Dem Turnen auch den Gesang zu pflegen, und der Verein nannte sich dann Turn- und Gesanaverein. Der Tag nun, an dem der Großherzog Lollar besucht hakte, muß nach dem alten Bericht ein wahrer Freudentag gewesen sein. Der Ortsvorstand bewilligte Bier,'und die Schulkinder erhielten Wecke. „Es wurde gesungen, geturnt und exerziert." Doch plötzlich trat ein Umschwung im Jubel ein. Bei einem Riesenschwung am Reck stürzte der 20jährige Sohn des Schmiedemeisters so unglücklich, daß er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Dieser Unfall war für den Turnverein ein schwerer Schlag, denn „die Turnstunden wurden nach und nach ganz eingestellt, man pflegte nur noch den Gesang".
Rach und nach starben die Veteranen aus. In einem Protokoll vom 6. 2. 1868 heißt es: „Die Grundliste wurde durchgegangen, seitherige Mit- glieder, welche in derselben noch nicht verzeichnet waren, wurden in dieselbe eingetragen, und neue Mitglieder, welche den badischen Feldzug von 1849 und den Krieg 1866 im 8. Bundesarmeekorps mit- gemacht hatten, wurden ausgenommen." Neue Frontkämpfer sind also in den Deteranenverein ein- getreten, die die soldatische Tradition übernommen haben. In einem Schreiben vom 26.11.1871 an den Kommandanten Leo heißt es': „Das Bedürfnis und der Wunsch, den im Jahre 1844 gegründeten Bete- ranenverein Lollar zu vergrößern, ist lautgeworden." Ursache hierzu hat gewiß der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 hinlänglich geliefert.
Am 23.4.1872 starb der vorletzte Lollarer Veteran der Befreiungskriege, Georg Schreiner. Ihm folgte ein Jahr später als letzter der Stifter und erste Kommandant des Vereins, Georg Leo.
In dem Auszug aus der Grundliste des Georg Schreiner heißt es: ,Zm Jahre 1814 Soldat im Regiment Prinz Emil, machte als solcher in den Jahren 1814/15 die Feldzüge gegen Frankreich mit und am 18. Juno das Gefecht bei Straßburg. Nack diesen Feldzügen diente er im Großherzogllch-Hessischen 1. Garderegiment und war dekoriert mit dem Gr.-Hess. Felddienstzeichen."
Die Veteranen der Befreiungskriege von Lollar waren zur Großen Armee abberufen. Ihre Söhne und Enkel, die Kämpfer der Einigungskriege, hatten ihr Erbe übernommen. Nach dem Beispiel des ersten hessischen Veteranenvereins hatten sich auch in den anderen Orten zahlreiche gleichartige, gleichgesinnte Vereine gebildet. Im Jahre 1875 schlossen sich diese 400 Vereine zu einem Landesverband unter dem Namen „Kriegerkameradschaft Hassio" zusammen, der auch der Lollarer Verein angehörte.
Wieder ein halbes Jahrhundert später waren es die Frontkämpfer des Weltkrieges, die das Erbe übernahmen. Heute steht die Kriegerkameradschaft Lollar festgefügt im NS.-Reichskriegerbund. Mit Stolz können die Mitglieder dieser Kameradschaft auf bald ein Jahrhundert Pflege besten deutschen Soldatentums zurückblicken. Erg.
S.Jtxfport
Oie Reichssportwettkämpfe haben begonnen.
Abt. 9, Wetzlar und 6./Kav.-Regt. 3, Göttingen. — Die gegeneinander spielenden Mannschaften werden am 9. Juni ausgelost.
Am heutigen Samstag begannen die Reichssportwettkämpfe der HI. Auf dem DfB.-Reichsbahn- Sportplatz und auf dem 1900-Sportplatz traten etwa 900 Pimpfe zum Wettkampf des Jungvolks an, während HI. und BDM. am Sonntag in den Wettbewerb treten.
Die Leitung der Reichssportwettkämpfe in Gießen liegt in den Händen des stellvertretenden L.-Leiters und Stamm - Sportwartes der HI., Scharführer F o n t i u s , dem eine große Anzahl Sport- und Junglehrer als Kampfrichter und Helfer zur Seite stehen.
