Ausgabe 
3.8.1939
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 179 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag. 3. August 1939

Aus der Stadt Gießen.

Trost für Oaheimgebliebene.

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt!"

Alle Gießener gedenken des 2. August 1914.

Eindrucksvolle militärische Feiern.

So heißt es wohl bei Eichendorfs. Ist das nun wirk­lich wahr? Matthias Claudius singt:Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen."

Und so will ich denn allen denen, die zu Hause geblieben sind, etwas erzählen. Sehen Sie, da sitzt man nun an der Ostsee. Man hat es sich so lange gewünscht. Das Wetter ist herrlich, Sonne und Wind, aber, was hat man davon: Sonnenbrayd! Den kriegt man in Gießen nicht, wenn man auf seinem Balkon sitzt oder in seinem Garten. Ja, und unsere schöne Lahn! Gibt es darin etwa Quallen und Krebse? Nein, bestimmt nicht, oder man würde sie wenigstens in dem Wasser nicht sehen, wie hier, wo es so klar ist, daß man bis auf den Grund schauen kann. Und wie salzig ist es auch noch; da lobe ich mir das süße" Wasser der Lahn! Und wie sanft und gleich­mäßig sie dahinfließt, da wird man nicht zum Spiel­ball der Wellen, die einen einfach umschmeißen. Eine Respektlosigkeit ist das! Wenn man aber segeln will, dann ist das Wasser so glatt und still, kein Lüftchen regt sich. Soll man sich da nicht ärgern? Und hat man in Gießen vielleicht immer Sand in den Schuhen? Das würde unsere Stadtverwaltung gar nicht zulassen. Da gibt es nur saubere, glatte Straßen, auf denen man sich nicht seine besten Schuhe ruiniert wie hier. Aber was sage ich, nur in den Schuhen? Nein, im Haar- hat man Sand, zwischen den Zähnen, im Briefpapier steckt er und im Photo­apparat, einfach überall!

Soll ich Ihnen noch mehr erzählen? Ja? Vor allem, was mir hier noch auffällt: man hört nicht ein kräftiges, hessisches Wort, jeder spricht so fein, am Strand stolpern sie über die Steine,da kann ich mir ümmer so arg ärgern!" Sie müssen nämlich wissen, es sind schrecklich viel Hamburger hier. Aber gestern sahen wir auf dem Parkplatz einen Vll-Wagen stehen, den hätten wir beinahe umarmt vor lauter Freude.

Vom Essen muß ich auch noch erzählen: Ham­burger Rauchfleisch, Aal und Rote Grütze lasse ich mir ja gefallen, aber was sagen Sie zu Bohnen, Birnen und Speck?

Neulich gab es ein dolles Gewitter. Zuerst war es ja fein, wie das Wasser Plötzlich blaugrün und schwarzsilbern aussah und weiße Wogenkämme hatte, wie die dicken, schwarzen Wolken näherrückten, die Blitze zuckten und der Donner lang hinrollte. Dann fing es mächtig an zu regnen, und wir saßen, dicht- > gedrängt, zwei Stunden im Strandkorb, bis sich der E Aufruhr wieder legte. So was kann einem doch in > Gießen nicht passieren!

Ueberhaupt dieses Wasser! Mal ist es zuviel, mal ;zu wenig! Im Hause nämlich, da ist es anscheinend i immer knapp. Das Kind singt deshalb:

Dort drüben fließt ein Ozean, Hier muß man sehr mit Wasser spar'n!

In der Küche ist eine Pumpe die aber neulich .auch kaputt war, da muß man sich, wenn man lder Reinlichkeit frönen will, eine Wasserkanne nach- jfüllen. Was nicht so ganz leicht ist, nämlich: mit seiner Hand pumpen und mit der anderen den Krug Darunterhalten. Was aber jene Klause betrifft,still- gberühmt in jedem Hause", so kann ich nur mit» Meilen, daß sie sich im Hofe befindet, das Gegenteil ivon einem WC. Bei.Regenwetter und Wind, früh- »norgens, nein, ich will lieber nichts weiter sagen! 2D, wie ist es in Gießen so schön! E. L. St.

