Gaudius Dornier erzählt
1.65 und -.90.
1560V
Feinde der Volksgesundheit
Einiges von der Reichsschau
inungen zu
Bauernhöfe un er dem Förderturm
er- ge-
medizinischen Fürsorge zwischen heute und der Zeit vor etwa zehn Jahren! Oder auch, um nur root)I= los ein anderes Beispiel anzuführen, auf dem Gebiet des Verkehrs! Die Zahl der Krankenhäuser und Sanitätsstationen in der ganzen Kolonie hat sich im Laufe der letzten Jahre zum Teil verdoppelt und verdreifacht. Allein das Arzt- und Pflegepersonal ist heute ungleich stärker eingesetzt als früher. Die Krankenhäuser sind so modernisiert worden, daß man sie ihrem Wert nach den europäischen gleich- setzen kann. Es ist selbstverständlich, daß auch die Deutschen in Angola an diesem neuzeitlichen Fortschritt teilnehmen und daraus Nutzen ziehen.
Friedrich A. Eck.
Kaufleute. Unfern Pflanzern geht es wirtschaftlich nicht so gut, daß sie zufrieden sein könnten. Der Hauptgrund hierfür liegt in dem starken Fallen der Weltmarktpreise für koloniale Produkte; hinzu kommt weiterhin der h o h e Z o l l, der sowohl auf Import- als auch auf Exportgüter erhoben wird.
Es muß aber gesagt werden, daß die Kolonialoer- waltung die eingehenden Steuer- und Zollgelder in keiner Weise etwa verschleudert, sondern sie verwendet sie in starkem Maße zu den mannigfachsten Verbesserungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Welch ein Unterschied beispielsweise zwischen den Zuständen auf dem Gebiet der sanitären und
zuwenden. 1922 gelang in Italien die Gründung einer Tochtergesellschaft in Marina di Pisa. Aus Spanien kam ein Auftrag über 6 zweimotorige Flugboote. Es waren dies die ersten Boote der großen Familie der Dornier-Wale, deren Leistungen ihren Namen in der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Flugboote das Fundament dafür waren, daß es uns in den folgenden Jahren gelang, langsam aber sicher den Export zu steigern. Wichtig für die Weiterentwicklung war ferner der Verkauf von Lizenzen ins Ausland.
Die so entstandenen Erfahrungen waren so umfassend, daß wir es wagen durften, 1926 den Bau eines Flugbootes mit ganz ungewöhnlichen Abmessungen in Angriff zu nehmen. Dieses Flugboot, die Do X, war ein weiterer Meilenstein auf dem Wege unseres Aufstiegs. Es wurde oft behauptet, die Do X sei der Zeit vorausgeeilt. Im Laufe der letzten Jahre haben sich aber die Ansichten über Großflugboote bedeutend geändert. Meine vor mehr als 12 Jahren ausgesprochenen Gedanken haben sich immer mehr durchsetzen können, und für die kommende Entwicklung im Bau großer Flugboote wird kein Konstrukteur weder auf den mit der Do X gesammelten Erfahrungsschatz noch auf die Dornier-Bauweise verzichten können.
1932 konnte ich die gesamten Geschäftsanteile unseres Werkes aus den Händen der übrigen Gesellschafter erwerben. Die Konjunktur der folgenden Jahre machte viel an dem vorausgegangenen Tiefstand wieder gut. Es entstanden nun außer Flugbooten und Seeflugzeugen auch neue Landflugzeug-Baumuster, die, wie z. B. das Kampfflugzeug Do 17, eine große Bedeutung im Aufbau der deutschen Luftwaffe gefunden haben. Ich war immer darauf bedacht, meine Konstruktionsgrundsätze unwandelbar weiter zu verfolgen, auch auf die Gefahr hin, einmal als unmodern zu gelten. Den Hauptteil unserer Erfolge verdanke ich dem Umstand, daß ich im Laufe des nunmehr fast 25jährigen Aufbaues unseres Werkes eine große Anzahl hervorragender Mitarbeiter, die in unerschütterlicher Treue auch in schwerer Zeit unserm Werk ihr Bestes gaben, zur I Seite hatte. Das Vertrauen auf diese Mitarbeit läßt ' mich auch frohen Mutes in die Zukunft blicken.
