Ausgabe 
4.2.1939
 
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Kunst und Wissenschaft.

Der Maler Matthäus Schiestt f.

Der Maler Professor Matthäus Schiestl ist im Wer von nahezu 70 Ji-Hren in München g e« storben. Er wurde im Salzburgischen als Sohn eines Bildschnitzers geboren. Seine romantischen, volkstümlich schlichten Bilder, die man Legenden­landschaften nennen könnte, sind in vielen Repro­duktionen weit verbreitet worden. Der Künstler war ein Bruder des verstorbenen Graphikers Ru- ddlf Schiestl.

Chinesisches Geschenk für die Universität Iena.

Die Jenaer Universitätsbibliothek hat durch das Geschenk einer Chinesin, die in Jena studiert, eine neue Bereicherung erfahren Es han­delt sich um hundert chinesische Bände, Ausgaben alter chinesischer Texte, die für die For- schung von grundlegender Wichtigkeit sind. Dor allem sind hervorzuheben vier wesentliche Darstel­lungen der Geschichte des alten China, die zusammen allein 54 Bände umfassen. Die zweite Gruppe ent­hält philosophische Texte. Daneben steht ein ein­zelner Band mit zwei Dramen aus der Zeit der Mongolenherrschaft in China um 1300.

Aus aller Welt.

Die deutschen Verluste beim Erdbeben in Chile.

Berlin, 3. Febr. (DNB.) Die in den Meldungen aus Uebersee genannten sehr großen Zahlen von Todesopfern beim Erdbeben in Chile haben sich erfreulicherweise noch nicht bestätigt; ins­besondere ist die Zahl der ums Leben gekommenen Deutschen verhältnismäßig gering. Leider sind aber doch noch den bisherigen amtlichen Meldungen folgende Todesopfer zu beklagen: Zn Concepcion: Georg Derlei, Bernhard Griebe, Franz von Blate, Hannelore Hof, Hermann Glaß; in Chillan: Elena Bornholt, Laura Kehl, Richard D u e n n e r, Sohn von Georg Röschmann; in Toms: Josef W e r l i n g e r mit zwei Kindern. Die deutsche Botschaft in Chile hat Beauftragte mit Flugzeugen in das Erdbebengebiet entsandt, um weitere Einzelheiten festzustellen.

Zwei neue deutsche Höhenweltrekorde.

Die deutsche Luftfahrt hat die Reihe ihrer im ver- -gangenen Jahre aufgestellten Weltbestleistungen durch zwei neue internationale Höhen- flugrekorde fortgesetzt. Der mit 160 PS. Bramo- SH.-14a-Motor ausgestattete Focke-Hubschrauber FW 61 erreichte unter Führung von Flugzeugführer Bode eine Höhe von 3570 Meter und hat damit den im Herbst 1937 von Flugzeugführer Rohlfsauf dem gleichen Hubschrauber aufgestellten Höhenrekord um über 1000 Meter Überboten. Die neue Rekord­leistung verdient um so mehr Beachtung, als die

größte mit Hubschraubern bisher im Ausland er­zielte Höhe nur 158 Meter beträgt.

Der Chefpilot der Siebel-Flugzeuowerke Halle, Fluozeugkapitän Ziese, brachte mit Begleitung die Neukonstruktion Siebel Si. 202Hummel", ein mit nur 50 PS Zündapp-Motor ausgerüstetes zwei­sitziges Sportflugzeug auf eine Höhe von 5982 Me­ter. Damit hat dieses Flugzeug die bisherige Welt- b e st l e i st u n g, die mit 4872 Meter von der Tschecho-Slowakei gehalten wurde, nicht nur um über 1100 Meter verbessert, sondern gleichzeitig auch den bestehenden Rekord für einsitzig geflogene Flugzeuge der gleichen Klasse übertroffen. Beide Rekordflüge wurden durch den Aeroklub von Deutschland bei der FAJ. zur Anerkennung anqe- meldet.

Zudenlehrer wegen (Steuerhinterziehung bestraft. Lpd. Darmstadt, 3. Febr. Durch Unterroer- fungsverhandlung vom 24. Januar d. I. wurde der Judenlehrer Heinrich Israel Müller in Bens­heim wegen fortgesetzter Einkommensteuerhinter­ziehung für die Jahre 1928/37 in Tateinheit mit Gewerbesteuerhinterziehung zur Zahlung von ins­gesamt 2 5 00 Mart verurteilt.

