Ausgabe 
4.9.1939
 
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Deutsche Truppen an allen Fronten in schnellem Vorschreiten

ketten des deutschen Volkes auf das schwerste ver­letzenden Artikel des Versailler Diktats in die Tat umzusetzen. Obwohl zahlreiche britische Staats­männer selbst oft und ost auf die Unhaltbarkeit dieser^Bestimmungen hingewiesen und laut beklagt hatten, daß hier Die Keime zu neuen und schwe­ren Konflikten verborgen lägen, die, wenn sie eines Tages ausgingen, die Welt in einen zweiten, gro- ßen Krieg stürzen müßten, trotzdem hat das amt­liche England niemals den Weg von der Theorie in die Praxis gefunden. Kalte Herrschsucht und formalistische Engstirnigkeit siegten stets über Er­kenntnis und Vernunft. Man gönnte Deutschland nicht seinen Wiederaufstieg zur Großmacht, man fürchtete, wie der Führer in seinem gestrigen Auf­ruf hervorgehoben hat, die neuen gewaltigen Ge­danken eines wahren Sozialismus, die in Deutsch­land aus einem Klassenstaat eine Volksgemeinschaft gemacht hatten und mit den ihnen innewohnenden ungeheuren Energien auf allen Gebieten des natio­nalen Lebens so staunenswerte Leistungen voll­bracht haben. DieFreiheit", die England zu ver­teidigen vorgibt, ist nichts anderes als die schranken­lose Herrschaft einer kleinen plutokratischen Kaste, die davor zittert, von der gewaltigen Kraft einer neuen Idee aus dem Sattel gehoben zu werden.

Zwischen England und uns ist jetzt letzte Klar­heit geschaffen, und aus dieser Klarheit wächst uns ungeheure Kraft zu, die eiserne Entschlossen­heit, diesen Kampf, den man uns in zynischer Ruch-' losigkeit aufgezwungen hat, bis zum Aeußersten durchzufechten mit dem mutigen und zähen Sieges­willen, der weiß, daß ein Kampf mit England nur um Sein oder Nichtsein der Nation geht, und des­halb weit entfernt ist von jenem hohlen Degeiste- rungstaumel, der wie ein Strohfeuer hell aufflackert und zusammenfällt in den ernsten Stunden, die zu- sammengeLissene Zähne und letzte Bewährung for­dern. Niemand hat den Frieden heißer und inbrün- sttger geliebt als das deutsche Volk, weil nur ein langer Friede ihm die Möglichkeit gab, die gewal­tigen kulturellen Aufgaben, vor die die schöpferische Initiative des Führers sein Volk gestellt hatte, zu vollenden. Aber es durfte kein Friede eines Skla­venvolkes sein, dem die Gnade fremder Mächte Atem und Lebensraum zumaßen. Das Wissen, um das, was uns bevorsteht, wenn wir schwach wer­den, wird uns stählen und zu letztem Einsatz be­fähigen. Wie es im nationalsozialistischen Deutsch­land keinen zweiten November 1918 geben wird, so wird dieser Kampf nicht mit einem zweiten Ver­sailles enden, das uns unsere Feinde noch viel grausiger, brutaler und teuflischer zugedacht haben als vor zwanzig Jahren. Niemand bei uns ist töricht genug, England als Gegner in eiitem solchen Kampf zu unterschätzen. Aber es soll sich gesagt sein lassen, daß die verschworene Gemeinschaft von Führer und Volk hinter der stolzen und schlagfertigen deut­schen Wehrmacht steht, die weiß, daß sie für Frei­heit und Recht in diesen Kampf zieht, um die Grundlagen eines neuen, wahren und darum bes­seren Friedens zu sichern. Wir wollen siegen, und wir werden siegen. Fr. W. Lange.

Ein Tagesbefehl an die slowakischen Truppen.

Preßburg, 3. Sept. (Europapreß.) Der flo- wokische Wehrminister, General C a t l o s, hat an die slowakischen Truppen einen Tagesbefehl er­lassen, in dem es heißt:

