbaden (Regierungs- präfiideM). Ernährungsämter befinden sich bei den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte und den Landräten.

Die Aufgaben der Abteilung A der Ernährungs­ämter find jeweils zusammengefaßt bei den bis­herigen Kreisbauernschaften, und zwar u. a.

bei der Kreisbau er ns chaft Oberhes­sen-West in Friedberg für die Landkreise Friedberg, Büdingen, Gießen und Usingen;

bei der Kreisbauernschaft Oberhes- sen-Ost in Alsfeld für die Landkreise Als­feld und Lauterbach;

bei der Kreis bauernschaft Hessen- Nassau-Nordost in Herborn für die Land­kreise Oberlahn, Wetzlar, Dillkreis und Kreis Biedenkopf.

Die Abteilungen A unterhalten Verbindungs­stellen bei allen Landräten an deren Dienstsitz.

Leiter des Landesernährungsamtes ist der Lan­desbauernführer von Hessen-Nassau Dr. Wagner.

Die Aufgaben des Einzelhandel«.

Eine Versammlung der Gießener Einzelhändler.

Am Samstagnachmittag fand imBurghof eine von der Kreis^itung Wetterau der NSDAP, und der Kreisgruppe Gießen der Wirffchaftsgruppe Einzelhandel einberufene Versammlung der Gieße­ner Einzelhändler statt, die von Kreissachabteilungs- leiter Bittner von der Deutschen Arbeitsfront geleitet wurde.

Kreispropagandaleiter Rahner sprach zunächst über die Aufgaben des Einzelhändlers in der jetzigen Zeit. Er erinnerte an die Rede des Führers, in der sSder deuffche Mann und jede deutsche Frau zur Mithilfe aufgerufen wurden und konnte die Fest­stellung treffen, daß sich auch der Einzelhändler frei­willig in die deutsche Abwebrfront einaereiht hat. Die Einführung der Bezugsscheine würbe mit be­sonderer Freude begrüßt. Diese Maßnahme ist ein Beweis dafür, daß für das Volk in bester Weife vorgesorgt ist. Der Einzelhändler muß sich mit die- !«r Maßnahme vertraut machen und als sorgsamer Kaufmann und Nationalsozialist an seinem Platze rür ihre Durchführung sorgen. Der Einzelhändler i>arf sich jetzt weniger als Verkäufer, denn als ein tfem Führer und Volke verantwortlicher und gerech­ter Verteiler betrachten. Kreispropagandaleiter Rahner gab den Einzelhändlern, die ihre Stamm- und ihre Laufkundschaft kennen, praktische Ratschläge, in welcher Weise sie ihren Verpflichtun­gen gegenüber der Allgemeinheit nachkommen kön- ,en und wie die Volksgenossen zu erziehen sind, die Ach ihrer Verantwortung gegenüber der Dolksge- Areinschaft nicht bewußt sind. Er hob die Bedeutung )es Einzelhändlers als Rückenstärkung der kämpfen­den Volksgenossen hervor, denen die Sorge um ihre 'Angehörigen abgenommen werden muß, und gab b-en Einzelhändlern auf, ihre Kundschaft so aufzu- 11 örert und so zu führen, wie es im Interesse der ! Volksgemeinschaft erforderlich ist. Die Volksgenossen n der Heimat haben jetzt ihre kameradschaftliche Verbundenheit mit den kämpfenden Volksgenossen uinter Beweis zu stellen, indem sie deren Frauen md Kinder in sorgende Obhut nehmen.

Kreisleiter Backhaus stellte fest, daß, wenn jetzt alle Volksgenossen vollkommen in der national­sozialistischen Idee aufgingen, die Dinge sich sehr leicht bewältigen lassen würden. Der Einzelhändler müsse mithelfen, damit für alle Volksgenossen in gleicher Weise gesorgt werde. Der Kreisleiter be­tonte, daß alle Maßnahmen, die angeordnet werden, gewissenhaft durchgeführt werden müssen, da sie dem Wohle des Volkes dienen. Nur Einigkeit macht stark, und wenn alle Maßnahmen restlos befolgt werden, dann wird auch ihr Erfolg ein durchschla­gender sein. Die Kreisleitung wird jeden Einzel­händler, der seine Pflicht erfüllt, zu schützen wissen. Der Kreisleiter gab seiner Ueberzeugunq Ausdruck, daß der Erfolg der vom Führer befohlenen Maß­nahmen sich bestätigen wird. Wie er weiter aus­führte, konnte bisher beobachtet werden, daß die Hausfrauen im allgemeinen sehr vernünftig gehan­delt und sich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben. Er ersuchte daher auch den Einzelhändler, darauf hinzuwirken, daß der Kunde jetzt nicht mehr für seinen Bedarf einkaust als früher auch, und daß er immer nur soviel ersteht, als er zu seinem augenblicklichen Verbrauch nötig hat.