tierzucht dem Bergmann und Hüttenarbeiter nach der schweren Tagesarbeit auch Entspannung und gibt ihm neue Schaffensfreude. Denn auch im Jn- dustricmenschen schlummert noch etwas von der Verbundenheit mit schölle und Ackerbau.
der Londoner und der anglo-indischen Regierung. London läßt eine Kommission nach der anderen an Ort und Stelle Untersuchungen anstellen, um die erregten Gemüter auf beiden Fronten zu beschwich- tiaen und für Kompromisse einzuriehm-n
Bald nach dem Kriege machte das Wood-Winster« , Komitee den Vorschlag, für Europäer und Inder ein
gehen. In Wirklichkeit blieb die Frage auf sich beruhen. Weiße und Inder sondern sich immer schrof- fer voneinander ab und alle Derwaltungsmaßnah- men, die beide Gruppen zu gemeinsamer Mitarbeit heranziehen sollen, bleiben auf dem Papier stehen.
fahr einer „Verinderung" ihrer Umwelt. Sie wollen es nicht zulassen, daß Inder in öffentlichen Angelegenheiten mitreden und mitbestim nen und konnten es wengstens in Kenya durchsetzen, daß sie do m Landerwerb ausgeschlossen wurden. Nun hat aber England Indien während des Krieges einen Wechsel auf möglichst freie Einwanderung in seine ostafrikanischen Besitzungen ausgestellt, aut dessen Einlösung die Inder um so nachdrücklicher be* stehen, weil ihnen die Einwanderung in die britischen Dominien immer strenger untersagt wird. Die Folge ist ein immerwährender
Die Industrie hat in Deutschland nicht nur weite . Ackerflächen der Bebauung entzogen, sondern auch mancher landwirtschaftliche Betneb fiel ihr zum Opfer. Erfreulich ist es daher, daß verschiedene industrielle Unternehmen heute bemüht find, der Volkswirtschaft wenigstens zum Teil das wiederzugeben, was sie ihr zu nehmen gezwungen war. So findet man beispielsweise im Ruhrgebiet zwischen rauchenden Schloten und unter den För- dertürmen der Zechen noch große Bauerngehöfte, die wegen der stark auftretenden Bergschäden meistens von den betreffenden Zechen angekauft wurden. So hat die Firma Krupp fast alle in ihrem Bereich liegenden Bauernhöfe angekauft. Soweit es eben möglich ist, sind diese Bauernhöfe nicht nur erhalten geblieben, sondern werden auch heute noch betrieben. Sie sind verpachtet worden. Wir finden hier kontrastreiche Gegensätze. So liegt beispielsweise in Bochum direkt neben der Zeche Hannover der jahrhundertealte Gutshos Dahlhausen, der in früheren Zeiten einmal von Rittern bewohnt wurde, die die ganze Umgebung beherrschten. In den Stallungen dieses Hofes finden wir noch einen recht ansehnlichen Viehbestand, der für die Ernährung der Bevölkerung nicht ohne Belang ift. Wenn auch ein Teil des Geländes für eine große Arbeiterkolonie verwendet wurde, so bestellt der Pächter von Dahlhausen doch auch heute noch weite Ackerflächen. Daß sich hier mitten im tosenden Lärm der Industrie auch noch allerlei Wilb aufhält, beweist der jährliche Abschuß. Aehn- liche Bilder kann man aber auch im übrigen Ruhrgebiet wahrnehmen.