Das Jungvolk trägt Dreikämpfe aus, die aus Weitsprung, Schlagballweitwurf und aus einem 60-Meter-Lauf bestehen. Auf dem Waldsportplatz traten die Fähnlein 2, 4, 5 und die Fähnlein-Spiel- schar (21) 116, auf dem Sportplatz auf dem Trieb die Fähnlein 1 und 3 und das Lehrfähnlein 116 an. Es entwickelte sich bald ein buntes Treiben, da in den verschiedenen Sportarten zugleich die Uebun- gen ausgeführt wurden, die einen gewissen Höhepunkt der sportlichen Leistungen des einzelnen Pimpfes und zugleich des Fähnleins bedeuten.
Reichssportwettkampf und Fußball der Licher Hitler-Jugend.
Auf dem Sportplatz hinter der Licher Turnhalle findet am kommenden Sonntag der Reichssportwettkampf der Gefolgschaft 13/116 der Hitler-Jugend statt. Nach einer Morgenfeier und der feierlichen Flaggenhissung werden die Wettkäinpfe mit dem Mannschaftsdreikampf, der aus einem 100-m-Lauf, Weitsprung und Keulenweitwurf besteht, ihren Anfang nehmen. Nach Abschluß dieses Wettkampfes wird ein Fußballwettkampf zwischen der 2. HJ- Msnnschaft gegen Steinbachs 1. HJ.-Elf zum Austrag kommen. Am frühen Mittag gelangen dann die Gefolgschaftsmeisterschaften zur Austragung. Die Wettkämpfe setzen sich aus sieben Uebungen zusammen, und zwar aus: 100-m-Lauf, Keulenweitwurf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 3000-m-Lauf und einer 4X100-m-Staffel. Ein Fußballwettspiel zwischen Lichs 1. HJ.-Elf und der gleichen von Heuchelheim wird sich anschließen. Die feierliche Siegerehrung wird die Wettkämpfe beschließen.
Um die Handballmeisterschast der 9. Division.
Die Austragung der Spiele um die Handballmeisterschaft der 9. Division findet, wie alljährlich, auch in diesem Jahre wieder auf dem Sportplatz 1900 (vorderer Triel;) statt. Es werden (am 9., 10. und 11. Juni) vier Spiele ausgetragen. Die beteiligten Mannschaften wrden von folgenden Truppenteilen gestellt: 5./JR. 36, Butzbach; 2./JR. 116, Gießen; 2./Beob.-Abt. 9, Marburg; 2./Nachrichten-
Gemania Marburg -1900.
Die Blau-Weißen kommen morgen einer weiteren Gesellschaftsrückspieloerpflichtung nach. Gegner sit der Rasensportverein Germania 08 Marburg, der in den hiesigen Sportkreisen nicht unbekannt ist. Eine genaue Aufzeichnung ist deshalb überflüssig. Nur eins fei festgehalten, daß die Germanen nach ihrem Abstieg im vergangenen Jahre durch einen Meister- schastssieg in der Kreisklasse wieder zur Bezirksklasse zurückgekehrt sind. Den Blau-Weißen mag dies richtungsweisend sein, denn mit der Aufstellung Fischer, Schneider, Jäger, Günther, Quick, Bischoff, Koch, Rensing, Kraft, Schäfer, Heuser ist eine Mannschaft erstanden, die zum ersten Male in dieser Besetzung zusammenspielt, mithin eine gewisse Zeit zum Einlaufen braucht, was die Germanen vielleicht entsprechend ausnutzen können.
Wieder Gerrit Schulte!
Steuer Ltappensieg des spurlschnellen Hollanders.
Die zweite Teilstrecke der Großdeutschland-Rad- rundfahrt führte am Freitag bei ausgezeichnetem Wetter von Stettin nach Kottbus über 241,2 km. Der lange Holländer Gerrit Schulte^ der am Vortag in Stettin als Erster das Zielband gekreuzt hatte, bewies auch am Freitag in der entscheidenden Phase des Rennens seine großen Oualitcsten und schlug dann seine Gegner im Spurt recht eindrucksvoll.
Durch diesen zweiten Ltappensieg, der nach einer Fahrzeit von 6:39,15 Stunden errungen wurde, verteidigte der Holländer das „gelbe Trikot" des Spitzenreiters erfolgreich. Mit nur 30 Sekunden hinter dem Holländer nimmt der Deutsche Hermann S i e b e l h o f f (Dortmund) den zweiten Platz in der Gesamtwertung ein vor Oubron (Frankreich), Umbenhauer (Deutschland), Level (Frankreich), Scheller (Deutschland), Hauswald (Deutschland) und Middelkamp (Holland).
Neuer CRfoönreforb.
