Eine Frau mit Herz
Roman von Hedda Lindner
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin
18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Holk hatte n-icht abgesagt, Holk war inzwischen soweit, daß nur sehr ernsthafte Gründe ihn am Kommen verhindern könnten. Er hatte sich sogar etwas früher freigemacht und kam schon morgens in Arosa an.
Dina saß noch beim Morgenkaffee im Frühstückszimmer, und er beobachtete sie einen Augenblick durch die Glastür. Sie sah merkwürdig zerstreut aus und hatte eine steile Falte auf der Stirn. Ob etwas passiert ist? dachte er unruhig.
Wenn etwas passiert war, so hing es jedenfalls nicht mit ihm zusammen, das sah er an der Freude, mit der sie ihn begrüßte. Aber er bemerkte auch, daß in dieser Freude gleichzeitig so etwas wie Erleichterung war, irgend etwas mußte sie also er» schreckt haben. Vielleicht war ein Gast zudringlich geworden — immerhin hatte er zwei volle Tage Zeit, um dahinter zu kommen, was los war.
Er setzte sich zu ihr. ,^d) habe mir den Morgenkaffee aufgespart, um mit Ihnen frühstücken zu können."
„Damit Sie an dieser Entsagung nicht Hungers sterben, teile ich meine letzten Brötchen mit Ihnen, bis Ihr Kaffee kommt. Wollen Sie Honig oder Marmelade?"
„Beides bitte. Natürlich nacheinander."
„Das beruhigt mich. Ich wunderte mich schon über Ihren Geschmack."
„lieber meinen Appetit werden Sie sich bald viel mehr wundern, das Honigbrötchen ist nur der Auftakt. Auf das Bündnerfleisch habe ich mich schon in der Bergbahn gefreut."
Es ging soviel Frische von ihm aus, daß Dina ihre innere Unruhe, die sie seit der Begegnung mit Mikeny quälte, vergaß. „Und dabei habe ich mir eingebildet, daß Sie sich auf mich freuten. Sie Materialist", sagte sie vorwurfsvoll, „da kommt meine Konkurrenz schon!" Die Saallochter stellte mit freundlichem „Guten Appetit" eine große Platte hin, und er griff energisch zu.
„Bei uns unten war die ganze Woche Patschwetter", erzählte er dabei, „Sie glauben gar nicht, was ich für Sehnsucht gehabt habe nach dem Schnee und der Sonne hier oben und... —
„Und nach dem Bündnerfleisch", fiel sie lachend ein.
Er sah etwas verdutzt aus. „Eigentlich hatte ich ganz etwas anderes sagen wollen", meinte er dann vergnügt.
„Eigentlich sollen Sie jetzt überhaupt nichts mehr sagen, sondern essen, damit wir den Vormittag ausnutzen können. Ich denke, wir fahren ein bißchen rauf gegen das Rothorn und dann über den Tschug- gen zurück", schlug Dina vor. —
Eine halbe Stunde später waren sie bereits unter» wegs. Es war ein wundervoller klarer Tag, die Kette der Schneeriesen stand scharf umrissen gegen den tiefblauen Himmel, und die Sonne brannte so heiß daß sie bald ihre Jacken in den Gürtel hängten. Holk hatte seine Aermel aufgekrempelt, die hellere Haut der Arme hob sich vom Braun der Hände ab, die kräftigen Rückenmuskeln spielte unter dem leichten Hemd. Es war ein harter, gut durchgearbeiteter Körper, der hier mit ruhigem, gleichmäßigen Tritt vor ihr bergauf ging, beherrscht in jeder Bewegung; ein Körper, auf den sein Besitzer sich verlassen konnte.
Dina hatte sonst auf solche Dinge nie geachtet, sie wurde rot wie eine Ertappte, als Holk sich plötzlich umdrehte. „Wie steht es mit dem Kristiania links?" fragte er streng.
„Herr Kaspar sagt, vollkommen in Ordnung, und nächste Woche soll ich mit auf das Weißhorn", berichtete sie stolz.
„Das wollen wir erst einmal sehen, Herr Kaspar scheint sehr gutmütig zu sein", er zeigte auf einen Hang links vorn: „Bitte vormachen!"
