nicht abgeholte Fundgegenstände öffentlich
rer-
über
Aus der engeren Heimat
germeister L a n
von
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 4. Juli. Bei dem Maffenverkehr in unserer Stadt anläßlich des gestrigen Prämien- Marktes machten sich Taschendiebe in uncm- genehmer Weise bemerkbar. In dem Gedränge in den Straßen und auf dem Marktplatz wurden in fünf Fällen heimlich die Handtaschen von Frauen von den Taschendieben „revidiert" und dabei der Inhalt, vor allem das Geld, mitgenommen. Die Bestohlenen bemerkten den Diebstahl erst einige Zeit später, so daß es leider nicht möglich war, einen der Langfinger auf frischer Tat zu erwischen. Die sofort benachrichtigte Polizei und Gendarmerie nahm ungesäumt die Ermittlungen auf, und es gelang ihnen auch, eine Reihe Der- dachtsmomente und Spuren festzustellen, die hoffentlich zur Festnahme der Täter führen. Allem Anschein nach handelt es sich um reisende Taschendiebe, die von Ort zu Ort zu großen Veranstaltungen fahren und dort ihr Unwesen treiben.
<> Deckend ach, 4. Juli. Am morgigen Mittwoch, 5. Juli, kann unsere Einwohnerin Witwe Margarethe Michel im Kreise ihrer zwei Kinder und vier Enkel ihren 7 9. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!)
worden.
Auslandsärzte besuchen Bad-Aouheim.
LPD. Bad-Nauheim, 2.Juli. In der Zeit vom 1. bis 8. Juli weilen die Teilnehmer an einem Fortbildungslehrgang der Deutsch - Jbero - Amerikanischen Aerzteakademie (Berlin) — etwa 30 brasilianische und portugiesische Professoren und Aerzte — zu Studienzwecken in Bad-Nauheim. Außer Dorträgen in den hiesigen Instituten und im Konitzky- Stift sowie einer Besichtigung der Bade- und Kuranlagen sind Besuche der Universitäten Marburg und Heidelberg und Besichtigungen in Darmstadt vorgesehen. Don Bad-Nauheim aus erfolgt die Weiterreise nach München und Wien.
Diesem Besuche folgend ist für die Zeit vom 9. bis 12. Juli eine zweite Gruppe südamerikanischer Mediziner — 35 Professoren und Aerzte — aus Argentinien, Chile, Peru und Uruguay angemeldet. Auch diese Studienreise wird von der Deutsch-Ibero- Amerikanischen Aerzte-Akademie veranstaltet. Die Weiterreise dieser Aerztegruppe erfolgt am 12. Juli nach Heidelberg.
Hauptversammlung des oberhessi'schen Gebirgsverein«.
Am 1. und 2. Juli fand in Homberg (Ohm) die Hauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins statt. Am Samstagabend war im „Frankfurter Hof" die B e i r a t s s i tz u n g. Anschließend wurden Filme m»« dem Wanderleben gezeigt, woran sich ein gemütliches Beisammensein Mit der Bevölkerung anschloH. Die Hauptver
steigert.
Amtsgericht Gietzen
„Konrad", sprach die Frau Mama
Wie das berühmteste Kinderbuch der Welt entstand.
bleiben. _
00 Beuern, 3. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier unter Leitung von Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung ein Gemarkungsrundgang statt, an dem zahlreiche Landwirte teilnahmen. Der Rundgangleiter erläuterte die verschiedenen Kartoffelsorten, regte den umfangreichen Anbau von stärke- Äen Futterkartoffeln an und erläuterte die Kar- mbauversuche in der Deuerner Flur. Ferner wurden Fragen der Pflege und Düngung bespro- chen und der Getreideanbau behandelt. Aus dem Kreise der Teilnehmer wurden viele Fragen gestellt. Ortsbauernführer H c r m a n n dankte abschließend dem Leiter des Rundganges für seine vielen Anregungen. "x
Großen-Lindener Mädchen auf Rhein und Neckar.