Ostafrika ist mit einem dichten Netz von Jnderläden überzogen. In ihnen und fast nur in 11) n e n kauftderSchwarzeund gibt er seine eigenen Erzeugnisse in Tausch. Der Inder ist fleißig und hat wenig Bedürfnisse; die Ersparnisse aus seinen großen Handelsgewinnen wandern größtenteils nach Indien statt auf das Wirtschaftsleben des Gastlandes
Husten, Kröste'n, rauher Ha's, Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen finb fehr oft die Anzeichen beginnender Erkältung, die bei Ber- nackläsfigung leicht wr Grivve führen kann Es ift deshalb ratsam, sofort folgende Schnellkur an» zürnenden: , , .,
Kurz vor dem Zubettgehen möglichst helft zweimal >e einen Eßlöffel Klosterfrau-Melifsengeift und Zucker mit etwa der dovvelten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken: Kinder die„Hälfte. Zur Nachkur und zur Vermeidung von Ruckfallen nehme man am besten noch einige Tage die halbe Menge oder füge dem Tee jeweils einen Samy Klosterfrau-Meliffengeift zu. .
Sie erhalten Klosterfrau-Melibengent m der blauen Original-Packung mit den drei Nonnen m Anotheken und Drogerien in Flaschen zu RM. 2.80,
land, ihr Gesamtgebiet von 2V- Millionen Quadratkilometer als „Dominion" nach dem Muster
NSG. Aus dem großen Anschauungsunterricht, der durch die R e i ch s s ch a u „Ewiges Volk" vom 26. Februar bis 28. März in Frankfurt am Main den Besuchern vermittelt wird, mögen wichtige Gebiete, die sich mit der
rnenhang steht, ober wegen Dolltrunkenheit zu einer Strafe verurteilt wird und die Unterbringung die dann neben der Strafe auszusprechen ist — forderlich ist, um ihn an ein gesetzmäßiges und ordnetes Leben zu gewöhnen.
Eine neue Dornier-Maschine, der „Seefalke", hat die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen. Sie ist nicht die erste, die wegen ihrer großartigen Leistungen ausfällt. Und sie wird auch nicht die letzte sein. Claudius Dornier, der Vater der berühmten Dornier- Flugzeuge, schildert im neuesten Heft „Die Luftreise" mit wenigen Worten seinen Werdegang und sein Werk, auf das er voller Stolz blickt. ,
Als ich im Jahre 1910", schreibt er, „als Ingenieur zum Zeppelinbau kam, hatte ich schon eine harte Schule hinter mir. Ich begann im Luftschiffbau in der Versuchsabteilung. Schon nach kurzer Zeit wurde Graf Zeppelin auf mich aufmerksam. Meine erste große Arbeit war der Entwurf einer drehbaren Luftschiffhalle. Die Konstruktion wurde später preisgekrönt. Bereits 1913 beauftragte mich Graf Zeppelin mit dem Entwurf eines Luftschiffes für den Transozeandienst, doch machte der Ausbruch des Krieges diesen Arbeiten ein Ende. Der alte Graf Übertrug mir Ende 1914 die Aufgabe, ein großes Wasserflugzeug zu bauen. Damals sagte man noch Aeroplan! Die Namen: Flugzeug, Flugboot oder Flugschiff haben sich erst viel später eingebürgert. Ich dachte, als wir mit diesen Arbeiten begannen, sicher nicht daran, daß es mir nach vielen Jahren beschieden sein würde, das erste wirkliche Flugschiff
Asrika und Indien
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das mit Kenyas möglich machte. Von den Indern, die beim Bahnbau beschäftigt wurden, kehrten zwar die meisten in die Heimat zurück, aber viele wurden doch auch dauernd als Arbeiter oder Angestellte der Bahnverwaltuna beschäftigt, während ander- als Händl-'- oder Pflanzer auf afrikanischem Boden festen Fuß faßten. Nun kam die Einwanderung aus Indien lebhafter in Gang. Bei der letzten Zählung im kiohre 1031 gab es in Uganda 14 150, in Konna 43 623. in Sansibar 15 246, in Tanganyika (Deutfch- Hft) 25 144 Inder. Zwischen 1911 und 1931 nahm die indische Bevölkerung in Kenya um 273 v. H zu. Auf jeden Europäer kommen in diesem oft» afrikanischen Gebieten drei Inder, wenn auch ihre Zahl im Vergleich iu einer Eingeborenenbevöl- femng von insnefa™4 1C> Millionen noch gering er- tch-inen mag Der r ""nde Dünkt ift aber, daß sie für den Handel ''t den Eingeborenen eine monopolartige Stellung errangen. Ganz
zu bauen. . .
