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Belgiens Llnabhängigkeitspolttik
Kurs und Klippen.
Don unserem Pls.-Derichierstaüer.
Neugliederung der Gendarmerie.
Berlin, 2. Aug. (DNB.) Da der Ausbau der Gendarmerie des Einzeldienstes — im Gegensatz hierzu versieht bie motorisierte Genbarmerie in geschlossenen Formationen ihren Dienst in Bereitschaften — in den einzelnen Länbern des Reiches Unterschiebe aufweist, bie ihre Führung und Verwaltung erschweren, hat der Reichsführer ff und Chef ber deutschen Polizei auf Vorschlag des Chefs der Ordnungspolizei, dem die Gendarmerie wie die übrigen uniformierten Polizeiformationen unter- sieht, eine Neugliederung verfügt.
Diese Neugliederung gilt einheitlich für das ganze Großdeutsche Reich. Die Gendarmerie des Bezirks einer höheren Verwaltungsbehörde bzw. eines Landes gliedert sich in Gendarmerie-Hauptmannschaften sbisher Gendarmerie-Distrikte). Eins Gendarmerie- nauptmannschaft besteht aus Gendarmeriekreisen, t?er G^^mmerie ejne5 Landkreises gebildet. । (Bisher Gendarmerieinspektionen.) Zu einem Gen- idarmeriekreis gehören gewöhnlich mehrere Gen- > darmerieabteilungen. Die kleinste Einheit der Gen- idarmerie ist der Gendarmerieposten, wobei man zwischen „Gendarmerieeinzelposten" und „Gendar- smeneposten" unterscheidet. Der Gendarmerieposten «ist im Gegensatz zum Gendarmerieeinzelposten mit -zwei oder mehreren Gendarmen besetzt. Mehrere OAendarmerieeinzelposten bilden einen „Gendarmerie- Sgruppenposten".
Damit hat auch die Gendarmerie entsprechend iihrer alten soldatischen Tradition eine straffe Glie- »erung erhellten, die sich in die soldatische Organisation der Ordnungspolizei organisch einfügt.
Neue polnische Grenzverletzung.
-Danzig, 2.August. (DNB.) Drei polnische Zollbeamte drangen nach einer Meldung des ..Danziger Vorposten" bei Sobbowitz etwa 150 Meter weit auf Danziger Gebiet ein. Ein War- mungsschuß eines Danziger Beamten veranlaßte die Provokateure zur Flucht. Der neue Vorfall beweist, !>aß Polen nicht daran denkt, die Serie der Heraus- »rberungen gegenüber Danzig abzustellen
Auf der Eisendahnbrücke in Dirschau wurde ein rrhrplanmäßiger Zug, der Danzig am Dienstag um .19.28 Uhr verlassen hatte und in dem sich Danziger ."wF.-Urlauber befanden, von etwa 15 polnischen Soldaten mit Kies und Steinen beworfen. Die Fahrgäste, die sich völlig diszipliniert und ruhig verhielten, wurden mehrfach getroffen.
Die Manöver der Po-Armee.
Rom, 2. Aug. (DNB.) Mussolini hat sich cin Bord seines selbstgesteuerten dreimotorigen Flug- Auges am Mittwochvormittag von Rimini aus in Begleitung des Staatssekretärs im Kriegsministe- um, Generals P a r i a n i, und des Staatssekre- rrrs im Luftfahrtministerium, Generals Dalle, J} das Manövergelände begeben, das er wiederholt ■ UTn Tarnung bei den in Gang be- ilMichen Truppenbewegungen festzustellen, eine cmssprach ^er er fP^er fe*ne Genugtuung , dem Flugplatz von Novara, wo Musiolini I ndete, traf kurz darauf auch der König und Kaiser ein, mit dem sich der Duce ungefähr M Stunde lang unterhielt Nach der Unterredung Itzte Viktor Einaneul III. seine Fahrt ins Ma- mvergelände fort, während Mussolini an Bord
Und zwei Nachte kreisten diese drei Männer (rechts) in der He 116 unaufhörlich um bie beiben 250 Kilometer voneinander entfernten 6 on.^>er Ostseetuste, als sie die seit Mai 1938 von Japan gehaltene Weltbestleistung über 10 000 Kilometer mit Erfolg angriffen, nahezu ^3^7 Im/S n?.uc, km/st) wurde wenige Stunden später von der Luftwaffe des befreundeten Italiens (auf
m>^37 r Z) verbessert. — Von lmks sieht man Oberfunker Arthur Suppa, den Piloten der Heinkel-Werke Oblt. d. R. Rolf Jöst er und ven Motorenspezialisten der Hlrth-Motoren-G. m. b. H. Hans Lausmann. — Die Karte links veranschaulicht die Dergleichsentfernunaen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
seines Flugzeuges das Gelände wiederum überflog und sodann nach Rimini zurückkehrte.