: NS-SelneinWsl groft W We

k d F.. 5 ch w i m m st u n d e.

2lm Freilag. dem 2. August 1939, wird die ! Schwimmstunde der 315(3.Kraft durch Freude" im wolksbad wieder ausgenommen. Die Sportstunden Maden wieder statt in der Zeit von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr und von 21.30 bis 22.30 Uhr. 5317V

Sie Appelle.

Im Fliegerhorst.

Bei den einzelnen Wehrmachtsteilen und den DienftfteUen fanden in den Vormittagsstunden feier­liche Appelle statt.

Für das Kampfgeschwader und den F 1 r e g e r h o r st wurde der Appell auf dem Roll­feld abgehalten. Die Flieger waren mit ihrer Fahne aufmarschiert. Unter den von dem Musikkorps unter Lesung von Musikmeister Pfarre gespielten Marschweisen schritten Generalmajor der Flieger « ü ß m a n n und der Geschwaderkommendore Major L a ch e m a i r die Front ab. Generalmajor Süßmann und der Kommandeur des Fliegerhorstes Entwicklung der politischen Lage vor dem Kriege schilderte und dann auf die heutigen Verhältnisse einging, die Deutschland nicht unvorbereitet finden. Er verlas den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, des Generalfeldmarschalls Göring und schloß mit dem Treugruß an den Führer und Obersten Befehlshaber den Appell. Nachdem das Musikkorps die Lieder der Nation gespielt hatte, nahm Generalmajor Süßmann den Vorbeimarsch ab.

Bei der Artillerie-Abteilung.

In einem kurzen würdigen Appell wurde auch bei der III. Abteilung des Artillerie-Regiments 9 der Feiertag der deutschen Wehrmacht begangen. Die ge­samte Abteilung war im offenen Viereck auf dem großen Platz vor dem Wirtschaftsgebäude angetreten und hörte eine Ansprache von Hauptmann G r i s a r, der in klarer Ueberschau einen geschichtlichen Abriß von 1914 bis 1933 gab. Er schilderte, wie zwar schon vor dem Kriege feindliche Kräfte das deutsche Volk in sich zerreißen wollten, der Kriegsausbruch aber doch das Volk begeistert zusammenstehen und zu den Waffen greifen ließ. Hauptmann G r i s a r sprach dann von dem heldenhaften Ringen der deutschen Armee während der vier Kriegsjahre, von der schweren Zeit nach 1918 und dem Chaos, das durch verantwortungslose Staatsmänner bis zum Jahre 1933 angerichtet wurde. Er schilderte aber gleich­zeitig auch den großen Wandel des Geistes und der Gesinnung nach der Machtergreifung durch den Füh-

Lomotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die Frau ohne Ver­gangenheit".

Auch Front- und Kriegsschwestern bei der Tannenbergfeier.

NSG. Der NS.-Reichskriegerbund hat alle ehe­maligen Front- und Kriegsschwestern, die an der Schlacht von Tannenberg teilgenommen, oder die Verwundete aus dieser Schlacht gepflegt haben, auf» gerufen, an der Feier in Tannenberg am 27. August teilzunehmen. Es wird den Schwestern ermöglicht, mit den Sonderzügen des NS.-Reichskriegerbundes, von denen auch einer von Frankfurt a. M.' aus geht, mitzufahren und in einer zur Verfügung stehenden guten Jugendherberge in Hohenstein unterzukom­men.

Unsere (Speisepilze.