Die gestellte Ausgabe war überaus schwierig, da alle Grundlagen fehlten, und die Bewältigung der Aufgabe wurde, dadurch nicht leichter, daß ich mir vorgenommen hatte, das Wasserflugzeug ganz in Metall zu bauen. Nachdem aber durch zähe Arbeit alle Anfangsschwierigkeiten überwunden waren, machte der Krieg auch dieser Arbeit ein jähes Ende. Aber gerade in den folgenden Jahren, in denen die alte hölzerne Zeppelinhalle in Seemoos unser schwer- umkämpfter Arbeitsplatz war, und wir oft nicht wußten, wie die nächste Löhnung aufzubringen war, entstand unter unendlichen Mühen das, was man heut- i ’t „Dornier-Bauweise" bezeichnet. Dann kam bc .ede Weiterarbeit lähmende Friedensvertrag., — ~~ *—7— । - -
Wir mußten daher unser Interesse nach dem Ausland 1 mich auch frohen Mutes in die Zukunft blicken.
Noch auf andere Art und Weife ist die Industrie bemüht, am (gelingen der landwirtschaftlichen Er- zeugunasschlacht mitzuhelfen. Sie fördert nach besten Kräften den Kleingartenbau und die Kleintierzucht ihrer Gefolgschaftsmitglieder. Vorbildliches leistet hier ebenfalls die Firma Krupp, die nicht nur für die nötigen Ställe sorgt, sondern den Gefolgschaftsmitgliedern zu erleichterten Zahlungsbedingungen mich einwandfreies Tiermaterial und das nötige Futter zur Verfügung stellt. So beschafft sie auch in diesem Jahre w-eder Eintagsküken und garantiert 90 0. H Hennenküken. Die Junghennen werden in eigenen Auszuchtstationen bis zum Alter von sechs Wochen herangezogen und dann an die Werksangehörigen verbilligt abgegeben. Es werden nur Tiere aus anerkannten Wirtschaftsrassen beschafft. Die ersten Junghennen im Alter von sechs Wochen werden in den ersten Aprilwochen geliefert. Auch bei der Beschaffung von Schweinen, Ziegen und anderem Vieh ist die Firma ihren Werksangehörigen behilflich. Ein eigens angestellter Diplomlandwirt steht den Kruppschen Tierhaltern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
So steht im Ruhrgebiet die Kleintierzucht in voller Blüte. Zahlreiche Nahrungsmittel werden da- durch erzeugt, wertvolle Devisen, die sonst für die Einfuhr fremder Erzeugnisse ins Ausland wandern müßten, erspart. Daneben verschafft diese Klein-
zwei besonders —,..o- „ . ...
Wahrung und Erhaltung der Volksgesundheit beschäftigen, betrachtet werden.
