Ausgabe 
4.3.1939
 
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SeMlmd muß leben."

Don GauamtSlefter Pros. Or. Kranz, Gießen.

NSG. Während außerhalb Deutschlands Parteien und Völker sich befehden, während jenseits unserer Grenzen der Lärm der Waffen dröhnt und blutige Bürgerkriege das große bolschewistische Chaos auch in Europa vorzubereiten suchen, kämpft das neue Deutschland unbekümmert und in tiefstem Frieden einen Kampf um die Seele des deutschen Menschen, versuchen die deutschen Menschen wieder zurückzu­finden zu sich selbst. Während bei anderen Völkern jüdische Bolschewistenkliquen und internationale Drahtzieher ihr Unwesen treiben, festigt das deutsche Volk die ihm vom Führer geschenkte Volksgemein­schaft und arbeitet an der Erhaltung und Entfaltung seines überkommenen besten Erbgutes

Mit dem vom Nationalsozialismus durchgeführken Kampf um die deutsche Seele ist nicht nur seit Jahren wieder Ruhe und Ordnung in unsere Gaue einge­kehrt, sondern auch der Weg zur Gesundung beschrit­ten, der uns und unsere späteren Generationen in der Stärke und Kraft des Volkes zwangsläufig den Weg nach aufwärts führen muß. Unerhörtes ist bereits ge­leistet worden. Unfaßlich für manchen ist der Aufstieg, den wir in der Erringung unserer Volkskraft genom­men haben. Voll Haß und Mißgunst aber auch voll Staunen und Bewunderung sieht heute eine ganze Welt auf das Deutschland Adolf Hitlers, das aus einem zerstückelten und geknechteten Lande in wenigen Jahren zu einem Großdeutschen Reiche wurde.

Wir Deutsche wissen, daß dies nur eine Voraus­setzung und ein Anfang sein kann und sein soll, denn alle die diesem grandiosen Aufbauwerke mitarbei­ten dursten,kennen die großen völkischenAufgaben, die noch harren. Gilt es doch, den durch den Führer ab­gebremsten Volkstod in ein die Jahrhunderte über­dauerndes Wachsen und Blühen unseres Volkes in Gesundheit, Freiheit und Glück zu verwandeln! Wir haben klar erkannt, daß ein sterbendes Volk, das um seine biologische Zukunft ringt, sein völkisches Ziel nicht durch die Arbeit weniger Jahre erreichen wird und kann, sondern daß ein Weiterleben des Volkes auf lange Sicht, d. h. ein wirklicher bevölkerungs­politischer Sieg nur durch den vollen Einsatz aller Volksgenossen in Generationen errungen werden kann. Wir sind davon überzeugt, daß das letzte Ge­heimnis unseres Aufstiegs in dem wieder und neu gewonnenen Glauben und in der Idee beruht, die uns der Führer in seinem unerschütterlichen Ver­trauen auf die rassischen Hochwerte unseres Volkes geschenkt hat. Auf diese Weise wurde er der große Volk- he Arzt, der in letzter Stunde an das Kranken­bett 'eines sterbenden Volkes trat, und der große Erzieher zu neuen Werten und Formen.

Seitdem ein abgewirtschaftetes politisches System durch den Nationalsozialismus über den Haufen ge­rannt wurde, und seitdem der große geistige Umbruch in Deutschland einsetzte, ist im rassischen Denken ein Höchstmaß an Erziehungsarbeit am deutschen Volke geleistet worden, eine Erziehungsarbeit, die aber noch keineswegs als abgeschlossen angesehen werden kann und in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auch niemals aufhören darf, wenn unser Volk in zukünftigen Geschlechtern weiterleben, groß und mächtig, gesund, frei und glücklich sein und bleiben will.

Zweifellos haben wir den seit der Jahrhundert­wende zu beobachtenden Geburtensturz aufgehalten und unsere Geburtenziffer wieder zum Ansteigen ge­bracht. Von einem Geburtensieg kann aber noch lange nicht geredet werden. Ebensowenig wie hier ein Pes­simismus am Platze ist, dürfte ein geruhsamer Opti­mismus gerechtfertigt sein. Noch haben wir die Jahre nicht Überständen, in denen sich der katastrophale zahlenmäßige Niedergang unserer Geburtenziffer aus­wirken wird, noch haben wir den Verlust rassisch besten Erbgutes, den wir mit unseren zwei Millionen Toten des Weltkrieges erlitten haben, nicht verschmerzt, noch haben wir die Zahl der 10 Millionen Nicht- und zu wenig Geborenen nicht aufgeholt.

