Ausgabe 
4.7.1939
 
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Höhungen und Rückgänge von etwa 1 ö. Sy aus, Conti Gummi2 ü. Sy auf 207.

Im Freiverkehr bröckelten Dingler Ma­schinen weiter etwas ab auf 100,75 bis 102,75 (101 bis 103), dagegen Katz & Klumpp 93 bis 95 (92 bis 94). Tagesgeld 2,50 (2,75) v. Sy

Abendbörse behauptet.

Auch die Abendbörse verzeichnete nur wenig Ge­schäft. Die wenigen notierten Papiere wiesen im allgemeinen keine größeren Abweichungen auf und die Gesamthaltung war behauptet. Verhältnismäßig lebhaft lagen IG.-Farben mit 144 (143,50). Bon Bergbauwerten bröckelten Mannesmann auf 102 (102,25) Hoesch auf 104 (104,50) ab, Verein. Stahl mit 98 und Rheinstahl mit 130 lagen unverändert. Am Maschinenaktienmarkt gingen Demag 1 vH. zurück auf 133, Adlerwerke um 0,50 v. Sy aus 96, anderseits BMW. 126,50 (126). Sonst notierten u.a. Reichsbank mit 179,50 (179,40), Metallgesell­schaft mit 110 (110,75), Schuckert mit 172,25 (172) AEG mit unv. 108, Gcsfürel mit unv. 121,50 und Sche'ideanstalt mit unv. 205,40. Renten waren ohne Ge chäft, 6 d. Sy JG.-Farben unv. 118,50, Reichs- bahn-VA. 121,75 (121,90). Steuergutscheine hatten nur wenig Umsatz, Serie I Dezember-Januar 99,50 bis 99,75, Februar 99,25 bis 99,50, Serie II Juni 96,40, Juli 96,20. Kommunal-Umschuldung gingen mit unv. 93,60 um.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 3. Juli. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) Mark: Weizen W 9 213, W 11 215, W 12 216, 2L 13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224,

W 20 226, Roggen neue Ernte R 11 179 (bisher 199), R 12 180 (200), R 14 182 (202), R 15 183 (203), R 16 185 (205), R 17 186 (206), R 18 187 (207), R 19 189 (209), Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer, Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 (einschl. Kreis Alzey) 30,15 (zuletzt 30,05), W 20 Kreis Worms 30,50 (30,40) plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,40 R 19 23,50 plus 0.50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Rog­genvollkleie R 19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen­festpreis ab Mühlenstation, Wiesenheu, handelsüblich alte Ernte 5,40, neue Ernte 4,90, (zuletzt 4,80), Wiesenheu, gut, gesund, trocken, alt 6,40, neu 5,60 (5,50), Kleeheu, do. alt 7,40 bis 7,80, neu 6,00 bis 6,30 (6,00 bis 6,20), Luzerneheu, do. alt 7,80 bis 8,20, neu 6,60 bis 7,00 (6,60 bis 6,80), Weizenstroh, bindfadengepr. oder gebünd. 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh do. 2,60 bis 2,70 Er­zeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 4. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftneb: 820 Kälber, 244 Hämmel, 111 Schafe, 4000 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hammel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. Kälber' und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.

Sportwettkämpfe

des HZ.-Gebietes Heffen-Aaffau.

Die Sportwettkämpfe des HJ.-Gebietes Hessen- Nassau brachten am Sonntag in Frankfurt a. M. einen glanzvollen Abschluß. Noch einmal kämpften unsere jungen Leichtathleten, Ruderer, Radfahrer und Tennisspieler, die Fußballer und Handballer auf ihren Kampfplätzen um die höchste sportliche Ehre des Gebietes und Obergaues. Einige heftige Regenschauer vermochten den strahlenden Eifer und die stürmische Einsatzbereitschaft der jungen Sport­lergarde Hessen-Nassaus nicht zu dämpfen. Trotz Regens und etwas weicher Bahn ergaben Einsatz­wille und Kampfeseifer wiederum beachtliche Lei­stungen. Dabei muß besonders der neue deutsche Jugendrekord genannt werden, den der Frankfurter Ko lp im 800-Meter-Lauf der HI. mit 1:57,4 Minuten aufstellte. Auch über 100- Meter lief der Frankfurter Kurt Müller mit 10,9 Sekunden eineZeit, die alle Aufmerksamkeit verdient. Einen packenden Kampf erlebte man auch im Fußballendspiel, das Wormatia Worms mit 1:0 (0:0) über den VfL. Rödelheim gewann. In der HI.-Handballentscheidung war Griesheim über Darmstadt überlegen mit 15:1 siegreich.