* Großen-Linden, 3. Juli. Die Mädchen der oberen Klassen unserer Volksschule unternehmen gegenwärtig einen achttägigen Ausflug, der ihnen ein schönes Stück deutscher Heimat zeigen wird. Die Leitung der Fahrt liegt in Händen von Rektor Siegfried. Zunächst führte die Fahrt nach Mainz. Nach einer Besichtigung der Stadt wurde das Schulheimschiff des NS.» Lehrerbundes „Hans Schemm" bestiegen. Schon der Antritt zu dieser Fahrt in Mainz gestaltete sich zu einem großen Erlebnis. Am Ufer hatte eine stattliche Abordnung BDM.-Mädel der Mainzer Ober- und Volksschulen Aufstellung genommen, um den Großen-Lindener Mädchen gute Fahrt zu wünschen. Außerdem hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Eine Wehrmachtskapelle und ein Fanfarenzug des Jungvolks konzertierten, so daß sich die Großen-Lindener Mädchen vor Staunen und Freude über diesen Auftakt ihrer Bootsfahrt kaum zu lassen wußten. Das Schulheimschiff, ein schneeweißes, prächtiges und stattliches Motorboot, das über die Toppen geflaggt hatte, wurde, bald nachdem es den Kai verlassen hatte, auf die Art der Jugend in Besitz genommen und in nUen Einzelheiten besichtigt. Die Fahrt führte zunächst rheinaufwärts. Unterwegs wird in verschiedenen Städten angelegt; so lernen die Mädchen die Städte Oppenheim, Worms und Mannheim kennen, ferner werden die Neckarstädte Heidelberg, Neckarsulm und schließlich Heilbronn besucht. In Heilbronn endet die Motorbootfahrt und damit auch die erlebnisreiche Woche, die den Kindern beschieden ist. Die Derpflegungskosten trägt der NS.-Lehrervund, der auch das Schiff erbauen ließ. Die übrigen Schüler der hiesigen Schule werden Mitte Juli zu einem achttägigen Schullandheim - Aufenthalt in Diez an der Lahn weilen.
Schule im Dienste des Dierjahresplans
gestatteter Juxplatz Gelegenheit zu vergnüglicher Unterhaltung. In der Stadt selbst entwickelte sich bis in die Abendstunden ein reges und buntes Markttreiben. Der Abtransport der Tausenden von Marktbesuchern ging glatt von statten.
Landkreis Gietzen
— Bad-Nauheim, 4. Juli. Zu den Schulen, die in diesem Jahre mit der Aufnahme der Sei- denrauvenzucht sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst des Diersahresplanes gestellt haben, zählt auch die hiesige Stadtschule. Die Schüler der oberen Klasse haben sich unter Leitung von Lehrer H e n ß der sorgfältigen Aufzucht der Seidenraupen, die zu ungezählten Tausenden den Eiern entschlüpft sind, angenommen. Die Grund- läge für die Seidenraupenzucht der Schule bildet eine große Maulbeeranlage, die am Rande des Schulhofes angelegt worden ist und sich ausgezeichnet entwickelt hat. Die Pflege und Betreuung der Seidenraupen ist nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung, sondern birgt in sich auch unterrichtliche und erziehliche Werte. Dasselbe kann man auch von der Heilkräutersammlung sagen, die im Kreise Friedberg von dem Kreissachbearbeiter Lehrer Oßwald (Bad-Nauheim) betreut wird. Volksschulen und höhere Schulen haben bis jetzt fleißig gesammelt. In Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel sind Bezirkssammelstellen eingerichtet
machen, geschaffen worden ist, vielmehr einem ganz und gar nur privat gemeinten, allgemeinen und darum um so handfesteren Erziehungs- und Unterhaltungszweck sein Entstehen verdankt, nämlich einem liebevollen Vater, einem „Dilettanten Höch- fter Ordnung" gewissermaßen, dem keine fachmännischen Hemmungen das Spiel seiner Phantasie zu beeinträchtigen vermochten.