Wohl haben wir Gesetze eingeführt, und durch diese vieles anders und besser gemacht. Aber schließlich und letzten Endes kann man keinem Mann befehlen, mehr Kinder zu zeugen, und keine Frau verpflichten, auch nur einem einzigen weiteren Kinde das Leben zu schenken, wenn nicht bestimmte Voraussetzungen vor­handen sind. Wir sind davon überzeugt, daß der Er­folg unserer erzieherischen Arbeit auf dem zahlen­mäßigen bevölkerungspolitischen Gebiete nur dann erreicht werden kann, wenn jeder Einzelne durch eine neue geistig-seelische Haltung Stellung nimmt zu den Fragen des Lebens und des völkischen Seins.

Zweifellos haben wir durch unsere ausmerzenden Maßnahmen die Gefahr einer weiteren Verschlech­terung der Rasse in der Qualität unseres Volkes ein­gedämmt und z. B. durch die Unfruchtbarmachung von erblich schwerkranken Menschen für die Zukunft unsägliches Leid, Sorgen und Tränen in vielen deut­schen Familien verhütet. Darüber aber, wie die Ge­sundheit und Qualität unseres Volkes in der nächsten, und in der übernächsten Generationen aussehen wird, entscheiden letzten Endes die Haltung und die Ge­sichtspunkte, unter denen die zukünftigen Ehen in Deutschland geschlossen werden.

Den international gebundenen und zersetzenden jüdischen Einfluß auf das deutsche Volk haben wir durch eine immer weiter ausgebaute und vorbildliche Rassengesetzgebung beseitigt, die Reinerhaltung der Rasse aber, und damit die Erhaltung unserer ureigen­sten Wesensart wird entschieden durch die Wege, die der einzelne Volksgenosse einschlägt, um seine rassische Eigenart zu bewahren, d. h. einzig und allein durch seine unbeirrbare rassische Jnstinktsicherheit.

So sehen wir, daß auf allen Gebieten, ganz gleich, ob es sich um quantitative, qualitative oder rassische Aufgaben handelt, unsere Zukunft entschieden wird durch die geistig-seelische Grundhaltung des Einzel­nen. Diesen Einzelnen wollen wir gewinnen, erziehen und zurückführen zu den Urwerten völkischen Seins. Ebenso streng und ehrlich wollen wir auch lernen, zu werten, aber nicht zu werten nach Rang, Stand oder Geld, sondern wir wollen den Wert des einzelnen messen an der Einsatzbereitschaft für die Aufgabe, die i ihm gestellt ist, an der Opferbereitschaft, die er für unsere Idee aufzubringen vermag, an der Jnstinkt­sicherheit, die ihn bei den vorausschauenden national» > sozialistischen Zielsetzungen beherrscht, an seinem Mut, seiner Pflichtauffassung, seiner Verantwortungs- freudigkeit, an der Treue in seiner Haltung und alles = in allem an der Tat, die er für die völkische Gesamtheit zu leisten vermochte.

An den Stolz eines jeden einzelnen wollen wrr appellieren, ganz gleich ob er in Amt und Würden steht, im Bauernkittel hinter dem Pfluge schreitet oder als Arbeiter ehrlich sein Brot verdient. Groß ist die , Aufgabe, aber sie ist des Schweißes der Edelsten wert I aus allen Bevölkerungskreisen. Ihre Erfüllung be­deutet nicht allein Glück und Freiheit für die, welche nach uns kommen, sondern letzten Endes auch die Rettung unseres alten europäischen Erdteiles und seiner Kultur vor Zerfall und Untergang im jüdischen und asiatischen Chaos und Despotismus.

