Ausgabe 
3.10.1939
 
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heit gegenüber, als deren hervorragendster Reprä­sentant wohl Winston Churchill angesprochen werden muß. An sich ist ja Churchill eine Figur, mit der man sich in normalen politischen Zeiten kaum ernsthaft beschäftigen würde. Aber da diese Mischung aus Lebegreis, Betrüger und militärischem Hasardeur nun einmal als Marinemimster und Haupteinpeitscher der englischen Kriegspartei das jetzige Londoner Kabinett ziert, so müssen mir im­merhin mit ihm so rechnen, wie es seiner amtlichen Stellung zukommt. Churchill hat es also am Beginn dieser entscheidenden Woche für notwendig gehalten, in einer Rundfunkrede an das englische Volk noch­mals seine umfassende Ahnungslosigkeit bezüglich der kontinentalen Dinge zu offenbaren. Er hat es tat­sächlich fertiggebracht, den Einmarsch der sowjet- russrschen Armee in Ostpolen als einen begrüßens­werten Erfolg der englisch-französischen Politik hin­zustellen, er hat tatsächlich behauptet, daß dem deutsch-russischen Wirtschaftsabkommen jede prak­tische Bedeutung abzusprechen sei, er hat sich tat­sächlich nicht gescheut, in läppischer Weise von dem befreundeten Italien" zu sprechen und damit das herzliche und enge Einvernehmen zwischen den Achsenpartnern, welches durch die Berliner Reise des Grafen Ciano erneut unterstrichen wurde, ein­fach zu ignorieren. Und was dergleichen tolle Dinge mehr sind.

Wir könnten die Münchhausiaden des Herrn Churchill, der in den Augen der Weltöffentlichkeit bereits zum Inbegriff der Lüge geworden ist, auf sich beruhen lassen, wenn dieser Mann eben nicht die Politik eines Weltreiches beeinflußte. Daß es neben ihm sogar in England noch andere Stimmen aibt, die aus ihrer reichen politischen Erfahrung heraus zur Besinnung raten und wenigstens ein Fünkchen Vernunft erkennen lassen, sei gerne zu­gegeben. So hat beispielsweise Lloyd George noch- mms auf die schwere Last der Verantwortung hin­gewiesen, die England in dieser entscheidenden Situation übernehmen könnte. Man kann, sich in der Tat die Folgen eines britischen Eigensinns in diesem Augenblick, da es um den Fortbestand des englischen Regimes geht, garnicht schwer genug vorstellen. H. Evers.

Estland ratifiziert den Beistandspakt mit Moskau.

Am 28. September wurde wie wir schon ge­meldet haben in Moskau ein Beistandspakt und ein Handelsabkommen zwischen der Sowjetunion und Estland unterzeichnet. Reben der gegenseittgen Hilfeleistungspflicht enthält der Beistandspakt ein Versprechen der Sowjetunion, der estnischen Armee Waffen und Kriegsmaterialien zu liefern, wofür ihr von der estnischen Regierung die Be­nutzung der Inseln O e s e l und Dago und des Hafens von P a l d i f k i, das ehemalige Baltifch-Port, als Kriegsmarinebasen eingeräumt wird. Weitere Vertragsteile sehen die Pachtung estnischer Flug­plätze für die sowjetrussische Luftwaffe sowie die Stationierung sowjetrussischer Truppen auf est­nischem Staatsgebiet vor. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Revals 2. Okt. (Europapreß.) Estlands Staats­präsident Paets hat durch ein Sonderdekret den estnisch-sowjetrussischen gegenseittgen Beistandspakt ratifiziert. Kurz vorher hat eine Sitzung bei der Kammer des estnischen Parlaments stattgefun­den, in denen Außenminister Selter ausführlich über die Verhandlungen in Moskau Bericht erstat­tete. Am Montagmorgen traf in Reval ein Sonder- zug aus Moskau mit einer sowjetrussischen technisch-militärischen Kommission ein, die mit der estnischen Regierung über die Durchführung der Bestimmungen des Bei­standspaktes beraten wird. Die Abordnung besteht aus 35 Personen, von denen 14 offizielle Voll­machten besitzen, und steht unter der Leitung des Armeekommandeurs zweiter Ordnung, M e r e s ch - kow.^Den Sonderzug begleitete eine eiaene Zug­wache. Zum Empfang der Kommission hatten sich estnische Offiziere unter Leitung von General R e e k, Reue Gteuergefetze in Italien.