Der Beschauer wird darauf hingewiesen, wie schädlich übermäßige Lärmerzeugung für die Gesundheit ist. Es ist bereits wiederholt von zuständiger Stells betont worden, daß es Pflicht eines jeden Volksgenossen ist, durch Ruhe und Rücksichtnahme zum Dienst am Volke beizutragen. Dies gilt für den Kraftwagenführer und Motorradfahrer so gut wie für den Rundfunk- Hörer. Die allgemeine Bedeutung und Wichtigkeit der Uebertragungen durch Lautsprecher ändert nichts daran, daß Uebertreibungen für dis Umwelt schad- l i ch und unzulässig sind und daß ungebührlich ruhestörender Lärm, namentlich auch in der Nachtzeit, mit Strafe b e droht ist. Dabei kommt es darauf an, ob das verursachte Geräusch geeignet ist, die Ruhe zu stören und die Allgemeinheit zu belästigen. Umstände, die das Geräusch zu einem unzulässigen und deshalb verbotenen machen, können in dem Oefsnen von Türen und Fenstern, in der Art der Aufstellung des Musikinstrumentes und besonders lauter Einste 11ung d e s Apparates liegen. Hierdurch kann eine erhebliche Ruhestörung, namentlich nachts, hervorgerufen werden, wobei leichte Bauart von Wohnungen zu gegenseitiger Rücksichtnahme besonders verpflichtet.
Die Vorschriften der Reichsstraßen-Verkehrsord- nung wollen in ihrem Rahmen zur Verminderung unnötigen Lärms beitragen. Fahrzeuge müssen so gebaut und so ausgerüstet sein, daß ihr verkehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt oder mehr als unvermeidbar behindert und belästigt. Fahrzeuge, die solchen Anforderungen nicht genügen, dürfen nicht gefahren waren. Warnzeichen mit der Hupe sind nur abzugeben, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefähr-
der südafrikanischen Union zu organisieren. Schon ist eine Königliche Kommission an Ort und Stelle, um gegebenenfalls bei einer solchen Gründung Gevatter zu stehen und dann möglichst zu verhindern, daß, wie die weißen Siedler verlangen, Inder von der Einwanderung vollständig ausgeschlossen werden. England wird in seinen asiatischen Machtstellungen immer abhängiger von einer freiwilligen Gefolgschaft der Bevölkerung Indiens. Es kann im Ernstfälle Singapur nicht verteidigen mit einem unruhigen Indien im Rücken. Bis zum großen Kriege hatte England sein Möglichstes getan, die Entwicklung moderner Produktivkräfte in Indien zu verzögern. Seitdem hat es diesen unvermeidlichen Vorgang nach Kräften beschleunigen helfen, um einer Verwicklung in ostasiatische Wirren gewachsen zu sein, Zufuhren nicht nur von Lebensmitteln,, sondern auch von Waffen und Munition aus Indien würden für die Verteidigung britischer Besitzungen im indopazifischen Raum eine äußerst wichtige, vielleicht ausschlaagebende Rolle pielen. Dazu bedarf es aber des Vertrauens der ireiten Massen der indischen Bevölkerung, was nicht nur ein immer größeres Entgegenkommen im Ausbau der Selbstverwaltungsrechte der Inder bedingt, sondern auch den Zwang mit sich bringt, das afrikanische Sicherheitsventil für den indischen Bevölkerungsdruck offenzuhalten.
Die verbotenen Hungaristen.