27 Nationen für Helsinki gemeldet.

Die Zahl der Nationen, die sich bis heute zu den Olympischen Spielen 1 9 4 0 in Helsinki an­gemeldet hat, beläuft sich auf 27. Während der letz­ten Zeit haben sich besonders zahlreiche Staaten aus Südamerika für die Spiele angemeldet. Bisher haben sich angemeldet: Argentinien, Belgien, Bra­silien, Costa Rica, Dänemark, England, Eslland, Finnland, Griechenland, Haiti, Holland, Indien, Island, Italien, Jugoslawien, Lichtenstein, Luxem­burg, Malta, Norwegen, Palästina, Portugal, Ru­mänien, Schweiz, Schweden, Tschecho-Slowakei, Ungarn und USA. An den Berliner Spielen beteiligten sich 53 Länder, und Finnland rechnet mit der gleichen Anzahl.

Acht Feuerwehrmänner in Amerika unter einstürzenden IRauern begraben.

Bei einem Großfeuer im Geschäftsbezirk der Stadt Syracuse im Staate Neuyork wurden acht Feuerwehrmänner unter den einstürzenden Mauern eines sechsstöckigen Geschäftshauses begraben. Bisher konnten hie Leichen noch nicht geborgen werden.

Schwere Hagelschläge in Indien.

Nach Berichten aus Allahabad sind im Süden der Bereinigten Provinzen ungewöhnlich schwere H a - g e I ft ü r m e niedergegangen und haben beträcht­lichen Schaden angerichtet. Es wurden Hagelschloßen im Gewicht bis zu einem halben Kilogramm fest- gestellt. Mehrere Dörfer wurden durch den Hagel­schlag schwer in Mitleidenschaft gezogen. Leider gab es auch mehrere Tote. In einem Dorf wurden sechs Hirten durch den Hagelschlag getötet. Auch unter den Vieherden wurden erhebliche Verluste

festgestellt. Das Unwetter machte einen starken Ein­druck auf die Landbevölkerung, die in vielen Fällen in chrer 'Enttäuschung darüber, daß ihre Gebete keinen Erfolg hatten, Götterbilder zerstörte.

Feige kommunistische Bluttat in Mittelpolen.

Don kommunistischen Meuchelmördern wurde in dem Dorfe Zagloba im mittelpolnischen Kreise Pu- lama der Geistliche Wanlencik durch mehrere Revoloerschüsse niedergestreckt und getötet. Wan- lencik war weit über seine Gemeinde hinaus als entschiedener Gegner des Kommunismus bekannt und betätigte sich auch in diesem Sinne öffentlich. Wie sich herausstellte, war nach dem Geistlichen be­reits vorher in seiner Wohnung von vier Personen gesucht worden, die die Wirtin des Geistlichen ge« fesselt hatten. Es ist anzunehmen, daß diese vier Individuen den Auftrag hatten, den gefährlichen Gegner des Kommunismus auf Beschluß irgend­eines kommunistischen Parteigerichtes zu beseitigen.

Jüdisches Gaunerkonsorlium in Dien.

Die Wiener Kriminalpolizei konnte ein jüdi­sches Gaunerkonsortium unschädlich machen, das mit aefälschten Taufscheinen und erschlichenen Einreisevisen dunkle Geschäfte trieb. Den Gauern gehörten eine gewisse Hermine Enriquez aus Livorno, der Jude Nikolaus Löffler, der Jude Alexander Benda und die Jiünn Elisabeth Trost an. Löffler besorgte auf den Namen der Enriquez von Pfarrämtern Taufscheine, die bann gefälscht wurden. Mit diesen Taufscheinen wurden Einreisevisen beschafft und zu entsprechenden Prei­sen verkauft. Löffler hat für seine Tätigkeit 900 Mark erhalten, während der Gewinn der Hermine Enriquez, die den Verkauf mit Hilfe Bendas be­sorgte, wesentlich großer erscheint. Benda hat für feine Tätigkeit einen Betrag von 100 Mark erhal­ten. Die Jüdin Trost gestand, dem Konsortium ge­holfen zu haben. Alle vier Personen wurden ver­haftet und dem Landgericht eingeliefert.

D:e Säuglingskurse des Reichsmütterdienstes.