Die Erfolge des Vannes und Jungbannes 116.

Die Kameraden aus Bann und Jugendbaun 116 konnten sich unter der großen Schar der Kon­

kurrenten einige beachtliche Erfolge sichern. Eine Gebietsmeisterschaft fiel an den Bann, und zwar durch W. V ä t h , der im Keulenweitwurf die Weite von 70 Metern zu verzeichnen hatte. Im Kugelstoßen wurde I u g h a r d t mit 12,28 Meter zweiter Sieger und im Weitsprung konnte sich Deppner mit 6,44 Meter den dritten Platz sichern. Einen weiteren schönen Erfolg errang der Bann mit dem dritten Platz im Wehrsportfünf­kampf. Bei den Ruderern konnte sich der Bann ebenfalls mit einem dritten Platz im Leichtgewichts­vierer einen Achtungserfolg erkämpfen. Bei den Reitern sicherte sich Kröck vom Jungbann 116 im Jagdspringen der Klasse A einen schönen Sieg. In der 10X60-Meter-Staffel fiel der Sieg an den Jungbann 116.

Leichtathletikmeifterschasten

des Kreises Gießen.

Am 9. Juli auf dem llniversitälssportplah.

Der Sportkreis Gießen, umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Wetzlar und Dillenburg, führt um kommenden Sonntag seine leichtathletischen Kreismeisterschaften in Gießen auf dem Universi­tätssportplatz durch. Ausgeschrieben sind alle Wett­bewerbe des Leichtathletik-Meisterschaftsprogramms. Die Vorkämpfe einschließlich der Dreikämpfe werden vormittags ausgetragen, die Entscheidungen finden nachmittags statt.

Nennungen der Miorradsahrer fürMd um Schotten 1939".

Auch in diesem Jahr ist das Nennungsergebnis fürRund um Schotten" wieder höher ausgefal­len, ein Beweis für die wachsende Beliebtheit die­ses traditionellen Rennens bei allen Fahrern. Ins­gesamt starten 157 Motorräder und 49 Sport­wagen. In den Klassen der MR.-Ausweisfahrer meldeten sich 83, bei den Lizenzfahrern 74.

Am interessantesten dürften ohne Zweifel die Kämpfe der A u s w e i s f a h r e r werden. Leider wird diesen Fahrern viel zu wenig Beachtung ge­schenkt. Bei denKanonen" steht oft genug von vornherein der Sieger fest, denn hier fahren Fa­brikfahrer auf Spezialmaschinen gegen Privatfahrer auf eigenen Maschinen und ohne Jndustrieunter- stützung. In solchen Kämpfen entscheidet wohl auch das Können der Fahrer, aber die hochgezüchtete Spezialmaschine ergibt doch eine Ueberlegenheit. Jedoch die Höchstgeschwindigkeit als solche macht noch nicht das sportlich Wertvolle eines Nennens aus, wichtig ist vielmehr der sportliche Kampf. Und deshalb zeigen die Ausweisfahrer oft das kämpferisch-interessantere Rennen, denn diese Fah­rer sind Amateursportler im wahrsten Sinne des Wortes.

In den Klassen der Ausweisfahrer sind elf Ma­schinentypen am Start, während bei den Lizenz­fahrern in der Klasse A 250 ccm nur DKW.-Ma- schinen gegen eine Rudqe fahren werden. In der Klasse B 350 ccm ist DÄW., Norton, NSU., Delo- cette und Rudge vertreten, und in Klasse C 500

ccm treten neben BMW., DKW., NSU., Norton und Rudge an. In der Lizenzfahrer-Klasse A 250 ccm ist der Fabrikfahrer der Auto-Union Pe- truschke auf DKW. beachtlicher Konkurrent gegen die Privotfahrer Gablenz (Karlsruhe) und Lottes (Marburg) (Fahrer der Motor­gruppe Hessen und Sieger beim Eilenriederennen). In der Klasse der 350 ccm meldet die Auto-Union Winkler auf DKW. Hier wird aber die Spitzen­gruppe der Privatfahrer mit Richnow - Rudge, dem Sieger der Privatfahrer von 1938, neben Nitschky .(DKW.), Thorn, Prikker (Velo- cette), Knees (NSU.) sicherlich ernsthaft in den Kampf eingreifen. Auch Ahlswede (Velocette) und Poköra (Norton) können in der Spitzen­gruppe gefährlich werden. In der Klasse derGro­ßen" 500 ccm startet der schnellste Mann des Vor­jahres Ziemer (Danzig) auf NSU., Bock (Mannheim) auf BMW., L o m m e l (Breslau) auf DKW. und Faiftenhammer (München) auf Rudge sind hier als ernsthafte Gegner zu nen­nen. «