In bezug auf Nährwert sind auf Grund neuerer Untersuchungen einige Pilze den meisten Gemüsen mindestens gleichzusetzen. Sie enthalten nämlich wichtige, im Gemüse und Obst weniger vorhandene Vitamine. An Geschmackswert sind die besten Pilz­arten vielen Gemüsen überlegen. Bei Untersuchun- gen ergab es sich, daß z. B. die Pfifferlinge, auch

Es handelt sich um einen Fall von plötzlichem Gedächtnisschwund infolge der Schockwirkung eines K-erkehrsunfalls. Dergleichen kommt vor man teft darüber von Zeit zu Zeit immer wieder No­tgen in der Zeitung und ist als medizinische yrfd)einung an sich schon interessant. Bedeutsamer rt natürlich, was der Film hier neben und jen- mts der klinischen Seite eines solchen Falles __

daraus zu machen versteht. Wir übersehen nicht daß in derFrau ohne Vergangenheit", vielmehr wne Gedächtnis oder Erinnerung sie antwortet M die sachlichen Personalfragen immer nur: ich ^eiß nicht die Handlung einige Zugeständnisse m den üblichen Spielfilm und an das Publikum ^-.acht, aber das kann für seine Beurteilung, wie

Klauben, nicht ausschlaggebend sein; wichtig ist, hier, was man ost lange vermissen muß, ein t'fllnt miefcer .einmal mit dem richtigen Instinkt auf

Objekt anaesetzt ist, an dem er sich bildhaft, atlo seinem ursprünglichen, innersten Wesen gemäß 52n JQ!!en vermag. Und deshalb lenkt dieser Film riht beispielhaft wieder einmal den Blick auf ein s »aIPro^em aller modernen Produktion: auf

Frage nach dem legitimen, nach dem wirklich siingerechten Stoff. Wir glauben, daß hier jo ein

Die Frau ohne Vergangenheit."

Gloria-Palast.

Die Fabel, die hier behandelt wird, hebt den Film aus einer ganzen Reihe anderer merklich her- iaus, die auch unterhaltsam, auch spannend, auch Iximmaliftijd) oder psychologisch interessant sind. Wenn man zu werten, zu vergleichen rmd an den wesentlichen Punkten zu unterscheiden versteht, wozu unter anderrn eine gewisse Ueberficht über die Produktion erforderlich ist, wird man finden, daß !»ie Bearbeiter das spezifisch Filmische oder Film- gerechte m dem Stoff aufgespürt und auch nachher ^erausgearbeitet haben. Nicht, als ob keine andere Oarstellungsform möglich gewesen wäre: das Dreh­buch von Charles K l e i n und H. G. P e t e r s f o n W auf eine Novelle von Curt I. Braun zurück, !ne wir nicht kennen, deren Reiz und deren erzähle- '^sche Chancen man aber nach den Bildern auf der fotnroanb abfchatzen kann. Indessen haben wir i-er wieder einmal eine der ziemlich seltenen Ge- ^genheiten, wo die Kamera in ihren Ausdrucks- Tnoglichkeiten weiter reicht, plastischer sieht und kon- ^ntrierter auffaßt, als es der Feder auch des ixgabten und spürsinnigen Novellisten gegeben

Stoff vorlag; das ist erheblicher als Einzelheiten der Ausführung, über die gestritten werden mag.

Die Handlung ereignet sich auf verschiedenen Ebenen oder Stufen des Bewußtseins; sie lagert sich in mehreren Schichten gewissermaßen überein­ander, sie überbrückt beträchtliche zeitliche wie räum­liche Abstände. Es wird hier gezeigt, wie ein zu­fälliges, fremdes, mit Dunkelheit und Geheimnis beladenes Schicksal in eine geordnete, Helle und klare Gegenwart einbringt und langsam, immer mächtiger, von ihr Besitz ergreift; wie eine schritt­weise entschleierte Vergangenheit das gegenwärtige Dasein überfällt und belastet. Wieder erleben wir die oft geübte Technik einer allmählichen Auf­rollung und Abspulung des Handlungsfadens nach rückwärts, aber immer bleibt bei diesem Vorgang der seelische Antrieb stärker und entscheidender als der kriminalistische. Dies alles ist filmisch gesehen und entwickelt, optisch dargestellt und synoptisch, d. h. zusammengesehen, zusammengerafft gleichsam im Blickfeld des Beschauers, und solche Mittel be­herrscht naturgemäß die Kamera mit größerer Seh­schärfe, Trennschärfe und Plastizität als es die schrei­bende und beschreibende Feder vermöchte; man denke etwa an das Bild, wie ein fremder Mensch auf der Straße auftaucht, vor einer Haustürwie aus dem Boden gewachsen": geschrieben hat dieses Bild durch allzu häufigen und nachlässigen Gebrauch viel von seiner Anschauungskraft verloren; durch das Auge der Kamera gesehen, gewinnt es sogleich seine ganze Ursprünglichkeit zurück.