Der Deckname, den Dr. Hoffmann für die erste Druckauflage seines Büchleins gewählt und in dem Vers: „Das alles fein malte und beschrieb — der lustige Reimerich Kinderlieb" seinem Struwwelpeter vorangestellt hatte, charakterisiert treffender als alles, was man sonst über die „Kunstabsichten" Hoffmanns sagen oder nicht sagen könnte, den Standpunkt des Struwwelpeter-Erzeugers. Und die äußeren Umstände, die zur Entstehung des Buches ührten, vervollständigten das Bild des kinderlieben Reimeschmiedes.
Als Dr. Hoffmanns Söhnchen Carl etwa drei ■ Jahre alt war, da wollte ihm der Vater zu Weihnachten ein Bilderbuch schenken, fand aber nirgends etwas „Passendes", das heißt ein Buch, das nach seiner Meinung wirklich ein Kinderbuch war. Und so entschloß er sich denn, das Buch, das ihm vor- fchwebte, selbst „herzustellen". Ein leeres Schreibheft war schnell beschafft. Der Arzt begann Ai zeich- nen und zu dichten, nicht ohne einige Anfangs- schwierigkeiten, versteht sich! Die Vorbilder für seine Reimgeschichten erwuchsen ihm in den Unarten feines Spröhlings — jenen Unarten, die der kleine Karl mit allen Kindern gemeinsam hatte .. Sie zu personifizieren, zu übertreiben und dadurch lächerlich zu machen und außerdem vor Gefahren, die ungehorsamen Kindern drohen, zu warnern das war der Zweck der väterlichen Zeichen- und Reirn-
kunst.
Als das Buch dann fertig war, bekamen es auch einige Freunde des Hauses Hoffmann zu Gesicht. Entzückt von den hundert Köstlichkeiten in Wort- und Bildbarstellungen, rieten sie dazu, den Struwwelpeter drucken zu lassen. Und bald sand sich auch der Verleger. Unter dem Titel: „Lustige Geschichten und drollige Bilder mit 15 schön kolorierten Tafeln für Kinder von drei bis sechs Jahren" erblickte im Jahre 1845 die erste Struwwelpeter-Auflage in 1500 Exemplaren das Licht der Oeffentlichkeit. Der Ladenpreis betrug 59 Kreuzer. Daß Dr. Hoffmann, der später Lehrer der Anatomie am Senckenberg- schen Stift in Frankfurt wurde, nach seinem Struwwelpeter noch eine Reche anderer Kinderbücher herausgegeben hat, mag hier zum Schluß noch erwähnt werden. Das bekannteste darunter ist der „König Nußknacker", das auch heute noch " Kinderbuch ebenbürtig zur ,_____4 _.i den Riesenerfolg des
Struwwelpeter auch nur annähernd heranziueiAen.
kauft.
Zum erstenmal war auf dem Prämienmarkt eine Hufbeschlagsprämiierung eingefügt worden. Die dafür eingesetzten Preise erhielten jedesmal je zur Hälfte der Pferdebesitzer und der Hufschmied. Nach beendigter Arbeit der Preisrichter fand eine Vorführung der prämiierten Tiere statt.
Vorher begrüßte Bürgermeister Dr. Völsing in einer Eröffnungsansprache in herzlichen Worten die Marktbesucher und wies dabei darauf hin, daß der Alsfelder Prämienmarkt immer ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Land sei, das auch heute wieder seine alte Zugkraft bewiesen habe. Für den dienstlich verhinderten Landesbauernführer sprach Landeshauptstellenleiter S ch a r ch (Windhausen) über die Leistungen der Landwirtschaft in der Erzeugungsschlacht und über das agrarpolitische Problem, 'insbesondere über die Landflucht, die auch in anderen Ländern vorhanden sei. Landwirtschaftsrat Dr. Wagner als Leiter des Tierzuchtamtes Gießen dankte in seiner Ansprache der Stadt Alsfeld für ihre großzügige Unterstützung der Tierschau. Er gab alsdann die Ergebnisse der Prämiierung der einzelnen Tiergattungen bei gleichzeitiger Vorführung der Tiere bekannt.
Mit ber Tierschau war auch eine Kaninchen- Ausstellung der Kleintierzüchter verbunden, die sich eines regen Interesses bei den Marktbesuchern erfreute Auch eine beachtliche Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte wurde gezeigt. m .
