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Samstag, Z./Ssnntag, 4- Juni 1939
189. Jahrgang
Nr. 127 Erstes Blatt
Oie große Truppenschau zu Ehren des Prinzregenten
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erscheint heute für ihrer Regierungen
klare, eindeutige Stellung zu Frage der europäischen Politik die Mehrzahl der Völker und notwendiger denn se.
beherrschende Merkmal des Vorbeimarsches. Wie allein schon die deutsche Luftwaffe, die mit ihren zahllosen Kampfflugzeugen, Jägern und Sturzkampfbombern anfangs über die Ost-West-Achse brauste, dieses Gesetz verwirklicht, das hat aller Welt bereits der Tatenruhm der deutschen Freiwilligen in Spanien bewiesen.
Aber ebenso sichtbar tritt die Vereinigung von höchster Feuerkraft und schnellster Beweglichkeit bei denschnellenVerbändenin Erscheinung, die, aus den verschiedensten Waffenarten zusammengesetzt, auch diesmal in tadelloser Ausrichtung an den Tribünen vorbeizogen. Man muhte nicht, was man mehr bewundern sollte, die schier endlosen Kolonnen der motorisierten Infanterie, der motorisierten Artillerie mit ihren leichten, mittleren und schweren Geschützen, die Nachrichtenabteilungen mit ihren fahrenden Funkstationen, die Pionierregimenter mit ihrem Brückengerät und ihren schweren Pontons, oder die Panzerabteilungen mit ihren verschiedenen Typen, die teils auf Lastkraftwagen verfrachtet waren, teils im eigenen Verband vorbeimarschierten. Daß außer diesen Abteilungen die M a r i n e s o l d a t e n der Un-
Als am letzten Sonntag die Bürger Londons massenweise in den Strandbädern der englischen Südküste lagen, um sich von dem politischen und ge- chästlichen Aerger der Woche zu erholen, gab es plötzlich eine Sensation: dicht unterhalb der Küste zog in ruhiger Fahrt die deutsche KdF. - Flotte mit den Freiwilligen der Legion Condor vorbei — Richtung Heimat. Es muß in diesem Augenblick eine ziemliche Verwirrung in den Köpfen der englischen Badegäste geherrscht haben. Hatte man ihnen durch Regierung und Presse nicht immer wieder erzählt, daß die deutschen Soldaten sich in Spanien endgültig fest- etzen wollten, daß sie dort Flugplätze bauten und in der französischen Grenze Wache bezögen, daß ie, kurz gesagt, Spanien als Rammbock gegen die
Paris, 31. Mai 1939.
Paris war während der Pfingstfeiertage nicht ausschließlich von Ausländern und sonstigen Fremden bevölkert, wie man gern mit leichter Uebertre^ bung behauptet. Es gab immerhin noch ein ganz erhebliches Kontingent von wirklichen Parisern,, die dazu ausreichten, an den beiden Renntagen int Verein mit vielen, vielen Angelsachsen, Holländern usw. Longchamp und Saint-Cloud mit einem eleganten Betrieb zu erfüllen. Es war nur nicht so gedrängt voll wie an manchen Plätzen der Küste, etwa Deauville und Le Touquet. In Le Touquet hat es sich übrigens der Finanzminister Paul-Reynaud gefallen lassen müssen, daß man ihn photographierte, wie er sich, mit einer Badehose bekleidet, in die Fluten stürzte. Paul-Reynaud ist ein ebenso guter Schwimmer wie Finanzkünstler. Wenn er nicht in dem reichlich teueren, fashionablen Seebad Le Touquet mit seinen herrlichen Golfplätzen Wassersport treibt, tut er dies in wesentlich bescheidenerer Weise in der einfachen Schwimmanstalt. Die an der Con- corde-Brücke unmittelbar vor der Abgeordnetenkammer verankert ist und in der man in künstlich gereinigtem Seinewasser schwimmen kann. Die Volkstümlichkeit Paul-Reynauds kann durch solche