Alles in allem zeigt die Besetzung von Schot­ten auch 1939 alle bekannten Fahrer am Start. Die 16 Kilometer lange Strecke mit ihren vielen Kurven und Steigungen läßt aber alle Möglich­keiten offen, und die Zuschauer werden in allen Klassen harte sportliche Kämpfe zu sehen bekom­men.

Wiläums-Handballlurmer in Lützellinden.

Die Handballer des Kreises VIII scheinen mit dem Wettergott nicht auf gutem Fuße zu stehen, denn alle bisherigen Veranstaltungen verregneten. Wenn trotzdem immer wieder die Unentwegten zur Stelle sind, dann beweist das, wie sehr sich der Handballin die Herzen gespielt" hat, und wie groß das Interesse ist, das diesem Sport entgegen­gebracht wird.

Es ist bereits erwähnt worden, daß der Tv. Lützellinden in diesen Tagen die Feier des zehn­jährigen Bestehens seiner 'Handballabteilung feiern konnte. Diese Feier ist in emsiger Arbeit zu einem in allen Teilen ausgezeichnet verlaufenen Turnier ausgebaut worden. Wenn auch die Zahl der teil­nehmenden Mannschaften verhältnismäßig klein war, so wurde immerhin ausgezeichneter Sport geboten. Den Turniersieger stellte auch diesmal wieder der Tv. Hochelheim, der allerdings nicht an feine sonst gezeigten Leistungen herankam. Die Mannschaft spielte zwar recht annehmbar, ließ aber deutliche Schwächen erkennen, die noch ausgemerzt werden müssen. Die Siegerehrung, die der Kame­radschaftsfeier im Vereinslokal vörausging, wurde durch Kreisfachwart Luh vorgenommen.

Von den ursprünglich gemeldeten 10 Mannschaf­ten traten verschiedene wahrscheinlich infolge der ausgesprochen schlechten Witterung nicht an. So mußten die Spiele der Gruppe I ausfallen, wäh­rend die Begegnungen der Gruppe II entsprechend verlängert werden konnten. Münchholzhausen, der einzige Teilnehmer der höchsten Klasse, trug zum

Schluß ein Spiel gegen die bereits abgekämpften Turniersieger aus Hochelheim aus, das Münchholz­hausen mit 5:0 (3:0) sicher gewann. Allerdings konnten sich die Hochelheimer infolge der schlechten Platzverhältnisse und der bereits vorausgegangenen Spiele nicht sonderlich ausgeben.

Die übrigen Treffen endeten:

Tv. Krofdorf Tv. Hochelheim 2:8 (1:4).

Tv. Dutenhofen Tv. Atzbach 5:8 (3:3).

Tv. Dutenhofen Tv. Krofdorf 4:6 (3:3).

Tv. Atzbach Tv. Hochelheim 2:4 (2:3).

Tv. Krofdorf To. Lich 1:5 (1:2).

To. Dutenhofen To. Hochelheim 4:2 (4:1).

Tv. Atzbach Tv. Lich 3:2 (2:1).

Tv. Lich Tv. Dutenhofen 2:5 (1:3).

Tv. Krofdorf Tv. Atzbach 2:1 (2:1).

Tv. Lich To. Hochelheim kampflos für Hochelheim.

Zu dem Spielverlauf ist kurz folgendes zu sagen: Im ersten Spiel gab Hochelheim eine recht gute Figur ab Die Mannschaft war in allen Teilen recht gut besetzt und überrannte ihren noch etwas un­erfahrenen Gegner buchstäblich. Das Spiel Atz­bach Dutenhofen brachte zwei gleichwertige Geg­ner zusammen. Während es bei Halbzeit noch unent­schieden stand, kam Atzbach immer mehr auf und konnte zum Schluß einen beachtenswerten Sieg sicherstellen. Beim zweiten Spiel schon hatte sich Krofdorf gefunden. Die Mannschaft, die schon seit langer Zeit nicht mehr gespielt hatte, gewann zu­sehends an Boden und schlug den Gegner einwand-

Paßfahren - aber mit Verstand.

praktische Winke für den Kraftfahrer.