Die ungarische Regierung, die vor einigen Tagen neu gebildet worden ift, hat ihre Innenpolitik mit dem Verbot der Hungaristen-Bewe- g u n g, der stärksten rechtsradikalen und antisemitischen Bewegung Ungarns eingeleitet. Schon einmal haben die Anhänger dieser Kampfpartei das Vollgewicht der staatlichen Gegnerschaft auskosten müssen. Am 16. April 1937 wurde die „Partei des nationalen Willens" verboten und gegen ihren Gründer Franz S z a l a f y ein Strafverfahren eingeleitet, das im Vorjahre zu feiner Verurteilung führte: Major Szalasy erhielt drei Jahre Zuchthaus. Nack dem Verbot der „Part<tz des nationalen Willens^ schlossen sich die Slntifemiiew zu der Hungaristischen Bewegung zusammen, an deren Spitze der Abgeordnete Koloman von Hubay trat, der auch jetzt unmittelbar vor dem Verbot feiner Partei im Abgeordnetenhaus einige kräftige Worte sprach. Er zog einen scharfen Trennungsstrich gegenüber einigen antisemitischen Splitterparteien, von denen eine durch ihre Anhänger einen Anschlag gegen die Budapester Synagoge ausführen ließ. Dieser Anschlag ist jetzt von der Regierung zum Anlaß des Verbots der Hungaristen-Be- roegung genommen worden, die damit nichts zu tun hatte. Auch die Zeitung der Hungaristen, der „Magyarsag", ist von der Regierung verboten worden, obwohl er die tatsächlichen Attentät-r auf die Synagoge herausstellte und die Verantwortung für die Hungaristen ablehnte. Sicher hat bei dem Verbot auch der Wunsch mitgesprochen, die Teilnahme der Hungaristen bei den in Aussicht stehenden Wahlen unmöglich zu machen. Wie stark die Hun- garistische Bewegung im Lande ist, ergab sich, als sich der frühere Kriegsminister General von Ratz im Vorjahr um ein Abgeordnetenmandat bewarb und trotz seiner Eigenschaft als Vertreter des Heeres nur mit einer knappen Mehrheit gegen denKandidatenderHungaristen gewählt werden konnte. In den breiten Schichten des ungarischen Volkes findet die Hungaristische Bewegung einen starken Widerhall. Dafür ist bezeichnend, daß die Regierung ihr vorwirft, ihre Anhänger trüaen die Sträflings-Nummer des oben erwähnten Majors Szalasy — nämlich Nr. 9323 — als Parteiabzeichen.
„Ewiges Volk" in Frankfurt.
bet werden; die Signale dürfen nicht andere Personen erschreckn oder sie mehr als unvermeidbar belästigen. Häufige' Hupensignale vermindern die Verkehrssicherheit.
Die Kenner der Verhältnisse wissen davon zu erzählen, welche Gefahr häufiger und übermäßiger Alkoholgenuß mit sich bringt Die Ausstellung zeigt die Gefahren deutlich auf. Man erinnere sich daran, welche Unglücksfälle schon dadurch herbeigeführt worden sind, daß der Fahrer des Wagens Alkohol zu fick genommen hat. Deshalb ist auch reichsgesetzlich vestimmt, daß derjenige, der unter der Wirkung von geistigen Getränken oder Rauschgiften steht und infolgedessen zur sicheren Führung nicht imstande ist, e i n K r a f t f a h r ° zeug bei Vermeidung von Strafe nicht führen darf. Schon darin, daß ein Fahrer sich in angetrunkenem Zustand in den Straßenverkehr begibt, obwohl er erkennen muß, daß er den an ihn herantretenden Aufgaben nicht gewachsen sein werde, liegt eine Fahrlässigkeit.
Der Gesetzgeber hat den Weg der Alkoholmißbrauch-Bekämpfung energisch beschritten. Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch den Genuß geistiger Getränke ober anberer berauschender Mittel in einem bie Zurechnungsfähigkeit ausschließenben Rausch versetzt, wirb b e st r a f t. Aerztliche Verwarnung unb Aufklärung wirb bei Nichtbeachtung einer solchen Warnung ben Vorwurf ber Fahrlässigkeit begrünben. Weiter ist bebeutjam, baß bie Gerichte bie Unterbringung gewohnheitsmäßiger Trinker in einer Trinkerheilanstalt ober Erziehungsanstalt an- orbnen können. Dies kann geschehen, wenn ein Gewohnheitstrinker wegen eines Verbrechens ober Vergehens, bas er im Rausch begangen hat ober bas mit einer Gewöhnung in ursächlichem Zusam-
Die Beziehungen Jnbiens zu Afrika l'inb viel älter als diejenigen Europas, wenn, man , _ , , ,
von Narbafrika absieht, bas Mjon im Altertum befruchtenb zurückzuwirken, geopolitisch mehr zu Europa als zur Hauptmaste ( Die weißen Farmer unb Siebter m allen Tellen des bunflen Erbteils, von dem es bie Sahara Ostafrikas kämpfen wie ein Mann gegen bie Getrennt, gehörte. Vasco ba Goma ber erste Euro- - - • ~ ' * " " "---“ -----
päer, der Ostafrika besuchte, fanb in allen Häfen, bie er anlief, inbische Hänbler unb in - dische Waren vor. Damals wie heute wehte ber Monsun inbische unb arabische Segelschiffe, „Daus", fast gefahrlos regelmäßig zur afrikanischen Küste. Der indische Seeverkehr befand sich jedoch in starker Abhängigkeit von der arabischen Seemacht, die arabischen Händlern den Vorrang vor indischen unb bannt ben Löwenanteil an ben Tauschgeschäften in ben Küstenstrichen Ostasrikas sicherte.