Offiziere, Soldaten! Wieder steht das slowakische Volk, das slowakische Heer vor einer g e - schichtlichen Prüfung. Unsere Interessen haben uns mit der deutschen Armee ver­bündet und in ein feindliches V erh ält - n i s zu Polen gestellt. Die Feindseligkeiten haben begonnen. Danach, wie unsere Truppen sich im Kampf verhalten werden, wird man uns jetzt und in Zukunft beurteilen, danach wird man uns werten, wird mar. uns messen und für uns eintreten. Ein entschlossenes Deutschland braucht einen entschlossenen Verbündeten. Den gemeinsamen Wunsch, die unterjochten Brüder in Polen zu befreien, werden wir in gemeinsamer Anstrengung erfüllen. Ich befehle: Mannhaft in den Kampf zu gehen, wagemuttg und energisch den Willen des Staatsoberhauptes der slowakischen Regierung und der ganzen Natton zu erfüllen, unbedingt meine, und meiner Unterkommandanten Befehle zu er­füllen, initiativ und tapfer die Freiheit der un­freien Slowaken zu erkämpfen. Gott helfe uns! Mit iljm werden wir siegen!"

Das Echo in Moskau.

Die Erfolge der deutschen Truppen im Mittelpunkt der Sowjetpresse.

Moskau, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Ereignisse des gestrigen Tages werden in der Sow­jetpresse durch Kürz'Meldungen der amtlichen Tele- grophenagentur wiedergegeben. Die Erklärun­gen Englands und Frankreichs an Deutschland, die Bildung des Londoner Kriegskabinetts und die Er­folge der deutschen Truppen an der Ostfront stehen dabei im Mittelpunkt. Die meisten Blätter bringen Kartenskizzen über den polnischen Kriegsschauplatz, auf denen d i e Linien des deutschen Vor­marsches angegeben sind. Die Berichte der Sow­jetblätter zeichnen sich durch absolute Objektivität aus und enthalten sich jeder Parteinahme. Alle Zei­tungen verzichten bis jetzt auf eigene Kommen­tare zum Kriegsausbruch.

Aufrechterhaltung der deutsch-dänischen Wirtschaftsbeziehungen.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der dänische Staats- nrittifter Stauning empfing heute im Beisein des dänischen Ministers Dr. Munch den Sonder- bevollrnächttgten, den deutschen Botschafter von Hassell, der vom Gesandten von Renthe- Fi n k begleitet war. Botschafter von Hassell brachte den klaren Willen der deutschen Regierung zum Ausdruck, die wirtschaftlichen Beziehun­gen zwischen beiden Ländern in möglichst vollem Umfange auf der bisherigen Grundlage aufrechtzuerhalten und sorgfältig zu pflegen, sowie etwa austauchende Fra­gen durch freundschaftliche Verhandlungen zu regeln. Staatsminister Stanning dankte für die Mitteilungen und erklärte, daß die dänische Regie­rung strikte Neutralität beobachten werde und von dem gleichen Wunsch beseelt sei.

Auch Schweden hält die Handelsbeziehungen mit Deutschland aufrecht.

Stockholm, 3. Sept. (DNB.) Botschafter von Hassell als besonderer Vertreter der Reichs- regterung hat heute, von dem deutschen .Gesandten

Der Zablunka-Paß schnell bezwungen.

Berlin, 2. September. (DNB.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:Die deutschen Truppen hoben am Nachmittag des 1. Sep­tember den Vormarsch auf allen Fronten er­folgreich fortgesetzt. Heute früh sind die Bewegun­gen über im Fortschreiten. Der Jablunka-Paß wurde schnell bezwungen. Beim Einsatz der Luftwaffe wurden auf den angegriffenen und zerstörten polnischen Flugplätzen zahlreiche feindliche Flugzeuge vernichtet." Llneingeschrcintte Luftherrschaft

im polnischen Raum.

Auf allen Fronten weitere schnelle Erfolge.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Das Vorgehen der deutschen Truppen brachte auf allen Fromen weitere schnelle Erfolge. Die südlich des oberschlesi­schen Industriegebietes angesetzte Kräfte­gruppe nähert sich Biala und hat Pleß genommen. Nördlich davon wurde eine polnische Bunker­linie durchbrochen. Nördlich des Indu­striegebiets nähern sich unsere Truppen der Wartha. Panzerverbände gehen nördlich Tschen- stochau auf Radomsk vor. Wielun ist genommen. Die über Kempen eingesetzten Teile sind im flot­ten Vorgehen auf Sicradz.

Die pommersche Kräftegruppe hat die B r a h e überschritten und im kraftvollen Stoß mit Anfängen die Weichsel südwe st lich Gran­de n z erreicht. Damit ift die Verbindung mit der aus Ostpreußen Richtung Grandenz angesetzten Gruppe nahezu hergestellt. Die im nördlichen Kor­ridor befindlichen polnischen Heeresteile sind a b ge­schnitten. Die Säuberung der Tucheler Heide ist im Gange. Auch der aus O st Preußen nach Süden angesetzte Angriff begann prompt. Deutsche Truppen sind im Vorgehen auf Przasnysz.