Rom, 2. Okt. (DRV.) Der italienische Minister, rat hat die Einführung einer neuen Kapital­steuer von Vz v. H. vom 1. Juli 1940 ab beschlos­sen. Beschlossen mürbe ferner eine allgemeine Ab­gabe von 2 v. H. auf jeden Umsatz. Aus­genommen sind direkte Kapitaltransaktionen mie der Ertrag von Grundbesitz oder Wertpapierverkäufen, Rückzahlungen von Darlehen. Dafür kommt die bisherige Umsatzsteuer in Wegfall. Die neuen Steuer­einnahmen sollen die Staatsbilanz vor Ausfällen schützen, die durch die derzeitige europäische Lage bedingt sind. Giornale d'Jtalia verrneist auf die be­schleunigte Aufrüstung, die erhöhte Bereitschaft, die neuen sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben des Regimes und sein großes nationales und imperia­les Aufbauprogramm.

Die die Umsatzsteuer ablösende allgemeine Ein­kommen- und Verbrauchssteuer von zwei Prozent wird dem Staate nach den Berechnungen derGa° zetta del Popolo" einen Jahresertrag von rund sechs Milliarden Lire abwerfen. Die außerordentliche Vermögenssteuer von einem hal­ben Prozent dürfte ungefähr eine halbe Mil­liarde Lire ergeben. Bei dieser Steuer sind die Staatsanleihen und Renten, die Spareinlagen und Kontokorrenteinlagen bei den Banken von der Be­steuerung ausgenommen. Außerdem ist das

ganze Vermögen des hl. Stuhles von der Ver­mögenssteuer ausgenommen, ferner die Kirchen, die wissenschaftlichen und Kunstsammlungen, die Do­mänengüter und Vermögen unter zehntausend Lire.

Wahl

des slowakischen Staatspräsidenten.

Preßburg, 2. Okt. (Europapreß.) Am Mon­tagvormittag trat das slowakische Ministerpräsidium zu einer Beratung über die Wahl des Präsi­denten der slowakischen Republik zu- ammen. An der Beratung nahmen Ministerpräsi­dent Dr. Tiso, Außenminister Dr. Durcansky, und

der Parlamentsvorsitzende Abg. Sokol teil. Es wurde beschlossen, die Wahl tes ersten Präsidenten der slowakischen Republik am 2 6. Oktober die­ses Jahres vorzunehmen. Die slowakische Verfassung bestimmt, daß der Präsident der slowakischen Re­publik zugleich auch Vorsitzender der Hlinka-Partei ist. Daraus, daß, wie schon ge­meldet, am Sonntag Dr. Tiso zum Parteivor- sitzenden gewählt wurde, kann geschlossen werden, «daß er auch der erste Präsident des slowa­kischen Staates werden wird. Als Ministerpräsident- schaftskandadit gilt Prof. T u k a. Sonst wird in slo­wakischen Regierungskreisen mit keinen großen Ver­änderungen in toer Regierung gerechnet.

Mr einen Frieden der Gerechtigkeit.

Italienische preffestimmen zur Ciano-Neise.

Rom, 2. Oktober. (DRB.) Zur Berliner Reise des italienischen Außenministers erklärt der Direk­tor des halbamtlichenGiornale d'J t a l i a" die Reise gehöre in den Rahmen jener Politik, die Deutschland und Italien im Hinblick auf das allgemeine Ziel eines Friedens der Gerechtigkeit entwickelt haben. Diese Politik habe sich schon an lebenswichtigen Punkten des Kontinents in glücklicher Weife durchgesetzt. Die Mahnungen und die rechtzeitigen Initiativen von Berlin und Rom seien aber nicht ausgenommen und ein Friede der Gerechtigkeit sei z ur ück ge­rn i e s e n worden. So sei eine Lage entstanden, die einen Teil von Europa in einen Krieg stürzte. Italien habe sich deswegen nicht entmutigen lassen. Die Aktion, die der Duce unter Mitarbeit des italienischen Außenministers zur Ret­tung des Friedens unternahm, sei von den Geg­nern sowie von allen Völkern Europas anerkannt worden. Diese Aktton sei in einer Weise fortge- e tz t worden, die den gemeinsamen und vitalen Interessen der Völker gegenüber einem Kriege am besten entsprächen. In feiner Rede vom 23. Septem- ber habe Mussolini si ch über die P arteien gestellt und nochmals Regierungen und Völker zur Einsicht über die Nutzlosigkeit und Gefahr eines Krieges ermahnt. Gleichzeitig habe Italien ver­hindert, daß sich der Konflikt auf das Mit­telmeer und auf den Balkan aus­breite. Diese wohlüberlegte und aktive Haltung ttmme nicht nur Mit den Interessen und den letzten Zielen des befreundeten Deutschland, sondern auch mit dem Wunsch aller Völker