Die Manöver verliefen genau nach den vorgesehenen Plänen. Alle gestellten Aufgaben konnten bisher zur vollsten Zufriedenheit gelöst werden. Nachdem die Po-Armee den Tessin überschritten hatte, sammelte sie sich im Gebiet von Asti und Casale, um dem Vormarsch der roten Partei Einhalt zu gebieten.
Russell außer Gesetz gestellt.
England verbietetEinwanderung vonJren.
London, 3. Aug. (Europapreß.) Der General- stabschef der irischen aktivistischen Bewegung, Sean Russell, ist auf Grund des neuen Gesetzes zur Verhütung von Gewalttätigkeiten, dem Anti-Iren-Gesetz, in England geächtet worden. Sean Russell, der in den Vereinigten Staaten große Summen für seine Bewegung aufbrachte, ist in der letzten Zeit in ber englischen Öffentlichkeit viel genannt worben. Auf Grund der Verfügung des Innenministeriums, die in gleicher Form auch gegen einen weiteren Offizier der irischen aktivistischen Bewegung erging, soll Sean Russell, falls er auf englischem Boden angetroffen wird, sofort verhaftet und ausgewiesen werden. Der Befehl wurde gleichzeitig mit den Ausweisungsbefehlen für weitere zwölf Irländer, die zumeist in Nordengland woh- nen, unterzeichnet.
Der Innenminister unterzeichnete die ersten Einwanderungsverbote nach England, durch die den betroffenen Iren auf Grund des kürzlich verabschiedeten Antürengesetzes die Einwanderung nach
England verboten wird. Die englische Poll- zei hat allen Häfen sofort die Namen und Personalbeschreibung ber betreffenben Personen zugeleitet. Die ersten Einwanberungsverdote sollen sich gegen den Leiter ber Ira, Sean Russell, unb eine andere leitende Persönlichkeit der Ira richten. Außer den 37 Iren, gegen die bisher Ausweisungsbefehl erlassen worden ist, sucht die Polizei noch insgesamt nach fünf Personen, die ausgewiesen werden sollen.
Kampf gegen Daladier.
Wegen der Verschiebung der Wahlen.
Paris, 3. Aug. (Europapreß.) Die ftanzösi- schen Sozialisten haben nunmehr den aktiven Kamps gegen die von der Regierung D a l a d i e r durch Dekret vorgenommene Verlängerung der Abgeordnetenmandate bis zum Jahre 1942 ausgenommen, nachdem ihnen die Kommunisten in diesem Kampf bereits vorausgegangen waren. Der Verwaltungsausschuß der Sozialistischen Partei veröffentlicht am Donnerstagvormittag einen „Tagesbefehl" im „Populaire". Darin wird erklärt, Daladier könne sich bei dem Versuch, die Hinausschiebung der Kammerwahlen zu rechtfertigen, nicht auf außenpolitische Notwendigkeiten stützen; denn auf der anderen Seite des Aermel- kanals sei man anderer Ansicht. Die englische Regierung scheine sogar bereit zu fein, den Wahltermin noch früher festzusetzen. Die wirkliche Politik Daladiers sei die, einer Entscheidung des Landes über die von ihm geführte Finanz-, Steuer, und Sozialpolitik auszuweichen.
Blau beschränkt sich nicht auf die Verteidigung des ihm zugewiesenen Gebietes, immer wieder star- ten neue Gruppen zum Feindflug gegen feindliche Städte unb Einfuhrhäfen bes Oststaates an ber pommerfchen Küste. Die Nacht bricht herein, ohne die Kampfhandlungen zu unterbrechen, benn die Flugzeuge finden ihre Wege und ihr Ziel auch in der Nacht. Die Abwehr kann die Scheinwerfer einsetzen, die mit Hilfe ihrer Horchgeräte das Flugzeug rechtzeitig erfassen. Hier und dort blitzt es auf. 1, 2, 3 Lichtkegel am Himel kreuzen sich, der feindliche Flieger ist erfaßt, bie Flakartillerie tut die weitere Arbeit.