Die deutsche Luftwaffe hat heute blitzschnelle und wuchtige Schläge gegen militärische Ziele in Polen geführt. Zahlreiche polnische Flugzeuge wur­den im Luftkampf vernichtet. Auf der Erde wurde eine große Anzahl von Militärfliegerhorsten an­

in Stockholm Prinz zu Wied begleitet, dem schwedischen Staats- und dem Außen­minister erklärt, daß deutscherseits der Wunsch bestehe, die deutsch-schwedischen Handelsverbindun­gen während eines Krieges zwischen den Großmächten möglichst im vollen Umfange und auf der bisherigen Grundlage aufrecht zu erhalten und auf normalem Ver­handlungswege etwa entstehende Schwierig­keiten zu beseitigen. Schwedischerseits wurde dem Botschafter versichert, daß dieser Wunsch von der schwedischen Regierung geteilt werde. Die Regierung wünsche, nach allen Seiten die schwedischen Handelsverbindungen aufrecht zu er­halten, und beabsichtige nicht, solche Einschrän­kungen, die sich als notwendig erweisen können, einfeitig gegen einen kriegführenden Staat, welcher Schwedens Neutralität und Integrität achtet, in Anwendung zu bringen.

Holland verteidigt seine Neutralität auch in der Lust.

Amsterdam, 3. Sept. (DNB.) Zur Aufrecht­erhaltung seiner Neuttalität in der Lust hat Holland eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Ueberfliegen seines Staatsgebietes durch fremde Flugzeuge zu verhindern. Aus einer Mitteilung an die Bevölkerung geht her­vor, daß die niederländische Luftwaffe sowohl durch Flugzeuge als auch durch Flakartillerie jedes Flugzeug unter Feuer nehmen wird, das die bestehenden Flug verböte der Regierung übertritt. Gleichzeitig werden eine Reihe von Verhaltungsvorschriften für die Zivilbevölkerung für den Fall einer derartigen Be­schießung veröffentlicht.

Oie offizielle Neutralitätserklärung Belgiens.

«rüffel, ^3. Sept. <DNB ) Amtlich wird mi{geteilt: Die belgische Regierung. hat offiziell allen interessierten Regierungen die Neutralitätserklärung Belgiens mit­geteilt. Die Neutralitätserklärung wird noch heute in einer Sonderausgabe der Belgischen Staatszeitung veröffentlicht.

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Die belgische Presse brachte am Sonn tag mittag Extrablätter heraus, in denen der^ Bevölkerung die Kriegserklärung Englands an Deutschland mitgeteilt wurde: DerStandaard" trägt die riesige Schlagzeile:Die Entscheidung ist gefallen. England und Frankreich erklären sich im Kriegszustand mit Deutschland". Die Zeitungsver­käufer eilten mit dem Ruf:Der Krieg ist erklärt!" durch die Straßen. Die Sonderausgaben wurden ihnen buchstäblich aus den Händen gerissen. Die bel­gische Bevölkerung hat das Ereignis mit Ruhe ausgenommen in dem Vertrauen, daß ihre erklärte Neutralität nicht verletzt werde. In den Straßen Brüssels, die infolge der sonntäglichen Ruhe und des Wochenendes ziemlich leer waren, zeigte sich keine wesentliche Veränderung. Die Vor­bereitungen für eine Verdunkelung sind bereits feit einigen Tagen getroffen worden. Die Fenster der Ministerien und öffentlichen Ge­bäude sind mit blauen Tüchern abaedunkelt.

Angesichts der Entwicklung der Lage in Europa hat der belgische Ministerpräsident P i e r l o t der belgischen Sozialdemokratischen Partei den Eintritt in die Regierung angeboten. Die Sozialdemo­kraten haben daraus zugestimmt. Sie sind nun­mehr mit fünf Ministern im Kabinett vertreten. Gleichzeitig wurden zwei Ministerien neu geschaffen, und zwar ein Propagandaministe­rium und ein Ministerium für Lebensmittelver­sorgung. Die sozialdemokratischen Minister legten am Sonntagabend den Eid auf die Verfassung beim König ab. Die sozialdemokratischen Minister sind: Spa a f (Außenminister), Soud an (Justiz), Balthazar (Arbeit und soziale Fürsorge), Wau- t e r s (Propaganda) und de Man (Minister ohne Geschäftsbereich). Das neue Ministerium für die Lebensmittelversorgung hat der bisherige Minister