Europas überein, die mit Sorge dem Fort­gang dieses Dramas zu schauen, das über ihrer Kultur lastet.

Das Blatt stellt abschließend fest, daß die Tragö­die noch nicht tatsächlich entfesselt wor­den sei. Deutschland habe im Osten lediglich das durch Versailles geschaffene Problem gelöst. Heute er­kläre es, alle seine begrenzten Zieleer- reicht und damit den Krieg beendet zu haben. Zusammen mit Rußland und im Einver­nehmen mit den befreundeten Mächten habe sich Deutschland dazu entschlossen, den Krieg so rasch wie möglich zu beenden. Man be­finde sich nunmehr aneinem entscheidenden Wendepunkt, bei dem alle Völker sich besinnen und die Regierenden sich ihrer Verantwortung be­wußt sein sollten. Obwohl schon mehrere Wochen ver­gangen seien, sei n o ch nichts geschehen, was nicht wiedergutzumachen märe, und die Idee eines auf Gerechtigkeit gegründeten Friedens, der den berechtigten Wünschen der Völker entspreche und zugleich Europa eine lange Periode der Sicher­heit und des ruhigen sozialen Fortschritts gewähr­leiste, könne von keiner Regierung und vor allem auch von keinem Volk zurückgemiesen werden. Auch bei den Westmächten erkenne man da und dort zwei Strömungen und man möchte hoffen, daß die gesunden, verantwortungsbe­wußten Kräfte, die die wahren nationalen Interessen und die der europäischen Kultur im Auge behalten, sich endlich gegenüber jenen durchsetzen, die mehr oder weniger unbewußt der Katastrophe zusteuern.

Churchill bewaffnet die britischen Handelsdampser. England an der Verschärfung des Seekriegs schuld.

Amsterdam, 3. Okt. (DRB.) lieber die fort- chreitende und nahezu vollendete Bewaffnung !)er englischen Handelsschiffe mit G e - ch ü tz e n gibt der Flottenkorrespondent der2 i m e s" Auskunft. Churchill habe im Parlament erklärt, daß es nun möglich geworden sei, wirksam gegen U-Boote vorzugehen. Die Arbeiten dazu seien bereits vor zwei Jahren in Angriff ge­nommen worden. Die Handelsschiffe seien schon so vorbereitet, daß sie jetzt ohne weitere sGe- chütze tragen könnten Auch die militärische Ausbildung der Offiziere und Mann­schaften sei vollendet.

Diese Ausführungen sind ein neuerlicher wert­voller Beweis dafür, daß England feine Handels­flotte m i t K a n o n e n gespickt und die Mann- chaften der Handelsschiffe militärisch ausge­bildet hat. England will also seine ganzeHan­delsflotte akttv gegen die deutschen U-Boote ein­setzen, um diese durch Beschießung und Versenkung an der Durchführung prisenrechtlicher Maßnahmen zu verhindern.

Die deutschen U-Boote haben bisher gegenüber unbemaffneten englischen Schiffen so ritterliche Methoden gezeigt, daß die Presse aller Erdteile darüber nur Höch st es Lob zu spenten vermochte. Selbst Blätter, die seit Jahren dem deutschen Volk ablehnend gegenüberstanden, haben geradezu begei­sterte Schilderungen über das Entgegenkommen deutscher U-Boot-Kommandanten veröffentlicht. Diese ritterliche Haltung darf jedoch niemand zur Annahme verleiten, daß die deutschen U-Boote unter allen Umständen bereit wären, dieses Vorgehen auch bann bei zubehalten, wenn sie sich der Gefahr gegenübersehen, von den Kanonen bewaff­neter Handelsschiffe in Grund gebohrt zu werden. Wenn die englischen Handelsschiffe be­waffneten Widerstand leisten oder sogar angreifen (und welchen anderen Zweck sollen Kanonen verfolgen?), bann sind die zur Bekämpfung des englischen Handelskrieges eingesetzten deutschen Kriegsschiffe nicht nur berechtigt, sondern,auch verpflichtet, jeten Widerstand rechtzeitig und mit allen Mitteln zu brechen.