Die für den Segelfluawettbewerb der NSFK.- Gruppe 8 (Mitte) und 16 (Südwest) gemeldeten Teilnehmer sind auf dem Reichssegelfluglager Wasserkuppe eingetroffen, um in den Tagen vom 1. bis 9. Juni um den Sieg im Strecken- und Zielstreckenflug, im Höhen- und Dauerflua zu kämpfen. Bei einer Fortdauer der augenblicklich herrschenden Wetterlage sollten besondere Erfolge nicht ausbleiben. Konnte doch erst dieser Taae NSFK.-Sturmbann- führer S e p p g a st, der Führer der Reichssegelflugschule Wasserkuppe, den Dauersegelflugrekord der Wasserkuppe um nicht weniger als 40 Minuten überbieten und mit 14 Stunden und 13 Minuten Flugzeit in feinen Besitz bringen. Diesen Dauerrekord hielt bisher der bekannte Leistungssegelflieger des NS.- Fliegerkorps Kurt Schmidt.
Lehrgangsarbeit im Fachamt Handball.
2. Juli (5. Tag): Der Uebungsleiter; feine Aufgaben und Pflichten (Gestaltung eines Verems- übungsabends) — Schiedsrichter- und Anwarter-
Das Fachamt Handball tritt in der Zeit vom 4. Juni bis 16. Juli mit einem in feiner Art neuartigen Uebungsleiter-Lehrgang an die Oeffentlich- feit. Die verantwortlichen Männer in den Vereinen sollen sich dort ihr Rüstzeug holen, damit sie in der Lage sind, die Sommerspielsperre nutzbringend anzuwenden und für einen starken und ausgeglichenen Mannschaftsbestand zu sorgen.
Das Programm ist auf acht Sonntage verteilt und jeder Uebungsart breiter Raum gegeben worden. Darüber hinaus werden besonders Basket- und Frauenhandball herausgestrichen werden, weil diese beiden Spiele unbedingt eine weitere Ausbreitung erfahren müssen.
Alles in allem kann gesagt werden, daß das Programm alles in sich birgt und daß es nunmehr an den Vereinen liegt, die gebotene Gelegenheit wahrzunehmen.
4. Juni (1. Tag): Begrüßung — Einführung — Verwaltungsfragen Kreisfest 1939 — Wettkampf — Mannschaftskampf;
11. Juni (2. Tag): Basketball - Einführung — Uebungsspiele — Technik und Taktik des Basketballspieles;
18. Juni (3. Tag): Frauenhandball — Der Schrn im Frauenhandball — Die Praxis — Ausdchnungs- möglichkeiten;
25. Juni (4. Tag): Jugendfragen — Die Grundschule (Fontius) — Der Schiedsrichter in der Praxis (Becker);
schulung; _ , .,
8. Juli (6. Tag): NSRL.-Lehrer Spengler schult die Kreismannschaft (daran haben alle Spitzenspieler und Angehörige der Kreismannschaft teilzunehmen). Beginn 17 Uhr;
9. Juli (7. Tag): NSRL.-Lehrer Spengler im Stützpunkt Gießen;
Zer ßpliker am Zahnhof |
int
16. Juli (8. Tag): Werbung für das Handballspiel; Abschlußprüfung der Lehrwarte-Anwärter; Vorschlag zum Lehrwarte-Adzeichen — Ausklang.
Als Lehrkräfte werden tätig fein: Kreisfachwart Luh, Kreisschiriobmann Becker, Kreislehrwart Allendörfer, Kreisbasketballobmann K r a u s ch und der Obmann für Frauenhandball, Bernhardt. Daneben werden Kreissportwart Mohr und der Referent für Leistungssport beim Bann 116, Fontius, einzelne Referate übernehmen.
Vereinsmeisterfchasten des Schützenvereins.
Der Schützenverein beendete seine Kämpfe um die Dereinsmeisterschaften in den vorgeschriebenen Waffenarten. Dabei ergab sich die interessante Feststellung, daß alle Teilnehmer eine erheblich höhere als erforderliche Ringzahl erzielten, so daß alle Wettkämpfer sich zugleich die Teilnahme an dem Unterkreisschießen, in einzelnen Waffenarten sogar die für das-Kreisschießen erworben haben. Die Der- einsmeisterschaften sind zum Teil wiederholt, in anderen Waffenarten nach Unterbrechung, von früheren Meisterschützen erneut erworben worden.