Wenn man sich einmal ernsthaft die Frage vor­legte, wieviel deutsche Kraftfahrer bis vor etwa einem Jahr mit ihrem Wagen einen richtigen Alpenpaß gefahren haben, würde wahrscheinlich der Prozentsatz der Paßunkundigen, obwohl die Ostmark nun schon über ein Jahr zum Reich ge­hört, immer noch verblüffend hoch sein. Und daher kommt es wohl auch, daß sich immer noch soviele deutsche Kraftfahrer darüber beklagen, daß ihre Wagen in den Alpen kochen oder daß sie berg- faul sind; in Wirklichkeit sind sie es nämlich gar nicht.

Es lohnt sich unter diesen Umständen sicherlich, gerade dieses Thema jetzt wieder etwas eingehender zu betrachten. Zunächst ist vorauszuschicken, daß ein hoher Berg mit einer Serpentinenstraße, wie mir sie auch im Altreich haben, noch lange kein Paß ist. Ein wirklicher Paß mit vielen Spitzenkehren nicht immer so schön ausgebaut wie der Großglockner bringt nämlich noch eine Schwierigkeit mit sich, die mancher bisher vielleicht nicht so recht beachtet hat, das ist das immer D ü n n e rw e r d e n" der Luft, wie der Volks­mund sagt, was mit anderen Worten heißt, daß sich die Zusammensetzung des Treibstoff-Luftgemisches im Verbrennungsraum zum Leistungsabfall *m ändert. Es äußert sich in größeren Höhen im Trä­gerwerden des Motors, er will nicht mehr so recht ziehen. Die Abhilfe besteht nun aber nicht darin, wie mancher Paßneuling glaubt, daß- man mehr Gas geben muß, damit der Motor kräftiger wird, andern nur darin, daß man schleunigst in den nächst niedrigen Gang schaltet und we­niger Gas gibt, denn dann bekommt der Mo­tor mehr Luft, kann, weil er mehr dreht, schneller atmen, also schneller verbrennen und leistet daher eine durch das Bergaufschleppen des Wagengewich­tes ohnehin schwierige Arbeit leichter.

Wir wollen aber zum besseren Verständnis etwas technischer werden: Das Geheimnis des guten Paß- ahrers liegt nicht darin, mit falschem Stolz den Motor in einem Gang zu quälen, in dem er immer mehr von Touren kommt wie mir schon ermähn­ten. Es gibt Fahrer, die bann das Gaspedal ganz herunterdrücken, dem Motor bei seiner ge­ringen Tourenzahl also übermäßig viel Gas geben, was dazu führt, daß die entstehenden Verbrennungs­drucke im Zylinder jedesmal mit unnötiger Wucht über die Kolben die Lager beanspruchen, ohne daß die bei dieser Gasladung gewöhnlich sonst vorhan­dene schnelle Drehung der Kurbelwelle (zwischen

2000 bis 3000 z. B.) ausgleichend wirkt. Daß unter solchen Umständen einmal der Oelfilm eines Lagers reißt und das Lager bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zu Bruch geht, hat mancher Fahrer zu seinem Leidwesen schon erleben müssen.

Dies wird noch unterstützt, weil durch den schwer- arbeitenden Motor bei der Verbrennung ziemliche Wärmemengen entstehen, die wohl zum Teil durch das Kühlwasser ausgenommen werden, aber durch die träge Kühlung des Ventilators denn feine Umdrehungen sind ja durch die des Motors be­stimmt, der in unserem Fall in einem zu hohen Gang gefahren wird nicht ihre schädliche lieber» temperatur loswerden können. Und da das arme, so gequälte Auto nicht auf der Ebene läuft, wo der Fahrtwind, der den Kühler ständig bestreicht, sein übriges tut, sondern einen starken Berg hin- aufkraxeln muß, wo die Siedetemperatur des Was­sers ohnedies tiefer liegt, rächt es sich, indem es vor Wut kocht, fein Del übermäßig heiß wird und dann eben streikt. Es ist klar, daß bei einer derartig unvernünftigen und leider noch häufigen Fahrweise Oel-Kühlvorrichtungen kaum etwas nützen können. Hier trägt immer der Fahrer die Schuld und nicht der Wagen.