Ein echter Film also .... und auch ein Tonfilm, der seinen Namen verdient; man wird bemerken, daß die Musik hier, im Gegensatz zu zahllosen an­deren Filmen, mehr ist als gefällige Kulisse ober Stimmungsträgerin: ein mitfpielenber Handlungs- faktor nämlich. Man wird gewahr, wie eine be­stimmte Melodie und später ein gewöhnliches, un­musikalisches, aber heftiges Geräusch, an das Ohr der Frau dringend, durch die Klangassoziation ge­nau die Erinnerungsstelle im getrübten Bewußtsein trifft und gleichsam weckt, von der aus sich der Blick in die verschleiert gewesene Vergangenheit wieder auftut

Neben den Verfassern des Drehbuches gebührt dem Italiener Nunzio M a l a s o m m a das Ver­dienst, in seiner feinfühlig nachspürenden und ab­tastenden Leitung des Spieles solche Elemente zu sinnfälliger Wirkung gebracht und damit den Blick wieder .auf die eigentlichen, großen und vielfach noch unerschloffenen Möglichkeiten im Bereiche der Filmkamera gelenkt zu haben.

rer und den grandiosen Aufbau der deutschen Wehr­macht zu ihrer heutigen Unüberwindlichkeit.

L-Bataillorr.

Beim E.-Bataillo,n fand der Appell in der Mit­tagsstunde statt. Auf dem Hof der Unterkunft waren die Mannschaften angetreten, zu denen der Kom­mandeur des E.-Bataillons, Oberstleutnant Meu - ther sprach. In längeren Ausführungen erinnerte er an die Situation vor 1914 und auch daran, daß trotz der damaligen politischen Zersplitterung das Volk einmütig und begeistert zu den Fahnen eilte. Im weiteren Verlaufe seiner Ansprache machte er auf die Einkreisungsabsichten der Westmächte auf­merksam, die heute wie vor 25 Jahren mit den gleichen Mitteln und Methoden gegen das deutsche Volk ankämpfen. Dem Feinde sei es damals zwar gelungen, den Glauben des Volkes zu erschüttern, aber Den heldenmütigen soldatischen Geist vermoch­ten sie nicht zu vernichten. So entstand aus den Freikorpskämpfern und Zeitfreiwilligen der Wider­stand gegen das drohende Chaos und durch den Führer wieder wurde ein großes Volk wieder er­füllt von soldatischem Geist. Oberstleutnant Meuther verlas den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch, und schloß damit den Appell.

Der Große Zapfenstreich.

Mit der Garnison nahm ganz Gießen Anteil an dem Feiertag der Wehrmacht, der durch die Fahnen auf den Kasernen und den Dienststellen auch äußer­lich in Erscheinung trat. Der festliche Abschluß des gestrigen Tages, der Große Zapfenstreich, hatte viele Gießener auf die Straßen gelockt. Bereits als die Mannschaften zur Zeughauskaserne mar­schierten, waren die Straßen dicht umsäumt. So niancfjer der 1914 mit dabei war, stand am Stra­ßenrand und schaute der Jugend nach, die jetzt im Gleichschritt für ein starkes Deutschland marschierte.