Der Schützenvercin bedauert sehr den Fortgang des Führers der NSKK.-Standarte 147, Standartenführer Nagel, der in den wenigen Jahren seiner Dereinszugehörigkett durch gute Schußleistungen und durch fein kameradschaftliches Verhalten sich allseits Sympathie erworben hatte.
Als nächste sportliche Veranstaltung führt der Schützenverein am Sonntag, 11. Juni, auf dem Schießstand am Schützenhaus einen Städte- wettkampf mit W e h r rn a n n g e w e h r e n
durch, an dem sich die Schützen-Gesellschaft und voraussichtlich auch der Post-Sportverein beteiligen werden.
Die Ergebnisse der unter der Leitung von Vereinsführer Willi Georg und Schießwart H. Schönau durchgeführten Dereinsmeisterschaften:
Kleinkaliber (militärische Anschlagsform), 19 Schützen: Vereinsmeister: Willi Schilling 161 Ringe; 2. Georg Schilling 160 R.; 3. Richard Koch und Heinrich Appel je 155 R.
Kleinkalib er (beliebiae Anschlagsform), 17 Schützen: Dereinsmeifter: Willi Schilling 161 R.; 2. Heinrich Appel 157 R.; 3. Georg Schilling 156 Ringe.
Wehrmann-Gewehr: 12 Schützen: Ver- einsmeister: Georg Schilling 248 R.; 2. Willi Georg 228 R.; 3. Willi Hom 220 R.
Scheib en-Gewehr: 7 Schützen: Dereins- meister: Heinrich Appel 208 R.; 2. Georg Schilling 200 R.; 3. Konrad Dreyer 199 R.
Scheiben - Pistole: 7 Schützen: Vereinsmeister: Georg Schilling 908 R.; 2. Willi Georg 865 R.; 3. Heinrich Appel 831 Ringe.
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 4. 3uni.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Wir fingen den Sonn« tag ein! Ausführung: Das Frauenterzett, der Männerchor, der Gemischte Chor des Reichssenders Frankfurt. 8.40: Dichter im Dritten Reich: (In Amerika 1923) Herbert Dolck: „Wanderungen für Deutschlands Ehre". 9: Deutsche Meister. Johann Sebastian Bach — Georg Friedrich Händel. 9.30: Wie schön ist so ein Feiertag! (I) Frohsinn auf Schallplatten. 10: Einkehr am Feiertaa. „Tapfer angreifen ist halb gesiegt". 10.45: Wie schön ist so ein Feiertag! (II) Frohsinn auf Schallplatten. (Jn- dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11.15: Brüder über dem Meer. Schicksale und Begegnungen. Hörfolge nach dem gleichnamigen Buch von Karl Götz. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern. 13: Musik am Mittag. Es spielt die Kapelle Waldemar Haß. 14: Für unsere Kinder: Aus unserer Spielzeugschachtel. 14.30: Die verliebte Tonleiter. 15.15: Klang der Landschaft: „Der goldene Grund". Hörfolge. 16: Großdeutscher Reichskrieaertag 1939 in Kassel. Militär ko nzert aus dem großen Festzelt am Friedrichsplatz. 18: Aus Jugenheim a. d. B.: Froher Dorfsonntag der Jugend. Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König. 19: Kleine Tonfilm-Revue. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Orchesterkonzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfuri. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht.
Montag, 5.3uni
5 Uhr: Frühmusik. Es fpielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Morgenlied — Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Musikkorps des Jnfanterie-Rgts. 75. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den ©arten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spieU der Gaumusikzug Schlesien. 10: Schulfunk. Kinderlieder- singen, Blatt 3. 11.40: Rus ins Land. 12: Schloß- konzert I. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkvnzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Deutsche romantische Musik. (Jndu- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 15: Don Wien: Reichssendung: Aus der Staatsoper Wien: Kundgebung der Reichstheaterkammer. Es spricht Reichsminister Dr. Goebbels. 17: Nachmittagskonzert. Es svielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 18: Feierabend auf dem Lande. 18.30: Großdeutscher Reichskriegertag 1939. Ein Rückblick auf das Treffen der alten und jungen Soldaten vom 3. bis 5. Juni in Kassel. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Der blaue Montag! 22: Hinaus in die Feme. Eine vergnügliche Sommerreise hn Rundfunkexpreß. 22.10: Nachrichten. 22.30: Kamerad, wo bist du? Unter« haltungs- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert.
Wirtschaft.
Handball im ASRL.-KreiS Gießen
Vor dem Sauspiel Hessen—Mittelrhein. — Pokalspiele.