„Sie sind ein Tyrann, noch schlimmer als Kaspar , murrte Dina, als er sich behaglich auf feiner 3acfe niederließ: „Sie liegen hier faul in der Sonne und ich 'soll mich abstrampeln. Wenn Sie mich wenigstens raufziehen würden!"
„Und das nennt sich Schiläuferin", sagte er ent» Kbt. „Ich kann ja nächstes Mal bergauf einen Hilfsmotor anschnallen."
„Gar keine schlechte Idee. Kaspar würde sagen: „Patentieren lassen. Mich so da hinaufzujagen, ist einfach eine Roheit!"
„Nicht schimpfen", sagte er gemütlich und legte sich tzvch etwas bequemer hin. „Wenn Sie ihn wirklich können, brauchen Sie ihn nur einmal vorzumachen."
„2115 ob Sie mich zweimal..." Dina hatte sich gehorsam in Bewegung gesetzt, dann aber plötzlich eine Handvoll Schnee gerafft, die ihn gut gezielt mitten auf die Brust traf. Er mußte nun doch seine bequeme Lage aufgeben und den Schnee abschüt- teln, der sofort durch das dünne Hemd drang,
worauf sie sich merklich beschwingt daranmachte, den Hang hinaufzuklettern Er folgte ihr mit den Augen, und es war gut, daß sie sein Gesicht nicht sah: die unverhüllte Zuneigung, die statt des sonst gezeigten kameradschaftlichen Gleichmuts darauf lag, hätte sie in in diesem Augenblick mehr erschreckt als erfreut.
Als sie oben angelangt war, löste sie die Felle von den Schiern, um sich zur Abfahrt vorzuberei- ten. Dann gab sie sich einen Schwung und fuhr los. Der Hang war nicht übermäßig steil, aber sie kam doch ziemlich in Schuß. Sie hält sich ausgezeichnet, beobachtete er nunmehr mit dem Auge des erfah- renen Läufers. Und dann, ungefähr acht Meter vor ihm, schwang sie sich herum und stand. „Bravo! Ausgezeichnet!" rief er. „Auch die Haltung war während der Abfahrt sehr gut!"
Man merkte, wie sein Lob sie erfreute. „Ich bin so froh, daß ich es geschafft habe", sagte sie, als sie wieder vor ihm stand. „Der Schwung links war immer mein wunder Punkt. Und ist auf Hochtouren nicht zu entbehren."
„Jetzt können Sie ihn aber wirklich. Dafür sei Ihnen auch das grausame Attentat auf einen harmlosen Wanderer verziehen", erklärte er großmütig, während er ebenfalls die Felle von den Schiern nahm. „Ich glaube, zur großen Abfahrt ziehen mir besser die Jacken wieder an."
Er spurte und sie folgte ihm. So glitten sie die Hange hinunter, sich nur gelegentlich durch einen Zuruf verständigend und beide erfüllt von dem starken Lebensgefühl, das jeder kennenlernt, sobald er über den Uebungshügel hinauswächst Allmählich wurde die Sttecke flacher, und zuletzt fuhren sie in gemäßigtem Tempo nebeneinander her.
„Da ist das Praetschli", sagte Dina, auf das Haus deutend, das vor ihnen auftauchte. „Genehmigen Sie mir einen Cinzano, nachdem Sie mich so geschlissen haben?"
„Am Vormittag schon alkoholische Ausschweifun- gen, zu denen ich außerdem den Vorwand abgeben muß, liebe gnädige Frau, Sie..."
„Ich falle", schrie Dina, und da lag sie auch schon. Sie mußte so lachen, daß nach all den Schußfahrten ein kleiner Eisbuckel sie zu Fall gebracht hatte, daß sie erst einmal liegenblieb. Sie ahnte nicht, wie reizend sie aussoh mit dem lachenden Gesicht unter dem goldblonden Haar, das ziemlich zerzaust unter der kleinen bunten Mütze hervorkam.
Holk bremste und stand vor ihr. „Daß Sie sinken, wollte ich gerade feststellen, aber daß Sie nun gleich so tief sinken würden... Darf ich Sie wieder zu meiner stolzen Höhe emporziehen?"
„Das hat Herr Kaspar verboten", sagte Din«, noch immer lachend.
„Er sieht es nicht, und ich halte es für praktischer, Sie mit hineinzunehmen, statt den Cinzano zu Ihnen herauszubringen." Dabei faßte er sie mit beiden Händen von rückwärts unter die Schultern — ein Ruck, sie stand. Er hielt sie noch einen Augen» blick, bis sie das Gleichgewicht hatte, dann gab er sie frei, mit einem ganz leichten Druck.