Delmenhorst wirb durch bie leichte Flak abgewehrt. Schon folgt ein roter Angriff auf Quakenbrück mit Bombenabwürfen auf Quakenbrück.
Die Abwehr arbeitet ausgezeichnet. An den Gren. -n fliegen die AufklürunaMieger Sperre. In Se° ' . Alarmierung steigen die
leichten Jäger auf, und was ihnen entgeht, wird eine Beute der Flak, bie mit Hilfe ihrer Kommanbo- aeräte bei der hervorragenden Ausbildung der Truppe einen hohen Grad von Treffsicherheit erreicht hat.
Der zweite Tag.
Oldenburg, 3. Aug. (DNB.) Wir sind bei den blauen Aufklärern. Der Feind soll an der Küste hestig getroffen werden. Nun gilt es, die schwachen Punkte festzustellen. Die Aufklärer werben eingesetzt. Wir dürfen die Aufklärer begleiten. Schnell schrauben wir uns hoch, überfliegen Wilhelmshaven, sehen Helgoland unter uns liegen, bann Bremerhaven und haben schließlich unser Ziel erreicht. Der Beobachter hängt halb aus der „Kiste", um möglichst genaue Aufnahmen machen zu können und setzt außerdem den Reihenbildner in Tätigkeit. Mit reichen Ergebnissen kehren die Aufklärer heim und nun startet Geschwader auf Geschwader der Kampfflugzeuge. Donnernd fegen die schweren Maschinen über bas Rollfelb.
Alarm: Feindliche Kampfflugzeuge sind durchgebrochen. Schon sind die blauen Zerstörer in der Lust, schrauben sich höher und höcher und stürzen im schneidigen Angriff auf den Feind. Kelle um Sette wird auseinandergejagt und so der wichtige Flughafen rechtzeitig geschützt.
Die blaue Abwehr muß fieberhaft arbeiten. Hatte Rot schon am Vortage zahlreiche Tiefangriffe auf bie blaue Bodenorganisation gemacht, die Flughasenbereiche von Jever, die Industrie um Oldenburg und Gütersloh mit zahlreichen Angriffen bedacht, so setzte er diese am Dttttwoch im verstärkten Maße unter Einschluß von Oldenburg fort.
Wieder und wieder erscheinen feindliche Staffeln, die im Tiefsturz oder Hochangriff die blaue Abwehr lahmlegen und sejne Industrie zerstören sollen. Die blauen Zerstörer stürzen sich auf den Feind. Was chnen entgeht, wird mit wohlgezieltem Feuer der Flak empfangen. Blau schützt zugleich seine Grenze an der Weser durch erhöhten Flugeinsatz von Hoya die Weser entlang bis zur Insel Trischen, 15 Kilometer nördlich Cuxhavens.
So wogt der Kampf hin und her, mit prächtigen Bildern von dem Mut, der Einsatzbereitschaft und der Kampfkraft unserer Luftwaffe. Menschen und Material leisten Hervorragendes. Der General- inspekteur der Luftwaffe. Generaloberst Milch, wohnte heute, begleitet von dem Chef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nord, General der Flieger Felmy, dem Luftmanöver bei.
Unter dem Titel „Der Nationalsozialismus" bereift zur Zeit eine von der Reichspropagandaabteilung der NSDAP, zusammengestellte Wanderausstellung mit großem Erfolg das befreundete Italien. Zweck der Ausstellung, von deren Aufenthalt in San Remo in einer der großen Ausstellungshallen der Stadt unsere Außenansicht berichtet, ist, der italienischen Oefsentlichkeit Kunde zu geben von den Grundlagen unb dem Programm der NSDAP., ihrer Arbeit unb ihren Erfolgen. Allem in Bologna besichtigten 300 000 Männer unb Frauen bie Schau. — (Associated-Preß-M.)