In bem Maße, wie bie europäische Seeherrschaft, , « wnu. ... —-------
bie arabische ablöste, folgten bie Jnber europäischen Haber zwischen ben weißen (Siebtem, ben Indern, Pionieren, die sich nicht damit begnügten, in den - - * " v -----------
Küstenstrichen haften zu bleiben, lonbern immer tiefer in das Innere des dunklen Erbteils vorstießen.
Dem indischen Hänbler folgte in ben Fußtapsen bes weißen Mannes ber inbische Kuli. Das Wort ,Luli" ist indischen Ursprungs. Man bezeichnete bainit herkömmlich bie verachtete Kaste ber
Sänftenträger. Zum Sammelbegriff für asiatische ^uf Eigentum und Erziehungsproben gegrunztes Kontraktarbeiter würbe es burch bie Engtänbe ^allgemeines Wahtreckt einzuführen Das bie vermöge ber „Politik ber offenen Tür" zunächst erregfe einen Sturm ber Entrüstung bei den weißen in Indien unb später in China ein massenhaftes An- > Siebtem, währenb bie inbische Regierung bem Vorgebot billiger unb williger Schutbknechte in bem- sch^g zustimmte. Nach langwierigem weiteren Hin- elben Augenblick aus bem Boden stampften, wo es, H^aerhandeln gab bie ßonboner Regieruna bas ihre Ehre als Wettzivilisatoren erheischte, sich aus berühmte Weißbuch von 1923 heraus, bas erklärte, bem Geschäft mit „schwarzem (Elfenbein" zurück- in Kenya sollten die Interessen ber Eingeborenen zuziehen. Die Ueberschwemmung asiatischer Märkte, jorooM denen ber Weißen wie denen der Inder vor- mit billigen, maschinell hergestellten Textil- und anderen Waren ließ bis in die entlegensten Dörfer einheimische Gewerbe zusammenbrechen, warf Millionen und aber Millionen von Menschen aus jahrtausendealten Gleisen des Broterwerbs unb schuf für britische unb anbere europäische Unternehmer erst die Voraussetzungen, die Beschaffung von Roh- stoften fabrikmäßig zu organisieren. Man brauchte bie Menschen für bie Arckeit auf Pflanzungen nicht zu kaufen, sonbern nur bie Schutbscheine, bie sie ihren Gläubigern ausgestellt hatten; denn jahrelange Arbeit auf britischen unb hoNänbischen Plantagen war in großem Umfang bie einzige Möglichkeit für bie Opfer fremben Handels in Süb- unb Ostasien geworben, Schulben abzuarbeiten. Von Britisch- unb Nieberländisch-Jnbien würbe bas Kulisystem auf Australien, Westinbien unb die pazifischen Küstenstriche Gesamtamerikas, schließlich auf Südafrika übertragen, wo es aber allenthalben auf unerbittlichen Wiberstanb bei europäischen Einwanderern stieß, die mit ber Zeit ihren Wlllen burch-
setzten
Im Jahre 1860 setzten es bie Z u ck e r p s l a n z e r in Natal burch, Kontraktarbeiter aus Jnbien ein» Anführern Die nach fünfjähriger Kontraktzeit Frei- . . . . . .