Im Hofe der Zeughauskaserne drängten sich die Menschen in dichter Menge. Das langgestreckte Ge­bäude war illuminiert. Im Dunkel des Kasernen­hofes hatten sich die Abordnungen der Wehrmachts­

teile, die Politischen Leiter, die Formationen der *1*1. der SA. und des NSKK. gestaffelt aufgebaut. Auch der NS.-Reichskriegerbund war mit einer stattlichen Abordnung unter der Führung von Ka­meradschaftsführer Leutnant d. R. Hans Bill ver­treten. Den hinteren Teil des Hofes bis zu den Verwaltungsgebäuden füllten viele Volksgenossen, die auch dabei sein wollten.

Divisionskommandeur Generalleutnant von A p e 11 begrüßte seine Ehrengäste, den Hoheits­träger des Kreises Wetterau, Kreisleiter Back­haus mit seinen Mitarbeitern, SA.-Brigadesichrer Schwarz mit seinem Führerstab, ---Standarten­führer Frosch, Generalmajor a. D. E. Gros als Vertreter des Offizierskorps der alten Armee, Landrat Dr. Lotz, die Beigeordneten der (Barni» fonftabt, Nicolaus und Vogt, Professor Dr. Rauch als Vertreter der Universität und viele andere.

Als unter dem Kommando des Oberleutnants der Flieger G ü n d e l der Große Zapfenstreich, der von der II/Kampfgefchwader 55 gestellt worden war, auf dem Kasernenhof eintraf, ging eine freudige Bewegung durch die Massen. Nach der Meldung des Großen Zapfenstreiches an den Divisionskom­mandeur Generalleutnant v. Apell leitete das Mu­sikkorps des Kampfgeschwaders 55 unter der Führung von Musikmeister Pfarre das große militärische Schauspiel mit einem Marsch ein und spielte dann das LiedVolk ans Gewehr". Als die Wirbel er­klangen, die den Großen Zapfenstreich ankündigten, und die Ehrenkompanie unter das Gewehr trat, gingen die Lampen auf dem Kafernenhof aus. In dem Dunkel des Abends hatte das Locken der Pfeifen und Schmettern der Trompeten einen eige­nen Klang. Die Weifen des Niederländischen Dank­gebetes schwangen sich durch die abendliche Stille. Der Große Zapfenstreich klang aus in den Liedern der Nation.

Ein Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur Generalleutnant v. Apell, der Kreisleiter Back­haus, Generalmajor a. D. Gros, sowie Land­rat Dr. Lotz cm seine Seite gebeten hatte, be­endete das militärische Schauspiel, mit dem überall in den deutschen Garnisonen der 25. Wiederkehr der Mobilmachung von 1914 gedacht wurde.

Eierschwamm ober Gelbschwämmchen genannt, einen erheblichen Gehalt an Vitamin A (Wachstums­vitamin) haben, so daß Pfifferlinge zu unseren besten Vitamin-A-Quellen gehören. Der Gehalt an Vitamin B (antineuritisches Vitamin) bei den Pfif­ferlingen entspricht ungefähr den Verhältnissen bei den meisten Pflanzen. Vitamin C (antiskorbutisches Vitamin) konnte bei den damaligen Tierversuchen nicht festgestellt werden. Dagegen wurde in allen untersuchten Pilzarten eine erhebliche Menge an Vitamin D (antirachitisches Vitamin), mit Aus­nahme der in dunklen Räumen gezüchteten Cham­pignons gefunden, so daß die Pilze eine wichtige Quelle für Mineralstoff und Vitamin D barstellen. Das Vitamin D wirb bei der im Haushalt üblichen Pilzzubereitung fast gar nicht vermindert, und so­gar die Pilzkonserven ergaben einen verhältnis­mäßig hohen Vitamin-V-Gehalt, wie er in den meisten Gemüse- und Obstsorten nicht gefunden wurde.