Die in allen Teilen saubere und reibungslose Ausführung des Vorbeimarsches dürfte ihn davon üderzeugt haben, daß das nationalsozialistische Deutschland eine Truppe besitzt, die nicht Nur vorzüglich ausgebildet und von strenger Manneszucht beherrscht, sondern auch mit den besten und modernsten Waffen hinreichend ausgerüstet ist. Er dürfte gesehen haben, daß diese deutsche Wehrmacht durch ihre ungewöhnliche militärische Schlagkraft eine der stärksten Bastionen zur Erhaltung des europäischen Friedens darstellt, aber auch, wenn sie von wahnsinnigen Provokateuren zur Aktion herausgefordert würde, für den möglichen Gegner ein furchtbares, jeden Widerstand zerschmetterndes Instrument der deutschen Kriegsführung werden könnte
Denn wieder, wie schon am 20. April, zeigte sich bei der mehr als dreistündigen Parade jene Doppel- eigenschaft der nationalsozialistischen Wehrmacht, d.e ihr von vornherein eine taktische wie operative Ueberlegenheit im Felde verleihen wird: stärkste Feuerkraft bei größter Beweglichkeit! Diese beiden Faktoren, die nicht etwa nebeneinander bestehen, sondern sich meist in ein- und demselben Trupenkörper vereinigen, bildeten das
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halten muß. Darum ist Paul-Reynaud, Advokat am Appellationsgerichtshof und Finanzminister, gleichzeitig der Mann der Banken und der kleinen Leute aus seinem Wahlbezirk.
Während andere Leute zu Pfingsten sich in der Natur erholten, versammelten sich die „Sozialisten" Frankreichs, die man besser als Sozialdemokraten bezeichnen kann, zu diesem Zeitpunkt zu ihrem Parteitag. Dieses Jahr wurde der Kongreß in der westfranzösischen Hafenstadt Nantes ab» gehalten. Die französische Ocffentlichkeit interessierte sich für diesen Kongreß, der noch vor ein, zwei Jahren die Titelseiten der Blätter anfüllte, weniger als früher. Die „schönen" Tage der Dolkssrontherr- schäft sind vorüber: nur Leon Blum kann es kaum fassen, vor allem nicht, daß er in seiner eigenen Partei nicht mehr die Rolle der Primaballerina spielen soll. Aber man hat in den Reihen d'er Sozialistischen Partei angefangen, über die Ursachen der Volksfrontschlappe nachzudenken, die den Sozialisten den Verlust von mindestens einem Drittel ihres Mitgliederbestandes eing^bracht hat. Diese Dinge sind ziemlich klar, nur werden sie nicht offen ausgesprochen. In der Presse könnte man ja Gefahr laufen, mit den letzten Dekreten über die Presse in Konflikt zu geraten, die die „Aufreizung zum Haß gegen eine bestimmte Rassenoder Religionsgemeinschaft" unter Strafe stellen. Wenn in bürgerlichen Blättern die Rede davon ist, in der Sozialistischen Partei finde eine Revolte gegen d i e „intellektuelle Diktatur" Leon Blums statt, dann weiß man trotzdem ganz genau, woran man sich zu halten hat. Man braucht nur statt des Wortes „intellektuell" zu lesen: „j ü - di sch".
Die Erhebung des Generalsekretärs Paul F a u r e und der einfachen Parteimitglieder, die sonst nichts zu sagen haben, der sogenannten „Militanten", diese Erhebung richtet sich gegen d i e jüdische D i k t a t u r , die Leon Blum und seine Gefolgsleute, die Blume! (das „Blümchen"), die Mach, die Levy, die Rosenfeld, die Grumbach uni) tutti quanti in der Partei ausüben. Der Kampf ist noch nicht endgültig ausgetragen, und niemand weiß, wie er schließlich ausgehen wird. Die Ansatzpunkte des Kampfes liegen in den Auseinandersetzungen um die Außenpolitik. Mit dem kriegerischen, antifaschistischen Kurs, den Leon Blum und seine Gefolgsleuten mit den unfranzösischen Namen steuern, sind viele, viele „Militanten", einfache französische Arbeiter und Bauern, schon seit langem nicht mehr einverstanden. Sie wollen auch von den Kommunisten nichts wissen. Das Damoklesschwert der Spaltung hangt über der Sozialistischen Partei, der „Französischen Sektion der Arbeiter-Jnternafionale". Eines Tages werden vielleicht aus Leon Blum und seinen Leuten Kommunisten werden.