Gfs. Säuglingskurse sind nichts Neues; sie hat es immer schon gegeben. Und doch waren sie noch ausbaufähig. So hat sich der Reichsmütterdienst des Deutschen 'Frauenwerkes auch dieses ungeheuer wichtigen Lebenszweiges des Muttertums angenom­men. Die Schwester beginnt den Kursus mit allge­meinen Besprechungen. Sie nimmt ihren Anfang beim deutschen Familienleben, kommt ganz von selbst auf die Volksverbundenheit der Familie und somit auch des neugeborenen Kindes mit dem Staate. Sie weist auf die Wichtigkeit der gefunden Fortpflanzung hin, spricht von Erb- und Rassen­gesetzen, von Sippenforschung, von dem Wert der Mutter im jetzigen Staat, von den Erleichterungen, die der Staat bei Eheschließungen und Kinderreich­tum gewährt. Dann befaßt sie sich mit der werden­den Mutter und ihrer natürlichen Lebensweise in der Zeit des wachsenden Kindleins in ihr. Und

bann ist der kleine Erdenbürger da. Theoretisch und praktisch wird jetzt alles erklärt, was zu feinem Wohle nützlich ist. Die natürliche und unnatürliche Ernährung mit all ihren Vor- bzw. Nachtellen mirb erläutert. Aber es gibt nicht nur gesunde Kinder, und so müssen alle Krankheiten, die beim Säualina und Kleinkind Vorkommen, erläutert werden. Auch die ersten Hilfsmaßnahmen kommen zur Sprache, immer aber soll die junge Mutter Ruhe und lieber«

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legung bewahren, nichts leichtfertig nehmen und rechtzeitig den Arzt zu Hilfe ziehen.' Selbstverständ- lich wird auch über die wichtigsten Erziehungsfra­gen gesprochen. Am Schluß kommt die Schwester noch einmal auf die Gesundheit der Mutter im all­gemeinen zu sprechen, baß sie auch im Alter nicht versäumen soll, bafür vorbeugenderweife zu sorgen, denn nur eine gesunbe Mutter dient ihren Kindern, ihrem Mann und dem Staat in vorbildlicher Weise.

Weiierberickt

An der Westseite des europäischen Hochdruck­gebietes, das in Westdeutschland noch immer heite­res Wetter bedingt, hat die Zufuhr feuchterer Luft- massen eingesetzt, so daß es nach Westen bis zu minus 10 Grad in der Nacht zum Samstag zu ver­breiteter Nebelbildung kam. Das wird noch weiter­hin wetterbestimmend bleiben. Doch muß, abgesehen von Nebelbildung, mit dem Auskommen von Be­wölkung gerechnet werden.

Vorhersage für Sonntag: Morgens neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, Tempera­turen wie seither, schwache Winde.

Vorhersage für Montag: Fortdauer des noch vielfach aufgeheiterten Frostwetters.

Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 1,0 Grad Celsius, abends 1,0 Grad; am 4. Februar: morgens4,8 Grad. Maximum 1,5 Grad, Mini­mum heute nacht8,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 0,6 Grad, am 4. Februar: morgens 0,3 Grad. Sonnenschoin- dauer 6,2 Stunden.

Wintersport-Wetterbericht.

Vogelberg. Hoherodskopf: Heiter, 5 Grad, Gesamtschneehöhe 12 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut.

Rhön. Wasserkuppe: Heiter, 1 Grad, Gesamt­schneehöhe 15 cm, Firnschnee, Schi und Rodel gut.

Sauerland. Winterberg: Heiter,15 Grad, Gesamtschneehöhe 16 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: Heiter,6 Grad, Gesamtschneehöhe 90 cm, firn, Schi und Rodel sehr gut.

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Goethe-Bund, Kaufmännis eher Verein in Verbindung mit der Landesuniversität und dem Oberhessischen Kunstverein

Donnerstag, den 9. Februar 1939, abends 8 Uhr, Neue Aula

Vortrag des bekannten schwedischen Dichters

Albin Widen

Altschwedische Kulturüberlieferungen in der Gegenwart

mit Lichtbildern, Film end besang ans eigenen Werken

Die Mitglieder des Goethe-Bandes, des Kaufmännischen Vereins and des Oberhess. Knnstveretns haben freien Rlotritl (G. B. blauer Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 1 K V. grüner Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 8 Oberhess. Kunstverein Mitgliedsausweis). Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenachah. des Landschaft^- bnndes Voikst .m und Heimat, des Ortsvnrbandes Gießen des VDA. erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von SO Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsaus­weises, Nichtmitglieder in 78 Pf. bei Challier und an der Abendkasse, Staden en, M lltä end cbitter zu SO Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude. 8S1d

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