In diesem Sinne soll die Wanderausstellung des rassenpolitischen Amtes, Hessen-Nassau, die am Samstag, dem 4. Mär^, in Darmstadt durch den stellvertretenden Gauleiter Linder eröffnet wird, den Rassegedanken auch bei den Volksgenossen unseres Gaues wecken und vertiefen, denn unsere deutsche Rassen- und Bevölkerungspolitik wird nur dann den gewünschten und notwendigen Erfolg haben, wenn jeder einzelne deutsche Mensch sie zu seiner eigenen Sache macht.

Die Autobahn Salzburg-Wien wird am 8. April 1941 eröffnet.

Der Referent beim Generalinspektor für das deut- che Straßenwesen, Dipl.-Jng. E. von Gott- t e i n, teilte auf einer Veranstaltung des Amtes ür Technik der Gauleitung Niederdonau mit, daß die erste Teilslrecke der Reichsauto­bahnen, die durch den Gau Niederdonau führt, nämlich die Strecke SalzburgWien, auf Wunsch des Führers am 8. April 1941, also drei Jahre nach dem er st en Spatenstich, eröffnet werde. Der Plan, die Reichsautobahn um Wien

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Reichsminister Dr. Goebbels veröffentlicht in der Samstagausgabe desVölkischen Beob­achters" einen ArtikelDer Insulaner und die Spanienfrag e". Der Aufsatz enthält eine Abrechnung mit den Mächten, die die Rettung Spa­niens vor dem bolschewistischen Verfall zu sabotieren versuchten. ,

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Die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink hat am Freitagabend mit ihrer Begleitung von Mai­land aus die Heimreise nach Deutschland ange­treten, nachdem sie vorher noch verschiedene soziale Einrichtungen besichtigt hatte.

Der Führer richtete an das Verlagshaus E. S. Mittler & Sohn aus Anlaß seines 150- jäbrigen Bestehens ein Glückwunschschreiben. Gene­ralfeldmarschall Göring und Reichsminister Dr. Goebbels sprachen dem Verlag ihre Anerken­nung aus für die Förderung des Wehrgedankens im deutschen Volk. Die Mitglieder der Reichsregie­rung, führende Persönlichkeiten der Partei und die Oberbefehlshaber der Wehrmacht übermittelten dem ältesten' und größten deutschen Militärverlag ihre herzlichen Glückwünsche.

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Auf Einladung des Rektors der altberühmten por­tugiesischen Universität Coimbra sprach der deut- che Gesandte von Hoyningen-Hüne auf einer Festsitzung zu Ehren des portugiesischen Dich-

Aus all

Reichstagung der deutschen Lebensmittelchemie in Karlsruhe.

Die zweite Reichstagung der deutschen landwirt- chaftlichen Gewerbeforschung und Lebensmittel­chemie, verbunden mit der 36. Hauptversammlung des Vereins deutscher Lebensmittelchemiker, findet vom 25. bis 30. September in Karlsruhe statt. Es wird auf dieser Tagung der derzeitige Stand der Arbeiten in der landwirtschaftlichen Ge­werbeforschung, einschl. der Lebensmittel­forschung, insbesondere der bisherige Einsatz im Vierjahresplan auf allen Ernährungsgebieten be­leuchtet und mit den neuesten Wissenschaftsergeb­nissen auf dem Gebiete der Vorratspflege, Erzeug­nisverarbeitung und Untersuchungsmethodik dar- gelegi.

Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks.

In München wollte ein Personenkraftwagen im Forstenrieder Park an einem Lastauto vorbeifahren, dessen Lenker im gleichen Augenblick ein Pferde­fuhrwerk überholen wollte. Der Lenker des Per­sonenkraftwagens, der dies offenbar zu spät bemerkt hatte, bremste stark ab und steuerte nach rechts, wo­bei er einen Radfahrer zu Boden schleuderte und auf das Fuhrwerk auffuhr. Der Zusammenprall war so stark, daß der Kutscher vom Bock geschleu­dert wurde. Während der Radfahrer und der Kutscher sofort t o t waren, wurden die drei Insassen des Kraftwagens schwer verletzt. Bei der Ueberführung in ein Krankenhaus erlag eine Insassin ihren Verletzungen.

Verunglückker amerikanischer Geschwaderslug.