Die letzte Großveranstaltung des Fachamtes Handball, das Gauspiel Hessen — Mittel- rhein, dessen Ausrichtung dem Kreis Gießen „in Anerkennung feiner ausgezeichneten Arbeit im Handball und Basketball" übertragen worden ist, wirst bereits ihre Schatten voraus. Die verantwortlichen Männer in Gau und Kreis find bei der Arbeit, zunächst ein möglichst zugkräftiges Programm zusammenzustellen und dann eine Vertretung aufzustellen, die den Hessenfarben einen vollen Erfolg bringen soll. Es ist nicht leicht, die richtigen Männer zu finden, obwohl wir uns über die notwendige Auswahl nicht zu beklagen brauchen. Erft ein vorbereitender Lehrgana, zu dem alle Könner ein» geladen werden, wird Aufschluß geben. — Es ist selbstverständlich, daß man im Kreis Gießen hofft, den einen oder anderen unserer Kameraden berücksichtigt zu wissen. Gerade die Auswahlspiele der letzten Zeit kommen ausgezeichnet zustatten, weil eine bessere Sichtung überhaupt nicht vorgenommen werden konnte.
In der Zwischenzeit gehen die Pokalspiele ihren Gang. Am Sonntag werden zwei weitere Treffen der 1. Zwischenrunde für die nötige Klärung sorgen. In Heuchelheim und Garbenheim stehen sich
Tv. Heuchelheim — 211 SU. „Barbara“ Gießen, Tv. Garbenheim — Tv. Dillenburg
gegenüber. Man darf gespannt fein, wie gerade Heuchelheim gegen die in der letzten Zeit nach vorne gekommenen Artilleristen abschneiden wird. Es ist mit einem scharfen Kampf zu rechnen! weil sich die „Barbara" anscheinend etwas vorgenommen hat. Ihren Leistungen bei den beiden letzten Spielen nach zu urteilen, sollte ein knapper Sieg über Heuchelheim möglich fein. In der 2. Zwischenrunde stoßt dann die Mannschaft bzw. der Sieger auf den To. Lützellinden.
Dillenburg hat seine Mannschaft vicht unwesent
lich verstärken können. Garbenheim muß deshalb schon auf der Hut sein, wenn es eine Runde weiterkommen will.
Ein Spiel in der 2. Zwischenrunde bestreiten
Tv. hausen — Tv. Hörnsheim.
Die Platzbesitzer haben sich durch Siege über VfB.-R. und Nauborn voraeschafst. Ob sie aller- dinas auch gegen den Meister gewinnen werden, ist kaum anzunehmen. Denn Hörnsheim will unter allen Umständen wenigstens in den Pokalspielen ein Wort mitreden und wird gerade deshalb den Kampf nicht leicht nehmen. Auf der anderen Seite ist Hausen ehrgeizig genug, um den Gästen ein achtbares Ergebnis abzutrotzen. Man darf unter diesen Umständen wirklich gespannt sein, wie das Treffen enden wird.
Tv. Hochelheim — Tv. Gambach.
Die Hochelheimer haben sich durch eine zielbewußte Arbeit nach und nach zu den besten Mannschaften des Kreises emporgearbeitet. Die Leistun- gen der Mannschaft sind hinreichend bekannt. Sie verdienen um so höhere Anerkennung, als es sich vornehmlich um junge Kräfte handelt, die ganz erstklassigen Handball spielen. Gerade deswegen wird das Spiel gegen den Bezirksklafsenvertreter Gambach aufschlußreich werden.
Grüningen I — Nieder-Weisel I. Auch ©rüningen konnte sich in letzter Zeit gut verbessern; wir glauben bestimmt, daß Nieder-Weisel kaum etwas in Grüningen ausrichten kann und um eine Niederlage nicht hemmkommen wird. Die Platzmannschaft ist augenblicklich in allen Teilen gut besetzt.
Grüningen Igd. — Nieder-Weisel Jgd. Vor diesem Spiel stehen sich die beiden Jugendmannschaften gegenüber. Der Vorteil des eigenen Platzes sollte vielleicht an dem Ergebnis mit ausschlaggebend fein.
ZG.-Farbenindustrie AS.
Wieder 8 v. h. Dividende.