„Haben Sie Kräfte", sagte Dina erstaunt, „ich bin doch wirklich nicht leicht."
„Gutes Mittelgewicht, aber das schaffe ich schon noch."
Sie blieb stehen und sah ihn ängstlich an. „3m Ernst, bin ich zu dick?"
„Im Gegenteil, viel zu mager", sagte er ernsthaft. Sie sah ihn etwas unsicher an, dann merkte sie die Neckerei, und beide lachten.
Nach der Cinzano-Pause machte sie sich auf den Heimweg.
Es ließ sich nicht vermeiden, daß sie durch einen Teil des Ortes kamen, und zwar bog ihr Weg direkt am „Claridge" ein. Dina fühlte die nervöse Unruhe wieder, die sie den ganzen Morgen so erfolgreich zurückgedrängt hatte. Wenn mir nur Joe nicht begegnen, dachte sie, während sie in ziemlichem Tempo den schmalen Pfad hinunterglitt, ich hätte eine andere Strecke vorschlagen sollen. Aber nun roar es zu spät, zu spät auch, dem Manne auszu- weichen, der ausgerechnet in diesem Augenblick von dem kleinen Verkaufskiosk gegenüber zurück ins Hotel ging.
Er erkannte sie sofort und blieb stehen: „Hallo, Claudette, wie geht es? Hast wohl schon einen großen Ausflug hinter dir?" Dabei machte er einige Schritte auf sie zu.
Inzwischen war Holk ebenfalls um die Ecke gebogen und hielt neben ihr, erstaunt den eleganten Herrn musternd, der so verttaulich zu ihr sprach. Die Blicke der beiden Männer trafen sich wenig freundlich, dann griff Mikeny mit einer lässigen Bewegung an die Mütze. „Oh, Pardon! Ich sehe, du bist in Begleitung!" Er ging weiter.
Auch Diana setzte sich wieder in Bewegung; ihre heitere Stimmung war verflogen. Scheußlich peinlich, dieses Zusammentteffen! Was mochte Holk denken? Sie sah ihn verstohlen von der Seite an, sein Gesicht verriet nichts, nur die Lippen schienen schmaler als sonst zu sein. Sie mußte ihm eine Erklärung geben, das war sie ihrer Freündschaft schuldig.
(Fortsetzung folgt.) V
Geschäfts-Stenografenprüfung Frühjahr 1939.
Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen mitteilt, fand in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt in Gießen die diesjährige Frühjahrs- Stenographenprüfung statt, zu der sich insgesamt neun Teilnehmer gemeldet hatten. Die Prüfung wurde in der Abteilung 180 Silden von Herrn Konrad Georg Emmerich, Gießen, in der Abteilung 150 Silben von Frl. Else Kurz, Lauterbach, und Herrn Georg G e r b i g, Schlitz, btftan-- den. Ferner bestanden die Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben Frl. Pug. D o m m, Lauterbach, und Frl. Marie G ü m b e l, Großen- Linden.
Gastspiel Zirkus Barlay in Gießen.
Zum Wochenende wird der Platz Osroalbsgarten — nach geraumer Zeit wieder einmal — der bunten ' Welt des Zirkus Raum geben. Zirkus Barlay kommt und wird ein dreitägiges Gastspiel geben, das gute alte deutsche Zirkuskunst bringen wird. Der Zirkus Barlay wird mit 68 Wagen, mit über 100 Personen Gefolgschaft, mit vielen Tieren aller Ar-
Das Symbol des Einjahwillens ist das SA.-Dehrabzeichent Träger des SA.-Wehc- abzeichens sein, heißt, sich zu deutschem INannestum bekennen?
ten am Samstagmorgen eintreffen und in feinem großen Zelt, das 4000 Menschen Platz bietet, bereits am Samstagnachmittag die erste Vorstellung geben. Das Programm sieht eine reiche Folge zirzensischer Kunst vor, die sicherlich jedem Besucher Bewunderung abnötigen wird. Dressurakte und Clowns, Musikhumoristen und „fliegende Menschen", Fakire und Jongleure und noch manches andere werden die Stunden des Aufenthalts im Zirkus ausfüllen.