Ein Geschwader von 12 Marineflugzeugen wurde während eines nächtlichen Ausbildungsfluges von großem Pech heimgesucht. Sieben der Maschinen mußten infolge des plötzlich aufgetretenen starken Nebels und wegen Erschöpfung der Benzinvorräte n o t l a n d e n. Einige stürzten ab. Ein Flugzeug ging in Flammen auf, wobei ein Leutnant u m s Leben kam. Die Insassen der anderen Maschinen konnten sich alle durch Fallschirme in Sicherheit bringen.

Zwei französische Militärflugzeuge zusammengestoßen.

Neber der tunesischen Stadt Bizerte stießen zwei französische Militärflugzeuge zusammen. Eine Ma­schine stürzte ins Meer und sank sofort mit ihrer vierköpfigen Besatzung, während das zweite Flug­zeug auf die Uferfelsen fiel und völlig in Trüm­mer ging Der Pilot versuchte, sich durch Fall­schirmabsprung zu retten. Da der Fallschirm sich nicht rechtzeitig öffnete, fand auch dieser Flieger den Tod.

Zwei italienische Arbeiter vom elektrischen Strom gelötet.

Ein eigenartiger Unfall, dem zwei Menschen­leben zum Opfer fielen, ereignete sich in Baratt» (Oberitalien) Während einige Arbeiter damit be­schäftigt waren, das Drahtseil für eine Seilbahn zur Holzbeförderung zu spannen, kam dieses mit einer in der Nähe oorbeiführenden Hochspannungsleitung in Berührung. Zwei der Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, drei weitere Personen wurden verletzt. Das durch den elektrischen Strom glühend gewordene Drahtseil verursachte einen Waldbrand

Großfeuer in Manchester.

Ein Großfeuer legte eines der größten Mo­dehäuser in Manchester in Schutt und Asche Das Feuer brach an verschiedenen Stellen zu gleicher Zeit aus und war von heftigen Explosionen be­gleitet. Innerhalb 15 Minuten stand das ganze Gebäude in hellen Flammen Die Feuerwehren waren dem Riesenfeuer gegenüber machtlos Em großer Stab von Polizei- und Kriminalbeamten begab sich sofort an die Brandstätte, um nach der Ursache des Feuers zu suchen. Die Ansicht, daß es sich um Brand st iftung handelt ist allgemein. Ob das Feuer mit den Bombenattentaten in Zu-

in Form eines Ringes zu führen, wurde fallen- 1 gelassen. Statt dessen wird die Reichsautobahn Wien östlich umkreisen und auf einer Brücke I mit sechs Fahrbahnen die Donau überque­ren. Die Strecke WienGraz wird bis Wie­ner Neustadt in drei Fahrbahnen geführt werden, von dort aber nicht über den Semmering, sondern über den Hartberg verlaufen.

Oas Deutschtum in Jugoslawien.

Belgrad, 3. März. (DNB.) Ministerpräsident und Innenminister Z w e t k o w i t s ch empfing die parlamentarischen Vertreter der deutschen Volks­gruppe, Senator G r a ß l und die Abgeordneten Hamm und T r i s ch l e r , die die Sorgen und die Wünsche der Deutschen Jugoslawiens oortrugen. Zwetkowitsch versprach, für eine ungehinderte Entfaltung des Deutschtums in Jugo­slawien auf kulturellem und wirtschaftlichem Ge­biet sorgen zu wollen und empfahl die Fühlung­nahme mit den einzelnen Fachministern, die die deutschen Wünsche weitgehend berücksichtigen und be­rechtigte Klagen sofort abstellen würden.

ters und Professors Eugenio de Castro über die Entwicklung des großdeutschen Gedankens bis zu seiner Verwirklichung im Dritten Reich.

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Die britische Regierung hat Sir Maurice Drummond Peterson, den bisherigen Bot­schafter Großbritanniens in Bagdad, zum Bot­schafter in Nationalspanien ernannt.

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Der in Berlin verstorbene amerikanische Geschäftsträger in Berlin und frühere Generalkonsul in Genf Prentiß B. Gilbert wurde, seinem Wunsche entsprechend, auf dem Fried­hof von Petit Saconnex bei Genf zur letzten Ruhe bestattet. An der Trauerfeier, die im engsten Fa­milien- und Freundeskreise stattfand, nahm der deutsche Generalkonsul Dr. Krauel teil.