gelassenen blieben meist im Lande und zogen Fa- London sieht dieser Entwicklung immer h.lsl°,-r zu milienanq-horiq-, Verwandte und Bekannte nad Wohin die Reise geht lehrt die Forderung der und da sich das System bis 1911 behauptete, so weißen Siedler m den beiden Rhodesien und Rnassa- kannte es dahin kommen, daß 1934 mehr als l""d ihr tg-tawwebiet nnn 2‘/. Millionen Quadrat- 170 000 Menschen asiatischer, hauptsächlich inbischer Herkunft, in Natal gezählt wurden.
Die Gegenbewegung war schon stark geworden und hatte „freien" Indern bereits den Aufenthalt im Lande ihrer Wahl zur Hölle gemacht, als ber junge Ghanbi 1891 als Rechtsanwalt aus Lonbon nach Durban kam, um eine von ihm übernommene Streitsache durchzufechten. In London, wo er seit 1888 seine Studien vollendet und seine ersten juristischen Lorbeeren geerntet hatte, konnte er sich in der vornehmen Gesellschaft frei bewegen. Erst auf südafrikanischer Erde erhielt seine von Hause aus bri= tenfreundliche Gesinnung die ersten Stoße. Als er gleich nach seiner Ankunft in Durban im Gerichtssaal einer Verhandlung beiwohnen wollte, wurde er hinausgewiesen, weil er im Turban eines indischen Barristers erschienen war. Als er mit einem Bittet erster Klasse im Zuge nach Pretoria saß unb sich ejn weißer Fahrgast beswegen beschwerte, würbe' er auf ber nächsten Station samt seinem Gepäck h i n a u s g e w o r f e n. Als er zur Weiterreise eine Kutsche benutzte unb sich mit bem freien Bocksiß begnügte, würbe er von einem weißen Reisegefährten auf gefordert, sich vor ihm auf ben Boden zu kauern und ihm den Sitz zu überlassen, um rauchen zu können. Als er sich weigerie, mußte er einen Schlag ins Gesicht einftecfen. In Johannesburg erlebte er es nicht lange danach, daß er in keinem besseren Hotel Aufnahme finden konnte.
Er begann nun für eine menschenwürdige Behandlung seiner Landsleuf» zu kämpfen, aber es dauerte noch viele Jahre, ehe er ber britischen Kolonialmacht als solcher unversöhnliche Fembschaft schwor. Währenb bes Burenkrieges ftanb er treu auf englischer Seite, weil er vom Siege Englands eine Besserung der Lage der Inder in Südafrika erwartete. Er wurde bitter enttäuscht. Nach Friedensschluß ließ er sich als Anwalt in Johannesburg nieder unb entwickelte nun als Führer des füd- nfrikan'f^en Jndertums jene Strategie des passiven W i d e r st a n d e s , bie er nach bem großen Krieae in seine Heimat einführte. So würbe Südafrika zur Wiege einer asiatischen Freiheitsbewe- qung, die die britische Herrschaft rund um den Indischen Criean erheblich zu lockern vermochte. Auch während des Großen Krieges hatte Ghandi ber indischen Sache am besten dadurch zu nützen ge- alaubt, daß er seinen Landsleuten ’iim Burgfrieden gegenüber ihren Unt-rdrückern riet. Erst bas Blut- bab, das General Dyer 1919 im Pundschab anrichtete, machte ihn tum unversöhnlichen unb unbedingten Hatter britischer Herrschaft.
Auch in Oftafrita erhielt die Anwesenheit von Indern erst durch die Beschäftiaung indischer Kon- h-aftarbeiter einen gefährlichen Charakter. Mit diesen Kulis hauvtsächlich wurde in den Jahren 1885 bis 1901 die Ugandabahn gebaut, die erst die Besiedlung der Hochländer Kenyas dmch Weiße und eine rorffame Verwaltung und Erschließung Ugan-