gegriffen, insbesondere bei Gdingen, Krakau, Lodz, Radom, Demblin, Brest-Terespol, Lublin, Luck, Golab, Warschau-Okecic, Posen-Lawica. Die in den Hallen und auf den Rollfeldern befindlichen Flug­zeuge gingen in Flammen auf. Ferner wurden an den wichtigsten Bahnlinien Gleisanlagen z e r ft ö r t sowie Militärtransporte zum Entgleisen gebracht und im Rückmarsch befindliche Marsch­kolonnen mit Bomben belegt. Die Munitions­fabrik Skarzysko-Kamienna flog nach einem An­griff in die Lust. Nach den Erfolgen des heutigen Tages ist damit zu rechnen, daß die polnische Flie­gertruppe in ihrem Bestand aufs schwerste getroffen ist. Die deutsche Luftwaffe hat die uneingeschränkte Luftherrschaft über den gesamten polnischen Raum und steht nunmehr für weitere Aufgaben zum Schutze des Reiches zur Verfügung.

Die Seestreitkräfte vor der Danziger Bucht beschossen vormittags die ©efeftigungen auf Heia und den Kriegshafen Heia. Mannefliegerverbände griffen mehrfach den Kriegshafen Gdingen mit Bomben an.

Wo stehen unsere Truppen?

Der I a b l a n k a - P a ß ist der wichttgste Ueber- gang über das Grenzgebirge m der Nordwestecke der Slowakei Mlich der Stadt Teschen. Das in dem weiteren Bericht des Oberkommandos der Wehr- macht genannte Pleß, zeitweilig Sitz des Großen Hauptquartiers im Weltkrieg, liegt etwa 25 km Mlich von Kattowitz, Biala rund 40 km östlich von Teschen. Tschenstochau, das auch 1914 schon in den ersten Heeresberichten genannt wurde, ist eine polnische Kreisstadt von etwa 130 000 Ein­wohnern mit viel Industrie und als Wallfahrts­ort berühmt. R a d o m s f o , das unsere Truppen am Sonntag besetzt haben, liegt etwa 40 km nord­östlich an der Bahn TschenstochauWarschau. Wielun findet man nordwestlich von Tschen­stochau an der Strecke nach Posen. Der Fluß B r a h e , den die pommersche Kräftegruppe schon am Samstag überschritten hatte, fließt bei Brom­berg in die Weichsel. Przasnysz, auf das ost- preußische Streitkräfte im Vorgehen waren, liegt etwa 40 km südöstlich von Mlawa. Der weiter ge­nannte Ort Berent liegt fast an der engsten Stelle des Korridors etwa 40 km nordwestlich von PreuWsch-Stargard.

für Arbeit und soziale Fürsorge, Delfosse (Katholik), übernommen. Der bisherige Justizmini­ster Janson (liberal) ist als Minister ohne Ge­schäftsbereich im Kabinett geblieben. Das Außen­ministerium wurde bisher vom Ministerpräsidenten Pierlot mitverwaltet.

Ehurchill im Kriegskabinett.

Berlin, 3. September. (DND.j König Georg von England hat auf Vorschlag des Ministerpräsi­denten den früheren Minister und konservativen Ab­geordneten Winston Churchill zum Marine- m i n i ft e r ernannt. Im übrigen hat sich das Ka­binett unter Chamberlains Vorsitz in der bisheri­gen Zuammensetzung als Kriegskabinett kon­stituiert. Der König hat General Gort zum Oder kommandierenden der britischen Feld­armee, General I r o n s i d e zum Chef des Reichs- generalftabes und General Cirke zum Oberkom- mandierenden der Heimatkräfte ernannt.

König Georg VI. richtete am Sonntag eine Botschaft an das Empire, in der er im wesentlichen die falschen Behauptungen der Rede des Ministerpräsidenten Chamberlain wiederholte. Insbesondere versuchte er es so darzustellen, als ob England, das tatsächlich jede Friedensmöglichkeit zwischen Deutschland und Polen planmäßig sabo­tiert hat, eine friedliche Lösung der Streitfragen versucht hätte. Er behauptete weiter, daß England gegen die Anwendung von Gewalt ober Gewalt­androhung kämpfe sowie gegen die Lehre, daß Macht Recht ist". Leider verkündete er nicht gleich­zeitig die Freigabe Palästinas, Indiens, Gibraltars und mancher anderen britischen Machtpositionen. König Georg schloß mit der Voraussage, daß die Aufgabe für England hart sein werde undviel­leicht trübe Tage kommen".