Ehrenparade.
Von unserer Äeruner Schristleiiung.
Ev. Berlin, 2. Juni.
Noch war die große Führerparade vom 20. April in aller Erinnerung, und schon konnte die Bevölkerung der Reichshauptstadt erneut das Schauspiel einer gewaltigen militärischen Demonstration erleben, das auf dem schon traditionell gewordenen Platz vor der Technischen Hochschule in Charlotten- burg zu Ehren des Prinzregenten Paul von Jugoslawien veranstaltet wurde. Wie meistens bei solchen Gelegenheiten war die Veranstaltung auch diesmal von bestem Wetter begünstigt, so daß sowohl Gäste wie Einheimische den glänzenden Vorbeimarsch der verschiedenen deutschen Wehrmachtsteile voll genießen konnten. Insbesondere wird, so hoffen wir, PrinzregentPaul. der ja in den kriegerischen Ueberlieferungen seines Landes aufgewachsen ist, der in seiner Armee einen hohen Rang bekleidet und persönlich über ein außerordentliches militärisches Fachwissen verfügt, einen starken Eindruck von der Parade mitgenommen haben.
sowjetrussischen Interessen fordert. So amüsant diese Feilscherei auf uns Deutsche wirkt, so schwerwiegende Folgen kann sie allerdings für jene kleineren Staaten haben, die sich zum Objekt, des englisch- russischen Schachergeschäftes erniedrigen lassen. Eine *' " ~ " der beherrschenden
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pfingstliches ans Frankreich
Von unterem E K.-Korrespondenien
Einen Tag vor dem Eintreffen der jugoslawischen Besucher wurde in Berlin der deutsch-dänische Nichtangriffspakt unterzeichnet und inzwischen auch vom dänischen Parlament mit großer Einhelligkeit ratifiziert. Auch dieser Akt stellt eine unmißverständliche Antwort an die Einkrei- sungskonsorten dar, er ist zugleich ein sinnfälliger Beweis für den deutschen Friedenswillen und für unseren Wunsch, mit den neutralen Nachbarstaaten in bestem Einvernehmen zusammenzuarbeiten. In den Demokratien freilich hat dieser Nichtangriffspakt wenig Beachtung gefunden, von einer begeisterten Zustimmung — die man ja eigentlich von den patentierten Friedenshütern in London, Pans und Washington gerade hätte erwarten müssen — aanz zu schweigen. Im Gegenteil, man bemerkt drüben angesichts der erfolgreichen deutschen Friedenspolitik rund um den Ostseeraum nur verkniffene Gesichter. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die kriegstreiberifchen Absichten der demokratischen Fronde: hier ist er. Was Roosevelt m seiner berüchtigten Botschaft einst so heuchlerisch von Deutschland verlangte, das wird nun plötzlich, da es in die Tat umgesetzt ist, totgeschwiegen oder kritisiert. Die Organisierung des Nichtangriffs gegen den Angriff, die von der Achse so erfolareid) vorgenommen wird, paßt den Leuten um Daladier und Chamberlain gar nicht in den Kram. Sie sehen ihr Falschspiel entlarvt und gerade auch von den Staaten des Nordens mehr und mehr durchschaut, die bisher noch glaubten, ihre Völkerbundsverpflich- tunqen mit dem Grundsatz der Neutralität m Ueber- einftimmung bringen zu können. Aber der offensichtliche Mißbrauch der Genfer Liga für tue Zwecke der Einkreisung hat inzwischen den skandinavischen Staatsmännern einigermaßen die Augen geöffnet für jene Gefahren, die sich aus der Teilnahme am britischen Garantiefeldzug ergeben könnten
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Ein Blick auf die Ehrentribüne wahrens oer großen paraoe.