(Siebener Wochenmarklpreise.
* Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 18, Karotten 15 bis 16, Spinat 18 bis 20 Pf., Spargel 1. Klasse 1,30 Mk., 2. Klasse 1,10 Mk., Suppenspargel 65 Pf., Unter» kohlrabi 6 bis 8 Pf., Erbsen 30, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, V» kg 18 Pf., alte, kg 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mk., Aepfel, Vi kg 55 Pf., Salat, das Stück 20 bis 35, Salatgurken 60 bis 80, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20 bis 50.
*
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 4. Mai kann der Modellschlosser Ludwig P a u s ch aus Wieseck auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Bänninger GmbH., Gießen, zurückblicken. Heute vormittag 8.30 Uhr versammelten sich die Geschäftsführer und Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn Pau sch durch 'ben Betriebsführer, Herrn Karl Bänninger, Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. Außerdem brachten noch 3 Vertreter der Gefolgschaft in herzlichen Worten ihre Glückwünsche zum Ausdruck. Dem Jubilar wurden sowohl seitens der Firma, als auch der Gefolgschaft zum Andenken an den Jubeltag wertvolle Geschenke überreicht. Mit Worten des Dankes seitens des Jubilars endete die schöne Feierstunde.
** Ein Achtzigjähriger. Der Invalide Christian Staffel, Asterweg 63 wohnhaft, feiert am heutigen 4. Mai im Kreise seiner acht Kinder und 20 Enkelkinder feinen 80. Geburtstag. Dem Jubilar, einem treuen Bezieher unseres Blattes, sprechen auch wir unfern Glückwunsch aus.
** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 21. bis 27. April ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen und 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 3 Anzeigen und einer gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 16 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung.
Reichslustschuhwoche in Stadt und Kreis Gießen.
praktische Lustschutzarbeit und Lehrübungen in der Zeit vom 15. bis 21. Mai.
Im Gau Hessen-Nassau wird vom 15. bis 21. Mai eine Reichsluftschutzwoche durchgeführt, die in breitem Ausmaß allen Volksgenossen die Auf- aaben und Ziele des Luftschutzes für die Gemeinschaft des Ortes und auch für das einzelne Haus nahebringen soll. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch in Stadt und Kreis Gießen ein umfangreiches Arbeitsprogramm unter Mitwirkung des Reichsluftschutzbundes unter Mitarbeit der HI. und des BDM., sowie der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks abgewickelt werden.
Das Ziel der Lustschutzwoche.
In dieser Aufklärungswoche sollen alle Volksgenossen belehrt werden über die Bereitstellung der Gerätschaften für den Selbstschutz in den einzelnen Luftschutzgemeinschaften, über die beschleunigte Durchführung aller sonstigen vorbereitenden Luftschutzmaßnahmen (z. B. Entrümpelung, Verdunkelungseinrichtungen der Häuser usw.), ferner über die Förderung der allgemeinen Bereitwilligkeit zur Ausbildung im Selbstschutz. Hinsichtlich des letztgenannten Zweckes ist für die Stadt Gießen zu sagen, daß hier schon immer in allen Bevölkerungs
kreisen weitestgehende Bereitwilligkeit zur Mitarbett festzustellen war.
Sie einzelnen Veranstaltungen.
Als „Tag der Frau im Luftschutz" sollen unter Mitarbeit der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks besonders die Frauen über die Wichtigkeit der Luftschutzarbeit aufgeklärt werden. Dabei werden die Frauen-Sachbearbeite- rinnen und Blockhelferinnen des Reichsluftschutzbundes im Vordergrund der Aufklärungsarbeit stehen. Alle Haushaltungen sollen besucht werden, um die Hausfrauen an Ort und Stelle zu beraten, Zweifelsfragen klären und bei der Behebung von Mängeln im Luftschutz durch Rat und Tat unterstützen zu können. Auf den Pflichtabenden der Ortsgruppen der NS>Frauenfchaft und des Frauenwerks soll diese Aufgabe ebenfalls zum Gegenstand der besonderen Belehrung und Aussprache gemacht werden.