Britischen Piraten in die Hände geiallen.

Erfahrungen eines schwedischen Passagier­dampfers in England.

Stockholm, 1. Oktober. (Europapreß.) Der schwedische Passagierdampfer .Längsholm", der den Dienst zwischen Schweden und den Vereinigten Staaten versieht, lief am Sonntagmittag in Göte­borg ein, nachdem er von den englischen Behör­den fünf Tage und fünf Nächte an sei­ner Weiterfahrt gehindert worden war und die sämtlichen 215 Passagiere, die f a st alle neutralen Ländern anaehören, peinttcken Untersuchungen durch die englischen Marinestellen unterzogen worden waren. Der Kapitän des schwe­dischen Schiffes berichtet, daß dieKungsholrn" am 23. September zwischen den Shetland- Inseln und Island von englischen Kreuzern aufgebracht wurde und sich nach Kirkwall be­geben mußte. Englische Marineoffiziere seien an Bord gekommen und hätten dem Kapitän ver­boten, seine Radio-Geräte weiter in Betrieb zu halten. So sei es dem Kapttän nicht möglich gewesen, seine Reederei von dem Ausbrin-aen des Schiffes durch die Engländer zu verständigen.

Der Kapitän berichtet weiter, daß sich etwa 30 Schiffe neutraler Länder im Hasen von Kirkwall zwangsweise befunden hätten und daß die Passagiere derselben zum Teil Leibes­visitationen unterzogen worden seien. Bei den

Untersuchungen der englischen Behörden sei man so weit gegangen, daß man außer dem Gepäck der Reisenden auch kleine Pakete geöffnet habe. Den Passagieren sei trotz dringender 'Bitten von den englischen Behörden verboten worden, ihren in allen Ländern ansässigen Angehörigen von der Der- zögerung der Fahrt Mitteilung zu machen. Weder Telegramme noch Briefe hätten gesendet werden dürfen, noch sei ihnen die Erlaubnis erteilt worden, Telephongespräche zu führen. Nur dem Kapitän allein sei schließlich genehmigt worden, von Kirkwall aus seine Reederei in Göteborg zu ver­ständigen, doch sei das Telegramm bis heute nicht in Göteborg eingetroffen.

Die Organisation der Wasserversorgung für die beschlagnahmten Schiffe in Kirkwall muß nach den Aussagen des schwedischen Kapitäns geradezu mittelalterlich gewesen sein. Die^ungs* Holm", die täglich etwa 150 Tonnen Wasser ver­braucht, habe in dem englischen Hafen nicht eine Tonne Wasser tanken können, da für bi4 Ge­samtzahl der in Kirkwall Hegenden Dampfer nur 30 Tonnen Wasser geliefert werden könnten.

Konvoi-System für skandinavische Handelsdampfer.

Stockholm, 3. Okt. (Europapreß.) Die Schaf­fung eines Konvoi-Systems für skandinavische Han­delsdampser, die sich in neutralen Gewässern besin- den, wird von den Regierungen ter drei skandina­vischen Staaten erörtert. Der Plan, ter vorläufig nur in seinen Umrissen bekannt ist, sieht vor, daß sich die Handelsschiffe, soweit sie eine gleiche Fahrt­richtung haben, möglichst zu mehreren zu­sammenfinden sollen, um an der neutra­len Küste entlang ihren Weg zu nehmen. Auf diesem Wege sollen sie von Küstenpatrouil- lenschiffen und Zerstörern der betreffen­den neutralen Länder begleitet werden. Schließ­lich ist von.den Regierungen eine Verstärkung der K ü st e nba11erien sowie eine Vermeh­rung der Anzahl der Aufklärungsflug­zeuge an der Küste geplant.