Im Vordergrund der Führer mit dem Prinzregenten Paul. Weiterhin (von rechts) Reichsprotektor Frhr. v. N e u r a th , Generaloberst Ke ite l General- oberft v Brauch itf ch. Großadmiral R a e Ö e r, Generalfeldmarschall Göring. Weiter links der lugoslawischeGesandte m Berlin Zr. And ritschend bcr jugoslawische Außenminister C i n c a r - M a r k o w i t s ch sowie die Gattin des Reichsaußenmimsters v. Ribbentrop. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Sportbilder nur gewinnen, denn die andere Seite seiner Tätigkeit, die Präsentierung gesalzener Steuerprogramme, macht ihn nicht eben beliebt.
Und doch gibt es viele Leute, die ihm unter allen Politikern ernsthafte Chancen geben, einmal Nachfolger des jetzigen Ministerpräsidenten Daladier zu werden. Aber diese Dinge liegen noch in weitem Feld. Auf jeden Fall hält Paul-Reynaud die Mitte zwischen dem altmodischen Parlamentarier- Typ und dem modernen Busineßman, er ist einer der wenigen Leute von einigem Format, die der französischen Rechten noch verblieben sind. Seine maliziöse näselnde Art zu sprechen ist untermischt mit Tönen väterlicher Ermahnung, die besonders dann hörbar werden, wenn er in Rundsunkanspra- chen neue Steuerprogramme ankündigt. Für die Karikatur eignet sich feine kleine Statur mit den leicht mongolischen Gesichtszügen hervorragend, was zur Erzeugung von Volkstümlichkeit in Frankreich sehr wichtig ist. Paul-Reynaud wirkt wesentlich jünger als feine sechzig Jahre. Sein Wahlkreis ist in der Pariser Innenstadt, in einem Bezirk, wo es viele Geschäftshäuser und Banken gibt, wo aber I auch viele Arbeiter wohnen, mit denen man zur ! Vorbereitung der jeweiligen Wiederwahl Fühlung
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Mlangnff kontra Angriff.
Seit einigen Tagen befindet sich die Reichshaupt- ftabt in Hochstimmung. Sonniges Frühsommerwetter, Lebensfreude, Nationalstolz und politisches Machtbewußtsein haben zusammengewirkt, um aus dem Staatsbesuch des jugoslawischen Regentenpaares ein rechtes Freundschaftsfest zu machen, an dem nicht nur die führenden Persönlichkeiten der beider Länder, sondern auch die Massen der Berliner Bevölkerung lebhaften Anteil nehmen. Darüber hinaus aber weiß das ganze deutsche Volk auch den realpolitischen Tatbestand sehr gut zu schätzen und zu würdigen, der in der Besuchsreise des Prinzregenten Paul zum Ausdruck kommt. Die Herzlichkeit, mit der Deutschland die Gäste aus Belgrad begrüßt und empfangen hat, ist um so begründeter, als es sich bei der deutsch-jugoslawischen Freundschaftspolitik nicht um einen zu kurzfristigen Zwecken unternommenen diplomatischen Schachzug handelt, sondern nur um die Fortsetzung und Steigerung jener engen Beziehungen, die schon feit je, besonders aber seit dem Weltkriege zwischen den beiden Staaten bestanden haben. Denn in den Jahren des großen Völkerringens war es, daß die deutschen Soldaten im serbischen Volk einen ihrer tapfersten und ritterlichsten Gegner kennenlernten. Seitdem blieb das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stets aufrichtig, zumal es durch keine wirklichen Interessengegensätze belastet war. Und wenn auch in Jugoslawien zunächst eine westliche Orientierung und damit antirevlsivnistische Haltung Platz griff, die im Beitritt zur Kleinen Entente und zum Balkanbund ihren Ausdruck sand, so war das uns Deutschen immerhin aus der ganzen Situation der Nachkriegsjahre verständlich. Es zeugt aber