„Die Jugend im Luftschutz" wird die HI. und der BDM. als tatfrohe Mitarbeiter des Reichsluftschutzbundes in vorderster Linie zeigen. Auch die Schulen werden hierbei zum Einsatz kommen. An diesem Tage werden vormittags in den
Schulen Veranstaltungen mit aufklärenden Ansprachen berufener Männer stattfinden, während die Nachmittags- und Abendstunden der Aufklärung^ arbeit auf öffentlichen Plätzen gewidmet fein werden. In der Stadt Gießen ist vorgesehen, an diesem „Tag der Jugend" gegen Abend einen Marsch der Amtsträqer des Reichsluftschutzbundes mit den in der Luftschutzarbeit eingesetzten Angehörigen der HI. und des BDM. durch'die Stadt oorzunehmen, anschließend auf Osroalbsgarten eine Reihe von prak- tischen Arbeiten im Luftschutz unter Verwendung von Brandmitteln, geeigneten Löscheinrichtungen und vor allem unter Anwendung der Volksgasmaske zu zeigen. Die Mädels vom BDM. sollen bei dieser Gelegenheit namentlich ihr Können als Laienhelferinnen bei der ersten Hilfeleistung im Sanitätsdienst zeigen, während die Hitlerjungen bei der Brandbekämpfung und im Meldedienst tätig fein werden. Alle Arbeiten und Hilfen bei diesen Vorführungen werden unter Verwendung der Dolksgasmaske durchgeführt.
Alle Volksgenossen seien heute schon auf diese Woche des Reichsluftschutzbundes hingewiesen. Weitere Einzelheiten werden in den nächsten Tagen noch folgen.
Kahrt aus der städtischen Omnibuslinie
Gute Berkehrsverbindung durch das Südviertel. — Anschluß Klein-Lindens geplant.
u. macht frifche [amtweiche -Haut
fahren ist. Die einzelnen Haltestellen find so zweckmäßig angelegt, daß sie auch vom Gesichtspunkt der Verkehrsflüssigkeit aus als befriedigend anzusehen sind. Gelbe Schilder zeigen die Haltepunkte der Omnibusse an.
Falls die neue Verkehrslinie, die bis jetzt in erfreulich regem Maße benutzt wird, weiterhin guten Zuspruch findet, wird natürlich der Ausbau der Linie und damit der Erfüllung mancher heute noch offener Wünsche erfolgen können. Für die nächste Zeit erwartet die Stadt das Eintreffen einiger weiterer Wagen, die bereits bestellt sind, um damit den Omnibusverkehr weiter ausgestalten und vor allem auch auf Klein-Linden ausdehnen zu können.
Nach den Erfahrungen des jetzigen Probedienstes auf der einstweilen festgesetzten Linienführung wirb bie Entscheibung über die endgültige Festsetzung der Verkehrslinie getroffen werden. Man kann im Interesse des Südviertels nur immer wieder wünschen, daß die Benutzung der neuen Linie andauernd gut sein möge, um die Beibehaltung des erweiterten Verkehrsdienstes zu ermöglichen.
steigen will, kann für einen Fahrpreis von 15 Pf. am Lubwigsplatz auf die Straßenbahn in Richtung Marktplatz umsteigen.
Die Fahrt in den Omnibussen ist angenehm. Gute Sitzgelegenheit und flotter Betrieb machen die Benutzung dieses Verkehrsmittels anziehend. Es verdient besondere Anerkennung, daß die Straßenbahn- Derroaltung unter deren Leitung der Omnibusoer- kehr steht, den Fahrpreis für bie Strecke vom Lub- wigsplatz bis zum Bahnhof auf 10 Pf. festgesetzt unb bamit auf einem für jebermann erschwingbaren Stanb gehalten hat, so baß man in ber Tat von einer volkstümlichen Preisgestaltung sprechen kann. Zahlreiche Haltestellen, an denen aber nur bei Bedarf gehalten wird, geben die Möglichkeit, auch unterwegs in nicht zu großen Abständen bie Wagen besteigen zu können, so baß der Fahrgast nicht erst weite Wegstrecken zurücklegen muß, bis er zum Omnibus gelangt. Diese neue Verkehrseinrichtung, hat denn auch bei den Anwohnern des Südviertels schon viel Anklang gefunden, und zwar mit Recht, wie jeder bestätigen wird, der mit diesen Wagen ge-
weisende Sätze unserer Weltanschauung sich jedem Volksgenossen einprägen, fo daß er durch den „Wochenspruch" ohne große Belastung national- sozialistisches Gedankengut in sich aufnimmt.