Die Verwaltung der IG.-Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M., hat in ihrer Sitzung beschlossen, der auf den 23. Juni nach Frankfurt a. M. einzu- berufenben oHV. die Verteilung einer Dividende von wieder 8 v. H. auf 680 Mill. Mark Stammkapital vorzuschlagen, die diesmal voll in bar aus» ae schüttet werden kann (i. V. 1 v. H. an den Anleihestock). Der Reingewinn beziffert sich auf 55,18 (i. V. einschl. 6,8 Mill. Mark Vortrag 54,85). Abschreibungen auf Anlagen werden in Höhe von 135,72 (105,25) Mill. Mark vorgenommen. (Letzter Frankfurter Kurs 149,75 v. H.)
Mein-Mainische Börse.
INittagsbörse wenig verändert. — Steuergutscheine weiter rückläufig.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Die Börse blieb an den Aktienmärkten sehr still und stark oernacklässigt. Die Kundschaft zeigte nach keiner Seite hin Interesse, so daß die meisten Papiere nur wenig Veränderungen aufwiesen. Größere Abweichungen als 0,25 bis 0,75 v. H. beruhten schon wie vorher auf Zufallsaufträge. Von den führenden Werten gingen IG.-Farben mit 149,90 bis 149,75 (149,65) um, Der. Stahl stellten sich auf uno. 101, Mannesmann auf 105,65 (105,75) und Hoesch auf 108,25 (108) sowie AEG. auf 113,75 (114). Sonst kamen vorläufig nur noch Reichsbank mit unv. 178,50, Feldmühle Papier mit unv 108 und ©ebr. Junghans mit 93 (92,50) zur Notiz.
Infolge Ziehung ruht am Rentenmarkt heute und morgen die Notierung für Reichsaltbefitz- anleihe. Lebhaftes Geschäft bei weiter weichenden Kursen hatten erneut Steuergutscheine, Serie II. halbamtlich 98,10 (98,40). Im Verkehr von Bank zu Bank gingen Serie I. mit 102,05 bis 101,70 (102,40) um. Kommunal-Urnschuldung hörte man mit unv. 93,65. Liquidationspfandbriefe zogen überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. an, Gold Pfandbriefe, Staats» und Stadtanleihen lagen still und unverändert. Leichte Besserungen ergaben sich auch bei äen meisten Industrie-Obligationen. Steuergutscheine
II. im Verlaufe 97,90 nach 98,10, Serie I. 101,50 nach 101,70.
Der Freiverkehr war still und unverändert. Tagesgeld 2,50 (2,75) v. H.
Abendbörse ohne Geschäft.
Die Abendbörse war weitgehend ohne Geschäft. Es mangelte in hohem Maße an Aufträgen. Am Aktienmarkt lauteten die meisten Kurse nur nominell, waren im allgemeinen aber kaum verändert. IG.-Farben blieben von dem Pilanzsitzungs« beschluß mit 8 v. H. Bardividende unberührt und stellten sich auf unv. 149,75. Von Bergwerkswerten lagen Mannesmann mit 106 und Rh einstahl mit 129,25 je 0,25 v. H. höher, Verein. Stahl mit 101 und Buderus mit 98 unverändert. Etwas höher gefragt wurden Gesfürel mit 129,75. Im übrigen hatten kleine Abweichungen Adlerwerke mit 100 (100,25), AEG. mit 113,75 (114), MAN. mit 140 (140,50), Demag mit 141 (141,25) und Westdeutsche Kaufhof mit 104,25 (104,50). Am Rentenmarkt lagen Reichsbahn-VA. 0,13 fester mit 122, 6 v. H. JG.-Farben mit 124,50 unverändert. Im telefonischen Freiverkehr wurden Steuergutscheine I. mit 101,40 und 101,50, also zu den letzten Mittagskursen, umgesetzt.
Kreishandwerkerschast Alsfeld und Lauterbach vereinigt.
Lpd. Lauterbach, 2. Juni. Am Donnerstag fand, nachdem die Kreishandwerkerschaften Alsfeld und Lauterbach zur Kreishandwerkerschaft Alsfeld - Lauterbach mit dem Dienstsitz in Lauterbach zusammengeschlossen worden sind, in Alsfeld die erste Tagung der Obermeister beider Kreise statt. Bei dieser Gelegenheit führte Handwerkskammerpräsident Späth (Darmstadt) den seitherigen Kreishandwerksmeister für den Kreis Lauterbach, Gürtler, in fein Amt als Kreishandwerksmeister für die beiden vereinigten Kreise ein. Der seitherige Handwerksmeister für den Kreis Alsfeld, Koch, wurde zum Stellvertreter des Kreishandwerksmeisters und zum Obmann des Kreises Alsfeld berufen.