Wir können uns daher in guten Pilzkonserven für die vitaminarme Zeit wertvolle Vorräte zur Nah­rungsergänzung im Winter und Frühling schaffen. Es lohnt sich von der gesundheitlichen und wirt­schaftlichen Seite, die Pilze und ihre besten Zu­bereitungsformen kennenzulernen. Für viele Men­schen ist es eine besondere Freude, in der Freizeit und im Urlaub auf diePilzjagd" zu gehen. Der Aufenthalt dabei in der Natur, in Luft und Sonne ist ein weiterer Gewinn, welcher der Gesundheit

In der Titelrolle erscheint Sibylle Schmitz, die wir wohl imTanz auf dem Vulkan" zuletzt ge­sehen haben, und die hier etwa an ihre (in man­chen Zügen verwandte) Ausgabe in dem früheren FilmDie Unbekannte" wieder anknüpft: ihr liegen solche psychologisch vertieften, gleichsam dop­pelschichtigen Gestalten ausgesprochen, und sie hat in der Haltung, im Ton, vor allem im Mimischen den verstörten, nerängjtigten, gehetzten und ratlosen Ausdruck, der diese Frau kennzeichnet.

Albrecht Schoenhals, in Gießen seit seinem Besuch auch persönlich bekannt, gibt als ihr Partner, wie wir finden, eine vortreffliche Leistung; er kann, da er früher Arzt war, hier ganz in der vertrauten Sphäre bleiben und wirkt auch als Charakter so persönlich und menschlich, wie wir ihn kaum zuvor gesehen haben. Bernhard Minetti zeichnet mit harten Konturen das erschreckende Bild einer hem­mungslos ins Verbrecherische abgeglittenen Exi­stenz. Sehr Gutes leisten in kleineren Aufgaben u. a. Paul Bildt, Hans L e i b e 11, Paul Otto, Hans Zefch - Ba 11ot und Maria v. T a s n a d y. (Märkische-Panorama-Schneider-Südost.)

*

Vorher sieht man die neue Ufa-Tonwoche und einen belehrenden Film vom Holz als Werkstoff, von Möbelbau und Wohnkultur.

Hans Thyriot.

Dildnismasken vom lebenden Menschen

Schon die Bronzebildhauer der italienischen Re­naissance kannten die Anwendung von Naturabgüs- fen bei der künstlerischen Gestattung, und es sind auch später noch von Künstlern und Kunsthandwer­kern Abformungen von Naturobjekte benutzt wor­den. Aber das Arbeitsverfahren, das Abformen mit Gips, war sehr umständlich und nur einem geschul­ten Praktiker möglich. Die Vorbereitungen waren, wenn es sich um die Nachbildung des Antlitzes lebender Personen handelte, wenig angenehm, so daß solche Gipsabgüsse sehr selten waren. Nun hak aber, wie Dr. Hans Kahns inReclams Univer­sum" berichtet, Ernst Fischer ein neues Verfah­ren, Bildnismasken vom lebenden Menschen herzu­stellen, entwickelt, das die bisherigen Nachteile ver­meidet. Der Gips ist durch eine neuartige, hand­liche Masse abgelöst, die nach dem Auftrag elastisch erstarrt. Ohne lästige Vorarbeiten wird eine dick- breiige Schicht für das Negativ aufgetragen, die in fünf Minuten fest wird und keinerlei quälende Be­gleiterscheinungen auslöst. Das gelatineartige Ma­terial legt sich weich auf die Haut und reißt kein

zugutekommt. Lernt deshalb die wichtigsten Wild» I gemüfe und -falate, die heimischen Hausteepflanzen, die eßbaren Wildfrüchte und vor allem unsere köst­lichen Speisepilze kennen, so mahnt das Organ des Sachoerständigenbeirates für Volksgesundheit bet der Reichsleitung der NSDAP., die ,',Dolks-Gesund- heits-Wacht". Denn wenn die Kenntnisse vorhanden sind, dann kommt auch die Freude am Sammeln.