mäßig" etitetHeren. Die Tatsache, daß dieser Krieg als die große und schreckliche Erinnerung haften blieb, macht uns begreiflich, daß es das Hiel der belgischen Außenpolitik sein mußte, alles zm unternehmen, um eine Wiederholung des Jahres 1914 zu vermeiden. Der Drang nach Sicherheit war es, ber die belgische Außenpolitik dazu geführt hat, fünfzehn Jahre lang sich denen anzuvertrauen, bie im Weltkrieg die Freunde gewesen waren. Der Drang nach Sicherheit war es, der König Leopold veranlaßte, im Oktober 1936 das Steuer zu drehen und die Polillk der Unabhängigkeit und des Gleichgewichts nach allen Seiten einzuführen; mit dem schonen Erfolg, daß damals noch von allen benachbarten Großmächten freiwillig und ohne Gegenverpflich- tung die belgischen Landesgrenzen garantiert wurden.
Angst hat selten zu klugen Eingebungen, aber oftmals zu Verwirrungen geführt. Nicht zufällig haben darum der Ministerpräsident und jetzt wieder der König das Volk zur Kaltblütigkeit aufgefordert. Denn diese maßgeblichen Männer sind sich durchaus bewußt, daß absolute Sicherheiten für ein Land mit der geographischen Lage Belgiens niemals zu erreichen sind, daß nur eine klare und eindeutige Politik das Höchstmaß an Sicherheiten ergibt und daß eine Politik mit doppeltem Boden gefährlicher als alles andere ift Von der Mehrheit des Volkes ist die Richtigkeit dieser Auffassung denn auch stets eingesehen und bejaht worden. Zu dieser Einsicht gehört aber vor allem auch die Erkenntnis, daß am belgischen Territorium heute vielleicht ganz andere strategische Interessen bestehen, als 1914. Gerade diejenigen, die heute mit großer Geste auf sich deuten, sich Belgien gegenüber als die „wahren" und „bewährten" Freunde hin- stellen, von deren Hilfsbereitschaft man zu ihrem Kummer keinen Gebrauch macht, sind von allen anderen als altruistischen Motiven bewogen. Wenn aber einem Teil der Belgier die Hintergründe der lebhaften und an allen Ecken und Enden angesetzten englischen Bemühungen nicht deutlich werden, bann weniger deshalb, weil ber Belgier an der westlichen Lebensform einen so starken Anteil hat, weil seine Sympathien westlichen Idealen und Ideologien gehören (die man mit der Waffe zu ver- teibigen sich täglich von neuem bereit erklärt), nein, vielmehr darum, weil ber belgische Blickwinkel noch bie Einstellung des Weltkrieges hat und man sich unter „dem Krieg" eine richtungbestimmte Gefahr vorstellt. Diese Einstellung und die belgische Lebensnotwendigkeit, die Industrieprodukte größtenteils nach Großbritannien absetzen zu müssen, betrachten die ehemaligen Alliierten mit Wohlwollen als die Klippen, die den unabhängigen belgischen Kurs in andere Richtung zwingen sollten!
Wie gut man aber in Brüssel dem zu begegnen wußte unb unbeirrbar die Außenpolitik beibehielt, von ber Herr Pierlot kürzlich bei einem Iourna- listenessen sagte, daß sie Belgien „von den Existenzbedingungen diktiert" würde, das haben die letzten Monate bargetan. Daß diese Politik auch von den Parteien getragen ist, gibt für bie Katholiken und Liberalen bie Regierung, das gab für bie Sozialisten Herr Spaak bekannt. Daß sich in jeder dieser drei Hauptparteien auch außenpolitisch Andersdenkende befinden, weiß man. Doch ihre fehlge- schlagenen Versuche haben gezeigt, daß es bei dem festen Willen der Flamen, diese freiwillige Neutralität zu wahren, bei ber Entschlossenheit des Königs und seiner Regierung jetzt nicht die Zeit ist, sich mit außenpolitischer Opposition hervor- zuwagen.
B r ü s s e 1, 31. Juli.