Nun darf man aber nicht glauben, daß das sog. Drehen" den Motor im niedrigen dritten, zwei­ten ober sogar ersten Gang, ^obwohl es seine Ar­beit erleichtert, mehr beansprucht. Ein gut ausge­glichener Motor, der nicht ausgeleiert ist, dessen Kurbelwelle vernünftig gelagert und dessen Del und Kühlung sich in tadelloser Drbnung befinden, macht so etwas mit Vergnügen, wenn sein Herr das ge­wisse Gefühl im Fußgelenk hat, das nun ein­mal ein guter Paßfahrer haben muß. Keinen fal­schen Stolz, bitte! Wie oft hört man sagen:Meiner hat das mit dem Dritten gemacht"! Aber wie er dabei gequält worden ist, das kann der Motor nur selber sagen, gewöhnlich sagt er es nach einiger Zeit in seiner Sprache, und die kostet immer Geld.

Zum Schluß noch eine Regel: Möglichst so fahren, also in einem solchen Gang, daß man nur halb ober breioiertel Gas braucht, dann ist es richtig, und auch ruhig, wenn es notwendig ist, bitte den ersten Gang nehmen, die Hauptsache ist ja, sicher und anständig hinüberzukommen. Bergab immer mit dem dritten und, wenn es sehr steil ist, auch mit dem zweiten Gang fahren, die Brem­sen und Reifen und manchmal auch die Mitfahren» ben sinb dafür dankbar.

rei. Atzbach ließ sich bei dem Spiel gegen Hochelheim etwas aus ber Ruhe bringen. Vor allen Dingen wies bie Hintermanschaft verschiedentlich Mängel auf. Kein Wunber, daß der Gegner diese Chance nutzte und zum Schluß einen knappen,' aber nicht unverdienten Sieg sicherstellte. Die Spiele des Nachmittags begannen mit einer lieber» raschung. Lich, das erstmalig eintrat, entpuppte sich als ein starker Gegner und schlug bie favorisierten Krofdorfer sicher. Die Sensation des Tages, gleichzeitig aber auch das schönste Spiel, gab es bei ber Begegnung Hochelheim Dutenhofen. Duten­hofen lief zu einer Form auf, die alle restlos be­geisterte. Das Spiel ließ keinen Mangel offen und zeigte auf beiden Seiten hervorragende Leistungen. Atzbach zeigte sich gerade im Spiel gegen Lich als einer der ersten Anwärter auf ben Endsieg und als ein gefährlicher Rivale der Hochelheimer. Lich war durch den dauernden Einsatz etwas er» müoet und mußte sich Dutenhofen beugen. Zu einer vorzüglichen Leistung rafften sich die Krof­

dorfer im letzten Spiel auf. Sie sorgten dafür, daß ein Entscheidungsspiel nicht notwendig wurde und verdrängten, vielleicht ganz ungewollt, Atzbach vom ersten Platz. Gerade bei diesem Spiel zeigte es sich mehr als deutlich, zu welchem Einsatz die alten Kameraden, die in Krofdorf vor 10 Jahren schon Handball spielten, fähig sind. Auf das letzte Spiel verzichtete Lich zugunsten von Hochel­heim, weil der inzwischen einsetzende Regen den Platz vollkommen unbefpielbar gemacht hatte.

Das Endergebnis der Spiele zeigte folgendes Bild:

1. Tv. Hochelheim . > . . 6:2 Punkte

2. Tv. Atzbach.....4:4

3. Tv. Dutenhofen . . - . 4:4

4. Tv. Krofdorf.....4:4

5. Tv. Lich......2:6

Das starke Interesse, das die Gemeinde Lützel­linden ihren Handballern entgegenbringt, ging aus den Worten des Drtsgruppenleiters, Pg. Dr. Mül­le r hervor.

Erfolge Gießener Turner und Turnerinnen in Hildesheim.

Zu den Deutschen Meisterschaften und Reichswett- tämpfen im Turnen des NSRL., bie am Samstag unb Sonntag in Hildesheim durchgeführt wurden, hatten auch die Gießener Turnvereine einige Teil­nehmer entsandt, die mit guten Erfolgen zurück­kehren konnten.