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Der englische Politiker und Freund Deutschlands, Lord Allen of Hartwood, ist in Montana- Vermala (Schweiz) im 50. Lebensjahr gestorben. Lord Allen war der Sohn einfacher Handwerker und dann als Leiter der Unabhängigen Arbeiter­partei in England lange Zeit die rechte Hand Ram- say Macdonalds. Er hat in England immer wieder den Grundsatz vertreten, daß man Deutschland Ge­rechtigkeit widerfahren lassen müsse, um den Frieden in Europa zu sichern. Er besuchte auch wiederholt das nationalsozialistische Deutschland.

er Wett

sammenhang zu bringen ist, ließ sich noch nicht klären, doch wird auch des vermutet.

Schreckliches Flugzeugunglück in England.

In dem nicht weit von London gelegenen See­badeort Brighton raste bei dichtem Nebel ein Flug­zeug wie man annimmt, eine Maschine der briti­schen Luftwaffe in voller Fahrt in einen von drei Familien und fünf Kindern bewohnten Häuserblock. Durch die Gewalt des Anpralls explodierte der Ben­zintank des Flugzeuges und verwandelte das Flug­zeugwrack wie auch den Häuserblock augenblicklich in ein Flammenmeer. Der Brand hinderte Polizei und Feuerwehr, die genaue Zahl der Opfer des Un­glücks festzuftellen. Bis jetzt konnten vier Leichen aus den Flammen geborgen werden. Dabei handelt es sich um den Flugzeugpiloten, eine Frau und zwei Kinder. Vorgefundene Spielfachen deuten darauf hin, daß das Unglück die Kinder beim Spielen im Zimmer überrascht hat.

Gefährliche Diebes- und Hehlerbande abgeurleilk.

Vor der 9. Strafkammer in Moabit wurde eine der gefährlichsten Diebes- und Hehlerban­den in Deutschland abgeurtedt. Der Bande gehör­ten neben mehreren vielfach vorbestraften schweren Verbrechern auch zahlreiche Juden an, die von 1928 bis 1938 152 Einbrüche in größeren Städten Deutschlands begangen hatten. Bis auf zwei Ge­schäftseinbrüche haben die Verbrecher nur Woh­nungen ausgeräumt. Die Hauvttäter, die Juden Israel Schapiro und Süskind Fuks, wurden bereits früher zu neun bzw. zwölf Jahren Zucht­haus und Sicherungsverwahrung verurteilt. Von den übrigen 14 Angeklagten, darunter der Jude Jankel Zellermayer und feine Ehefrau Rifka R u ch l a , erhielten sieben Zuchthausstrafen von einem bis zehn Jahren und Sicherungsverwahrung bzw. Polizeiaufsicht. Die übrigen sieben Angeklagten kamen mit Gefängnisstrafen von drei Jahren bis zu neun Monaten davon.

Der größte deutsche Ballon.

Auf dem Olympia-Platz im Prater in Wien fand der Abnahmeflug des neuen Heißluft- Ballons D Stadt Wien" (Type Marek- Emmer III) statt. Der Ballon ist ein neues Bau­muster der Wiener NSFK.-Männer Marek und Emmer und gegenüber den oorangegangenen Kon­struktionen Marek-Emmer im wesentlichen durch technische Neuerungen ausgezeichnet. Er stellt eine Widmung des Bürgermeisters Dr Jng. Neu- b a ch e r an die NSFK.-Gruppe 17 Wien dax. Der neue Ballon hat bei einem Durchmesser von 20 Meter einen Inhalt von 4000 cbm und ist damit zur Zeit der größte deutsche Ballon mit einer Tragkraft bis zu sechs Personen Der Ballon star­tete um 14.23 Uhr bei günstigem Wetter und stieg innerhalb von 23 Minuten bis zur Atmungsgrenze auf 5700 Meter. Die durchschnittliche Stcigegeschwin- digkeit betrug 4 bis 5 Meter je Sekunde.

Fernsehsender Brocken im Sommer fertig.