Das englische Wehrpflichtgesetz wurde am Sonntag auch vom Oberhaus verabschiedet und als­bald vom König in Kraft gesetzt. In England wurde die Schließung aller Vergnügungs­stätten angeordnet. Es soll geprüft werden, ob in einigen Gebieten Theater und Kinos später wie­der geöffnet werden können. Auch größere Sport- Veranstaltungen wurden verboten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, so wenig wie möglich auf die Straßen zu gehen und ihre Namen und Anschrif­ten in die Kleidungsstücke einzunähen.

Fwd. Der Reichsnährstand hat durch die HV. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft am 30. August 1939 eine Ergänzungsanordnung zu ihrer diesjährigen Jahresordnung verkündet. Die Anordnung dient der Ernährungssicherung auf ge° teidewirtschaftlichem Gebiet, insbesondere bei den­jenigen Nährmitteln, für die durch Reichsgesetz be­reits ein Bezugsscheinoerfahren verordnet ist.

Die Grundsätze der Iahresanordnung beim Ge- treideoerkehr bleiben bestehen. Eine gewisse Ver­schärfung erfahren die Ablieferungsbestimmungen; insbesondere ist nunmehr die Ausstellung von Ab- lieserungsbescheinigungen auch beim Erwerb von Hülsenfrüchten, Heu und Stroh erforderlich. Beim Brotgetreide bleibt es bei den bisherigen An- dienUngsoorschristen, beim Futtergetreide sind sie verschärft und auch auf den Verkehr innerhalb der Getreidewirtschaftsverbände ausgedehnt worden. Für Futterhafer, Hülsenfrüchte und Heu ist eine Anbiete- pflicht geschaffen, die den vom Erzeuger kaufenden Verteiler verpflichtet, die Weisungen des zuständi­gen Getreidewirtschaftsverbandes für die Weiter- Verwerfung einzuholen.

Bezug und Lieferung von Hafer- und Gersten- Nährmitteln, Grieß und Teigwaren, sowie von Kaffeeersatz- und Kaffezusatzstoffen sind nur auf die sorgsjHriMne» Scheine zugelasjen. Die Grund«

3« Paris.

In Frankreich versuchte Mi nist er Präsident D a lädier in einer Kammerrede die Entwicklung zu rechtfertigen, der sich Frankreich nicht entgegenstellte. Er behauptete daher, daß Deutschland nach der Ver­nichtung Polens Frankreichversklaven" wolle, obgleich ihm bekannt fein muß, daß nie­mand in Deutschland auch nur im entferntesten an etwas Derartiges denkt. Da lädier erklärte ferner, daß der Krieg Frankreich aufgezwungen wor­den sei. Wenn man diese Erklärung auf die Clique jüdisch-plutokratischer Kriegshetzer, die insbesondere in London ihren Sitz hat, bezieht, hat er damit sicherlich das Richtige getroffen. Die von der fran­zösischen Kammer bewilligten Sonderkredite für die Kriegsführung belaufen sich auf 24 Milliar­den Franken für die Bedürfnisse der Landesvertei­digung, ferner auf 17,5 Milliarden Franken als zu­sätzlicher Kredit für den Haushalt des Jahres 1939 und auf 27,5 Milliarden für Kapitalinvestierungen zugunsten der drei Ministerien der Landesverteidi­gung.

In Kopenhagen nicht erwartet.

Kopenhagen, 3. Sept. (Europapreß). Däne­mark trägt der durch die englische Erklärung des Kriegszustandes in Europa heraufbeschworenen Lage Rechnung, indem es seine Verteidigungsmaß­nahmen beschleunigt auf den von der Regierung und dem Parlament vorgesehenen Stand bringt und sich im übrigen auf die Rationierung der Lebensmittel und der Verbrauchs­steuerung bei den wichtigsten Bedarfsgegen­ständen und Materialien vorbereitet.