Die dänische Presse setzt sich mit der deut­schen Ankündigung auseinander, wonach man den Konterbandekrieg in Zukunft genau so führen werde, wie es England mit der Veröffentlichung seiner Konterbandeliste schon seit langem tue. Die Ber­liner Vertreter der Kopenhagener Blätter berichten, daß dieser deutsche Beschluß unabänderlich sei und man im Reich auf dem Standpunkt beharre, daß der Grundsatz des normalen Handels von allen Nationen und nicht nur von Deutschland ge­achtet werden müsse. Aus diesem Grund könne man auch in dem Ausbringen dänischer Schifte durch deutsche Kriegsschiffe keine Verletzung der Handels­klausel des deutsch-dänischen Nichtangriffspaktes er­blicken. Diese Handelsklausel spreche von der Auf­rechterhaltung des normalen Handels im Kriegfalle. Das Vorgehen Englands habe jedoch die Grundlagen dieser Bestimmung vernichtet. Un­ter den augenblicklichen Umständen könnten die Neutralen nichts anderes tun, als in London auf eine Abänderung der Konterbande-Register zu drängen. Deuftchland werde einer solchen Aenterung folgen. Was den Handel der neutralen Staaten untereinander angehe, so vertrete das Reich den Standpunkt, daß dieser Handel frei sein müsse, vorausgesetzt natürlich, daß Waren von einem neu­tralen Hafen nicht über einen anderen neutralen Hasen in das Land des Feindes gebracht würden.

Das Angebot des englischen Marineministers Churchill an die neutralen Staaten, in Zukunft ihre Schiffstransporte nach englischen Häsen von britischen Kriegsschiffen begleiten zu lassen, findet in Dänemark im allgemeinen nicht das Echo, das sich London offensichtlich erhofft hatte. Man ist sich im klaren darüber, daß ein f o l -

Der Rundfunk-Schlager.

Der Schlager im Rundfunk ist eine altbekannt, Erscheinung. Aber am letzten Sonntag wurde bai Heeres-Wunschkonzert durch überraschend. Umstände in feiner Gesamtheit zu einem Schlager Es war ein ganz ungewöhnliches Erlebnis und ruck« artig wurden Front und Heimat für alle Zuhörer in einer ganz neuen und eigenartigen Weise mit« einander verbunden. Und das kam also: Don der Front waren lebhafte Wünsche laut geworden, das der Rundfunk neben der klassischen Musik auch all« gemein' gängige Weisen wie Marsch und Tanzlieder sende. Darauf wurde das Heereswunschkonzert an« beraumt.

Und nun kam die eigentliche Ueberrafchung: irgend jemand kam auf den Gedanken, einem frisch gebackenen Papa an der Frontauf diesem nidjf mehr ungewöhnlichen Wege" die frohe Botschaft von der eben erfolgten Ankunft eines Sprößling; mitzuteilen. Damit war der Lichtschalter um geteert Denn nun wurde es in allen Köpfen darüber helle, daß solche frohe Ereignisse auf diesem schnellsten Wege zur Kenntnis jüngerer und älterer Soldaten« Väter gelangen könnten. Jetzt hagelt es Geburts« anzeigen. Wiederholt wurde auch die Ankunft von Zwillingen verkündet oder mitgeteilt, daß das rosig-.

Glockenläuten

zum Gedenken on den Sieg.

B e r l i n, 2. Okt. (DRB.) Aus Anlaß des bevor» flehenden Einzuges der deutschen Truppen in Dar. schau werden die Kirchen neben der bereits an. geordneten Beflaggung zum dankerfüll­ten Gedenken des Sieges und zumGe- denken an die Gefallenen vom Tage ta Einmarsches ab für die Dauer von sieben Tage« mittags eine Stunde lang, und zwar vo« 12 bis 13 Uhr, die Glocken lauten.