Nach der Prämiierung vereinigten sich die Preis- richter und die Ehrengäste der Stadt Alsfeld im „Deutschen Haus", wo bei dem gemeinsamen Essen Bürgermeister Dr. Völsing dfe Teilnehmer namens der Stadt Alsfeld als deren Gaste begrüßte. Landeshauptstellenleiter S ch a r ch teilte mit daß die Landesbauernschaft Hessen-Nassau beabsichtige, den Prämienmarkt Alsfeld im nächsten Jahre zusammen mit dem Kr e isbauerntag Als feld- Lauterbach in größerem Rahmen stattflnden zu lassen und zugleich eine Lehrmaschinenschau damit zu verbinden. , .
Für die jüngeren Marktbesucher gab em gut aus»
Der unsterbliche Struwwelpeter, jenes neben den Geschichten von Max und Moritz beliebteste und berühmteste deutsche Kinderbuch, feiert dieser Tage den 130. Geburtstag seines Erzeugers, des Frankfurter Arztes Dr. Heinrich Hoffmann.
„Ich geh aus und du bleibst da." — Ein Filmtitel, wie er im Buche steht! Und in der Tat: Dieser Titel eines» Unterhaltungsfilmes, der vor einiger Zeit iN den Programmen der deutschen Lichtspiel- theater auftauchte, er steht wörtlich in einem Buch, und noch dazu in einem der berühmtesten, meistgelesenen und beliebtesten Bücher: in D r. Hein- r i ch Hoffmanns un st erblichem „Struwwelpeter"!
„Konrad", sprach die Frau Mama, „ich geh aus und du bleibst da..." — Wem verblaßten bei diesem Satz nicht sämtliche Kino-Erinnerungen, um an ihre Stelle hell-leuchtende Kindheitserinnerungen treten zu lassen?! Konrad, der Daumenlutscher. Zappel-Philipp. Suppen-Kaspar. Das sind, neben demjenigen des Titelhelden, des greulichen Struwwelpeter mit Löwenmähne und — ich weiß nicht wie langen Fingernägeln — Namen, die heute eigentlich schon als selbständige Wörter in jedem deutschen Lexikon stehen könnten. Und bann: Hans Guck-in-die-Luft. Und dann die Geschichte von dem schwarzen Buben, in der es gleich im Anfang von dem „kohlpechrabenschwarzen* Mohr heißt: „Die Sonne fehlen ihm aufs Gehirn, da nahm er einen Sonnenscyirm..."
Dem zartbesaiteten Schwärmer für makellose Poesie freilich mögen sich bei berarten Versen bie Haare sträuben. Und wer auf strenge Einhaltung perspektivischer Zeichenregeln und auf anatomische Richtigkeit in der Darstellung von Menschen und sonstigen Lebewesen erpicht ist, der mag die Struwwelpeterzeichnungen des Papa Hoffmann in Grund und Boden kritisieren. Und als dritter im Bunde soll sich noch der pädagogische Prinzipien- reiter hinzugesellen und dem Struwwelpeter-Buch allergröbste Erziehungsschnitzer nachweifen. Es hilft diesen dreien alles nichts: ihren, wie sie meinen, wohlbegründeten Urteilen steht bie Liebe ber Kinder nun schon fast eines Jahrhunderts zu diesem Bilder-
Wirtschaft.
FWD. Konkurse und Vergleichsver. fahren im Juni. Nach Mitteiluna des Statistischen Reichsamts wurden im Juni 1939 durch den „Reichsanzeiger" 122 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 14 eröffnete Vergleichsver- fahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 117 bzw. 20.
Rhein-Mainische Börse.
Miklagsbörse ruhig.
Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Börse bot weiterhin ein stilles Bild. Der mäßige Auftragseingang verteilte sich auf beide Seiten gleichmäßig, so daß am Aktienmarkt die Entwicklung unein- heitlich blieb. Im allgemeinen hatten die Abweichungen nur kleines Ausmaß, jedoch wichen einzelne Spezialpapiere mehr als durchschnittlich 0,25 bis 0,75 o. H ab. Fest lagen IG.-Farben mit 143,90 (142,50), ebenso Reichsbank bei 7,65 Dividendenabschlag bzw. Anleihestock-Ausschüttung mit 179,40 (185,13). Anderseits setzten VDM. ihren Rückgang um weitere 2 o. H. auf 161 fort und Siemens kamen nach ein paar Tage Notierungspause 3d. 5). niedriger mit 183,75 zum Kurs. Am Montanmarkt lagen Hoejch mit 104,50 behauptet, Mannesmann 0,25 v. H. und Verein. Stahl 0,65 v. H. höher mit 102,25 bzw. 98. Im übrigen kamen Daimler mit 118 (117,50), Gefsürel mit 121,50 (120,50), Licht und Kraft mit 127 (128) und AEG. mit unv. 108 ^m*0^ ntenmarkt war das Geschäft ebenfalls still, ganz besonders in Steuergutscheinen. Die zweite Durchführungsverordnung schuf eine neue Lage, so daß Umsätze nur vereinzelt erfolgten. Im Verkehr von Bank zu Bank gingen Serie I auf 99,90' bis 99,50 (101,15) zurück. Seri e II halb amt- lich per Juni 96,75 bis 96,40 (97,25), per Juli 96 (96,90). Pfandbriefe rühm und unverändert. Stadtanleihen z. T. leicht ermäßigt bis etwa 0,25 v. H., dagegen Industrie-Obligationen im gleichen Ausmaß erhöht. Reichsaltbesih auf Io 1,40 (131’S5) rückläufig, anderseits Reichsbahn - VA. 121,90 (121,50). Im Freiverkehr 4 o. H. Rentenbank-Ab- losung 89,13 (89,50). m .
Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft noch mehr ein. IG.-Farben 0.40 v. H. ermäßigt auf 143,50, sonst waren kaum weitere Notierungen erfolgt. Bei den später festgestellten Kursen glichen sich Er«
T Großen-Linden, 3.Juli. Am Samstag hielt die Landwirtschaftliche Bezugsund A b sa tz g e n os se n s ch a f t im Gasthaus „Zum Rebstock" ihre diesjährige Generalversamm- lung ab. Der Vorsitzende des Vorstandes, Altbür- germeister Lang, erstattete den Geschäftsbericht von 1938. Die Mitgliederzahl betrug im Berichtsjahr 187. Der Umsatz.belief sich auf 198 900 RM., gegenüber 206 057 RM. im Vorjahr. Es wurden bezogen 2296 Zentner Düngemittel, 176 Zentner mehr als im Dprjahr, 2090 Zentner Futtermittel und 420 Zentner Saatgut. Der Rechner L. P i r r ist am 20. Februar verstorben, an dessen Stelle wurde der Lagerhalter L. Velten gewählt. Der ausscheidende Vorsitzende des Vorstandes, sowie bie Aufsichtsratsmitglieder L. Dern und L. Schä- f e r II. wurden einstimmig wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde neu gewählt Karl L u h V.
I Lich, 3. Juli. Das Sta d t ha u s, das frühere Amtsgerichtsgebäude, in der Amtsgerichtsstraße hat in den letzten Wochen ein neues Aussehen durch einen vorteilhaften hellgrauen Anstrich erhalten, der um so nötiger tat, als in den letzten Jahrzehnten am früheren Amtsgerichtsaedäude nichts mehr gemacht worden war. Auch der Vorgarten mit seinem Eifengitter ist verschwunden, und man hat nur noch einen kleinen Ziergarten auf der einen Seite l^es Gebäudes belassen. Durch den Wegfall des größten Teil des Vorgartens konnte der Fußsteig vor dem Stadthaus bedeutend erweitert werden, wie überhaupt der ganze Fußsteig vom Stadthaus bis zur Einmündung in die Gießener Straße neu her- gerichtet und mit Platten belegt wird.
ch Bettenhausen, 3. Juli. In unserem Dorfe, weithin bekannt durch feine Kirschenzucht, ist in diesem Jahre eine gute Kirschenernte zu verzeichnen. Die Kirschen gehen meist an Private in den Nachbargemeinden, namentlich nach Lich und Gießen. Auch die Gemeinde kann in diesem Jahre eine gute Ernte erwarten. Nahezu 100 Bäume, alle Eigentum der Gemeinde, zeigen einen guten Behang. Es handelt sich meistens um schwarze, weniger um hellrote Herzkirschen.