Für den Aufbau und den späteren Betrieb des Fernsehsenders auf dem Brocken wird die Straße Schierke-Brockenkuppe von der Reichspost instand- gefetzt, um sie auch im Winter befahren zu können. Wie sich aus dem Jahresbericht der Reichspostdirek­tion Magdeburg weiter ergibt, ist der Bau und die technische Einrichtung des Fernsehsenders auf dem Brocken so weit fortgeschritten, daß mit der Inbe­triebnahme im Laufe des Sommers 1939 zu rech­nen ist.

In Athen sollen 500 000 Bäume gepflanzt werden.

Die von Minister Kotzias eingeführte P f l a n z e r w o ch e " wurde in Athen unter religiösen Feierlichkeiten durch den König und den Erzbischof von Athen sowie durch die Regierung eröffnet. Der König, die Minister, die Führer der Jugendorganisationen und einige Gesandte pflanz­ten persönlich eine Anzahl von Bäumchen, die die ersten von 500 000 Bäumen find, die Athen in Alleen und Parkanlagen erhalten soll. Die deutsche Kolonie stiftete 200 Bäumchen.

Bücheriiscb.

Handbuch der Kulturgeschichte. Herausgegeben von Dr. Heinz Kindermann, Pro­fessor an der Universität in Münster i. W Etwa 3000 Abbildungen. Preis RM. 2,80 pro Lieferung. Akademische Verlagsanstalt Akhenaion, Potsdam. In den neuen Lieferungen 4145 führt Professor W. Bauer seinen Beitrag über dieDeutsche Kul- tur von 18301870" weiter. Auswanderung, soziale Frage, liberaler Staatsbegriff, Volksbewegung gegen die Juden, beginnende Industrialisierung, hem­mungsloser Kapitalismus, kaufmännisches Denken auf allen Lebensgebieten, der Beginn der Eisenbahn und die Furcht vor Veränderungen in der dama­ligen Gesellschaft, das sind einige Stichworte aus diesem fesselnden Abschnitt. Professor W. Flemming schrieb überDeutsche Kultur im Zeitalter des Barock". Professor F. Schönemann schließt die erste deutsche Kulturgeschichte der Vereinigten Staaten ab. Die Kulturgeschichte Skandinaviens breitet Pro­fessor H. de Boor mit wissenschaftlicher Ueb erlegen» heit vor uns aus. Die starke Gruppierung inner­halb der nordischen Volker, die man nur in Deutsch­land als Einheit sieht, gibt neue Perspektiven. Professor W. Kirsel behandelt die Kultur der Inder. Der Textteil findet seine Ergänzung in dem reich­haltigen und erlesenen Anschauungsmaterial.

In der Serie derDeutschen Meister -- aufnahmen" (Verlag F. Bruckmann, München) sind vier neue Hefte erschienen. Heft 13: Ottmar Maudry, Tierporträts. Wochenlang ist der Verfasser im Zoo herumgestreift, um aus einer großen Anzahl von Aufnahmen 23 meisterhafte Tierporträts auszuwählen, die das Heft in herr­lichem Druck wiedergibt. Heft 14: Johannes Padelt, Segelflug. Ein Heft für Freunde des edlen Sportes. Zweimal war der Verfasser

Nicht hungern

Zeuge der großen Segelflugwettbewerbe auf der Mass er kuppe in der Rhön und hat hier die fes­selnden Aufnahmen vom Flugzeugbau, der Mon­tage, der Arbeit von Halte- und Startmannschaft und der großen Vogel geschaffen. Heft 15: Christos Croeber, Kurs nach Süden. Das Heft legt dem Photoreisenden nahe, nicht immer nur die übliche Postkartenansicht von Sehenswürdigkeiten zu knipsen, sondern mit eigenen Augen zu schauen. Heft 16: Professor Wal­ther Hege, Heiteres Rokoko. Das Heft führt in den Nymphenburger Park in München, in den schönsten Rokoko bau, die Amalienburg. Pro­fessor Hege hat den Formenreichtum des kleinen Jagdschlößchens bildhaft vorzüglich gemeistert. Preis jeden Heftes RM. 0,85. (584)