Kindchen gerade am 1. Jahrestag der Hochzeit auch den ersten Schrei getan habe. Ja, ein Vater erfuhr, daß ihm das zehnte Kind geboren fei, und ein an. derer Vater, daß der 14. Sprößling angekommen ist

Wie stark diese Umwandlung eines Liedkomerträ in eine musikalisch umrahmte Geburten Verkündigung alsSensation" rm eigentlichen Wortsinn, also als «eine Gemütsbewegung empfunden wurde, davor zeugt, daß sich sehr bald ein Spender von 20 RM für eine kinderreiche Familie fand. Und als das 14. Kind in einem anderen Falle gemeldet wurde, da ging gar die Nachricht über die Sender, dH unser Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk 200 NM. stiftete und zugleich in feinet Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes kinder­reicher Familien um die Anschrift der Mutter bat Der Reichspropagandaminister aber setzte schien- nigft eine Wiederholung dieses Heere» Wunschkonzertes für den nächsten Donnerstag an In dem vielstimmigen Chor war nur ter Sprech« des Rundfunks leicht bedrückt, er versicherte kurz vor Schluß der Veranstaltung, daß nur noch einige Minuten zum Spielen eines Liedes übrig bleibe« und lehnte die Durchgabe weitererEingänge" ab,

Im Grund genommen hat sich bet dieser amüsant- gefühlvollen Erfahrung nur gerade das wiederholt, was jeder empfunden hat, der wirklich einmal feine Nase geraume Zeit in die Fremde gesteckt hat. Kam er dann zurück, so wollte er in seiner HeirnatzeitunL zu allererst lesen, wie es daheim au stiehl und dieses Interesse verband sich oft genug mit absoluten Nebensächlichkeiten wie zum Beispiel Per- sonalnachrichten über Trauungen, Geburten, Sterbe, fälle oder Inseraten von Gaststätten, mit denen un­seren Weltfahrer Erinnerungen aus der Jugendzeit verknüpften. Es war ihn sehr viel wichtiger etroc zu erfahren, daß das Lieschen vom Bäcker Schulze, die ihm immer die frischen Brötchen über de« Kuchentisch hinweg verkauft und glücklich verheiratet sei als etwa einen weitspurigen Parlamentsbericht zu studieren. Das ist im Grunde genommen genau 'dasselbe Gefühl, das auch jetzt wieder fo viele Sol- baten an der Front zu der Bitte veranlaßt.: Schickt uns Zeitungen!"

cher Convoi-Zug nur die Aktionen ter Partei heraufbeschwören muß, mit der sich die begleitende« Kriegsschiffe im Krieg befinden.

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Eine ganze englische Ausklärungsstaffel vernichiei.

London, 2. Okt. (Europapreß.) Das eng' lische Oberkommando in Frankreich sieht sich genötigt, schwere Verluste der en gl' lisch en Luftstreitkräfte an der West- front zuzugeben. Die Tatsachen reden in diesem Fall eine so eindringliche Sprache, daß die üblich« englische Ableugnungstaktik nicht beibehalten werde« konnte. In einem durch das In formationsmi niste- rium ausgegebenen Bericht wird ein Lu ftge - fecht zwi sch en fünf englischen Auf' klärungsflugzeugen und einer An- zahl deutscher Messerschmitt-Mas ch i' n e n eingehend beschrieben und mitgeteilt, daß hi» ter den deutschen Linien drei der englischen Flug' zeuge abgeschossen wurden und ein weiter«- zurLandung gezwungen wurde. Das letzte, dem Feuer der deutschen Maschinen entkommens Flugzeug des die Staffel kommandierenden Dffi' ziers wurde nach dem Bericht so schwer be­schädigt, daß es bei der Landung hinter btt englischen Linie sich überschlug und in Bran^ a e r i e t, wobei zwei von den drei Mann ter Be­satzung schwer verletzt wurden. Die englische Aufs' nörungsftaffel wurde also völlig vernichtet!.

UGA.-Knegsschiff-patrouillen im Atlantik. I

Washington, 2. Okt. (Europapreß). ®* Anzahl Torpedobootzerstörer und leicht Kreuzer patroullieren auf telegraphischen Befchl Roosevelts ununterbrochen in den atlanti' schen Gewässern und zwar auch in erheblich^ Entfernung von der USA.-ftüfte. Diesem Dw sind auch einige Torpedoboote zu geteilt worden, schon seit Jahren ftillgelegt waren und jetzt wieder in Dienst gestellt wurden. In einigen Abschnitt«" beteiligt sich auch die Luftwaffe an diesen M»' nÖDern zum Schutze der 5düste. Die Ueberwachun^ erstreckt sich auf 200 Meilen vom Festland. Kriegs schift ter Kriegführenden wird sofort Regierung angezeigt.