In einer Aussprache brachten die Einzelhändler ihre Wünsche zum Ausdruck. Kreisleiter Back­haus kündigte dann, in Erfüllung eines Wunsches der Einzelhändler, die Einführung einer zweistün­digen Mittagspause, wie sie von einzelnen Branchen bereits gehandhabt wird, einheitlich für alle Ge­schäfte im Stadtbereich Gießen an. Im Landkreis Gießen wird diese Pause IV- Stunden betragen.

Abschließend betonte Kreisleiter Backhaus, daß die Frage der Lösung unseres Lebensraumes dring­lich geworden war und gelöst werden.mußte. Jeder Volksgenosse kann sich darauf verlassen, daß der Führer diese Frage lösen wird. Die Worte des Kreisleiters lösten große Begeisterung in der Ver­sammlung aus, die dem Kreisleiter wiederholt Bei­fall spendete und zum Schluß fteudig in den Treu­gruß an den Führer einstimmte.

AufrufzumEhrendienstamdeutschenBolk

Oie planmäßig vorgesehene Vermehrung des ReichsarbeiisdiensteS für die weibliche Jugend.

Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! erließ olgenden Aufruf:

Der Führer hat das deutsche Volk zum Einsatz aller Kräfte aufgerufen. Aus diesem Grunde wird die planmäßig vorgesehene Vermehrung des Reichs­arbeitsdienstes für die weibliche Jugend beschleunigt durchgeführt.

Die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weib­liche Jugend sollen in dieser Zeit erst recht Stätten des Glaubens an den Führer und der Arbeit für Deutschland sein!

Mehr denn je braucht gerade jetzt die deutsche Frau und Mutter auf dem Lande die helfenden Hände der deutschen Jugend.

Ich rufe daher alle deutschen Mädchen im Alter von 17 bis 25 Jahren, die nicht

bereits in Sonderaufgaben eingesetzt sind, auf, als Arbeitsmaiden für ihr Volk Ehrendienst zu leisten.

Die Meldungen sind ausschließlich an die zustän­digen Bezirksleitungen zu richten. Die Anschriften der Bezirksleitungen und die Meldeformulare find bei der örtlichen Polizeibehörde erhältlich.

Auch dem Bedarf an Führerinnen für den vergrößerten Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend muh beschleunigt entsprochen werden. Da­her rufe ich Mädchen im Alter von 20 bis 35 Jahren mit entsprechenden Voraussetzungen auf, sich für diese Zeit zur Verfügung zu stellen. In erster Linie gilt der Ruf allen ehemaligen Ar­tz eitsmaiden und Führerinnen. Wir brauchen Euere Erfahrung, helft wieder mit!

Die Meldungen sind ausschließlich an die zustän­digen Bezirksleitungen zu richten.

IehtwiederGendungenanalleSoldaten.

Mitteilung der fünfstelligen Feldpostnummer abwarten.

Nach Aufhetzung der Posffperre können a b s o - o r r wieder Sendungen an Soldaten befördert werden. Die Anschrift der Feldpost­sendungen must eine fünfftellige Feldpostnummer und eine Postsammelstelle enthalten. Sie hat dem­nach zu lauten:

An den Unteroffizier Karl Schulze Feldpostnummer 25 512 Postsammelstelle Berlin

Sendungen an Angehörige der Luftwaffe, der Marine und einiger Sonderformationen bedürfen der Angabe einer Postsammelstelle nicht.

Die richtige Anschrift teilt jeder Soldat seinen Verwandten und Bekannten in der Heimat auf einer vorgedruckten Postkarte mit. Bevor diese

Karte nicht eingegangen ist, wird gebeten, keine Post abzusenden. Es wird besonders darauf hin­gewiesen, daß Sendungen nicht die früher benutzten Sendungs-Postnummern tragen dürfen. Die Ab­sendung von Sendungen mit sechsstelligen Zahlen ist daher zwecklos.