3 Di Hingen, 3. Juli. Am vergangenen Samstag traf Rektor Strack aus Grafenhausen, ein Sohn unseres Dorfes, mit feiner Schulklasse in Dillingen ein. Rektor Strack, ein Wegbahner der neuen Schulmusik, fand dabei Gelegenheit, das Können seiner Schüler zu zeigen. Die Bevölkerung wurde zu einer Feier eingeladen, die einen schonen Verlaus nahm. Die Gräfenhausener Kinder sangen und musizierten unter Leitung ihres Rektors, brachten schone Weisen alter Meister, Volkslieder, ferner Märsche und Lieder der Bewegung zum Vortrag und bereiteten allen Zuhörern große Freude. Ein vierstimmiger Flötenchor mit Akkordeon-Begleitung fand besonderen Beifall. Die schone Veranstaltung wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung
E. W. in Lich ^erhielt einen Strafbefehl
20 Mark, weil er in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1938 groben Unfug verübte, indem er einem Bewohner der Löwengasse in Lich die Fensterläden aushängte. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, den er aber in der gestrigen Hauptverhandlung wieder zurücknahm. Er wurde mit den durch den Einspruch entstandenen
Tödlicher llnglücksfall bei der Arbeit.
* Wetzlar, 3. Juli. In den hiesigen Stahlwerken ereignete sich ein schwerer Unfall, dem der Arbeiter Wilhelm Heinrich Kunzig aus Aßlar zum Opfer fiel. Der Verunglückte wurde von einem Elektrokarren, dessen Rückwärts gan g eingeschaltet mar und insbesondere durch den Steuerungshebel so schwer am Brustkorb verletzt, daß seine Einlieferung in das Wetzlarer Krankenhaus notwendig wurde. Wenige Minuten nach feiner Aufnahme erlag der bedauernswerte Mann den erlittenen Verletzungen. Der Verunglückte, erst 25 Jahre alt, hinterläßt eine Frau und ein Kind.
Boni stürzenden Wagen iöslich verletzt.
Lpd. Alsfeld, 2. Mi. Der 48jährige Geschäftsführer der Spar- und Darlehnskasse in Berns- bürg, Heinrich Keber IV., wurde bei der Heimkehr von der Feldarbeit von dem infolge Scheuen des Pferdes um stürzenden Wagen und einem darauf geladenen Pflua getroffen. Er trug dabei so schwere Verletzungen davon, daß er kurz darauf starb.
Aisfelder prämienmorft.
△ Alsfeld, 4. Juli. Gestern fand bei herrlichem Sommerwetter der bekannte Prämienmarkt statt. Die Stadt hatte einen Rekordbesuch aus der näheren und weiteren Umgebung, besonders stark waren diesmal die Bewohner der Schwalm in ihren malerischen Trachten vertreten. Es waren zur Prämiierung 128 Pferde und Fohlen, 88 Stück Rindvieh, 11 Zuchtbullen und 28 Ziegen aufgetrieben. Auf dem Schweinemarkt standen 309 Ferkel zum Verkauf. In kurzer Zeit waren alle Ferkel Der-
25. Juni Anna Katharina Rüffer geb. Bindernagel, ohne Beruf, 60 Jahre, Liebigstraße 15; 25. Juni Heinrich Haßler, Korbmacher, 75 Jahre, An der Kläranlage 10; 26. Juni Emma Schmidt, geb. Gellte r, ohne Beruf, 76 Jahre, Liebigstraße 56; 27. Juni Dachdecker Albert Bierau, 59 Jahre, Loberstraße 10;
28. Juni Lina Kusch, geb. Caspari, ohne Beruf, 59 Jahre, Bückingstraße 5; 29. Juni Bauinspektor a. D. Friedrich Marx, 68 Jahre, Wolfstraße 30.
** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 23. bis 29. Juni ein gegen Kraftfahr- zeugführer mit 15 Anzeigen und 3 gebührenpflich' tigen Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 3 Anzeigen und 20 gebührenpflichtigen Verwarnungen.