Dor einigen Tagen hat der belgische König bei dem Jubiläum einer Lütticher Metallfabrik vor 2500 Arbeitern eine bedeutsame Ansprache gehalten. Er ging nicht nur auf die sozialen, die Arbeiter direkt betreffenden Fragen, sondern auch auf die internationale Lage ein und erörterte, w i e i ch Belgien heute zu verhalten habe. Der wesentliche Inhalt ber Rede des Königs war, baß Belgien sich einmal aus jedem Konflikt heraus- zuhalten habe, der seine eigenen Rechte nicht bedrohe, und baß Belgien zum anderen Gewehr bei Fuß stehen müsse, um in kaltblütiger Bereitschaft unverzüglich jedem mit Waffengewalt zu begegnen, der diese Rechte antaste. Dielen, die im Ausland diesen Gedanken hörten, mögen sie nichts Besonderes gesagt haben. Denn jedermann weiß, daß diese Absicht, sich von jedemKonflikt stossfrei- willig fernzuhalten, der die belgi- chen Belange nicht unmittelbar berührt, bie Grundlage der belgischen Außenpolitik ist. Das hat König Leopold an dem berühmten 14. Oktober 1936 bereits bekanntgegeben. Trotzdem waren die Worte des Königs in Lüttich jetzt bedeutungsvoll Sie gaben denjenigen Klarheit über den belgischen Kurs, die sich innerhalb und außerhalb des Landes in den letzten Monaten so eifrig be- müht hatten, die belgische Außenpolitik wieder in ein Zwielicht zu rücken.
Uebcr bie politischen Ziele dieser Kreise konnte!
zwar niemand im Zweifel sein. Man hat erkannt, daß sie versuchten, ihre wahren Absichten in staats- rechtliche Phrasen heuchlerisch einzuwickeln. Sie verstanden es immer wieder, Erörterungen über die begrifflichen Unterscheidungen von „Neutralität" und „Unabhängigkeit", Generalstabs„vereinbarun- gen" und Generalstabs„fühlungnahme" in Gang zu bringen. Und mit nicht weniger geräuschvoller Geschäftigkeit hoben sie das von niemanden geleugnete oder in Frage gestellte Recht Belgiens zur einseitigen Parteinahme innerhalb der politischen Fronten Europas hervor (ein Recht, bas allerdings den Nachteil hätte, bei seiner Anwendung die Grenz- garantiert ber Großmächte außer Kraft zu fetzen).
Diese Erkenntnis hat den Ministerpräsidenten und Außenminister P i e r l o t denn auch veranlaßt, in seiner großen außenpolitischen Rede vor ber Kammer bas Für und Wider gegenüber der derzeitigen außenpolitischen Haltung Belgiens abzuwägen. „Ich wage darüber kein Urteil zu fällen", hatte er damals am Ende feiner Rede gesagt, „ob unsere Außenpolitik für uns den Krieg vermeiden kann, ober nicht. Aber es genügt mir, daß uns diese Politik eine Chance gibt, herauszubleiben. Wer wollte die Verantwortung auf sich nehmen, diese Chance zu versäumen und sich statt dessen noch vor Beginn von irgendwelchen Feindseligkeiten in bie Reihen der eventuellen Kriegsmächte einorbnen?" Diese Worte bes verantwortlichen Regierungschefs zeigen eine Neigung und eine Abneigung, bie eben
so bezeichnend für die Männer an ber Spitze, wie für bas ganze belgische Volk sind. Die Neigung bezieht sich auf den Frieden, bie Abneigung auf ben ideologischen Streit, den manche so gerne mit ber Waffe in ber Hand ausgetragen sehen möchten. Während in Deutschland und in Zentraleuropa das Kriegsende der Anfang zu neuen Schrecken war, verarmte und ausgehungerte Länder kommunistische Gewaltherrschaft, Inflation und Deflation ertragen mußten, war und blieb in Belgien ber Krieg das Ereignis. Wohl hat ber flämische Volkstumkampf in der Nachkriegszeit einige Schwierigkeiten für Belgien mit sich gebracht, aber mit dem, was in Deutschland, Oesterreich unb Ungarn jeder einzelne erlebte, lassen sich die belgischen Ereignisse in keiner Weise vergleichen.
Dieses Schicksal, den Krieg nicht als den Anfang einer völlig neuen Entwicklung, sondern als einen operativen, jetzt aber überstandenen Eingriff verspürt zu haben, ist ein Grund dafür, daß in Belgien noch in so vieler Beziehung jene Auffassungen herrschen, die mir mit dem Schlagwort „vorkriegs-
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