Zur Fetdpostbeförderung zugelassen sind nur ge- wohnliche Briefe bis zum Gewicht von 250 Gramm, Postkarten, Postanweffungen.

Ausgeschlossen von der Beförderung sind vorläu­fig Päckchen und Pakete.

Postkarten und Briefe, in deren Aufschrift oder Absenderangabe eine Feldpostnummer angegeben ist, werden gebührenfrei befördert.

Familienunterstützung für Angehörige von Soldaten. Beihilfen für Lebensunterhalt, Miete, Ersatzkräfte usw.

DNB. Während des besonderen Einsatzes der Wehrmacht wird für die nächsten Angehörigen der zum Wehrdienst Einberufenen durch die Familien­unterstützung gesorgt. Voraussetzung ist, daß der Angehörige zu den Unterstützungsberechtigten ge­hört und daß der notwendige Lebensbedarf nicht auf andere Weise gesichert ist. Unterstützung sderech- tigt ist die engere Familie, insbesondere die Ehe­frau und die ehelichen Kinder des Einberufenen, ferner eine zweite Gruppe von Angehörigen unter der Voraussetzung, daß der Einberufene ganz oder zu einem wesentlichen Teil ihr Ernährer ist. Zu der letzteren Gruppe gehören namentlich die Eltern des Einberufenen, ferner Enkel und Pflegekinder, sowie Geschwister, die mit den Einberufenen in Haushalts­gemeinschaft gelebt haben, und uneheliche Kinder, für die die Vaterschaft des Einberufenen von ihm anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist.

Die Unterstützungsanträge können auf dem Lande beim Landrat oder beim Bürgermeistier der Auf- enthaltsgemeinde, in den Städten beim Oberbür­germeister gestellt werden. Wird das Vorliegen der Voraussetzungen glaubhaft gemacht, so wird schon vor der endgültigen Feststellung der Familienun­terstützung Sine Abschlagszahlung oder vorläufige Unterstützung gewährt.

Für die Höhe der Unterstützung bestcht der Grundsatz, daß allgemein ein Unterstützungssatz für den laufenden Lebensunterhalt gewährt wird. Da­neben werden Mietbeihilfen zur Deckung des Wohn­bedarfes, d. h. in der Regel in der Höhe der vollen Mete, ferner Krankenhilfe, Hilfe für Schwangere und Wöchnerinnen, Erziehungs- und Ausbildungs- beihilfen, Sozialoersicherungsbeiträge und Abzah-

lungsbechilfen (bei laufenden Abzahlungsgeschäften bestimmter Art) gewährt. Selbständige Gewerbetrei­bende, Landw'irte und Angehörige freier Berufe erhalten eine Wirtschaftsbeihilfe, wenn ohne diese eine Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Lage ein» treten würde. Die Wirtschaftsbeihilfe wird nament­lich zur Einstellung einer Ersatzkraft an Stelle des Einberufenen und zur Bestreitung der Miete für gewerbliche Räume gewährt. Diese Mietbeihrlfe für gewerbliche Räume darf auch bei ruhendem Betrieb gewährt werden, wenn die Miete weiter zu ent­richten ist.

Darüber hinaus gelten noch folgende Sonderbe- stimmungen: Zur Erhaltung der Anwartschaft auf eine bestehende Lebensversicherung wird dem Ein­berufenen oder dem Unterstützungsberechtigten eine Beihilfe bis zur Höhe des erforderlichen Rtsikobei- trages gewährt. Zur Erfüllung besonderer Ver­pflichtungen, die nach der bisherigen wirtschaftlichen Lage des Unterstützungsberechtigten oder des Ein­berufenen angemessen waren, können neben dem Unterstützungssatz zusätzliche Beihilfen gewährt wer­den, soweit die weitere Erfüllung dieser Verpflich- hmgen auch nach dem Einstellungstage als ange­messen anzuerkennen rft. Reicht die Wirtschastsbei- hilfe einschließlich der MietbeMfe nicht aus, um eine Gefährdung der wirtschaftlichen Lage abzu­wenden, so kann eine zusätzliche Wirtschaftsbeihilfe je nach Lage des Einzelfalles gewährt werden. Der Wehrsold und die Frontzulage, die der Einbe­rufene erhält, bleiben bei der Bemessung der Fami- lienunterstützung seiner Angehörigen in jedem Falle außer Ansatz.

Kleine Fußball-Ausbeute.