Die Erklärung des Kriegszustandes durch Eng­land wurde hier durch den Rundfunk und durch Extrablätter bekannt. Daß sie nicht unbedingt erwartet worden war, geht daraus hervor, daß noch in den frühen Morgenstunden des Sonntags Blätter, wiePolitiken", mit der Schlagzeile er­schienen waren:Es wird eine friedliche Lösung angestrebt". Unter Berücksichtigung der ein­getretenen neuen Lage berichten die Blätter in großer Aufmachung über die Rede, die Staats- minifter Staunina am Samstagabend vor dä­nischen Studenten gehalten hat und in der er sich eingehend mit den deutschen Freundschaftsversiche­rungen und den Neutralitätserklärungen an Däne­mark sowie mit dem unbedingten Wunsch des Lan­des beschäftigt hatte, in einem Konflikt Neuttalität zu bewahren. Am Montag 24 Uhr wird in ganz Dänemark der private Kraftwagenver- kehr eingestellt werden.

Eine ibero-amerikanische Gtaatenkonferenz.

Buenos Aires, 3. Sept. (Europapreß). Der argenttnifche Außenminister Contillo hat im Hinblick auf die Lage in Europa die Vertreter aller ibero-amerikani schen Staaten zu einer Besprechung nach Buenos Aires eingeladen, im Verfolg der Beschlüsse der Konfe­renz von Lima, wonach die ibero-amerikanischen Staaten im Falle eines europäischen Konfliktes festzustellen hätten, welche Verpflichtungen sich für die ibero-amerikanischen Staaten aus ihrer neutralen Haltung ergeben könnten.

Noosevelt zur Frage der Neutralität der USA.

Washington, 2. Sept. (DNB.) In Anwesen­heit des Außenministers Hüll forderte Präsident Roosevelt die Presse auf, nur Tatsachen zu be­richten, keine unzuverlässigenGerüchte. Dieses fei zum Besten der amerikanischen Natton. Aus die Frage, ob eine Sondertagung des Kon­gresses einberufen werde, antwortete Roosevelt, man müsse die Entwicklung abwarten. Man werde wohl heute oder morgen erfahren, ob der Konflikt lokalisiert bleiben werde oder nicht. Auf die Frage, ob er glaube, daß Amerika sich aus einem allgemeinen europäischen Zusammenstoß heraus- halten könnte, sagte der Präsident, nicht nur hoffe ich aufrichtig, sondern ich glaube sogar, daß mir dies können, und von unserer Regierung werden alle Ansttengungen gemacht, dieses zu tun.

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Der Abgeordnete Ludlow gab in einer Presse- Unterredung seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß sich das amerikanische Volk aus dem Konflikt in Europa heraushalten werde. Ludlow erklärte, er wolle im Kongreß seine Vorlage wieder einbringen, die eine Volksabstimmung über Amerikas Eintritt in einen Krieg vorsieht. Er weist darauf hin, daß es gesetzwidrig für amerikanische Bürger sein würde, wenn sie in irgendeine europäische Armes eintreten. Das diesbezügliche Gesetz sehe Ges fängnis bis zu drei Jahren und eine Geldstrafe von 1000 Dollar vor. Präsident Roosevelt berief eine außerordentliche Kabinetts sitzung für Montagnachmittag ein.

kontingente der Mühlen bleiben die Grundlage für die Regelung der Vermahlung. Die HV. der deut­schen Getreide- und Futtermittelwirtschaft behält sich vor, gebietsweise Quoten festzusetzen, um die örtliche Versorgung zu sichern. Im Interesse einer möglichst geringen Inanspruchnahme von Beförderungsmit­teln sind die mehloerteilenden oder -verarbeitenden Betriebe gehalten, ihren Bedarf möglichst bei nahe gelegenen Mühlen zu decken. Die Bestimmungen über die Einlagerungspflicht der Mühlen bleiben in Kraft, jedoch sind die Getreidewirtschaftsverbände ermächtigt, wenn es die Dersorgungslage erfordert, Pflichtlagerbestände freizugeben. Die Mehleinlage­rungspflicht für 23erarbeitungsbetriehe (Backbetriebe usw.) ist in Fortfall gekommen. Vom 15. September ab dürfen diese Betriebe ebenso wie die Mehl­oerteiler nur einen Vier-Wochen-Vorrat an Mehl unterhalten, um einer ungerechtfertigten liebere in- bedang vorzubeugen. Bei der Teigwarenherstellung werden zunächst keine monatlichen Verarbeitungs­quoten festgesetzt. Die Teigwarenhersteller haben nähere Anweisung wegen der zur Sicherung der Versorgung erforderlichen Produktion «halten. Auch auf diesem Geriet sind die Bezugsscheine eingeführt.

Für den Verbrauch von Brot, Roggenmehl, Wei­zenmehl und Futtermittel sind keine ergänzenden Bestimmungen ergangen«

Oie vorläufige Bewirtschaftung von Getreide und Futtermitteln.