Der Tv. 18 4 6 Gießen war im Deutschen Zwölfkampf ber Meisterklasse durch Ludwig Her­bert, bei den Reichswettkämpfen im Achtkampf ber Frauen durch Jbel Hauck und im Sechskampf ber Weiteren Klasse HIB (45 bis 50 Jahre) durch Dbertumroart Karl Müller vertreten. Außerdem turnte in der Meisterklasse auch sein auswärtiges Mitglied Heinrich Herbert, der für die Farben ber Turngemeinde Bielefeld kämpfte Zufällig waren bie beiben Zwillingsbrüder in der gleichen Riege, und so entspann sich ein spannender Kampf zwischen den beiden um den besten Platz, den schließlich Hein­rich Herbert durch fein sicheres Können an den Ge­räten für sich entscheiden konnte. In den drei volks­tümlichen Uebungen haben beide gleiche Punktzahl erzielt. Beim Stabhochsprung waren die Brüder Herbert bei ber 20-Punktgrenze noch allein im Kampf in ihrer Riege, und eine große Zuschauer­menge verfolgte mit Spannung den Bruderkampf um die bessere Leistung. Beide mußten dann bei 3 Meter Höhe mit gleicher Punktzahl die Waffen strecken. Ludwig Herbert hatte nun 192,5 Punkte erreicht, damit die beim Ausscheidungsturnen in Marburg erzielte Punktzahl 174 um 18,5 Punkte überboten und sich als Zweitbester des Gaues Hessen den 38. Rang in ber Meisterklasse erkämpft. Heinrich Herbert steht mit 204,9 Punkten an 18. Stelle; er befindet sich zur Zeit in guter Form, hat sich in der Reichskernmannschaft (Dlympia-Auswahlmannschaft) auf den 28. Platz norgearbeitet und wird zur deut­schen Vertretung bei der Linggiade in Stockholm ge­hören.

Die beiden anderen Vertreter des Turnvereins 1846 konnten ebenfalls die für einen Sieg erforder­liche Punktzahl erhalten. Idel Hauck erreichte mit 130,5 Punzen den 35. Rang unb Karl Müller mit 80 Punkten ben 39. Rang.

Für den M t v. Gießen kämpfte im Deutschen .8ehnkamvf ber Meisterklasse ber Frauen Margret Seim. Auch sie konnte für ihren Verein unb ihre Vaterstadt in Ehren bestehen. Mit 144 Punkten kam sie auf den 39. Rang, gehört also ebenfalls zu ben 60 Besten im Reiche.

Der Reichsbahnsportverein Gießen hatte Heinrich Römer in ben Sechskampf ber Ael- teren Klasse IIIA (40 bis 45 Jahre) entsanbt. Mit 103 Punkten unb bem 9. Rang erzielte er einen recht schönen Erfolg.

Die beiben Vertreter vom Turnverein Wie- s e ck im Deutschen Zwölfkampf, Meisterklasse, Ernst S ch ö f f m a n n und Karl Be11in , waren weni-

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Deutscher Meister im gemischten Zwölfkampf wurde bei ben Turner-MehrkampfiMeisterschasten in Hil, besheim der Braunschweiger Artillerist Schreyer. Unser Bild zeigt den erfolgreichen Turner beim Sprung über bas langgestellte Pferd. (Scherl-M.) ger vom Glück begünstigt. Schöffmann konnte durch Fehlsprünge am Pferd unb beim Stabhochsprung seine Punktzahl vom Ausscheidungsturnen nickt er­reichen. Er kam mit 176 Punkten auf den 62. Rang. Bettin fehlten an ber für einen Sieg erforderlichen Punktzahl 160 nur wenige Punkte, immerhin für ben im Lebensalter schon vorgeschrittenen Turner doch eine recht beachtliche Leistung.

Die Wettkämpfe waren gut organisiert und wickel­ten sich auf bem herrlichen Rex-Brauns-Platz vor einer großen Zuschauermenge flott ab. Erschwerend war bie Ungunst der Witterung, starker Wind unb einige heftige Regenschauer; um so höher sind bie Leistungen ber Wettkämpfer zu werten.

Die Bedeutung ber Wettkämpfe würbe unterstri­chen durch die Anwesenheit des Reichssportführers, der bei der Feierstunde auf bem schönen Markt­platz Hildesheims eine bedeutsame Rede hielt.

1. Sieger im Deutschen Zwölfkampf ber Meister- klasse würbe W. Schreyer, Mtv. Braunschweig, und 1. Siegerin im Deutschen Zehnkampf, Meister- tlaffe, G. Sievers, TSV. Kiel.