Am ersten September-Sonntag ruhte zwar der Fußball^Spielbetrieb nicht vollständig, aber er be­wegte sich doch erklärlicherweise in recht bescheide­nem Rahmen. Im Süden gab es u. a. ein Städtespiel zwischen Frankfurt und Of- fenbach, das die Offenbacher, vertreten durch die Ligaelf derKickers", glatt mit 4:1 (1:0) siegreich gestalten konnten. In Nürnberg trennten sich WKG. Neumeyer und die SpVgg. Fürth 2:2 (1:2), und in Stuttgart gewann 2lltmeister VfB. ein Lokalspiel gegen die Sportfreunde mit 5.2 (3:1).

Auch im Reich gab es einige Spiele, doch die Begegnung zwischen Lübecks Stadtelf und der is­ländischen Auswahl kam nicht mchr zustande.

Kurze Sportnotizen.

Einen neuen Weltrekord im Gehen stellte der Schwede John Mikaelsson in Stockholm auf. Er legte zehn englische Meilen in 1:13:59,4 Stunden zurück.

Die Züricher Steher-Rennen, an denen die Deutschen Metze und Lohmann teilneh­men sollten, fielen aus.

Der Japaner Shigeo Arai ist augen­blicklich Japans schnellster Schwimmer. Er siegte jetzt in Tokio über 100-m-Kraul in 58,0 Sekunden und über 200-m-Kraul in 2,10 Minuten. Die 400 m gewann der junge Miyamoto in 4:47,2 Mimck-n vor Amano.

internationaler Motorsport in Belgrad.

Glänzende Erfolge

Das größte motorsportliche Ereignis des Bal­kans, das Internationale Stadtparkrennen von Belgrad, stand am Sonntag im Mittelpunkt des jugoslawischen Sportgeschehens. Zehntausende hat­ten sich bei prachtvollem Wetter entlang der Rennstrecke eingefunden, die im Stadtgebiet von Belgrad rund um die alte Türkenfestung Kalemeg- dan über 2,8 Kilometer führte.

Nach dem Rennen der Motorräder, die ohne deuffche Beteiligung ausgefahren wurden, aber in allen Klaffen deutsche Markensiege brachten, gab es im Rennen der Sportwagen bis 2000 ccm einen dreifachen Triumph der BMW.-Mannschaft des NSKK., der von den Zuschauermassen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. In dem über 15 Runden führenden Rennen sicherte sich B r i e m vom Start weg die Spitze und siegte in 22:27,2 Minuten mit dem hervorragenden Durchschnitt von 112 km/st. Zweiter wurde Menscher auf BMW., während Roese zwei Runden zurück den dritten Platz vor dem jugoslawischen BMW.-Fahrer Bojtie- dovic belegte. Die Ergebnisse:

Motorräder bis 250ccm: 1. Breznik (Jugo-

der deutschen Fahrer.

slawien) Auto-Union-DKW. 14:29,3 (92,0); 2. Bon» saljeoic (I.) Auto-Union-DKW. 15:24,2 (86,5); 3. Staic (I.) auf Jawa eine Runde zurück; 4. Falla (I.) Auto-Union-DKW. Bis 350 ccm: 1. Diska (I.) NSU. 16:03,0 (103,8); 2. Urviz (I.) Auto- Union-DKW.), 17:06,2 (97,5); 3. Dola (I.) NSU. 17:42,0 94,2. Bis 1000 ccm: 1. Jurcic (I.) BMW. 24:02,3 (104,7); 2. Ziklars (I.) BMW. 24:27,3 (102,1); 3. Urviz (I.) Puch 24:52,3 (101,0 km/st).

Sportwagen bis 1100 ccm: 1. Formanek (Protektorat Böhmen und Mähren) auf Aero 19:36,1 (85,0); 2. Bogdanooic (I.) Opel 20:23,3 (81,7); 3. Suoajdzic (I.) Skoda 21:35,3 (77,2). Bis 2000 ccm: 1. Briem (Deutschland) BDdW. 22:27,2 (112,0); 2. Menscher (D.) BMW. 23:01 (109,2 km/st); 3. Roese (D.) BMW. Zwei Runden zurück, 23:02,4; 4. Bojtiedovic (I.) BMW.

Die Spannung war auf den Höhepunkt gestiegen, als die vier deutschen Silberpseile für den auf 139,87 Kilometer festgesetzten KampfderRenn- wagen an den Startplatz geschoben wurden, Eirtz