In allen Kreisen des Gaues hat die Werbung
„Was heißt schon ,Wochenspruch< der Bewegung? Immer wieder was Neues, man kommt ja überhaupt nicht mehr zur Ruhe!" So etwa würbe Herr Meckermann sprechen, wenn man ihm von ber neuartigen Maßnahme ber Gau- propaganbaleitung erzählte. Jeber Volksgenosse aber, ber mit aufgeschlossenem Herz unsere große Zeit erlebt unb an Höhepunkten wie bie Rückkehr ber Ostmark zum Reich, Verkündung ber Wehrihoheit unb bei unzähligen anderen Gelegenheiten ber letzten Jahre bie unerhörte Freube mitfühlte, von der das ganze Volk erfüllt war, wird an diesem zWochenspruch" ber NSDAP, auf keinen Fall nicht» achtenb vorübergehen können.
In einem geschmackvollen Wechselrahmen wirb jebe Woche ein von Künstlerhand gestaltetes Blatt ausgehängt, auf dem in kurzer prägnanter Form ber Führer ober führende Männer ber Bewegung besonders wichtige Tagesereignisse kurz unb treffenb skizzieren. Es wirb damit erreicht, daß richtung
Seit einigen Tagen ist bie stöbtische Omnibus l i n i e vom Lubwigsplatz aus durch das Südviertel im Betrieb. Damit ist einem seit Jahren immer wieder oorgebrachten Wunsche der Bewohner des südlichen Stadtteils Rechnung getragen worden. Nunmehr liegt es an den Volksgenossen in diesem Stadtteil selbst, durch rege Benutzung des neuen Verkehrsmittels dessen Beibehaltung und ständigen Ausbau sicherzustellen.
Wir haben uns gestern auf einer Fahrt mit der Omnibuslinie überzeugt, daß dieses Verkehrsmittel den ganzen südlichen Stadtteil in den wichtigsten Straßenzügen erfaßt. Die Omnibuslinie hat ihren Zentralpunkt am Lubwigsplatz. Don dort aus fahren die Wagen durch die Ludwigstraße bis hinauf zum Physiologischen Institut, wo jeweils Kreuzungspunkt mit dem in entgegengesetzter Richtung fahrenden, vom Bahnhof her kommenden Omnibus ist. Durch den Kreuzungsaufenthalt beider Wagen ist den aus dem Bghnhossviertel kommenden Fahrgästen, die zu den Kliniken, zum Garnisonlazarett, ober zu einer Außenstraße im Südoiertel wollen, Gelegenheit geboten, mit dem Omnibus entweder unmittelbar, oder doch mindestens sehr nahe an ihr Ziel heranzukommen. Nach der Kreuzung beider Wagen setzt ber vom Lubwigsplatz her gekommene Autobus seine Fahrt in südlicher Richtung fort, währenb der vom Bahnhof her tommenbe Omnibus durch die Ludwiastraße bis zum Lubwigsplatz fährt. Vom Physiologischen Institut aus geht die Fahrt zunächst den vorderen Teil des Wartwegs hinauf, bann geht es burch die Uhlandstraße hinüber zur Ecke Klinikstraße/Gaffkystraße. Durch bie Gaffkystraße fährt der Wagen weiter zur Schub ertstraße, bann berührt er die Frankfurter Straße bis zu den Veterinärkliniken. Hier zweigt er ab über die Straße „Am Steg", weiter durch die Glaubrechtstraße, über den Wetzlarer Weg bis zum Hotel Hopfeld an der Ecke Friedrichstraße. An dieser Stelle kommen die Fahrgäste unmittelbar an den Bahnhof heran, so daß also die Anwohner der Ludwigstraße und der unmittelbar benachbarten Seitenstraßen, ferner die Volksgenossen aus dem Südviertel nunmehr in annehmbarer Weise bis unmittelbar zum Bahnhof fahren können. Der Autobus setzt nach kurzem Aufenthalt seine Fahrt durch die Friedrichstraße bis zum Kreuzungspunkt am Physiologischen Institut unb weiter in Richtung Lubwigsplatz fort. Wer von der Ludwigstraße her auf die Straßenbahn um-
Was weißt Du vom „Wochenspruch"?
Jeder Volksgenosse soll ihn besitzen? — Werbung in allen Kreisen eingesetzt.