Paul Anton Keller: Der klingende Brunn. Gedichte. 68 Seiten. Geb. 2,80 Mark. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München, 1938. (422.) Paul Anton Keller gehört der jungen Generation an, sein Werk steht mitten in unserer Zeit. Darum ist es natürlich, daß feine Lie­der und Gesänge sich zu dem Wollen und Glauben unserer Tage freudig bekennen, das Neue begeistert bejahen und sich der Zukunft des Volkes leiden­schaftlich verpflichten. Was er an kunstvoll geform­ten, wort- und klangreichen Gedichten geschaffen und in diesem Bande vereinigt hat, ist ein Zeugnis der Jugend aus der deutschen Ostmark.

Curt Langenbeck: Der Hochver­räter. Tragisches Schauspiel. Geh. 2 Mark, geb. 3 Mark. 80 Seiten. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1938. (423) Der helden­hafte Kampf und tragische Untergang des Deutschen Jakob Leisler, des ersten Kommandanten von Neuyork, ist für den Dichter Beispiel großen Schick­sals. Langenbeck kommt es nicht auf die getreue Wiedergabe des geschichtlich überlieferten Vorgangs an, ihm ist die Geschichte nur Anlaß zur Darstel­lung des dramattschen Konfliktes, in dem der edle Mensch, streng und hochmütig im Bewußtsein seines Rechtes, zusammenstößt mit der Welt des Gemei­nen und Alltäglichen, und in dem er ihr unterliegt. Aus dem männlichen Bekenntnis zur tragischen Dich­tung und dem Willen zur strengen Form geschrieben, fesselt das Drama durch den feierlichen Ton, die klare Fügung des Aufbaus und seinen tiefen Sinn.

Deutscher Wehr-Kalender 1 939. Herausgegeben von der Schriftleitung der Zeit­schriftDeutsche Wehr". (Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Gebunden RM. 1,60.)5 Der Kalender bringt in gewohnter Reichhaltigkeit alles Wichtige und Wissenswerte für den jungen und für die ehemaligen Soldaten, für die Jugend und für die Angehörigen der Wehrverbände. Durch die Beiträge hervorragender Mitarbeiter aus allen Ge­bieten des Heeres, der Kriegsmarine, der Luftwaffe, der Partei und ihrer Gliederungen, der Organi­sationen der Wehrerziehung und der Landesvertei­digung ist dieser interessante Taschenkalender zu dem wertvollen Handbuch für Wehrmacht und Wehr­erstarkung geworden, das er sein soll und den man nur empfehlen kann.

Reclams Schülerkalender 1939/40. Mit vielen Abbildungen. (230 Seiten.) In Ganz­leinen RM. 1,00. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. (9) Der Kalender will dem Schüler ein praktisches Handbuch für den täglichen Bedarf geben, ihn in seiner weltanschaulichen Haltung festigen, vor allem aber der Jugend in lebendiger Weise die Welt des Buches nahebringen. Für die LeitaufsätzeAufgabe und Wesen der Hitler - Jugend" undDie Eigenbücherei des Schülers" konnten zwei berufene Persönlichkeiten gewonnen werden, Friedrich W. Hymmen und Karl Rauch. Es folgen neben lebendigen Schilderungen über die Segelfliegerei, Gronaus ersten Flugversuch, das Fernsehen, das Schicksal des Kaisers von Kalifor­nien mannigfache Angaben sachlicher Art, die in Schule und Freizeit wertvolle Dienste leisten.

Eduard Beninger: Germanischer Grenzkampf in der Ostmark. Mit 50 Karten und Bildern. 123 Seiten. RM 3,20. Verlag Wilhelm Frick, Wien. (574) Ein hervor­ragender Kenner der germanischen Vorgeschichts­forschung kommt hier zu dem neuen Ergebnis, daß die Germanen auch in der Ostmark im Grenz­kampf standen. Der bayerischen Mark ging somit eine altgermanisch-swebische Mark voraus. Den hel­denhaften Grenzkampf schildert Beninger, der Lan­desleiter Oesterreich des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte, in allgemeinverständlicher Darstel- i lung. Reichhaltiges Anschauungsmaterial ergänzt Iden Text sehr lebendig.