Wandergewerbe- unh Hausierscheine nur noch vom Arbeitsamt.

Im Rahmen der Maßnahmen für einen erfolg­reichen Arbeitseinsatz aller vorhandenen Kräfte war bereits eine Sichtung der Inhaber von Wanderge­werbescheinen usw. auf ihre bessere Verwendungs­möglichkeit an anderen Plätzen und eine entspre­chende Einschränkung der Neuausgabe solcher Scheine erfolgt. In sinnvoller Ergänzung dieser Maßnahmen schreibt eine soeben ergangene Verord­nung des Beauftragten für den Dierjahresplan vor, daß in Zukunft Wandergewerbescheine oder Stadt­hausierscheine nur mit Zustimmung des Arbeits­amtes erteilt werden dürfen, das für den Wohn­ort des Antragstellers zuständig ist. Auf Antrag des. Arbeitsamtes sind bereits erteilte Wanderge­werbescheine oder Stadthausierscheine zu entziehen. Die Neuregelung löst die bisherigen Bestimmungen über die Ausgabe solcher Scheine durch die Polizei, lab. Die mit Zustimmung des Beauftragten für den

Härchen aus. Nicht einmal liegen muß der Abzu­bildende, wie es beim Gipsabguß erforderlich mar, sondern er behält seine natürliche Stellung bei, sa daß eine ungezwungene freie Wirkung des Positivs, das von dem mühe- und schmerzlos abgelösten Ne­gativ abgenommen wird, leicht zu erreichen ist. Der Eindruck, den die wiedergegebenen Bildnismasken von bekannten Persönlichkeiten, wie dem Dichter Hans Friedrich Blunck, dem Kapellmeister Dr. Karl Muck und anderen machen, ist außerordentlicst lebendig und beseelt und vermeidet jede Starrheit. Sie sind weit davon entfernt, wie Totenmasken zu wirken, sondern haben die unmittelbare Frische pul- fierenden Lebens; man vergißt fast, daß man rein technischen Gebilden gegenübersteht, so stark spricht das Persönliche der Dargestellten aus diesen Bildnis- masken. c K

-------- N

Zeitschriften.

Das August-Heft der ZeitschriftNeues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68, bringt zu Beginn einen grundsätzlich bemerkenswerten Beitrag zur Rassenfrage in den Vereinigten Staaten unter dem TitelSchwarz und Weiß in USA., ein Kapitel Heuchelei" mit zahlreichen interessanten Aufnah­men. Dr. Gustav Franke behandelt denFall Kam­merer". Mit schönen Bildern erscheint ein anregen­der BeitragGlaube und Schönheit Anmut und Rhythmus auf dem Reichssportfeld". Dr. H. Mei­ner! unterrichtet über Ehevermittlung für Erbkranke. Gut und anschaulich bebildert ist endlich der Bei­tragArtgesetze auch im Walde" von Oberlandforst­meister Erhard Hausendorff. Auch imMerkbuch der Zeit", in der Rubrik der kleinen Notizen aus aller Welt und in der Bücherecke findet der Leser eine Menge anregendes Material.

D i e Siren e", die große deutsche Luftschutz- Illustrierte, weiß, daß man auch beim Luftschutz den Humor nicht verlieren darf. So stellt das neueste Heft mit einem luftigen Seitenblick fest, was man in London und Paris alles anstellt, um sich zu sichern. Der kleine Bericht erzählt von untauglichen Schutzgräben, in denen Enten nach Regenwürmern suchen, von Sand zum Feuerlöschen, den man bet Glatteis verbrauchte, von eleganten Damen, die kleidsame" Gasmasken suchen. Die neueSirene* bringt daneben eine Fülle aufschlußreicher Bildbe­richte über Luftschutz in Bamberg, über einen wan­dernden Luftschutz-Lehrtrupp, über Selbstschutzgeräte, Entrümpelung und vieles andere, dazu die Mittei­lungen des Reichsluftjchutzbundes.