von dem staatspolitischen Weitblick und von der gesunden Denkweise der jugoslawischen Führung, daß sie eine Umstellung vornahm, sobald das Erwachen der wirklich geschichtsbildenden völkischen Kräfte in Deutschland und Italien dazu die Gelegenheit bot. Träger dieser Realpolitik, die sich u. a. in dem Abschluß von Freundschaftspakten mit Rom und Sofia kundtat, waren zunächst der Märtyrerkönig Alexander und seit dessen tragischen Tode der jetzige Prinzregent Paul, dem es auch keine Mühe machte, seine Entschlußfteiheit gegenüber den Bauernfängermethoden der demokratischen Einkreisungsdiplomatie zu behaupten. Diese wahrhaft königliche Unabhängigkeit, die Jugoslawien unter Abweisung aller raumfremden Aspirationen zum stärksten Faktor m Südosteuropa gemacht hat, verfehlte und verfehlt nicht ihren Eindruck auf das deutsche Volk. Sie hat jene herzliche Atmosphäre mitgeschaffen, die das gegenwärtige Freundschaftstreffen in Berlin umgibt.
ach so friedliebende Entente benutzen wurden? Und nun fuhren diese Freiwilligen ebenso freiwillig, wie gekommen waren, und ohne im geringsten durch einen Druck der demokratischen Mächte dazu veranlaßt zu sein, wieder nach Hause. Wir wissen nicht, ob das englische Volk an diesem sichtbaren Beispiel den Schwindel gemerkt hat, den sich die Londoner Regierung seit einigen Jahren mit ihm erlaubt. Was wir aber wissen, ist die Tatsache, daß ohne den Einsatz der Legion Condor in Spanien wahrscheinlich von der ganzen Herrrlichkeit des englischen und französischen Weltreiches heute schon nichts mehr übrig wäre. Denn hätten Deutschland und Italien die Bolschewisten auf der Iberischen Halbinsel gewähren lassen, so säßen die Revolutionskomitees jetzt nicht nur in Madrid und Barcelona, sondern auch in Paris und London. Der begeisterte Empfang, den in diesen Tagen das deutsche Volk den heimkehrenden Spanienkämpfern bereitet, ist darum auch nicht der Ausfluß des berechtigten Stolzes auf die deutschen Waffenerfolge allein, sondern vor allem der Ausdruck einer tiefen Dankbarkeit dafür, daß deutsches Soldatentum wieder einmal den notwendigen Schutz unseres, des europäischen Friedens übernommen hat.
H. Ev.
Es hat auch nicht zur Erhöhung des demokratischen Prestiges bei den kleinen und mittleren Staaten Europas beigetragen, daß England und Frankreich vor den Kremlgewaltigen immer tiefere Verbeugungen mrchen mußten und dennoch das Ziel der Triple-Allianz, wie sie es sich denken, bisher nicht erreichen konnten. Die jüngste M o l o- tow-Rede, auf die man in Paris und London so große Hoffnungen gesetzt hatte, bat tue demokratischen Wortführer maßlos enttäuscht und i in einem Teil der französischen Presse überaus heftige Reaktionen ausgelöst. Aber wenn etwa der Jour schreibt, die Rede des fomjd.ru fifdjen Außenkom- missars stelle einen zynischen Versuch der Erpressung gegenüber London und Pans dar, so muß man doch fragen: wer erpreßt h^wen? Denn ur prung- lich war es ja doch die ka^m verhüllte Absicht der Londoner Regierung, unter tunlichsten Schonung der eigenen Volkskraft die zum Kn ege gegen Deutschland nötigen Soldaten in erster Linie aus den festländischen Fremdvölkern rekrutieren z lassen. Diesen Bluff beantwortete Moskau nut einem Gegenblufs, indem es nun seinerseits Den Einsatz der gesamten englischen Weltmacht für Die
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Druck und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Lchulftraße 7