** Fundgegenstände werden versteig e r t. Am Dienstag nächster Woche werden auf Der Polizeidirektion abgelieferte, bisher aber
beantragte, in Anwendung des Geldstrafengesetzes auf eine entsprechende Geldstrafe zu erkennen, da hiermit der Strafzweck erreicht werde. Die Angeklagte wurde wegen Diebstahls in sieben Fällen zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Wochen ver- urteilt. Die Rechtskraft des Urteils wurde anerkannt.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 5. Zull.
5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Dauer, merk' auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied, Morgenspruch — Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Köln. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Aus Bad Salzschlirf: Froher Klang zur Werkpause. Morgenmusik in Bad Salzschlirf. 9.30: Nur Frank- furt: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Deutsch Volk ist überall hingestellt. Dom Leben und Schaffen unserer Brüder jenseits der Grenzen in Wort und Lied. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Vom Bodensee zum Wörther See. 14: Nachrichten. 14.10: Immer vergnügt! (Industrie-Schallplatten.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Das Recht im Alltag: Wann ist das Wiederaufnahmeverfahren möglich? 18.15: Auf gut deutsch... 18.30: Frauen der Vergangenheit: Chri- ftiane Vulpius, Goethes Frau. 19: Fliegendes Deutschland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Wir spielen auf! 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.30: Kammermusik anläßlich des 85. Geburtstages von Prof. Heinrich Zöllner. 23: Musik aus Wien. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 24 bis 3: Nachtkonzert.
Kosten belastet.
Die Angeklagte H. H. hatte sich wegen Diebstahls zu verantworten. Sie hat im Herbst 1938 in Gießen, Lollar, Marburg und Braunfels aus Der- kaufsläden Rauchwaren und Gebrauchsgegenstände im Werte von etwa 220 Mark entwendet. Die Angeklagte ist geständig und nach dem Sachverständigengutachten voll verantwortlich. Der Vertreter der Anklage beantragte wegen fortgesetzten Dieb- stahls eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen. Strafmildernd fei das Geständnis und die Unbeftraftljeit der Angeklagten zu berücksichtigen. Der Verteidiger
fammlung fand am Sonntagmorgen in ber Stadthalle statt. Zahlreich trafen die auswärtigen Vereine ein. Der Zweigverein Gießen erschien mit 46 Wanderfrellnden. Nachmittags wurde der Festzug aufgestellt, der im „Tiefen Hain" seinen Abschluß fand. Hier begrüßte der Silcherchor die zahlreichen Besucher. Wegen inzwischen eingetretenem Regenwetter ging es zur Stadthalle zurück, wo verschiedene Redner über die Bedeutung derartiger großer Zusammenkünfte sprachen. Herr Schuster (Gießen), der Gebietsreferent für Oberhessen im Landesfremdenoerkehrsoerband „Rhein-Main", sprach herzliche Worte im Auftrage des Leiters des San- desfremdenoerkehrsDerbandes „Rhein-Main", Herrn Oberbürgermeister Ritter (Gießen). Allerlei Vorführungen, Volkstänze u. bgl., trugen zur Unterhaltung der Gäste bei. Die Hauptversammlung 1940 findet in Gemünden (Wohra) statt.
buch gegenüber.
lieber das Erfolgsgeheimnis des Struwwelpeter, der in Millionen Exemplaren gedruckt und. in alle Kultursprachen der Welt übersetzt worden ist, ließen sich dicke Bücher schreiben. Und doch würde es — trotz aller einleuchtenden, tiefschürfenden und wohl- durchdachten Darlegungen — zum Schluß auf bie schlichte Feststellung hinauslaufen müssen: Das Struwwelpeter-Buch verdankt seinen Erfolg nicht , zuletzt der Tatsache, daß es ohne alle Absicht, daß manchem „modernen es ohne allen dichterischen ober sonstwie fünft» Seite steht, ohne freilich an lerischen Ehrgeiz und schließlich auch ohne — nun, ------
sagen wir: „höhere" — pädagogische Ansprüche zu


